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Prinz August Wilhelm, der vierte Sohn des Kaiser­paares, ist am 29. Januar 1887, Prinzessin Alexandra Viktoria am 21. April 1887 geboren. Die Braut ist die zweite Tochter des Herzogs Friedrich Ferdinand zu Schleswig­Holstein. Der dritte Sohn des Kaiserpaares, Prinz Adalbert, geboren 14. Juli 1884, ist noch nicht verlobt.

* Der kürzlich bekannt gegebenen Frachtermäßigung für frisches Fleisch soll am 1. Januar eine weitere Erleichterung für den Fleischversand folgen. Auf Entfernungen von 100 Kilometern an wird für Wagenladungen von fünf und zehn Tonnen ein besonderer Ausnahmetarif eingeführt. Der Tarif gilt im Binnenverkehr der preußischen, hessischen, bayrischen, sächsischen, oldenburgischen Staatseifen­bahnen, der Reichseisenbahnen in Elsaß- Lothringen, der Militäreisenbahnen und anderer Bahnen, sowie im Wechsel­verkehr dieser Bahnen untereinander.

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* Am heutigen Tage feiert Fürstbischof Kopp in Breslau die fünfundzwanzigste Wiederkehr des Tages, an dem er im Dome zu Fulda die Weihe als Bischof empfing. Aus Anlaß dieses Jubiläums schreibt die offiziöse ,, Nordd. Allg. Zeitung": An hingebungsvoller Diener seiner Kirche und als treuer Patriot hat Fürstbischof Kopp segensreich und vorbildlich ge= wirkt. Den zahlreichen Glückwünschen, die dem Jubilar am heutigen Tage dargebracht werden, schließen wir uns mit dem Wunsche und der Hoffnung an, daß der Fürstbischof noch lange Jahre seines hohen Amtes in voller Kraft und Frische des Geistes und des Körpers walten möge. Rufsland.

** Das Kriegsgericht hat den Admiral Nebogatow zum Tode verurteilt, weil er in der Seeschlacht bei Tsushima nur auf den Durchbruch nach Wladiwostok bedacht gewesen sei, nicht auf Rettung der Flotte durch Eingreifen in den Kampf. Wahrscheinlich wird der Zar den Verurteilten be­gnadigen.

Aus dem Innern des Reiches liegen folgende Mel­

dungen vor:

Chartow, 27. Dezember. Auf dem Bahnhofe ließ ein mit einem Zuge angekommener Reisender eine Bombe fallen, die explodierte. Dadurch wurden zwei Reisende ge­

tötet und viele verwundet. Petersburg, 27. Dezember. Gerüchtweise ver­lautet, die Armee werde binnen furzem neue Uniformen nach dem Muster der österreichischen erhalten. toer, 27. Dezember. Der Mörder des Grafen Ignatiew ist ein Schüler einer von einem gemissen Fidler geleiteten Schule in Moskau. Fidler war einer der Leiter

des Moskauer Aufstandes im vorigen Jahr. Kiew, 27. Dezember. In Boczkouz in Bessarabien

hat sich ein heftiger Kampf zwischen Bauern und drei Revolutionären abgespielt, wobei sieben Bauern erschossen und mehrere schwer verwundet und verstümmelt wurden. Die Revolutionäre wurden ebenfalls verwundet, dann von dem dritten getötet, der sich dann selbst erschoß. An­scheinend handelte es sich um einen Anschlag auf die Guts­befizer.

Balkanitaaten.

** In Mazedonien nehmen die Kämpfe zwischen Serben

und Bulgaren wieder überhand. Die unruhigen Elemente begehen große Ausschreitungen und haben ein Gefängnis in Brand gesteckt. Uestüb ist überfüllt von bewaffneten Land­bewohnern, die bereit sind, loszuschlagen. Man befürchtet den Ausbruch eines bewaffneten Aufstandes.

Amerika.

** Die Niederwerfung der aufständischen Bewegung auf Kuba scheint doch keine vollständige gewesen zu sein. Nach Washington sind Nachrichten gelangt, nach denen in ver­schiedenen Teilen der Insel die Lage unruhig ist und von zügellosen Banden Plünderungen begangen werden. Auf Ersuchen des Gouverneurs hat Generalstabschef Bell eine beträchtliche Verstärkung der amerikanischen Garnison auf Kuba angeordnet.

Afrika.

** Man hatte infolge des Anmarsches der Sultans­truppen eine Klärung der Lage in Marokko erivartet. Diese ist aber nicht eingetreten. Neuerdings heißt es, daß der viel vermögende Raisuli abgesezt werden soll. Kriegsminister Gebbas soll mit dem Gros seines Heeres, an Zahl etwa 3000 Mann, nach einem Punkte drei Meilen östlich von Tanger an der Grenze des Gebietes der Andscheras mar­schieren. Er soll dort den Häuptlingen aus den Dörfern der Umgegend ein Schreiben des Sultans vorlesen, nach welchem Raisuli abgesett ist, und die Stammeshäuptlinge auffordern, ich dem Machen zu unterwerfen. Andererseits wird von einem geheimen Einverständnis zwischen Raisuli und der Sultansregierung gesprochen, durch die das Eingreifen der Franzosen überflüssig gemacht werde.

Kleine politische Nachrichten.

Berlin, 27. Dezember. Kolonialdirektor Dernburg wird am 11. Januar in Berlin in einer vom Deutschen Handels­tage veranstalteten Versammlung einen öffentlichen Vortrag halten über den jezigen Stand der kolonialen Entwickelung Deutschlands.

Berlin, 27. Dezember. Der ehemalige Staatsminister von Podbielski soll von den Konservativen als Reichstags­kandidat für die Ostpriegnitz aufgestellt sein. Der bisherige Vertreter dieses Wahlkreises v. Dallwig ist vor kurzem ge­storben.

Berlin, 27. Dezember. Die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung hat am Tage der Reichstagsauflösung ihr Mit­glied Expastor Krösell aus der Fraktion ausgeschlossen. Krösell, gegen den mehrere Strafprozesse schweben, soll sich in London aufhalten.

Roburg, 27. Dezember. Der nationalliberale Führer Bassermann hat nunmehr die Kandidatur für den Wahlkreis Koburg( bisher Abg. Pazig. natl.) angenommen.

Erfurt, 27. Dezember. Dent Vernehmen nach steht eine Aenderung des jetzt geführten Infanterie- Gewehrmodells be= vor. Die hiesige Königliche Gewehrfabrik hat bereits Ueber­stundenarbeit angeordnet.

Dresden, 27. Dezember. König Friedrich August von Sachsen hat verfügt, daß anläßlich des Weihnachtsfestes 28 Strafgefangenen die Freiheit geschenkt wird.

Darmstadt, 27. Dezember. Der Großherzog von Hessen hat anläßlich des Weihnachtsfestes eine große Anzahl Straf­gefangene aus den Hessischen Gefängnissen begnadigt oder be­dingungsweise aus den Strafanstalten entlassen.

Karlsruhe, 27. Dezember. Pfarrer Schüler in Istein, der seit 1890 den Wahlkreis Waldshut im Reichstage vertrat, ist heute infolge Schlaganfall gestorben.

London, 27. Dezember. Die englischen Handelskreise sprechen sich für den Bau eines Tunnels von Calais nach Dover aus, während diese Idee von politischer Seite bes lämpft wird.

1906.

Chronik der Weltereignisse im scheidenden Jahre.

Juli.

Der 1. brachte uns die Portoversteuerung durch Auf­hebung der Ortstarife für Drucksachen und Postkarten, sowie die neuen Steuern. In London starb der berühmte Gesang­lehrer Manuel Garciä, der Erfinder des Kehlkopfspiegels. Am 4. vernichtete ein Riesenbrand Hamburgs altes Wahr­zeichen, die Michaelskirche; ihr Wiederaufbau ist im Gange. Dem deutschen Kronprinzen wurde ein Prinz geboren. In Peters­burg sprach das Kriegsgericht den wegen der Seeschlacht von Tsushima angeklagten Admiral Roschdjestwenski frei. Am 12. vollzog sich in Paris die letzte Szeue des Dreyfusprozesses. Dreyfus und Picquart wurden freigesprochen, ersterer zum Major befördert und mit der Ehrenlegion dekoriert, Picquart zum General befördert und kurz darauf zum Kriegsminister ernannt. Die Ereignisse in Rußland nahmen bedrohliches Aussehen an. Am 11. war Admiral Tschuchnin in Odessa ermordet worden; am 22. löste der Zar die Duma auf und ersetzte den Ministerpräsidenten Goremykin durch Stolypin.

Huguft.

Wiederum brachte der erste Tag eine neue Steuer: die Fahrkartensteuer. In Rußland führte die Unzufriedenheit am 2. zu gewaltigen Matrosenrevolten in Sveaborg und Kron­stadt. Ein Schadenfeuer zerstörte auf der Mailänder Aus­stellung wertvolle Gebäude und Objekte am 3. Am gleichen Tage ging der Dampfer ,, Sirio" mit Auswanderern an der spanischen Küste unter, wobei über 300 Personen den Tod fanden. Greifswald feierte das 450 jährige Bestehen der Universität. Am 15. fand in Friedrichshof eine hochwichtige Begegnung zwischen dem deutschen Kaiser und König Eduard von England statt. Ein heftiges Erdbeben zerstörte am 16. einen großen Teil von Valparaiso und Santiago und ver= nichtete viele Menschenleben. Wiederum lenkte ein Attentat in Rußland am 25. die Aufmerksamkeit der Welt dorthin; es galt Stolypin und forderte 30 Opfer, Stolypin selbst blieb unverletzt.

September.

Reibungen in der Kolonialaffäre veranlaßten am 3. den stellvertretenden Kolonialdirektor, Erbprinzen von Hohenlohe­Langenburg, sein Amt niederzulegen; an seiner Stelle wurde der Direktor der Darmstädter Bank, Bernhard Dernburg zum Leiter der Abteilung ernannt. Baden feierte am 9. den 80. Geburtstag des Großherzogs, am 20. die goldene Hochzeit seines Herrscherpaares. Ein furchtbarer Pogrom in Siedlce zeigte aufs neue die Lage Rußlands im Innern. Prinz Albrecht von Preußen, der Regent von Braunschweig, starb 70 Jahre alt, am 13. Durch seinen Tod wurde die Thron­folgefrage in Braunschweig wieder aufgerollt, die infolge der Haltung des Herzogs von Cumberland bisher noch nicht ent­schieden worden ist. Prinz Heinrich von Preußen wurde zum Chef der aktiven Schlachtflotte an Stelle des scheidenden Großadmirals v. Köster ernannt. Am 15. starb in Peters­burg der bekannte General Trepow. In Kreta legte Prinz Georg von Griechenland seine Regierung mieder und wurde durch Zainis ersetzt. In Hongtong forderte ein furchtbarer Taifun über 10 000 Opfer. Auf Suba endete die seit kurzer Zeit andauernde Rebellion am 26. mit der Abdankung des Präsidenten. Die Vereinigten Staaten übernahmen durch Taft die Insel bis zur Einsetzung des neuen Gouverneurs Magoon.

Oktober.

Am 1. fand in Paris ein Gordon- Bennett- Rennen in Luftballons statt, in dem der Amerikaner Lahm siegte. Auf­sehen erregte am 4. die Verurteilung des Antiquars Bach in Weimar zu 2 Jahren Zuchthaus wegen Hehlerei; es handelte sich um die Kunstdiebstähle im Schlosse zu Weimar. Oberst Gaedke wurde in dem bekannten Prozeß wegen unberechtigter Führung des Titels am 5. endgültig freigesprochen. Mit der Eröffnung eines Parlaments in Teheran trat Persien in die Reihe der Verfassungsstaaten. In Berlin erschienen am 10. die Denkwürdigkeiten des Fürsten Hohenlohe, die unliebsames Aufsehen hervorriesen. Der Bezirkspräsident von Kolmar, Prinz Hohenlohe mußte infolgedessen am 15. seinen Abschied nehmen. Dem Herzog von Cumberland ließ der deutsche Raiser am 11. eine deutliche Absage betreffs Braunschweigs zukommen. Am 16. setzte der Streich des Hauptmanns von Köpenick" die dortige Stadt in Aufruhr. Eine Sturmkatastrophe berheerte einen großen Teil Zentralameritas am 21. In der Provinz Posen führten am 25. die Konflikte mit den Polen zum Schulstreit der Kinder wegen des Religionsunterrichtes. Am 25. starb der bekannte Defonömierat Ring. Der fühne Nordpolfahrer Peary fehrte von seiner Reise zurück, nachdem er die höchste bisher erreichte Breite befahren hatte.

November.

Der Prozeß gegen die Stiftsoberin Heusler in München endete am 1. im Wiederaufnahmeverfahren mit der Frei­sprechung der Angeklagten. Am 2. starben Erzherzog Otto von Desterreich und der bekannte Parlamentarier Ernst von Eynern. Die Gouverneurswahl in Newyork brachte am 7. den Sieg von Hughes gegen Hearst. In Lichterfelde starb der bekannte Verfasser des ,, Lebrecht Hühnchen", Heinrich Seidel. In Hessen erfolgte anläßlich der Geburt eines Thron­folgers eine Amnestie. 4 Bergleute auf Zeche Crone, die am 6. durch einen Einsturz unter Tage verschüttet waren, wurden am 9. lebend gerettet. Am 12. erhielt der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski seinen Abschied; sein Nachfolger wurde am 19. Herr v. Arnim- Kriewen. Ein bemerkenswerter Erlaß des Kaisers feierte am 17. das fünfundzwanzigjährige Jubiläum deutscher Arbeiterfürsorge. Der Reichstag, der am 13. wiedereröffnet worden war, nahm am 22. den sogen. Kleinen Befähigungsnachweis an. Am 26. starb der Erzbischof von Gnesen, Florian von Stablewski. China erließ ein Opiumverbot. Am 29. begannen im Reichs­tage die Kolonialdebatten, die zu einem heftigen Zusammen­stoß zwischen dem Abgeordneten Roeren und dem Kolonial­direktor Dernburg führten. Eine entsetzliche Explosion ver­nichtete am 29. die Roburitfabrik Annen und forderte an 30 Opfer. Der Bürgermeister von San Franzisko, Schmitz, wurde am 30. wegen schwerer Amtsverbrechen verhaftet.

Dezember.

Am 3. starb der Bruder des Großherzogs von Baden, Prinz Karl, ferner der aus der Pommernbankaffäre bekannte Kommerzienrat Sanden. Am 5. endete der Raubmörder Hennig auf dem Schaffott. Die deutsche Regierung traf

Maßnahmen gegen die sichteuerung durch Ermäßigung der Frachttarife auf lei com 15. ab. Infolge bedrohlicher Vorgänge in Marotto entsandten Frankreich und Spanien Kriegsschiffe nach Tanger. Am 7. starb der pärsil che Leibarz Lapponi, am 10. der wazoneniönig von Dahomeh, Behanzin Prändent Nosseb erhielt den Nobel- Friedenspreis. Der Rolonialfonflitt im Reichstage veranlaßte am 13. die Ab­lehnung des Nachtragsetats für Südwestafrika; der Reichstag wurde aufgelöst. Ein Ukas des Zaren ordnete die Duma­neumaglen für den 19. Februar 1907 an. Am 26. unter warfen sich die Bondelzwarts, unsere Hauptgegner in Süd­westafrita. Ein Kriegsgericht in Petersburg verurteilte den Admiral Nebogatow wegen seiner Haltung in der Seeschlacht von Tiuſhima zum Tode. Am 27. verlobte sich Prinz August Wilhelm, der vierte Sohn des deutschen Kaisers mit Prinzessin Plexandra Biftoria von Schleswig- Holstein Sonderburg­Glücksburg. Am 28. begann in Deutschland die Auslegung her Wäylerlisten für die am 25. Januar 1907 stattfindende Reichstagswahl.

Nab und fern.

J. L

+ Winters Herrschaft. Der während der Weihnachtstage eingetretene starke Schneefall hat vielfache Verkehrsstörungen im Gefolge gehabt. Gleichzeitig hat Frost die Wasser­verbindungen unterbrochen. Folgende Meldungen liegen vor: Berlin, 27. Dezember. Eine Anzahl Kabelbrände wurden heute morgen durch Ueberanstrengung der Speise fabei des Netzes der Straßenbahn infolge des Schneefalles berbeigeführt, wodurch Betriebsstörungen von einer halben Stunde und mehr entstanden.

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Stettin, 27. Dezember. Die starke Kälte hat die Schiffahrt auf der Ostsee teilweise überhaupt brach gelegt oder wenigstens sehr erschwert. Das Frische und das Farische Haff find gänzlich zugefroren, im Stettiner Haff muß die Segelschiffahrt eingestellt werden, während auf offener See selbst sich starkes Eistreiben eine besondere Gefahr für fleinere Fahrzeuge bemerkbar macht.

Zabrze, 27. Dezember. Infolge der Kälte und der Schneefalle wird der Frachtverkehr auf fämtlichen Linien der Kaiser Ferdinand Kordbahn bis auf weiteres eingestellt, ausgenommen für frisches Fleisch, Kohlen und Briketts so­wie für eigenen Bedarf der Nordbahn und der Staats. bahnen. Rollende Güter, soweit nicht eine Ablenkung auf andere Verbandslinien möglich ist, sind anzuhalten und den Versendern zur Verfügung zu stellen. Der Personen­und Eilgutverkehr wird in vollem Umfange aufrecht er. halten.

Landau( Pfalz), 27. Dezember. Gewaltiger Schnee­sturm suchte die Pfalz heim; auf allen Bahnstrecken finden Verkehrsstörungen statt. Der Riviera- Expreßzug blieb bei Ruelzheim liegen und mußte ausgeschaufelt werden.

Essen, 27. Dezember. In Rheinland und Westfalen herrscht seit gestern mittag großes Schneetreiben. Die Züge verkehren mit den größten Vorsichtsmaßregeln und treffen mit stundenlangen Verspätungen ein.

Bamberg, 27. Dezember. Infolge des außerordent lich starken Schneefalles und großer Schneeverwehungen ist der Verkehr zwischen Stadt und Land sehr stark gehemmt. Im Frankenwald liegt der Schnee bis zwei Meter hoch. Es gibt dort Schneewehen von acht Meter Tiefe.

Krefeld, 27. Dezember. Infolge des heftigen Schneetreibens wurde der Straßenbahnverkehr fast völlig eingestellt.

Seeg, 27. Dezember. Der Käser Eibrand aus See weiler brach auf dem Wege von hier nach Hause im Seeger See durch das Eis, wurde aber nach sechs Stunden mit vieler Mühe gerettet.

St. Johann, 27. Dezember. Im ganzen Saartal herrscht seit zwei Tagen heftiges Schneegestöber. Die Saar ist teilweise zugefroren, und die Schiffahrt ist völlig unter­brochen.

Paris, 27. Dezember. Aus verschiedenen Teilen Frankreichs wird sehr starker Schneefall gemeldet. Nament lich find die Departements Jura, Ardennes und das Gebiet von Châlons betroffen, in denen der Zugverkehr be hindert ist.

Madrid, 27. Dezember. Das durch Schneeschmelze verursachte Hochwasser des Flusses Campos hat bedeuten den Schaden verursacht. Ein Dorf ist vollständig abge schnitten, der Bahnverlehr zur franzöfifchen Grenze gestört, sodaß die Güter umgeladen werden müssen.

Eine Million Mark wird noch zur Deckung des durch die Annener Explosion entstandenen Schadens gebraucht. Das Hilfsfomitee bittet daher erneut um weitere Gaben für die Notleidenden. Jede größere und kleinere Gabe kann un mittelbar an die Stadthauptkasse in Witten, die die Haupt Sammelstelle tildet, einaefandt werden.

Ein Betrug an der Sparkasse in Budapest ist zufällig entdeckt worden. Der Kasse sind mittels gefälschter Briefe mi dem Namen eines Gutsbefizers, der ein Depot in Höhe von 500 000 kronen bei der Sparkasse hatte, 300 000 kronen entlockt worden. Der Betrug geht von Wien aus. Die Bolizei recherchiert nach den Mitgliedern der Betrügerbande, die nach Annahme der Polizei in der Sparkasse Mithelfer haben muß.

Der Raffenkampf in Amerika. In der Grafschaft Rempfer im Staate Mississippi hat ein Kampf zwischen Weißen und Negern stattgefunden, bei dem fünfzehn Personen, zumeist Reger, getötet worden sind.

Neues Erdbeben in Chile. In Arica ist eine sehr starke Erderschütterung verspürt worden. Einige Häuser wurden zerstört, auch erlitten mehrere Menschen Verlegungen. Zur gleichen Zeit wurden starke Erdstöße in Iquique und Bisagua wahrgenommen.

Bunte Tages- Chronik.

Berlin, 27. Dezember. Die Abfuhr der Schneemassen, bie in der letzten Nacht niedergegangen find, festet der Reichs­hauptstadt rund 200 000 Mart, vorausgesetzt, daß in den nächsten Tagen nicht noch mehr Schnee fällt. Täglich müssen 8000 Fuhren Schnee abgefahren werden.

Recklinghausen, 27. Dezember. Auf der Zeche König Ludwig" wurden drei Berglente verschüttet. Einer war sofort tot, die beiden andern wurden schwer verletzt. Hamburg, 27. Dezember. Der an der Südkante von Helgoland gestrandete englische Dampfer ,, Glenpark" ist mit Hilfe von Helgoländer Bootsleuten flott geworden.

Barcelona, 27. Sezember. Auf der Rambla de Flores explodierte gestern eine Bombe, wodurch eine Person ver­wundet wurde. Es wurden drei Berhaftungen vorgenommen.

Tunis, 27. Dezember. Zehn Matrosen mid der zweite Offizier von einem deutschen Handelsdampfer wurden zu zwei Tagen Gefänanis und je fünf Frants Geldstrafe ver­urteilt.

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