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Deutscher Reichstag.

die deutsche Regierung in thren Aufklärungen über dte Verhältnisse der französischen Fremdenlegion von der deut­schen Presse unterstützt werde. Eine Verherrlichung dieser Legion sei ein Verbrechen an Deutschland. Die Worte des preußischen Kriegsministers haben in Paris angeblich stark verstimmt". Der Temps" meinte sogar, Herr v. Heeringen höre nur auf Verleumdungen. Die Magdeb. 3tg." ist nun in der Lage, die ihr zugehenden Aeußerungen eines ehe­maligen Offiziers der Fremden legion, eines deutschen Adligen, wiederzugeben, die in ihrer Schlichtheit ebenso wie in ihrer Anschaulichkeit das Siegel der Wahrheit an der Stirn tragen:

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Bezirke stehen noch aus, doch ändern diese nichts mehr an dem Ergebnis. Der Geschentwurf über die Fernsprechgebührenords nung gilt nach Meldungen Berliner Blätter als gescheitert, da die Regierung eine erneute Beratung, die sie nicht für notwendig hält, ablehnt.

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Der norwegische Ministerrat hat beschlossen, den An­trag auf Zulassung der Frauen zu sämtlichen Aemtern zu stellen, ausgenommen sind nur Aemter wie die des Mini­sterpräsidenten, der Regierungsmitglieder, ferner geistliche Aemter in der Staatskirche, diplomatische und konsulare, militärische und zivilmilitärische. Der Handelsminister verhielt sich den Vorschlägen gegenüber reserviert.

Kleine Nachrichten.

Der 90jährige bayerische Prinzregent hat am letzten Faschingssonntag in München den Ball im Kaufmanns­fasino mitgemacht und auch den Tanz eröffnet.

Die Zahl der Pestopfer in Ostasien nimmt ständig ab, wenngleich in der Mandschuret täglich noch etwa 200 Todes fälle vorkommen. Die Vorbeugungsmaßregeln der chine­fischen Regierung erweisen sich von überraschender Wirkung. Mordtaten Eingeborener in Westafrika? Aus London wird gemeldet: An der Küste von Westafrika ist das Ges rücht verbreitet, daß Miß Oliver Macleod, dte, wie ge­meldet, in das Innere von Westafrika gereist war, um ein Kreuz auf dem Grabe ihres einstigen Verlobten, des eng­lischen Offizters und Forschers Bond Alexander, zu er­richten, von Eingeborenen ermordet worden sei.

Verschwundene Mädchen. In Barmen sind wieder zwei blühende Mädchen verschwunden. Das sind seit drei Wo­chen sieben Mädchen. Vermutlich sind sie durch Mädchen­händler verschleppt worden.

Eine organisierte Meineidsgesellschaft, die den Namen Minerva" führte und jederzeit zur Eidesleistung berett war, ist bei Gleiwit ausgehoben worden. Bis jetzt wurden gegen 30 Personen festgenommen, die den Meineid gewerbs= mäßig betrieben.

" Die Fremdenlegion ist heute noch genau so wie seit Jahrzehnten für Deutschlands Söhne ein Massengrab. Sie ist im wahren Sinne des Wortes eine Höhle, in die zwar viele Fußtapfen hinein, nur wenige aber heraus führen. Und doch ist sie in Deutschland viel zu wenig bekannt. Deutsches Blut ist es, mit dem Frankreich seine Kolonien erobert hat, deutsches Blut ist es, mit dem es sich den Besitz erhält und unausgesetzt seine koloniale Macht erweitert. Tausende von Deutschen leben in der Fremdenlegion und schleppen dort unter den traurigsten Verhältnissen ihr Da­sein dahin. Kein halbwegs bekannter Ort ist im Deutschen Reiche, aus dem selbst oder aus dessen nächster Nähe nicht Soldaten der Fremdenlegion stammen. Ein Herr, der einst meine Kaserne besichtigte, sagte: Wenn man die Uniform nicht sähe, könnte man glauben, man set in einer deutschen Kaserne." Und diese Leute schlagen sich, wenn es zu käm= pfen kommt, mit größter Bravour. Die Fremdenlegion raubt Deutschland jährlich rund 4000 Mann. In 10 Jah­ren also soviel, wie der ganze französisch- deutsche Krieg an Menschenopfer gekostet hat. Es sind meistens gesunde, fräftige Leute im besten Alter. Welche Fülle von Arbeits­fraft geht Deutschland hier verloren! Von Geist und Wissen will ich hier gar nicht sprechen. Doktoren und Professoren sind keine Seltenheiten. Der Offizier, der in seiner Heimat den Dienst quittiert hat, der Unteroffizier, der wegen eines Vergehens ein Kriegsgericht fürchtet, der Soldat, der deser­tiert, Duellisten, die verfolgt werden, Kaufleute, die be­trügerischen Bankerott gemacht haben, durchgegangene De­fraudanten, heruntergekommene Individuen, Handwerker, die keine Beschäftigung finden können, Künstler, deren Kunst vergebens nach Brot geht, Totschläger, die sich dem Arme der Gerechtigkeit entziehen wollen, Leute, die auf Abenteuer ausgehen, halbwüchsige Burschen, die in phantastischer Uebergespanntheit von Heldentaten träumen, usw. strömen in die Fremdenlegion. Die deutschfeindlichen Elemente in Elsaß- Lothringen, Luxemburg und Belgien agitieren für die Fremdenlegion, über die man übrigens in Frankreich noch schlechter unterrichtet ist, als sonst wo. Selbst die Offiziere in Frankreich haben von den dortigen Verhältnissen nicht die letseste Ahnung. Die Franzosen schwärmen für die Fremdenlegion und singen einem Aus­länder gegenüber deren Lob in allen Tonarten. Hat der Ausländer dennoch keine Lust, so wird ihm so lange zu­geredet, bis er endlich in einer weinseligen Stimmung unterzeichnet, und ein Todeskandidat ist mehr. Die ent­fetzlichen Strapazen, Qualen, Strafen und Laster, denen der Fremdenlegionär ausgesetzt ist, lassen sich in einem fur­zen Bericht nicht schildern. Aber man kann jederzeit öffent­lich damit aufwarten, und wer die Verhältnisse wirklich fennt, muß das Schreckliche und Schrecklichste ehrlicherwet­se bestätigen. Daß Verbrechen, Versäumnis und Schuld durch die ganze Legion bis zu den obersten Spizen reichen, daß niemand zur Rechenschaft gezogen wird, weil diejeni= gen, die zu urteilen haben, selbst schuldig sind, dafür trägt die französische Regierung einzig und allein seit Jahren die schwere Berantwortung mit ihn gar nicht in Betracht zu Prozentsaz der Zurückkeh­renden ist so gering,

Am Montag wurde die Aussprache über den Militärs etat zu Ende geführt. Der erste Redner war der Zentrums­abgeordnete Gröber, der den Sozialdemokraten das Recht absprach, den bürgerlichen Parteten einen Vorwurf daraus zu machen, daß die Mannschaftslöhnung noch nicht erhöht fet. Wenn es nach den Sozialdemokraten ginge, würden die Beamten auch keine Gehaltserhöhung bekommen haben, da die Sozialdemokraten alle Steuern ablehnten. Der Redner beschäftigte sich darauf eingehend mit der Frage der Ehren­gerichte und führte eine Reihe von Gründen an, die gegen bte Beugnispflicht von Zivilpersonen vor Ehrengerichten sprechen. Redner verlangte ferner die Durchführung des Paritätsgesetzes von 1869. Es fehle auch nicht an Be­strebungen, die Katholiken zu Staatsbürgern zweiter Klasse herabzudrücken. Dieser Kampf werde seine Partei stets auf dem Posten finden. Abg. Osann( natl.) befürwortete aus allgemeinen Gründen heraus, daß den Juden der Zugang zum Reserveoffizierkorps eröffnet werde, und suchte die Konservativen zu einer Erklärung über ihre heutige Stell­ung dem Judentum gegenüber zu veranlassen. Er wendete fich dann gegen die Angriffe der Sozialdemokraten auf die Heeresverwaltung und hielt eine Erhöhung der Mann­schaftslöhne für angebracht. Abg. Schöpflin( Soz.) hieb nach mehreren Seiten; erst gegen Osann, der gegen die Sozialde­mokratie polemistert hatte, dann gegen den Kriegsminister, von dem er Aufklärung über die badische Flugblattgeschich­te wünschte; er war für die Gleichberechtigung der Juden, wenn er auch einfließen ließ, daß ihm als Sozialdemokrat das Streben der jüdischen Bourgeoisie, ihre Söhne zu Re­serveoffizieren befördert zu sehen, nicht imponierte. Abg. Kopsch( fortschr. Vp.) verlangte für alle Kinder der Mut­ter Germania" gleiche Rechte. Der Kriegsminister habe es dem Herrn Raab zu verdanken, wenn sein Gehalt noch nicht bewilligt sei. Der Widerwillen im Hause wäre ganz allge­mein. Herr Raab habe die Untergebenen geradezu zum Disziplinbruch gegen jüdische Vorgesetzte aufgefordert. Wohin würden wir kommen, wenn die konfessionelle Kluft auch noch ins Heer komme? Redner verlangt für die Ab­geordneten das Recht, sich von Offizieren informieren zu lassen, sprach dann gegen den Militärboykott und wendete fich schließlich gegen die Soldatenmißhandlungen. nahm der Kriegsminister abermals das Wort. Der Erlaß für den Verkehr von Offizieren mit einzelnen Abgeordne­ten sei falsch beurteilt worden. Selbstverständlich solle nicht jedes Gespräch von Offizieren mit Abgeordneten verboten werden. Die Verfügung richte sich lediglich gegen die Ver­suche von Offizieren, die im Gegensatz zu ihren Vorgesetzten hier einen parlamentarischen Druck ausüben wollten. An­fangs seien solche Versuche vielleicht harmlos, aber die Fol­gen könnten sehr ernst sein. Damit werde die Armee direkt in das parteipolitische Getriebe hineingezogen. Antise­mitische Regungen seien ja hie und da in der Armee vor­handen, bewußt oder unbewußt. Antisemitische Offiziere in dieser schroffen Form hätten wir glücklicherweise nicht. Es set durchaus fein Kadavergehorsam in der Armee. Die Miß­handlungen gingen dauernd zurück. Wir haben weder ka= tholische noch evangelische noch jüdische Soldaten als Kaste, sondern deutsche Soldaten. Redner könne beweisen, wie die Sozialdemokraten unsere Leute aufheben. Der Mint­ster verlas einige Proben aus der sozialdemokratischen Presse, die bei der Rechten Pfutrufe hervorriefen. Wir be­grüßen, so schloß der Redner, jede sachliche Kritik, weisen aber jede zerseßende Kritik wegen ihrer bösen Folgen zu­rück. Wenn man die Dinge so darstelle, als ob die deutsche Armee eine verlotterte Bande sei, so diene man nicht der Erhaltung des Friedens und nicht dem Wohle des deutschen Vaterlandes. Nach der mit Beifall aufgenommenen Rede des Kriegsministers wurden noch einige andere Dinge er­örtert. Der sozialdemokratische Redner hatte von Miß­handlungen in Sachsen berichtet, und der Militärbevoll­mächtigte Sachsens gab bekannt, was seitens der Vorge­setzten geschehen sei, um diesen Mißständen zu steuern. Abg. v. Derzen( Rp.), der kürzlich das 70. Lebensjahr vollendet hat, tam auf die Judenfrage zurück und berichtete von den Erfahrungen, die er als Soldat und als Mensch mit den Juden gemacht hat. Er erklärte: Ich bin in meinem Leben mit einer ganzen Reihe von Juden zusammengekommen, die durchaus anständige Menschen gewesen sind. Auch als Beamte und Soldaten haben sie sich bewährt. Ich hatte im Kriege in meiner Schwadron zwei sehr tüchtige Juden. Es ist also nicht richtig, daß die Juden im allgemeinen nicht fähig sind, Offizier zu werden. Der Redner sprach dann dagegen, daß Sozialdemokraten Offtztere werden. Abg. Raab( wirtsch. Vg.) hatte wieder das Schlußwort. Er antwortete kurz auf die Zurückweisung seiner Rede aus dem Hause. Dann schloß die allgemeine Aussprache und das Gehalt des Kriegsministers wurde bewilligt. Nur die So zialdemokraten stimmen dagegen. Die fortschrittliche Re­solution, daß Beförderung zum Offizier lediglich auf Grund der Tüchtigkeit, unbefümmert um Herkunft und politische Gesinnung erfolgen soll, wurde gegen die gesamte Linke ab­gelehnt.

Sem Sransfen ins Stammbuch. Der Notschrei eines Offiziers der Fremdenlegion. In der derzeitigen Militärdebatte des Reichstags sprach Kriegsminister v. Heeringen die Erwartung aus, daß

3)

Das Familiengeheimnis.

ziehen brauchen. Ein Sozialökonom möge nun den fort­laufenden Verlust Deutschlands an Kapital und Arbeits­fraft berechnen."

Uebrigens werden die französischerseits gegen Herrn von Heeringen erhobenen Vorwürfe auch in der Nordd. Allg. 3tg." entschieden zurückgewiesen.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Von einem tragischen Tode wurde der Friseur Danne­-berg in Berlin ereilt. Er befand sich gerade in einem Sarg= geschäfte, um dort einen Sarg für seine verstorbene Frau zu kaufen, als er plöblich leblos zu Boden sank. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht.

Handelsminister Sydow amtsmüde? Der preußische Handelsminister v. Sydow ist, wie der Hannov. Cour." hört, für den durch den Tod des Freiherrn v. d. Recke frei­gewordenen Posten des Oberpräsidenten von Westfalen in Aussicht genommen.

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Eine Studentenschlacht fand in der Nacht zum Montag in der Josephgasse in Wien statt. Es tam dort zu einer Prügelet zwischen deutsch- nationalen und füdisch- nationalen Studenten, an der nahezu 200 Studenten beteiligt waren. Die Rauferet, bei der es zahlreiche Verletzte gab, artete zu einer förmlichen Schlacht aus.

Verzweiflungstat einer Mutter. Die 34jährige Bauers­frau Loos aus Lauf bet Nürnberg, die am lebten Donners­tag wegen Milchfälschung zu 100 M Geldstrafe verurteilt worden war, stürzte sich mit ihren beiden kleinen Kindern in die hochgehende Pegnitz. Alle drei Personen ertranten. Das Opfer einer Alkoholvergiftung ist der siebenjährige Sohn des Totengräbers Brauch in Hemsbach im Bezirke Weinheim geworden. Der Junge war wegen Schulschwän­zens von seinem Vater gezüchtigt worden. Er trant da­rauf heimlich ¼ Liter Schnaps und legte sich zu Bett, um nicht mehr aufzuwachen.

Zum angeblichen Posener Oberpräsidentenwechsel schreibt die Nordd. Allg. 3tg." offiziös: Die sensationelle Meldung von dem Rücktritt des Oberpräsidenten v. Wal­dow als Folge der Nichtanwendung des Enteignungsge­setzes und die weitere Mär von der projektierten Hofhal­tung eines preußischen Prinzen im neuen Posener Schlosse entbehren jeder Grundlage."

Roman von L. Walter. ( Nachdruck verboten.) Eine Unterschrift, die der Großhändler Friedrich Hal­ling gab, flößte Respekt ein, und ein Unternehmen, an dem Halling sich beteiligte, galt gesichert. Unglückliche Schuldner rühmten seine Humanität und verarmte Freun de seine Freigebigkeit. Treue und Fleiß seiner Leute be­lohnte er, Pflichtwidrigkeiten bestrafte er durch Entlassung. Seine Familie bestand aus dem einzigen Sohne und der Schwester Selma, die bis jetzt eine passende Heiratspartie nicht hatte finden können, obgleich sie als wohlhabend galt. Da der Kaufmann seine Gattin schon vor sechs Jahren ver­loren, führte Selma die Wirtschaft, und man mußte es Ihr nachsagen, daß sie nicht nur musterhafte Ordnung hielt, sondern auch auf den Nugen des Bruders bedacht war. Das Verhältnis zwischen den beiden Geschwistern war je­doch kein sonderlich inniges gewesen, da Selma einen tal­ten, fast verschlossenen Charakter besaß, der mehr abstieß als anzog; aber sie war doch mit Dank gegen den Bruder erfüllt, der ihr eine sorgenfreie und geachtete Stellung in feinem Hause angewiesen. Die Bediensteten wie auch Karl wußten es, daß sie selbst einen gewissen Einfluß auf den Bruder ausübte, der in schwierigen Fällen, da er ihren scharfen Verstand und richtigen Takt kannte, mit ihr zu beraten pflegte.

Die Reichstagsersagwahl in Allenstein- Rössel, die am ontag fiatranu, gat mit dem Siege des Datumain didaten geendet. Es wurden bisher gezählt: für Guts­besitzer Orlowski- Kuztorn( 3entrum) 10 733 Stimmen, für Pfarrer Maraczew( Pole) 6793 Stimmen und für Rechtsanwalt Rudolf Haase( S03.) 303 Stimmen. Einige

Es muß sein!" rief der junge Mann, sich gewaltsam emporraffend und die Tränen trodnend. Ich bin verant­wortlich für den Fortgang des Geschäfts, und darum werde ich mit Ruhe den Bestand desselben prüfen, um in die Rechte und Pflichten des Verstorbenen eintreten zu tönnen."

Karl

Durch eine Explosion von Feuerwerk ist ein Friseur=" geschäft in Arbon in der Schwetz vollständig abgebrannt. Der Friseur ist tot, feine Frau schwer verwundet, weitere fechs Personen sind verletzt.

Einen jähen Tod fand der zehnjährige Sohn des Stell­machers Koch in Halle. Er spielte mit einem kleineren Bru­der im Hofe, wobet er fich auf einer ausgespannten Schnur hin- und herwiegte. Plöblich glitt er aus, die Schnur bil­dete eine Schlinge und der Knabe erstickte in wenigen Mi­nuten.

Jezt galt es das Geheimbuch aufzufinden. fannte das lange graue Buch genau, es war ihm von großer Wichtigkeit. Der Eisenschrank mußte es enthalten. Wo aber war der Schlüssel dazu, den der Vater stets bei sich trug?

Er öffnete zunächst das Pult des Vaters. Das Innere enthielt Briefe, Notizen und eine kleine Handkasse, die Halling für sich zu benutzen pflegte. Aufzeichnungen, die Brivatverhältnisse betrafen, fanden sich nicht vor.

Der junge Mann ging zu Selma hinauf, die vor dem Spiegel stand und ihre Haare ordnete.

Bei einer Skitour schwer verunglückt sind im großen Walsertale in Tirol die beiden Studenten Erwin und Hans Laubheimer aus Ulm. Beide stürzten infolge Unkenntnis der Gegend und wegen der eingebrochenen Dunkelheit über eine hohe Felswand. Erwin 2. war sofort tot, Hans L. erlitt schwere Verlegungen.

Tante, ich suche den Schlüssel zu des Vaters Geld= schrank er trug ihn stets in seiner Börse." ,, Ganz recht!" " Erinnerst Du Dich, wohin die Börse gekommen ist?" Selma sah ruhig ihren Neffen an.

An die Börse habe ich nicht gedacht. Sie muß ohne Zweifel im Comptoirrode stecken." ,, Wo ist der Rod?"

,, Doch im Zimmer des Bruders." ,, Begleite mich dorthin, liebe Tante."

Es ist gefährlich, die Kleider zu berühren." " Immerhin, ich muß die Schlüssel haben."

Zwei Feuerwehrlente verbrannten bei einer Feuers­brunst in einem Londoner Stadtteil. Während sie mit mehreren ihrer Kameraden die Ruinen durchsuchten, stürzte eine noch brennende Treppe ein und begrub fie. Obgleich man ihre eingeklemmten Körper sah waren alle Versuche, fie zu retten, vergeblich. Bei diesen Bemühungen wurde ein dritter Feuerwehrmann schwer verletzt.

Aus den Gerichtssälen.

Die gefährliche Alte" mit dem Hundertmarkschein. Das gefährliche Alter" suchte ein Rechtsanwalt in einer Verhandlung vor der zweiten Strafkammer des Hamburger Landgerichts für die Handlungsweise einer Mandantin ver­antwortlich zu machen. Aus der Beweisaufnahme ergab sich, daß ein Hausbesitzer mit der Baupolizeibehörde wegen einiger bonnolizeilicher Vorschriften in Rwist geraten war. Die Entscheidung in der Sawe nanit einem Baurat zu, der eines Tages ein Kuvert zugeschickt erhielt, in dem sich ein Brief und ein Hundertmarkschein befanden. In dem Schreiben wurde der Wunsch ausgedrückt, daß die strittigen Punkte in wohlwollender Weise erledigt werden möchten.

Du solltest noch einige Tage warten, Karl; unter den traurigen Verhältnissen ist äußerste Vorsicht geboten. Bedente das Unglück, wenn auch Du von der schrecklichen Krankheit ergriffen würdest... wir müßten das ganze Geschäft fremden Händen überlassen."

" Ich fürchte die Gefahr nicht, wohl aber eine Störung in dem Geschäftsgange Wenn diese nicht eintreten soll, muß ich genaue Einsicht in die Bücher nehmen und der Eisenschrank enthält das Hauptbuch und die Wert­papiere. Lektere sind von besonderer Wichtigkeit, da ich faufen oder verkaufen muß, je nach dem Kurse. Ich kenne ja die Manipulationen des Vaters. Ein Tag fann uns großen Nachteil bringen. Ohne Hauptbuch ist es mir aber nicht möglich..."

mer nicht zu öffnen. Man ist es sich selbst schuldig, der Gefahr soweit als möglich auszuweichen. Ich möchte die Kleidungsstücke des Verstorbenen nicht berühren, die längst vernichtet sein sollten. Der Krankenwärter wohnt in der Nähe..."

Wie Du willst," antwortete Selma, die diese Gründe entscheidend finden mochte. Aber ich möchte doch raten, einen Mann kommen zu lassen, der die Untersuchung des Rodes vornimmt. Der Arzt hat befohlen, das Sterbezim­

,, So lasse man ihn holen."

Der Zufall war günstig, denn schon nach einer Viertel­stunde kam der ausgesandte Bote mit dem Manne zurüd, der den Kranken während der letzten Stunden gepflegt hatte. Er erklärte sich sofort bereit, das Geschäft auszu­führen. Dem Armen stand ja ein guter Lohn in Aussicht. Selma weigerte sich, das Zimmer zu betreten. ,, Sie haben Recht, meinte der Wärter; wer Angst hat, muß zurückbleiben. Ich fürchte mich nicht. Was sollte auch daraus werden, wenn niemand den Mut hätte, die Kranken zu pflegen?"

Die Tante übergab ihm den Schlüssel. Begleiten Sie mich, junger Herr?"

" Ja."

,, Nun, so kommen Sie in Gottes Namen! Was ges schehen soll, geschieht. Niemand kann seinem Schicksale entgehen und wenn er sich meilenweit flüchtet. Das ist meine Ansicht und dabei bleibe ich!"

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Das Zimmer Hallings lag am äußersten Ende des Korridors. Der Wärter fannte es und erschloß mit sicherer Hand die Tür desselben. Furchtlos trat er ein. Alle Fensterflügel waren geöffnet; der Luftzug, der entstand, traf den jungen Mann, der an der Tür stehen blieb. Was soll ich suchen, Herr?" fragte der Märter. Sehen Sie jenen Rod auf dem Stuhle?"

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" In einer der Taschen muß sich eine Börse finden.. Der Wärter nahm den Rock und durchsuchte die Taschen.

( Fortsegung folgt.)

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