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Eine Touristenfahrt an die Riviera
und
nach Barcelona.
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Badeort immer mehr in Aufschwung kommt. Wir haben übrigens die Gegend durchquert, die durch den Winzerauf
ausgefüllt, und nachmittags fahren wir nach Cannes. Der neunte Tag sieht uns vormittags in Nizza und nachmittags in Grasse mit seinen Parfümerien, so daß wir die Rund- stand 1907 in weiteren Kreisen bekannt wurde. Der Reich
tour Cannes- Nizza- Grasse- Cannes, wofür es eigene Billetts gibt, in nur einem Tag ausgeführt und dabei doch ganz bequem ein schönes Stück Land gesehen haben. Andern Tags besichtige man Can
nes, das herrliche Bäder besitzt, sowie die beiden Inselchen St. Margue= rite und St. Ho= norat und genieße den Sonnenuntergang vom Aus= sichtspunkt der Californie. Hier bietet sich wohl die schönste Rundsicht an der ganzen Riviera. Wenn die Sonne Meer und Land mit ihrem Golde verklärt, beschleichen einen wehmütige Gefühle, daß man diese Schönheit nur einige Augenblicke genießen kann. Über Toulon geht's nun nach Marseille, der„ Königin des
tum an Wein kann schon aus der Art seines Transportes ersehen werden. Denn wie etwa in Bayern die Bierwaggons auf den Reisenden anheimelnd wirken, so hier die Wein
Die Musik kommt!( In den Straßen von Barcelona.)
Mittelmeeres". Die herrliche Lage, das bunte Leben, gewissermaßen an der Schwelle des Drients, der vornehme Lurus der Rue Cannebière, alles fesselt und interessiert und läßt zwei Tage wie im Fluge vergehen. Nicht zu unterlassen ist ein Besuch des Kirchleins Notre Dame de la Garde und, wenn es das Meer erlaubt, eine Fahrt zum Château d'If.- Damit sind wir am
Ende der eigentlichen Riviera ange
langt. Ich unternehme noch einen
Ausflug nach Barcelona.
Am besten ist, den einen
Weg von Marseille per Schiff direkt, den andern zu Land über Tarascon- Nîmes
Cette Port Bon nach Barcelona zu nehmen. Ob den Hin
oder Rückweg, wird im wesent
des
Von
waggons. Cette geht's mit der französischen Südbahn über Montpellier nach Port Bon, der spanischen Grenzstation. Nach der Zollabfertigung und Lösung einer Zuschlagskarte für die I. Klasse besteigt man den„ Tren de lujo" nach Barceloña. Zuerst an der überaus pittoresken Küste entlang, durch die östlichsten Ausläufer der Pyrenäen hindurch, dann durch die fruchtbare, wohlgepflegte katalonische Ebene, vorbei an Waldungen von Korkeichen, fahren wir abends im Hauptbahnhof von Barcelona ein. Beginnen wir am nächsten Morgen unsere Wanderung an der Plaza de Cataluna, dem Zentrum der Stadt. Wir durchwandern zunächst die Rambla, den platanengeschmückten Hauptstraßenzug, bis zur Calle S. Fernando, wo die elegantesten Läden sich befinden. Besonders reizvoll sind die Arbeiten aus Toledo, Figuren und Ornamente aus Gold eingelegt in orydierten Stahl, die zu den mannigfachsten Gegenständen verarbeitet werden, wie Vasen, Schalen, Schirmgriffe, Bleistifte, Messerhefte usw. Wir besuchen weiterhin die reizende palmenbestandene Plaza Real und die unweit gelegene Kathedrale. Die Riesenhaftigkeit des in mystisches Dunkel ge= hüllten Raumes, kontrastierend mit dem hellen Sonnenglanz des säulengeschmückten, malerischen Vorhofes, wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Uns wieder in die Rambla wendend, grüßt uns schon von weitem das Standbild des Kolumbus, ein Denkmal würdig des großen Mannes, den es trägt. Der lebhafte Hafen, an dem wir nunmehr angelangt sind, gibt uns ein anschauliches Bild von dem Aufblühen und lebhaften Handelsleben der Stadt. Dem Pasev de Colon folgend, besichtigen wir den großen Stadtpark, wo nicht nur manch lauschiges Plätzchen inmitten der südlichen Flora uns zu flüchtiger Ruhe ladet, sondern der
Ländliches Jdyll in Barcelona.
lichen vom Abfahrtstage Schiffes und von der Witterung abhängen. Die Überfahrt erfordert ungefähr 17, die Bahnfahrt 14 Stunden. Nehmen wir aber hinwärts die Bahn. Wir besteigen den Frühschnellzug. Etwas unangenehm ist allerdings der oftmalige Wagenwechsel, der sich indes bei der reichlichen Zeitbemessung weniger fühlbar macht. In Tarascon, dem durch Daudets Romane berühmten Städtchen der Provence, haben wir genügend Zeit zur Besichtigung der am anderen Rhôneufer gelegenen Ortschaft und benutzen dann den von Paris kommenden Schnellzug bis Cette, einer lebhaften Handelsstadt, die auch als
LOR
Chinesen in„ Aufruhr".
Internationale Weltbuhe.
Internationale Weltblizze.
" John Chinaman" oder kurzweg" John", wie der Chinese in den Vereinigten Staaten genannt ist, erobert sich als Arbeiter so langsam die ganze Welt. Man kann heute hinkommen, wohin man will: überall trifft man Chinesen. Die Mongolen sind jedoch als eine gefährliche Konkurrenz zu betrachten, da sie sozusagen für ein Butterbrot zu arbeiten pflegen. Eine Handvoll Reis in seiner eigenen Heimat, und der Kuli ist zufriedengestellt. Diesem Lebensprinzip bleibt der chinesische Arbeiter auch im Auslande treu. Die Mehrzahl der ausgewanderten Chinesen werden in Singapore, in den Vereinigten Staaten und in Meriko angetroffen. Besonders Onkel Sams Land ist von ihnen überschwemmt. In New York, Boston, Philadelphia, San Franzisko, Portland( Oregon) usw. haben die Chinesen ihre eigene„ Chinatown", wo sie, sehr zum Neide des amerikanischen Arbeiters, wachsen, blühen und gedeihen. Selbstverständlich bilden diese Chinesenviertel immer eine Attraktion für die Fremden. Sobald aber eine Gesellschaft Touristen einen der chinesischen Läden betritt, um Einkäufe zu machen, sammelt sich sofort eine Schar der schlitzäugigen Bewohner des Viertels vor dem betreffenden Hause und beobachtet nun, wie unser Bild zeigt, von außen die Vorgänge in dem Laden.
HING
CHUNG
CO.
Vor einem chinesischen Laden im Philadelphiaer Chinesenviertel.
Auf einer Hazienda in der Nähe der amerikanisch- merikanischen Grenze.
die günstige Gelegenheit erfaßt, um einen Tag„ blau" zu machen und ihren Dolce far niente zu beweisen.
Am Bund in Schanghai.
Oben haben wir unseren Lesern den Chinesen im Auslande vorgeführt. Das nebenstehende Bild zeigt ein heimisches chinesisches Idyll", das man jeden Tag am Bund" im „ Paris des Ostens"- Schanghai- beobachten kann. Der " Bund", an dem sich die europäischen Geschäftshäuser und Klubs erheben, zieht sich am Jangtsekiang entlang, von dem bei Schanghai mehrere Kanäle abzweigen. Auf diesen kursiert gewöhnlich eine große Anzahl von„ Sampans", die in China unsere Ruderboote ersetzen. In den belebteren Gegenden sieht man immer eine kleine Flottille verankert, deren Besitzer auf Kundschaft warten. Den Verkehr zwischen Deutschland und Schanghai vermitteln bekanntlich die Dampfer des„ Norddeutschen Lloyd", die jetzt auch Tsingtau anlaufen. So lernt man auf der Reise mit einem der Lloyddampfer nach dem fernen Osten die Anlaufhäfen Rotterdam, Amsterdam, Southampton, Gibraltar, Algier, Genua, Neapel, Port Said, Suez, Aden, Kolombo, Penang, Singapore, Hongkong usw. kennen.
Der Krieg in Meriko.
Die Merikaner, wollen nicht zur Ruhe tommen. Fast tagtäglich werden kleinere Schlachten oder Gefechte zwischen den Bundestruppen und den Insurgenten geführt, die mit dem Siege der einen oder andern Partei enden. Die Scharmützel finden zuweilen sogar unmittelbar an der amerikanischen Grenze vor den Augen der stets sensationslüsternen Yankees statt. Unser Bild zeigt eine Sazienda im Kriegszustande. Regierungstruppen halten das Privateigentum besetzt und haben es in ein kleines Feldlager verwandelt. Für die an nnd für sich nicht sehr arbeitsamen merikanischen Landarbeiter haben Patriotismus durch ein beschauliches
An der Sampan- Haltestelle am Bund in Schanghai.


