Einzelbild herunterladen

m 3ufamme

eichsouman über die erflärte, da

e Einmischun ien. Die Re ächten, belon

n durchzufü tungsvoll, itere Entwic Als Redne erflärten, b ung ein, do Steuerung de

der Arbeite

ie Nachrichte dent der Lon Ein aus Kan hlte, daß die enal und das Een durch di mit Revol war offenbu ewesen. Das

der Umfan graphenlinie Ige stellte die ertel bewa men wiede der Stadt

urch Rebellen ein Japane indet sich de ein geborener ranzisto Bor

fischer Konsul auptstadt Me schwebenden unliebfame

ellt, daß Ma tig ist, seinen

Die Prinzeffin ndes ältesten Preußen, it den. Mutter Münsterlande! zifs der Tep der Verband = gesamte A Seiter, auszu adt nicht bab Digung erfolgt

n in 320 Be iber 6000 auf änger ausge

tlich in Dilf

Cag vormittag pladen. Nag nach 12 Uhr landet wurde

Aussicht ge Der Kunit ließ ein Ver ten, wenn die

nd, Londoner

ute fommen

Cechten Rhein gnet. Gewal fogenannter

Betöse in da weitere Fel enbahnbehörde

Jungfernheide

Hagenbed in rlin schweben so weit dem ptstadt darauf Tierpark nad llingen zu

Бе

enheide errich

der Hotelier

ld! Darf id artscheine, ein

Es stimmte!

efeuille. Plö gen das Light

n betrachtend

am!" ruft a

in derselben

einiger Zeit uteten, daß a

Sehen Sie nur

glich kann die

7."

Papier gena

feiten, wie fie

erfelbe Schein

atte ihn von

ir eben ein

1." Dabei jog

r gebundenes 5 ift derfelbe

die Uhr, Sen

en. Der Wa

ng anfam, da

der Hauswirt Cannten dient

väre und erf

lieb dem Ent

eter Gache zu

rhandeln.

Konventionalstrafen gegen Schmiergelder. Der Ber­ner Magiftrat hat beschlossen, sämtlichen städtischen Amts­Rellen zu empfehlen, unter die Lieferungsbedingungen auf­zunehmen, daß jeder Unternehmer oder Lieferant sich ver­pflichtet, wenn er oder sein Vertreter oder sein Angestellter einem Angestellten der Stadt Berlin eine Zuwendung di­reft gewährt, oder zusagt, für jeden Fall der Zuwiderhand­lung eine Konventionalstrafe zu zahlen.

Der amerikanische Milliardär Carnegie hat der schwet­zerischen Bundesregierung 130 000 Dollars überwiesen für eine Lebensretterstiftung.

Einen schweren Landfriedensbruch verübte in Wahren und Lindenthal bei Leipzig in diesen Tagen eine Rotte von 15 bis 20 russisch- polnischen Arbeitern. Sie drangen in ver­schiedene Gastwirtschaften ein und verwüsteten alles, was vor sie kam. Auch das Messer und der Knüppel wurden bet dem Aufruhr gebraucht. Es gelang nachträglich, den größten Teil der Rowdies festzunehmen.

Aus den Gerichtssälen.

Das Martyrium eines Kindes. Systematische Grau­famkeiten gegen ein wehrloses Kind hat in England end­lich einmal eine gerichtliche Ahndung gefunden, die zu dem Verbrechen nicht in dem üblichen Mißverhältnis steht. Die Molkereibesizerin Mary Wileshmith, die sich vor dem Schwurgericht in Worcester zusammen mit ihrem Ange­stellten George Turner wegen der planmäßigen Mißhand­lung der dreizehnjährigen Florence Pastorfield zu verant­worten hatte, wurde wie ihr Mitangeklagter von der Jury für schuldig befunden, und beide wurden vom Richter zur höchsten gesetzlich zulässigen Strafe von zwei Jahren Ge­fängnis mit 3wangsarbeit verurteilt. Die Angeklagte, eine Frau von bald 60 Jahren, hatte das unglückliche Mädchen auf eine Zeitungsannonce hin in ihr Haus aufgenommen, aus der hervorging, daß seine Mutter es gerne los setn wollte. Im Vertrauen darauf, daß die Mutter sich nie wie­ber um das arme Wurm fümmern würde, machte sie es dann nicht buchstäblich zu ihrer Sklavin, sondern verübte Unmenschlichkeiten an ihr, die zu beschreiben die Feder sich sträubt. Eine Probe nur sei erwähnt. Als das Kind eines Tages von ihr über und über blutig geschlagen worden war, befahl fie ihrem Fattotum Turner, Salz in die Wunden zu reiben, und diese Henkerseele gab sich auch wirklich dazu her. Das Urteil wird zwar von der Presse noch viel zu mil­de gefunden, gleichwohl als erfreulicher Anfang dazu be­grüßt, mit dem bisherigen System zu brechen, das solche Bestien in Menschengestalt gewöhnlich mit einer noch dazu atemlich leichten Geldstrafe davonkommen ließ.

Vermischtes.

Ein Lastautomobil von einem Zuge erfaßt. Ein schwe res Unglüd ereignete sich Dienstag vormittag gegen 11 Uhr in der Stadt Treffurt im Landkreise Mühlhausen 1. Th. Das der Thuringiabrauerei in Mühlhausen gehö rende Lastautomobil für den Biertransport passierte auf der Fahrt von Mühlhausen nach Schnellmannshausen kurz hinter Treffurt eine Eisenbahnüberführung, die ohne Schranken war. In diesem Augenblick kam der Personen­zug 593 Eisenach- Eschwege angefahren. Der Lokomotiv­führer, der Warnungssignale gegeben hatte, sah die Ge­fahr im letzten Augenblick und versuchte den Zug zum Hal­ten zu bringen. Dies war jedoch nicht mehr möglich. Der Bug fuhr direkt in das Auto hinein. Die beiden Insassen, ein Biertutscher und ein Chauffeur wurden auf der Stelle getötet, das Auto vollständig zertrümmert. Die Leichen wiesen furchtbare Verlegungen auf. Dem Bierkutscher wurde der Kopf glatt vom Rumpf getrennt, dem Chauffeur Der Leib von oben bis unten aufgerissen. Die Getöteten Find der Chauffeur Böhns sowie der Bierkutscher Emmrich.

Ueber die Unterschlagungen im Deutschen Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien, die eine Höhe von 270 000 Mark erreicht haben, machte in der Generalver­sammlung des Landesverbandes Baden in Karlsruhe der Vorsitzende Geheimrat von Dechelshäuser Mitteilungen. Der Hauptgrund der Vorkommnisse sei gewesen, daß die mit der Revision beauftragten, höchst ehrenwerten Herren nicht über die fachmännischen Kenntnisse verfügt hätten, die notwendig gewesen seien. Auch sei ein Fehler gewe­sen, daß alle Geldsendungen direkt, anstatt durch Vermitt­lung einer Bank, in die Hände des Schahmeisters gelang­ten. Es sei nicht zulässig, Personen, die im Ehrenamt nach bestem Wissen ihre Tätigkeit ausgeübt hätten, für solche Vorkommnisse verantwortlich zu machen. Der Ber­liner Geschäftsführung sei in der Hauptsache nur der Vor­wurf zu machen, daß sie nach dem Heranwachsen des Ver­eins aus fleinen Anfängen nicht längst schon eine Aen­derung und eine fachmännische Ueberwachung der Kassen­führung beantragt habe. Für die Folge werde allerdings eine solche stattfinden.

Das verstummte Glodenspiel. Das schöne Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche, das seit Jahrzehnten feine Feierstunde kannte, ist wie sein fürzlich verstummter Mei­ster verstummt. Wind und Wetter haben an dem sinnigen Mechanismus des Glockenspiels ihre vernichtende Kraft erprobt und es zum Schweigen gebracht. Zu den Weisen des Glockenspiels gehört das halbstündlich ertönende ,, Ueb' immer Treu und Redlichkeit" nach der Melodie: Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts Zauberflöte und das stündliche Chorallied: Lobe den Herrn". An Hoffest­tagen spielt das Glockenspiel patriotische Lieder und Cho­räle. Seit Meister Baltin tot ist, stimmte es mit dem Werk nicht mehr recht, und jetzt ist es gebrochen und muß repariert werden.

Ein Giftmordprozeß in der Petersburger Gesellschaft. In Petersburg spielt ein neuer sensationeller Prozeß. Im Februar dieses Jahres starb ganz plötzlich ein lebens­lustiger, als Mitglied des Kriegsrates sehr bekannter Ge­neral. Nach einem guten Frühstück unternahm er den ge­wohnten Spazierritt; plötzlich fiel er leblos vom Pferde. Die schnell hinzugerufenen Aerzte konstatierten Tod durch Herzschlag. Nach der Beerdigung des Generals ging dem Oberstaatsanwalt ein anonymes Schreiben zu, in dem ver­fichert wird, daß der lebensfrische 74jährige General, der Besizer mehrerer Millionen sei, feines natürlichen Todes gestorben, sondern vergiftet worden sei. Es begann eine Strenge Untersuchung, welche resultatlos verlief. Neuer­dings hat die Tochter des Generals eine gleiche Anklage gegen ihre junge Stiefmutter erhoben. Der General hat ein Testament hinterlassen, in dem seine Kinder und Kin­deskinder enterbt und seine dritte Frau zur alleinigen Er­bin von fünf Millionen Rubeln eingesetzt wird. Die Toch ter behauptet nun, daß die Stiefmutter den Vater durch pergifteten Schinken aus der Welt geschafft habe. Die Er Humierung der Leiche des Generals ist bereits angeordnet worden.

Baron von König und seine Leute. Mit der in Kalfutta erfolgten Festnahme des Barons von König, über die wir schon früher berichteten, ist es jetzt gelungen, etne internationale Hochstapler- und Falschspielergesell­schaft, deren Haupt der Verhaftete war, vollständig hinter Schloß und Riegel zu setzen. Die Berliner Kriminalpolizei

beschäftigte sich mit der Bande schon seit Jahren. Seit Juli vorigen Jahres häuften sich die Anzeigen, die bei ihr eingingen. Die Opfer der Betrüger waren meistens Leute, die von Berlin aus die Riviera aufgesucht hatten. Manche von ihnen hatten Geld genug, um auch einen größeren Ber­lust aushalten zu können, viele aber waren nicht so bemit­telt und sahen sich gezwungen, nach einem ungünstigen Spielabend ihre Reise abzubrechen und nach Hause zurück­zukehren. Da die Anzeigen bei der Ortspolizei meist ohne Erfolg blieben, pflegten sich die Betrogenen an die Ber­liner Kriminalpolizei zu wenden. Aus einem Sonderal­bum, das ihnen diese vorlegte, ersah man dann, mit wem der Gerupfte zu tun hatte. Gemeinsam gingen die Falsch­spieler nur bei großen überseeischen Unternehmungen vor. Sonst trat immer nur einer der Spieler mit diesem oder jenem Schlepper zusammen auf. Nachdem die Berliner Kriminalpolizei alle Verbindungen der Bande aufgedeckt und festgestellt hatte, traf sie Vorkehrungen zur Festnahme der Falschspieler, die denn auch glückte. Zuerst wurde der ,, Kapitän Noel Newton" in einem Bade an der Südküste Englands ermittelt und festgenommen. Ihm folgte in Wien Graf Gisbert- Wolff- Metternich. In Frankfurt a. M. wurde dann ein dritter Komplize verhaftet. Nach die­sem wurde in Brüssel der Rumäne Joseph Bujos hinter Schloß und Riegel gesetzt. Endlich kam auch Baron Kö­nig". Er besaß im vornehmsten Viertel von Paris eine Villa, die er ab und zu bewohnte, wenn gerade kein gro­Ber Zug" zu machen war. Nach der Verhaftung seiner Spießgesellen verschwand er nach Afrika und machte dort ebenfalls herrliche Beute. Als die Kappolizei ihn festneh­men wollte, war er gerade am Tage vorher nach Indien abgedampft, wo man seiner schließlich habhaft wurde.

Eine Millionärin in Lumpen. Miß Jane Williams, die Besitzerin eines in sicheren Papieren angelegten Ver­mögens von über vier Millionen Mark, wurde, Depeschen aus Neuyork zufolge, dort in völlig verwahrlostem Zu­stande in einer Art Schuppen entdeckt, der seit zehn Jah­ren ihre Behausung gebildet hat. Sie lebte dort vornehm lich von Milch und Brot. Für die Zubereitung warmer Kost, die sie sich nur selten erlaubte, bediente sich die Mil­lionärin eines verrosteten Eisenofens. Als Lagerstätte diente ihr ein altes, zerschlissenes Sofa, unter dessen Ueber­zugresten die Frau ihre Wertpapiere verbarg. Ihr großes Vermögen verdankt Miß Jane ausschließlich einer scharf­sinnigen Börsenspekulation in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Man hat sie zur Beobachtung ih­res Geisteszustandes, in dem sich seither offenbar mehr als eine Schraube gelockert hat, in ein Irrenhaus geschafft.

zu.

Ein Kleinbahnidyll trug sich auf der Vogelsbergbahn Zwischen Grebenhain und Bermuthshain hielt plötz= lich der Zug auf freiem Felde. Eilig öffneten die Reisen­den die Fenster, um zu sehen, was los sei. Da sahen sie auch schon die Müge des Zugführers den Bahndamm ent­lang rollen; die scharfe Morgenluft hatte sie ihm entführt. Ein Schaffner versuchte den Wettlauf mit der davoneilen­den Kopfbedeckung; endlich schwang er siegreich die Ent­flohene in der Hand. Unter allgemeiner Heiterfeit dampfte nun das Zügle gemächlich weiter.

Enttäuschung. I hab' schon g'meint, beim Hofbauer hab'n fan Grammophon, weil i schon a paar mal so schön hab singen hör'n. Derweil fagt er mir, daß's bloß a Ram­mersänger is, der bei ihm in der Sommerfrisch'n wohnt."

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein 200 Jahre altes Cello, von Stradivarius im Jahre 1709 erbaut, ist für 60 000 M aus dem Besize eines Berliner Geigenbauers an Herrn Hermann Noelle in Kolonie Grunewald übergegangen. Der Lack des Instruments ist orangerot und von wunderbarer Leuchtkraft.

Mit welchem Eifer der Kaiser die Ausgrabungen auf Korfu unterstützt, geht, wie die Tgl. Rdsch." meldet, da­raus hervor, daß er persönlich dem kaiserlichen archäologi­schen Institut ständig eingehende Berichte über das Fort­schreiten der Arbeiten zugehen läßt. Diese Berichte werden gedruckt, sind aber nicht zur allgemeinen Veröffentlichung bestimmt. Doch sind sie zahlreichen Fachleuten, Professo­ren und Oberlehrern höherer Lehranstalten übersandt worden.

Ein neuer Novellenband von Hermann Sudermann wird in einigen Wochen unter dem Titel Die indische Li­lie" im Cottaschen Verlage erscheinen.

Monsieur Bonaparte", eine neue komische Oper von Bogumil Zepler, Tert von Hans Brennert, erzielte bei der Premiere im Leipziger Stadttheater einen starken Erfolg. Die auf einer amüsanten Verwechslung aufgebaute Hand lung spielt in Aegypten zur Zeit der französischen Inva­sion 1798. Die Musik mit arabisch- ägyptischen Motiven und einigen altfranzösischen Militärmärschen ist sehr eigenartig und schneidig instrumentiert. Der erste Aft überragt die beiden anderen.

Moderner Aberglaube.

Daß in unserem aufgeklärten Zeitalter kein Aberglaube mehr bestehen könne, das glaubt natürlich kein Mensch. Er floriert sogar bis in die höchsten Kreise, und selbst viele wissenschaftlich gebildete, unzweifelhaft kluge und in man­cher Beziehung aufgeklärte Leute sind nicht frei davon. Ja es hat sogar den Anschein, als ob der Aberglaube heute wie­der mehr zu Ehren kommen wollte. Okkultismus und Spi­ritismus erheben fröhlich das Haupt und überblicken ein ganzes Heer von Anhängern, ja sogar eine Astrologische Gesellschaft ist neuerdings in Wien unter dem Schutz und der Mitwirkung hoher Ariftrokraten gegründet worden. Mit dem Brustton der Ueberzeugung wird dabei verkündet, daß die Astrologie auf wissenschaftlichen Tatsachen neu begrün­det" worden sei.

Aber die modernen Zauberer und Sybillen bedürfen durchaus nicht des Mäntelchens der Wissenschaft, um überall Staat zu machen. Das hat vor nicht allzulanger Zeit der bekannte William Scott in Schmargendorf mit seinen Plan­chetten gezeigt. Diese sinnreichen Apparate bestehen in ei­nem ovalen Holzplättchen, das an den beiden Enden auf kleinen Pflöckchen ruht, die auf Rädern laufen. In der Mitte ist ein Bleistift mit der Spizze nach unten befestigt. Dieser Bleistift schreibt nun, wnn man die Hand auf die Planchette legt, den Namen einer bestimmten Person, d. H. er macht einige Krazer, aus denen man herauslesen kann, was man will. Eine hübsche Art, die Zukunft zu erforschen, ist auch der Erbschlüsselzauber. Dazu ist, wie schon der Na­me sagt, ein ererbter Schlüssel nötig. Dieser wird in eine Bibel zwischen das Buch und dem unteren Deckel gelegt. Dann wird die Bibel an verschiedenen Stellen aufgeschla= gen. Wenn sich dabei der Schlüssel dreht, so ist auf dieser Seite das fünftige Schicksal des Fragers angedeutet.

Daß dieser haarsträubende Unsinn mit der Geschichte der Kriminalistik und des Verbrechertums eng verknüpft sein muß, liegt nahe. Denn es ist ja sehr leicht, Leute, die an solche Dinge glauben, zu betrügen. Dennoch sind Be­trüger dieser Art nur schwer zu fassen. Gerichtsassessor Dr. Hellwig hat in der letzten Sigung der Berliner Gesell­schaft für Volkskunde ein interessantes Bild von den Schwierigkeiten gegeben, die der Entlarvung solcher

Schwindler entgegenstehen. Sunächst offenbaren fich dte Geprellten selbst nur selten, weil sie zu dem Schaden noch den Hohn und Spott fürchten. Dann aber ist den Betrügern die Absicht des Betrugs schwer nachzuweisen. Viele von ih= nen sind ja auch gutgläubig und selbst von der Wahrheit dessen, was jeder Vernünftige als Humbug erkennt, über­zeugt. In Berlin ist es vorgekommen, daß sich ein aus Mangel an Beweisen für die rechtswidrige Absicht Freige= sprochener von da an als gerichtlich bestätigter Wahrsager" bezeichnete. Endlich finden sich unter den Opfern immer solche, die dem Schwindler bestätigen, daß seine Prophezei­ung eingetroffen sei und sie sich durchaus nicht geschädigt fühlen.

Dabei sind 99 Proz. der Opfer zweifellos geistig gesund. Aber es ist nicht zu glauben, was Denkfaulheit, Mangel an Bildung und mangelnde Schulung des Verstandes im Ver­ein mit dem in der menschlichen Natur begründeten Hang zum Ueberfinnlichen zustande bringen können. Es ist viel­leicht eine wenig galante, aber nichtsdestoweniger wahre Feststellung, daß neun Zehntel der von solchen Schwind­lern Gerupften Frauen sind. Das liegt aber weniger an Minderwertigkeit der geistigen Fähigkeiten, als an der Tiefe des Gemütslebens der Frauen, deren Phantasie leicht ge= packt und auch leicht gelenkt werden kann. Sie besitzen viel­fach eine außerordentlich feine Suggestibilität, das heißt das Bestreben, Erzähltes zu assimilieren, mit eigenen Erleb­nissen in Verbindung zu bringen. Die Wahrsagerinnen haben es deshalb ihren Kundinnen gegenüber besonders leicht, weil sie meist schon in heftiger Gemütsbewegung zu ihnen kommen und in diesem Zustand manches verraten, was sie sich dann mit ungeheurem Erstaunen von der, wei­sen Frau" wieder erzählen lassen.

Drabtnachrichten und neuestes.

Französischer Truppentransport für Marokko. Marseille, 3. Mai. 30 Offiziere und 1300 Mann auer Waffengattungen sind mit großem Kriegsmaterial nach Ca­sablanca eingeschifft worden.

Neuer Sieg der merikanischen Insurgenten. Neuyork, 3. Mai. Aus Nogalles in Arizona wird ge= meldet, daß die Rebellen die Bundestruppen bet Magda­lena aufgerieben haben.

Neuyork, 3. Mai. Zurückkehrende Amerikaner be­richten, die merikanischen Insurgenten forderten alle Ame­rikaner auf, sich mit ihren Familien über die Grenze in Sicherheit zu bringen, da die Wiederaufnahme der Feind­seligkeiten bevorstehen, falls bis Donnerstag abend kein Friede zustande komme. Viele Amerikaner folgten der Mahnung zur Flucht.

0

Wechsel im Frankfurter Polizeipräsidium. Berlin, 3. Mai. Der Polizeipräsident von Frank­furt am Main Scherenberg ist zum Regierungspräsidenten in Coblenz ernannt worden.

Die Beisehung der Leiche von Schlichtings. 0 Berlin, 3. Mai. In der Kaserne des Königin Elisabeth- Regiments hat gestern nachmittag unter außer= ordentlich großer Teilnahme die Trauerfeier für den am 28. März in Konstantinopel erschossenen deutschen Militär­instrukteur, Oberstleutnant v. Schlichting, stattgefunden. Generalfeldmarschall von der Gott, der kommandierende General des Gardekorps sowie eine Anzahl höhere Mili­tärs, ferner der türkische Botschafter, türkische Offiziere und die Spitzen der osmanischen Kolonie und schließlich deutsche Offiziere aller Waffen hatten sich eingefunden, um dem Toten das letzte Geleite zu geben. Die Beisetzung erfolgte auf dem nahen Friedhof in Westend.

Folgen der Maifeier.

Hamburg, 3. Mai. Die Direktion der Vulkanwerft Iteß gestern an den Landungsbrücken, wo die Arbeiter zur Werft hinüberfahren, eine Bekanntmachung anschlagen, nach der alle diejenigen Arbeiter ihres Betriebes, die am 1. Mai zur Arbeit nicht erschienen, entlassen seien und am 3. Mai ihren Lohn abheben könnten. Es handelt sich an­geblich um 2000 Mann.

Gattenmord eines Alkoholikers.

Kronach( Oberfranken), 3. Mai. In einer Gast­wirtschaft wurde gestern der 60 Jahre alte Tagelöhner Graf aus Ziegenerden verhaftet, der seine gleichaltrige Ehefrau erschlagen hatte, weil sie sich geweigert hatte, ihm Geld zu Schnaps zu geben. Nach der Tat begab sich Graf nach Kronach, wo er in einer Wirtschaft verhaftet wurde.

Schweres Unglück bei einem Tunnelbau.

Bern, 3. Mai. Bei dem Vortrieb des Tunnels durch den Mont d'or ereignete sich gestern abend ein Unglück durch zu spätes Losgehen einer Mine, wobei zehn Arbeiter verletzt wurden. Einem Arbeiter wurden die Augen aus­geschossen; sein Zustand ist hoffnungslos. Vier Arbeiter sind schwer verletzt.

Glücklich verlaufener Unfall eines deutschen Fliegers.

Paris, 3. Mai. Einem gefährlichen Unfall ist gestern in Poujy der deutsche Flieger Lindtpaintner wie durch ein Wunder entgangen. Auf einem für den Wettflug Pa­ris- Rom- Turin bestimmten sehr schnellen Sommer- Ein­decker verließ er um 6 Uhr den Aerodrom in Douzy und erreichte bereits um 8% Uhr das Lagerfeld von Chalons. Ueber dem Flugplatz von Poujy angelangt, begann er als= bald einen verwegenen Gleitabstieg aus 1500 Metern Höhe, der prächtig zu gelingen schien. Noch etwa 30 Meter über dem Boden schlug der Eindecker plötzlich um, überstürzte sich mehrmals und schlug dann auf den Boden auf. Zum Erstaunen aller Zuschauer kletterte der kühne Flieger un­versehrt aus den Trümmern des Apparates hervor.

Schwere Bootsunfälle in Frankreich.

o Paris, 3. Mai. In Carors fenterte ein Boot, in welchem sich vier Militärmusiker befanden, auf dem Lot­Fluß. Drei der Insassen ertranfen. Bei Havre ereignete sich auf dem Kanal von Tancarville ein ähnliches Unglück, dem drei Arbeiter zum Opfer fielen.

Bandel und Verkehr.

Cassel, 2. Mai. Schlachtvichpreise: 1. Rinder. A. Och­sen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 85 bis 88 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 82 bis 84 M, c) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 78 bis 80 M. B. Bullen: a) voll­fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 78-82 M, b) vollfleischige junge 75 bis 77 M. C. Färsen und Kühe:, a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 82 bis 84 Mb) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten, Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 78 bis 80 M, c) ältere aus­gemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 73 bis 76 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 69 bis 72 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 60 bis 65 M. 2. Kälber: a) Doppellender feinster Mast Lebendge=] wicht, b) feinste Mastfälber- 3, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 53 bis 55 d) geringere Mast und gute Saugkälber 48 bis 51 e) geringere Saugfälber 44 bis 46 3. 3. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel Schlachtgewicht- M, b) ältere Mast­hammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge, Schafe 85 M, c) mäßig gnährte Hammel und Schafe( März= schafe) 80 M. 4. Schweine: a) Fettschweine über 150 kilo­gramm Schlachtgewicht M, b) vollfleischige von 120 b13,

150 Kilogramm 57 bis 58 M, c) vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 56 bis 57 M, b) vollfleischige von 80 bis 100 Kilo­gramm 55 bis 56 M, e) vollfleischige unter 80 Kilogramm M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 53 M.