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nach der Verhaftung Selbstmord, wahrscheinlich aus Furcht vor Strafe, well fie um die Verfehlungen ihres Schwiegerfohnes wußte und diese begünstigte.

Als Urheberin Sabotageaft einer Bahnbeamtin. eines auf einer französischen Bahnstrecke verübten Sa­botageattes, durch den eine Weiche beim Bahnhof Saint Germain blockiert wurde, verhaftete die Polizef die Bil­lettverkäuferin jenes Bahnhofes, Frau Basle, deren Mann Arbeiter auf der Bahnlinie ist. Ein Zeuge hatte gesehen, wie sie das Schloß der Weiche in den Garten des Weichenwärters warf. Die Angeschuldigte gestand nach furzem Leugnen. Sie gilt auch als Urheberin et­zu bringen, und wird verschiedener Diebstähle bezichtigt. Milchuot in Paris. In Parts ist eine Milchnot ausgebrochen, die zwar schon lange vorauszusehen war, die aber die Bevölkerung sehr empfindlich trifft, sowie die öffentlichen Gesundheitsverhältnisse gefährdet. Nur ein Fünftel des täglichen Milchbedarfs von 1 100 000 t- ter fonnte durch die Zufuhr gedeckt werden, und die Situation droht, sich weiter zu verschlimmern. Die Dürre, die Futternot und die Maul- und Klauenseuche baben in erster Linte den Notstand verschuldet.

landwirtschaftlichen Unterricht im Heere auch schon mehrfach Versuche mit tinematographischen Vorführun gen gemacht worden die sich vorzüglich bewährten. Es hatte sich ergeben, daß diese anschaulichen Darbietungen ben Mannschaften nicht nur verständlicher waren, als reine Vorträge, sondern auch ihre Lust am Unterricht bedeutsam erhöhten. Man darf annehmen, daß die Ver= fuche zur Umgestaltung des Instruktionsunterrichtes durch den Kinematographen eine Fortsetzung und Er­weiterung erfahren werden.

nes früheren Berjuches, einen Bug zum Entaleisen au Trauerfeier für die Opfer der Liberté.

Reitanfall von Frau Roosevelt. Einen Unfall, der die schwersten Folgen hätte haben können, erfitt dte Gattin des früheren Präsidenten Roosevelt bet einem Ausflug zu Pferde. Ste machte in Begleitung thres Gatten und ihres Sohnes einen Spazierritt, als das Pferd plötzlich scheute, sich aufbäumte und Frau Roose­velt zu Boden warf. Sie blieb jedoch mit einem Fuß im Steigbügel hängen und wurde von dem wegrasen= den Pferde eine Strecke gefchleift. Ihrem Sohn gelang es jedoch, das Pferd zu überholen und ihm die Zügel zu fallen. Der Krankheitsbericht meldet, daß kein Glied gebrochen ist, daß aber erhebliche Abschürfungen und Verstauchungen vorliegen.

Revolverattentat eines Gymnafiasten. Der sechzehn­fährige Realgymnasiast Otto Koch in Magdeburg drang in die Wohnung seines Oberlehrers Jsmer und machte thm Vorhaltungen wegen der schlechten Zensur. Darauf zog der Bursche plötzlich einen Revolver und schoß auf feinen Lehrer, der schwer verletzt wurde. Der Mörder richtete darauf die Waffe gegen sich selbst. Er brachte fich einen Schuß in den Mund bet und zerschnitt fich noch die Pulsadern. Beide wurden lebensgefähri verletzt.

Ein Abenteuer nach dem Ball. In der Ortschaft Diemarden bet Göttingen hat sich eine heitere Episode ereignet. Ein Dienstmädchen, das ohne Erlaubnis set ner Herrschaft zum Tanz gegangen war, fam in später Nacht vor die verschlossene Tür. In weiser Vorsicht batte aber das Mädchen eine Parterrefenster beim Weg­gehen nur lofe angelehnt; es gelang thr dann auch, ohne den Ballstaat zu beschädigen, hindurchzuschlüpfen. Kaum war fie indes vom Fensterbrett gesprungen, als fie in eine zähe, breitge Masse gertet, in der sie bis über die Knie versant. Sie rief laut um Hilfe, und als im Hefften Negligee, mit Kerzen bewaffnet, die Mitbewoh­ner erschienen, fanden sie die Dorfschöne hilflos in einem großen Bottich mit Pflaumenmus stehen, der zur Ab­fühlung offen an das Fenster gestellt war. Der Anblick des füßen Mädchens" war erschütternd!

Eine ironische Anffchrift. In dem schönen Wäld­chen zwischen dem Haag und Scheveningen erhebt sich febt nahezu vollendet der monumentale Friedensvalast, deffen großmittiger Stifter der Minionär Carnegie ift. Das graziose Türmchen der Fassade hebt sich schon stolz in die Lüfte und bald wird der Balast auch im In­nern vollendet werden und die zahlreichen Kunstwerke aufnehmen können, die zu seiner Ausstattung aus Frankreich, Deutschland, England, Italien, Belgien und anderen Ländern versprochen worden sind. Vorläufig ist der Friedenstempel aber noch gefchloffen und man Iteft in großen Buchstaben über seinem Eingange die In­schrift: Verboten toegang". Die augenblickliche Spans nuna der politischen Lage in Europa gibt diefer In­schrift eine tronische Bedeutung von flassischer Wahrheit: bis auf weiteres ist der Zugang zum Friedenstempel verschlossen.

Ein Erdrutsch an der Mrlbergbahn. Auf der Arl­bergbahn ist infolge heftigen Regenwetters in den lets ten Tagen in der Nähe von Dalars eine große Erdla­wine niedergegangen, als ein Berfonenzug die Strecke passterte. Die Lokomotive und ein Wagen wurden schwer beschädigt. Personen wurden nicht verfest. Vom Gardasee treffen Meldungen ein über Heftige Ge­witter, die bedeutenden Schaden anrichten. An einer Stelle murde von einer hoben Welle eine Saimaner von 50 Meter weggeriffen. Ein Motorboot und mehrere andere Boote sind gesunken.

Die Instruktionsstunden und der Kino. Es sind mehrfach Berfiche gemacht worden, die Instruktions­stunden in der Kaserne durch Berwendung des Nine­matographen umzugestalten, um auch in der Inftruf­Honaftunde den Anschauungsunterricht, der sich in der Volksschule bewährt hat, zur Einführung zu bringen. Diesen Zwecken dient eine Erfindung des Hauptmanns Hartmann, nämlich der Optliche Kriegsspiel- Apparat". Bekanntlich sind im vorigen Jahre bereits bet dem

Das hitbsche Mädchen wurde über und über rot. Herr von Marleben, ich bin hler dret Jahre mit Karl Marr zusammengewesen. Man gewöhnt sich aneinan= der."

Verstehe!" sagte Frig. Er zog seine Uhr. Die Wagen des Beerdigungsinstituts, die ich anstelle der häßlichen amtlichen Wagen zur Weberführung nach dem Obdufttonshause bestellt habe, fönnen jeden Augenblick erscheinen. Es kommen dann auch Leute, die die Zim­mer unter Ihrer Aufsicht säubern werden. Wenn das geschehen ist, schließen Sie alles gut ab und können ges hen. Das Haus bleibt unter polizeilicher Aufsicht."

Das Dienstmädchen ging sichtlich erleichtert hinum­ter, und Felicia fagte zu Fritz: Wenn ich Dich recht verstanden habe, so willst Du in den nächsten Tagen nicht hier wellen?"

Heute und diese Nacht nicht. Ich werde mich in ein Hotel begeben. Dann aber werde ich zu Hause wohnen und nur meine Mahlzeiten außerhalb einnehmen."

Er warf einen Blick aus dem Fenster. Da sehe ich die beiden Wagen. Du mußt mich für kurze Zett entschuldigen, liebe Felicia. Du weißt, was wir ab­gemacht haben, daß Du nicht hinuntergehen sollst."

Sie war damit einverstanden und rückte ihren Ses­sel an das Fenster. Die Nachricht von der ungeheuer­lichen Tat mußte sich auf irgend eine Weise schon her­umgesprochen haben; denn eine große Menschenmenge, zum größter Tell aus weiblichen Personen bestehend, von denen manche sogar kleine Kinder auf dem Arm trugen, umstand neugierig den Ausgang am Gittertor. Ster in flüsterndent, dort in lebhaftem Ton wurde das Ereignis besprochen und das kletne Haus, das sonst taum beachtet worden war, wie ein Wunderwerk be­trachtet. Zwei Bolizisten hielten mit Mühe den Durch­gang fret, durch den nach nach einiger Zeit zwet Eichen­färge getragen und in die Wagen geschoben wurden.

Felteta Molesworth fühlte froß ihrer gerühmten

Nuß, die Lostrennung dieses Gliedes von ihrem Kor­per freiwilligst vorzunehmen. Schließlich wird aller dings den Türken faum etwas anderes übrig bleiben, und sie müssen noch froh sein, wenn sie den Namen der Oberhoheit, vielleicht in ähnlicher Weise wie in Aegyp­ten, behalten, obwohl es nicht einmal sicher ist, daß die Italiener sich heute noch auf diese Konzeffton, die ste vor wenigen Wochen anstandslos bewilligt hätten, ein­laffen weiden. Jedenfells Itegt die Voraussetzung für alle Friedensverhandlungen in Konstantinopel, wo man sich zunächst darüber klar sein muß, was man den Italienern bieten will. Daß in dieser Beziehung werden, nicht allein von Deutschland, sondern auch von den anderen Staaten. Ob und wieweit sich aber daraus ein praktisches Ergebnis herletten läßt, wird sich erst sagen lassen, wenn die Italiener in Tripolis gelandet find, was fa freilich schon für die nächsten Tage zu er­warten ist.

Trauerfeier für die Opfer der Liberté. Fühlung genommen ist, darf als sicher angenommen

Am Dienstag fanden in Toulon in Gegenwart des Präsidenten der Republik, der Minister, zahlreicher Vertreter des Heeres und der Flotte, sowie der fremden Marineattachees die Leichenfeierlichkeiten für die bei der Katastrophe der Liberté" umgekommenen Seeleute statt. Vierundzwanzig Geschütze, deren Rohre abge= nommen waren, trugen je steben Särge mit den Leichen der bisher erkannten 168 Opfer, unter denen sich dret Offiziere befinden. Die Toten, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist, werden später beerdigt werden. Unter den zahlreichen Kranzspenden befand sich auch der aus Chrysanthemen gebundene Kranz Kaiser Wilhelms. Nach der tirchlichen Feier er­griff Präsident& allteres das Wort. Er wtes auf Ben Gegensaß zwischen dem heutigen unvergleichlichen Jammer und der kürzlichen Flottenschau hin, gab dem allgemeinen Schmerze Ausdruck sowie dem unermeß­lichen Mitleid für die mitten im Frieden so tragisch zu Tode gekommenen Soldaten und rief den Opfern den letzten Gruß des trauernden Vaterlandes nach. Die zahlreichen Beileidsfundaebungen aus dem Auslande hätten, so führte der Präsident weiterhin aus, thren Weg zum Herzen der französischen Seeleute gefunden. Ma­rineminister elcassé versicherte, er werde alles tun, um die Ursachen der Liberte"-Katastrophe zu ermit­teln und sie zu unterdrücken. Die Marine werde bestrebt fein, vorwärts zu schreiten, die Maßnahmen für die Wachsamkeit würden verdoppelt werden, denn der Ba= triotismus fönne nicht zulaffent, daß die Wachsamkett einschlummere. Delcassé schloß: Wenn auch das Wrack der Liberté" Mutlosigkeit einzuflößen scheint, so dringt doch aus den Särgen der Ruf hervor: Vertrauen und Arbeit! Dann defilierten Abteilungen der Besazungen fämtlicher Schiffe und des Heeres, ferner offizielle Per­fönlichkeiten vor den Särgen. Nach der Trauerfeier fehrte Präsident Fallieres zur Präfektur zurück. Prä­sident Fallieres besuchte nachmittags die Verwundeten der Liberté", von denen sich die Mehrzahl auf dem We­ge der Besserung befindet. Fallteres verlieh dem Feuer­werker, der die Bulverkammer der Liberté" unter Was­ser zu setzen versucht hatte, das Kreuz der Ehren= Iegton, sowie sonstige Auszeichnungen an die Sol­daten, die sich bet der Rettung von Kameraden hervor­getan hatten.

Anfregender Zwischenfall bet der Trauerfeier. Beim Leichenbegängnis der Opfer der Katastrophe auf der Liberté fam es zu einem aufregenden zwischen­fall. Die Spize des Zuges hatte das Theatergebäude am Boulevard Straßbourg erreicht, als scheu gewordene Pferde das Truppenspalter durchbrachen. Die Menge fifirzte von allen Seiten durch die Truppen herbet. Eine improvifterte Bühne war zusammengestürzt und hatte die Pferde scheu gemacht. Blößlich ertönte der Ruf cine Bombe". Ein wüftes Stoßen und Gedränge führte zu einer zeitweiligen Auflösung des ganzen Zu­ges. Der Präfident der Republik war eine Beit lang ganz allein und wurde schließlich bis zu den Stufen des Theaters gedrängt, wo sich dann Polizeibeamte um thn sammelten. Im Gedränge wurden viele Personen zu Boden geriffen und erheblich verlebt. Soldaten He: ken ihre Gewehre fallen und liefen davon. Es dauerte einige Zelt, bts Ruhe und Ordnung wiederhergestellt

war.

Der italienisch- türkische Krieg.

Friedenshoffnungen.

Der geheimnisvolle Schleter, den belde kriegfüh­renden Parteien über ihre Atttonen ausbreiten- die Frage, wo eigentlich die türkische Flotte steckt, ist im= mer noch nicht gelöst läßt die korrespondenten nicht auf ihre Kosten kommen, die deshalb thre ersprießliche Tätigkeit auf andere Gebtete verlegen. Merkwürdig ge­nug, daß bet diesem ganzen Kriege, der bisher etwas start Operettenhaftes an sich hat, eigentlich schon vor bem ersten Kanonenschuß an die Friedensmöglichketten und Friedensbedingungen nach allen Setten erörtert worden find. Daß sich wohl jeder darüber freuen würde, wenn es möglich wäre, unnöttges Blutvergießen au verhindern, braucht kaum besonders betont zu werden; aber gar so leicht ist die Sache denn doch nicht. Die Italiener wollen sich naturgemäß nicht in den Arm fallen laffen, und mit ihnen wird daher nicht zu reden sein, bevor sie nicht wenigstens die Küfte von Tripolts besetzt haben. Aber auch für die Türket ist es eine harte stählernen Nerven einen falten Schauer über ihren Rücken laufen, als sie dieses grausame Memento mort und zugleich diese gefühllose Menschenmasse sah, für die das alles im Grunde nur den Netz einer eigenartigen Schaustellung hatte. Manche folgten sogar den lang­fam fich entfernenden Wagen, als wenn das Rätsel eine magische Anziehungskraft für sie hätte.

Frizz war sehr ernst, als er wieder ins Bimmer trat.

" Ich fühle mich todmüde," gestand er, und werde doch wahrscheinlich jetzt keine Ruhe finden. Ich bedarf aber dringend der Sammlung nach dieser ungeheuren Aufregung, die mich mehr ergriffen hat, als es den Anschein hat, Itebe Felicia."

O, tch kann das sehr wohl verstehen," verfeste ste weich. Und ich halte es deshalb auch für das Beste, daß Du Dich recht bald nach einem stillgelegenen Hotel begibst, wo Dit ungestört bist. Ich sehe, mein Tara­meter hält noch drüben. Ich fahre sofort nach meiner Pension, um ftill auf meinem Simmer zu bleiben. Aber morgen vormittag erwarte tch Dich bestimmt!"

Frizz war damit einverstanden und atmete erleich­tert auf, als er sich endlich, auf dem Divan ausge streckt, allein seinen Gedanken überlassen konnte. An wirkliche Ruhe war nicht zu denken. Sein Puls ging wie im Fteber, und wilde Bilder rasten in finnlosem Wechsel durch sein Gehtrn. Dazu kam noch das dumpfe Gemurmel der Männer, die erschienen waren, um im unteren Zimmer nach den ziemlich laut erteilten An­ordnungen des Dienstmädchens thre Reinigungsarbett zu vollziehen. Er versant in etne Art Dämmerungs­zustand, in dem er wie in Nebelschleiern sein früheres Leben in diesem Hause vor seinem geistigen Auge vor­überziehen sah.

Er war der einzige Sohn und besuchte das Real gymnasium des Ortes. Seine Mutter, die bald nach der Geburt verstorben war, hatte er nie gekannt. Setn

Eine Abtretung Tripolis gegen Entschädigung? Nach Informationen, die der Berl. Lokalanz." aus Konstantinopel erhält, glaubt man zu wissen, daß dort folgende Vorschläge zur Erwägung gestellt werden. Tri­polis wird militärisch und administrativ von Italten übernommen und durch einen Vizet önig verwaltet, der auf Italiens Vorschlag vom Sultan zu ernennen tst. Das Souveränttätsrecht des Sultans bleibt gewahrt. Jtalten wird eine durch Verhand­lungen festzusetzende Geldentschädigung zahlen. Ita­lien stimmt der Aufhebung der Kapitulationen zu und garantiert die Integrität des osmanischen Reiches. Der fürtische Ministerrat hat diese Vorschläge lange disku­ttert und wird die Beratung heute fortsetzen. Aufruf des Zentralfomitees für Einheit und Fortschritt.

Das Zentralfomitee für Einheit und Fortschritt in Saloniki richtet einen Appell an die öffentliche Met­nung, in dem es gegen die Beraubung durch Italien, von der die Türkei bedroht werde, Verwahrung einlegt. Nicht die Türket, sondern Italten verlebe Men= schenrechte und Gestttung. Die Geschichte kenne fein ähnliches Beispiel. Die Waffen werde die Türket nicht niederlegen, bevor der Statusquo wieder herge­stellt ſet. Die türkische Nation fordere die öffentliche Meinung Europas auf, sie moralisch zu unterstützen.

Das Bombardement von Tripolis hat begonnen.

Rom, 4. Oktober. Vizeadmiral Faravellt hat von Bord des Panzers Benedetto" gestern abend 7,45 Uhr telegraphiert, er habe um 3% Uhr nachmittags mit der Beschießung der Hauptforts von Tripolis begonnen und bis Sonnenuntergang fortgeseßt. Eine türkische Batterie habe das Feuer erwidert, ohne eine Wirkung zu erzielen. Die Beschießung werde hente fortgesetzt werden, um die türkischen Batterien vollständig zu zer­stören. Man habe auf italienischer Seite bei der Be= schießung die größte Vorsicht walten lassen, um eine Zerstörung der Stadt zu verhindern.

Was der Draht weiter meldet. Konstantinopel, 4. Oktober. Wie Agence Ha­vas" erfährt, trifft Rußland an der türkischen Grenze militärische Vorsichtsmaßregeln.

Saloniki, 4. Oktober. Aus Benghast wird dem jungtürkischen Komitee gemeldet, daß die Mohammeda­ner beschlossen haben, dte Provinz Tripolis bis zum legten Blutstropfen zu verteidigen. Wie aus Prevesa berichtet wird, haben gestern abermals Italienische Kriegsschiffe vor dem Hafen gekreuzt, gaben Salven ab und verschwanden dann wieder. Ihr Vorgehen wird als eine Demonstration aufgefaßt.

Rom, 4. Ottober. Die Vorbereitungen für die Busammenfeßung des Expeditionstorps schreiten in normaler Wetse fort. Die Expedition wird nicht nur von Genua, sondern auch von den kleinen Häfen der Ost- und Westküste erfolgen.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Lohnbewegung der Ruhrberglente.

Effen, 4. Oktober. Veranlaßt durch die herr­schende Lebensmittelteuerung, planen die Ruhrbergleute in eine Lohnbewegung einzutreten. Die gegenwärtigen Löhne selen bei den gesteigerten Ansprüchen an die Le­benshaltung ungenügend. An der Bewegung dürften alle Organisationen teilnehmen.

Drei Personen bei einem Wagennnfall ums Leben gekommen.

Leipzig, 4. Oktober. Zwischen den Ortschaften Graßdorf und Tauche stürzten von einem Rollwagen Infolge Radbruches eine auf dem Waaen sigende Frau und dret Knaben herab und wurden überfahren. Die Frau und zwet Knaben wurden auf der Stelle getötet, ein Anabe schwer verletzt.

Das Räuberunwesen an der russischen Grenze. Rattomiz, 4. Oktober. In Droboschyn an der schlesisch- russischen Grenze wurde der Fabrikbefizer Kar­wicz von vermummten Räubern überfallen und ermor det. 120 000 Mark wurden von den Mördern geraubt.

Vater hätte es bet seinen glänzenden Gaben gewiß zu einer sehr hohen Staatsstellung gebracht, wenn er nicht ein Sonderling gewesen wäre und sich von allem Ver tehr abgeschloffen hätte. Setne amtliche Tätigkett übte er fast widerwillig aus und widmete seine ganze frete Bett geschichtlichen Lieblingsstudien. Um seinen Sohn bekümmerte er sich nicht viel. So wuchs Friz unbe­hindert durch irgendwelche väterlichen Erziehungser­perimente fret wie ein Vogel auf, kein Musterschüler, eher das Gegenteil, aber gefund an Leib und Seele. Als er jedoch in der Sekunda war und dem Vater eines schönen Nachmittags offen erklärte, er habe die Schule satt und möchte irgend einen praktischen Beruf er­greifen, da war der Lärm groß. Es erschten dem Ju­risten schrecklich, einen Sohn haben zu sollen, der nicht das Abiturientenexamen gemacht hatte, also nach seiner Meinung zeitlebens zur Klaffe der Halbgebildeten ge hören sollte. Aber der Sohn zeigte einen in der frit­hen Selbständigkeit erstartten feften willen, und der Vater mußte sich wohl oder übel seinem Wunsche fügen. Der fast Stebzehnjährige tam in ein kleines Bankge­schäft und lernte hier von der Bike auf alle die Arbet­ten und Fertigkeiten, die einem Finanzmann unerläß­Itch find. Es war eine gute Schule, er tam rasch vor­wärts und hatte beretts eine angesehene Stellung in Bank und Börsenkretsen, als der ehrenvolle Ruf nach Amerika an thn erging. Er begab sich gern dahtu. Aus düsteren Schatten zeigte sich ihm ein schönes Frauenantlig, durch das sein Vater so spät noch in Bande geschlagen worden war. Er empfand einen ge= wissen Widerwillen bet biefem Bilde. Dann kam aber drüben das frete wette Land, und ein anderes weib­Itches Gesicht lächelte ihm hold entgegen.

Fortsetzung folgt.)