eine Härte des Schicksals, daß Sunimund von früher Jugend solchem Holz werden teine Helden geschnißt. Es ist deshalb der Geist nicht über den Durchschnitt sich erhebend: aus aum Helden bestimmt worden. Ein unscheinbarer Störper, Sunimund Stägmann ist von der Mutter Natur nicht Humoreste von 23. Mittweger.
Ble Hettungsmedaille.
ben Mut Ez eifriger ist er auf der Jagd nach Unglüdsfällen Lebensglück von der Rettungsmedaille abhängt. von abgewiesenen Freiern. Wie sollte ers ba wagen um ein fremdes zu retten, aber Marthas Hand zu begehren wie, er würde sein Leben aufs Spiel feßen, jeden Augenblick, machen. Das it natirtich man hört auch immer Sunimund wird allmählich
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Rr. 302.
bation u. Dapterbebitkom: Siegen, Saltersweg 83. Fernsprechanfchluk Rr. 382.
Montag, den 24. Dezember 1906
Gießener
15. Jahrgang
Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( taglid und die Gießener Setfenblafen( wöchentlich).
Neueste Nachrichten
( Sichener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Rokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält olle amtlichen Betoninachungen der Grosh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.
Die Reichstagswahlen.
Hessen und Hessen- Nassan.
Der nationalliberale Verein Gießen hielt om geftrigen Nachmittag im Café Ebel eine Vertrauensmännerbersammlung ab, die namentlich aus den ländlichen Bezirken des Wahlkreises äußerst zahlreich besucht war. Der derzeitige Vorsitzende des nationalliberalen Vereins, Stadtverordneter Kirch, leitete die Versammlung und erstattete nach begrüßenden Worten an die Erschienenen Bericht über die bis jetzt eingeleiteten Schritte und Verhandlungen mit den dem nationalliberalen Verein naheftehenden politischen Parteien. Alsdann berichtete der Schriftführer Dr. Krausmüller über die leider resultatlos verlaufenen Einigungsversuche der liberalen Parteien in Darmstadt, betonend, daß der Bericht in der Frankfurter Zeitung sich nicht mit den wirklichen Vorgängen deden würde. Nach längerer eingehender Aussprache, an der fich u. a. die Herren Prof. Dr. Birmer, Prof. Dr. Biermann, Lehrer Wagner GroßenBuseck, Jöckel- Grünberg beteiligten, wurde beschlossen, den seitherigen Reichstagsabgeordneten Kommerzienrat Heyligenftaedt zur Wiederwahl zu empfehlen und dementsprechend nachstehende Resolution einstimmig gefaßt:
Die Versammlung erkennt die ersprießliche Tätigkeit des seitherigen, von den liberalen Parteien im Jahre 1903 aufgestellten und gewählten bewährten Reichstagsabgeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt dankend an und beschließt, ihn für die bevorstehende Reichstagswahl fräftig und energisch zu unterstüßen.
Die Versammlung bedauert aufrichtig, daß eine Einigung der liberalen Parteien in Darmstadt nicht zustande gekommen ist und gibt dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß die mit den hiesigen politischen Vereinen eingeleiteten Verhandlungen zu einem befriedigenden Abschluß gelangen möchten. Der tatsächliche Erfolg bei der legten Stadtverordneten-, Landtags- und Reichstagswahl dürfte ein gemeinsames Vorgehen rechtfertigen, um hierdurch dem Wahlkreise eine würdige vaterlandsgetreue Vertretung im deutschen Reichstage zu erhalten.
Der zweite Vorfizende, Rechtsanwalt Kaufmann, richtete alsdann an die Anwesenden einen warmen Appell zur tatkräftigen Mitarbeit in dem beborstehenden Wahlkampf und brachte zum Schluß der gut verlaufenen Versammlung ein Hoch auf das Vaterland aus, das begeisterten Widerfall fand.
Die Einigungsverhandlungen zwischen der nationalliberalen Partei und der Freisinnigen Volkspartei über die Aufstellung eines gemeinschaftlichen Kandidaten im WahlDie Nationalliberalen freise Darmstadt sind gescheitert. stellen deshalb Landtagsabgeordneten Rechtsanwalt Dr. Osann als Kandidaten auf.
Alsfeld. Die sozialdemokratische Partei stellt den Stadtv. Orbig in Gießen als Kandidaten auf.
Bad Nauheim. Die Freisinnigen wollen die Kandidatur des Grafen Oriola nicht unterstüßen, sondern selbständig vorgehen.
Die Sozialdemokratie des 4. nassauischen Wahlkreises ( Ober- und Unterlahnfreis) stellt als Kandidaten den Gewerkschaftssekretär Habicht aus Frankfurt a. M. auf. Die christlich organisierte Arbeiterschaft hat den Gewerkschaftssekretär Schmidt Dillenburg in Aussicht genommen.
Was soll ich schreiben?! Gedanken eines Leitartiklers am Heiligabend. Es ist wirklich ein ganz netter Junge, der Lehrling aus der Druckerei. Ich hatte mir schon vorgenommen, ihm auf sein frisches Gesicht hin einen blanken Taler zum Fest zu schenken. Er würde zwar nichts Vernünftiges damit anfangen, sondern hingehen und seine vierzehnjährige Seele mit. aber immerhin. unendlichen Zigarettendämpfen vergiften Doch jetzt bin ich zweifelhaft geworden, ob ich ihm nicht besser ein Paket Pfefferkuchen und einige Zuckerstangen versezze. Auf die Gefahr hin, das jugendliche Herrenbewußtsein tödlich zu tränken. Kommt der Bengel doch nun schon zum drittenmal und ruft die stets energischer klingende Forderung nach dem ,, Weihnachtsartifel" ins Zimmer.
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Nun ja, der Bursche trägt eigentlich feine Schuld. Unmöglich darf man es ihn entgelten lassen, daß sein Gebieter, Der Herr Faftor, die Zeitung fertig stellen und nicht mehr länger auf den Festhymnus warten will. Habe doch selbst neulich in einer schwachen Stunde die Arbeit zugesagt. Und mun soll das Blatt in die Presse, die Sezer und Drucker
wollen heimgehen zu ihren Frauen und Kindern. Ich aber zermartere vergeblich das Denkerhirn, um schöne und gediegene Worte zu finden, der Bedeutung des Tages und der Weihe der Stunde angemessen. Gleich nach Tisch legte ich ein Dugend Blätter auf den Schreibtisch, nahm eine neue Feder, tunkte fie vorsorglich ins Tintenfaß und begann: ,, Mit ehrfürchtigem Schauer feiern wir wieder das schönste Fest
Nein, das ging nicht. Mußte ich doch schon irgendwie Also etwas anderes. Sann nach und gelesen haben. sann nach, bis mir fribblig in den Fingerspitzen und wirr im Kopfe wurde. Nicht allein die ehrfürchtigen Schauer" und ,, das schönste Fest" waren bekannt. Es gab ja gar nichts mehr, was nicht schon ein anderer besser und schöner gesagt hätte. Die ausschweifendsten Episoden, die überschwenglichsten Wortbildungen alles dagewesen. Der kurze Winternach
mittag verging, die Dämmerung brach aus den Ecken und schaute neugierig zum Fenster herein und immer noch lagen die weißen Folioseiten unberührt da, keines geistreichen Gedankens Schnörkelzüge verunzierten sie. Wenn das Zitieren nicht ganz in Verruf gekommen wäre, hätte ich mit dem seligen Faust verzweifelnd gerufen:
,, Da siz ich nun, ich armer Tor
Und bin so flug als wie zuvor."
So ging ich nur heran ans Fenster und sah auf die Straße. Hurtig eilten in der Winterkälte die Menschen dahin, beladen mit Päckchen und Packen und Kasten und Düten. ich Die Läden senden breite Lichtgarben auf die Gassen fönnte vielleicht reden über die Selbstlosigkeit und die Liebe, die heute Blüten treiben trop Frost und Schnee. Ueber die prächtige Sitte, den Nebenmenschen, geliebte Angehörige und bedürftige Arme mit Gaben zu überraschen und zu erfreuen. Doch wenn ich nicht irre, beschäftigte ich mich im vorigen Jahre mit ähnlichen Sachen das fann ich der Zeitung und ihren Lesern nicht zumaten.
Ob es mit einer politischen Exkursion etwas wäre? Wie die versöhnende heilige Nacht gleich einem Friedensengel sich herabsenken soll, Gegensätze mildernd und feindliche Interessen ausgleichend, wie sie die Menschen anfeuern soll, ihre Kräfte hinzulenten auf das eine große und würdige Ziel, auf die Wohlfahrt des gesamten Volfes und des Vaterlandes, statt sich zu zersplittern und zu erschöpfen in nichtigen Kämpfen um Nebensächlichkeiten! Doch ein politisch Lied, ein garstig Lied ich höre bereits, wie mir ein eingefleischter Parteiser auseinandersetzt, daß ich gar keine Ahnung davon habe, was eine Nebensächlichkeit und was die Hauptsache sei. Er wolle mir ganz genau und haarklein beweisen, daß einzig und allein bei ihm und seinen politischen Freunden die Rettung aus allen Nöten der Zeit gefunden werden könnte. Würde mir rechtzeitig einen Wahlzettel zuschicken. Danke sehr, will überhaupt nichts wissen von der Poiitif. Es ist Weihnachten,
Oder soll ich schreiben über den Wert und Unwert der Geschenke, über die Heuchelei und die konventionelle Hand, die gibt, weil sie muß und weil es so Sitte ist; über die Schwäche des menschlichen Herzens, das sich zum Christtage schier erschöpfen will in überquellenden Liebesbeweisen, sich berauscht an klingenden Worten der Empfindelei und vierundzwanzig Stunden später zurückkehrt zu den Pfaden, auf denen der Neid, die Bosheit und die Unverträglichkeit gedeiht? Könnte mir schlecht bekommen.
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es
Doch, was ist das? Drüben beim Nachbar wird ja schon der Baum angezündet. Der Vater ist gekommen, hat das Jüngste auf den Arm gehoben und die andern find wahrhaftig noch vier tanzen um die im Kerzenschein Strahlende Tanne. Wie die Gesichter glühen, die Augen glänzen. Jegt fingen sie. Was ist es denn nur gleich. Richtig ,, du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit."
Mit den innigen Tönen schwebt die Erinnerung leise herbei, leise. Sprang auch einst um den gabengefüllten Tisch mit dem leuchtenden Stämmchen. Weihnacht, heilige Nacht, wie viel Glück brachtest du dem findlichen Herzen! Süße Geheimnisse bargst du und schillernde Märchen. Ueber weite Schneefelder hob die Sehnsucht ihre bunten Flügel und trug meine suchende Phantasie bis an die Pforten der Unendlichkeit. Und schier will mich bedünken, daß auch jetzt noch die alte Sehnsucht lebt, daß auch diese Weihnacht des Jahres 1906 uns emporheben wird aus den Niederungen der Autäglichleit und dem grauen Sorgenstaub widriger Geschicke.
Welt ging verloren,
Christ ward geboren,
Freue dich, freue dich, o Christenheit" Fingen die Kleinen drüben. Ja, freuen wir uns allesamt über das Heil, das aus reineren Höhen uns gegeben wird.
Da naht auch der Segerjüngling wieder... Hier ist der Taler, und ich lasse die ganze Druckerei vom Herrn Prinzipal bis zum Ausläufer und alle Leser der Zeitung schön grüßen und jedem ein fröhliches, zufriedenes Weihnachtsfest wünschen. Allein schreiben- schreiben mag ich heute nicht!
Politifche Rundschau.
Deutsches Reich.
H. G- s.
* Eine ziemlich beträchtliche Herabsehung der Gebühren für vom Auslande eingeführtes Fleisch ist geplant. Der Bundesrat wird sich in allernächster Zeit mit der Angelegenheit befassen. Die Herabseßung soll zunächst für einen be
grenzten Zeitraum erfolgen und zwar deshalb, weil schon bei Erlaß der Gebührenordnung eine Revision der Gebührensäge in Aussicht genommen war.
* Der Königsberger Professor R. Siegfried richtete einen offenen Brief an den Reichskanzler um erhöhten Schuh des Wahlgeheimnisses bei den bevorstehenden Reichstagswahlen. In dem Briefe wird verlangt, daß in den Wahlausschreiben der Regierung den Wahlvorstehern und Wahlbeisigern streng untersagt wird, Gegenliſten zu führen. Sollten Personen, auf die sie feinen Einfluß auszuüben vermögen, Aufzeichnungen über die zur Wahl Erschienenen machen, so haben die Wahlvorsteher die Pflicht, die Urnen vor ihrer Entleerung einer energischen Durchschüttelung zu unterziehen. Der Weitergebrauch als mangelhaft erkannter Wahlurnen ist zu unters fagen. Wie man hört, gedenkt die Regierung diesen Anregungen Folge zu geben.
Rufsland.
** Ein kaiserlicher Utas sezt als Termin für die Duma wahlen den 19. Februar 1907 an. Dieser Ufas gilt nicht für den Nordkaukasus, für( den Transkaukasus, Mittelafien und Sibirien, für welche Gebiete der Wahltermin noch nicht festgesetzt ist.
** In Lodz hat ein Ueberfall auf einen Verleger stattgefunden. Drei Leute drangen in das Papiermagazin des Verlegers der Lodzer Zeitung und verwundeten ihn durch Revolverschüsse. Auf dem Transport nach dem Krankenhaus starb der Verwundete. Als Grund für den Mordanschlag wird angeführt, daß sich der Verleger geweigert haben soll, eine Proklamation der Sozialisten und Demokraten zu druden. Balkanftaaten.
** Der Nachfolger des mordeten Alexanders, König Peter vou Serbien wird seines Thrones nicht froh. Es wird jcht bekannt, daß zweimal im legten Jahre Abgesandte ans Belgrad zum serbischen Gesandten in London gekommen sind, um seine Sympathie für die Einsetzung des Prinzen Arthur von Connaught auf den serbischen Thron zu gewinnen; er sei sogar ersucht worden, die Sache dem Herzog von Connaught vorzulegen und dessen Zustimmung zu bewirten. Der Gejandte machte den Auftraggebern tiar, daß nicht die geringfie Aussicht bestehe, daß ein englischer Prinz den serbischen Thron annehme. König Eduard würde nie seine Zustimmung zu einem solchen Plane geben. Ferner verlautet, eine Partei in Serbien le den Brinzen Mirko von Montenegro, eine andere Brinzen Georg Wilhelm, ältesten Sohn des Herzogs von Cumberland, aus den serbischen Thron sezen. Kleine politifche Nachrichten.
Berlin, 22. Dezember. Durch königliche Verordnung werden beide Häuser des preußischen Landtages zum 8. Jantiar 1907 einberufen.
Berlin, 22. Dezember. Die mehrfach angeregte Revision der Geheimmittellisten wird, wie verlautet, in furzer Zeit ers folgen, nachdem die auf dem Gesundheitsamte über diese Materie gepflogenen Sachverständigenberatungen sich ihren Ende nähern.
Berlin, 22. Dezember. Der Reichstagsabgeordnete Roeren hat wegen des Offenen Briejes" von dem früheren Bezirtsleiter Geo U. Schmidt Strafantrag gestellt.
München, 22. Dezember. Wie der Kgl. bayerische Oberst tämmererstab bekannt gibt, nimmt der Prinzregent Luitpold alle aus Anlaß des bevorstehenden Jahreswechsels ihm zu gedachten Glückwünsche dankend für empfangen an, wünscht also feinerlei Zusendungen im.
Wien, 22. Dezembicahlreform ist durch die letzten Beschlüsse des Herrentes unter Dach und Fach gebracht. Das Gesetz über die Wayl der Mitglieder des Reichsrats und bie Reichsratswahlordnung wurde in dritter Lesung an genommen.
Paris, 22. Dezember. Mach fiebenstündiger Debatte wurde das Gesez über die Kultusfreiheit mit unwesentlichen Zusäßen mit 413 gegen 166 Stimmen angenommen.
Gesandte
Christiania, 23. Dezember. Der deutsche Dr. Stübel reiste auf Urlaub nach Deutschland ab. Er lehrt nicht mehr auf seinen Posten zurück.
Konstantinopel, 22. Qmber. Die Pforte hat gegen die Abficht Englands Protest eingelegt, das Sinaigebiet als ein unabhängiges Departement unter einen englischen Funktionär zu stellen. Aegypten sei ein unabtrennbarer Zeil der Türkei.
Deer und flotte.
Drahtlose Telephonie bei der deutschen Marine. Den neuesten Fortschritten in der Uebermittelung von Nachrichten durch Telefunken wird auch seitens der Marine besonderes Interesse entgegengebracht, da es bei den, namentlich auch an Bord des Kreuzers Nymphe", angestellten Versuchen mittels des Ruhmerschen Apparates nur möglich war, bis auf höchftens 15 Kilometer Entfernung eine telephonische Verständigung ohne Draht zwischen den Schiffen herzustellen. Kürzlich ge lang der Telefunkengesellschaft bekanntlich die Verständigung zwischen Berlin und Nauen, also auf eine Entfernung von 40 Kilometern. Nunmehr wird die drahtlose Telephonie in
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