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Finanzielle Kriegsjorgen.

Bon finanzpolitischer Seite wird uns geschrieben:

Das Jahr 1911 wird mit tiefschwarzen Lettern in der Wirtschaftsgeschichte der europäischen Staaten ver­zeichnet werden müssen. Dürre, Mißwachs, Teuerung und Krieg zehren gemeinsam an dem Mart der Völ­ter, und lange wird man die Schäden spüren, die allen ökonomischen Werten entstanden sind. Die Vorboten von Bankstürzen haben sich bereits eingestellt, und wenn man auch sagen mag, daß nur das Morsche fällt, sobald ein reinigender Sturm durch die Lüfte braust, so läßt sich doch andererseits nicht bestreiten, daß manche Ft nanzinstitute zerstört und manche Existenzen vernichtet wurden, die sich bei einer friedlichen Weltlage nicht nur halten, sondern auch gedeihlich entwickeln konnten. An dem Fall der Göttinger Bank mögen verschiedene Fehler, namentlich die Ueberschreitung der Grenzen der Kreditgewährung, die Schuld tragen, doch die politischen Unruhen versetzten dem Unternehmen den gefährlich­sten Stoß. Die gesamte geschäftliche Lage der europät schen Reiche ist durch die Unsicherheit der Verhältnisse in Mitleidenschaft gezogen worden, und auch auf die Finanzlage der Staaten kann man das Goethesche Wort anwenden, daß Orient und Occident nicht mehr zu tren­nen sind.

Im Abendlande begannen sich soeben die branden­den Goldwogen etwas zu beruhigen, als schon im Mors genlande neue Unruhen emporstiegen, die die Wellen bes Rentenmeeres aufpeitschten. Selbst wenn es ge­lingt, den ttalienisch- türkischen Krieg räumlich zu be­grenzen, so kann das europäische Kapital ebensowenig von den Ereignissen unberührt bleiben, wie der inter­nationale Handelsverkehr. Sowohl mit Italten als auch mit der Türket verknüpfen sich besonders in Deutschland so viele finanzielle und wirtschaftliche In­teressen, daß schädliche Wirkungen des friegerischen Zu­fammenstoßes nicht fehlen können. Der von Italten ohne zwingenden Grund herbetgeführte Krieg findet deswegen in allen Handels- und Industriestaaten eine heftige Verdammung. Wenn die Italiener erst die Fol­gen ihres Abenteuers spüren werden, so dürften ste felbst ihre nationale Leidenschaft verwünschen.

Man hat an der Tiber aus Konkurrenzneid auf die räumliche Ausdehnung Frankreichs in Afrika ganz aus dem Auge verloren, daß der Außenhandel mit der Türket Italien den größten Gewinn bringt. Gerade die italienische Schiffahrt hatte im Verkehr mit der Le­vante die größte Betätigung zu verzeichnen, und nun läßt der Herzog der Abruzzen wesentliche Bestandtetle der kleinen türkischen Flotte zerstören und friedliche Hirtische Handelsdampfer aufbringen. Daß sich diese Taten wirtschaftlich an Italten rächen werden, steht schon test außer Zweifel. Die Kriegskosten werden auf alle Fälle von Italten selbst zu bestreiten sein, denn die Türket vermag die ungeheuren Summen nicht zu becken, die der Krieg verschlingt. Die Mächte, die ft= nanziell mit der Türket verbunden sind, namentlich Frankreich und Deutschland, werden nicht zulassen, daß der Verwaltung der türkischen Staatsfinanzen der Strid um den Hals gelegt wird, also wird sich Italien mit einem Protektorate fiber Tripolis und die dahinter Ilegende Sandwüste begnügen müssen, aus der nichts zu holen ist. Jtalten, daß wenig Aussicht hat, eine Kriegsanleihe auf dem europäischen Geldmartte unter­zubringen, wird noch mit seinem eigenen Sparkapital feine Siege über den ungleichen Gegner zu bezahlen haben, und dann kommt das böse Ende nach.

Daß die Türket durch den Krieg von neuem in schwere finanzielle Sorgen gestürzt wird, ergibt sich aus den fümmerlichen Geldverhältnissen des Staates. Un­ter deutscher und österreichischer Hilfe wurde die Tür­fet erst im vorigen Jahre aus einer höchst bedrängten Lage befrett, und bald nahen die Rückzahlungstermine heran. Die deutsche Bantwelt und die deutschen Rent­ner, die an der großen Türkenanleihe von 11 Millionen Bfund beteiligt sind, machen begreiflicher Weise saure Mienen zu dem Lärm im östlichen Mittelmeer. Ste hatten auf ein offenes Feld wirtschaftlicher Arbeit ge­rechnet, und statt dessen stellt sich der Kriegsschrecken ein, dessen Ende vorläufig nicht abzusehen ist. Leider werden auch deutsche Börsen durch sinkende Kurse an den Verlusten teilzunehmen haben, die der Krach im europäischen Orient herbeiführt.

Neue englische Verdächtigungen. In London hält man den gegenwärtigen Zeitpunkt für passend, um wieder einmal eine neue Auflage alter Verdächtigungen gegen die deutsche Politik vom Stapel zu lassen. Der Marineberichterstatter des Daily Tes legraph" will wissen, daß die deutsche Regierung beschlossen habe, im kommenden Winter ein Geschwa der nach dem Mittelländischen Meer zu ent fenden, das die deutsche Flagge in allen dortigen ä fen zeigen soll und wahrscheinlich in irgendwelche Ver bindung mit der österreichischen Marine treten werde. Da Deutschland gegenwärtig feinen eigenen Hafen im Mittelländischen Meer besitze, so würden die Schiffe im

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Aus Eifersucht.

Roman von Max Hoffmann. ( Nachdruck verboten.)

Ste fah thn betroffen mit ihren dunklen Augen an. Wahrhaftig, Du hast recht, Friz! Immer triffft Du den Nagel auf den Kopf und verstehst mich zu überreden. Seit dret Jahren höre ich nun in Chicago Vorlesungen über Philosophie, Logit, Psychologie und alles mögliche, und doch wirfst Du mit Deinen Ver­nunftsgründen in kurzer Bett alle meine Ansichten über den Haufen."

Er lächelte. Nein, dieser Erfolg hat andere Grün­de. Es ist die Stebe, die ihre unsichtbaren Fäden von Seele zu Seele spinnt und eins dem anderen willfährig und gefügtg macht."

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Frühling wohl nach Hause zurückkehren. Es handle sich Babet um eine neue Entwicklung der deutschen Politik, die Aufsehen erregen müsse, da Deutschland keine Be­fizungen in den dortigen Gewässern habe. Bisher habe Deutschland fast seine ganze Flotte auf die nörd­lichen Meere konzentriert und nur ein kleines Geschwa­der im Stillen Ozean und einige kleine Schiffe in süd­amerikanischen Gewässern gehalten. Deshalb müsse das Erscheinen eines deutschen Geschwaders im Mittelländi­schen Meer als eine auffällige Aenderung der strate= gischen Idee betrachtet werden, die der deutschen Politik zugrunde liege. Deutschlands Stärke in den heimischen Gewässern würde unter dieser Aenderung leiden, aber das Gleichgewicht im Mittelländischen Meere könnte nicht unberührt bleiben. Natürlich würden dem deut­schen Geschwader österretchische, vielleicht auch italienische Häfen zur Verfügung stehen, und am Ende werde dem Besuch wohl eine permanente und bedeutendere Vertretung der deutschen Seemacht im Mittelländischen Meere folgen.- An Berliner amtlt­cher Stelle ist, wie faum hinzugefügt zu werden braucht, von derartigen Absichten der Reichsregierung nichts bekannt.

" D, dann muß ich aber mehr Liebe besitzen als Du!" ,, Wer von uns beiden mehr Liebe besitzt, das wollen wir dahingeftellt sein laffen. Obwohl ich ein untrig Itches Beichen verspitre, daß die meinige nicht gering ift. Denn siehst Du ich ich bin sogar schon eifer­flichtig." Ah, ich verstehe! Auf tenen Affeffor, der dort eben mit den anderen Herren davonfuhr. Nun, die Sache ift ganz barmlos. Schon auf der Ueberfahrt von Lon­don wurde mir die Benfion der Fraut Mohrmann­Mallmis in der Potsdamerstraße empfohlen, und ich glaube auch, daß ich es dort ganz gut getroffen habe. Es ist dort eine etwas buntgemischte, aber sehr inte­reffante Gesellschaft. Am vorgestrigen Abend nun, als Du wegen geschäftlicher Verhandlungen nicht mit mir zusammen sein tonntest, war ich dort an der Abend­tafel, und da war auch diefer Herr Mallmiz, deffen Tante die gute Frau ist. Er hat mich den ganzen Abend förmlich belagert, um fein schreckliches Englisch bei mir au erproben. Noch test tut mtr der Kopf web, wenn ich nur daran benfe."

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der Kaiser unternahm Montag nachmittag nach Eintreffen des Eisenbahnministers v. Breitenbach in Rominten mit diesem und Landrat v. Gehren eine Be­reisung der im Kreise Goldap sehr erwünschten direkten Bahnlinie Goldap- Blindgallen. Die Kaiserin und die Prinzessin Vittoria Luise machten die Automobil­und späteren Wagenfahrten mit, die bis dicht an die russische Grenze führten.

In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß der Reichstag bis Anfang Dezember tagen wird. Bet dem Zusammentritt werden ihm vorliegen der deutsch- japanische Handelsvertrag und u. a. auch eine Vorlage zur Kenntnisnahme über die Kontingentierung der Zündwaren, soweit sie durch die kürzlich beschlossene Novelle zur Zündwarensteuer sich ergibt. Die erste Tat des Reichstages wird ein Beschluß sein darüber, ob die Antiquaschrift der deutschen Schrift vorzuziehen ist. Diese Petition steht an der Spize der 26 Petitionen, mit denen der Reichstag seine erste Sigung auszufüllen be= absichtigt.

Die Marokkoangelegenheit nimmt ihren ruhigen Verlauf. Es wird noch über die Redaktion einzelner Paragraphen hin und her diskutiert. Eine gewisse Ver­zögerung ist in den Verhandlungen durch einen schlep­penden Geschäftsgang in dem französischen Kabinett eingetreten, bei dem jede kleine redaktionelle Frage erst durch die Bureaus geht und dann noch den Gegenstand längerer Ministerberatungen bildet, wäh­rend die deutsche Antwort stets prompt erfolgt. Auf die materielle Seite der Sache habe diese Verzögerung aber feinerlei Einfluß.

Was der polnische Fanatismus vermag, lehrt fol= gende Mitteilung der Kattowißer Umschau im Bolen­lager": Von Krakau aus werden gegenwärtig in hun­derttausenden Exemplaren zwei Ansichtskarten vertrie= bent, welche folgende Bildnisse zeigen: Auf der Leiche eines erschlagenen preußischen Soldaten sekt ein Sokolist in voller Uniform die polnische National­fahne auf und weist auf die darunter stehenden Worte hin: Mit Gewalt werden wir zurücknehmen." Auf der zweiten Karte verfest ein Sokolist einem deutschen Soldaten einen so wuchtigen Fußtritt, daß diefer zu Boden stitrat. Das Bild deutet an, wie die Polen die Deutschen behandeln würden, wenn sie die Macht hierzu hätten.

Aenderung des preußischen Fahneneides. Das Ar­meeverordnungsblatt enthält folgende an den Kriegs­minister gerichtete Kabinettsorder: Auf den mir gehal­tenen Vortrag bestimme ich, daß die Bekräftigungsfor­mel am Schlusse des durch die Allerhöchste Order vom 5. Junt 1831 festgefeßten Diensteides für die Angehö­rigen der chriftlichen Bekenntnisse fortan gemeinsam dahin zu lauten hat: So wahr mir Gott helfe durch Jefum Christum und sein heiliges Evange Itum". Bisher lautete in der preußischen Armee die Schlußformel des Fahnenetdes für Katholiken und Pro­testanten verschieden, und zwar für Katholiken:" So wahr mir Gott helfe durch Jesum Christum zur ewigen Seltgfett", während für die Protestanten die Formel: durch Jefum Chriftum und sein heiliges Evange­fium" vorgeschrieben war.

Kleine Nachrichten.

Eine erweiterte Sonntagsruhe für Groß- Berlin wird vom 1. November ab in Kraft treten. Das be= treffende Ortsstatut ist dem Oberpräsidenten eingereicht, es follen vom 1. Oktober bis zum 30. April die Ver­taufsstellen des Handelsgewerbes nur von 12 bis 2 Uhr, vom 1. Mat bis 30. September nur von 8 bis 10 Uhr vormittags geöffnet sein.

,, und Tu sagtest mir gestern abend gar nichts da­von?"

,, Weil ich Deine Eifersucht kenne und Dir keine un­nüze Aufregung verursachen wollte."

Felty reichte thr dankbar die Hand. Stehst Du, Felicia, jetzt bin ich derjenige, der sich Deiner befferen Einsicht fügt!"

Ste nickte graztös. Du erzählteft mir viel von der Diakonissin. Wird sie nun noch hierbleiben?"

,, Nein, selbstverständlich nicht. Aber Du ertnnerst mich da an etwas. Dieses Mädchen hat zwar persönlich nichts für den Dienst zu verlangen, sie soll jedoch von mir eine Erkenntlichkeit für thre treue Pflege erhalten."

Er drückte auf den Knopf einer elektrischen Klingel. Nach kurzer Bett erschten das Dienstmädchen, das einen eigentümlich scheuen und verschüchterten Eindruck machte, der Fris unangenehm berührte.

Bitten Sie die Krankenpflegerin heraufzukommen, Auguste," sagte er kurz.

" Die Schwester Magdalene?" fragte sie verwun­dert.

" Ja freilich! Ich möchte noch ein paar Worte mit thr sprechen."

" Aber sie ist ja gar nicht mehr da!" Wte?"

" Ja, vor ungefähr zehn Minuten erschten fte fertig angekleidet mit ihrem kleinen Röfferchen in der Küche und sagte, Ste bedürfen nun doch nicht mehr threr Dienste, und da müsse sie nur so schnell wie möglich nach dem Beatricenheim zurückkehren, weil sie vielleicht an anderer Stelle notwendig gebraucht werde."

,, So, so! Na, dann sehre ich gelegentlich selbst nach dem Heimt, um mich noch persönlich bet thr zu bedan­fen. Dann können Sie wieder aehen. Auguste!"

Aber das Mädchen ging nicht, griff unruhig an th= rer Schürze hin und her und hatte etne fast weinerliche Miene.

,, Wünschen Sie noch etwas, Augufte?"

Ingeniene Richter ist mit seiner hetagten Mutter in Schwarzburg eingetroffen, um sich von den eritttenen Strapazen seiner Gefangenschaft im Olympgebirge zu erholen.

Im Freiballon zum Bolarmeer. Ein Luftballon mit drei Offizieren der Militärfliegerschule in Peters­burg landete in Kandalakscha( Gouvernement Archan­gelsk) an der Küste des Weißen Meeres, nachdem er fiber 800 Werst in 14 Stunden zurückgelegt hatte.

Verhaftung eines Notars. Der Notar König in Honnef a. d. Sieg wurde wegen Unterschlagung ihm anvertrauter Gelder in Höhe von etwa 10 000 Mart ver­haftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Bonn eingeliefert.

Ein breifacher Mord wurde in Kidsgrove( englische Grafschaft Stafford) entdeckt. Die Rentnerin Frau Wair, ihre Tochter und das Dienstmädchen waren im Schlaf ermordet und furchtbar verstümmelt worden. Von dem Täter hat man noch keine Spur.

Eine schwere Explosion ereignete sich gestern abend in einer chemischen Fabrik in Lille, in der das B- Pul ver, das wahrscheinlich auch die Explosion des Panzers Liberté" verursachte, hergestellt wurde. Eine Quan­tität Bulver explodierte plötzlich unter heftiger Detona­tion. 3 Arbeiter wurden sofort getötet, 5 schwer verletzt. 17 Japanerinnen ertranfen. Aus Tokio meldet der Draht: Ein Boot mit 17 jungen Japanerinnen, die Wasserlilien suchten, ist gekentert. Alle sind ertrunken.

Aus den Gerichtssälen.

Unterschlagung von Klientengeldern. Das Dresd ner Landgericht verurteilte den früheren Staatsanwalt und nachmaligen Rechtsanwalt Dr. Thieme in Dresden wegen Unterschlagung ihm anvertrauter Klientengelder zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 3 Jah­ren Ehrverlust.

Der Millionär als Schmuggler. Der oberste Ge­richtshof zu Neuyork verurteilte den vielfachen Millio­när und Sekretär verschiedener Trusts, Abraham Lich­tenstein, weger Schmuggelet zu zwei Monaten Gefäng­nts.

Vermischtes.

Uebereifer einer Steuerbehörde und seine Korrek tur. Als der Kaiser kürzlich der Stadt Berlin für den Stzungssaal des Rathauses sein Bild geschenkt hatte, verftel ein Steuerbeamter auf die Idee, diese Stiftung des Bildes für schenkungssteuerpflichtig zu erklären. Die eigenartige Steuerverfügung, die in Berlin viel be­sprochen wurde, ist jetzt aufgehoben worden. Wie halb­amtlich gemeldet wird, hat sich die Oberzolldtrektion Berlin nach näherer Prüfung der Begleitumstände für die Steuerfreiheit tener, Schenkung ausgesprochen und der zuständige Finanzminister ist dieser Auffassung bet­getreten.

Ankauf eines neuen Varfeval" für das geet. wie der Inf." mitgeteilt wird, ist für unser Heer der An­fauf eines neuen Barseval" beschlossen worden, so daß unsere Luftschifflotte in der nächsten Zeit um dret Neu­bauten bereichert sein wird, nämlich um den neuen " Zeppelin", der in diesen Tagen seine Probefahrten unternehmen soll, um den Neubau des Luftschiffes vom " M"-Typ, das beim Kaisermanöver verunglückt ist und jest wiederhergestellt wird, sowie um das Parseval"- Luftschiff, das sich bereits nach genauen Angaben der Heeresverwaltung im Bau befindet. Es sollen auch in Stefem Jahre noch Ankäufe von Flugzeitgen für die Heeresverwaltung gemacht werden.

Das Luftschiff Schwaben" hat sett Indienststellung bis Ende September an 54 Fahrtagen 81 gelungene Flüge, darunter 9 Fernfahrten von fiber 200, zum Teil bis über 400 Kilometer Länge ausgeführt. Es war da bei im ganzen 187 Stunden in der Luft und legte 10 811 Kilometer zurück. Das Luftschiff beförderte 1675 Per­sonen einschließlich des Fahrpersonals. Die Schwa ben" besuchte von Friedrichshafen aus Zürich und Lu­zern und dann von Baden- Oos aus wiederholt Frank­furt, ferner Gotha, Berlin und Düffeldorf. In der zweiten Hälfte dieser Woche wird, günstige Witterung vorausgesetzt, nochmals Frankfurt besucht. Dann wird das Luftschiff noch auf kurze Zeit in Düsseldorf statio­ntert sein, um den längst gehegten Plan, Cleve und Amsterdam zu besuchen auszuführen, und hierauf für einige Zeit in Berlin in einer neu erbauten Halle auf dem Flugplas Johannisthal Einkehr halten. Im No­vember wird die neue Halle der Delag in Frankfurt be­zogen.

Wieder einer! Auf Requisation der Staatsan­waltschaft wurde in Oranienburg bei Berlin der Buch­halter Hermann Hogeniz verhaftet. Der Verhaftete, der bet der Firma Gebrüder Tramba in Oranienburg an gestellt war, hat sich dort Unterschlagungen in sehr be­beutender Höhe zu Schulden kommen lassen. Bis fest find über vierhunderttausend Mart Defraudationsgel­ber festgestellt. Man glaubt aber, daß bet der näheren Untersuchung die Summe noch bedeutend höher sein wird. Die Schwiegermutter des Verhafteten beging

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Nun tamen thr wirklich die Tränen in die Augen. " Ach, Herr von Marleben ich graule mich so sehr!" " Das wird vorübergehen." Ach, hier nicht."

" Was wollen Sie damit sagen?"

" Ich

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ich möchte fort, Herr von Marleben." " Ach so, Sie wollen kündigen! Nun, ich stehe Th rer Empfindung nicht verständntslos gegenüber. Wir baben jest Anfang November, ich will Ihnen für das ganze Vierteljahr den Lohn geben, und zu Weihnachten tönnen Sie fich auch noch bet mir melden, wenn ich dann noch hier sein sollte. Wo sind Sie zu Hause?" Hier im Orte wohnt meine Mutter."

" So, Dann befinnen Ste sich vielleicht noch und tommen in einigen Tagen wieder. Ich gebe Ihnen so­lange Urlaub. Uebrigens, soviel ich mich entsinne, wohnt doch unten im Keller immer ein Gärtner. Wo ist er geblieben?"

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Ach, der arme Mensch!" sagte Auguste zutraulich. Er ist vor vierzehn Tagen wegen eines Strettes mit ber Krankenpflegerin, die thn merkwürdigerweise nicht letben konnte, von der gnädigen Frau entlassen worden. Sie wollte erst im Frühjahr wieder einen neuen für thn nehmen. Und Karl war doch fünf Jahre hter, und der Herr war immer zufrieden mit ihm gewesen." st er noch fret?"

" Jawohl. Er wohnt jetzt bet meiner Mutter in Schlafstelle." ,, Dann sagen Ste thm, er könne hier wieder ein­treten."

Ach!" rief das Mädchen erfreut und verlor ganz thre Traurigkeit. Also Ste geben mir ein paar Tage Urlaub, Herr von Marleben, bis ich mich von meinem Schreck wteder erholt habe?"

Ich denke, Ste wollen überhaupt wegztehen?" " Nein, teh habe mich wieder besonnen." Aba! Liebe fiegt, nicht wabr?"

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