Ein Zwischenfall in Agadir.
Wie die Franff. 8tg." aus Agadir meldet, hat der Kato Gelullt dem deutschen Konful mit der gleichzetttgen Bitte um Schuß einen Originalbericht des Khalifa von Agadir gesandt, wonach dte dortigen Franzosen auf bte Tatarennachricht von der Absicht Deutschlands, Südmaroffo zu verlassen, sich durch einen Butsch des Forts bemächtigt, die franzöfifche Flagge gehißt und sie burch Kanonenschiffe salutiert hätten. Ste hätten ferner die Deutschen aufgefordert, das Land zu verlaffen, weil ein französischer Kreuzer mit Mannschaften unterwegs fet, dte dte Gebtete beseßen sollten. Der Zwischenfall ist um so ernster, weil der Khalifa sich beim Kommandanten des deutschen Kriegsschiffes beschwerte, worauf dieser ihm erwiderte, er solle nach seinem eigenen Ermessen handeln. Darauf forderte der Khalifa die Franzosen auf, die Flagge zu entfernen. Die Franzosen verhin derten indessen auch ein gewaltsames Entfernen ber Flagge.
Tiefes Schweigen über die Marokkodinge. Ueber den Stand der Marokkodinge war am Don nerstag an den Berliner amtlichen Stellen nichts zu er fahren. Herr v. Kiderlen hat für den Moment fede wettere Auskunftserteilung verboten. Auch das französische Ministerium des Auswärtigen Amtes beobachtet nach einer halbamtlichen Pariser Meldung größte 8urückhaltung über das Ergebnis der letzten Unterredung zwischen dem Botschafter Gambon und dem Staatssekretär von Kiderlen- Wächter und den Stand der Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland. Ebenso ist keine Mitteilung erfolgt über den Ausgang des Ministerrats, der sich Donnerstag vormittag mit den auswärtigen Angelegenheiten beschäftigt hat. Die Verschiebung des nächsten ursprünglich auf Frettag angesetzten Ministerrats auf Sonnabend erweckt die Vermutung, daß eine neue Unterredung zwischen dem Botschafter Cambon und dem Staatssekretär v. Ktderlen- Wächter für notwendig gehalten wird, um eine Uebereinstimmung über die letzten strittigen Punkte herbeizuführen. Man wird also erst am Sonnabend wissen, ob alle die kleinen Schwiertakeiten des ersten Tetles der Verhandlungen endgültig ausgeglichen worden sind.
König Manuel und seine Getreuen.
die fich widerfesten, wurden erfchoffen. Die Monarchtsten erwarten, daß fie bald die Herren in ganz NordPortugal sind. Es verlautet, daß die Monarchisten zwei Kriegsschiffe ankauften, die bet der Einnahme von Oporto und Lissabon verwendet werden sollen.
Rundschau oom Cage.
Politisches.
Verschmelzung der deutschsozialen Partet und der deutschen Reformpartet? Nach Informationen der " Dresdner Nachrichten" find, nachdem die beiden Führer der Deutschsozialen und der deutschen Reformpartet, die Abgg. Liebermann von Sonnenberg und Oswald Bimmermann, verstorben sind, settens der Vertrauensmänner der beiden Parteten Bestrebungen im Gange, ote auf eine Verschmelzung der beiden Parteien hinztelen.
Als König Manuel seinerzeit mitten in der Nacht von seiner Umgebung überzeugt worden war, daß es flüger set, das Land zu verlassen, als sich an die Spize der ihm treu gebliebenen Truppen zu stellen und die Rebellen niederzuwerfen, zündete er sich eine Bigarette an, stieg in ein Automobil undsauste davon. Die Granaten platten auf dem Köntasplaß, und bet dieser Abschicdsmusik verabschiedete sich der junge Monarch mit freundlichem Lächeln von seinen wenigen Getreuen und beaab sich in die Verbannung. Er sagte sich, und man sagte ihm, daß seine Zeit noch wieder kommen werde. Jetzt scheint das der Fall zu sein. König Manuel hat fich nach London begeben, wo eine Deputation der Monarchisten aus Portugal eintraf, die ihn zur Rückkehr nach Portugal zu bewegen beabsichtigt. Eine monarchistische Armee ist in die beiden nördlichen portugiesischen Provinzen Minho und Traz os Montes fiegreich eingedrungen. In den bedeutendsten Städten Nordportugals wurde der vertriebene Manual wieder zum Könige proklamiert, und die Garnisonen gingen zu den Monarchisten über. Ein bluttger Bürgerkrieg ist bereits ausgebrochen, denn die Republikaner setzen sich der Wiedererhebung des Könias mit Aufbtetung aller Kräfte entgegen. Weil die Zensur sehr strenge geübt wird, so dürfte man zuverlässige Nachrichten über den Stand der Dinge nicht sogleich erhalten. st König Manual nun in der Verbannung zu einem Manne herangereift, der nicht mehr im Augenblicke der Gefahr rauchend davon fährt, sondern sich an die Spive der abermals revoltterenden Truppen stellt, die diesmal gegen die Republik zu Felde ziehen? Die Portuatesen sind ein unruhiges Volt, das der Republik ebensobald überdrüssig zu sein scheint, wie es dem jungen Könige abhold geworden war. Zur Lenkung des portuglefifchen Staates bedarf es eines flugen und energischen Mannes, der vor allen Dingen die Tugend der Sparfamtett übt. Wird der lebensfrohe Manuel fich Entbehrungen auferlegen und tapfer sein können? Wenn Manuelo jetzt den Ladungen der Ronalisten solat und nach Portugal fährt. so wird er den rauchenden Feuerschlünden der Geschütze ins Auge sehen müsfen. Vermag er dies, so fann unter Umständen sein Spiel um einen hohen Einsatz gewonnen sein. Werden aber seine Truppen geschlagen, und gerät er aar in Gefangenschaft, so wird die Abreise nicht wieder so angenehm erfolgen, wie zum ersten Male.
Die Erfolge der Monarchisten.
Vigo, 6. Oktober. Nachrichten aus Portugal besagen, daß die Monarchisten Braganza und Chaves eingenommen haben. Einige republikanische Offiziere,
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Aus Eifersucht.
In der ersten Sigung des Reichstags am 17. d. M. werden, wie berichtet, Bettttonen zur Beratung ftehen. Die erste Tat des Reichstags wird die Herbetführung eines Beschlusses sein, ob die Altschrift( Antiqua) der deutschen Schrift vorgezogen werden soll. Von den übrigen Petitionen seten folgende erwähnt: Ausdehnung der Fleischbeschau auf Hausschlachtungen, Stcherung des freten Wettebewerbes bet der Errichtung elektrischer Ueberlandzentralen, gefeßliche Regelung des Waffentragens, Schutz von Arbeitswilligen, Schaffung cines Hüttenarbeiterschußgefeßes.
Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Ein kräftiges Bochen an der Tür riß ihn aus seinen weiteren Träumen, und auf sein hastiges„ Herein!" trat Justizrat Heinroth ein.
Wünsche der preußischen Lehrer. Der pommersche Lehrertag forderte auf seiner Tagung in Kolberg die Reform des Disziplinargefeßes, Einsichtnahme in die Personalakten, Aufhebung der Verpflichtung, im Amtsfitz Wohnort nehmen zu müssen, Verleihung des passtven Kommunalwahlrechts, Zulassung zum Ehrenamt eines Geschworenen und Schöffen und Aufhebung der Sonderbestimmungen über die Militärverhältnisse der Volksschullehrer.
Verzeihen Ste, Herr von Marleben," entschuldigte er sich, wenn ich störe! Unten sagte man mtr, daß Ste hter oben seien, und ich komme, um Ihnen mein tief stes Beileid auszusprechen. Gleichzeitg will ich die Gelegenheit benußen, Ihnen meinen juristischen Rat zur Verfügung zu stellen, falls Ste dessen bedürfen sollten."
Die Großberliner Gemeinden gegen die Tenerung. In Berlin verhandelten am Mittwoch im Rathause unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Kirschner Vertreter von Berlin und den größeren Vororten über Maßnahmen gegen die herrschende Lebensmittelteue= rung. Als Ergebnis der Beratung wurde festgestellt, daß darin ein Einverständnis bestehe, daß ein gemeinsamer Einkauf von Seefischen für Berlin und Vorortstadtkreise anzustreben set. Den einzelnen Städten bleibt es überlassen, sich deshalb mit Berlin in Verbindung zu setzen.
,, Bitte, nehmen Ste Plaz, Herr Justizrat! Es tst mir sehr lieb, einen alten Freund meines Vaters spre= chen zu können. Nun sagen Sie nur, wie war das mögItch?"
Der Justizrat zuckte verlegen die Achseln.
,, Ste haben in den Jahren meines Fernseins metnen Vater und auch seine Frau öfter gesehen; hatten sie beide, hatte die Frau insbesondere irgend einen Feind?"
Die englischen Eisenbahner bleiben unzufrieden. Der Kongreß der englischen Eisenbahnarbeiter hat eine Tagesordnung angenommen, die die Haltung der Regterung verurteilt. weil sie seinerzett den Dienst der trländischen Eisenbahnen durch Hinzuziehung von Soldaten aufrecht erhalten hat. Infolgedessen wird im nächsten Kongreß die Frage eines Generalstreiks für ganz England neuerdings erörtert werden.
Eine neue gefährliche Revolution ist in Meriko ansgebrochen. Die Anhänger des bet der Präsidentenwahl unterlegenen Gegenkandidaten General Reyes, haben in dem am Golf von Meriko gelegenen Staate Veracruz das Banner der Revolution entfaltet. 500 gut bewaffnete Anhänger des Generals Reyes haben die Garnison der Stadt San Juan Tehuantepec nach schwerem Kampf überwältigt und sich der Stadt bemäch= ttat. Durch die Einwohner der Stadt verstärkt, marschierten sie gegen die Stadt Huatusco, wo sie mit Reaterungstruppen zusammenstteßen. Es tam zu einer blutigen Schlacht, über deren Ausgang noch nichts be= fannt war.
„ Sicherlich keinen einzigen. Ihr Benehmen war ja auch stets forrekt. Nur in den letzten Monaten schten mir ihr Wesen etwas verändert, und sie war häufig recht zerstreut. Aber das konnte in ihrer Lage nicht sehr merkwürdig erscheinen. Ich möchte Ste jedoch fragen, ob Sie selbst irgend einen Feind befizen, vielleicht unterwegs eine Bekanntschaft gemacht haben, die auf eine Spur letten könnte. Die Wege zu einer solchen Tat sind oft wunderbar verschlungen."
Frizz überlegte eine Weile„ Nein, so viel tch auch nachsinne, tch finde nichts in meinem Leben, das hiermit in Verbindung gebracht werden könnte. Wte Ihnen fa bekannt sein dürfte, ging ich vor vier Jahren
Minionenanleihe für chinesische Rüstungen. Das chinesische Marineministerium tritt für eine Anleihe in Höhe von sechzehn Millionen Mark ein, welche für die Anlage von Arsenalen und einer Kriegswerft bestimmt ist. Die Anleihe soll in England aufgebracht werden. Durch eine fatferliches Editt ist der Marineminister autorisiert worden, einen Vertrag über die Anlethe ab= zuschließen.
Kleine Nachrichten.
Die 24. Hauptversammlung des evangelischen Bun des zur Wahrung deutsch- protestantischer Interessen begann Donnerstag abend in Dortmund mit einem Kirchenkonzert.
Berbesserungen im Gange, die die Retchwette der Sta tion vergrößern werden. Der große Funkenturm, der jetzt 100 Meter hoch ist, soll um 96 Meter erhöht werden.
Dent liberalen Pfarrer Dr. Frande aus tegnik, der in Lichtenbera bet Berlin zum ersten Getftlichen gewählt worden ist, ist die Bestätigung vom Berliner Konsistorium verwetaert worden. Er wird gegen diesen Entscheid beim Oberkirchenrat Berufung einlegen.
Erfolge der Selbsthilfe. Die Stadtverwaltung in M.- Gladbach begann gestern mit dem billigen Verkauf von Nahrungsmitteln. Die Folae war, daß auf den Gemüsemärkten die Preise für Weißkohl, Rotkohl und Blumenkohl, die noch vorgestern 50 bis 60 Pfennig betrugen, auf 35 bis 40 Pfennig herabgingen.
Ein tragischer Todesfall hat die Familie des Pros feffors Dr. Heyer in Deffau betroffen. Die 19jährige Tochter Irmgard hatte sich der Krankenpflege gewidmet und vor einiger Zeit die Prüfung als staatliche Kran tenpflegerin mit Auszeichnung bestanden. Bet Aus übung ihres Samariterwerkes wurde ste von einer Krankheit infiziert, die ihren Tod herbeiführte.
An der Telefunkenstation Nanen sind bedeutende
Vom Zuge erfaßt und getötet. Der 51fährtge praks tische Arzt Dr. Richard Jansen wurde auf dem Bahnhof in Preet( Holstein) beim Ueberschreiten des Gleises von einem herannahenden Zug erfaßt und auf der Stelle getötef.
Ein schweres Bannnglück hat sich in Döhren bet Hannover ereignet. Bet Kanalbauten stürzte eine Hauswand ein und begrub vier Arbeiter unter sich. Dret davon fanden den Tod, der vierte wurde schwer verlegt ins Krankenhaus gebracht.
Sechs Kinder verbrannt. Bei einem Mühlenbrande in Hinter- Porttsch bet Eger kamen der Besizer und sechs Kinder in den Flammen um.
Aus Eifersucht erwürgte im Danziger Vorort Schellmühl ein Arbetter während des Abendessens seine Frau. Als der Mörder betrunken sich bei seinem Schwager einstellte, veranlaßte dieser seine Verhaftung.
Für eine Million Aktien unterschlagen. Durch et nen ihrer höchsten Beamten namens Repreur wurde die Suez- Gesellschaft um ungefähr eine Million Francs geschädigt. Der unredliche Angestellte hat sich Attten, Ste thm anvertraut waren, angeetgnet und veräußert. Lepreur ist flüchtig. Er soll das Geld an der Börse verspielt haben.
nach Amerika. Meine Geschäfte führten mich zuerst nach Neuyork, dann nach St. Louis und schließlich nach Chicago, wo ich in einer Famille metne jetzige Verlobte, Fräulein Felicia Molesworth, kennen lernte. Ste ist eine Waise, und steht ganz unabhängig in der Welt da. Ich schrieb meinem Vater davon, und als ich von seiner schweren Erkrankung hörte, beschloß ich, herüberzuellen. Meine Braut weilte bereits seit einigen Monaten zur Regelung von Erbschaftsangelegenhetten in London, sie kam nun vor vter Tagen hierher, und wir freuten uns schon darauf, mit dem Segen meines Vaters unsere Verbindung vollziehen zu können, als das Furchtbare kam. Nicht einmal vorstellen habe ich sie können, sein Zustand erlaubte es nicht."
„ Und Ihre Frau Mutter hat die Dame auch nicht fennen gelernt?"
Aus den Gerichtssälen.
Zwischenfall in dem Prozeß des Grafen Wolff- Mets ternich. In der Donnerstagverhandlung im Prozeß gegen den Grafen Wolff- Metternich erklärte die Gattin des Angeklagten in größter Erregung, ste habe dte Empfindung, daß eine hohe juristische Person in Wien Recht habe, die gesagt habe, thr Mann stehe nicht vor Richtern, sondern vor Scharfrichtern. Die Gräfin war bet diesen Worten, die sie mit schluchzender, vor Erregung zitternder Stimme hervorgestoßen hatte, von ih rem Stuhl aufgesprungen und schlug mit der Hand auf den Tisch. Der Staatsanwalt beantragte wegen ungebühr eine sofort vollstreckbare Haftstrafe von dret Ta gen. Der Gerichtshof verurteilte die Zeugin zu 100 M Geldstrafe.
,, Nein. Fräulein Molesworth ist heute zum ersten Male in unserer Villa gewefen."
"
Was gedenken Sie nun zu tun?"
" Jedenfalls muß die Hochzeit feßt aufgeschoben werden, so lange dieser dunkle Schatten vor uns steht. Ich werde länger hter bleiben müssen, als ich ursprünglich beabsichtigte."
Sie wollen hter wohnen?"
Zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Dresden hat den Maler Göhlert aus Röhrsdorf wegen Mor des, begangen an einer Rentenempfängerin, zum Tode verurteilt.
" Ja. Das Dienstmädchen wird hier bletben und der Gärtner Marr seinen Dienst wieder aufnehmen." „ Mary?"
" Ja. Ist das so merkwitrdig?"
Um 10 Pfennig drei Monate ins Gefängnis. We gen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs hatte sich vor dem Chemntzer Schwurgericht der frühere Bäckermeister, jetzige Reisende Ulbricht aus Meerane zu ver antworten. Er wollte sich der Anklage zufolge eine frel Bahnfahrt dadurch verschaffen, daß er auf einem verfallenen Billett das Datum austraßte. Beim Ausstet gen wurde er angehalten. Da die Geschworenen zwar die auf schwere Urkundenfälschung lautende Schuldfrage verneinten, jedoch die auf Betrug lautende unter Bubilligung mildernder Umstände befahten, so verur teilte ihn das Gericht zu drei Monaten Gefängnis.
„ Er stand sich nicht gut mit Frau von Marleben. Jedenfalls sollte man ihn im Auge behalten."
,, Nein, er macht auch einen ruhigen und foltden Eindruck. Aber wer kann wissen was hinter einer folchen Maske verborgen tst?"
Verurteilang wegen Stenerhinterziehung. Vor der Straffammer in Stuttgart wurde der Professor Dr. Fünfstück von der Technischen Hochschule wegen Steuer hinterziehung zu einer Gesamtgeldstrafe voit 20 000 M verurteilt. Die Anzeige gegen ihn war von einem an deren Professor der Technischen Hochschule Dr. Lurger erstattet worden, der inzwischen gestorben ist. Zwischen betden Professoren bestand sett längerer Zeit ein ge spanntes Verhältnis. Bei den Steuerhinterziehungen handelt es sich zum Teil um Nebeneinnahmen, die Pro feffor Fünfftück durch Herausgabe von Fachwerken er ztelte und die er bet der Einschäßung verschwiegen hatte. Die Straffammer führte in der Begründung des Urtells an, daß mit Rücksicht auf den Stand und die Bil dungsstufe des Angeklagten über das Mindestmaß hinausgegangen werden müsse.
" Desto besser wird es sein, wenn ich ihn um mich habe. Ich kann ihn dann beobachten."
Vermischtes.
Die Verlegung des kronprinzlichen Hoflagers von Potsdam nach Langfuhr bei Danzia wird heute erfol gen. Am Dienstag ging bereits ein Ertrazug von Botsdam ab, in dem die Mundtüche, das Hofmarschallamt, die Garderoben des Kronprinzen und der Kronprinzeffin, sowie verschiedene Bureaus des Hofstaates untergebracht waren. Auch die Beamten und Damen des Hofstaates übersiedelten nach Langfuhr. Die Potsda mer Geschäftsleute beziffern den Ausfall, den sie durch den Wegzug des tronprinzlichen Hoflagers aus Bots dam erleiden, auf 600 000 Mart.
Ueberfall auf einen Deutschen in der Türkei. Der deutsche Buchhalter Oberland von der Bagdadbahn
„ Sehr richtig! Und die Zeugenaussagen, die nun beginnen, werden uns ja über manches aufklären." Nachdem sich der freundliche alte Herr nochmals für alle Fälle zur Verfügung gestellt hatte, verabschiedete er sich und auch Frizz verließ bald darauf das Haus, vor dem zwet Schußmannsposten patrouiterten, um nach einem Hotel der Stadt zu fahren und nach einem fletnen Imbiß zur Ruhe zu gehen. Am anderen Mor gen begab er sich der Verabredung gemäß nach der Potsdamerstraße, um seine Braut abzuholen.
Eine sehr merkwürdig aussehende Dame, über de ren wohlgenährtem, rosig angehauchtem Gesicht volles, weißes Haar thronte, empfing thn freundlich in einem vornehm ausgestatteten Wartesalon. Es war Frau Mohrmann- Mallmiß, die Inhaberin der Pension. Fris entsann sich, diesen Namen als den eines tüchtigen Schriftstellers von seinem Vater gehört zu haben, und fragte die Dame, ob sie mit diesem Herrn verwandt set.! „ Es war mein Mann," gestand ste. As er vor sechs Jahren starb, stand ich, wie das bet der Frau etnes frei Schaffenden sehr leicht der Fall ist, ziemlic mittellos da. Aber wie Sie sehen, ist es mir dant meiner Energie gelungen, mir eine bescheidene Eri stenz zu gründen. Fräulein Molesworth wird übrigens sofort erscheinen. Und nun gestatten Sie mir, Herr von Marleben, Ihnen zu kondolteren."
" Sie wissen?" fragte Frizz betroffen. " D, dte ganze Stadt weiß und spricht davon! Es Bitte sehr steht ja ausführlich in allen Blättern. wollen Ste lesen?"
Er hatte sett dem gestrigen Morgen keinen Blick in die Zeitungen geworfen. Nun zeigte man ihm hter, das mit dem Bericht über den Fall ganze Spalten gefünt waren und daß durch die Behörde eine Belohnung von tausend Mark auf die Ergretfung des Täters ausge setzt war. Mißmutig legte er das Blatt auf den Tisch Wie ein Gespenst sollte thn also diese Sache verfolgen.
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