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Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 Pig. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­Erscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. jeden Werktag früh.- Die Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer.

Nr. 56.

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Telephon: Nr. 362.

Reichstagswahlvorbereitungen.

Aus dem Kreis Gießen.

Am Samstag sprachen neben dem Kandidaten der Wirtschaftlichen Vereinigung, Oberlehrer Dr. Werner, in Mainzlar und Lollar noch die Reichstagsabgeordneten Raab in Lollar, Bindewald in Beuern, Beh­rens in Großen- Buseck vor zahlreichen Zuhörern und Stadtverordneter Rippel trat in Klein- Linden recht geschickt dem Sozialdemokraten entgegen.

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer

Leider, das muß öffentlich ausgesprochen werden, haben sehr viele Anhänger der Sozialdemokratie den Rat ihres Führers Krumm vom letzten Donnerstag, die Redner ruhig mit anzuhören, nicht gefolgt. Die Ver­sammlungen und die Redner wurden wieder durch unfeine Zwischenrufe gestört. Oft sind es gerade ganz junge Leute, die unserer Beobachtung nach nicht einmal In Lollar ermahnte ein Anwe­wahlberechtigt sind. sender die Leute zum politischen Anstand, dem aber von Manchem nicht entsprochen wurde.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 7. März

Gießen. Der Kreistag setzte in letzter Sitz­ung den Voranschlag für 1911 auf 608 960 Mart fest und die Beiträge auf die Gemeinden auf 340 510 Mt. Geh. Justizrat Schäfer wurde in den Provinzialtag wie­der- und Rentner Erich Wasserschleben als 9. Vertreter neugewählt.

werden

* Gießen. Der Vorstand der Landwirt schaftskammer besprach in einer Sitzung am letzten Samstag die Ausführungsbestimmungen zum Reblaus­gesetz. Es wurden verschiedene Aenderungsvorschläge an­genommen, die dem Ministerium unterbreitet sollen. Die Anordnung der Preisfestsetzung beim Markt­handel mit Schlachtvieh auf dem Schlachthof in Mainz soll bei dem Ministerium beantragt werden. Das Lan desmeliorationswesen wurde ebenfalls eingehend bespro­chen und zu den Bestimmungen der Maschinenprüfungs­ordnung ein Antrag angenommen. Die für 1911 in Aussicht genommenen Maschinenprüfungen und Sorten bauversuche fanden Genehmigung.

Gießen, 7. März. Jm Posts check verkehr kommt demnächst ein neues verbessertes Scheckformular in Kartenform zur Ausgabe, das der Größe des Nor­malbriefumschlages angepaßt ist und daß sich also, ab­weichend von dem bisherigen dabei aber weiter giltig bleibenden Formular, ungefaltet in den Briefumschlag legen läßt. Bei dem neuen Formular ist außerdem der im Scheckheft verbleibende Stamm, den Wünschen des Publikums entsprechend, verbreitert, sowie der Raum für die Quittung des Zahlungsempfängers vergrößert worden. Das neue Formular hat den weiteren Vorteil, daß der Druck auf der Vorderseite in der Längsrichtung, also nicht mehr quer verläuft.

* Gießen. Wegen Gefahr der Uebertragung der Maul- und Klauenseuche, die in Rheinhessen und Star­kenburg herrscht, hat das Ministerium die Beschickung der Gießener Geflügel- Ausstellung mit Federvieh aus diesen Provinzen verboten. Da für die Ausstellung allein nahe an 1000 Stück Großgeflügel aus Oberhessen angemeldet sind, hat der Vorstand des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Gießen und Umgegend e. V. 1897 beschlossen, die Ausstellung doch abzuhalten.

des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens

Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag den 7. März 1911

erlitten hat. Er wurde über Nacht in Stockhausen un­tergebracht und heute dem Krankenhaus in Lauterbach überwiesen. Nach vorhandenen Papieren handelt es sich um den 59 Jahre alten Albert Schiemes aus Rhein breitbach, Bez. Koblenz.

Herborn. Der Neubau der dritten Jrrenan­stalt ist schon mächtig vorangegangen. Etwa 190 Mor­gen des dazu nötigen Terrains sind städtisches Eigen­tum und wurden unentgeltlich abgetreten. Die übrigen etwa 310 Morgen hat die Stadt sich verpflichtet, zum Durchschnittspreis von 12 Mark pro Rute zu beschaffen, so daß für den Grunderwerb zirka 370 000 Mt. auf= zuwenden waren. Die erforderliche Quellwasserversorg­ung wurde aus dem oberen Rehbachtal, der Gemarkung Driedorf, hergeleitet. Die Anstalt, am Fuße des Reh­berges gelegen, soll nach und nach für 1000-1200 Krante ausgebaut werden, während sämtliche Wirtschafts­gebäude schon soweit vollendet sind.

& Gießen, 7. März. Die mittleren Temperatu­ren der vergangenen Woche erreichten Werte, die für Es ist Anfang bis Mitte April normal sein würden. nicht ausgeschlossen, daß bald ruhigeres und heiteres Wetter einsetzt, sofern nur eine der tiefen Depressionen, statt sehr schnell den Erdteil zu durchziehen, eine Weile im Westen Europas zum Stillstand kommt, während hoher Luftdrud im Süden und Südosten verharrt, wo die Sonneneinstrahlung gegenwärtig schon eine erheb= liche Wärmewirkung verursacht, die in jedem Falle mit Südost- und Südwinden auch bei uns zur Geltung kom­men würde. Dagegen sind die Aussichten auf eine noch­malige starke Abkühlung des Kontinents mit strengem Frost nur geringe.

Gießen. Aus dem hinteren Zimmer einer hie­sigen Wirtschaft wurden 2 Tischdecken gestohlen und in einem anderen Lokal zum Verkauf angeboten. Der Täter wurde alsbald ermittelt und in Haft genommen.

= f Stockhausen, 6. März. Gestern abend wurde in der Nähe des Ortes auf der Straße nach Lauterbach ein älterer Mann bewußtlos aufgefunden. Sein Körper war auf der einen Seite vollständig blau und gelähmt, sodaß man annehmen kann, daß er einen Schlaganfall

Herborn. Der diesjährige Feuerwehr tag für den Regierungsbezirk Wiesbaden wird mit der damit verbundenen Ausstellung am 8., 9. und 10. Juli hier abgehalten.

* Darmstadt. Der Gesetzgebungsausschuß der Ersten Kammer hat am Freitag nachmittag seine Be­ratungen über die Verwaltungsgesetz- Revi­sion aufgenommen und in einer bis zum späten Abend ausgedehnten Sitzung den Gesetzentwurf, betreffend die Städteordnung, erledigt. Im Laufe dieser Woche wird der Ausschuß auch die Vorlagen über die Land­gemeindeordnung und die Verwaltungsrechtspflege in Be­ratung nehmen. Das Plenum der Ersten Kammer wird alsdann in der zweiten Hälfte des laufenden Monats zu mehrtägigen Verhandlungen zusammentreten und ne­auch die ben den drei vorgenannten Gesetzentwürfen vom Ausschuß bereits fertiggestellte umfangreiche Vor­lage über die Gemeindeumlagenreform zur Verabschiedung bringen.

Darmstadt. Prof. v. Soxhlet hat gegen Freiherrn v. Thüngen, der in einer Sitzung des bayr. Landwirtschaftsrats erklärte, Soxhlet sei dem Landwirt­schaftsrat in den Rücken gefallen, Beleidigungsklage er­hoben. Damit wird nun die bekannte Affäre Soxhlet Wagner vor Gericht die für die Beteiligten mehr oder weniger erwünschte Klärung erfahren.

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Wiesbaden. Gegen das den Bürgermeister von Dotzheim von der Anklage der Unterdrückung einer Strafanzeige freisprechende Urteil der Strafkammer wurde von der Anklagebehörde das Rechtsmittel der Revision angemeldet.

Frankfurt. Die in Friedberg gewählte Kom­mission der Landwirte und Molkereien hat in letzter Tagung eine Preiserhöhung der Milch um 2 Pfennig pro Liter beschlossen. Die Lieferanten wol­

len die Milchhändler an dem Gewinn beteiligen lassen und hoffen, sie dadurch auf ihre Seite zu bringen. Die Landwirte wollen also die Milch künftig für 17 Pfg. pro Liter an die Händler liefern( früher 16) und schla­gen diesen vor, pro Liter 24 Pfg. statt 22 zu verlangen, odaß jeder Teil je einen Pfennig erhält.

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Frankfurt, 6. März. Die wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche über unsere Stadt verhängte Sperre wurde vom Regierungspräsidenten in Wiesba­den aufgehoben.

- Lauterbach, 6. März. Die Firma Karl Hagen­beck in Hamburg hat von dem Kreisziegenzuchtverein 1085 Mark angekauft und ist bereits ein Waggon dieser Tiere eine Anzahl Saanerziegen im Gesamtwerte von ten gebracht und dort eingeführt werden. abgegangen. Sie sollen nach den südamerikanischen Staa­

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- Friedberg, 7. März. Das Verbot des Han= dels mit Klauentieren im Umherziehen ist bis zum 15. April ausgedehnt worden.

Göttingen, 5. März. Bei der Eilgutabfertig­ung hierselbst traf eine Sendung von 19. Kälbern ein, die von einem hiesigen Viehhändler gekauft waren. Da die Kälber bei der Untersuchung, der alle von auswärts ankommenden Tiere unterworfen sind, der Maul- und tementstierarzt daraufhin untersucht. Der Verdacht be­Klauenseuche verdächtig waren, wurden sie vom Depar­stätigte sich, so daß es erforderlich war, sämtliche neun­zehn Kälber abzuschlachten.

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( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

pulver 2c. blütenweiß, frisch und duftig zu machen. Was dies bedeutet, weiß jede Hausfrau zu schätzen. War der Waschtag früher ein Schrecken für den ganzen Haushalt, so ist jetzt das Waschen eine Lust. Es geschieht gewis­sermaßen nebenher und die Hausfrau kann dabei be­quem ihrer sonstigen Tätigkeit nachgehen. Dabei ist Per­il garantiert unschädlich, weil frei von scharfen und äzenden Stoffen und überdies außerordentlich billig im Gebrauch.

Die alte Wasch methode bei Aufwendung größter Kraftanstrengung durch Reiben und Bürsten und mehrmaliges Kochen der Wäsche ihre Reinheit wieder­dem das selbsttätige Waschmittel Persil auf den Markt zugeben, ist längst ein überwundener Standpunkt, seit­lung und vor allem für die Erhaltung der Wäsche von gebracht wurde. Diese Erfindung ist für die Behand unschätzbarem Wert; hört doch das schädliche Reiben und ein einmaliges etwa 4- stündiges Kochen genügt, Bürsten bei Gebrauch von Perfil gänzlich auf, da nur um sie ohne jeden weiteren Zusatz von Seife, Seifen=

Aus dem Gerichtssaal.

Strafkammer.

Gießen, 6. März 1911. Der erste Schwurgerichtsfall betraf eine Körperverletz­ung mit Todesfolge. Angeklagt ist der 23jährige Tag­löhner Christoph Harbach aus Großen- Bused, der am 11. Dezember letzten Jahres den Weißbinder= gesellen Heinrich Walter aus genanntem Orte derart mit seinem Taschenmesser mißhandelt hat, daß der Verletzte an den Folgen gestorben ist. Der Angeklagte hatte an dem fraglichen Tage ziemlich viel getrunken. Nach dem Abendessen spielte er noch Starten in der Brück'schen Wirtschaft und begab sich dann in die Gerlach'sche, wo sich Walter mit Bekannten befand. Die jungen Leute trieben Unfug mit Juckpulver, von dem Walter in das Gesicht bekam, weshalb er mit Karl Wagner in einen Wortwechsel geriet, der sich auf dem Flur der Wirtschaft fortsetzte, aber von dem Wirt geschlichtet wurde. Obwohl den Angeklagten die Sache gar nichts anging, mischte er sich in die Sache und schimpfte sich mit Walter; er wollte ihn verfolgen als er sich nach Hause begeben wollte, wurde aber von Kameraden festgehalten. Er riß sich los und zog das Messer, während er den Verletzten ver­folgte und brachte ihm nach einem kleinen Wortwechsel mehrere Stiche bei, sodaß er zusammenbrach und von seinen Kameraden zum Arzt gebracht wurde. Letzterer ordnete die sofortige Ueberführung in die Gießener Kli­nit an, wo der Verletzte noch in der Nacht operiert eine wurde. Durch die erheblichen Verlegungen trat Bauchfellentzündung ein, die den Tod des Verletzten in ergab, daß die Hauptverlegung ein Stich durch die Le­der folgenden Nacht herbeiführte. Die Sektion der Leiche ber in die Magenwand war; ein weiterer Stich befand sich in der Nähe des Herzens, auch fand sich auf der Seite eine unwesentliche Verletzung. Der Angeklagte der Tat kam, wenn er auch nicht in der Lage ist, sie schützt Trunkenheit vor und will nicht wissen, wie er zu in Abrede zu stellen. Staatsanwalt Trümpert beantragte, die Frage, ob die Tat vorsätzlich geschehen sei, unter Zubilligung mildernder Umstände zu bejahen. Der Ver­teidiger Rechtsanwalt Dr. Kazz hingegen führte aus, daß die Frage ob vorsätzliche Tat vorliege, nicht erwie­sen sei, daher bitte er um Freisprechung seines Klienten.

Die Geschworenen stellten sich auf den Standpunkt des Staatsanwalts. Daraufhin beantragte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten und Trag­Ge­ung der Kosten. Kurz vor 7 Uhr verkündigte der Ge­richtshof das Urteil, es lautet auf 2 Jahre fängnis, Tragung der Kosten des Verfahrens durch den Angeklagten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Angeklagte erkannte das Urteil an.

Ei, Frauchen, schmeckt der Kaffee aber heute famos!"

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,, So? Na, da will ich Dir etwas verraten. Well Du so nervös warst, habe ich angefangen, Kathreiners Malzkaffee zuzufezen, erst in kleinen Portionen, dann und was Du fegt trinkst und so immer mehr reiner Kathreiners Malzkaffee, riesig lobst, das ist ohne jeden andren Zusaz. Nun siehst Du selbst, wie fein Rathreiners Malzkaffee schmeckt, von dem Du früher glaubtest, Du könntest ihn nicht trinken. Probieren geht über Studieren!"

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Der Gehalt macht's!"