Ausgabe 
7.10.1911 Erstes Blatt
 
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wurde auf einem Mitt von Bagtsche nach Algan von mehreren Türken überfallen. Oberland entfam und feuerte hierbet auf seine Verfolger mehrere Schüsse ab und verlegte einen Türken schwer. Abends wurde Ober­land vom Katmatam und sechs Gendarmen unter Miß­handlungen verhaftet. Der deutsche Konsul in Adena entsandte sofort einen Konfulatsbeamten nach Bagtsche. Der Kaimakam verweigerte die Anerkennung desselben. Die Erregung gegen die Deutschen ist in der dortigen Gegend im Zunehmen begriffen. Es wurden sofort Schritte gegen die Willkürafte der Behörden unternom­men. Die Autorität der Pforte ist aber so gering, daß hiervon wenig zu erwarten ist.

in Bremen.

Schwere Streifausschreitungen Donnerstag nachmittag ist es in den verschieden­sten Stadtgegenden und vor den Grundstücken fast sämt­licher Bremer Brauereten zu Ausschreitungen gefom­men. Es wurde von den Streifenden vielfach versucht, bie mit Arbeitswilligen besetzten Bierwagen anzuhal­ten. Die Fahrer wurden mit Steinen beworfen, die Fenster einer Brauerei wurden eingeworfen. Am Deich versuchten Streikende ein Lastautomobil, das mit Bier­fässern beladen war, anzuhalten. Der Führer wurde mit Steinwürfen verjagt und die Bierfässer sämtlich in die Weser gerollt. Ein starkes Polizeiaufgebot schritt mit blanker Waffe ein, verhaftete mehrere der Angret­fer und stellte die Ordnung wieder her. Die Braueret­gebäude sind mit Polizeiposten besetzt.

Frau Toselli gegen ihren Gatten. Frau Tosellt, die seit mehreren Wochen unter dem Namen einer Grä­fin de la Rose in einem Brüsseler Hotel mit ihrem Söhnchen und einer deutschen Bonne sich aufhtelt, hat gestern abend Brüssel verlassen und die förmliche Hlucht aus der Stadt angetreten, weil ihr Inkognito enthüllt worden war und sie seitdem feine Ruhe mehr fand. Ste trat selbst an den Schalter und löste die Fahrkarten für sich, den Knaben und die Bonne, während diese ab­seits das Handgepäck überwachte. Frau Tosellt betrat sodann den Zug nach Basel. Vor ihrer Abreise schüttete sie einem Vertreter des Pariser Matin" nochmals thr Herz aus und erzählte ihm näheres über die Klage thres Gatten Tosellt. Sie wies die Anklagen thres Gatten energisch und mit Entrüstung zurück und nannte thren Mann einen Faulpelz, der seit vier Jahren buch­stäblich nichts mehr gearbeitet habe. Ste felber set frith fünf Uhr aufgestanden, um ihn zu veranlassen, eben­falls aufzustehen, sich ans Klavier zu setzen und zu ar= betten. Sie schrieb auch ein Libretto, zu dem er nach langem Drängen die Musik komponierte. Er war fe­doch nicht zu bewegen, sich nach einem Verleger umzu­fehen. Er weigerte sich überhaupt zu arbeiten. Nun wolle er das Kind zurückhaben, um seine Zukunft sicher zu stellen. Ich möchte nur wissen, mit welchen Mitteln eigentlich er die Zukunft sicher stellen will," sagte ste, Tosellt besitzt nicht ein Hemd und nicht eine Krawatte, dte er sich in den vier Jahren nicht von dem Gelde meiner Apanage bezahlt hätte, die ich vom König von Sachsen beztebe." Ste fehe allen Handlungen thres Gatten mit Ruhe entgegen.

Ein rohes Spiel. In der Berliner Wuhlheide fpielten Knaben Indianer", und es fam dabei zu re­gelrechten Schlachten. Bet einem besonders erbitterten Kampf wurde ein 10jähriger Schüler aus Oberschöne­wetde gefangen genommen, von den Feinden" Stricken an einen Baum gebunden und so schwer gemiß= handelt, daß er den Bruch eines Armes erlitt. Die Knaben ließen von dem Jungen erst ab, als Vorüber­gehende hinzukamen, die das bedauernswerte Kind be= freiten.

mit

Toulon in Furcht. Alle Personen, die an der Traut­erfeier in Toulon teilgenommen haben, brachten von dort den Eindruck nach Paris mit, Toulon lebe in et­ner Atmosphäre beständiger Furcht vor einer Kata­strophe. Das letzte Beispiel dafür ist die Panik, die in dem Trauerzuge ausbrach, wobei der offizielle Ruta fich unter dem Einfluß einer allgemeinen unbestimmten Furcht auflöſte.

Revolverattentat im österreichischen

Abgeordnetenhause.

Im österreichischen Abgeordnetenhause kam es am Donnerstag zu einem aufregenden Zwischenfall. Die Sizung, in der Teuerungsanträge beraten wurden, hatte gerade begonnen, als ein Besucher der Galerie vier scharfe Schüffe gegen die Ministerbank abfeuerte, wo sich der Justizminister und der Unterrichtsminister befanden. Die Kugeln verfehlten glücklicherweise thr Biel, sodaß die Minister unverletzt blieben. Als Täter wurde ein Dalmatiner ermittelt und festgenommen, der angab, Sozialist zu sein und die Absicht gehabt zu haben, den Justizminister zu töten. Ueber den Vorfall wer­den heute noch folgende Einzelheiten gemeldet:

Wien, 6. Oktober. Die polizeiliche Untersuchung über den Revolveranschlag im Abgeordnetenhaus hatte bisher folgendes Ergebnis. Der Täter ist der vor dret Tagen zugereiste Tischlergeselle Njegus. Er kam eigens in der Absicht nach Wien, um den Justizminister zu erschießen, und hatte sich bereits vorher in den Besitz

Da trat Felicia ein, und sein verdüstertes Gemitt hellte sich bei threm Anblick etwas auf, obwohl von threr sonstigen sonnigen Heiterkett kaum ein Hauch vorhan­den war. Ein schwarzes Seidenkleid umschloß thre herrliche Gestalt, ein geschmackvoller Hut saß auf ihrem dichten schwarzen Haar; aber über threm ganzen We­sen lag ein matter Farbenton schwermittiger Traurig­kett, die ihre eigenartige Erscheinung mit hoheitsvoller Würde verklärte. Selbst thre Sprache flang milder und sanfter als sonst.

Ste verabschiedeten sich von der Wirtin, der man ansah, daß sie gern noch recht lange mit dem inter­effanten Paare geplaudert hätte, und unten an der Tür sagte Frit:

" Ich merke doch, daß sich das Natürliche im Men­fchen mit unerbittlicher Gewalt geltend macht. Ich muß nämlich gestehen, daß ich starken Appetit habe."

" Das ist sehr gut, stellte sie fest. Wir werden nach einer Weinstube fahren, wo Du ein gutes Früh­stück zu Dir nehmen mußt. Wenn der Letb erst sein Gegengewicht wiedergefunden hat, wird auch die Seele wieder zur Ruhe kommen."

Ste nahmen in etner gemütlichen Nische Plazz, und auch sie nippte bisweilen von den guten Speisen, um ihn zu lebhafterem Zulangen zu veranlassen.

Nach einer Weile fragte er: Hast Du die Zeitung gelesen?"

" Ja, aber nur flüchtig. Die Belohnung finde ich etwas gering."

" Ich auch. Und ich werde sie beshalb verdoppeln." " Auch ich werde diese Summe ausseßen." Hoffentlich findet sich einer unter den Teilnehmern denn ich kann mir nicht denken, daß es einer allein - wenigstens einer, der für dreitausend Mark seine Spießgesellen angibt."

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Regt sich ein starkes Rachegefühl in Dir?" Er setzte das Weinglas, das er gerade in der Hand

einer Browningpistole gefeßt. Beim Verhör sagte Nje­gus unter anderem aus, als der Abgeordnete Adler über die sozialistische Kundgebung vom 17. September sprach, habe er bemerkt, wie der Justizminister spöttisch lächelte. Aus Empörung darüber habe er den Revolver gezogen und auf den Justizminister gefeuert, um ihn zu erschießen.

Wien, 6. Oktober. Der Attentäter Njegus hatte vor furzem eine Erbschaft gemacht und das Geld m leichtsinniger Wetse verjubelt. Er bekennt sich zur so­zialistischen Partet und als organisierter Arbeiter. Er war bisher weder politisch noch kriminell verdächtig. Der Justizminister, der vor dem Attentat ein Gespräch mit einem deutschen Abgeordneten geführt hatte, hatte sich gerade in seinen Sessel zurückgelehnt, als die Schüsse ftelen. Wäre der Minister in der vorgebeugten Hal­tung geblieben, so wäre er in die linke Schläfe ge­troffen worden.

Der Krieg um Tripolis.

Die vom Kriegsschauplaz über Rom einlaufenden Meldungen sind dermaßen fendenziös aufgeputzt und fragen oft solche Widersprüche in sich, daß sie von vorn­herein als plumpe Stimmungsmacherei erkennbar find. So wird die anscheinend ernst zu nehmende Mel­dung, daß Admiral Faravelli telegraphtert habe, bis jezt set fein Angebot zur Uebergabe von Tripolis er­folgt und die eigentliche Besetzung von Tripolis werde durch das Expeditionsforps, nicht durch Marinesoldaten stattfinden, in Zweifel gestellt durch eine italienische Sensationsmeldung aus Malta, daß italienische Marine­truppen in Tripolis gelandet seien und sich der größte Teil der türkischen Garnison, die vollkommen demoralt= fiert fet, ergeben habe. Der Vertreter des Walt habe die weiße Flagge gehißt und selbst die Landung der ita­Itentschen Truppen verlangt. Die Araber hätten sich in den Moscheen von Tripolis versammelt und beschlossen, feden Widerstand aufzugeben; dagegen würden die tür­fischen Truppen von der Bevölkerung des flachen Lan­des unterstützt. Die Italiener hätten vorläufig zwet Forts in der Hafeneinfahrt und ein anderes oberhalb des christlichen Kirchhofes besetzt und desarmiert. Griechenland macht mobil.

An den Grenzen von Epirus sind nach Athener Meldungen zwei griechische Batillone mobil gemacht. Die griechische Regierung teilte den Gesandten der Großmächte und der Türkei mit, daß die Mobilmachung teine feindliche Absicht gegen die Türkei in sich trage. Diese Versicherung war natürlich zu erwarten; aber Griechenland wird sich rühren, sobald es den ge­etgneten Momert gekommen glaubt.

Frankreichs Neutralitätserklärung und Kreta.

Wie die Frff. 3tg." aus Konstantinopel berichtet, kommt in der Neutralitätserklärung Frankreichs ein wichtiger Passus vor. Frankreich hat nämlich in diese Erklärung auch diefentgen Länder einbezogen, welche unter seinem Protektorat stehen und namentlich Kreta angeführt. England und Rußland haben der französischen Auffassung beigepflichtet. In Ueberein­timmung damit hat tallen bis auf weiteres seine Stellung als Schußmacht Kretas niedergelegt und auch alle italienischen Kontingente und Beamte von Kreta zurückgezogen.

Eine Kennzeichnung Enalands.

Zu den Bemerkungen moralischer Entrüstung in englischen Blättern über den Vorstoß Italiens gegen Tribuna": Tripolis schreibt die offiziöse römische " wet Seelen wohnen in der Brust der Briten, eine abenteuerliche, strupellose, wenn eigene Interes­fen auf dem Spiele stehen und diejenige des Moral­predigers, wenn es sich um die Interessen eines Dritten handelt. Die Enaländer fennen eben nur den Erfolg und werden denselben Augenblick thre Meinung ändern, wenn Italten den Sieg erringt. Mögen die Engländer Italien so handeln lassen, wie fte es ferbst in aller Welt getan haben." Dazu bemerkt Generalma= for Keim im" Tag": So ist es, und es wäre gewiß fehr erquicklich gewesen. menn z. B. in der Norddeut­fchen Allg. 3ta" Aehnliches zu lesen gewesen wäre, als fich das amtliche England so anmaßend in den Ma= rotfostrett einmischte zuungunsten Deutschlands. Im übrigen we'ß man in Rom genau, daß England er newesen ist, welches durch die Abmachungen von 1901 und 1902 Tripolis als zukünftige Beute Italien zu= teilte, als es sich selbst Aegypten und Frankreich Ma­roffo zuerkannte.

Das Wichtigfte vom Nenen.

Auch heute Itegen wieder eine Menge Nachrichten vom Kriegsschauplätze vor, die aber alle mehr oder weniger uninteressant sind und teils als direkt falsch bezeichnet werden können. Aus der Fülle des Mate= rtals bringen wir folgende Auslese:

Konstantinopel, 6. Oftober. Die Ausweisung der Italtener aus der Türket soll beginnen. Gestern ist auch der erste Fall von Bontott gegen Italten und Ita­Itenische Waren, die mit einem bulgarischen Dampfer ankamen, vorgekommen.

Rom, 6. Oftober. lteber Malta melden ver­schiedene Blätter, daß sich Tripolis ergeben habe und

hatte, nieder und überlegte eine Weile. Wenn ich mich recht prife, so scheine ich mir nicht ganz fret davon zu sein. Und ist das so verwerflich? Ist das nicht eine ganz natürliche Regung im Menschen, bet dem einen schwächer, bet dem andern stärker? Es klingt ja in der Theorie recht hübsch, und auch ich gehörte bisher zu denen, die da meinen, daß Strafe niemals bessernd wtr­ken könne und deshalb gar keinen 8wed habe, die vor allen Dingen die Todesstrafe für unangebracht halten. Aber in der Praxis gestaltet sich das alles ganz anders. Wenn man in der traurigen Lage ist, einen Iteben An­gehörigen durch die Tat eines Schurken zu verlieren, so sieht man nicht ein, weshalb diesem dafür nicht ver­golten werden soll. Mag das immerhin ein Ueberbleib­sel des ursprünglichen Nachegefühls in einem fernen wilden Urzustand sein- ich schäme mich dieses träf­tigen Gefühls nicht! Man sagt, es wäre doch schlimm, daß aus einem Mord nun deren zwet würden. Aber hier muß man doch bedenken, wen das trifft. Im er­sten Falle wurde ein unschuldiges, wertvolles Mitglied aus der menschlichen Gesellschaft gerissen, und dafür soll ein schuldiges, wertloses, fa gefährliches Mitglied in der Gesellschaft bleiben? Nein, merzen wir auch dieses aus, so daß mit dem Guten wenigstens noch ein Schäd­Itng entfernt wird! Das ist ein durchaus billiger Aus­gleich."

" Und Du möchtest vielleicht das Spüren nach dem Verbrecher selbst in die Hand nehmen?"

Das ist ausgeschlossen. Zu derartiger Arbeit eigne ich mich gar nicht."

Man könnte wohl einen Privatdetektiv zu Hilfe nehmen.

Warum? Ich habe volles Vertrauen zu unserer Polizet. Ich glaube auch nicht, daß den behördlichen Organen ein derartiges Hineinpfuschen in thr Vor­gehen angenehm wäre."

Du bist und bleibst ein wohldisziplinierter Dent

besetzt set. Amtliche Stellen erklären diese Meidung für unwahr. Nur zwei Außenforts feten von Offi zieren und Mannschaften besucht worden. Die Besetzung von Tripolis erfolge erst nach Eintreffen des Expedt­tionskorps; die Besabung der Seriegsschiffe fet zu schwach dafür. Die Verzögerung im Abgang des Expeditions­torps ist darauf zurückzuführen, daß Jtalten zunächst die türkische Flotte durch Blockade oder durch Vernichtung unschädlich machen will, um den Trup­pentransport zu sichern.

Beirut, 6. Oktober. Der französische Panzer­freuzer Ernest Renan" mit 700 Mann Besatzung hat nach einer Meldung der Franff. 3tg." vor Beirut An­fer geworfen. Die Ankunft weiterer französischer, eines deutschen und zweier englischer Kriegsschiffe soll bevor­stehen.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Ein Opfer des Berliner Straßenverkehrs. Berlin, 6. Oktober. Beim Ueberschreiten des Potsdamer Plages wurde gestern abend der 60jährige Oberstadtsekretär Kühn aus Charlottenburg von einem Pferdeomnibus umgestoßen und überfahren. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf starb.

Gegen die Tenerung.

Berlin, 6. Oktober. Die Eisenbahndirektion faufte große Mengen guter Speisekartoffeln für ihre Beamten und Arbeiter an. Sie gibt den Zentner zu 3,20 Mark gegen 5 Mark im Kleinhandel ab. Den Ab= nehmern wird Ratenzahlung bewilligt.

Probefahrten des nenesten Kriegs- Zeppelin. Friedrichshafen, 6. Oktober. Das Militärluft­schiff unternahm gestern abend eine Geschwindigkeits­fahrt. Es erzielte beim Gang von drei Motoren die Schnelligkeit von 21 Sekundenmetern, mit zwei Mo­toren 18 Sekundenmeter. Verlangt sind von der Mi­Ittärbehörde nur 16 Sekundenmeter.

Berliner Getreide und Schlachtvichmarkt.

Die Preise für Brotgetreide haben in der am 4. Of­tober beendigten Berichtswoche nur unbedeutende Aen= derungen erfahren. Das Geschäft gestaltete sich ruhig. Die Unternehmungslust wurde empfindlich beeinträch= tigt durch die Unsicherheit, ob staatliche Maßregeln zur Erschwerung der Ausfuhr ergriffen werden oder nicht. Der Markt nahm infolgedessen eine abwartende Hal­tung ein. Der Preisstand blieb aut behauptet, Hafer gewann dagegen eine Besserung. Käufe des Proviant= ames erleichterten den Lokomarkt, und gleichzeitig nah­men die Zufuhren aus der Provinz ab, während das Angebot knapper wurde und höhere Preisforderungen gestellt wurden. Seitens der Verkäufer aus Schlesien und teilweise derjenigen aus Pommern wurde versucht, frühere Abschlüsse auf nahe Lieferung rückgängig zu machen, woraus erhellt, daß Ware sich in den beiden Provinzen knapp macht. In Gerste gestaltete sich das Geschäft schwierig. Ein großer Teil der sidrussischen Exporteure hat die im September bereits fälligen Liefe­rungsverpflichtungen, nachdem jetzt die Preise gestiegen sind, nicht erfüllt. Die hiefiaen Firmen, welche auf die Kontrakte hin, bereits Verkäufe vornahmen, haben me= fentliche Verluste erfahren. Mais neigte etwas zur Ab= schwächung. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Notterungen für den Dezembertermin wie folgt: Weizen 208,50 M., Roggen 186,75 M., Safer 185,50 M Mais 168,00 M.

Preise des städtischen Schlachtvichmarktes, 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungefocht 79 bis 84 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 73 bis 83 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 64-74 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgemach= sene höchsten Schlachtwertes 75-81 M., 6) vollfleischige jüngere 71-79 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64-74 M. 3. Färfen und Kühe: a) voll­fleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes

bis- M.. b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes. bis zu sieben Jahren bis M., c) al­tere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 67-70 M., d) mäßig genährte Kühe und Färfen 60-65 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 58 M.f) gering genährtes Jungvteh( Fresser) 52-60 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 107-139 M., b) feine Mastfälber 100-105 M., c) mitt­Tere Mast und beste Saugfälber 90-97 M., b) gerin= aere Mast- und gute Saugfälber 79-88 M., e) geringe Saugfälber 62-73 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und Jüngere Masthammel 66-74 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 54-64 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 36 bis 62 M. 6. Schweine: a) Fettschweiire über 3 Zentner Lebendgewicht 63-64 M., b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 Bfund 62-63 M, c) vollfleischige 200-240 Pfd. 61-63 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 3fd. 57 bis 61 M, e) vollfleischtae Schweine unter 160 Pfd. 53 bis 56 M., f) Sauen 55-57 M.

scher, nimm mir's nicht übel, lieber Friß, der alles Hell von amtlicher Stelle aus erwartet und ruhig zusieht, wie sich die Sache weiter entwickeln wird. Ich bin an= ders erzogen. Und ich werde wahrscheinlich auf eigene Faust noch einen Detektiv engagieren. Sonst kanns ja über Jahr und Tag dauern, bis dieses Rätsel gelöst tst und wir sollten beide so lange warten? Das wäre doch unerträglich."

Darin hast Du recht. Und deshalb wollen wir eine Frist festsetzen. Ist der Schleier binnen eines Vierteljahres noch nicht gelüftet, so wollen wir hier in aller Stille unsere Eheschließung vollziehen und wieder nach Chicago zurückkehren. Wegen meiner Geschäfte drüben kann ich während meiner Abwesenheit unbe­sorgt sein. Sie sind in guten Händen."

" Das weiß ich. Ich bitte Dich nun, mich eingehend über den Befund und etwatge vorgefundene Spuren zu unterrichten. Denn wenn ich einen Detektiv an­nehme, muß ich doch selber über den Fall genau Beschetd wissen."

Friz nickte und erzählte ausführlich, was er wußte. Die merkwürdigen Spuren im Sande und der Zettel mit dem unvollendeten Satz erregten besonders ihre Aufmerksamkeit, und sie machte sich in einem kleinen, in Krokodilhaut gebundenen Büchlein verschiedene No­ttzen.

Und wo tst das Testament geblieben?" fragte ste. " Das ist ebenfalls verschwunden."

" Wer sollte ein Interesse daran haben? Es kann doch dem, der es hat, zu nichts nuben."

" Freilich nicht! Aber wenn es nicht da ist, dauert es sehr lange, bis die Erbschaftsangelegenheiten ge­reglt werden können." ( Fortsetzung folgt.)

( Fortsetzung folgt.)