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Der Kaiser in Wilhelmshaven.

Ich danke Euch allen herzlich. Ein Vertreter der Abge­ordneten wandte sich mit einer Ansprache an den Kaiser und drückte ihm die untertänigsten Gefühle und die unbeschränk­te Liebe und Dankbarkeit dafür aus, daß der Kaiser die Bauern zur gesetzgebenden Tätigkeit berufen habe.- Im Anschluß an den Empfang fand im Winterpalast Festtafel für die Aeltesten der Dorfgemeinden des Gouvernements Petersburg statt. Der Katser begrüßte die Weltesten und trank auf ihr Wohl. Beim Katser sind zahlreiche Huldi­gungstelegramme der Gouverneure eingelaufen.

Der Kaiser hat in der Nacht zum Sonntag die Neise nach Wilhelmshaven zur Vereidigung der Marinerekruten angetreten. In Oldenburg, wo er Sonntag früh anlangte, hatte der Monarch einen Aufenthalt von zwei Stunden. Er wurde am Bahnhof von dem Großherzog und dem Erb­großherzog empfangen und begab sich mit ihnen nach dem Balais zum Frühstück. Gegen 10% Uhr fetzte der Kaiser die Reise nach Wilhelmshaven fort, wo die Ankunft um 11 Uhr 35 Minuten erfolgte. Am Bahnhof waren zur Begrüß­ung anwesend Prinz Heinrich von Preußen, Staatssetre­tär von Tirpik, die Admirale Graf von Baudiffin und von Solzendorff und Konteradmiral Schmidt. Der Kaiser fuhr mit dem Prinzen Heinrich im Automobil durch dte be­flaggten Straßen der Stadt zum Exerzterhaus der Matro­fendivision, wo um 11 Uhr die Vereidigung der Metruten stattfand. Nachdem der Katser die Front der aufgestellten Truppen abgeschritten hatte, hielten Konsisto­rialrat Schorn und der katholische Marinepfarrer Erdmann Ansprachen, worauf die Vereidigung von 1200 Rekruten durch Oberleutnant zur See Büchsel erfolgte. Anschließend Hieran hielt der Kaiser eine kurze Rede, in welcher er auf die Heilighaltung des Eides hinwies. Der Inspekteur der zweiten Marineinspektion Konteradmiral Jakobsen brachte nach Worten des Dantes ein Hoch auf den Kaiser aus. Nach der Feter nahm der Kaiser militärische Meldun= gen entgegen und fuhr mit dem Prinzen Heinrich nach dem Kasino, wo um 12½ Uhr ein Frühstück zu 104 Gedecken stattfand. Es nahmen daran teil die Admirale, die Gefolge und die an der Vereidigung beteiligten Offiziere. Der Kaiser verließ um 2 Uhr das Kasino, besichtigte sodann meh­rere Sehenswürdigkeiten der Stadt, fuhr hierauf im Auto­mobil nach dem Hafen und schiffte sich auf dem Linienschiff " Deutschland" ein. Auf diesem wird der Kaiser am Mon­tag eine Fahrt nach Helgoland zur Besichtigung der Be­festigungswerke unternehmen.

Die Sühne für Ponape.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Reisepläne des Kaisers und des Kronprinzen. Das Kaiserpaar wird mit den Kindern des Kronprinzen in den letzten Tagen dieses Monats im Achilleion zu Korfu ein­treffen, wohin sich auch bald darauf das Kronprinzenpaar von Aegypten aus begibt, so daß die kaiserliche Familie das Osterfest dort gemeinsam feiern wird. Von Korfu aus wird sich das Kronprinzenpaar zu den Festlichkeiten nach Rom begeben, einige Tage Gast des italienischen Königshauses im Quirinal sein und hierauf die Rückreise nach Deutschland antreten. Sobald es das Wetter ange­zeigt erscheinen läßt, spätestens aber im letzten Drittel des April, gedenkt das Kaiserpaar nach Deutschland zurück­zukehren, und zwar wird der Kaiser bei dieser Gelegen­heit Besuche an den Höfen von Karlsruhe und Weimar abstatten.

Wie ein amtliches Telegramm aus Ponape auf den Karolinen meldet, sind die Operationen gegen die Aufrüth­rer am 22. Februar beendet worden. Der ganze Stamm der Dschokatsch wurde gefangen genommen, fünfzehn Mör­der sind standrechtlich erschossen worden. Die übrigen Auf­ständischen, zusammen 426, wurden nach Jap verbannt. Fast alle im Besitz von Eingeborenen befindlichen Gewehre find abgeliefert. Die schnelle und gründliche Erledigung hat nach der Meldung des ältesten Offiziers der vor Ponape versammelten deutschen Seestreitkräfte, Fregattenkapitän Vollerthun, nachhaltigen Eindruck gemacht. Die Eingebo­renen, bei denen starke Friedensneigung vorherrscht, emt= pfinden die verhängten Strafen als gerecht. Der Bezirks­amtmann und die Weißen der Kolonie halten die Anwesen­heit von Condor" für ausreichend und die übrigen Schiffe find daher entbehrlich. 130 Mann der Polizeitruppe blei­ben zurück. Alle Verwundeten befinden sich auf Emden" zur Ueberführung nach Tsingtau. Ihr Befinden ist gut. Sie befinden sich in der Genesung und werden völlig wie­derhergestellt werden mit Ausnahme des Obermatrosen

Von der Bildung eines angeblich auf Entschuldung des deutschen Offizierkorps gerichteten Zweckvereins wußte dieser Tage eine Berliner Korrespondenz zu berichten, deren Mitteilungen in verschiedene Blätter übergegangen sind. Wie der B. L.-A." demgegenüber an zuständiger Stelle hört, ist diese Nachricht völlig aus der Luft gegrif­fen. Es kann weder von einer Verschuldung des deutschen Offizierkorps die Rede sein, noch ist ein Verein begründet worden, die die in jener Korrespondenz angegebenen Zwecke fördern soll.

mittel mehr in die Stadt bringen. Infolge der fortge. setzten Verhaftungen von Revolutionären, die paarweise aneinandergefesselt werden, sind die Gefängnisse überfüllt. Nur Militärpersonen und Fremde werden auf den Straßen geduldet. Von den einheimischen Bürgern halten sich die meisten aus Furcht vor den Repressalien der Machthaber verborgen.

Die Reichsversicherungsordnung sollte nach Blätter­meldungen gefährdet sein. Von angeblich gut unterrichte= ter Seite wird dazu gemeldet, daß die Regierung auf deren Verabschiedung den höchsten Wert legt. Da das Gesetz aus über 1000 Paragraphen besteht, so ist die Regierung in Verhandlungen mit dem Reichstag darüber eingetreten, daß ähnlich wie bei der Zolltarifberatung die einzelnen Paragraphen nach allgemeinen Gesichtspunkten zusammen­gefaßt und summarisch beraten werden. Augenblicklich ver­handeln die Fraktionen über diese Anregung.

Kleine nachrichten.

Eine heiße Quelle entdeckt? Bei Steinbrucharbeiten tm Siebengebirge stieß man auf eine Stelle, der starke Schwefeldämpfe entströmten. Man will daher jetzt weitere Bohrlöcher niederbringen, da man hofft, auf eine heiße Quelle zu stoßen.

Handelstag und Hansabund. Das Präsidium des Deutschen Handelstages und das Direktorium des Hansa­bundes für Gewerbe, Handel und Industrie haben ein Ab­fommen geschlossen über die Abgrenzung der Arbeitsge­biete des Deutschen Handelstages und des Hansabundes,

Mener, Seffen linkes Bein amputiert werden mußte. Bo- sowie über die gemeinsame Bearbeitung großer wirtschafts­

Mit dieser Strafexpedition ist das Blutbad von nape, das um die Weihnachtszeit des vergangenen Jahres dte Gemüter im deutschen Vaterlande so stark erregte, ge= fühnt.

Die Jubelfeier in Rußland.

Am Sonnabend wurde in ganz Rußland die fünfzigste Wiederkehr des Tages der Aufhebung der Leib eigenschaft festlich begangen. In Städten und Dör­fern fanden in den Kirchen aller Konfeffionen, in den Mo­fcheen und Synagogen feierliche Gottesdienste statt; über die Truppen wurde eine Parade abgehalten, allenthalben wur­den feierliche Stzungen, populäre Vorlesungen und Volks­vergnügungen veranstaltet. Jubiläumsschriften und Bil­der Alexanders II. wurden verteilt, die Armen wurden ge­fpeist. In fast allen Dorfgemeinden wurden die von den Bauern errichteten Denkmäler für Alexander II. feierlich enthüllt. Viele Stadtverwaltungen und Bauern­gemeinden gründeten zum Andenken an das Jubiläum Lehranstalten oder errichteten Stipendien für arme Bauernfinder. Außer neuen Schulen wurden auch noch Krankenhäuser, Volkshäuser und Mäßigkeitsanstalten gegründet. Besonders feierlich verlief der Festtag in den Residenz städten. Bei ihrer Fahrt zum Gottesdienst in der Kasanschen Kathedrale wurden den Majestäten vom Publikum jubelnde Kundgebungen dargebracht. Nach dem Gottesdienst war im Winterpalast Empfang beim Kaiser für die Nachkommen von Mitarbeitern Alexanders II. bet der Durchführung der Bauernreform. Außerdem wurden empfangen 51 bäuerische Abgeordnete der Reichsduma, die vor dem Gebäude der Duma ein Denkmal für Alexander II. errichtet haben, das die Inschrift trägt: Dem Baren- Be­freier die dankbaren Bauernmitglieder der Reichsduma 1861-1911. Der Kaiser sagte zu den Abgeordneten: Es hat mich sehr gefreut zu erfahren, daß Ihr aus eigenem Antriebe meinem Großvater, dem Katser Alexander Niko­lajewitsch, ein Denkmal errichtet und auf dieses eine so gute Inschrift gesetzt habt. Dies hat mich tief gerührt und

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Das Familiengeheimnis.

Noman von L. Walter.

politischer Fragen.

Die ersten Hosenröcke sind am Sonnabend in Berlin gesichtet worden, und zwar gleichzeitig auf verschiedenen Stellen, sowohl in der Friedrichstadt, wie draußen im Westen in der Tauenzienstraße und auf dem Kurfürsten­damm. Allenthalben ist es zu ziemlich turbulenten Stra Benszenen gekommen, und die Hosenträgerinnen haben sich meist den dargebrachten Ovationen durch die Flucht ent­atehen müssen.

Einjährige und Hotelier. Der Gastwirteverband hat in einer Petition an den Reichstag eine Entschädigung da­für verlangt, daß den Einjährigen das Etnmieten in den Hotels und Gasthäusern verboten ist.

Kaiser Franz Josef empfing Sonntag vormittag im Schönbrunner Schlosse den König von Bulgarien, der sei­nen Dank für die Gratulation zum 50. Geburtstage aus­drückte. Der Besuch des Königs, welcher Zivilkleidung trug, hatte einen sehr herzlichen Charakter und dauerte fast eine Stunde.

Der österreichische Parlamentsausschuß hat das gesamte Heereserfordernis nebst den außerordentlichen Heerestre­diten angenommen. Der Reichstriegsminister Freiherr

( Nachdruck verboten.) ,, Wir müssen nachsehen; die Sache kommt mir ver dächtig vor. Ach das ist eine böse Zeit!" seufzte der Gärt­ner. Die Leute sterben wie die Fliegen. Dort unten in der Vorstadt gibt es keine Hände mehr, die begraben wol­len. In allen Häusern liegen Leichen... wohin man tommt, findet man Elend und Jammer. Wir können hier noch von Glück sagen, unsere Häuser sind verschont ge= blieben."

Briand auf einem Vortragstournee? Bättermeldun gen aus Paris zufolge hat ein Impresario dem früheren Ministerpräsidenten Briand für eine Vortragstournee durch alle Reichshauptstädte Europas ein Honorar von 300 000 Francs geboten. Briand habe auf das Angebot noch feine Antwort erteilt.

von Schönaich betonte, da die Forderungen für Heer und Marine nur 12 Prozent des gesamten Staatsaufwandes betragen, sei die Behauptung unbegründet, daß die Heeresausgaben der Befriedigung kultureller und wirt­schaftlicher Bedürfnisse im Wege ständen.

Karl, dessen Angst mit jeder Minute wuchs, wollte gewaltsam den Laden aufreißen, als der Gärtner rief: ,, Dort kommen zwei Frauengestalten, vielleicht sind es meine Nachbarinnen."

Und wirklich zeichneten sich auf dem hellen Wege zwei Schatten ab, die sich rasch dem Hause näherten.

,, Was geschieht hier?" fragte eine Frauenstimme. Auguste! Auguste!" rief Karl.

Zur Vorsicht bei der Handhabung von Schußwaffen mahnt folgender Vorfall: Im Mannheimer Stadtteil Freu­denheim übersah der Lehrer Dünkel beim Reinigen seines Revolvers, daß noch eine Patrone im Laufe steckte. Der Schuß ging los, die Mutter des Lehrers, die in der Nähe faß, wurde von der Kugel getroffen und sank bewußtlos zu Boden. Man schaffte fie in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus.

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Großes Pech hatten zwei Geldschrankfnader, welche in der Nacht zum Sonnabend in ein Krankenhaus an der Waisenhausgasse in Cöln eindrangen und mittels Sauerstoffapparates die Panzerplatten eines Geldschrankes zu durchschneiden suchten. Sie hatten bereits zwet Platten durchschnitten, als das Pulver explodierte, sodaß sie schwere Brandwunden im Gesicht davontrugen. Sie konnten sich nur mühsam in Sicherheit bringen. Der Geldschrank ent hielt eine große Summe Geldes.

Von einem empfindlichen Verlust wurde Graf Arnim­Blumberg betroffen, der in einem Berliner Hotel in der Nähe des Potsdamer Bahnhofes wohnte. Aus seinem Zimmer wurde ihm eine Handtasche gestohlen, die für 5000 Mark Schmucksachen enthielt. Es wird vermutet, daß der Raub von einem internationalen Hoteldteb ausgeführt wurde.

Das neue französische Kabinett. Die Minister und Unterstaatssekretäre hielten gestern nachmittag im Mini­sterium des Innern unter dem Vorsitz des Kabinettschefs Monis eine längere Beratung ab, in der verschiedene Punkte der Regierungserklärung und mehrere augenblick= lich auf der Tagesordnung stehende Fragen beraten wur den, u. a. das Statut der Eisenbahnarbeiter und Beamten, die Frage der Wiedereinstellung sowie die Sabotage. Fer­ner erörterte man die Wahlreform, Einkommensteuer usw. Nachdem eine Verständigung erzielt worden war, wurde der Kabinettschef beauftragt, den Wortlaut der Regie­rungserklärung abzufassen. Nach dem Ministerrat begab sich der Kabinettschef Monis zu den verschiedenen Botschaftern, denen er bisher noch keinen offiziellen Besuch abgestattet hatte.

Die Geliebte stand vor ihm. Sie reichte ihm schwei­gend die Hand, die er hastig an die Lippen drückte.

,, Warumi zitterst Du denn?" fragte sie besorgt. " Weil ich fürchtete, Dir sei ein Unglück zugestoßen; doch nun ist alles gut, ich sehe Dich, höre Deine liebe Stimme und halte Teine Hand... Guten Abend, Frau Bauer! Ach verzeihen Sie, ich muß meine Sinne erst Sammeln

Der Schrecken der Revolution auf Haiti. In Kap Haiti droht eine Hungersnot auszubrechen, da die Land­bewohner aus Furcht vor Gewalttätigkeiten feine Lebens­

Der junge Herr," erklärte der Gärtner, wollte den Laden aufbrechen, um nach Ihnen zu sehen. Ich selbst hatte Angst, als das Klingeln nicht gehört wurde... Ja, es ist eine böse Zeit!"

,, Dante für die Teilnahme, lieber Nachbar!" sagte die Witwe gerührt. Der liebe Gott ist uns bis jetzt gnädig gewesen.. er wird uns auch wohl ferner seinen Schuz verleihen. Wir hatten Geschäfte in der Stadt, sind seit diesem Mergen fort..."

In der Stadt sind Sie gewesen?" " Ja!"

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Ein Messerstecher hat in der Nacht zum Sonntag in Rixdorf eine 22jährige Frau durch einen Stich in den Rücken schwer verletzt. Der Täter entkam.

Durch Explosion einer Lampe entstand, wie aus Rehna in Mecklenburg gemeldet wird, beim Melfen im Viehhause des Gutes Casendorf ein Feuer, das so schnell um sich griff, daß 82 Milchfühe verbrannten. Außerdem erlitten mehrere Stück Vieh so schwere Brandwunden, daß sie geschlachtet werden mußten.

Sie hätten hier bleiben sollen; es ist nicht gut, daß man jetzt die Straßen betritt. Gute Nacht, Frau Bauer!" Der Gärtner verschwand.

Schweres Bootsunglück auf der Saale. In der Nähe von Saalfeld fenterte beim Uebersetzen über die Saale ein mit acht Mann besetztes Boot. Vier konten sich retten, die anderen vier wurden von den Fluten fortgeissen und sind ertrunken.

Auguste hatte indes die Tür erschlossen. Sie führte den Gast in das Zimmer, wo ste rasch eine Kerze anzündete. Karl," rief sie im Tone zärtlichen Vorwurfs, Du haft mich lange auf Deine Rückkehr warten lassen!"

Er mußte die reizende Jungfrau umarmen und küssen, ehe er antworten konnte:

Ein schweres Ballonunglück wird aus Turin gemeldet. Der Ballon Albatros, der am Sonntag zu einer Fernfahrt aufgestiegen war, stürzte in der Umgegend von Turin aus einer Höhe von 1900 Meter ab, fiel aber glücklicherweise auf Bäume. Sechs Insassen wurden schwer, doch nicht lebens gefährlich verlegt, mit Ausnahme von einem, dessen zu­stand besorgniserregend ist.

Zürne nicht, Auguste, ich werde mich rechtfertigen!" Nun sah er ihr in das schöne, blühende Gesicht. Eine unbezwingbare Erregung bemächtigte sich seiner.

In einem Anfall religiösen Wahnsinns erschlug in Lugnorre im Kanton Freiburg ein Schuhmacher, Vater von fünf Kindern, mit Arthieben seinen Bruder, um, wie er sag­te, eine von Gott gewollte Tat zu vollbringen. Der Mörder lief nach der Tat durch das Dorf und rief, er habe einen Att göttlicher Gerechtigkeit vollzogen. Es gelang, ihn zu verhaften.

,, Gott sei Dant," rief er aus, Du lebst, bist gesund! Ach," Auguste, ich habe Todesangst gelitten, als mir nie­mand die Tür öffnete. Die schrecklichsten Befürchtungen stiegen in mir auf..."

Mit 18 Mann Besagung untergegangen ist jedenfalls der schwedische Dampfer Margarete, beheimatet in Aalborg, der seit mehreren Tagen überfällig ist.

Sie hatte Hut und Schal abgelegt. Da stand sie nun, die reizende Gestalt in dem leichten Sommerkleide, das die eleganten Körperformen deutlich abzeichnete. Sie mußte sehr rasch gegangen sein, denn ihre Wangen glühten. Armer Karl!" flüsterte sie mitleidig. Ich habe es mir gedacht, daß Du heute kommen würdest die Mut­ter fonnte mir nicht so rasch folgen und mich trieb die Sehnsucht..."

,, Auguste!"

Aber Du siehst leidend aus, lieber Freund!"

Bombenattentat auf einen Geistlichen. Unweit Radom, ( Russisch- Polen) wurde gegen den Geistlichen Kowalski von einem jungen Burschen eine Bombe geschleudert. Der Geistliche wurde getötet, mehrere Passanten schwer ver= wundet.

Einen Sturm auf das Neuyofer Kriminalgericht ver-, suchte am Sonnabend eine große Schar Italiener, weil ein Landsmann wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Ein großes Aufgebot von Polizei war erforderlich, um die Menge gewaltsam zu vertreiben. Richter und Ge­schworene müßten unter starker Bedeckung heimgehen.

Ich fühle mich wohl, vollkommen wohl. Die Unge­wißheit über Dein Schicksal ist beseitigt... Ach, in den Augenblicken der Qual fühlte ich erst recht, wie lieb ich Dich habe! Mir ist jetzt, als ob Du vom Tode erstanden, mir auf's Neue geschenkt wärest. Müßte ich Dich verlieren, ich würde wahnsinnig!"

Sie warf sich weinend an seine Brust.

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,, Wer fönnte uns denn trennen?" fragte sie erschüt=

Vielleicht der Tod, der auf allen Wegen lauert." Dann, Karl, sterben wir zusammen; ich überlebe Dich nicht!"

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,, Du machtest nur eine Erholungsreise, die der Arzt Dir geraten, ich wußte das; aber die Trennung von Dir war mir doch schrecklich. Ich träumte von tausend Ge­fahren, denen Du in den Schweizer Alpen ausgesetzt sein tönntest, bald hörte ich einen brausenden Sturzbach, bald sah ich einen gräßlichen Abgrund ach, als nun die Schreckliche Krankheit in unserer Stadt rasch um sich griff, da fürchtete ich wieder für mein eigenes Leben... Dei­netwegen fürchtete ich, Karl... nur Deinetwegen möchte ich noch auf der Erde bleiben, daß ich Dich glücklich ma­chen kann."

,, Und Du machst mich durch Deine Liebe unaussprech= lich glücklich!"

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Bitten wir Gott, daß er die schwere Zeit an uns vorübergehen lasse!" Sie hielten sich noch lange umschlungen, sahen sich zärtlich an und wechselten innige Küsse. Das war eine Feier des Wiedersehens, gemischt mit Schmerz, Angst und Freude. Frau Bauer trat ein. Sie grüßte freundlich den jun­gen Mann und entschuldigte ihre Abwesenheit mit einem Besuche, den sie bei der kranken Schwester gemacht.

Erschrecken Sie nicht, fügte sie rasch hinzu, Schwester Ulrike ist nicht von der Cholera heimgesucht, sie leidet an einem Brustübel, das ihr gerade jezt arg zu schaffen macht. Wir haben sie aus der Stadt auf das Land ge­bracht. Ich hätte sie gern zu mir genommen, aber die eigensinnige Frau will mir nicht lästig werden, auch meint sie, daß unser Haus viel zu nahe an der Stadt läge, die ste fliehen müsse. Wir kommen direkt von dem Dorfe zurück, in welchem Ulrike ein freundliches Stübchen be zogen hat."

( Fortsetzung folgt.)

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