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erheblich größerem Umfange als bisher zur Anwendung Commen, und in die Linienschiffe Lothringen" und ,, Deutsch­land" find bereits zu diesem Zwed neue Apparate eingebaut worden.

Die Rüstungen werden nicht eingeschränkt. Die von England angeregte Einschränkung der Rüstungen dürfte die nächste Haager Konferenz faum beschäftigen. Die russische Regierung und auch die deutsche Regierung haben erklärt, die Frage überhaupt nicht diskutieren zu können. Die französische Regierung hat der englischen Regierung ebenfalls mitgeteilt, daß sie der Erörterung dieser Frage in Haag abgeneigt sei.

Soziales Leben.

X Erholungsurlaub für Eisenbahn- Arbeiter. Nach einem Erlaß des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten lann Arbeitern der Staatseisenbahnverwaltung bei guter Führung jährlich ein Erholungsurlaub erteilt werden. Er soll bei Arbeitern, die mindestens fünf Jahre im Staats­eisenbahndienst beschäftig und in Hilfsunterbeamtenstellungen tätig find, je nach ihrer verwendung bis zu sechs und acht Tagen, bei allen übrigen Arbeitern des Betriebs- und Wert­stättendienstes, sofern sie mindestens sieben Jahre beschäftigt find, vier Tage, sofern sie mindestens zehn Jahre beschäftigt find, sechs Tage betragen.

X Der Konflikt zwischen Schiffsreedern nud Offizieren der Handelsmarine. Der Reedereiverein Flensburg hat sich ein­timmig dem Vorgehen der Hamburger und Bremer Reeder gegen den Verein der Kapitä und Offiziere angeschlossen. Die Lage bleibt vorläufig ungeklärt, da ein großer Teil ber Offiziere auf seinem Standpunkt beharren will.

Der Ruf nach befferen Wohnungen.

Dr. A. Neiße.

Die vermehrte Fürsorge, welche unsere Zeit der öffent­lichen Gesundheitspflege zuwendet, ist auch an den größeren und fleineren Gemeinwesen nicht vorbeigegangen. Während im Mittelalter Schmutz und Unrat in den Flecken und Städten angehäuft war und infolgedessen beständig Seuchen herrschten, hat man seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts zu Maßregeln gegriffen, wodurch die Kommunen zur Pflanz­stätte hygienischer Bestrebungen geworden sind. Neuerdings wird sogar die Errichtung einer Zentralstelle für Stadt­Hygiene gefordert, um allen Aufgaben der Gesundheits­pflege gerecht werden zu fönnen. Die Zentralstelle würde das für hygienische Fragen in Betracht kommende Material sammeln und sichten, dann aber auch den einzelnen Gemeinden in ihren hygienischen Bestrebungen hülfreich zur Seite stehen. Zu den wichtigsten Aufgaben der tommunalen Gesundheitspflege gehört eine den Bedürfnissen

ebenfalls mit dem Messer bedroht wurde. Erst nach langem Kampfe gelang es, den Ungarn zu überwältigen und gefesselt zur Wache zu bringen. Er wird für seine Heldentaten die gebührende Strafe empfangen.

Selbst bezichtigt. Der Leipziger Kriminalpolizei hat sich Inhaber eines Engrosgeschäfts, der 65 Jahre alte Adolf Hubert Dantelmann, gestellt. Dankelmann beschuldigt sich selbst, bedeutende Wechselfälschungen und Betrügereien verübt zu haben.

Drama im Keller. Als der Eigentümer Haedrich in Kriebitzich zwecks einer Besorgung seinen Steller betrat, bemertte er in der Dunkelheit einen Menschen, worauj Haedrig schleunigst zurückging und den Keller wieder verschloß, um Hilfe herbeizuholen. In demselben Augenblick frachte von innen ein Schuß; der im Keller Gefangene hatte sich erschossen. Es war der früher bei H. wohnhaft gewesene Schlosser Mayczak, der mit der Ehefrau Haedrichs schon einmal das Weite gesucht hatte.

des menschlichen Organismus angepaßte Anlage der Straßen. Erst seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat man die Bedeutung der Pläße und Parks zu würdigen be­gonnen. Gegenwärtig hat von den großen Städten Paris weitaus den größten Parkbestand, dann folgen London, Wien, Berlin, schließlich Newyork und Brüssel. Unter den deutschen Städten steht Berlin an vierter Stelle. Die größten städtischen Parkanlagen hat Frankfurt an der Oder, Leipzig und Wiesbaden schließen sich an. Die Londoner und Pariser haben durch die uneingeschränkte Berechtigung, die Rasenpläße zu benußen, in ihren Parkanlagen mehr gewonnen, als die Bevölkerung der Städte, die durch die Wächter immer wieder aus der Jllusion geweckt wird, daß die Parks ihretwegen da seien. Namentlich in englischen Städten werden die Anlagen im Interesse des Publikums möglichst ausgenutzt. Es wird für Spiel- und Turn­plätze gesorgt, zum Rudern und Schwimmen Gelegenheit geboten. Im Winter gibt es Eisbahnen, die bei elektrischer Beleuchtung bis 10 Uhr abends benutzt werden können. Aber die Parts können nicht für alles entschädigen, worauf ein großer Teil der eng zusammenwohnenden Bürger verzichten muß. Viele Gefahren drohen der Kultur durch die städtische Bauweise. Die ringförmige Anordnung der hohen Mietsfasernen um einen Hof verhindert das Eindringen von Licht in die Wohnräume. Da in den Hösen kein Zugwind vorhanden ist, so werden alle Dünste. die aus den Küchen und Zimmern dringen, zurückgehalten.

Berunglückte Schlittenfahrt. Bei einer Rernschlitten: fahrt in Northeim schlug ein Schlitten um. Von den Insassen war ein junger Mann sofort tot, zwei Mädchen wurden schwer verletzt.

3: n Kinderwagen verbrannt. Als die Ehefrau des Bäckers Gerven in Berlin in ihre Wohnung zurückkehrte, fand fie ihre Behausung voller Rauch und den Kinderwagen, in welchem ihr sieben Monate alter Sohn Erich lag, in Flammen bor. Sie löschte das Feuer und brachte das mit schweren Brandwunden bedeckte Kind nach dem Krankenhause. Hier ist es an demselben Abend gestorben. Das Feuer ist anscheinend dadurch entstanden, daß die gleichfalls in der Wohnung an­wesende zweijährige Tochter Frieda mit Streichhölzern gespielt und den Wagen in Brand gesetzt hat.

An den Unrechten gekommen. Der Handelsmann Funk wurde auf der Chaussee nach Saatwinkel auf seinem Wagen von zwei Strolchen überfallen. Es gelang ihm aber, die Räuber herunterzuwerfen. Einer der Burschen fiel unter die Räder, wurde überfahren und schwer verletzt. Der andere Räuber war von dem Handelsmann im Gesicht verletzt worden. Trotz der erheblichen Verlegungen gelang es ihnen noch, in den Wald zu entkommen. Der Gerettete jagte nach Berlin zu. Bei Plößensee begegnete ihm ein Gendarm, der sofort die Verfolgung der Räuber aufnahm; diese sind bisher nicht ermittelt worden.

Wenn man bedenkt, daß in Berlin durchschnittlich 77 and in München immerhin noch 37 Einwohner auf das Haus Tommen, daß selbst deutsche Mittelstädte 20 und mehr Ein­wohner auf ein Haus zählen, während sich die Durchschnitts­zahlen für London auf 7,6, für Manchester und Birmingham auf 5, für Liverpool auf 5,7 stellen, so muß man anerkennen, daß die auch in Deutschland emporblühende Gartenstadtbewegung einer Begründung nicht ermangelt. Die Bewegung verfolgt das Ziel, den Arbeitern fern von der Großstadt billige und gesunde Wohnungen, Einfamilienhäuser zu beschaffen. Aller­dings müssen die Arbeiter auf dem Lande auch Erwerbs= gelegenheiten haben. Deshalb erstrebt die Gartenstadt­gesellschaft die Verlegung von einzelnen Industrie­zentren auf das Land. Die erste derartige Gartenstadt war Burneville, eine Gründung des Birminghamer Fabrikanten Cadbury. Jezt hat diese Gartenstadt ungefähr 7000 Ein­wohner, davon 40 v. H. Arbeiter, die bei Cadbury angestellt find, 40 v. H. andere Arbeiter und 20 v. H. Handwerker und Kaufleute. Neuerdings ist an der Station Letchworth, in der Nähe von London, eine neue Gartenstadt erbaut worden. Ungefähr drei Monate nach ihrer Gründung zählte die Stadt 500 Einwohner und einen Arzt. Die billigsten kleinen Arbeiterwohnungen fosten 4,25 Marf wöchentlich Miete.

Bunte Tages- Chronik.

Hamburg, 21. Dezember. Gestern nachmittag erschos der Schlosser Modus seine Geliebte Walther und dann sich selbst, weil sich das Mädchen von ihm abgewandt hatte.

Wo Gartenstädte nicht angelegt werden fönnen, ist die Gründung von Hauserviertelgärten vorgeschlagen worden, d. h. die Anlage von Gärten innerhalb des Häuserblocks. Der Siasen samt einigen Sandpläßen wird den Kindern für ihr Spiel zur Verfügung gestellt. Jedenfalls vollziehen sich auch auf dem Gebiete der Wohnungsbeschaffung Umwandlungen und Ansichten, denen der Volksfreund aufrichtig zustimmen

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Nab und Fern.

Zerbst, 21. Dezember. Das Schneidermeister Müllersche Ebepaar in Opperode wurde von einem Unbekannten nachts vor das Haus gelockt, niedergeschlagen und lebensgefährlich berlegt. Es war ein Raubmord geplant. Auf das Hilfe­geschrei der Ueberfallenen floh der Täter.

Das Ansteigen der Genicstarre im Ruhrgebiet gibt zu Bedenken Anlaß, da sie ausschließlich eine Krankheit der letzten Winter und Frühjahrsmonate sei. Seitens der Behörden wird der Ausbreitung der Genickstarre erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt.

Köln, 21. Dezember. Auf dem Wege zwischen Düne­busch und Wissen wurde eine Näherin, die beimwärts ging, vergewaltigt und ermordet. Der Tat verdächtig sind zwei Landstreicher.

Duderstadt, 21. Dezember. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde der Bahnarbeiter Benedir Kopp von dem aus Leine­felde einlaufenden Personenzuge überfahren und sojort getötet.

Ein Gemütsmensch. In der Nähe des Klostertors in Hamburg stellte sich ein Ungar direkt vor einen Rangierzug, sodaß der Lokomotivführer halten mußte. Als er dann den Ungar aufforderte, die Strecke frei zu geben, sprang der Pußtajohn auf die Lokomotive und drang mit gezücktem Meffer auf den Führer ein. Inzwischen war ein Schußmann herbeigekommen, der aber von dem heißblütigen Maanaren

Kunst und Wiffenfchaft.

letzten Zeit verhältnismäßig erträglich. Einige brachten fleine Ersparnisse mit oder erhielten einigermaßen Hilfe von Ver: wandten, Bekannten und Parteiorganisationen. Die Bauern und Arbeiter fanden im Sommer Verdienst bei der örtlichen Bevölkerung. Im Tobolster Gouvernement herrscht ein großer Mangel an tüchtigen Handwerfern. Fast alle Hand­werfer unter den Verschickten fanden daher bald gut bezahlte Arbeit. Einige Verschickte leben im Sommer von Jagd und Fischfang. Weit weniger leicht als die verschickten Hand­werfer und Bauern fönnen die Angehörigen der intelligenten Stände einen Verdienst finden. Am besten sind noch die Aerzte und die Tierärzte daran.

K. Gin Serum gegen die Genickstarre sollte nach einem englischen Blatte von Prof. Koller in Bern erfunden und bereits in heftigsten Fällen erfolgreich erprobt worden sein. Tatsächlich beschäftigt sich Prof. Kolle( nicht Koller) in Bern, früherer Assistent Prof. Rochs schon seit ungefähr einem Jahr mit der Herstellung eines solchen Serums, das in einzelnen Fällen sich gut bewährt hat. Indes ist die Zahl der mit Prof. Kolles Serum behandelten Fälle noch zu gering, um ein zuverlässiges Urteil zu gestatten.

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Während des Winters verändern sich die Lebens. bedingungen stark zum Schlechteren. Die Bauern und die Handwerker sind jetzt nur auf die Kronsbeihilfe angewiesen, d. h. bleiben fast ohne alle Mittel zum Leben. Die einzelnen Verschickten- Kolonien haben nicht mehr die Möglichkeit, mit einander in Verbindung zu treten und sich gegenseitige Unters stützung zu leisten. Diese völlige Abgeschiedenheit in Ber bindung mit der ungesicherten materiellen Lage verschärft die ohnehin gespannten Beziehungen zu den Aufsehern und zu der Polizei.

O. Verständigung mit Planeten. Nach einer Mitteilung aus Paris soll die dortige Akademie der Wissenschaften fii: die Herstellung einer Verständigung zwischen den Erd. bewohnern und den Bewohnern eines Planeten einen Preis bon 100 000 Franks ausgesetzt haben. Die Nachricht flingi etwas sonderbar. Oder sollte die Akademie keine wichtigeren Sorgen haben?

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Ein großer Mißstand im Leben der Verschickten ist der Mangel an medizinischer Hilfe. Im Tobolster Gouvernement, wie überall in Sibirien, herrscht so große Aerztenot, daß alle verschickten Aerzte sogar als Bezirksärzte angestellt werden. Im Beresower Kreise gibt es auf einer Strecke von 500 Werst nur zwei ärztliche Stationen mit Krankenhäusern. Ein anderer nicht minder wichtiger Uebelstand ist die Langsamkeit im Bost verkehr. Die Postabteilungen find hunderte von Werst von. einander entfernt. Die Poſt wird im Sommer auf Booten befördert, im Winter auf Schlitten. Im Herbst und Frühling hört wegen der Wegelosigkeit jeder Postverkehr auf 1 bis 2 Monate auf. Um etwas gegen die Isoliertheit zu tun, hat man die Politischen" für den Winter in die größeren Dörfer geschickt. Gegenwärtig dürfen sich die Verschickten ohne be sondere Erlaubnis 3 bis 5 Tage in der Stadt Tobolsk auf halten; sie haben nur ihr Eintreffen der Polizei anzuzeigen. Die örtliche Bevölkerung des Gouvernements sympathisiert mit den Politischen" und sucht auf jede Weise ihr Schicksal zu erleichtern.

R. Photographie der Stimme. Professor Morage von der Sorbonne, der alten Pariser Universität, berichtet über eine ,, neue Entdeckung", die darin bestehen soll, das aus: gesprochene Wort von den Lippen weg zu photographieren". Die Erfindung ist nicht neu. Der Berliner Physiker Ernst Ruhmer hat bereits vor etwa sechs Jahren die merkwürdigen Ergebnisse der von ihm mit dem Photographophon angestellten Versuche der Oeffentlichkeit übergeben. Dieser überaus sinnreich erdachte Apparat vermag die auf photographischem Wege fest­gelegte Stimme beliebig oft wiederzugeben. Es ist indessen bisher nicht gelungen, die Erfindung praktisch zu verwerten, da man sich davon noch kein bestimmtes Bild machen kann.

Ruffifche Verbannte.

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Leiden und Elend im fibirifchen Gouvernement Tobolsk. Staatliche Beihilfe. Wie sie leben.- Aerzte gesucht. Drte ohne Krankenhäuser. In Schnee und Eis. Poft verkehr in Sibirien. Verbannte auf Urlaub. Die große Familie. Disziplin muß sein. Beneidens wertes Los!

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Nach einer von den Verschickten selbst aufgestellten Statistik find 95 v. H. verschickt, ohne daß gegen sie eine Ans Mage erhoben wurde. Der größte Teil der Politischen" ist auf drei Jahre verschickt. Unter den Verschickten befinden sich nicht mehr als 15 Frauen. Die Kadetten bilden nur einen recht kleinen Bruchteil der Verschickten. Trotz der Verschieden. heit der politischen Ansichten und der sozialen Stellung bilden alle administrativ Verschickten eine einzige Familie; sie fühlen fich hier eben nur als Leidensgefährten. Infolgedessen können Die Verschickten nicht gleichgiltig gegen die Aufführung der einzelnen Genossen sein, da schlechte Handlungen einzelner bie ganze ,, Kolonie" fompromittieren können. Sie suchen solchen Vorfällen nach Möglichkeit durch eine gewisse Disziplin orzubeugen. Die höchste Strafe, welche die Kolonien" bis jetzt verhängt haben, ist der dauernde oder zeitweilige Aus schluß aus der Reihe der Genossen; als niedere Strafen bienen: Verweis, zeitweilige Entziehung des Rechtes an der Eröterung der genossenschaftlichen Angelegenheiten teilzunehmen, Mitteilung des Vergehens an die Parteiorganisation.

In der Lage der zu Zwangsarbeit verurteilten Sträf linge, die in andere Distrikte Sibiriens fommen, hat sich da jegen noch nichts geändert. Gegen sie ist das Los der Ber chickten immen noch beneidenswert.

Jm Gouvernement Tobolsk waren bisher etwa 1500 po: litische Verbrecher untergebracht, die zur Verschickung nach Sibirien verurteilt sind. Sie werden dort auf die einzelnen Dörfer verteilt, je zwei bis 40 auf einen Ort, nach der Zahl der Höfe. Zugleich mit den Politischen" werden in die Dörfer" auch Ausseher" geschickt. Fast alle administrativ Verschickten ergalten von der Krone Beihilfe". Die Privi­legierten( erbliche und persönliche Edelleute, Ehrenbürger, Studierende) erhalten 1 Rubel 50 Kopefen monatlich Wohnungs: gelder und 4 Rubel 50 Ropelen Verpflegungsgelder; die Nichtprivilegierten erhalten feine Wohnungsgelder und müssen fich mit 1 Rubel 50 Ropeken Verpflegungsgeld begnügen. Außerdem erhalten alle Verschickten ohne Unterschied des Standes einmalig für die Beschaffung von Sommerkleidung 4 Rubel 70 Ropeken, für die Beschaffung von Winterkleidung 32 Rubel. Frauen, welche ihren Männern in die Verbannung gefolgt find, erhalten die gleiche Beihilfe an Wohnungs- und Verpflegungsgeldern; pro Kind wird die halbe Beihilfe ge­währt. Troß der Billigkeit der Lebensmittel reicht die Bei­Hilfe der Krone nicht für das Unentbehrlichste aus; die Wohnung allein fostet vielfach mehr als die ganze Krons­beihilfe. Immerhin war die Lage der Verschickten bis zur

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Vermischtes.

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Weihnachten im Deutschen Kaiserhans. Wenn die Weihnachtszeit heranrückt, dann stellt die Kaiserin die Wünsche ihrer Kinder zusammen, und wählt meist selbst in den Ge schäften ihrer Hoflieferanten aus, oft begleitet von der Prin zessin Vittoria Luise. Die Besuche in den Kaufläden dauern oft eine erhebliche Weile, da die Kaiserin sich nicht begnügt, den Ankauf dieses oder jenes Gegenstandes zu befehlen", sondern selbst prüpft und vergleicht, ehe sie ihre Auswahl trifft. Von den Kindern des Kaiserpaares hat jedes für den Vater und die Mutter je ein Geschenk bereit. Der Kaiser hat dagegen die Gewohnheit, wenn er Geschenke aussuchen will, fich von den Lieferanten eine große Auswahl der in Frage kommenden Gegenstände nach dem Berliner Schloß bringen zu lassen, und dann seine Auswahl zu treffen. Am heiligen Abend findet dann jedes der kaiserlichen Kinder seinen eigenen, schön geputzten, aus einem königlichen Forst stammenden Weihnachtsbaum, unter dem die Gaben ausgebreitet liegen. Wie in jedem Bürgerhause versammelt sich die Kaiserfamilie, und die Kinder schreiten voran in den lichterfüllten Saal zur Bescherung.

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Unsinn, du siegft... In Berlin hat sich eine Blei deuterin und Kartenkünstlerin niedergelassen, die, trotzdem wir im aufgeklärten Jahrhundert leben, noch einen ungeheuren Zulauf hat. Die weltberühmte Bleideutenkünstlerin hat ein Birfular erlaffen, in welchem sie hervorhebt, daß sie wegen ihrer Kunst" von ,, reich, aristokratisch und bürgerlich" besucht werde. Die Weltberühmte" betont jedoch, daß sie nur Damen ,, bevorstehendes Schicksal, Glücksfälle und die Zukunft" Streng gewissenhaft sage. Für das weibliche Geschlecht ist diese Einschränkung nicht gerade schmeichelhaft. Das Allerichönste aber in dem Zirkular ist der folgende Vermerk: Auf Grund der feinen Mieter im Hause kann ich die Damen zu den Wartezimmern in Massen nicht, sondern nur höchstens paar­weise zulassen, wenn Damen unauffällig fommen. Sprechzimmer finden die Damen ohne Ausnahme des Ranges nach Vorschrift nur einzeln Zutritt. Sie werden doch nie alle, und wer darauf spekuliert, ist noch immer zu Geld gekommen.

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Sum

Wann ist Christus geboren? Ein tonangebendes italienisches Blatt schreibt über dieses jetzt wieder aktuelle Thema: In der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts erinnerte Clemens Alexandrinus daran, daß ägyptische Teologen die Geburt Jesu auf den 20. Mai festießten, während andere den 19. oder 20. Mai als das richtige Datum bezeichneten. Im Jahre 243 bebauptete ein unbekannter Schriftsteller, daß Christus am 28. März geboren sei, und schließlich gab es soviele verschiedene Lesarten, daß Pater Lupi, der alle die Hypothesen zusammenstellte, erflären fonnte, im ganzen Jahre jei nicht ein einziger Monat, der nicht von hervorragenden Schriftstellern als Geburtsmonat Chrifti bezeichnet sei. Der Tag bleibt völlig ungewiß, wohl aber ist mit Sicherheit er­wiesen, daß man zum ersten Male in Konstantinopel am 25. Dezember 379 das Weihnachtsfest als offiziellen Geburts­tag Chrifti allgemein gefeiert hat.

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England

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ein ucues Dorado? In England ist ein 32 englische Meilen langes Goldriff entdeckt worden. Die Lage wird streng geheim gehalten. Zur Ausbeutung des Goldlagers hat sich ein Syndikat gebildet. Sollte das Gold­riff nicht eine Riesenente sein?

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