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4.3.1911 Erstes Blatt
 
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das Koalitionsverbot rein garnichts. Also der Streit um die Koalitionsfreiheit der Land­arbeiter ist lediglich ein politischer Agitati ons Popan 3, mit dem die einen die Landwirte ins Bockshorn jagen; und die andern die Landarbeiter vor ihrem Parteikarren spannen wollen. Unsere west­deutschen bäuerlichen Landwirte sollten von dieser, für sie höchst nebensächlichen Angelegenheit, keinerlei politische Entscheidungen abhängig machen. Die Zoll und anderen Wirtschaftsfragen sind für sie außerordentlich viel wichtiger.

Soziales.

Das Spiel beginnt.

Die freien" Gewerkschaften, getreu ihrem Charakter als Vorschulen und Zutreiber der Sozialdemokratie, begin­nen diesmal schon früh mit der Propaganda für die bevorstehenden Reichstagswahlen. In ihrer Presse wird

schon Alarm geblasen. Der Grundstein, das Organ des sozialdemokratischen Bauarbeiterverbandes, fordert in Nr. 6 die Mitglieder auf, die Kandidaten der Sozialde­mokratie und nur sie zu wählen:

Wir brauchen Euch heute wohl nicht erst des lan­gen und breiten auseinanderzusetzen, welche Partei die Interessen der Arbeiter vertritt; denn Ihr wißt, daß Ihr eine energische und konsequente Vertretung der Arbeiter­interessen nur von der Sozialdemokratie zu erwarten habt."

Denselben Artikel brachten noch andere freie" Gewerk­schaftsblätter, ein Beweis, daß System drin liegt. Die Sozialdemokratische Metallarbeiter- Zeitung" Nr. 5 reitet eine schneidige Attacke gegen den schwarz- blauen Block", der von der empörten Volksseele" hinweggefegt werden müsse. Der Artikel, der ebensogut in der Leipziger Volkszeitung" wie in der angeblich neutralen" Metall­arbeiter- Zeitung" stehen könnte, schließt mit der Auffor­derung:

,, Werfen wir in den kommenden Tagen des Kampfes das volle Gewicht unseres( gewerkschaftlichen) Zweimil­lionenanhanges in die Wagschale und vereinigen wir un­sern Einfluß mit der politischen( lies: sozialdemokrati­schen. D. V.) Arbeiterbewegung zum Sturze aller Volks­feinde."

Schaffen wir Kampfesstimmung und Opferwilligkeit keit für die schweren Tage, die vor uns liegen, und tra­gen wir mit bei zum Siege der Kultur über junkerliche und pfäffische Rückwärtserei", ruft die freie" Holzarbei­Die politischen ter- Zeitung"( Nr. 7) ihren Lesern zu. Auftraggeber und Zensoren im sozialdemokratischen La­

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sind verflossen, der Sohn heiratete und verschrieb dem Ehegespons sein" Vermögen. Und das bekannte Lied: Es wird nichts gezahlt, Klage, der Exekutor erscheint, und die alten Leutchen werden aus ihrem Heim exmitiert. Die Gemeinde sorgt für Unterkunft und leibliche Speise, dieweil sich der Sohn als Komiker bei patriotischen Traurig, sehr traurig, aber leider Festen zeigt.

wahr!

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Homburg. Hier konstituierte sich ein Haus- u. Grundbesitzerverein mit 102 Mitgliedern.

Frankfurt a. M. Der von hier aus angeregte Gedanke, zum Besten der alten Krieger anläßlich der vierzigsten Wiederkehr des Frankfurter Friedensschlusses einen Kornblumentag zu veranstalten, hat in weiten Kreisen Anklang gefunden; aber es hat sich herausge­stellt, daß seine Durchführung für ganz Deutschland an einem und demselben Tage nicht möglich ist. Der Frank furter Kreiskriegerverband will deshalb zunächst für die alten Krieger von Frankfurt eine solche Sammlung ver­

Veraltete Katarrbe auszurotten

ist eine oft recht schwierige Sache. Jeder, der schon ein­mal mit einem solchen hartnäckigen Katarrh zu käm pfen hatte, kann davon ein Lied singen. Mit den ge­wöhnlichen Hausmittelchen, wie Hustenbonbons und Mi­neralpastillen ist da nicht viel anzufangen. Bei einem einfachen, kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach einigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt,

anstalten und sie mit einer großzügigen Feier des Frank mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber,

furter Friedens verbinden. Es ist geplant, am 10. Mai tagsüber Kornblumen und Ansichtskarten zu verkaufen; am Abend soll sich ein großer Festzug durch die Stadt bewegen und in der Festhalle, die ja Räume für viele Taulende bietet, soll dann die eigentliche Friedensfeier abgehalten werden.

Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 5. März, Jnvocavit. Gottesdienst

In der Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Ge­Pfarrassistent Schorlemmer. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.

meinde.

Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- u. Mar­fusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männli­chen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 7. März, nachmittags um 4 Uhr: Versammlung des Frauen- Missionsvereins. Mittwoch, den 8. März, abends 6 Uhr: 2. Pas sionsandacht. Pfarrer D. Schlosser. Mittwoch, den 8. März, abends 8 Uhr: Vereinig­ung der konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. Uhr: Professor D. Eck.

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die Beseitigung eines chronisch gewordenen, alten, im­mer wiederkehrenden Hustens, der bei dazu Disponier ten gar oft den Keim der Lungenschwindsucht in sich trägt, wenn er nicht schon als Symptom dieſes Leidens aufgefaßt werden muß erfordert eine ganz andere Aufmerksamkeit und muß mit wesentlich ganz anderen Mitteln behandelt werden, die den Feind so­zusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann von innen heraus" vertreiben.

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Als eines der besten Mittel 3nr Beseitigung derartig chronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen( alter Husten, Verschleimung, Asthma, Bronchialfatarrh, Lungenspitzenka tarrh u. s. w.) galt den berühmten Aerzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Arabische oder Utubalsam, der natur­reine Harzsaft eines in den Küstenländern des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser Arabische Balsam war bis zur Entdeckung Amerikas die einzige Droge, der man den Namen Balsam" gab und beziehen sich daher alle älteren Literaturstellen in wissenschaftlichen medizinischen Werken, bei denen von Balsam" die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Bibel auf den Heilwert des Ballams", nur auf ihn. Schon das Wort Balsam" zeigt uns die Wertschätzung, in der das Mittel bei den Alten stand: das Wort Balsam" stammt aus dem Alt- Hebräischen und heißt soviel wie König der Dele". Erst später kamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsame, wie der Perubalsam, der To­lubalsam 2c. nach Europa und noch später belegte man nisse mit diesem Namen, der aber eigentlich nur Arabischen Balsam zusteht.

ger können mit der Neutralität ihrer gewerkschaftlichen Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. sogar eine Anzahl künstlerischer, balsamähnlicher Erzeug­

Vasallen tatsächlich zufrieden sein.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, deu 4. März 1911. Rauenthal( Rheingau). Eltern sollten sich nicht ,, a us ziehen", d. h. ihr Vermögen nicht vor dem Tode ihren Kindern überantworten und sich in ein Ab­hängigkeitsverhältnis zu ihnen begeben. Zwei hiesige alte Leutchen haben vor Jahren ihr gesamtes Vermö­gen ihrem leibeigenen Kinde übergeben mit der Auf­lage des Aushalts und der Zahlung einer ganz gerin­gen Leibrente von 20 Mark pro Monat. Einige Jahre

Rekonvaleszenz

nach erschöpfenden Krankheiten, sowie nach schwerem Blutverlust.

Pfarrer Bechtolsheimer. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7 Uhr: Versammlung der konfirmierten weib­lichen Jugend der Lukasgemeinde und Versamm­lung der konfirmierten männlichen Jugend der Jo­

hannesgemeinde.

Freitag, den 10. März, nachm. 4 Uhr: Versamm lung des Frauenmissionsvereins der Lukasgemeinde; abends Uhr: Versammlung der konfirmierten weib­lichen Jugend der Johannesgemeinde.

Nächstkünftigen Sonntag, den 12. März, findet im Abendgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt; Anmeldung vor­her bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nächstkünftigen Sonntag wird die alljährliche Kollekte für die kirchliche Bewegung der evangelischen Deutschen im Auslande erhoben werden.

Katholische Gemeinde Samstag, den 4. März.

dem

Daß sich dieser echte, Arabische Balsam bisher noch

nicht in unserem Heilschatz eingebürgert hat, lag an seiner großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hin­durch den Preis des ungemünzten Goldes um das Dop pelte überstieg. Die Schwierigkeiten, die seiner Beschaff ung im Wege standen, gelten indessen heute als beho­ben und heute kann das von den alten Aerzten so sehr empfohlene Mittel schon zu einem Preise in den Han­del gebracht werden, der seine Anwendung auch Min­derbemittelten ermöglicht.

Seit wir den Arabischen Balsam in den Handel ge bracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenheit, denselben zu versuchen und berichten heute schon Hun derte von Briefen 2c., die ganz unverlangt bei uns eingelaufen sind, von den gehabten guten Erfolgen. Die Wirkungen des Arabischen oder Utubalsams, von dem

Nach schwerer erschöpfender Krank- Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge- wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in furzem fol

heit ist die Sorge des behandelden Arztes vornehmlich darauf gerichtet, die Körper­kräfte zu heben, um so den Kranken widerstandsfähiger zn machen. Es ist der medizinischen Wissenschaft in dem Leciferrin ein Mittel zugeführt worden, dah die Körperkräfte außerordentlich schnell hebt und den Appetit befördert.

Daher wird Leciferrin jetzt mit Vor­liebe angewandt um die Körperkräfte zu heben, das Blut zu ergänzen, neue Lebensluft zu schaffen und das Nerven­system zu erfrischen.

Preis der großen Mt. 3;

Flasche

Leciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxybhydrat an 8uder ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Rest destilliectes Wasser.

legenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 5. März.

1. Fasten- Sonntag. Vorm. von Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Borm. um 7 Uhr: Die erste hl. Meſſe. vorm. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Paſſions pflegt einzutreten. Außerdem wirkt der Utubalsam ma

Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Andacht.

Dienstag und Freitag abends um Uhr ist Fa=

ſtenandacht.

Ausfallendes Haar.

Seine Ursachen und Verhütung.

Die erschreckend zunehmende Zahl kahler Männer, der man in Cafes und Restaurants begegnet, die große Nachfrage nach Perficken

und Böpfen bei Frauen, wovon sich viele noch diesseits der Bier­ziger befinden, hat einen berühmten Fachmann dazn bewogen, ein mal eine gründliche Untersuchung der Kablköpfigkeit, ihrer Ursachen und ihrer eventuellen Heilmöglichkeit anzustellen.

Das Resultat feirer Forschungen ergab, daß fast jeder Fall von ausfallendem Haar der Schuppenbildung zuzuschreiben ist; er widmete daher seine weiteren Studien außschließlich den Mitteln und wegen, wie man die Bildung der Kopfschuppen auf gründliche Weise vertreibe. Nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen und Ent­täuchungen fand er schließlich ein Präparat, das bei einfachem Ein­reiben in die Kopfhaut die Schuppenbildung oft schon nach zwei bis drei Anwendungen vollständig beseitigt; es wirkt zugleich fräfti­

gende: Der Balsam macht den Auswurf flüssig und ver mindert ihn. Infolgedessen hört schon nach verhältnis mäßig kurzer Zeit der Hustenreiz und damit auch der Husten auf. Infolge der Entfernung, der in dem Aus­wurf enthaltenen Zerfallprodukte tritt da, wo Fieber vor handen war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus dem selben Grunde vermindern sich auch die Nachtschweiße, die mit der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder Nacht­schlaf und damit eine Besserung des Allgemeinbefindens genstärkend und appetitanregend und bedingt dadurch eine größere Nahrungszufuhr und hierdurch wieder eine Gewichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Ver schwinden der katarrhalischen Erscheinungen und durch die Besserung seines Allgemeinbefindens wieder neuen Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbeit.

Wer auch noch so viel andere Mittel ohne Erfolg be reits benutzt hat, der möge trotzdem in seinem eigenen interesse einmal einen kleinen Versuch mit Utubalsam machen. Er wird diesen Versuch so leicht nicht bereuen. Wir versenden

kostenlos und tranko eine Probe des Balsams an Jeden, der uns darum ersucht.

Den Herren Aerzten stellen wir zu Versuchszweden ein größeres Quantum des Balsams kostenfrei zur Ver

In Apotheken erhältlich, ganz gend auf die Haarwurzeln ein, regt den Haarwuchs an und scheint fügung. sicher vou:

Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frank furt a. Main.

ftch auch öfters b.t ergrautem Haar als dienlich zur Wiederherstel­lung von dessen natürlider Farbe erwiesen zu haben.

Das Rezept zu diesem bemerkenswerten, sonst aber ganz un­

schädlichen Präparat if folgendes: 85 gr Bay- Rum, 30 gr Livola Apotheker oder Drogiften zuſammenſtellen laffen. Wenn parfümiert

de Composée, 1 gr krist. Menthol. Wian fann es sich von jedem

gewünscht, süne man noch einen halben Teelöffel voll feinen Parfüms hirzu. Man reibe die Flüssigkeit abends und morgens leicht aber ic die Kopfhaut ein, so daß sie in alle Boren dringt.

Morgenländische Drogen- Import: Gesellschaft Berlin W. 15.

Nummer 5.

Illustrierte

1. März 1911.