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Deutscher Reichstag.

Der Reichstag nahm am Dienstag seine Sibungen wie­der auf. Präsident Graf v. Schwerin gedachte des Hin­scheidens des Fürsten Georg von Schaumburg- Lippe, dessen Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Zur Be­ratung stand zunächst der Entwurf eines

Einführungsgesetzes zur Reichsversicherungsordnung. Staatssekretär Delbrück hob in seiner einleitenden Rede hervor, daß es sich hier wie bei dem, den zweiten Ge­genstand der Tagesordnung bildenden Geseßentwurf be­treffend die Aufhebung der Hilfskassen um notwendige Fol­gen und Ergänzungen der Reichsversicherungsordnung handelt. Der Entwurf enthält der Uebersichtlichkeit hal­ber alle aus der R.-V.-D. ausgeschiedenen Bestimmungen, die nur vorübergehende Bedeutung haben, also nach Ab­lauf einer gewissen Frist von selbst ihre Geltung verlieren und den Uebergang aus der bestehenden in die neue Rechts­ordnung vermitteln sollen: Vorschriften über das Inkraft­treten der einzelnen Teile der R. V. O., die Durchführung der neuen Organisation, laufende Leistungen, erworbene Ansprüche, schwebende Streitigkeiten und andere Fragen mehr. Der Staatssekretär wies besonders darauf hin, daß der Entwurf, der zu einem großen Teile das Ergebnis subtiler juristischer Erörterungen, aber in der Hauptsache weder von hervorragender wirtschaftlicher noch politischer Bedeutung ist, den Interessen der Berechtigten sowohl wie denen der verfügbar werdenden Angestellten in weitgehen­dem Maße Rechnung trägt. Letztere sollen bei der Bil­dung der neuen Organisationen so weit als irgend möglich berücksichtigt werden.

ben zu werden verdient. Am Montag vormittag erschien ohne vorherige Anmeldung der italienische König in der deutschen Abteilung, um die Elektrizitätshalle, die Maschinenhalle und die Eisenbahnhalle zu besichtigen. In der Elektrizitätshalle besichtigte der König eingehend die große elektrische Lokomotive und den elektrischen Pflug der Siemens- Schuckert- Werke und den Stand der Aktiengesell­schaft Julius Pintsch, wo er sich die Leuchtfeuerapparate sowie die Unterwasser- Signalglocken eingehend erklären ließ. Auch die Knorrbremse erregte sein Interesse. In der Maschinenhalle lenkten die schweren Walzen von Gonter= mann( Siegen) und der Lothringischen Walzengießerei seine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Eir Rohölmotor von Dingler( 3weibrücken) und ein Kran der Deutschen Maschinenfabrik( Duisburg) wurden im Betriebe vorge­führt. In der elektrischen Zentrale besichtigte der König eine 500 PS. starke stehende Dampfmaschine von Swiderski ( Leipzig) im Betriebe. In der deutschen Eisenbahnaus­stellung, wo die Mehrzahl der großen deutschen Lokomotiv­und Waggonfabriken 47 Fahrzeuge ausgestellt hat, verweil­te der König beträchtliche Zeit; auch besichtigte er die sieben deutschen Lokomotiven und Wagen, die die italienischen Staatsbahnen in der italienischen Abteilung ausgestellt ha­ben. Die bedeutsame industrielle und techni= sche Schau, die Deutschland in Turin veranstaltet hat, machte auf den König sich tItch großen Eindruck.

Rundschau vom Cage. Politisches.

Das deutsche Kronprinzenpaar wird, wie der B. L.­Anz." hört, im Anschluß an die am 14. Mai stattfindende Eröffnung der Bosener Ausstellung, der es, wie wir be­reits meldeten, beiwohnen wird. die Reise zum Besuch des russischen Hofes nach Zarskoje Sselo antreten.

Der Reichstanzler wird voraussichtlich, obgleich zur Stunde die Dispositionen noch nicht ganz feststehen, dem Kaiser nach Süddeutschland entgegenreisen, und am 4. d. Mts. von ihm in Karlsruhe empfangen werden.

Der erste Redner aus dem Hause, Abg. Trimborn( 3tr.) beschäftigte sich naturgemäß besonders mit den Beziehungen der Vorlage zu dem seinen Namen tragenden Gesetz über die Waisen- und Hinterbliebenenversicherung; er pflichtete dem Staatssekretär eifrig darin bei, daß die nunmehr für den 1. Januar 1912 gesetzlich vorgesehene Inkraftsetzung der Waisen- und Hinterbliebenenversicherung einen wei­teren sehr wichtigen Grund für die baldigste Verabschie= dung der R. V. D. darstellt, die erheblich früher zur Durch­führung gelangt sein muß. Das beim Zolltarifgesez ur­sprünglich gegebene Versprechen, diesen neuen Versiche= rungszweig zum 1. Januar 1910 ins Leben treten zu lassen, wünschte er in der Weise eingelöst zu sehen, daß auch den Hinterbliebenen der in den Jahren 1910 und 1911 verstor= benen versicherten Arbeiter die gleichen Rechte vom 1. Ja­nuar 1912 ab gewährt werde wie den andern. Er erwähnte auch die bereits in der Kommission ausgiebig zur Erör­terung gelangten sozialdemokratischen Krankenkassenver­träge, nach denen die damit versorgten Agitatoren über­haupt nicht mehr ihrer Stellung verlustig gehen können. Der konservative Redner Abg. Schickert machte hinsichtlich der Rückwirkung der Hinterbliebenenversicherung finanzielle Bedenken geltend und verteidigte den Entwurf gegen die sozialdemokratischen Vorwürfe über angeblichen Rechtsraub. in der Angestelltenfrage, wie solche, namentlich in der Pro­testversammlung am Sonntag in Berlin zutage gefördert seien. Dann bemühte sich der Abg. Hoch( Soz.), der im übrigen an dem Entwurf sehr viel auszusehen hatte, um den Nachweis, daß es sich bei den angedeuteten Verträgen um einen Aft der Notwehr der Kassenbeamten gehandelt habe. Staatssekretär Delbrück führte die Befürchtungen, als ob alle sozialdemokratischen Kassenbeamten entlassen werden sollten, auf die Wirklichkeit zurück. Es soll eine zweckmäßige Auswahl und eine zweckmäßige Kontrolle der Kassenbeamten sichergestellt werden. Das sei die Tendenz der Beschlüsse. Zu der Anregung des Abg. Trimborn über die rückwirkende Kraft äußerte sich der Staatssekretär nicht ablehnend, aber sehr zurückhaltend wegen der namentlich finanziellen Schwierigkeiten. Auch die weiteren Redner Abg. Horn- Reuß( ntl.) und Behrens( w. Vgg.) traten dem Sozialdemokraten entgegen. Der Abg. Schulz( Reichspar­tet) begegnete als Vorsitzender der Reichsversicherungs­ordnungs- Kommission dem sozialdemokratischen Vorwurf, daß die in den Osterferien vorgenommene Feststellung der Kommissionsberichte eine Komödie gewesen sei. Abg. Schulh stellte im übrigen eine durchaus vorurteilslose Prüfung der Kassenangestelltenfrage in der Kommission in Aussicht. Die Folgen mißbräuchlich abgeschlossener Verträge müßten freilich die Kassen und die Beamten tragen. Die Vorlage wurde schließlich an die Versicherungskommission wiesen.

Es folgte die Vorlage über

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Aufhebung des Hilfskaffengesetzes. Staatssekretär Delbrück leitete die erste Lesung etn. Bei dem bisherigen System hätten sich erhebliche Mißstände ergeben. Deshalb sollten die Hilfskassen unter das Ver­ficherungsgesetz gestellt werden. Abg. Trimborn( Zentrum) stimmte der Vorlage im allgemeinen zu. Ein Vertagungs­antrag wurde angenommen. Nächste Sigung Mittwoch.

Neun Bewerber am ein Reichstagsmandat. Die Stadt Cöln dürfte mit neun Reichstagskandidaten für die nächste Wahl die Spize" aller Wahlkreise halten. Es stellen Kandidaten auf Zentrum, Liberale, Sozialdemokraten, Konservative, Christlich- Soziale, Antisemiten, Demokra­ten, Bund der Festbesoldeten und Wilde.

Der erste allgemeine deutsche Hansatag wird am 12. Juni in Berlin stattfinden. Als Lokal ist der größte Saal Berlins, der Sportpalast, in Aussicht genommen. Veran­staltet wird die Tagung vom deutschen Hansabund.

lich auf Gerüchte, die mit dieser Tatsache im Zusammen hang stehen.

Sozialpolitisches aus Rußland. Die Reichsouma er örterte am Dienstag die Regierungsvorlage über die Un­fallversicherung der Arbeiter. Der Referent erklärte, daß alle Mitglieder der Dumakommission für eine Einmischung des Staates zwischen Kapital und Arbeit seien. Die Re gierung sei entschlossen, die bei den Westmächten, beson­ders in Deutschland, erprobten Maßnahmen durchzufüh­

ren.

Die Vorlage sei für Rußland bedeutungsvoll, da sie in ihren Entwicklungen auch für die weitere Entwick lung des russischen Staatslebens einwirke. Als Redner

traten meist Sozialdemokraten auf. Sie erklärten, die Sozialdemokraten träten für die Versicherung ein, doch müßte für die Kosten der Vorlage eine Besteuerung der Arbeitgeber erfolgen. Der Minimallohn der Arbeiter dürfe nicht angegriffen werden

Ueber die Entwickelung des Tabat-, Kaffee und Tee­zolles erfährt die Neue Pol. Korr.", daß nach den vor­läufigen Einnahmeergebnissen für das Rechnungsjahr 1910 die in den Reichshaushaltsetat für dieses Jahr ein­gesetzten Beträge, zumal was den Tabatzoll, anbelangt, nicht unerheblich überschritten worden sind. Der im Etat mit rund 106 Millionen Mark eingestellte Kaffee- und Tee­3oll hat 108,8 Millionen oder über 2,8 Millionen Mark mehr, der mit rund 80 Millionen eingestellte Tabakzoll hat etwas über 106 Millionen, also 18 Millionen Mark mehr erbracht.

Ueber die Unruhen in Südchina lauten die Nachrichten nach wie vor sehr bedenklich. Der Korrespondent der Lon­doner Daily Mail" drahtet aus Hongkong: Ein aus Kan­ton kommender chinesischer Kaufmann erzählte, daß die Rebellen den Palast des Vizekönigs, das Arsenal und das Südtor angegriffen hätten. Sie marschierten durch die Straßen in Banden von dreißig, bewaffnet mit Revol vern und japanischen Säbeln. Der Aufrühr war offenbar organisiert. Das Blutbad sei schrecklich gewesen. Das Innere sei in vollem Aufruhr, doch lasse sich der Umfang der Bewegung nicht feststellen, da die Telegraphenlinien zerstört seien. Nachrichten aus Kanton zufolge stellte die britische Landesabeilung, die das Fremdenviertel bewacht, Geschütze am Kanal vor Schamien auf.

Die unpopuläre französische Arbeiterversicherung. In St. Etienne fand eine Protestfundgebung gegen die Ar­beiterpensionen statt. Vor dem Rathause wurde ein Sarg verbrannt, der das Pensionsgesetz enthielt. Mehrmals tam es zu Zusammenstößen mit den Truppen, wobei ver­schiedene Personen verwundet und mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden.

Die französische Marokkopolitik geht ersichtlich einem neuen Fiasto entgegen. Die gesamte radikale Regierungs­presse bläst bereits zum Rückzug und fordert die Regierung auf, die Truppen überhaupt nicht nach Fez gehen zu lassen. Die entschiedene Haltung Deutschlands machte in Paris starken Eindruck. Uebrigens scheint eine Ministerkrise kaum noch vermeidlich zu sein.

Stadt

Vom Kriegsschauplah in Merito tommen wieder schlimme Nachrichten. 65 Kilometer von der Mexiko entfernt wurde ein Eisenbahnzug durch Rebellen überfallen. Es wurden fünf Personen getötet, ein Japaner und vier Europäer. Unter den letzteren befindet sich der Professor für Landwirtschaft Olßen Seffer, ein geborener Russe, welcher an der Universität von San Franzisko Bor lesungen gehalten hat und zulegt portugiesischer Konsul in Mexiko war. Der Vorfall erregt in der Hauptstadt Me­rifos das größte Aufsehen. Die gegenwärtig schwebenden Friedensverhandlungen haben dadurch eine unliebsame Unterbrechung erfahren, weil es sich herausstellt, daß Ma­dero, der Führer der Aufständischen, ohnmächtig ist, seinen Einfluß auf die Freischärler auszuüben.

Kein Aufstand in Südkamerun. Die in den Tages­zeitungen gebrachten Meldungen von einem Aufstand in dem Bimbagebiet in Südkamerun sind bisher nicht amt­lich bestätigt worden. Im Reichskolonialamt liegt ein furzer Bericht des Gouverneurs vor( aus der Station Dume vom 16. März), der berichtet, daß der Stations­leiter von Dume am 9. Februar auf einen Hilferuf des Kaufmanns Creve von der Firma Pagenstecher nach dem Betuggegebiet gegangen ist, wo die Haltung der Einge­borenen unsicher erschien. Ein Häuptling und zwei Hel­

Deutschlands Industrie auf der Turiner Ausstellung. fershelfer wurden zu 15, 8 und 7 Jahren Kettenhaft ver­

Als erste Abteilung der internationalen Ausstellung in Turin wurde, wie gemeldet, die deutsche am Montag feierlich eröffnet. Während alle übrigen Abteilungen noch mehr oder weniger im Rückstande sind, steht die deutsche bereits fix und fertig da, was ganz besonders hervorgeho­

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Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blüm ck e. ( Nachdruck verboten.) ,, Die hat diesen flugen Juristen schön betrogen und war ihm wirklich eine teure" Braut. Erst pumpte sie thn um zweitausend Mark an. Er gab sie ihr und wurde zum Dank dafür ihr Bräutigam. Dann folgte eine An­leihe von fünftausend Mark und weiß Gott was noch alles. Genug, Herrn von Renther hat die kurze Verlobungszeit sein halbes Vermögen gekostet. Er muß rein blind ge= wesen sein in seiner Verliebtheit. Na, der arme Graf Kossau soll sich ob dieser Schande wie ein Wahnsinniger benehmen. Uebrigens telegraphierte die schöne Komtesse gestern ganz vergnügt aus Triest an ihre Schwester. Wie ich hörte, ist ein Steckbrief hinter ihr erlassen.

Der General hatte diesen Worten mit nicht gerin­gerer Spannung als Hans Raben gelauscht.

,, Wissen Sie denn das bestimmt, daß der Assessor der Remtesse zweitausend Mark geliehen hat, ehe sie seine Braut wurde? Wissen Sie wirklich genau, daß es zwei­tausend Mark waren?" fragte derselbe jetzt sehr aufgeregt.

Ich habe es aus Herrn v. Renthers eigenem Munde. Uno, wenn Eure Exzellenz es mir gestatten, so will ich gleich noch hinzufügen, was v. Reyther mir noch sagte. Es betrifft Eurer Exzellenz Herrn Sohn. Der Assessor meinte nämlich, die Komtesse hätte erst versucht, bei dem Herrn Leutnant, den sie sichtlich bevorzugte, die zweitau­send Mark zu kriegen. Da es diesem nicht möglich gewesen, das Geld aufzutreiben, so hätte sie sich einfach an ihn ge= wandt."

urteilt. Der Bezirksleiter kehrte am 20. Februar nach Dume zurück, da er die Lage wieder für ruhig hielt. Auch ein Telegramm des Gouverneurs vom 18. März bezeichnet die Lage im Süden des Schutzgebietes als ruhig. Die Pri­vatmeldungen über Aufstände beruhen daher wahrschein­

,, Sa, nun verstehe ich!" rief der General aus, mit der Hand auf den Tisch schlagend. Und der hielt es nicht für nötig, einer solchen Person sein Wort zu halten, das er thr doch zweifellos vor dem Pump auf strengste Diskretion hat aeben müssen. Also für die Komtesse war das un­

Kleine Nachrichten.

Geburt einer preußischen Prinzessin. Die Prinzessin Friedrich Wilhelm von Preußen, die Gemahlin des ältesten Sohnes des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, ist in Berlin von einer Prinzessin verbunden worden. Mutter und Kind befinden sich wohl.

glückselige Geld bestimmt, das Hardi nicht bekommen und ein anderer genommen hat!"

Unter der lebhaften Unterhaltung, die sich an des Wirtes Mitteilungen anschloß, verging die Zeit sehr schnell. Hans sah unruhig auf seine Uhr und wollte sich empfehlen.

Eine Textilarbeiteraussperrung im Münsterlande? Angesichts des sett Wochen anhaltenden Streiks der Tex­tilarbeiter in Coesfeld beschloß am Dienstag der Verband der münsterländischen Textilindustriellen, die gesamte Ar­beiterschaft im Münsterland, etwa 12 000 Arbeiter, auszu sperren, wenn die Arbeiter in genannter Stadt nicht bal digst die Arbeit wieder aufnehmen. Die Kündigung erfolgt am Sonnabend.

Infolge der Maifeier sind in Groß- Berlin in 320 Be­zirken 6728 Holzarbeiter ausgesperrt, davon über 6000 auf die Dauer von drei Tagen, die übrigen sind länger ausges sperrt oder entlassen worden.

Warten Sie noch einen Augenblick," sagte der Ge­neral, ihm die Hand auf die Schulter legend. Mein Kut­scher kann zum Bahnhof fahren, dann sind wir in fünf Minuten dort. Ich möchte noch manches mit Ihnen be= sprechen. Herr Heine," wandte er sich hastig an den red­seligen Hotelier," Sie können mir wohl einen Gefallen tun. Hier ist ein Tausendmarkschein. Den möchte ich gern gewechselt haben."

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Aber mit Vergnügen, Exzellenz. Ich hoffe in der Nachbarschaft soviel auftreiben zu können."

Das Luftschiff Deutschland", das bekanntlich in Düs­seldorf stationiert ist, unternahm am Dienstag vormittag 10 Uhr einen Aufstieg. Die Fahrt ging bis Opladen. Nach längerer Kreuzfahrt über der Stadt erfolgte nach 12 Uhr die Rückkehr zum Aufstiegsplaß, wo glatt gelandet wurde. Für nachmittags war eine Passagierfahrt in Aussicht ge­

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Zehn Millionen für Wohltätigkeitszwecke. Der Kunst­händler Charles Wertheimer in London hinterließ ein Ver­mögen von etwa 15 mill. M, wovon 10 Millionen, wenn die darauf ruhenden Rentenpflichten erloschen sind, Londoner Wohltätigkeitsanstalten und Hospitälern zugute kommen

Als der Wirt mit einem Kratfuß sich entfernt hatte, fragte der General sehr nervös: Nun sagen Sie einmal offen, Herr Assessor, können Sie nach dem, was wir eben hörten, noch an Hardis völliger Unschuld zweifeln? Hätte er das Geld genommen, das doch ohne Zweifel für die Romtesse sein sollte, so würde er es ihr doch auch gegeben haben und sich einen Tag später gewiß feinen Korb geholt haben. Werden Sie Ihren Vater nicht zu dieser Ueber­zeugung bringen können? Ich weiß ja, daß er Hardis Versicherungen nicht glaubt. Meine Junge hat keine Ge­heimnisse vor mir. Er erzählte mir alles, was ihm Ihr Bater gesagt."

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dürften.

Ein riesiger Felssturz hat sich auf dem rechten Rhein­ufer gegenüber Andrnach Montag abend ereignet. Gewal­tige Felsmassen lösten sich plötzlich auf dem sogenannten Krahnenberge und stürzten mit gewaltigem Getöse in das Tal bis an den Eisenbahndamm. Da noch weitere Fels­stürze befürchtet wurden, sind von der Eisenbahnbehörde Abdämmungsarbeiten angeordnet.

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Ein Hagenbescher Tierpark in der Jungfernheide. Zwischen dem bekannten Tierhändler Karl Hagenbeck in Hamburg und dem Forstfiskus der Stadt Berlin schweben feit einiger Zeit Verhandlungen, die sich jetzt so weit dem Abschluß genähert haben, daß die Reichshauptstadt darauf rechnen kann, in nicht zu ferner Zeit einen Tierpark nach dem bekannten Hagenbeckschen Muster in Stellingen zu be fizzen. Das Unternehmen soll in der Jungernheide errich­tet werden.

Hans erwiderte ausweichend: Exzellenz, hoffentlich bietet uns der Vorfall neue Handhaben, Hardis Unschuld zu beweisen und den Dieb zu ermitteln. Es bedarf. eben, um dieselbe der Welt darzutun, ganz klarer Beweise. Das Urteil der Leute fann ja meinem Vater in diesem Falle nicht gleichgültig sein."

Der General trommelte mit den Fingern auf die Tisch­platte, stürzte den Rest in seinem Glase hinunter, strich sich den weißen Bart und wollte eben etwas weiteres zu

seines Sohnes Rechtfertigung anführen, als der Hotelier eintrat.co

Bitte sehr, Exzellenz, hier ist das Geld! Darf ich es hier aufzählen? Es sind 3 Hundertmarkscheine, ein Teil Fünfziger und der Rest ist Goldgeld."

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Der General zählte aufmerksam mit. Es stimmte! Bedachtsam steckte er die Scheine in sein Portefeuille. Plötz­lich hält er inne, den einen Hunderter gegen das Licht haltend und ihn mit weitgeöffneten Augen betrachtend. Na, das ist mir nun doch etwas seltsam!" ruft er dabei aus, Hans den Schein reichend. Einen in derselben Weise überstrichenen Hunderter gab ich vor einiger Zeit ihrem Vater in Verwahrung und wir vermuteten, daß er Falschmünzern als Muster gedient habe. Sehen Sie nur alle diese ganz feinen Strichelchen. Unmöglich kann die jemand aus bloßer Langeweile gemacht haben." ,, Vielleicht doch," meinte Hans, das Papier genau besehend. Ich entdecke einige Unregelmäßigkeiten, wie sie einem Falschmünzer kaum zuzumuten wären."

Um so besser! Am Ende ist dies gar derselbe Schein, den ich damals Ihrem Vater übergab. Hatte ihn von Nachbar Wendlandt. Notierte mir, wie mir eben ein­fällt, die Nummer. Muß einmal nachsehen." Dabei zog er ein umfangreiches, fein in Juchtenleder gebundenes Notizbuch aus der Tasche. Wahrhaftig, es ist derselbe Schein! Seltsamer Zufall! Sie sehen auf die Uhr, Herr Assessor? Ja, ich glaube, wir müssen fahren. Der Wa­gen steht ja bereit."

11. Kapitel.

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Als Hans in seines Freundes Wohnung ankam, da eröffnete ihm zu seinem größten Leidwesen der Hauswirt, daß der Herr Leutnant in einer ihm nicht bekannten dienst­lichen Angelegenheit heute früh abgereist wäre und erst in vierzehn Tagen zurückkehren würde. Da blieb dem Ent­täuschten nichts anderes übrig, als unverrichteter Sache zu­rückzukehren und schriftlich mit Hardi zu verhandeln. ( Fortsetzung folgt.)

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