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Die neuen Wohlfahrts- Künstler- Postkarten
bes Vereins für Wohlfahrtsmarfen( zur Befämpfung der Tuberkulose, ber GäuglingsSterblichkeit usw.), die im Galerie- Berlag, Steglig- Berlin, erschienen find.( Berfl. Abbild.)
Woolfabrts Künstler Postkarte
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Ronio Wilhelma Tirt um Bedan am& September 1870
Postkarte
Adressenseite. der Wohlfahrts Künstler Boftfarten. Die eigenartig, zweifarbig ausgeführte Adressenseite der Wohlfahrts Künstler Boftfarten hat einen fünstlerischen, symbolischen Schmud erhalten. Die Aufgaben des Pereins sind durch eine Rittergestalt, welche einer die Bollefrankheiten darstellenden Schlange den Todesstoß versetzt, versinnbildlicht.
Bildseite der Wohlfahrts Künstler Postkarte Nr. 1, die in farbenprächtiger Reproduktion ein Gemälde des Akademie- Professors Angelo Janf in München König Wilhelms Ritt um Seban nach der Schlacht am 2. September 1870" zeigt.
Bildseite der Wohlfahrts Künstler Postkarte Nr. 2, die in originalfarbiger Reproduktion die Begegnung Bismards mit Napoleon auf der Straße nach Doncherb bei Sedan am 2. September 1870" nach einem Originalbild des Kunstmalers Ludwig Buzz in München bringt. Die Karten sind für 10 Pfennig das Stüd zu haben nur bei den befferen Ansichtskarten- Ber fern und direft bei dem Galerie- Berlag in Steglitz- Berlin, der für den größeren Bezug agigte Bartiepreise einräumen fann.
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Die zweite Wohlfahrts Künstler Postkarte hat der seine Tätigkeit über ganz Deutschland erstreckende Verein für Wohlfahrtsmarken( zur Bekämpfung der Tuberkulose und anderer Volkskrankheiten) im Galerieverlag, Steglitz- Berlin, erscheinen lassen. Sie stellt die ,, Begegnung Bismards mit Napoleon vor
Sedan" dar. Die von Kaiser Napoleon nach der Schlacht bei Sedan erbetene Unterredung mit dem Bundeskanzler Graf Bismard hatte am frühen Morgen des 2. September auf der Chaussee nach Donchery, wo Beide sich begegnet waren, stattgefunden. Den Moment des Zusammentreffens veranschaulicht das Bild, welches Ludwig Putz für die Wohlfahrts- Künstler- Postkarten- Serie des Galerie- Verlages gemalt hat. Bismard hält zu Pferd neben dem kaiserlichen Wagen, in welchem Napoleon im Begriff, sich zu erheben dargestellt ist. Die Gestalt des eisernen Kanzlers straff im Sattel aufgerichtet steht in wirksamem Kontrast zu derjenigen des unter der Wucht seines Geschickes zusammengebrochenen Kaisers. Die Darstellung dieses Augenblickes
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wohl eines der bedeutungsvollsten der deutschen Geschichte wirkt, indem sie auf alles unwesentliche Beiwerk verzichtet, durch die charakteristische Gegenüberstellung der beiden Hauptfiguren als Sieger und Besiegter flar und überzeugend, der stimmungsvolle Moment der Situation ist durch die an der linken Hälfte des Bildes sichtbaren französischen Offiziere in deren Ausdruck und Haltung unterstützt.
Pezolds Gemeinde- u. Ortslexikon des Deutschen Reiches ist soeben in zweiter, vollständig neubearbeiteter und vermehrter Auflage erschienen. Das Werk enthält in übersichtlicher Form, streng alphabetisch geordnet, zirka 120 000 Orte des deutschen Reichsgebietes, darunter sämtliche Gemeinden und Gutsbezirke, sämtliche Post-, Bahn-, Kleinbahn- und Schiffartsstationen, ferner alle in gemeindepolitischer Beziehung nicht selbständigen Ortschaften, Stadtteile, Dörfer, Kolonien, Weiler, Ortsteile, Ansiedelungen, Bauernschaften, Güter, Vorwerke, Häusergruppen, Zinken, Gemarkungen, Gnotschaften u. s. w., letztere bis zu 50 Einwohner abwärts, mit genauen Angaben über 1. Name nach postamtlicher Schreibweise, evtl. mit den gebräuchlichen, die örtliche Lage näher fennzeichnenden postseits vorgeschriebenen Zusatzbezeich= nungen, 2. Topographische Bezeichnung( ob Stadt, Markt, Flecken, Landgemeinde, Dorf, Gutsbezirk, Kolonie oder dergl., bei nicht selbständigen Ortschaften auBerdem die Angabe der Gemeindezugehörigkeit), 3. po= litische Lage( Bundesstaat evtl. Provinz), 4. Verwaltungsbehörde, Kreis( evtl. Landratsamt), Bezirksamt, Amtshauptmannschaft, Oberamt, Kreisamt 2c., 5. zuständiges Amtsgericht, 6. Bestellungspostanſtalt, Bahnstation( evtl. nächstliegende für Güterverkehr, Kleinbahnen sind durch* gekennzeichnet), 8. Einwohnerzah= len nach neuester Zählung vom 1. Dezember 1910, bei Städten und Orten mit dem Sitz eines Amtsgerichts oder einer Verwaltungsbehörde außerdem noch 9. Regierungsbezirk, 10. zuständ. Landgericht, 11. Landwehrbezirk( Bezirkskommando), sowie bei Städten mit Landgerichtssitz noch 12. das zuständ. Oberlandesgericht.
7.
Das Lexikon ist gegen die frühere Ausgabe bedeutend vermehrt und verbessert, zirka 10 000 Orte sind vollständig neu aufgenommen worden.- Preis: Gebunden in einem Halblederband oder in zwei soliden Ganzleinenbänden Mt. 20.-.
Außerdem ist das Lexikon in 8 Teilausgaben erschienen, deren jede ein in sich abgeschlossenes Ganze bildet. Band 6, die Provinzen Rheinland, Westfalen und Hessen- Nassau, Großherzogtum Hessen, Fürsten= tümer Birkenfeld, Lippe, Schaumburg- Lippe und Waldeck enthaltend, kostet solid in Leinen gebunden Mk. 5. Ausführliche Prospekte versendet der Verlag E. H. Petzold, Bischofswerda( Sa.).
Nummer 25.
24. November 1911.
Well- Rundschau
Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Albin Klein, Gießen.
Jllustrierter Stadt- Anzeiger Aus dem Reiche der Mitte.
( m ,, Reich der Mitte" wird wieder einmal die revolutionäre Brandsackel geschwungen. Hat es in den letzten Jahren nur ,, en passant" in China hier und dort revoltiert, so sieht der Aufstand diesmal gefährlicher aus. Lassen wir jedoch heute die„ Brandfackel" beiseite und sehen uns John Chinaman von einer freundliche ren Seite an.
Wir brauchen uns nicht über die in China üblichen Sitten weiter auszulassen, den Vornamen hinter den Beinamen zu setzen, Bücher da zu beginnen, wo wir das Ende haben, erklärende Noten an die Spitze der Seite zu stellen, wo wir Fußnoten kennen, die Bücher liegend statt stehend aufzubewahren, von links nach rechts, statt von rechts nach links zu nähen, den Leuchter in die Kerze, statt die Kerze in den Leuchter zu stecken, weiß, die Farbe der Hochzeit bei uns, als Trauer anzulegen, das Essen mit dem zu beginnen, was wir für den Nachtisch aufbewah ren, Weine heiß, statt kalt zu trinken, bei Tisch aufstoßen und ähnliche Geräusche machen, was bei uns ein unglaublicher Verstoß gegen die Etikette wäre, als
was im Westen als unhöflich gilt, den Hut auf den Kopf zu setzen, wenn man jemandem Achtung erweisen will, wo man den Hut im Westen abnimmt oder ganz fortlegt, Schuhe zu weißen, statt zu schwärzen, Ball mit den Füßen zu spielen, statt mit den Händen usw.
Auch das ist bekannt, daß Ehren nachträglich auf die Vorfahren übergehen, während ste bei uns den Nachkommen vermacht werden. Der Chinese sagt, die Kompaßnadel zeigt nach Süden, während wir sie nach Norden weisen lassen. Der Chinese bezeichnet die Himmelsrichtungen, indem er Osten und Westen vor Norden und Süden stellt, und spricht daher von Ost- Norden, Ost- Süden, West- Norden oder West- Süden, wo wir von NordOsten oder Süd- Westen sprechen. Der Chinese lacht, wenn er von dem Tode eines nahen Verwandten redet, wo wir eher weinen würden. In China ist der Beruf des Rechtsanwalts verächtlich, im Westen gilt er als einer der ehrenvollsten. Im Westen hält man den Angeklagten solange für unschuldig, bis er der Schuld überführt ist; in China gilt er als schuldig, bis er seine Unschuld bewiesen hat. Jm Westen wird der Verbrecher allein bestraft; geht es in China um ein Kapitalverbrechen, namentlich um Vater- oder Muttermord, so werden nicht nur die zehn nächsten verwandten Familien mitbestraft, sondern auch der Mandarin, in dessen Distrikt die Tat begangen wurde. Das letztere entspricht auch heute noch der Auffassung der chinesischen Zivilisation. Hätten die Ausländer
Der Mandarin beim Five o'clod- Tea.
ein Zeichen guter Erziehung anzusehen, womit man den Gastgeber ehrt, beim Gruß die eigenen Hände zu schütteln, statt die dessen zu ergreifen, den man begrüßen will, auf Bildern in der Perspektive größer statt kleiner zu zeichnen, den Sitz des Verstandes in den Magen oder in das Herz zu verlegen, statt in den Kopf, wie wir es tun, es für höflich zu erachten, jedermann über Alter, Verdienst usw. auszufragen,


