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Kreuzer Berlin" geht nach Agadir.

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In ber amtlichen Note, in der die Entsendung des Banther" nach Agadir mitgeteilt wurde, stand bereits in Hinweis, daß dieses zur westafrikanischen Station gehörige Kanonenboot nur zunächst mit dem Schuß ber deutschen Reichsangehörigen betraut worden set Das ließ darauf schließen, daß das fleine Kanonenboot bald durch ein anderes Kriegsschiff ersetzt werden würde, zumal der Panther" auf der Heimreise begriffen war, um in Wilhelmshaven nach zehnjährigem Aufenthalt im Auslande einer Grundreparatur unterzogen zu wer ben. In Bestätigung dessen hat sich die Regierung jezt entschlossen, den flemen Kreuzer Berlin" anstelle bes Panther" mit dem Schutz der deutschen Reichsan­gehörigen in Agadir zu betrauen. Daß zuvor der Part­ther" zu dieser Aufgabe herangezogen wurde, läßt er. tennen, daß es sich mit Rücksicht auf die in Submaroffo brohenden Unruhen empfahl, möglichst schnell die deutsche Flagge zu zeigen, und ohne Rücksicht auf die auvor getroffenen Anordnungen, das am ehesten zu er Bolitische retchende Schiff nach Agadir zit beordern. Momente dürfen also bet diesem Austausch der beiden Schiffe nicht in Betracht kommen. Der flétne Kreuzer Berlin" hat ganz moderne Telefunkenapparate an Bord, wird also besser als der alte Banther" in ber Lage sein, den Nachrichtendienst nach der Heimat schnell und sicher zu vermitteln.

Der Kreuzer Berlin" schon unterwegs. Der Kreuzer, Berlin" ist schon vergangenen Sonn­abend von Niel abgegangen und dürfte bereits am Dienstag bet Agadir eingetroffen sein. Der Kreuzer Berlin" ist 1903 vom Stapel gelaufen und hat, wie bie Streuzer gleichen Typs, Hamburg"," Bremen", Lübed"," München"," Leipzig" und" Danzig" einen Berbrang von 3250 Tonnen bei einer Länge von 120 Metern. Seine Armierung besteht aus zehn 10,5 Bentt meter- Geschitzen, vier Maschinengewehren und zwei Torpedolancterrohren. Seine Geschwindigkeit beträgt 22 bis 23 Anoten. Der Kreuzer steht unter dem Befehl des Fregattenkapitans Löhlein und hat eine Besatzung von 286 Mann. Agadir und das Ausland.

Ueber die Haltung der österreichischen Re gierung zur Entsendung des Panthers" nach Aga bir fagt die Wiener Neue Frete Presse": Frankreic und Deutschland müssen zu einer Berständigung gelan gen, die nicht schwer zu finden sein wird, wenn man fich in Paris entschließt, mit der gefährlichen Tatsachen­politit Delcassés endlich zu brechen. Die österreichisch­ungarische Monarchie wird somit, wie sie in Algeciras getan hat, alles aufbieten, diese Verständigung zu er leichtern und dem allgemeinen Frieden müßlich zu sein, Die Berechtigung der deutschen Poltttt fann nicht ernsthaft bezweifelt werden. Es muß gelin­gen, in friedlicher Berücksichtigung der gegenseitigen ntereffen zu einer flaren Ordnung der Dinge zu ge langen. Die österreichisch- ungarische Monarchie wird eine solche Einigung nach Kräften unterstützen und trotz der selbstverständlichen Bundestreue die Gegensätze ab­auschwächen suchen.

Dem Beriner Lokalanzeiger" wird aus Parts ge­meldet: Nach einer aus Tanger hier eingetroffenen Brivatmeldung gilt die Entfendung eines französt­schen und eines englischen Kreuzers nach der atlantischen Küste als bevorstehend. Die Bewegung der beiden Schiffe soll sich bis Agadir erstrecken. Die Schiffe sollen mit dem deutschen Kreuzer den üblichen Salut austauschen. Ueberhaupt wollen Frankreich und England alles vermeiden, was der beiderseitigen Ent­fendung von Kriegsschiffen einen anderen Charakter geben fönnte, als den eines dem deutschen analogen Borgehens. Bei ihren bevorstehenden Entschließungen Jassen sich Frankreich und England, so behauptet man in Tangerer diplomatischen Streifen. hauptsächlich von der Erwägung leiten, die Küstenbevölkerung müsse rasch barber aufgeklärt werden. daß Deutschland nicht über Macht die maroffanische Bormacht zur See geworden fet. Wir möchten diese Nachricht nur mit einem star­fen Fragezeichen wiedergeben. Die Folge könnte näm­Ilch fein, daß Deutschland dann unter der gleichen Motivierung ein Schiff nach Gasablanca sebite, und das gäbe dann eine Zufpigung der Situation, die man wohl auch in Frankreich und in England zu ver­meiden wünscht.

,, Das Englische am deutschen Kaiserhofe".

Unter diefer Ueberschrift ist türzlich die Erzählung verbreitet worden, die englische Sprache werde vom Deutschen Kaiser in auffälliger Weise bevor= 81tgt, fie fet die Sprache der Kinderstube seiner Söhne und feiner Töchter gewefen und bet Hofe werde tit Berlin mit Vorliebe Englisch gesprochen. Demgegen fiber wird der Täglichen Rundschaut geschrieben:

Der Kaiser spricht eine ganze Anzahl von Sprachen. Daß er sich im Französischen so gewandt wie ein Pa­rifer ausdrückt, haben alle Franzosen bezeugt, die sich

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Jugendfreundschaft.

Noman von G. v. SchItppenbach. ( Nachdruck verboten.) Strandhof barg viele Kunstschätze und Gemälde, bunte elektrische Lampen erhellten die hohen, Iuguriös eingerichteten Zimmer. Der Reichtum und der feine Geschmack bildeten ein harmonisches Ganzes.

thm nähern durften, von Jules Simon, dem gestren­gen Atademifer, bis zu Herrn Meunter, dem millio­nenreichen Schokoladefabrikanten und Jachtbefizer. Englisch hat der Kaiser von flein auf gelernt. Seine Mutter, die Kaiferin Friedrich, hielt, wie man weiß, die englische Kultur, die ihres Heimatlandes, für eine der deutschen überlegene. Doch darf man nicht verges­fen, daß die Kaiserin Friedrich eine vollkommen deutsche Erziehung erhalten hatte. Ihre Mutter, die Königin Bittoria, die ja nur deutsches Blut in thren Adern und einen deutschen Gemahl hatte, sprach im Familienfreiſe ftets Deutsch. Man warf ihr vor, daß ihr Englisch et­nen deutschen Akzent habe.

Wenn Thekla dieses alles sab, wenn sie an thr et­genes enges armes Heim dachte, dann war der Gegen­fatz ein greller, aber feine unedle Neigung des Net­des erfüllte das Herz Frau Grotenbachs.

" Ich bin doch retcher," dachte fie, ich habe noch den Gatten und so viele liebe Kinder."

Es ist fein Geheimnis, daß der jetzige Kaiser sich bereits als junger Prinz gegen jegliche Ueber­Ichäzung fremdländischer Art auf Kosten der deut­fchen auflehnte. Gerade in dieser Hinsicht trat ein Ge­gensatz zu seiner Mutter hervor, aber, wenn man um eine Generation weiter zurückgreift, auch zu seiner Großmutter, der Kaijerin Augusta, der weimarischen Prinzessin, die sich bei höfifchen Gelegenheiten viel lie­ber des Französischen als des Deutschen bediente. Wil helm II. ist ferner im Rufftschen gut bewandert und auch des Italienischen nicht unfundig. Aber wer, heut­zutage, beschränkt sich auf die Sprache feines Vaterlan­bes? Bu Frau und Kindern, zu seiner Umgebung. des Alltags, mit einem Worte spricht der Kaiser Deutsch, nur Deutsch, und, wenn ein wenig aus der Schule geplaudert werden soll, mit berlinerischer Betonung und, in froher Stunde, mit Anwendung lu­sttger, berlinischer Redewendungen. Die Kaiserin gar, als holsteinische Prinzessin, ist deutsch vom Schettel bis zur Sohle. Die Kinderstube war ihr Reich. Deutsche waren die Lehrer, Erzieher, Gouvernanten ihrer Kin­der.

Die Jugendfreundinnen batten lange Gespräche, nach und nach erfuhr Frau Haideck einiges über die Sorgen Theklas, obgleich sie noch viel fitr sich behielt. Der Wunsch, belfend einzugreifen, befestigte sich immer mehr im Herzen der Reichen, nur wußte sie noch nicht, wie sie es am besten anstellen sollte; man verletzt den Armen so leicht.

" Mutter, fann ich Dich sprechen?" fragte Karla et­nes Tages und steckte den hübschen Kopf durch die Samtportiere zum Schreibzimmer Frau Haidecks. Gewiß, Kindchen, was willst Du?"

Karla ellte auf die Mutter zu und warf die Arme um fie.

" Ich will Dich um etwas bitten."

" Sprich Dich aus, wenn es in meiner Macht steht, so soll Dein Anliegen Gehör finden," ermutigte Frau Haideckt ihr Töchterchen.

Karlas Augen leuchteten.

Ich möchte, daß Evchen immer hier bleibt!" rief sie. Frau Haideck lächelte; war es doch ihr eigener Ge­danke gewesen, sie wollte mit ihrer Freundin sprechen, aber es war eine sehr zarte Sache, man mußte sie rich ttg anfangen. Lange schon wünschte Frau Haided eine

Damit kann die Legende vom Englischen als deut­scher Hofsprache abgetan sein.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der Kaiser weilt noch immer in Kiel, und bis zum Dienstag war der Termin der Abreise nach Norwegen nicht festgesetzt. Die Angabe, daß das schlechte Wetter im Norden ihn von der Abreise zurückhalte, wird in Berlin unverhohlen mit der Erwartung aufgenommen, daß dieses schlechte Wetter" in Norwegen voraussicht­Itch andauern werde, bis die Rücäußerung Frankreichs zur deutschen Marokkoaktion eingetroffen ist und der weitere Verlauf der Dinge sich übersehen läßt. Vor Fallières Rückkehr aus Holland, die Ende dieser Woche erfolgen soll, wird das aber nicht der Fall sein.

Emden und Borkum Kriegshäfen? Wie die Magd. 8tg. erfahren hat, bringt der kommende Reichsetat die Ausgestaltung von Emden und Borkum zu Seebefestig= ungen. Die Umgestaltung zu befestigten Kriegshäfen fet somit nur eine Frage der nächsten Jahre.

Noch eine Reichstagserfahwahl. Der Reichstagsab­geordnete Postsekretär Hamecher, Mitglied der Ben­frumsfraktion, ist zum 1. August als Oberpostsekretär nach Gütersloh versetzt worden. Nach Artikel 21 der Reichsverfassung verltert ein Mitglied des Reichstages, wenn es im Reichs- oder Staatsdienste in ein Amt mit höherem Range oder höherem Gehalte eintritt, sein Mandat. Die Voraussetzung des Artikels 21 dürfte auf den vorliegenden Fall zutreffen. Hamecher ist 1907 in Cöln- Land mit 27 910 Zentrumsstimmen gegen 17 310 sozialdemokratische und 7830 Itberale Stimmen gewählt

worden.

Ihren Austritt aus dem Hansabunde haben eine Anzahl Industrieller in Bochum vollzogen, unter ihnen befinden sich: der Generaldirektor des Bochumer Ver­eins für Bergbau und Gußstahlfabrikation, Geh. Kom­merztenrat Baare, der Vorsitzende des Zementsyndt­fates, Rosenstein, ferner der Syndikus der Bochumer Handelskammer, Wiebe. Von der Gründung einer neuen Ortsgruppe Bochum wird Abstand genommen werden. Die ausgetretenen Herren werden sich viel­mehr der in Essen unter Leitung des Geheimrats Kir­dorf ins Leben gerufenen Bezirksgruppe anschließen. Auch der Syndikus der Altonaer Handelskammer, Luebbers, hat sein Amt als Geschäftsführer des Zweig­vereins Altona im Hansabunde niedergelegt und seinen Austritt aus dem Bunde erklärt.

Die Generalversamminng der Landwirtschaftlichen Zentraldarlehnskasse für Deutschland, die am Dienstag in Erfurt unter außergewöhnlich starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche stattfand, nahm mit allen Stim­men gegen die der Vertreter von Posen eine Resolu­tton an, die die Maßnahmen des Aufsichtsrats zur Ge­fundung der Finanzen der Zentraldarlehnskasse gut­

gleichalterige Gefährtin für ihr Kind, aber würde die glückliche Mutter in die Trennung einwilligen?

" Soll ich Dir etwas anvertrauen, wirst Du schwet­gen, Karla?"

" Ich verspreche es Dir, Mutter," lautete die feter­liche Antwort.

" Ich hatte schon selbst daran gedacht, Dir in Ev­chen eine Gespielin zu geben und werde mit Frau Gro­tenbach darüber sprechen."

Jubelnd flog Karla ihrer Mutter in die Arme. " Freue Dich noch nicht allzusehr, wir wissen noch nicht, ob Evas Eltern einwilligen werden!"

D! die tum es, es sind viele Kinder zu Hause und denke Dir, alle zusammen haben nur fünf enge Stuben und feine Pferde und Wagen und Evchen bekommt oft die alten Kleider von Lina."

Das verwöhnte Kind konnte sich nicht genug über das wundern, was Klara und Eva ihr erzählt hatten. In den nächsten Tagen fam viel Besuch aus Stral­fund und der Umgegend, das gastliche Haus füllte sich. Sum Unglück erkrankte die Hansdame in Strandhof, ein Fräulein Müller.

" Tante Anna," sagte Lina in ihrer entschiedenen Art, Ich möchte die Wirtschaft übernehmen."

heißt. Die Lösung des Vertrages mit der Prengentasse fand die Zustimmung der Versammlung.

Die zweite Heffische Kammer hat die sozialdemokra tischen Anträge auf Schaffung einer nationalen Ein heitsschule, die für alle Schüler obligatorisch sein soll, nach mehrstündiger Beratung abgelehnt. Die Neus wahlen zum hessischen Landtag werden nach einem Aus­schreiben des Staatsministeriums, wie die Darmstäd ter Zeitung" meldet, voraussichtlich auf Freitag den 3. November anberaumt werden.

Präsident Fallières in Amsterdam. Präsident Fals Itères ist Dienstag nachmittag 3 Uhr an Bord eines französischen Kriegsschiffes in Amsterdam eingetroffen, In dem Landungspavillon wurde er von der Königin, dem Prinzen Heinrich, den Ertzen der Behörden und den Mitgliedern der französischen Gesandtschaft begrüßt. Die Fahrt durch die beflaggten Straßen nach dem Schloß wurde im offenen Wagen ausgeführt.

Dieses Anerbteten wurde dankend angenommen, Lina ergriff mit kundiger Hand die Zügel des umfang­reichen Haubalts, fie stand in der großen weißen Schürze am Herde, die Mägde beaufsichtigend, an alles denkend, sich schnell in die freiwillig übernommenen Pflichten zurechtfindend.

Der portugiesische Verfassungsentwurf sieht drek Gewalten vor, die gesetzgebende, die ausführende und die richterliche. Die Erste Kammer wird durch direkte Wahl auf drei Jahre gewählt und Nationalrat heißen. Die Zweite, der Rat der Vertreter der Gemeinden, wird zur Hälfte alle drei Jahre zu erneuern sein. Bei Kammern werden vereinigt den Kongreß bilden. Der Präsident der Republik wird von beiden Kammern auf vier Jahre gewählt. Er ernennt und beruft die Mi­nister ab, die durch Botschaften auf alle Fragen ants worten müssen, die aus dem Parlament an sie gerichtet werden. Der Präsident und die Minister sind verant wortlich und können vor einen Gerichtshof der Republik gezogen werden. Alle konstitutionellen Garantien fitr die Entrichtung der Steuern, den Zusammentritt der Kammern, die Wahlen und die individuellen Rechte sind In der Verfassung festgelegt.

Es ging wie am Schnürchen und es war für Lina eine Freude, die reich besetzten Vorratskammern unter threr Aufsicht zu haben, in der großen, blitzsauberen Küche schalten und walten zu dürfen, die Linnen und Silberschätze des reichen Hauses herauszugeben und das Decken der langen Tafeln zu beaufsichtigen. Das

Kleine Nachrichten.

Die Prinz Heinrich- Fahrt nahm Mittwoch früh vom Kurgarten in Homburg aus ihren Anfang und geht am ersten Tage bis Göln. Der zweite Tag bringt die Fahrer bis Münster t. W. und die letzte Strecke auf deutschem Boden führt von Münster nach Bremerhaven. Dort erfolgt die Ueberfahrt per Schiff nach England, und von Southampton beginnt eine Fahrt durch Eng land und Schottland, die zehn Tage umfassen wird.

Feriensonderzüge. Die Eisenbahnverwaltung in Berlin hat durch Einrichtung einer großen Zahl von Sonderzügen dafür gesorgt, daß sich auch die weniger Bemittelten eine Reise gönnen fönnen. Insgesamt werden 325 Feriensonderzige abgelassen werden.

Eine Stiftung zur Bekämpfung der Tuberkulose. Der Rentner Leopold Rischard aus dem luxemburgischen Wiltz hat der Luremburger Liga gegen Tuberkulose zum Bau eines Sanatoriums 250 000 Mart vermacht. Die Mitglieder der türkischen Studienkommission trafen am Dienstag vormittag, wie aus Duisburg ge meldet wird, furz vor 10 Uhr mit einem Dampfer, aus Düsseldorf fommend, auf den Kruppschen Werken bet Rheinhausen ein und besichtigten eingebend die dortt gen Anlagen. Nachmittags fand eine Besichtigung der Säfen statt.

Die ansständigen Safenarbeiter verursachten ae­stern in Manchester große Unruhen dadurch, daß sie die Beförderung der Waren auf die Märkte zu ver­hindern suchten. Es tam zu ernsten Zusammenstößen mit der Bolizet, die sich geamungen fah, militärische Hilfe herbeizuholen, um die Ruhe wieder herzustellen. E3 wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Bu ffandalölen Vorgängen fam es gestern auf dem Festplatze des Rheinischen Sängerbundes in Göln, wo zahlreiche Beltinhaber gegen die Herren der Festleitung vorgingen und sie mit Steinen bewarfen. so daß die Polizei einschreiten mußte. Alsdann zerstörten die Er zedenten die Einfriedigung des Festplatzes, worauf Po­Itzisten die Ein- und Ausgänge besetzten und weitere Ausschreitungen verhinderten.

Nach dem Genuß von Spelfeels erkrankt. n Neuenahr starb gestern der Bearinder und Aufsichts­ratsvorsitzende der Ankerwerfe ftiengesellschaft, Rent ner Hugo Hengstenberg aus Bielefeld. Er ertranfte vor acht Tagen mit fiinfzehn anderen urgästen nach dem Genuß von Sveifecis. Einer der Erfrantten starb so­fort; mehrere find jetzt noch frant.

Ein Großfener mittet in dem Schwarzwaldstädtchen Engen. Das enter, das in einer Scheune ausgebrochen war. hatte sich bei dem herrschenden Ostmind schnell ver­breitet und bereits 15 Säufer zerstört. Do es sehr heiß und trocken ist. und der Brand in der Altstadt mittet. so besteht die Gefahr. daß ganze Straßenzüge ein Raub. der Tommen werden.

Seine rant erschlagen hat in der Sillerheide bet Recklinghausen der 58 Jahre alte Tabatarbetter Ro­manec. Man fand die Frau mit einer furchtbaren Kopfwunde tot in einem wenig benutten Zimmer der

Schmücken derselben mit Blumen überließ Lina gern den jüngeren Mädchen.

" Lina ist die Prosa, aber eine sehr wohltuende," hatte Frau Grotenbach threr Freundin geschrieben, da­ran dachte Frau Haided jetzt oft. Frisch und blühend erschten die neue Hausdame zu den Mahlzeiten in th= ren einfachen hellen Sommerkleidern, die sie selbst nähte; sie war froh, ihrer freundlichen Wirtin hilfreich fein zu können.

" Ich möchte Lina ebenfalls hier behalten," dachte Frau Haideck, aber wird Thefla mir beide Töchter ab­treten?"

Grotenbachs waren schon vier Wochen in Rügen; da überraschte sie eines Morgens Alfred, der, mit der russischen Familie aus der Schweiz tommend, cinige Tage mit ihnen in Saßnitz bleiben wollte. Das war ein Jubel! Ein ganzes Jahr hatten sie ihren Aeltesten nicht gesehen. Er umarmte sie lachend der Reihe nach, feine Mutter füßte er besonders innig.

" Du flebst ganz rosig aus, Mutti," sagte der junge Arat glücklich, dann wandte er sich an Frau Haideck und dankte ihr warm, daß sie so gütig gegen die Seinen gewesen war.

Es ist mir selbst die größte Freude, so liebe Gäste in Strandhof willkommen zu heißen; ich hoffe, Sie blet­ben lange in Saßniz und sind oft hier," entgegnete Frau Haided herzlich.

Leider reisen wir bald weiter, gnädigste Frau." " D, nennen Sie mich auch Tante Anna, wie alle Ihre Geschwister."

Alfred füßte dankend ihre Hand, die sie ihm ent­gegenstreckte.

" Das ist ein prächtiger Mensch," dachte Frau Hat­deck bei näherer Bekanntschaft mit Alfred Grotenbach, ,, und wie schön ist sein Verhältnis zur Mutter!"

( Fortsetzung folot.)

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