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Die

der russisch- polnischen Industriestadt Lodz werden noch, folgende Einzelbetten bekannt: Nachdem die Männer det fte verfolgenden Polizeibeamten verwundet hatten, flichteten fie in ein Haus, das dann von der Polizei zu= gleich mit den Nachbarhäusern umzingelt wurde. Dann begann ein Feuergefecht, das den ganzen Tag anhielt. 68 famen die Häuser 3, 5, 6 und 7 der im Mittelpunkt der Stadt tegenden Zielonastraße in Betracht. Bande stand unter der Führung des berüchtigten Räu­bers Banasiak. Die Polizei, die bis jetzt machtlos war, beabsichtigte, eine Maschinengewehrabtellung zu Hilfe heranzuziehen. Die Bewohner wurden aufgefordert thre häuser zu räumen. Banasiak erklärte, er besize noch eine Anzahl Patronen. Mit den letzten wollten die Banditen sich selbst töten, um nicht der Polizet in die Hände zu fallen. Nach vierzigstündiger Umzingelung bes Hauses fanden die eindringenden Polizeibeamten auf dem Dachboden nur einen der Verbrecher tot vor. Er hatte mehrere Verletzungen erlitten und hielt noch im Tote Mauser und Browningpistole in den Händen. Der erste transatlantische Dampfer. Wenn man den gegenwärtigen, riesenhaft zu nennenden Weltverkehr zur See betrachtet, so wird es einem schwer, zu glauben, daß der erste von Amerifa nach Europa fahrende Per­fonendampfer die Reise ohne- Passagiere machen muß­te. Und doch verhielt es sich so. Vor tett fast hundert Jahren ließ der amerikanische Schiffsreeder Scarbo rough eines Tages an den Stadtmauern von Neuyork folgende Ankündigung anschlagen: Der Stamer Sa vanah unter dem Befehl des Kapitäns Roger wird pünktlich nach Liverpool abfahren am 20. Mat 1819. Die Passagiere, falls sich solche einstellen sollten, können ficher fein, allen erdenklichen Komfort zu finden. Aus­funft an Bord. Es stehen zur Verfügung: zwei prächtige Kabinen, eine für Damen, eine für Herren, sowie 32 elegante Einzelbetten."

Der Fünfundzwanzigpfennigdoktor.

7000 Einwoh­

ner des Londoner Stadtteils Homerton feierten dieser Tage einen ihrer Mitbürger auf recht merkwürdige Weife. Die Einwohner Homertons sind die Aermsten der Armen, der Gefeierte aber war Dr. Jelly, ein ange= fehener Arzt, der in dem ganzen Stadtteil als Fünfund­Dr. Jelly feterte awanzigpfennigdoktor befannt ist. nämlich gerade seine Hochzeit, und seine Batienten Ite= Ben es sich nicht nehmen, thm bet dieser Gelegenheit thre Dankbarkett zit beweisen. Dr. Felly behandelt seine Kranten zu einem lächerlich geringen Preise: sett 17 Jahren sind 25 Pfennige, felten 30 oder 50 Pfennige bas ärztliche Honorar, das er für die Behandlung nimmt. Dr. Felly, ein echter Menschenfreund, weiß nämlich recht gut, daß für feine Kranken dret Bence ebensoviel bedeu­ten, wie eine Guinee für die Reichen in den vornehmen Stadtteilen Londons.

Aus dem Budget der Stadt Neuyork. Wie im vort­gen Jahre, so ist auch jetzt in Neunorf eine Art Aus­stellung veranstaltet worden, die ein anschauliches Bild von dem Haushalt dieser Millionenstadt Itefert. Würfel verschiedener Größe deuten das Aufsteigen des ahres­budgets an. Der größte Würfel mit der Ja eszahl 1911 will befagen, daß Neuyorf in diesem Jahre mit rund 700 Millionen Mark die bisher höchste Ziffer des Gesamtbudgets erreicht hat. Riesige Plakate verkünden Ferner, wie die Frtf. Atg. berichtet, daß die Stadtver­waltung dieses Jahr 88 Min. Doll.( 1 Dollar 4,20 M.) Behälter und Löhne an 107 000 städtische Angestellte aus­Bahlt, daß fie der Telephondienst 267 488 Doll., die Auto= mobile 108 215 Doll. und die amtlichen Anzeigen in der Brefie 127 000 Doll. gegen 384 000 Doll. vor zwei Jah­Cen fosten; daß die Bevölkerung der Stadt in den letz= ten zehn Jahren um 1800 000 Seelen angewachsen ist and nur dret Staaten der Union mehr Einwohner ha= ben als die Stadt Nenyork: Neuvort, Bennsylvania und Illinois; daß in der Stadt alle vier Minuten ein Baby geboren wird, alle fieben Minuten jemand stirbt und alle elf Minuten eine Ehe geschlossen wird. Ein Stickchen welter, beim Gerichtetat, findet sich eine Zufammen­tellung von unerwünschten Mitbitrgern" nach Natio­malitäten geordnet; in der ersten Abteilung des Stadt­gerichts waren aus einer Gesamtheit von 119 000 Ver= hafteten, gegen die gerichtlich verfahren wurde, 33 004 fer Geborene, 8000 Russen, 7500 taliener, 9000 Eng= ander, Fren und Schotten, 4000 Deutsche.

Fremdes Kapital in der Türkei. Die Kapitalien der retchsten Länder werden einst nach der Türket flie­Ben, wo noch so viel zu schaffen ist: Fabriken und Manit falluren werden die rohen Erzeugnisse im Lande selbst verwerten, dem Ackerbau aufhelfen und die Städte aufs neue emporblüthen lassen." Diese Worte, die Moltke vor langen Jahren prophetisch ausgesprochen hat, haben sich ingst erfüllt. Gegen vier Milliarden sind allein von Frankreich, Deutschland und England in der Türket an­gelegt eine Tatsache, die, abgesehen von moraltschen Motiven schon an sich die Sympathie der Großmächte fitr das angegriffene und bedrohte Volk rechtfertigen witr= de Frankreich hat schon früher sein Geld nach der Tür­fel geschickt; heute macht es nicht weniger als zwei Milli­arden aus. Etwas über die Hälfte beträgt jetzt das deutsche Kapital. Noch im Jahre 1896 mar der Wert der deutschen Einfuhr nach der Levante 16 Millionen Mark,

" D, augenblicklich ist noch nichts Bedeutendes hier. offentlich kommts noch."

Weide spitzte die Ohren, als ihm der sattrisch ver­anlagte Assessor einige Aufklärungen gab und einzelne Personen mit bissigen Bemerkungen charakterisierte.

Sehen Ste dort das Botticelli- Weibchen? Das tst ine unserer bekanntesten Lyrikerinnen. Schreibt trotz brer Bartheit nur für startnervige Männer." " Doch nicht die Amorosa?"

" Ganz recht, sie selbst in höchstetgener Person. Dich­et übrigens meistens in Trance.

" Das heißt, wenn ihr Geist in der vierten Dimen­on schwebt?"

" Ja. Dort jener Jüngling mit dem langwallen­den, blonden Haar und dem vier Stock hohen Steh­agen malt Bilder, die nach seiner Künstlerischen Ueber­eugung nur einen bunten Fleck an der Wand bilden ollen. Die ganze Maleret muß nach setner Ansicht de= lorativ wirken. Deshalb kann man auch seine Gemälde ufhängen, wie man will, mit dem Oberteil nach unten ber nach oben, fte sehen immer gleich rätselhaft und Sauderhaft aus."

Wer ist der kleine dicke Herr, der mit ihm spricht nd eben einen Wiz erzählt zu haben scheint?"

Sie meinen den Börsenschmorpel mit der blliten­elßen Weste und dem retch gestickten Vorhemd? Das tetn großer Kunstmäcen, der sich um alles in der Belt als Kunstkenner nicht blamieren möchte und des= alb immer für das allerneueste schwärmt."

Und der blasse Herr dort mit den unheimlich flat­emben Augen und der flatternden Künstlerkrawatte, er wie ein Schauspieler aussteht?"

" Das ist heute unsere Hauptperson, der Star der Ge­chaft, unser Medtum! Den müssen Sie besonders n Auge behalten."

Frau Mohrmann- Mallmitz trat zu ihrem Neffen

vier Jahre später hatte er 34 Millionen erreicht und 1904 war er auf 75 Millionen gestiegen. Seither hat er sich um weitere 25-30 Millionen vermehrt. Nicht so schnell hat sich der Handel Englands gesteigert, der viel frither als der deutsche einsetzte, aber von diesem um eine Vier­telmilliarde heute überholt ist.

Was ist der Reichskanzler?

Man schreibt der N. G. E." von befreundeter Seite: O, es gibt sehr viele Leute, die das nicht wissen. Da hat ein Assistenzarzt mit den Rekruten eines Ka­vallerieregiments Prüfungen angestellt, um thr Wissen zu erforschen. Neben vielen anderen stellte er an die einzelnen Leute es waren 174 Mann auch die obige Frage. Und siehe: nur 42 fonnten die richtige Antwort geben. 105 schwiegen, und 27 Iteferten falsche Antworten. Das Interesse für politische Fragen läßt also im Volte noch viel zu wünschen übrig. Sehr man­nigfach waren die Antworten auf die Frage: Was ist der Reichskanzler?" Da tamen oft recht seltsame An­So wurde u. a. geantwortet: der schauungen zutage. ein Mann im Reichstage Höchste im Reichstage Oberst vom Reiche er hebt und senkt die Steuern der hat alles zu bezahlen, wenn im Staate was gemacht wird der ist über die Abgeordneten hat die Kriegs­sachen unter sich der Reichsprediger- der beim Kat­fer alles schreiben tut der, was dem Kaiser alles zu­tellt er bedient Seine Majestät der die Steuern einnimmt ein Abgeordneter der das Haupt im Ge­richt führt der über das Reich die Pläne ausführt der Oberst von den Reichstagswählern- hat die Stadt Berlin unter sich der in Reichstag die Ansprache machen muß der alles auf dem Lande aufschreibt verwaltet die Bücher des Kaisers der liest alles vor und macht bekannt, was im Reichstag beschlossen tst ist beim Kaiser der oberste Pfarrer ein Bischof Oberster in einer Provinz steht dem Kaiser zur Seite In einem Kriege Untertan des Kaisers regiert die ganze Welt. Dieses Sammelsurium von grotesken Vorstellungen beweist, wie notwendig eine weitere Auf­flärung in den Schulen über die Verfassungsverhältnisse des Reiches noch ist.

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und ehrenvollste Weise die Folgen von unwiderruflich vollzogenen Tatsachen zu regeln. Sicherlich witrde es uns nicht möglich sein, diese versöhnlichen Absichten aufrecht zu erhalten, wenn die Türket hartnäckig den Krieg unnüberweise in die Länge stehen würde. Wir haben jedoch das Vertrauen, daß die einträgliche Arbeit der Großmächte die Türket dazu führen wird, ohne Verzug fene vernünftigen und entscheidenden Beschlüsse zu faffen, welchen ihren wahren Interessen und denen der ganzen zivilisierten Welt entsprechen. Auf feden Fall wird Italien an diesen Ergebnissen mitarbeiten, Italien, das ebenso geneigt ist zu billigen Friedensbe­dingungen als entschlossen zu den wirksamsten Mit­teln, um diesen Frieden so bald als möglich aufzut­nötigen.

Die italienischen Niederlagen.

Londoner Geschäftsleute erhielten über die italie­nische Niederlage am 1. d. M. bei Tripolis folgende Nachricht: 8000 Türfen und 16 000 Araber griffen zwei Forts von Tripolis an und eroberten sie. Die italieni schen Verluste sollen 5 bis 6000 Mann betragen. Die Türken erbeuteten eine Anzahl Geschüße und tausend Gewehre. Die fremden Konsuln rieten dem General Caneva angeblich, die Stadt den Türken zu übergeben, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Die Türken sollen am 3. November Tripolis angegriffen und die italienischen Stellungen außerhalb der Befestigungs­werke der Stadt genommen haben. Nach einer Meldung vom 5. November hat eine türkische Batterte einige Ge= schosse auf die auf der Reede liegenden italienischen Schiffe und in die Stadt geschleudert, während die Ara­ber aus dem Hinterhalt auf die Italiener fenerten, die unter dem Schutz des Feuers der Kriegsschiffe einen fräftigen Gegenstoß führten.

Das Neueste aus China.

Tripolis unter italienischer Oberhoheit. insbesondere aber studentischen und Handelskretsen an­

Nachdem die Lage für der Italiener in Tripolis sehr unsicher zu werden beginnt, haben sie einen Schritt getan, von dem sie hoffen, daß er den Kämpfen ein schnelles Ende bereiten werde. Durch ein Defret des Königs von Italien ist Tripolis und Cyrenaika unter die volle Oberhoheit des Königreichs Italien gestellt. Italten ist bereit, auf dieser Grundlage in Friedens­verhandlungen mit der Türket einzutreten, indem es hofft, daß lettere sich dem Unabwendbaren fügen wird. Eine Meldung aus Rom berichtet uns über diesen italienischen Schritt:

Der Minister des Auswärtigen hat eine Depesche an die ttaltentschen Botschafter im Auslande gerichtet, worin es heißt: Die Besißnahme der wichtigsten Städte von Tripolis und Cyrenaika, die andauernden Erfolge unserer Waffen, die überwältigenden Streitkräfte, die wir dort versammelt haben und die anderen, die wir uns noch anschicken, hinzusenden, haben jeden weiteren Widerstand der Türkei unwirtsam gemacht. Um ande­rerseits unnitzem Blutvergießen ein Ende zu machen, ist es dringend notwendig, tebe gefährliche Unsicherheit in der Stimmung der dorftgen Bevölkerung zu zer­strenen. Daher sind durch ein königliches Defret Tri­polis und Cyrenaika endgültig nnd unwiderruflich uns ter die volle und ganze Oberhoheit des Königreichs tallen gestellt worden. Jede andere, weniger radikale Lösung, die dem Sultan auch nur den Schatten einer nominellen Oberhoheit über die genannten Provinzen gelassen hätte, hätte eine dauernde Ursache für künftige Busammenstöße zwischen Jtalten und der Türkei ge­bildet, welche später verhängnisvollerweise selbst gegen den Willen der Regierenden in einem für den euro­pätschen Frieden noch gefährlicheren Augenblick hätte ausbrechen können. Die von uns gewählte Lösung ist die einzige, welche endgültig die Interessen Italiens und Europas und selbst der Türket schitzt. Ein anf dieser Grundlage unterzeichneter Frieden wird jede tiefe Ursache einer Meinungsverschiedenheit zwischen Italten und der Türket beseitigen, und wir werden leichter in der Lage sein, unfere ganze Politik von dem großen Intereffe geleitet sein zu lassen, das wir an der Aufrechterhaltung des Statusquo auf der Balkan­Halbinsel haben, für deren Konsoldterung das Otto­manische Reich eine wesentliche Bedingung ist. Wir wünschen daher lebhaft, wofern das Verhalten der Tür­fet uns dies nicht unmöglich macht, daß die Friedens­bedingungen so weit als möglich mit ihren legitimen Interessen und ihrem Prestige in Einklang stehen. Tripolis und Cyrenaika haben aufgehört, einen Teil des Ottomanischen Reiches zu bilden, aber wir sind heute geneigt, mit weitherziger Versöhnlichkeit die Mit­fel zu prüfen, um auf die für die Türket zweckmäßigste

und flüsterte ihm etwas zu. Er bekam einen Ruck, als wenn er elektristert würde.

,, Ste müssen mich für einen Augenblick entschuldt­gen, Herr Weide!" bat er und eilte hinaus.

Der Kommissar merkte bald, warum er es so etlig hatte. Fritz von Marleben und Felicia Molesworth traten ein und Mallmit scharwenzelte um die letztere mit auffallendem Eifer herum.

Von dem eigentlichen Zweck, zu dem man gekommen war, war eigentlich noch nichts zu merken. Alle be­wegten sich zwanglos durcheinander und bewunderten die an den Wänden und in den Ecken verteilten Werke Jüngerer Künstler. Winzig fletne Zettel besagten, daß diese Sachen verkäuflich waren. Mallmiz machte für die beiden Herren und für Felicia den bereitwilligen Erklärer.

" Hier, meine Herrschaften," sagte er mit höhnischer Miene, sehen Sie dret Werke des mächtigen Bildhauers Pumper: Der Urmensch"," Der Kulturmensch" und " Der Uebermensch". Ich muß es Ihrem eigenen Scharf­sinn überlassen, herauszufinden, welches von diesen Werken den betreffenden Typus darstellt. Vielleicht kann man sie, ohne sich zu trren, einfach unter einander vertauschen."

,, Was ist denn das für eine weiße Gipstafel mit allerhand hervorspringenden Schnörkeln?" fragte Frizz.

" Ich bitte Ste," lachte Mallmis. Das ist ja etn Kunstwerk einer unserer größten Zukunftgentes und stellt das Chaos vor der Schöpfung dar."

Ach!" machte Felicia verblüfft. Wo soll denn das Wert hinkommen?"

Der Künstler hat es sich für die Ausschmückung einer Kirche erdacht. Leider hat sich noch kein Liebhaber dafür gefunden."

,, Das kann ich nachfühlen," bemerkte Feltcta. Ich möchts nicht geschenkt haben. Auch nicht jenes Gemälde dort."

Der Thron hat die Nationalversammlung aufge­fordert, ein Wahlgefeß für das Parlament zu vers fassen und die Wahlen vorzunehmen. Der Thron wil­ligte auch ein, die von den Revolutionären gebildete politische Partei anzuerkennen. Die Ordnung in Schanghai wurde bisher nicht gestört. Im Arsenal wer­den Waffen und Munition unter die Rekruten der Auf­ständischen verteilt, die allen Schichten der Bevölkerung, gehören. Es sind wahre Senaben unter ihnen. Die meisten wissen mit Feuerwaffen überhaupt nicht umzu­gehen. Die Straßen, in denen sich die Menge in fröh­licher Stimmung bewegt, bieten mehr das Bild eines öffentlichen Feiertages als das einer Revolution. Die Fremden werden höflich gegrüßt. Zwet gegenüber dem Arsenal Itegende Kanonenboote haben die Drachen­flagge niedergeholt. Ein Fort bei Wusung ist zu den Rebellen übergegangen. Die Besatzung anderer Forts ist noch unschlüssig.

Schanghai, 6. November. Dret Kanonenboote von der Flotte der Kaiserlichen liefen gestern in den hiesigen Hafen ein und gingen, nachdem sie Lebensmittel und Kohlen an Bord genommen hatten, zu den Re­bellen über. Als die Fahrzeuge die Flagge der Re­bellen hißten, sah man, wie die Mannschaften Freuden­tänze aufführten und sich die Hände schüttelten.

Peking, 6. November. Juanschifat weigert sich noch immer, das Amt des Premierministers zu über= nehmen. Die Regierung verhandelt mit einer inter­nationalen Gruppe wegen einer Anleihe. Die Frage der Sicherheit bereitet Schwierigkeiten.

Drabtnachrichten und neuestes. Sozialdemokratische Erfolge bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen.

Berlin, 6. November. Bei den gestrigen Stadt­verordnetenwahlen in der dritten Abteilung gewannen die Sozialdemokraten fünf Mandate. In Charlotten­burg errangen sie vier neue Size.

Ein verunglückter Erfinder.

Berlin, 6. November. Der Sohn des Bäckers Paul in Treptow hatte eine Dampfmaschine mit neuen von ihm gemachten Erfindungen konstruiert und wollte sie gestern abend zum ersten Male in Bewegung sehen. Dabei explodierte der Kessel, wodurch die Mutter des jungen Erfinders sofort getötet und er selbst schwer ver­letzt wurde.

Traurige Folgen einer Balgeret.

Gera, 6. November. Im Hotel zum Bären balgten sich in der Nacht zwei Kellnerjungen auf der Treppe. Einer von ihnen, ein 15jähriger Bursche, stürzte dabei die Treppe hinunter und war sofort tot.

Folgenschweres Straßenbahnunglück.

Stuttgart, 6. November. Ein gestern abend von Degerloch kommender Wagen der elektrischen Straßen­bahn geriet an einer Kurve infolge Laubfalles ins Schleifen. Der Wagen entgleiste und stürzte um. Von den 30 Insassen, die sich im Wagen befanden, wurden mehrere schwer verletzt. Dret sind bereits gestorben.

,, Das ist eine Sinfonie in Blaugrün," fuhr der Assessor in seinen Erklärungen fort. Der Maler rechnet sicher darauf, daß es der Clou der nächsten Kunstaus­stellung werden wird. Es ist deshalb auch noch nicht verkäuflich."

Felicia schüttelte den Kopf und lachte ungezwungen. " Was doch für wunderliches Beug in die Welt gesetzt wird. Und das ist noch nicht das Schlimmste. Aber tragikomisch wirkt es, daß fast alle diese Leutchen denken, wirklich etwas Urgewaltiges geschaffen zu haben, und meinen, sie könnten mit diesen unreifen Sachen die Welt aus den Angeln heben und unvergänglichen Lor­beer ernten. Was für ein verderblicher Irrtum! Wenn sie doch erst etwas Ordentliches lernen wollten! Man steht fa, daß sie alle Talent haben, daß fie etwas tönnen. Aber das genügt nicht allein. Es fehlt ihnen allen der rechte Ernst des Handwerkers."

Nun, es sind doch Künstler!" hielt ihr Mallmit vor. Sehr richtig! Aber auch der echte Künstler muß etwas von einem Handwerker in sich haben. War es nicht so bet den alten Malern? Sie waren von Jugend auf Handlanger und Farbenreiber bei den Malern und lernten wie ein richtiger Lehrling. Wie ist es heut­zutage? Wer aus der Tube heraus die fertigen Far­ben auf die Leinwand quetschen und dann damit hin­und herpinseln kann, hält sich bereits für einen voll­tommenen Künstler."

Gnädiges Fräulein sind selbst Künstlerin?" fragte Mallmitz überrascht.

" Nein. Warum?"

" Weil gnädiges Fräulein so sachkundig darüber zu sprechen verstehen."

" Sachkundig? Ich glaube, es war nur der ge sunde Menschenverstand, der aus mir sprach."

( Fortsetzung folgt.)

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