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4.3.1911 Erstes Blatt
 
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Nummer 5.

1. März 1911.

Illustrierte

Welt- Rundscha

Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen.

Deutsche in Australien.

er Reisende mag kommen wohin er will, nach Nord­amerika oder nach Kleinasien, nach England oder Süd­afrika, überall trifft er Deutsche. Die Wanderlust liegt dem Deutschen im Blut, die hat er von seinen Vorfahren, den alten Germanen, geerbt. Schon seit dem Aufblühen der Hansa haben Deutsche das Weltmeer befahren, um deutsche Waren gegen ausländische einzutauschen und neue Handels­verbindungen mit anderen Ländern anzuknüpfen. Der Große Kurfürst gründete

an der Westküste Afrikas die erste deutsche Kolonie, die sich aber leider nie entwickelte und spä­ter als mißglückter Kolonialversuch an die Holländer ver­fauft wurde. Der größte Teil der ersten

Europamüden wandte sich nach Nord- und Süd­amerika, wo sie die Wildnis urbar machten, den Boden bewirtschafteten und in den Städten sich dem Handel und Gewerbe widmeten. Ein kleines Häuflein

-

diese unerschrockenen Männer mit ihren Frauen und Kindern gewesen sein, als sie nun endlich nach monatelanger Reise wieder festen Boden unter ihren Füßen fühlten? Diese ersten deutschen Ansiedler ließen sich in Südaustralien im Norden von Adelaide nieder. Seitdem ist die Zahl der Deutschen in Australien auf über 200000 gestiegen. Obwohl nun die Deutschen in Australien sich an Zahl mit ihren Brüdern in Nord- und Südamerika nicht messen können, so

Provianttransport für ein Goldgrubenlager.

unternehmender Deutscher folgte nun nicht dem breiten Strome der Auswanderer nach Amerika, sondern schiffte sich im Jahre 1831 auf einem Segelschiff nach Australien ein. Es waren Hannoveraner und Mecklenburger, die ihre alte Heimat verließen und die weite, 12000 Meilen lange Reise nach dem anderen Ende der Welt antraten. Inzwischen hat der Nord­deutsche Lloyd mehr als jede andere Schiffahrtslinie dazu beigetragen, den fernen Erdteil der übrigen Welt näher zu bringen.

Nach 3 Monaten betraten die Auswanderer bei Adelaide australischen Boden. Wie froh und glücklich müssen wohl

ist doch immer das Verhältnis ihrer Anzahl zu der der gesamten Bevölke­rung, die ja nur vier Millionen be­trägt, ein beträcht­liches. Deutsche findet man heute in Australien überall. Auf den Goldfeldern von Kalgoorlie und Koolgardie in Weſtauſtralien und auf den Schaf stationen von Queensland, in den großen Städten an der Küste und im Busch, Hunderte von Meilen von der nächsten Wohn­

stätte entfernt, überall habe ich meine Landsleute angetroffen. Größere Niederlassungen haben sie nur, von den Städten ab­gesehen, in Südaustralien und in Queensland gebildet. In Südaustralien leben sie in Distrikten für sich, von dem englisch­australischen Element ziemlich abgeschlossen.

Ich war erstaunt, als ich die deutschen Niederlassungen in Südaustralien zum erstenmal besuchte. Schon auf viele Meilen, ehe ich dieselben erreichte, konnte man sehen, daß hier eine deutsche Bauernhand den Pflug geführt, daß deutscher Sinn und Fleiß für Ordnung und System herrschte. Der Boden war der fruchtbarste im Lande, der Weizen stand

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