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Aus dem Reiche der Mitte.

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Deutschlands Interessen in China.

tum in dem romanischen Amerika seinen besonderen Charakter und verleiht ihm für das Deutschtum durch Generationen hindurch eine weit über seine numerische Zahl hinausgehende Bedeutung.

Der Riesenbrand in Stambul.

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Dieser Umstand macht auch ihre geleistete Pionier­arbeit auf allen Gebieten in jenen Ländern so außer­ordentlich wertvoll für das Deutschtum und ganz speziell für die Ausbreitung des deutschen Handels.

im Frühling und im Herbst, offen. Im Westen kennt man keine Opfer von Tieren beim Gottesdienst, bei der Anbetung des Konfuzius werden Opfer von gan­zen gebratenen Ochsen oder Schweinen dargebracht. Jm Westen kommt die Gemeinde zum gemeinsamen Gottesdienste zu bestimmten Stunden zusammen, in China geht der einzelne für gewöhnlich in den Tem pel, wann immer es ihm genehm ist. Die Regel ist, daß die Chinesen die Denkmäler für ihre Helden in Tempeln errichten, während sie im Westen unter freiem Himmel aufgestellt werden.

Jeder gebildete Chinese erzählt uns, daß es drei Grade der Ehrerbietung gibt, nämlich die die man dem Freunde, den Vorfahren und dem höchsten Gott, dem Herrscher über Himmel und Erde, erweist.

Auf einem Teemarkt in der Mongolei. von Anfang an auf die Bestrafung des Mandarins gedrungen, in dessen Distrikt Unruhen gegen Fremde vorgekommen waren, so würde es wahrscheinlich längst keine Unruhen gegen Fremde mehr geben und würde voraussichtlich auch der Boreraufstand niemals statt gefunden haben. Im Westen ist ein Mann voll­jährig, wenn er einundzwanzig Jahre zählt, in China nicht, bis sein Vater und seine älteren Brüder tot sind, möge er selbst auch siebzig Jahre oder noch älter sein. Im Westen lernen sich junge Leute vor der Ehe erst gründlich kennen; in China dürfen sie sich nicht früher sehen, bis sie verheiratet sind. Der Heirats­vermittler ist in China ein geachteter Mann, während man im Westen von seiner Zwischenträgerei nicht viel wissen will. Land wird in China durch Gräben und kleine Wasserläufe abgegrenzt, im Westen durch Hecken, Raine und Knicke. Kommen in China viele Leute zum Besuch, so gilt der Platz neben dem Wirt für den schlechtesten, während er im Westen der beste ist. Während im Westen der Buchstabe des Gesetzes in allen Fragen den Ausschlag gibt, herrscht in China der Wille des Mandarins oder der Geist des Gesetzes. In den Schulen des Westens ist der Lehrer die Haupt­sache und das Buch ein Hilfsmittel; in China kommt es in erster Reihe auf das Auswendiglernen der Bücher an, und der Lehrer spielt erst eine zweite Rolle. Die Hochschulen des Westens sind Unterrichtsanstalten, die in China Prüfungsanstalten.

Im Westen nimmt das ganze Volk teil an der Anbetung Gottes, in China ist der Gottesdienst ein Prärogativ des Kaisers allein. Im Westen findet der Gottesdienst in einem Gebäude statt, der Gott Chinas wird unter freiem Himmel angebetet.( Der Platz, wo der Kaiser betet, ist nicht der gewöhnlich als der Tempel des Himmels gezeigte Ort, sondern ein Altar unter freiem Himmel im Tempelgebiet.) Es entspricht dieses auch der Auffassung Salomos, daß der, den die Himmel der Himmel nicht enthalten können, un möglich auf einen mit Händen gebauten Tempel be­schränkt werden kann. Jm Westen versammeln sich die Christen allsonntäglich zum Gottesdienst, der Tempel des Konfuzius steht in China nur zweimal im Jahr,

Der erste Brauch, den wir in Verbindung mit der Ehrerbietung vor den Vorfahren erwähnen, ist die frühzeitige Verlobung und Verheiratung, denn die Wurzel dieses Brauches ist in dem Wunsche zu suchen, daß die Eltern, die Großeltern und vielleicht auch die Urgroßeltern noch ihr Glück darin finden, daß sie wissen, daß ihre Nachkommen auf Genera tionen hinaus die feierlichen Bräuche beobachten wer­den. Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß die Eltern, die durch einen Vermittler frühzeitig ihre Kinder verloben, statt abzuwarten, daß diese erst heran­wachsen und für sich selbst wählen, den Vorteil haben, für ihre Töchter ein Heim zu sichern und diese nicht, wie wir es tun, der Gefahr aussetzen, daß sie einst für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen müssen und alt werden, ohne der Freuden des Familienlebens teil­haftig geworden zu sein. Selbstverständlich gibt es auch alte Jungfern in China, weil mancher Bräutigam vor der Ehe stirbt; sie leben dann aber unvermählt in der Familie der Eltern des toten Bräutigams und werden als Witwen angesehen. Natürlicherweise wird man manche Abweichungen von dieser Regel im Osten wie im Westen finden, infolge derer es auf der einen Seite nicht so viele Unvermählte im Westen gibt wie es auf den ersten Blick scheinen könnte, und auf der anderen Seite im Osten die Frau nicht für ihr Lebe­lang an einen Mann gekettet ist, der durchaus nicht

Deutschlands Interessen in China.

Die Kämpfe am Jangtsefluß bei Hankau, bei welchen die Regierungstruppen eine empfindliche Niederlage erlitten, haben nicht nur in den südlichen Provinzen Chinas, sondern auch

in Pefing tiefen Ein­druck gemacht. Die allgemeine Ansicht ist, daß die Revo­lution sich ausbreiten wird, wenn es der Regierung nicht ge­lingt, der Rebellen Herr zu werden. Schreitet die revo­lutionäre Bewegung, die bekanntlich unter der Leitung des fort­schrittlich gesinnten Dr. Sunjatsen steht, weiter fort, so ist für den auswärtigenHan­del, an dem Deutsch­land in zunehmendem Maße beteiligt ist, eine schwere Schädi­gung zu befürchten, zumal da in China andauernd mit der Schürung des stark­eingewurzelten Frem­denhasses gearbeitet wird. Bis jetzt sind allerdings die aus­ländischen Siede­lungen bei Hankau

Bahnbauten ohne Hilfe der Fremden bei Chinas jetziger Lage unausführbar sein würden. Deutschland hat in den letzten Jahren in China immer festeren Fuß gefaßt und hat in verschie dener Hinsicht Ursache und auch das Recht, seine Handelsinter­essen im Lande zu schützen; einmal Kian­tschous wegen, und zweitens als Absatz­land für deutsche Waren und Anlage­platz für deutsches Kapital. Mit den steigenden Kulturein­flüssen wird sich auch die im Innern des Landes äußerst primi­tive Lebensführung

des chinesischen Bol­kes steigern, und das ist eine Aussicht, die für Deutschlands Han del die größten Mög lichkeiten ergibt. Die Chinesen bezeigen überdies eine auf­fallende Sympathie für die Deutschen, eine Sympathie, die gelegentlich des Be­suches der chinesischen Studienkommissionin Deutschland mehrfach zum Ausdruck gebracht wurde. Bekanntlich sind auch zur Überwachung der großen chinesischen Eisenbahnbauten vornehmlich deutsche Ingenieure bestellt worden. Deutschland hat also allen Grund, der Entwicklung des modernen China mit großer Aufmerksamkeit zu folgen.

Aus dem Revolutionsgebiet in China. Dschunke und Fischerboote auf dem Jangtseflusse.

und am Jangtseflusse, auf welchem bekanntlich auch eine deutsche Schiffahrtsgesellschaft, der Norddeutsche Lloyd in Bremen, einen regelmäßigen Dampferdienst unterhält, noch nicht ge­fährdet, und es steht zu hoffen, daß die Revolutionspartei der Tatsache eingedenk bleibt, daß 3. B. die großen neuen

Der Riesenbrand in Stambul.

Schon wieder ist die türkische Hauptstadt von einer eine Ausdehnung auf die umliegenden Stadtteile fast verheerenden Feuersbrunst heimgesucht worden. Der mit Bestimmtheit

Brand, der am 21. Okto= ber in Stambul, dem ältesten Teile Konstantinopels, aus­gebrochen war, hat, wie wird, gemeldet über rierhundert Häuser einge­äschert und einen Material­schaden verursacht, der schätzungsweise zwischen 200 000 und 400 000 türk. Pfund schwankt. Glücklicher­weise hat er Brand keine Opfer an Menschenleben gefordert. Der Brand rief nicht nur in Stambul, sondern in ganz Konstanti­nopel große Aufregung hervor, denn bei dem Was= fermangel und der Bauart der dichtgedrängten Häuser­viertel Stambuls konnte

Zum Brande in Konstantinopel. Straße in Stambul.

angenommen

werden. Die abge­brannten Bezirke werden ausschließlich von Türken, meist wohlhabenden Leuten bewohnt. Mehrere Konaks, die persische Schule und eine Moschee brannten nieder.

Wie uns berichtet wird, bot das Feuermeer, das vie Kuppeln und Minarette der alten Türkenstadt hell Sestrahlte, einen wunder­baren Anblick.

Unser Bild zeigt eine in der Nähe der Brand­stätte gelegene Straße des alten Stambul, das für die Fremden stets infolge set­nes charakteristischen Bolks­Lebens großes Interesse

bietet.