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Deutscher Reichstag.

Präsident Graf Schwerin- Löwig eröffnete gestern die Stzung mit der Mitteilung von dem Ableben des Abgeord­neten Kirsch- Düsseldorf( 3tr.). Der Antrag der verbünde­ten Regierungen auf Vertagung des Reichstages bis zum 10. Oftober 1911 wird angenommen. Dann folgt die zweite Lesung des Handelsvertrags mit Schweden. Die Kommis­ston beantragt in einer Resolution, daß die Gebühren für die Beerenlesescheine in den fiskalischen Forsten be­seitigt oder wesentlich ermäßigt werden. Die Resolution wurde angenommen. Die Abstimmung über den Handels­vertrag erfolgt in dritter Lesung. Um den Sozialdemo­fraten Gelegenheit zu geben, in der Fraktion noch einmal zum Ausführungsgesetz Stellung zu nehmen, tritt darauf eine dreivertelstündige Pause ein.

Nach Wiederaufnahme der Sißung um 25 Uhr wird der Gesetzentwurf über die vorläufige Regelung der Han= delsbeziehungen mit Japan in zweiter Lesung angenom­men, ebenso der Gesetzentwurf über die Tagegelde, die Fuhr- und Umzugskosten der Kolonialbeamten. Hierauf wird der am Dienstag ausgeschiedene Teil des Einfüh= rungsgesetzes in zweiter Lesung beraten, der von der Be­handlung der schon bestehenden Anstellungsverträge der Ortskrankenkassen handelt. Die Kompromißan­träge, die eine Umgehung der Vorschriften der Reichsver­ficherungsordnung verhindern sollten, sind in der Kommission nur unwesentlich geändert worden. Abg. Be­bel( Soz.) erklärt, die sozialdemokratische Fraktion werde, da es gelungen sei, eine Reihe von Verbesserungen in den Antrag Schulz hineinzubringen, die die gehegten Befürch tungen wesentlich abschwächten, jedes Bedenken inbezug auf die Weiterberatung des Einführungsgesetzes fallen lassen. Sie werde gegen die Anträge stimmen, wie gegen das ganze Gesetz. Die Kommissionsbeschlüsse werden da= rauf angenommen. Hiermit ist die zweite Lesung des Ein­führungsgesetzes erledigt und die Tagesordnung dieser Sitzung erschöpft.

Die nächste Sigung beginnt um 5 Uhr. Das Einfüh­rungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung wird in dritter Lesung debattelos gegen die Sozialdemokraten und Polen und einigen Fortschrittlern angenommen. Eben­so werden debattelo3 in dritter Lesung erledigt die Vorlagen über die Schiffsmeldungen, die Uebereinkommen über das Seerecht, en Niederlassungsvertrag mit Schweden, die Han­delsverträge mit Schweden und Japan, die Kolonialbeam­ten- Novelle, die Zündwarensteuer- Novelle, das Gefeh über die Beseitigung von Tierkadavern und die Vorlage über die Herbstdiäten. Präsident Graf Schwerin stellte fest, daß die Tagesordnung damit erledigt ist.( Beifall.) Der Präsident dankt den Parteien für ihre Ausdauer, ebenso den Vizepräsidenten, Schriftführern und Beamten. ( Beifall.) Er dte bittet um die Ermächtigung, nächste Sizung und Tagesordnung festseßen zu können. Abg. Bassermann( natl.) dankt dem Präsidenten für seine gerechte und wohlwollende Geschäftsführung in dieser arbeitsreichen Sibungsperiode. Nach nochmaligen Dankesworten des Präsidenten erhält der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg das Wort, der eine allerhöchste a bi­nettsorder verliest, wonach der Reichstag bis 10. O t= tober vertagt wird. Das Haus hatte sich erhoben, auch der Abgeordnete Bebel mit den meisten Sozialdemokraten. Präsident Graf Schwerin schloß die Sitzung mit einem Kaiserhoch.

Die schwarzen Soldaten und das Völkerrecht.

fahr, besonders für die auf dem Schlachtfeld verwundeten Soldaten, die in die Hände der schwarzen Truppen fallen. Von mehreren Mächten wird darum auf der demnächst statt­findenden Haage. Friedensfonferenz die Frage angeschnit­ten werden. was gegen eine beabsichtigte Verwendung von schwarzen Truppen auf europäischen Kriegsschauplätzen für Maßnahmen zu treffen sind.

Auf der neuen Haager Friedenskonferenz, deren Abhaltung beabsichtigt ist, wird, wie der Korrespon= denz Heer und Politik" von militärischer Seite mitgeteilt wird, die Frage der französischen Negertruppen eine ein­gehende Behandlung erfahren. Insbesondere wird es sich darum handeln, festzustellen, wie weit die Verwendung der französischen Negertruppen im Kriege mit europäischen Völkern erfolgen darf.

Es ist zu erwarten. daß diese Frage von sämtlichen europäischen Völkern nachdrücklichst behandelt wird, damit auf der Friedenskonferenz eine endgültige Klärung dieser höchst bedeutsamen Frage erfolgen kann. Es soll ein abso­Tutes Verbot der Verwendung von Negertruppen in Eu­ropa angeregt werden, oder zum mindestens eine starke Einschränkung bei der Verwendung im Kriege, wenn nicht Frankreich die notwendigen Garantieen geben kann, daß die oben angeführten Gefahren für die europäischen Soldaten nicht besteher

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Die nächste Sigung des Abgeordnetenhauses wird, wie der ,, Poſt" aus parlamentarischen Kreisen geschrieben wird, wahrscheinlich erst am 20. Juni stattfinden.

Günstige Aussichten für den deutsch- japanischen Han­delsvertrag. Die Verhandlungen zwischen der deutschen und japanischen Regierung, die die hiesige japanische Bot­schaft mit den Unterhandlungen beauftragt hat, werden wie die Inf." erfährt, zwecks Abschluß eines neuen Han­delsübereinkommens, das anstelle des bis zum 17. Juli d. J. giltigen treten soll, eifrig gefördert. Nach dem ge­genwärtigen Stande der Beratungen erscheint die An­nahme gerechtfertigt, daß ein Handelsvertragsentwurf zwi­schen beiden Regierungen bis zum 17. Juli fertiggestellt sein wird. Der Vertragsentwurf würde dann dem im Herbst zusammentretenden Reichstage zur Erledigung vor­gelegt werden können. Auf Grund des neu aufgestellten Zolltarifs hat Japan bereits mit der Union und mit Groß­britannien neue Handelsverträge abgeschlossen.

Die Verwendung von Negertruppen ist für kriegfüh­rende Völker Europas eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf. Jedermann weiß, daß die Neger das Ve­dürfnis haben, die in ihre Gewalt gefallenen Feinde zu quälen und zu Tode zu martern. Während der europäische Soldat den gefallene:: tapferen Feind ehrt, kennt der schwar­ze Soldat dies Gefühl nicht, ondern er hat nur den einen Drang, seiner Mordlust die Zügel schießen lassen zu kön­nen. Ferner ist bekannt, daß die hervorragendsten fran­zösischen Offiziere wie General Bonnal und der jüngst ver­storbene Kriegsminister Berteaux in den Negertruppen et­nen sehr erwünschten Ersatz für die allmählich immer gerin­ger werdenden französischen Truppen sehen. Kriegsmint­ster Berteaur hat erst vor einigen Wochen im Parlament erklärt, daß der Rückgang der Bevölkerung auf die Zusammensetzung des Heeres und auf die Stärke der fran­zösischen Militärmast keinen großen Einfluß ausüben wer­de, da ja Frankreich noch seine Fremdenlegion und seine schwarze Armee besitze. In Algier werden bereits umfangreiche Versuche mit Negertruppen gemacht und es ist zu erwarten, daß bei dem nächsten europäischen Kriege die Franzosen nicht Anstand nehmen werden, auch schwarze Soldaten gegen europäische Völker zu führen. Nun bedeu­tet diese Verwendung schwarzer Soldaten eine große Ge­

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3wei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Lilten cron. ( Nachdruck verboten.)

Deutschlands Brüsseler Bilanz. Die Ueberlegenheit der deutschen Maschinenindustrie wird drastisch beleuchtet durch die Maschinenverkäufe auf der Brüsseler Weltaus­stellung. Es haben, wie Die Hilfe" berechnet, dort ver­fauft: Deutschland für 3 Millionen Franken, Amerika für ¼ Million, England für 188 000 und Frankreich, das so frampfhafte Anstrengungen gemacht hatte, für- 15 000 Franken. Also Deutschland hat an Maschinen verkauft: dreimal so viel als Amerika, über viermal so viel als Eng­land und fünfzigmal so viel als Frankreich. Das ist ein gutes Zeugnis für deutsches Können. Auch sonst steht Deutschland weit an der Spitze, denn es hat im ganzen für 10 Millionen in der Weltausstellung selbst verkauft, eine Summe, die kein anderes Land erreicht hat.

Ein Zwischenfall im französischen Ministerrat. In einer der letzten Ministerratssitzungen, die nach der Er­frankung des Ministerpräsidenten Monis stattfanden, ist es dem Figaro" zufolge zu einer höchst erregten Ausein­andersetzung gekommen. Marineminister Delcassé tadelte vor den übrigen Ministerkollegen die Politik des Ministers des Auswärtigen Cruppi in schärfster Form und warf Cruppi vor, zu rasch den Forderungen der diplomatischen Vertreter Frankreichs gefolgt zu sein, die den Einmarsch der Truppen in Fez verlangten. Die zwischen Paris und Madrid in jüngster Zeit geführten diplomatischen Ver­handlungen haben durch den Zwischenfall im französischen Ministerrat eine empfindliche Störung erfahren.

Es heimelte sie an wie stiller Friede, wenn sie nach dem verwirrenden Treiben, in das ihr Leben sie hinein­zog, in das Stübchen des Alten trat, ihm allerlei Hand­reichungen leistete, ihm vorlas oder ihm eins der Volks­lieder sang, die ihm aus seiner Jugendzeit bekannt waren, und die er besonders liebte. Für Kathi versant dann die Großstadt mit ihrem Getriebe, sie träumte sich wieder in ihr Dorf zurück, wo sie unter der großen Linde am Brun­nen mit den Mädchen und Burschen das Lied gesungen hatte. Auch in der Spinnstube waren diese Lieder ihre Freude gewesen, und der Hans hatte dann jedesmal hinter threm Schemel gesessen. Wie oft hatte er dann übermütig an ihrem Wocken gezupft und sich dabei so nahe gebeugt, daß die Worte, die er eben sang- ,, hab dich von Herzen Iteb". wie Posaunenschall in ihrem Ohre flangen! Jedes­mal mußte sie daran denken, wenn sie dem Alten das Lied sang: Ach, wie wärs möglich dann, daß ich dich lassen tann", und jedesmal wars ihr dabei zu Mute, als wären die Worte just für sie geschrieben, denn akkurat so war ihr zu Mute, wenn sie das Lied sang und an Hans dachte.

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Nicht ein einziges Mal hatte der ihr geschrieben, und fe hatte ihm doch solche schöne Ansichtspostkarte geschickt von Potsdam aus, wohin sie mit den Verwandten eine Vergnügungstour gemacht hatte. Eins war ihr freilich bei der Karte ärgerlich gewesen, nämlich wie sie auf den feinen Bildkarten, die der Vetter ihr besorgt, ihren Gruß geschrieben und den Namen darunter gesetzt hatte, wollten auch die andern sich unterschreiben, sowohl auf ihrer Karte an die Mutter, wie an den Hans Ruland.

Die Franzosen in Marokko. Wie verlautet, wird Fez nach Ablauf von sechs Wochen unter Zurücklassung einer französischen Leibgarde für den Sultan geräumt werden. Allem Anschein nach beginnen die Stämme jetzt den Klein­frieg gegen die französischen Truppen.

*. Der Vetter hatte dicht hinter ihren Namen den seinen gesetzt, da hatte es nun gestanden Kathi und Julius Grüßner". Das war ihr selbst ganz närrisch erschienen,

Die Errichtung eines städtischen Opernhauses in Char. lottenburg ist von der Stadtverordnetenversammlung be­schlossen worden.

Der Sieg der Berliner Bädergesellen. Der Bäcker­streik hat den Gesellen einen Sieg auf der ganzen Linte gebracht. Gestern früh war die Zahl der streikenden Ge­sellen auf kaum 200 zusammengeschmolzen, und die Gruppe der Innungsmeister, die den neuen Tarif noch nicht an­erkannt hat, ist sehr klein geworden. Der Boykott gegen diese Meiste" soll jetzt in verschärfter Form durchgeführt werden.

Der Albanesenaufstand beendet. Nach einem Bericht Thurgut Paschas kann der Malissorenaufstand in Albanien als beendet angesehen werden." Die Ergebung der letzten Aufständischen wird noch bis Ende dieser Woche erwartet.

45 000 Mark für eine Einladungskarte. Aus London wird berichtet: Frau David Nottage, ehemalige Hofdame der Königin von England, erhielt eine Einladung zu den Krö­nungsfeierlichkeiten. Da sie aber nicht dazu nach London fahren konnte, so verkaufte sie die Einladungskarte Wohltätigkeitszwecken einer Freundin, und zwar zu dem horrenden Preise von 45 000 M.

Expräsident Diaz von Merito ist nach einem Tele­gramm aus Veracruz mit seiner Familie Dienstag abend auf dem Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie Ypiranga" nach Spanien abgefahren.

Kleine Nachrichten.

Im Befinden des Prinzen Joachim von Preußen ist eine leichte Besserung zu verzeichnen. Die Nacht zum Mittwoch verlief günstig, wenn auch die Schmerzen noch im­mer anhalten.

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Die Revision

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Kugelsichere Richtertische. Die Geschäftsstelle des Deut­schen Richterbundes macht in der Deutschen Richterztg." folgendes bekannt:" Dem Deutschen Richterbunde ist ein einem Mitgliede patentierter fugelsicherer Aufsatz für Sitzungstische, dessen Herstellungskosten nicht bedeutend sind, zur Verwertung angeboten."

Die Pfarrer Jatho und die Berliner Kreissynode. Kreissynode Berlin Stadt hat eine Resolution angenom­men, in der an den evangelischen Oberkirchenrat die Bitte gerichtet wird, die Verfügung des Konsistoriums gegen Ja­tho aufzuheben.

Beschlagnahmt wurde gestern das Prager Tagblatt" wegen alarmierender Nachrichten über das Befinden des Kaisers Franz Joseph.

Papst Pins 10. vollendet am Freitag, den 2. Junt, sein 76. Lebensjahr. Er wurde am 2. Junt 1835 zu Riese in der damaligen österreichischen Provinz Venetien von armen Eltern geboren ubnd hieß Giuseppe Sarto, bevor er am 4. August 1903 zum Nachfolger Leos 13. auf dem päpstlichen Stuhle gewählt wurde.

aber zu ändern war es nun doch nicht mehr, es wäre ja schade um die schöne Karte gewesen.

Generalausstand in Fiume. Die Vertreter sämtlicher Arbeiterorganisationen beschlossen zum Zeichen der Soli­darität mit den streikenden Angestellten der ungarisch­froatischen Schiffahrtsgesellschaft, den allgemeinen Ausstand zu proklamieren. Infolge dieses Beschlusses feiern von heute ab 20 000 Arbeiter.

Der Vetter war überhaupt jetzt ganz merkwürdig, viel aufmerksamer noch als früher. Geschenke hatte er alle Augenblicke für das liebe Käthchen" zur Hand, und manch­mal machte er so furiose Redensarten, daß es fast klang, als wolle er den Freiersmann spielen.

Ein Blitzschlag ins ungarische Abgeordnetenhaus. Während der gestrigen Sitzung im ungarischen Abgeord= netenhause ging ein heftiges Gewitter nieder. Ein Blizz schlug in den Sizungssaal ein. Sämtliche Flammen ver­löschten und es entstand große Aufregung unter den Abge­ordneten. Zu Schaien ist niemand gekommen.

Das Mädchen ließ sichs gefallen, sie redete nichts da­gegen, denn es tat ihr wohl, so ausgezeichnet zu werden, um so mehr, weil sie dem bösen, lieben Dickkopf von Hans bitter gram war, der so harte Worte mit ihr geredet hatte und sie womöglich über die Rosemarie vergaß.

Die Folgen eines Bienenstiches. Der in dem Dorfe Wolf bet Steinach in Tirol wohnende Bauer Schmelzer wurde am linken Augenlide von einer Biene gestochen. Kurz darauf erlitt er einen Ohnmachtsanfall, aus dem er nicht mehr erwachte.

Zu Weihnachten hatte Kathi nicht nach Hause gekonnt, da wurde sie nötig in Friedenau gebraucht, und Frau Am­rum, die von der Schwester eine Einladung erhalten hatte, schrieb, sie würde in den Tagen dort von ihrer Kathi und threm Röschen doch nichts haben, da wolle sie lieber warten mit dem Besuche.

Vom Schwiegervater ermordet. In Oberplanit bet Zwickau ist gestern abend der 37fährige Tischler Franke, Vater von zwei Kindern, von seinem Schwiegervater, dem ehemaligen Hüttenarbeiter Laubert, in der Küche seiner Wohnung erstochen worden. Der Mörder hat die Tat wahrscheinlich im Zustande geistiger Umnachtung be­gangen.

Erdbeben in Madrid. Gestern mittag fand in Madrid ein heftiges Erdbeben mit unterirdischem Getöse statt. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Erregung.

Sozialpolitik.

Zunahme der Tätigkeit unterstützter Arbeitsnachweis stellen. In Anbetracht der sozialpolitischen Bedeutung, die den kommunalen oder mit kommunaler Unterstützung be­triebenen allgemeinen Arbeitsnachweis stellen beigemessen wird, erscheint der neueste Bericht bemerkenswert, der, wie der Inf." mitgeteilt wird, wiederum eine ganz erhebliche Vermehrung der Gesuche von Arbeitgebern und Arbeit­nehmern sowie vor allem der vermittelten Stellen zeigt. Die Zahl der Arbeitsnachweis stellen selbst hat sich auf 265 vermehrt. Im abgelaufenen Berichtsjahr sind nicht went­ger als 841 818 Vermittelungsgesuche von Arbeitgebern und 1 168 648 Gesuche von Arbeitnehmern eingegangen. Die Zahl der vermittelten Stellen beträgt 655 623. Die Fort­schritte, die in dieser Beziehung zu verzeichnen sind, gehen am besten aus dem Vergleich mi dem entsprechenden statt­stischen Material des Jahres 1900 hervor. In diesem Jahre waren von Arbeitgebern nur 272276 und von Arbeitnehmern 310 764 Stellenvermittlungsgesuche zu verzeichnen gewesen. Im ganzen wurden nur 185 681 Stellen vermittelt. Die Zahl der vermittelten Stellen ist demnach in einem Zeit­raum von 10 Jahren um nicht weniger als 469 942 gewach= sen, während die Gesuche der Arbeitgeber um 569 542, die der Arbeitnehmer sogar um 857 884 zugenommen haben. Eine wesentliche Förderung der Arbeitsnachweisstellen ist durch die Regierung erfolgt, die die Regierungspräsidenten ange­wiesen hat, die Angelegenheit möglichst weitgehend fördern.

So war der Januar gekommen. Da erhielt Kathi eines Morgens zwei Schreiben auf einmal aus ihrer Hei­mat. Das war etwas außerordentliches, und sie eilte mit beiden in ihr Stübchen, um sie dort in Ruhe zu lesen. Das eine war eine Ansichtskarte von einer Vergnügungspartie, die hatte der Hans ihr geschickt. Nun, wenigstens war es doch ein Lebenszeichen von ihm, und daß er noch an ste dachte. Wenig genug freilich wars, dieses Schönen Gruß Hans Ruland" und ärgern tat sies auch, daß der Rose­marie ihr Name auch auf der Karte stand. Wenn auch noch eine ganze Anzahl Namen darauf gefrigelt waren, so hätte sie das nicht weiter gefümmert, nur daß die Rose­marie ihren Namen so dicht unter den des Hans geschrie­ben, das mochte sie nicht leiden, und vor allem nicht, daß sie hinterdrein solchen wunderlichen Schnörkel gesetzt, der just nach dem Hans seinem Namen herauflangen tät.

Ju, ju, affurat so wie se is, de Schwarze," murmelte Kathi, nach ihm lange tuts, und er hat nix darwider!" Gedankenvoll legte sie die Karte beiseite und griff

Aus den Gerichtssälen.

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,, Wegen Hinrichtung am Erscheinen verhindert. Wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels, begangen durch Buchmache­ret, war am 19. Januar vom Landgericht Leipzig der Bier­ausgeber Hildebert Möller zu Strafe verurteilt worden. In seiner Revision beschwerte er sich darüber, daß der Zen­ge Karl Koppius im Vorverfahren eidlich vernommen und daß seine Aussage in der Hauptverhandluna verlesen wor­

Beratung der Meftrischer Arb mehr in nächste leftrotechnische Dird der Christ olden Beratun herartigen Stel wendig erwiefer hei der Waffer Bayern nicht pürfen und Ar führen. Da ten, so wurder mit der Lande Ebenso wurde lang des Sta und der Poly ratungsstelle f

nach dem Brief. Er war von der Leni, einer Häusler­tochter, mit der sie Freundschaft gehalten hatte, und ent­hielt allerhand Neuigkeiten aus der Heimat. Mühsam entzifferte das Mädchen das tauderwelsche Geschreibsel. Nun aber zog sie die Stirne fraus, und die Lippen, die halblaut die Worte gemurmelt hatten, zitterten. Sie las: ,, Wat seggst nu? Wie wülln next a Hort feiern, a grot Hort wards sin, und die Brut is de Rosemarie Peters. Se wullt det Ding noch nit so richtig seggen und mint, wann ich ehr frage dät, se wet it noch nit, wann se Hort maken dät. Nu dät idk seggen, se süllt mi vertelle, wo der Brutmann hißt. Da hätt se un­bändig lachen tät, aberst vertellt hätt se mi nix. Nu wer Sünntag a Vergnüge, und mit wem se immer da wispern dät, das wär der Hans Ruland. Und wie er dem Madel, als se gehen wullt, adjüs seggt, da hat se ihn so ankieft, so von unterscht, und hat gemeent: ,, Nu fehlt nit mehr viel, dann sind mer so wit, und dann mache wir nen hellen Juchzer, und zusamme halte mer fest! Hast min Verspruch und id din". Dann hat er sin Hand in ihre klappt, det et man so schallen dät. Wat seggst nu? Dat sind doch Brutlüte, der Ruland hät noch seggt: Also wanns Frühjahr fummt, und de Kuckuck schrit, dann is so wit". Se het lacht und seggt: Ju, ju, dann is so wit!"

Meenst de Hort?" dät id ehr frage.

Da hat se em antiekt und a Nickopp dät se mache und mint: tann sin!"

Na, Kathi, wat seggst nu?"

Jawas sagte sie nun?- den Brief zerriß sie in fleine Stücke, die Karte dazu und streute die Schnipsel in alle Winde. Dabei liefen ihr die hellen Tränen über die heißen Backen. War es Zorn, war es Schmerz? Was wußte sie darüber, nur das eine war ihr klar, daß ,, wanns Frühjahr fümmt, und de Kuckuck schrit, daß es dann so weit war, daß der Hans mit de Rosemarie Hort machen dät. ( Fortsekuna folgt.)

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