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England aus, dessen Mittel durch den Burenkrieg erschöpft waren und das daher seine Gelder aus dem Auslande ab­fordern mußte. Dazu tam eine bis an die äußersten Grenzen gehende Speiulation der Börse und die Sucht der Industrie, ihre Anlagen auszudehnen und Vorräte anzuhäufen, die erst in späterer Zeit hätten realisiert werden fönnen. Wenige Monate darauf kam der Krach", der Deutschlands Wirtschafts­leben bis ins Marf erschütterte, blühende Industriezweige vernichtete oder so weit lähmte, daß sie sich bis heute faum von dem Schlage erholen konnten. Heute ist allerdings die Spefulation nicht der schuldige Teil; sie hat sich im Gegenteil seit Monaten wohltuender Zurückhaltung befleißigt, und die Kurse der Industriepapiere sind seit langer Zeit im Rüdgange, ein Beweis, daß die Börse der herrschenden Hochkonjunktur nicht recht traut. Aber die Industrie selbst hat sich nicht bezähmt, hat ihre Expansionspolitik ebensowenig aufgegeben wie die Banken, die fortgesezt ihre Interessengebiete zu erweitern trachten und Millionen über Millionen im Auslande fest= gelegt haben. Es ist bei uns eine Kreditwirtschaft eingerissen, die notwendig zum Krach führen muß. Während die Industrien bares Geld brauchen, um die Erweiterungen ihrer Betriebe durchzuführen, um Vorräte anzusammeln und um Löhne usw. zu zahlen, müssen sie auf der andern Seite un­begrenzte Kredite geben und Wechsel in Zahlung nehmen, mit denen heute der Markt überschwemmt ist. Und die deutschen Banken suchen ihre Sonderinteressen im Auslande, anstatt der deutschen heimischen Industrie, dem Handel und Wandel bei uns eine sichere, ausreichende Stüße zu bieten. Unter diesen Umständen wirkt die neue Diskonterhöhung wie ein letztes Notsignal. Die Spannung im Dampffessel ist aufs äußerste gestiegen; wird nicht jetzt noch ein Sicherheitsventil geöffnet, so muß es zur verheerenden Explosion kommen, die tausende bernichten wird. Niemand weiß, ob die Hochkonjunktur, die heute den Markt beherrscht, noch morgen andauern wird; schlägt die Handelswelt auch die letzte Mahnung in den Wind, jo dürfte 1907 eine Wiederholung von 1900 bringen, vielleicht aber eine noch folgenschwerere. Discite moniti, Ihr seid ge­warnt, merkt Euch die Lehre! L

Politifche Rundschau.

Deutfches Reich.

* Eine halbamtliche Auslaffung in der Kölnischen Beitung" besagt, die Antwort des Herzogs von Cumberland in der braunschweigischen Thronfolgefrage fläre die Sach­lage in dankenswerter Weise. Die Entscheidnng sei mit dieser Antwort gefallen. Die Begründung der Weigerung des Herzogs, auf Hannover zu verzichten, sei praktisch ohne Be­deutung. Mit diesem Briefe seien alle Ansprüche des Hauses Cumberland als erledigt zu betrachten.

* Ein über die Stimmung in höheren Regierungsfreisen I sehr oft gut unterrichtetes Blatt West- Deutschlands läßt sich aus Berlin zur Auflösung des Reichstages melden, daß kein Politiker in der Auflö ung ein Mittel zur plöglichen Aenderung der gesamten Parteierhältnisse sehe. Wohl könnten die kommenden Wahlen ein Anfang dazu sein. Mit dieser Möglichkeit müsse praktisch gerechnet werden und unter solchen Gesichtspunkten sei es nicht gänzlich zu verkennen, daß ge­gebenenfalls die liberalen Parteien eine ausschlaggebendere Stellung erhielten.

Rufeland.

** Die Behörden gehen aller Orten mit Maffen­haussuchungen und Verhaftungen vor. In Petersburg ist es scheinbar gelungen, einem Plane der Revolutionäre, der dahin ging, einen bewaffneten Aufstand zu inszenieren, auf die Spur zu kommen. Ueber hundert Personen, darunter zahlreiche Frauen, wurden verhaftet. Ebenso wurden wichtige Ver­Haftungen in Charkow und Moskau vorgenommen, in ersterem Orte nach einem heftigen Kampfe, wobei mehrere Polizisten getötet und verwundet wurden.

** Das Feldkriegsgericht zu Petersburg verurteilte die beiden des Attentats auf den Admiral Dubassow angeklagten Personen zum Tode durch den Strang; die Hinrichtung wurde sofort vollzogen. Am 15. d. M. wurde das Todesurteil an Sokolow vollzogen, der verschiedene bewaffnete Ueberfälle, u. a. auch den Ueberfall am Katharinenkanal, organisiert haben soll.

Schweiz.

** Ein Gesezentivurf über die Kranken- und Unfallver­sicherung ist vom Bundesrat an die Bundesversammlung ge­langt. Die Botschaft des Bundesrats berechnet die mutmaß­liche Belastung des Bundes durch die Krankenversicherung auf 3,3 Millionen, durch die Unfallversicherung auf 3,7 Millionen, zusammen also 7 Millionen Franks. Die finanziellen Leistungen des Bundes entsprechen ungefähr denjenigen, welche das frühere Gesetz, das vom Volke verworfen wurde, vorsah.

England.

** In dem zwischen Unterhaus und Oberhaus herrschen­den Konflikt über die Schulvorlage scheint sich eine Ver­ständigung anzubahnen. Die Regierung hält fest an den vom Unterhaus gegebenen Grundlagen und das Oberhaus scheint einzusehen, daß mit einer strikten Ablehnung der Reform die Sachlage nur noch verschlechtert, d. h. die Re­gierung zu scharfen Maßnahmen gegen die Konfessionsschulen beranlaßt wird.

offenen Tür in der Mandschurei energisch verfechten und aufs recht erhalten werde.

Kleine politische Nachrichten.

Berlin, 18. Dezember. Die vom Gouvernement in Kautschou für das Jahr 1907 beabsichtigte erste deutsche pandels- und Industrieausstellung in Tsingtau, die dem Deutschen Handel in Ostasien neue Absatzgebiete erschließen joll, ist auf das Jahr 1908 verschoben worden.

** Der Gefeßentwurf für den Bau eines Untersee- Tunnels zwischen Frankreich und England unter dem Aermelkanal ist im Parlament eingebracht worden. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf achtzehn Millionen Pfund Sterling. Der Tunnel soll zur Hälfte englischerseits und zur andern Hälfte französischerseits gebaut werden, nachdem die Parlamente der beiden Staaten den Gesezentwurf gebilligt haben.

** Mehrere skandallüsterne Anhängerinnen des Frauen­wahlrechts drangen abermals in die Vorräume des Unter­hauses ein und veranstalteten eine tumultarische Szene. Polizei erschien und setzte die Amazonen an die Luft. Vor dem Par­lamentsgebäude leisteten die politischen Frauen der Polizei Widerstand, fragten und bissen. Schließlich wurden elf Frauen verhaftet und zur Polizeiwache gebracht.

Amerika.

Berlin, 18. Dezember. Der durch seine agitatorische Tätigkeit bekannte Graf Pückler- Klein Tichirne hat sich als Reichstagskandidat, und zwar für den zweiten Berliner Wahl­freis, aufstellen lassen.

Hagen, 18. Dezember. Die nationalliberalen Wahl­ausschüsse in Hagen- Schwelm und Altena- Iserlohn beschlossen, schon im ersten Wahlgang in beiden Kreisen für die frei­Annigen Kandidaten einzutreten, falls die Freifinnigen ander­weitig in gleicher Weise für die Nationalliberalen eintreten.

** In einer Rede sagte der japanische Botschafter über das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Japan, es spräche auf beiden Seiten alles für die Erhaltung der freundschaftlichen Beziehungen. Der Botschafter wies den Gedanken, daß die Union und Japan um die Herrschaft über den Stillen Ozean kämpften, weit von sich und meinte, Ost: asien sei groß genug für den Handel der ganzen Welt. Man Pawne davon überzeuat fein. daß Tavan den Grundiak des

Lübed, 18. Dezember. Die Bürgerschaft lehnte den Antrag der Freisinnigen auf Zahlung von Anwesenheitsgeldern an Abgeordnete ab.

Baris, 18. Dezember. Nach einer Meldung des Matin soll der Papst beabsichtigen, seinen Streit mit Frankreich durch Vermittlung einer oder mehrerer Mächte vor die Haager Friedenskonferenz zu bringen. In St. Flour in Südfrankreich lam es zu Unruhen, als der dortige Bischof sein Palais ver laffen sollte.

Deer und flotte.

Militär- und Zivilmusiker. Zahlreiche Beschwerden der Zivilmusiker wegen starker Beeinträchtigung durch die Militär­musifer sind seit längerer Zeit dem preußischen Kriegsminister übermittelt worden. Auch im Reichstag ist die Sache erörtert worden. Auf einen Vortrag des Kriegsministers beim Kaiser hat dieser nun neue Algemeine Bestimmungen für das gewerbliche Spielen der Militärmusikkorps" erlassen, nach Senen das gewerbliche Spielen der Militärmusikkorps nur ann gestattet ist, wenn berechtigte Klagen der Zivilmusiker Aber ihnen erwachsende Konkurrenz nicht zu befürchten sind.

Soziales Leben.

× Krisis in der Berliner Holzindustrie. Den Ernst in der Lage der Berliner Holzindustrie fennzeichnet folgende Bekanntmachung der Vorstände der vereinigten Verbände der Berliner Holzindustrie: Vergebene Afforde müssen unter allen Umständen am Samstag, den 12. Januar 1907 beendigt sein. Allen Arbeitern, die mit Kündigung angenommen sind, mus am 29. Dezember abends gekündigt werden. Am Samstag, den 12. Januar 1907, find sämtliche Arbeiter zu entlassen.

X Tenerungszulagen für Pensionierte und Hinterbliebene. Aus Charlottenburg wird berichtet, daß man dort bei der Festsetzung der Teuerungszulagen beschlossen hat, diese auch den städtischen Ruhegehalts- und Ruhelohnempfängern, sowie den Hinterbliebenen der städtischen Beamten und Arbeiter zu zahlen.

X Generalstreit der italienischen Watrosen. Eine geheime Versammiung aller Führer der Matrosen der italienischen Handelsmarine, die in Genua stattfand, beiß, mit dem Generalstreit auf aüen Schiffen in allen italienischen Häfen zu beginnen.

Nab und Fern.

+ Boftanweisungsschwindler. Auf dem Braunschweiger Bauptpostamte ist ein frecher Schwindel verübt worden. Ein Unbekannter gab in Wolfenbüttel eine Postanweisung über brei Mark und einen Brief an den Handlungsreisenden Baul Lippmann, Braunschweig, hauptpostlagernd" auf, reiste bann hierher und ließ sich Brief und Postanweisung aus­händigen. Jetzt fälschte der Schwindler die Postanweisung, indem er überall aus drei dreihundert" machte. Die so gefälschte Bostanweisung zeigte er dann am Geldauszahlungs­schalter vor und erhielt dort den Geldbetrag anstandslos ausbezahlt. As der Schwindel entdeckt wurde, war der Täter längst verschwunden.

+ Ein deutscher Dampfer gestrandet. Der Dampfer der Hamburg- Amerita- Linie Prinzessin Viktoria Luise" lief auf der Fahrt von Philadelphia nach Boston bei Kingston auf Jamaica auf den Strand.

Die Strandung erfolgte in unmittelbarer Nähe des Leuchtturms und ist auf Steuerung eines falschen Kurses zurückzuführen; das Schiff hatte keinen Lotsen an Bord. Im Augenblick des Auflaufens bemächtigte sich der Passagiere eine Panit, es gelang den Schiffsoffizieren aber schnell, die Ruhe wiederherzustellen. Die Passagiere wurden sämtlich glücklich gelandet. Der Kapitän Brunswig hat sich in seiner Kajüte erschossen.

Explosionstatastrophe. Auf dem Eisen- und Stahlwerf Hoesch in Dortmund plagte ein Dampfbehälter. Fünf Per­sonen sind schwer, mehrere leicht verlegt; vier Schwerverletzte find bereits gestorben.

Bunte Tages- Chronik.

Trier, 18. Dezember. M3 Mörder der vor vier Jahrer hier ermordeten Rentnerin Witwe Lurz wurde der Hansiere Thiel in Schlem, der fich selbst verriet, verhaftet.

Aachen, 18. Dezember. Die Annener Robitritfabrik wir bei Grevenberg im Landkreise Aachen wieder aufgebau worher

Verkehrsstörungen durch Schneemassen. In der Schweiz find durch Schneestürme große Verkehrsstörungen hervor gerufen worden. Die Poſt aus Bern, die über den Fluela­paß fahren wollte, mußte wegen Schneesturms und Lawinen­gefahr von Sues nach Davos zurückkehren. Auf der Furka­Straße im Oberwallis ist der Postverkehr wegen starken Schnee­fturms unterbrochen. Im Neuenburger und Waadtländer Jura herrschen starke Verkehrsstörungen. Die Eisenbahnzüge aus Triest, Kärnten und aus dem Salzkammergut treffen mit großen Verspätungen eir. Auch in Galizien herrscht Schneewetter. Die Lokalbahn Tarnopol- 3baraz mußte wegen Schneeverwehung ihren Betrieb einstellen. Auch Wien hat biel unter massenhaftem Schneefall zu leiden, und ist teil: weise unter beinahe meterhohem Schnee vergraben. Zum ununterbrochenen Gestöber tommt starker Sturmwind, der den Schnee von den Dächern auf die Straße weht. Ueberall find Verkehrsstörungen eingetreten.

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+ Unter Felsentrümmern begraben. In Argelès( Pyre­näen) wurden durch Absturz von Erdmassen und Felsblöcken acht Häuser des Stadtviertels Onzous verschüttet. Acht Per­sonen sind unter der Schuttmasse begraben. Erfolgreiche Hilfeleistung erscheint ausgeschlossen.

unst und Wiffenfchaft.

Der Groß

E. Eine Rillion für das Pasteurinstitut. grundbesizer Andrae hat dem Pasteurinstitut in Paris sein ganzes Vermögen hinterlassen, das vorläufig auf eine Million Mart geschätzt worden ist. Der Leiter des Pasteurinſtitute, Professor Roux, hat auf Befragen die Auskunft gegeben, daß er von der Tatsache dieser Stiftung in Kenntnis gesezt worden sei, gleichzeitig aber auch von der Einschränkung, daß fich möglicherweise noch eine andere Urkunde finden könnte, die über Teile des Nachlasses andere Bestimmungen enthielte. Danach muß noch einige Zeit abgewartet werden, ehe das Pasteurinstitut sich in den Besitz der ansehnlichen Summe sezen fann.

Cokales.

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** Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zu beseßende Lehrerst elle an der Gemeinde schule zu Ober- Schmitten.

Schiffskollision im Aermelmeer. Der auf der Fahrt nach Hamburg befindliche Dampfer Arlington" hatte in: Kanal einen Zusammenstoß mit einem belgischen Dampfer. Letzterer ist mit 12 Mann Besaßung gesunken. Der Dampfer ,, Arlington" ist am Bug beschädigt.

* Professor Püzer hat beim Preisausschreiben um eine Ausstellungshalle in Frankfurt a. M. den ersten Preis erhalten. Von seiner Arbeit sagt das Preisgericht: Im Innenraum der großen Ausstellungs­halle ist die Anlage der breiten Doppelgurtbogen sehr glücklich. Die ausschließlich mit hohem Seitenlicht Beleuchtete Halle gehört nach ihrer Gesamtwirkung zu den besten Lösungen des Wettbewerbs."

P. Ladendieb abgefaßt. Einem hiesigen Fahrradhändler waren in letzter Zeit wiederholt kleine Warenstücke aus dem Laden abhanden gekommen. Gestern Abend wurde ein 16jähriger Bursche abgefaßt, als er aus dem Laden einen Induktionsapparat ent wendete und damit verschwinden wollte.

P. Messerheld. In einer Wirtschaft am Hamm gerieten gestern Abend zwei Arbeiter in Streit. Als der eine hinausbefördert werden sollte, versetzte er einem anderen Gast einen Stich in den rechten Oberarm. Anzeige ist erstattet.

* Die hessische Lehrerschaft plant für Ende Dezember eine Protesttundgebung gegen den von der hessischen Regierung vorgelegten Gefeßentwurf betr. die Gehaltsregelung der Volksschullehrer, eine große, in Frankfurt oder Darmstadt abzuhaltende Versammlung. Beim Vorstande des hessischen Landeslehrerbereins it ein Antrag auf Abhaltung einer außerordenlichen Hauptversammlung eingelaufen. Auch im fkatholischen Lehrerverein des Großherzogtums Hessen soll eine außerordentliche Generalversammlung geplant sein.

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* Der Erbauer des Hamburger Bahn. hofs tst ein Offenbacher, er heißt Heinrich Rein­hardt und ist der Sohn ehtsamer Bürgersleute, die heute noch in Offenbach leben. Er besuchte die Offen bacher Volksschule und lernte dann das Portefeuille Gewerbe bei seinem Vater. Jedoch schon nach einem Sahr folgte er einem inneren Drange und lernte Zeichnen, wozu sich ihm in der Offenbacher Kunstges werbeschule Gelegenhelt bot. Er erwarb sich das Ein­jährige" und nicht lange dauerte es, bis der begabte junge Mann durch Erbauung einer größeren Anzahl öffentlicher Gebäude die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Das Elberfelder Rathaus ist eines seiner bedeutendsten Werke. Beim Hamburger Bahnhof ist ihm namentlich die schwierige Aufgabe der Außenarchi teftur zugefallen, den Lösung er sehr glücklich durchge führt hat. In Anerkennung seiner Verdienste um das große Wert, hat ihm der Kaiser den Titel Professor" berliehen.

Grünberg, 17. Dez. Man beabsichtigt die be deutenden Wassermengen des Brunnentals zur Ver sorgung mehrerer Orte auszunuzen and gleichzeitig zur Erzeugung elektrischer Energie zu verwenden.

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Herborn, 18. Dez. 3ug im Schnee. Der am Freitag früb von hier abgegangene Personenzug der Westerwald Querbahn war zwischen Driedorf und Mademühlen im Schnee stecken geblieben und mußte erst durch Rottenarbeiter aus dem Schnee herausge graben werden. Fortan soll den Zügen eine Spur­lokomotive vorausdampfen.

? Ulfa, 19. Dez. Ueber das Vermögen des Vieh. händlers Hofmann, der fürzlich verschwunden und gestern erhängt aufgefunden wurde, ist das Konkurs verfahren eröffnet worden.

Lauterbach, 18. Dez. Fleischpreise. Obgleich die Preise für fette Schweine in legter Zeit erheblich zurückgegangen sind sie werden durchschnittlich mit 60 bis 61 Pfg. das Pfund Schlachtgewicht verkauft haben die Metzger noch keinen Abschlag eintreten laffen. Es kostet das Pfund gewöhnliche Wurst immer noch eine Mark, auch das Fleisch hat noch denselben Preis wie vor einem halben Jahr. Wie man hört, soll eine Preisermäßigung erst nach Weihnachten eintreten. Eine Ermäßigung vor Weihnachten würde den Metzgern sicher den Dank manches Familiebaters einbringen. Einem Aufschlag der Schweine folgt der Aufschlag des Ladenpreises auf dem Fuß, im umgekehrten Fall läßt ein Abschlag lange auf sich warten.

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Fulda, 18. Dez. Das Domfapitel hat in seiner geftrigen Sigung als Tag der Bischofswahl den 29. Dezember angesetzt.

* Gersfeld, 17. Dez. Gestern wurden hier Ver­treter aus Preußen, Bayern und Sachsen- Weimar zur

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