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Konventionalstrafen gegen Schmiergelder. Der Berner Magiftrat hat beschlossen, sämtlichen städtischen AmtsRellen zu empfehlen, unter die Lieferungsbedingungen aufzunehmen, daß jeder Unternehmer oder Lieferant sich verpflichtet, wenn er oder sein Vertreter oder sein Angestellter einem Angestellten der Stadt Berlin eine Zuwendung direft gewährt, oder zusagt, für jeden Fall der Zuwiderhandlung eine Konventionalstrafe zu zahlen.
Der amerikanische Milliardär Carnegie hat der schwetzerischen Bundesregierung 130 000 Dollars überwiesen für eine Lebensretterstiftung.
Einen schweren Landfriedensbruch verübte in Wahren und Lindenthal bei Leipzig in diesen Tagen eine Rotte von 15 bis 20 russisch- polnischen Arbeitern. Sie drangen in verschiedene Gastwirtschaften ein und verwüsteten alles, was vor sie kam. Auch das Messer und der Knüppel wurden bet dem Aufruhr gebraucht. Es gelang nachträglich, den größten Teil der Rowdies festzunehmen.
Aus den Gerichtssälen.
Das Martyrium eines Kindes. Systematische Graufamkeiten gegen ein wehrloses Kind hat in England endlich einmal eine gerichtliche Ahndung gefunden, die zu dem Verbrechen nicht in dem üblichen Mißverhältnis steht. Die Molkereibesizerin Mary Wileshmith, die sich vor dem Schwurgericht in Worcester zusammen mit ihrem Angestellten George Turner wegen der planmäßigen Mißhandlung der dreizehnjährigen Florence Pastorfield zu verantworten hatte, wurde wie ihr Mitangeklagter von der Jury für schuldig befunden, und beide wurden vom Richter zur höchsten gesetzlich zulässigen Strafe von zwei Jahren Gefängnis mit 3wangsarbeit verurteilt. Die Angeklagte, eine Frau von bald 60 Jahren, hatte das unglückliche Mädchen auf eine Zeitungsannonce hin in ihr Haus aufgenommen, aus der hervorging, daß seine Mutter es gerne los setn wollte. Im Vertrauen darauf, daß die Mutter sich nie wieber um das arme Wurm fümmern würde, machte sie es dann nicht buchstäblich zu ihrer Sklavin, sondern verübte Unmenschlichkeiten an ihr, die zu beschreiben die Feder sich sträubt. Eine Probe nur sei erwähnt. Als das Kind eines Tages von ihr über und über blutig geschlagen worden war, befahl fie ihrem Fattotum Turner, Salz in die Wunden zu reiben, und diese Henkerseele gab sich auch wirklich dazu her. Das Urteil wird zwar von der Presse noch viel zu milde gefunden, gleichwohl als erfreulicher Anfang dazu begrüßt, mit dem bisherigen System zu brechen, das solche Bestien in Menschengestalt gewöhnlich mit einer noch dazu atemlich leichten Geldstrafe davonkommen ließ.
Vermischtes.
Ein Lastautomobil von einem Zuge erfaßt. Ein schwe res Unglüd ereignete sich Dienstag vormittag gegen 11 Uhr in der Stadt Treffurt im Landkreise Mühlhausen 1. Th. Das der Thuringiabrauerei in Mühlhausen gehö rende Lastautomobil für den Biertransport passierte auf der Fahrt von Mühlhausen nach Schnellmannshausen kurz hinter Treffurt eine Eisenbahnüberführung, die ohne Schranken war. In diesem Augenblick kam der Personenzug 593 Eisenach- Eschwege angefahren. Der Lokomotivführer, der Warnungssignale gegeben hatte, sah die Gefahr im letzten Augenblick und versuchte den Zug zum Halten zu bringen. Dies war jedoch nicht mehr möglich. Der Bug fuhr direkt in das Auto hinein. Die beiden Insassen, ein Biertutscher und ein Chauffeur wurden auf der Stelle getötet, das Auto vollständig zertrümmert. Die Leichen wiesen furchtbare Verlegungen auf. Dem Bierkutscher wurde der Kopf glatt vom Rumpf getrennt, dem Chauffeur Der Leib von oben bis unten aufgerissen. Die Getöteten Find der Chauffeur Böhns sowie der Bierkutscher Emmrich.
Ueber die Unterschlagungen im Deutschen Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien, die eine Höhe von 270 000 Mark erreicht haben, machte in der Generalversammlung des Landesverbandes Baden in Karlsruhe der Vorsitzende Geheimrat von Dechelshäuser Mitteilungen. Der Hauptgrund der Vorkommnisse sei gewesen, daß die mit der Revision beauftragten, höchst ehrenwerten Herren nicht über die fachmännischen Kenntnisse verfügt hätten, die notwendig gewesen seien. Auch sei ein Fehler gewesen, daß alle Geldsendungen direkt, anstatt durch Vermittlung einer Bank, in die Hände des Schahmeisters gelangten. Es sei nicht zulässig, Personen, die im Ehrenamt nach bestem Wissen ihre Tätigkeit ausgeübt hätten, für solche Vorkommnisse verantwortlich zu machen. Der Berliner Geschäftsführung sei in der Hauptsache nur der Vorwurf zu machen, daß sie nach dem Heranwachsen des Vereins aus fleinen Anfängen nicht längst schon eine Aenderung und eine fachmännische Ueberwachung der Kassenführung beantragt habe. Für die Folge werde allerdings eine solche stattfinden.
Das verstummte Glodenspiel. Das schöne Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche, das seit Jahrzehnten feine Feierstunde kannte, ist wie sein fürzlich verstummter Meister verstummt. Wind und Wetter haben an dem sinnigen Mechanismus des Glockenspiels ihre vernichtende Kraft erprobt und es zum Schweigen gebracht. Zu den Weisen des Glockenspiels gehört das halbstündlich ertönende„ ,, Ueb' immer Treu und Redlichkeit" nach der Melodie:„ Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts Zauberflöte und das stündliche Chorallied:„ Lobe den Herrn". An Hoffesttagen spielt das Glockenspiel patriotische Lieder und Choräle. Seit Meister Baltin tot ist, stimmte es mit dem Werk nicht mehr recht, und jetzt ist es gebrochen und muß repariert werden.
Ein Giftmordprozeß in der Petersburger Gesellschaft. In Petersburg spielt ein neuer sensationeller Prozeß. Im Februar dieses Jahres starb ganz plötzlich ein lebenslustiger, als Mitglied des Kriegsrates sehr bekannter General. Nach einem guten Frühstück unternahm er den gewohnten Spazierritt; plötzlich fiel er leblos vom Pferde. Die schnell hinzugerufenen Aerzte konstatierten Tod durch Herzschlag. Nach der Beerdigung des Generals ging dem Oberstaatsanwalt ein anonymes Schreiben zu, in dem verfichert wird, daß der lebensfrische 74jährige General, der Besizer mehrerer Millionen sei, feines natürlichen Todes gestorben, sondern vergiftet worden sei. Es begann eine Strenge Untersuchung, welche resultatlos verlief. Neuerdings hat die Tochter des Generals eine gleiche Anklage gegen ihre junge Stiefmutter erhoben. Der General hat ein Testament hinterlassen, in dem seine Kinder und Kindeskinder enterbt und seine dritte Frau zur alleinigen Erbin von fünf Millionen Rubeln eingesetzt wird. Die Toch ter behauptet nun, daß die Stiefmutter den Vater durch pergifteten Schinken aus der Welt geschafft habe. Die Er Humierung der Leiche des Generals ist bereits angeordnet worden.
Baron von König“ und seine Leute. Mit der in Kalfutta erfolgten Festnahme des„ Barons von König“, über die wir schon früher berichteten, ist es jetzt gelungen, etne internationale Hochstapler- und Falschspielergesellschaft, deren Haupt der Verhaftete war, vollständig hinter Schloß und Riegel zu setzen. Die Berliner Kriminalpolizei
beschäftigte sich mit der Bande schon seit Jahren. Seit Juli vorigen Jahres häuften sich die Anzeigen, die bei ihr eingingen. Die Opfer der Betrüger waren meistens Leute, die von Berlin aus die Riviera aufgesucht hatten. Manche von ihnen hatten Geld genug, um auch einen größeren Berlust aushalten zu können, viele aber waren nicht so bemittelt und sahen sich gezwungen, nach einem ungünstigen Spielabend ihre Reise abzubrechen und nach Hause zurückzukehren. Da die Anzeigen bei der Ortspolizei meist ohne Erfolg blieben, pflegten sich die Betrogenen an die Berliner Kriminalpolizei zu wenden. Aus einem Sonderalbum, das ihnen diese vorlegte, ersah man dann, mit wem der Gerupfte zu tun hatte. Gemeinsam gingen die Falschspieler nur bei großen überseeischen Unternehmungen vor. Sonst trat immer nur einer der Spieler mit diesem oder jenem Schlepper zusammen auf. Nachdem die Berliner Kriminalpolizei alle Verbindungen der Bande aufgedeckt und festgestellt hatte, traf sie Vorkehrungen zur Festnahme der Falschspieler, die denn auch glückte. Zuerst wurde der ,, Kapitän Noel Newton" in einem Bade an der Südküste Englands ermittelt und festgenommen. Ihm folgte in Wien Graf Gisbert- Wolff- Metternich. In Frankfurt a. M. wurde dann ein dritter Komplize verhaftet. Nach diesem wurde in Brüssel der Rumäne Joseph Bujos hinter Schloß und Riegel gesetzt. Endlich kam auch„ Baron König". Er besaß im vornehmsten Viertel von Paris eine Villa, die er ab und zu bewohnte, wenn gerade kein„ groBer Zug" zu machen war. Nach der Verhaftung seiner Spießgesellen verschwand er nach Afrika und machte dort ebenfalls herrliche Beute. Als die Kappolizei ihn festnehmen wollte, war er gerade am Tage vorher nach Indien abgedampft, wo man seiner schließlich habhaft wurde.
Eine Millionärin in Lumpen. Miß Jane Williams, die Besitzerin eines in sicheren Papieren angelegten Vermögens von über vier Millionen Mark, wurde, Depeschen aus Neuyork zufolge, dort in völlig verwahrlostem Zustande in einer Art Schuppen entdeckt, der seit zehn Jahren ihre Behausung gebildet hat. Sie lebte dort vornehm lich von Milch und Brot. Für die Zubereitung warmer Kost, die sie sich nur selten erlaubte, bediente sich die Millionärin eines verrosteten Eisenofens. Als Lagerstätte diente ihr ein altes, zerschlissenes Sofa, unter dessen Ueberzugresten die Frau ihre Wertpapiere verbarg. Ihr großes Vermögen verdankt Miß Jane ausschließlich einer scharfsinnigen Börsenspekulation in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Man hat sie zur Beobachtung ihres Geisteszustandes, in dem sich seither offenbar mehr als eine Schraube gelockert hat, in ein Irrenhaus geschafft.
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Ein Kleinbahnidyll trug sich auf der Vogelsbergbahn Zwischen Grebenhain und Bermuthshain hielt plötz= lich der Zug auf freiem Felde. Eilig öffneten die Reisenden die Fenster, um zu sehen, was los sei. Da sahen sie auch schon die Müge des Zugführers den Bahndamm entlang rollen; die scharfe Morgenluft hatte sie ihm entführt. Ein Schaffner versuchte den Wettlauf mit der davoneilenden Kopfbedeckung; endlich schwang er siegreich die Entflohene in der Hand. Unter allgemeiner Heiterfeit dampfte nun das Zügle gemächlich weiter.
Enttäuschung. I hab' schon g'meint, beim Hofbauer hab'n fan Grammophon, weil i schon a paar mal so schön hab singen hör'n. Derweil fagt er mir, daß's bloß a Rammersänger is, der bei ihm in der Sommerfrisch'n wohnt."
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Ein 200 Jahre altes Cello, von Stradivarius im Jahre 1709 erbaut, ist für 60 000 M aus dem Besize eines Berliner Geigenbauers an Herrn Hermann Noelle in Kolonie Grunewald übergegangen. Der Lack des Instruments ist orangerot und von wunderbarer Leuchtkraft.
Mit welchem Eifer der Kaiser die Ausgrabungen auf Korfu unterstützt, geht, wie die„ Tgl. Rdsch." meldet, daraus hervor, daß er persönlich dem kaiserlichen archäologischen Institut ständig eingehende Berichte über das Fortschreiten der Arbeiten zugehen läßt. Diese Berichte werden gedruckt, sind aber nicht zur allgemeinen Veröffentlichung bestimmt. Doch sind sie zahlreichen Fachleuten, Professoren und Oberlehrern höherer Lehranstalten übersandt worden.
Ein neuer Novellenband von Hermann Sudermann wird in einigen Wochen unter dem Titel„ Die indische Lilie" im Cottaschen Verlage erscheinen.
„ Monsieur Bonaparte", eine neue komische Oper von Bogumil Zepler, Tert von Hans Brennert, erzielte bei der Premiere im Leipziger Stadttheater einen starken Erfolg. Die auf einer amüsanten Verwechslung aufgebaute Hand lung spielt in Aegypten zur Zeit der französischen Invasion 1798. Die Musik mit arabisch- ägyptischen Motiven und einigen altfranzösischen Militärmärschen ist sehr eigenartig und schneidig instrumentiert. Der erste Aft überragt die beiden anderen.
Moderner Aberglaube.
Daß in unserem aufgeklärten Zeitalter kein Aberglaube mehr bestehen könne, das glaubt natürlich kein Mensch. Er floriert sogar bis in die höchsten Kreise, und selbst viele wissenschaftlich gebildete, unzweifelhaft kluge und in mancher Beziehung aufgeklärte Leute sind nicht frei davon. Ja es hat sogar den Anschein, als ob der Aberglaube heute wieder mehr zu Ehren kommen wollte. Okkultismus und Spiritismus erheben fröhlich das Haupt und überblicken ein ganzes Heer von Anhängern, ja sogar eine Astrologische Gesellschaft ist neuerdings in Wien unter dem Schutz und der Mitwirkung hoher Ariftrokraten gegründet worden. Mit dem Brustton der Ueberzeugung wird dabei verkündet, daß die Astrologie auf wissenschaftlichen Tatsachen neu begründet" worden sei.
Aber die modernen Zauberer und Sybillen bedürfen durchaus nicht des Mäntelchens der Wissenschaft, um überall Staat zu machen. Das hat vor nicht allzulanger Zeit der bekannte William Scott in Schmargendorf mit seinen Planchetten gezeigt. Diese sinnreichen Apparate bestehen in einem ovalen Holzplättchen, das an den beiden Enden auf kleinen Pflöckchen ruht, die auf Rädern laufen. In der Mitte ist ein Bleistift mit der Spizze nach unten befestigt. Dieser Bleistift schreibt nun, wnn man die Hand auf die Planchette legt, den Namen einer bestimmten Person, d. H. er macht einige Krazer, aus denen man herauslesen kann, was man will. Eine hübsche Art, die Zukunft zu erforschen, ist auch der Erbschlüsselzauber. Dazu ist, wie schon der Name sagt, ein ererbter Schlüssel nötig. Dieser wird in eine Bibel zwischen das Buch und dem unteren Deckel gelegt. Dann wird die Bibel an verschiedenen Stellen aufgeschla= gen. Wenn sich dabei der Schlüssel dreht, so ist auf dieser Seite das fünftige Schicksal des Fragers angedeutet.
Daß dieser haarsträubende Unsinn mit der Geschichte der Kriminalistik und des Verbrechertums eng verknüpft sein muß, liegt nahe. Denn es ist ja sehr leicht, Leute, die an solche Dinge glauben, zu betrügen. Dennoch sind Betrüger dieser Art nur schwer zu fassen. Gerichtsassessor Dr. Hellwig hat in der letzten Sigung der Berliner Gesellschaft für Volkskunde ein interessantes Bild von den Schwierigkeiten gegeben, die der Entlarvung solcher
Schwindler entgegenstehen. Sunächst offenbaren fich dte Geprellten selbst nur selten, weil sie zu dem Schaden noch den Hohn und Spott fürchten. Dann aber ist den Betrügern die Absicht des Betrugs schwer nachzuweisen. Viele von ih= nen sind ja auch gutgläubig und selbst von der Wahrheit dessen, was jeder Vernünftige als Humbug erkennt, überzeugt. In Berlin ist es vorgekommen, daß sich ein aus Mangel an Beweisen für die rechtswidrige Absicht Freige= sprochener von da an als gerichtlich bestätigter Wahrsager" bezeichnete. Endlich finden sich unter den Opfern immer solche, die dem Schwindler bestätigen, daß seine Prophezeiung eingetroffen sei und sie sich durchaus nicht geschädigt fühlen.
Dabei sind 99 Proz. der Opfer zweifellos geistig gesund. Aber es ist nicht zu glauben, was Denkfaulheit, Mangel an Bildung und mangelnde Schulung des Verstandes im Verein mit dem in der menschlichen Natur begründeten Hang zum Ueberfinnlichen zustande bringen können. Es ist vielleicht eine wenig galante, aber nichtsdestoweniger wahre Feststellung, daß neun Zehntel der von solchen Schwindlern Gerupften Frauen sind. Das liegt aber weniger an Minderwertigkeit der geistigen Fähigkeiten, als an der Tiefe des Gemütslebens der Frauen, deren Phantasie leicht ge= packt und auch leicht gelenkt werden kann. Sie besitzen vielfach eine außerordentlich feine Suggestibilität, das heißt das Bestreben, Erzähltes zu assimilieren, mit eigenen Erlebnissen in Verbindung zu bringen. Die Wahrsagerinnen haben es deshalb ihren Kundinnen gegenüber besonders leicht, weil sie meist schon in heftiger Gemütsbewegung zu ihnen kommen und in diesem Zustand manches verraten, was sie sich dann mit ungeheurem Erstaunen von der„, weisen Frau" wieder erzählen lassen.
Drabtnachrichten und neuestes.
Französischer Truppentransport für Marokko. Marseille, 3. Mai. 30 Offiziere und 1300 Mann auer Waffengattungen sind mit großem Kriegsmaterial nach Casablanca eingeschifft worden.
Neuer Sieg der merikanischen Insurgenten. Neuyork, 3. Mai. Aus Nogalles in Arizona wird ge= meldet, daß die Rebellen die Bundestruppen bet Magdalena aufgerieben haben.
Neuyork, 3. Mai. Zurückkehrende Amerikaner berichten, die merikanischen Insurgenten forderten alle Amerikaner auf, sich mit ihren Familien über die Grenze in Sicherheit zu bringen, da die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten bevorstehen, falls bis Donnerstag abend kein Friede zustande komme. Viele Amerikaner folgten der Mahnung zur Flucht.
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Wechsel im Frankfurter Polizeipräsidium. Berlin, 3. Mai. Der Polizeipräsident von Frankfurt am Main Scherenberg ist zum Regierungspräsidenten in Coblenz ernannt worden.
Die Beisehung der Leiche von Schlichtings. 0 Berlin, 3. Mai. In der Kaserne des Königin Elisabeth- Regiments hat gestern nachmittag unter außer= ordentlich großer Teilnahme die Trauerfeier für den am 28. März in Konstantinopel erschossenen deutschen Militärinstrukteur, Oberstleutnant v. Schlichting, stattgefunden. Generalfeldmarschall von der Gott, der kommandierende General des Gardekorps sowie eine Anzahl höhere Militärs, ferner der türkische Botschafter, türkische Offiziere und die Spitzen der osmanischen Kolonie und schließlich deutsche Offiziere aller Waffen hatten sich eingefunden, um dem Toten das letzte Geleite zu geben. Die Beisetzung erfolgte auf dem nahen Friedhof in Westend.
Folgen der Maifeier.
Hamburg, 3. Mai. Die Direktion der Vulkanwerft Iteß gestern an den Landungsbrücken, wo die Arbeiter zur Werft hinüberfahren, eine Bekanntmachung anschlagen, nach der alle diejenigen Arbeiter ihres Betriebes, die am 1. Mai zur Arbeit nicht erschienen, entlassen seien und am 3. Mai ihren Lohn abheben könnten. Es handelt sich angeblich um 2000 Mann.
Gattenmord eines Alkoholikers.
Kronach( Oberfranken), 3. Mai. In einer Gastwirtschaft wurde gestern der 60 Jahre alte Tagelöhner Graf aus Ziegenerden verhaftet, der seine gleichaltrige Ehefrau erschlagen hatte, weil sie sich geweigert hatte, ihm Geld zu Schnaps zu geben. Nach der Tat begab sich Graf nach Kronach, wo er in einer Wirtschaft verhaftet wurde.
Schweres Unglück bei einem Tunnelbau.
Bern, 3. Mai. Bei dem Vortrieb des Tunnels durch den Mont d'or ereignete sich gestern abend ein Unglück durch zu spätes Losgehen einer Mine, wobei zehn Arbeiter verletzt wurden. Einem Arbeiter wurden die Augen ausgeschossen; sein Zustand ist hoffnungslos. Vier Arbeiter sind schwer verletzt.
Glücklich verlaufener Unfall eines deutschen Fliegers.
Paris, 3. Mai. Einem gefährlichen Unfall ist gestern in Poujy der deutsche Flieger Lindtpaintner wie durch ein Wunder entgangen. Auf einem für den Wettflug Paris- Rom- Turin bestimmten sehr schnellen Sommer- Eindecker verließ er um 6 Uhr den Aerodrom in Douzy und erreichte bereits um 8% Uhr das Lagerfeld von Chalons. Ueber dem Flugplatz von Poujy angelangt, begann er als= bald einen verwegenen Gleitabstieg aus 1500 Metern Höhe, der prächtig zu gelingen schien. Noch etwa 30 Meter über dem Boden schlug der Eindecker plötzlich um, überstürzte sich mehrmals und schlug dann auf den Boden auf. Zum Erstaunen aller Zuschauer kletterte der kühne Flieger unversehrt aus den Trümmern des Apparates hervor.
Schwere Bootsunfälle in Frankreich.
o Paris, 3. Mai. In Carors fenterte ein Boot, in welchem sich vier Militärmusiker befanden, auf dem LotFluß. Drei der Insassen ertranfen. Bei Havre ereignete sich auf dem Kanal von Tancarville ein ähnliches Unglück, dem drei Arbeiter zum Opfer fielen.
Bandel und Verkehr.
Cassel, 2. Mai. Schlachtvichpreise: 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 85 bis 88 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 82 bis 84 M, c) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 78 bis 80 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 78-82 M, b) vollfleischige junge 75 bis 77 M. C. Färsen und Kühe:, a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 82 bis 84 Mb) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten, Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 78 bis 80 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 73 bis 76 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 69 bis 72 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 60 bis 65 M. 2. Kälber: a) Doppellender feinster Mast Lebendge=] wicht, b) feinste Mastfälber- 3, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 53 bis 55 d) geringere Mast und gute Saugkälber 48 bis 51 e) geringere Saugfälber 44 bis 46 3. 3. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel Schlachtgewicht- M, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge, Schafe 85 M, c) mäßig gnährte Hammel und Schafe( März= schafe) 80 M. 4. Schweine: a) Fettschweine über 150 kilogramm Schlachtgewicht M, b) vollfleischige von 120 b13,
150 Kilogramm 57 bis 58 M, c) vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 56 bis 57 M, b) vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 55 bis 56 M, e) vollfleischige unter 80 Kilogramm M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 53 M.


