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gemeinsamen Wohnung, wo die Leiche schon anscheinend einige Tage gelegen hat. Die Eheleute galten als trunt­fachtig.

Bon sechs Naufbolden überfallen wurde gestern nachmittag in Herne in der belebten Bahnhofstraße ein Schußmann. Der Beamte wurde nach verzweifelter Gegenmehr durch Messerstiche, von denen einer die Lunge durchbohrte, niedergemetzelt; er ist bereits seinen Verletzungen erlegen. Die Burschen, die demnächst ih= rer Militärpflicht genügen sollten, durchzogen nach ei­nem Zechgelage lärmend die Straßen. Als ihnen der Schußmann Ruhe gebot, fielen sie sofort über ihn her. Sie wurden verhaftet.

Durch Verwechslung zweier Flaschen ist in einem Berliner photographischen Atelier ein schwerer Unfall herbeigeführt worden. Aus Versehen ergriff ein Ar­better statt einer Bierflasche eine andere, die eine gif­tige Lösung enthielt, und trant daraus. Er brach so­fort zusammen und starb nach wenigen Minuten.

Die schwarzen Boden in Stendal. In Stendal tst fett ein fünfter Fall von Erkrankung an schwarzen Pocken festgestellt worden.

Acht Frauenmorde hat in Atlanta( Nordamerika) ein unbekannter Mann verübt. Sämtliche Morde sind in der gleichen Weise ausgeführt worden: Stets an etnem Sonnabend schlich sich der Mörder hinter sein Opfer, ergriff es bet den Haaren und durchschnitt ihm mit einem Rastermesser die Schlagader.

Volkswirtschaftliches.

Das Ergebnis der Wohltätigkeitsanstalten für die Angehörigen der Reichspost wird jetzt vom Reichspost­amt den Verkehrsanstalten vom letzten Jahre mitgeteilt. Die Post unterstützungsfasse verausgable im Rechnungsjahr 1910 an Erziehungsgeldern 170 496M, an fortlaufenden Unterstübungen 225 932 M., an Ruhe­nehältern für Postillione 40 908 M. usw. Ihre gesamten Ausgaben betrugen 724 799 M. Im einzelnen erhielten 8455 Hinterbliebene von Unterbeamten 459 231, 738 Unterbeamte 47 720 M., 309 Postillione 49 387 M., 530 Hinterbliebene von Postillionen 44 085 M., 11 Beamte 1180 M. usw. Das Vermögen der Kasse beträgt jetzt 990 150 M. Die Katser- Wilhelm- Stiftung für die Angehörigen der Reichspost- und Telegraphen­verwaltung verfügt jetzt über ein Vermögen von 702 850 Mart. Sie verteilte an 72 Söhne und 1 Tochter 13 150 Mark, an Netfestipendien 3600 M. Lebensversicherun­gen von Unterbeamten mit einem Zuschuß von 17 Pro­zent der Prämte aus der Reichstasse bestehen tett 11 653 über 16 463 010 M. Versicherungen ohne Prämien­zuschuß 41 661 über 120 851 799 M. Der Sterbekas= senverein für Reichspostbeamte hatte Ende 1910 ein Vermögen von 1 159 879 M. und 8012 Mitglieder mit 6 516 000 M. Versicherungssumme. Die 41 Postspar- und Darlehnsvereine haben 219 418 Mitglieder mit einem Guthaben von 65 577 837 M. Die Post trantentaf= sen haben 50 573 Mitglieder und 1325 021 M. Gins nahmen.

Aus den Gerichtssälen.

Die Wertzuwachsstener trägt der Verkäufer. In etnem reichtsgerichtlichen Urteil vom 26. Juni tst die vor einiger Bett von dem Landgericht Berlin und dem preußischen Kammergericht entgegengesetzt beurteilte Streitfrage, zu wessen Lasten die Wertzuwachssteuer bei einem getätigten Verkauf fällt, endgültig dahin ent­schieden worden, daß die Wertzuwachssteuer vom Ver­fäufer zu tragen ist.

Wegen Beleidigung des Wandervogelbundes hatte sich vor der Straffammer des Landgerichts in Göttin­gen der Rittergutsbesizer Wilhelm Jansen aus Berlin, früher in Friemen im Kreise Eschwege, zu verantwor= ten. Jansen ist Mitbegründer des Wandervogel" und war im Jungwandervogel Vorsitzender des Eltern- und Freundesrats. Nachdem sich jedoch herausgestellt hatte, daß Jansen homosexuell veranlagt war, mußte er fämt­liche Aemter niederlegen und aus dem Verein austre­ten. Darüber erbittert, versandte Jansen an die El­tern- und Freundesräte, an die Führerschaften und an verschiedene Schuldirektoren ein Rundschreiben, in dem er behauptete, im Wandervogel, auch in der Führer­schaft, befänden sich zahlreiche homosexuell veranlagte Männer. Settens des Kultusministeriums wurde nun dem jetzigen Bundesleiter, Professor Henkel- Göttingen, nahegelegt, gegen Jansen Strafantrag wegen Beleidt­gung zu stellen, wenn der Wandervogel" einer be­hördlichen Auflösung entgehen wolle. Daraufhin stellte die Bundesleitung des Wandervogels Strafantrag, und Jansen hatte sich vor der Göttinger Straffammer we= gen Beleidigung zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte in der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Verhandlung drei Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf 300 Mark Geldstrafe und Publt= fationsbefugnis in dem Verbandsorgan Alt- Wander­vogel".

Vermischtes.

Er öffnete

35 000 Mark unterschlagen. Die Frankfurter Po­Itzet verhaftete einen 18 Jahre alten Schneider Je­zyrny, der am 1. Junt in Begleitung des Banklehrlings Kochannowskt aus Posen durchgegangen war. Kochan­nowski hatte 35 000 Mart unterschlagen, die er in et= nem Geldbriefe zur Post bringen sollte. vorsichtig das Kuvert, nahm die Banknoten heraus und füllte den Brief wieder mit Papierschnißeln. Die zwet Verbrecher fuhren erst nach Berlin, dann nach Leipzig, Dresden, Cassel und kamen dann nach Frankfurt. Hier hielten sie sich etwa 14 Tage auf und gaben sich als Russen aus. Ste frequentierten alle Bars und machten große Ausgaben. In einer Bahr verzehrten sie allein 6000 Mark. Kochannowskt ist am Sonntag abend in Begleitung einer Bardame nach Straßburg abgereist, wo er gestern früh verhaftet wurde. In seinem Besize wurden noch 14 000 Mark vorgefunden.

Die Gluthike in Amerika. Nach einem Bericht des Nenyorker Wetterbureaus ist seit dem Jahre 1881 feine derartige Higwelle über Neuyork dahingegangen, wie sie jetzt das gesamte Leben in der Hudson- Metropole Tahmlegt. Die Temperatur war, wie berichtet, gestern bis auf 40.5 Grad Celsius in den Straßen der Stadt ge= sttegen. Nicht weniger als sechzehn Opfer hatte gestern der Hizschlag allein in der Stadt Neuyork gefordert, während Tausende infolge der gewaltigen Hize frank darnieder Itegen. Auf den Polizei- und Sanitätsstatio= nen werden die ohnmächtig Gewordenen oder die vom Stzschlag Getroffenen in Massen etngeliefert. Der Ge­schäftsgang ist gestört. Nur die unbedingt notwendi­gen Geschäfte werden erledigt; es wird nur gekauft, was gerade sein muß. Wer es ermöglichen kann, fährt nach Coney Island, wo das nahe Meer ein wenig Küh­lung bringt. In den ärmeren Stadtteilen werden tags­über Stühle, Decken und Matten in den Schatten der

einen Häuferreihe der Straßen gebracht, und auf ihnen Ein Wahnsinniger als Flugpassagier.

sigen und liegen Tausende von Menschen, die den Staub und Straßenlärm der erdrückenden Schwile im In­nern der Wohnungen vorziehen. Nachts schlafen viele auf der Straße, und die Polizei läßt sie gewähren.

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Der Kampf gegen die langen Hntnadeln. Nunmehr hat auch die fgl. Eisenbahndirektion Altona gegen die übermäßig langen Hutnadeln der Damenwelt Front gemacht. Im neuesten Amtsblatt" ist eine Verfügung enthalten, wonach die Fahrbeamten berechtigt sind, Da= men mit langen Hutnadeln, deren Spizen ohne Schutz­hülsen sind, ohne weiteres von der Fahrt auszuschlie= ßen. Entweder sollen die betreffenden Damen die Hut­nadeln entfernen oder falls sie dies nicht wollen von der Mitfahrt ausgeschlossen werden. Carusos Stimme vor Gericht. Caruso hat gegen den hervorragendsten italtentschen Laryngologen, Pro­feffor de la Vedova aus Matland, eine Klage ange= strengt, well dieser, der ihn zweimal bei Erkrankung des Kehlkopfes behandelt hat, in einer Mailänder Zet= tung erklärte, daß die Stimmkraft Carusos schwer be­einträchtigt gewesen set. Der Sänger verlangt eine Million Schadenersatz, da durch diese Veröffentlichung ein ungünstiger Eindruck auf die Impresarios entstan­den set, mit denen er neue Abschlüsse vorbereitete. Er erklärt, der Arzt habe sich rächen wollen, well Caruso fich geweigert habe, 50 000 Frank für eine leichte Ope= ration an der Kehle zu zahlen. Vedova habe sich nach langen Verhandlungen dazu verstanden, diese Summe auf 20 000 Frank zu ermäßigen.

Eine Gesundbeterin für unglücklich Liebende" treibt gegenwärtig im Westen Berlins thr Unwesen. Ste knüpft auf der Straße Bekanntschaften mit jungen Dienstmädchen an, behauptet, daß das Mädchen schlecht aussehe und unbedingt Liebeskummer haben müsse. Nur sie allein set mit Hilfe des 7. Buches Moses, das thr durch Erbschaft überkommen ist, tmstande, die Lie­bende von ihrem Kummer zu befreien. Sie verlangt dann, daß ihr Opfer ihr die gesamten Schmucksachen und alle Ersparnisse für einige Zeit ausfolge. Sie müs= se mit dem Gelde eine Wallfahrt antreten und am Bier die Gold- und Silbersachen des Mädchens an dem Al­tar einer Heiligen, deren Namen sie verschweigt, nieder­legen. Obwohl dieser Schwindel ungemein plump ist, hat die Gaunerin doch ein Dußend junger Mädchen um thre Ersparnisse gebracht. Eins erstattete schließlich An­zeige bei der Schöneberger Kriminalpolizet, die nun weitere Recherchen anstellt. Bisher ist es nicht gelun= gen, der Gesundbeterin" habhaft zu werden.

Die Nachbarfeste" in Bocholt. Aus Bocholt( West­falen) wird der Frff. 3tg." geschrieben: Zurzeit sind hier wieder die Sünt Jansfeiern", dte sogenannten Nachbarfeste, an der Tagesordnung. Einem alten Brauch entsprechend, sind die Anwohner der meisten Straßen zu sogenannten Nachbarschaften" vereinigt, metst 20 bis 50 Familen umfassend, die gemeinsame In­teressen vertreten und sich im Bedarfsfalle gegenseitig Hilfe leisten. Die Nachbarfeste nun haben den Zweck, dte Bekanntschaft der Nachbarn zu vermitteln, was bet gemeinschaftlichem Kaffee, bet einem Faß Bier und, wo die Räumlichkeiten dies gestatten, bet einem Tänzchen stattfindet. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch ein " Kranzherr" und eine Kranzfrau" gewählt und ein gemeinsamer Umzug durch die Nachbarschaft gemacht. Dabet gibt es häufig komische Aufzitge; so wurde kürz­Itch bei einem Nachbarfefte im nahen Bergsken die Kranzfrau hoch zu Roß durch die Nachbarschaft geführt, was nicht wenig Aufsehen erregte.

Einen lehrreichen Ueberblick über den Bierver: brauch der verschiedenen Völker gibt eine Statistik, die in einer französischen Zeitschrift veröffentlicht wird. Da­nach fällt der Ruhm", die größten Biertrinker der Welt zu sein, uns Deutschen zu, produzieren wir doch jährlich rund 73 Millionen Hektoliter Bier, von denen trotz der Ausfuhr doch der weitaus größte Teil im Lan­de verbraucht wird. Auf jeden Deutschen entfallen da­mit jährlich 137,3 Liter. An zweiter Stelle stehen die Amerikaner mit einer Bierproduktion von 63% Milli­onen Hektolttern, so daß auf den Kopf der Bevölkerung 75,6 Liter im Jahre entfallen. England steht mit 54 Millionen Hektolitern und 127,3 Lttern für den Kopf der Bevölkerung an dritter Stelle, Desterreich folgt mit 19 Millionen Hektolitern, wobet 64,3 Ltter auf jeden Desterreicher kommen. An fünfter Stelle steht Frank­reich in dieser Statistik mit seiner Bierproduktion von 14 Millionen Hektolitern vor Italien, das mit nur 250 000 Hektolitern in der Bierindustrie der Welt ohne Bedeutung ist.

Das Ladenfräulein mit dem Lasso. Eine mutige Tat hat Fräulein Jane Litmar, ein junges Mädchen von 18 Jahren, in Neuyork ausgeführt. Sie stand al­lein in dem Eisenwarengeschäft thres Bruders, als sie einen großen Kerl hereintreten sah, der auf seiner Schulter einen Sack aus grober Leinwand trug. Der Mann, über einen Kopf größer als das Fräulein, schütt= tete den Inhalt seines Sackes, Zinkgerät, Bleirohre, Hammer, Zangen und allerhand anderes Werkzeug, auf den Boden des Ladens aus." Wollen Sie mir das ab­faufen?" fragte er. Wir kaufen nichts, wir verkaufen nur", erwiderte das junge Mädchen. Dabei warf ste einen Blick auf die Sachen, und es war ihr, als er= kenne sie einen Teil davon wieder. Dieses Werkzeug da", sagte sie ,,, tst zum großen Teil uns gestohlen. Diese Zangen, diese Hammer stammen aus unserem Laden." Aufgebracht erhob der Mann heftigen Widerspruch, und, indem er alsbald die auf dem Boden verstreuten Sachen wieder einzusammeln begann, brummte er mit drohen­der Miene allerlei vor sich hin. Schließlich aber hatte er sich doch beruhigt, hob den Sack auf seine Schulter und wandte sich dem Ausgang zu. Während er aber am Boden beschäftigt war, hatte Fräulein Litmar heimlich einen Knäuel dicke Schnur ergriffen, die zum Verpacken der Ware diente, und daraus eine laufende Schlinge ge= macht. In dem Augenblick, wo der Mann zur Tür hinaustreten wollte, schleuderte sie mit sicherer Hand diesen Lasso nach seinem Kopfe, und als es um seinen Hals lag, zog sie es so fest, daß er hinstürzte und fast erwürgt wurde und band die Schnur an einem Fuße des schweren Ladentisches fest. Dann rtef fie telephonisch die Polizei herbet. Als diese kam, war der Mann bei­nahe erstickt, sodaß er zunächst einem Arzte anvertraut werden mußte. Das Fräulein aber war froh, endlich den gefährlichen Gast los zu sein; der Ruhm ihrer kal­ten Entschlossenheit ist jetzt über ganz Neuyork vers breitet.

Aus Bukarest wird der Inf." geschrieben: Bek den Schauflügen des rumänischen Fliegers Tardescn in der Nähe von Jassy ereignete sich, wie die dortigen Blätter berichten, ein schreckensvoller Vorgang, der nur durch die unglaubliche saltblütigkeit und eiserne Ruhe des Flugzeuglenkers einen glücklichen Ausgang nahm. Tardescu war am vorigen Donnerstag nachmittags 4 Uhr vor einer großen Zuschauermenge aufgestiegen und hatte in seinem Flugapparat einen Arzt, Dr Delle, als Passagier mitgenommen. Der Arzt ist ein in der Gegend angesehener Mann, der bisher als durchaus geistig gesund galt. Der Flieger stieg unter dem Jubel des Volkes auf seinem Bleriot- Eindecker mit großer Ge­schwindigkeit in die Luft und hatte ungefähr eine Höhe von 400 bis 500 Metern erreicht, als man plötzlich wahr= nahm, daß er anscheinend ohne jede Ursache den Ab­stieg wieder vornahm. Als der Flugapparat ungefähr auf 60 bis 80 Meter heruntergekommen war, meriten alle, daß sich in dem Apparat anscheinend ungewöhn­liche Vorgänge abspielten. Besonders der Passagier Delle zeigte eine Unruhe, die der Sicherheit des Flug­apparates gefährlich werden konnte. Nur Tardescu schien wie aus Marmor an seinem Steuer zu sitzen, ohne fich um die Bewegungen seines Passagiers zu fümmern. Mit vieler Mühe gelang es ihm endlich zu landen, als die Spannung des Publikums aufs Höchste gestiegen war, da man inzwischen schon einige Sekunden vorher die lautschreiende Stimme Delles, die das Sausen des Propellers übertönte, vernommen hatte. Als der Flug= apparat gelandet war, wußte immer noch niemand, wo­rum es sich handelte, da Tardescu anscheinend halb ohnmächtig und unfähig war, ein Wort von sich zit ge­ben, während Delle mit den Händen gestikulierte und zusammenhanglose Worte sprach. Man ahnte beretts das Furchtbare, als Tardescu die wenigen Worte sagte: " Führt ihn fort!" Der Passagier wurde sofort in siche­res Gewahrsam genommen. Nach einigen Minuten hatte sich Lardescu so weit erholt, daß er eine Schilde­rung der Vorgänge geben konnte. Als er sich mit set­nem Passagier auf ungefähr 200 Meter erhoben hatte, begann der Passagier plößlich sehr aufgeregt zu werden und erklärte, daß er den Drang in sich fühle, aus dem Flugapparat zu springen. Er bat den Flugzeuglenter flehentlichst, sofort wieder niederzugehen, da er Schwin­belgefühle habe. Der Flieger versuchte, seinen Passa­gier zu beruhigen. Es gelang ihm aber nicht, sondern er merkte bald, daß er einen Wahnsinnigen vor sich habe, der tatsächlich imstande set, aus dem Flugapparat zu springen. Ja, der Passagier machte sogar Anstal­ten, mit einem Messer nach ihm zu werfen, Der Flie­ger entschloß sich also, herunterzugehen und teilte dies dem Passagier durch das Sprachrohr mit. Bei dem Pas­sagier schien aber inzwischen heller Wahnsinn ausge­brochen zu sein, er führte irre Reden und brüllte un­aufhörlich. Es war ein furchtbarer Kampf tit den Litf­ten um Leben und Tod, da der Flieger alles aufbot, seinen Passagier zu beruhigen. Es verflossen noch einige schreckliche Minuten, bis es ihm endlich glückte, zu lan­den. Er hatte aber seine Kräfte während dieser ner= venaufreibenden Minuten völlig erschöpft und konnte an dem Tage nicht mehr daran denken, seinen Aufstieg noch einmal zu wiederholen.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Antritt der Nordlandreise des Kaisers.

Kiel, 5. Jult. Die Hohenzollern mit dem Kat­fer an Bord hat heute morgen 4 Uhr die Fahrt nach Norwegen angetreten.

Vom Dentschen Rundflug.

Nordhausen, 5. Jult. Heute erfolgte der Start auf der Strecke Cassel- Nordhausen, wo die Ueberharz­flüge stattfinden sollen. Vollmöller ist um 6,15 ubr auf dem hiesigen Flugfeld gelandet, Püchner um 6,30 Uhr. Wincziers traf etwas später ein, da er eine Zwi schenlandung in Bleicherode vornehmen mußte. Der Flieger Hanuschke hat sich von Münden ab verflogen und ist um 7,22 Uhr bet Hörter gelandet.

Auf der Suche nach Richter.

Berlin, 5. Jult. Zur Angelegenheit des ent= führten Ingenieurs Richter wird dem Lokalanzeiger" aus Saloniki gemeldet, daß aus der bisher von den türkischen Behörden geführten Untersuchung hervor­gehe, daß Richter noch im Olympnebiete meile. Es ha­ben sich Anhaltspunkte für die Entdeckung der rich­tigen Spur gefunden und man hofft, in drei bis vier Tagen Fühlung mit den Räubern nehmen zu können. Mobilmachana in Montenegro.

Wien, 5. Juli. Wie die Neue Freie Presse" aus Gettinje meldet, hat die Regierung dem Doyen des diplomatischen Korps und dem russischen Gesandten mitgeteilt, daß Montenegro durch die Mobilisterung seitens der Türket gezwungen werde, ebenfalls mobil zu machen. Der Befehl zur Mobilmachung ist bereits an einige Grenzgarnisonen abgegangen.

Die Size in Amerika.

Renyork, 5. Juli. Die Hiße erreichte gestern mit 105 Grad Fahrenheit ihren Höhepunkt. Während der letzten 24 Stunden ereigneten sich in Neuport 19, im ganzen Osten mehr als 300 Todesfälle infolge der Hize. Die Zahl der Erkrankungen ist nicht fontrollier­bar. Die Zustände in den ärmeren Vierteln, wo die Bevölkerung größtenteils auf Feuerleitern und Dä­chern die Nächte verbringt, sind erbärmlich. Die Wet­gerung der Behörden, die öffentlichen Parts in der Nacht offer zu halten, begegnet großem unwillen. Am gestrigen Nationalfeiertage verzeichnete man die stärkste femals registrierte Frequenz auf sämtlichen Bahnen, Booten und Fehren. Mindestens eine Million Men= schen verließen die Stadt, obgleich in der ganzen Um gebung gleichfalls die höchste Temperatur anhielt. Das Wetterbureaut in Washinaton meldet feinerlei Aussicht auf Aenderung. Die Selbstmorde nehmen infolge der Size starf zu.

Handel und Verkehr.

Caffel, 4. Jult. Schlachtviehpreise. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben, ungejocht. Schlachtgewicht 87 bis 90 M. 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 84-86 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 85-86 M., b) vollfleischige junge 79-83 M. E. Färfen und Kühe: a) vollfletschige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwer­tes 83-85 M., b) vollfleischige ausgemästete ühe höch= ften Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 81-82.A., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 78-80 M., d) mäßig genährte ühe und Färsen 70-75 M. 2. Rälber: a) Doppellender fein­ster Mast Lebendgewicht 8, 5) fetiste Mastfälber

, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 54 bis 57 8, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 51 bis 53, e) geringere Saugfälber 48-50 8. 3. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast­Hammel Schlachtgewicht 88-90 M., b) ältere Mastham­mel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 85 M 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Allogramm Schlachtgewicht- M., b) vollfleischige von 120-150 Allogr. 57-58 M., c) vollfleischige von 100 bis 120 Kilogr. 56-57 M., D) vollfleischige von 80-100 Kilogr. 54-55 M