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unferer oife. Sehen Sie Wonenbrecher, Kai, Hafen, Bahn­hof und Rahm? yles, mio aus dem i gerellt! Seben Sie die Schiffe im haien, die Fracht löschen und nehmen? Seben Sie das Leben am Billetschalter, in den Wartehallen, an der Landungsbrücke der Personendampfer, die Haidar Mascha mit Kontantinopel verbinden? Schen Sie die Speicher rings um den Fahnhof? Es find die Getreide= filos der Gesellschaft, gefüßt mit schwerem anatolischen Weizen. Aur Beruhigung äraftlicher Gemüter iei ausdrücklich hervorgehoben, daß diefer Weizen in der Türkei felbft ver­zebrt wird und nicht etra bestimmt ist, deutigen Landwirten das Leben schmer zu machen. Ueberall längs der Bahn mird auf jungfräulichem Poden, den ehedem fein flu rigte, brute Be reidefau getrieben; on arderen Stellen bat fich reicher Gartenbau entwickelt. Und die Städte blühen schnell empor.

Doch so schön und vollfommen Bahnhof und Hafen auch angelegt sein mönen, eins fehlt in ihrer unmittelbaren Umgebung; fein Baum ist vorhanden, der Schatten und Kühlung spendet angesichts der unbarmherzigen Sonne. Wir finden sie ein paar hundert Schritt entfernt auf dem alten Bahnhof, der während der Erbauung des neuen als Haupt­bahnhof im Betrieb war und heute als zweiter Einsteige= vunft zur Haltestelle für den Lofalverkehr degradiert ift. Dort redt eine der mächtigen tausendjährigen Platanen, mie man fie Konftantinopel und in seiner Umgebuny oft findet, ihre gewaltigen efte von fich; ihr Laubdach dct das fleine niedliche Bahnhofsrestau= rant des Griechen Nicoli, das seiner guten Küche wegen tei allen Abendländern, die am Goldenen Horn geteilt, in guter Erinnerung steht. Nirgend in der Welt herrscht solches Sprachengewirr, wie in der Hauptstadt des Beherrscher? der Gläubigen; das Schild des Lokales gibt eine Probe. Hier seine Abschrift:

in

Brasserie& Bahnhofs- Restaurant. Restauration de la gare de Haidar Pacha. ΖΥΘΟΠΩΛΕΙΟΝ ΤΟΥ ΣΙΔΗΡΟΔΡΟΜΟΥ.

Wir segen uns in den Schatten des alten Riesen. Generation um Generation hat unter ihm geraftet, schon lange ehe von anatolischen Bahnen, von der Bagdadbahn und den politischen Betlemmungen, die ihr Erstehen in London, Paris, Petersburg und Rom gleichmäßig hervor­ruft, die Rede war.( Die Rinde des Raumes trägt längst berharichte, uralte Einschnitte in allen Sprachen der abend­ländischen Welt.) Nicoli trägt sein Mahl auf: Suppe, Hummer, Hammelfotellets, geschmorte Oliven, dice Milch, und als Obst mächtige Kirschen aus Anatolien: furz, was das Land so bietet. Der Reichtum Stambuls an Hummern und Langusten versöhnt mit dem ewigen Hammel. Dazu gibt es vortreffliches, in Konstantinopel selbst gebrautes Bier. Züge, die nach Kleinasien gehen, andere, die von dort kommen, rollen vorüber. Alle voller Fezträger. Die Verteilung des Bublifums auf die drei Wagenklassen wie bei uns nach Geld­beutel und Würden. Was besonders frappiert, ist die Qualität der Wagen. Sie sind deutsches Fabrikat; doch auf beutschen Bahnen lassen sich nur die Wagen der D- Züge benen der anatolischen Bahn an Größe sowie an moderner und eleganter Ausführung vergleichen.

In unserer Nähe haben zwei andere Tischgäste Nicoli Blaz genommen, der eine, offenbar ein deutscher Tourist, ber andere, ein älterer Herr, der dem Wirt befannt zu sein scheint und mit besonderer Ehrerbietung behandelt wird, Der Tourist übt Kritik an der sogenannten deutschen Bahn." Er beschwert sich insbesondere darüber, daß er fein Worl deutsch hört.

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Der ältere Herr hört sich diese Erafisse geduldig an. Dann nimmt er das Wort zu einer fleinen Belehruna. Auch er ist Deutscher, wie fich herausstellt. Darf ich Ihnen ents gegen balten, mein lieber Herr," erflärt er mit leisem Lächeln, ,, daß die anatolische Bahn Verkehrzwecken zu dienen he stimmt ist? Die Landessprache hier ist türfisch. Pweite Landessprache französisch. An dritter Stelle steht griechisch. Eine von den drei Sprachen spricht jedermann, der hier reiſt. Ihre Kenntnis ist unerläßlich für die Angestellten der Bahn; wenn fie außerdem deutsch sprechen, ist das sehr schön, für den Betrieb aber nicht von erheblicher Wichtigkeit. Die Bahn macht durch ihr Bestehen, ihre Einrichtung und ihr Material für das Deutschtum Propaganda, ferner dadurch, baß das in ihr angelegte deutsche Kapital fich verzinst. Die Einführung des Deutschen als Betriebssprache ist un­möglich.

Er empfiehlt sich mit höflichem Gruk. Nicoli geleitet Ihn mit tiefen Dienern bis zur Gartentur. Wissen Sie, wer der Herr mar?" fommt er dann zurück." Es war der beutsche Generaltonful. Schade um ihn. Er geht jetzt als Besandter nach Berfien. Sein Scheiden wird von der deutschen Rolonie sehr bedauert!" Peregrinus.

Nab und fern.

Siegreiches deutsches Segelboot. Die Yacht Felca" der Herren Simon und Hagen- Berlin, die in Trouville um den Pokal von Frankreich startete, gewann bei ftarfem Wind und hohem Seegang auch das zweite Rennen gegen Rose France" und damit endgültig den Pofal von Frankreich. Infolgedessen hat der französische Nachtflub eine Herausforderung an den faiser'ichen Nachtklub in Kiel erlassen, um die Scharte wieder wett zu machen.

Ein Matrofe in Potsdam erschossen. Als zwei Matrofen nachts von einem Schützenfest in Potsdam sich nach der Matrosenflation begaben, wurde der eine Matroie, nam ns Stubbmann, durch einen aus einem vorüberfahrenden Wagen fallenden Schuß getötet. Der Täter ist in Wannsee ermittelt und verhaftet worden. Anfänglich hatte man einen Kameraden des Erschossenen im Verdacht, der zunächst ver baftet, dann aber freigelassen wurde.

+ Die Kreuzotternplage. In der Schmalkaldener Gegend treten die Kreuzottern in diesem Sommer ziemlich häufig auf. Dieser Tage wurde der zehnjährige Sohn Karl Silpers in Asbach von einer Otter gebissen. Binnen furzer Beit schwoll der Fuß bedenklich an und zeigte eine duntel­blaue Färbung. Der Rustand des Knaben machte seine Ueberführung in das Kran'enhaus erforderlich, wo man ih: 1 am Leben zu erhalten hofft.

+ Wetter- Schäden. In der Umgegend von Fulda, fomie in anderen Gegenden des Rhön und des Vogelgebirges wurde durch Wol'enbrüche, die mit Hagelschlag verbunden maren, großer Schaden angerichtet. Infolge dauernden Regens herrscht in ganz Galizien Hochwass r. Viele Füsse sind aus den Ufern getreten. Die Stadt Sarof

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steht zum Teil unter Wasser. Vielfach ist der Bahnverkehr unterbrochen.

+ Auf der Straße ermordet. Auf der von der Ort: Sobat adi burch einen Wald nach Gablonz führenden Straße ift eute das 20 jährine Dienstmädchen Fran ista Ima am Glen Tage ermordet worden. Eine 12 cm tiefe Stich murde, die nach ärztlicher Aussage von einem Fleis hermesser her: rührt, führte durch Herz und Lunge des jungen Madchens. Des Mordes nerdächtig ist der flüchtig gewordene Fleischer= geselle Adolf No meißt, der Bruder ihres früheren Dienst­herrn.

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Unglüda alle auf der Eisenbahn. Der Zug Calais­Basel fuhr im Bahnhofe Willy- sur- Somme in einen Güter zug hinein. Der Lokomotivführer und fünf Resende dis Buges Calais- Pasel wurden verwundet; die Lokomotive und mehrere Waggons des Güterzuges wurden vollständig zerschmettert, das Eisenbahngebäude und ein benachbartes Saus start beschädigt. Bei der Ei sahrt in die Station renczin in Ungain fuhr der von Gillein fommende Personen­311g infolge falscher Weichenstellung auf einen Laftzug. Zwei Waggons wurden zertrümmert und 11 Personen verleg. barunter zwei schwer. Mit furchtbarem Pusammenvrall fuhr bei East Martinsville ein Zuo der Internationalen Eisenbahngesellschaft über eine offene Weiche in einen Güter­zun. Dr erste Personenwagen wurde vollkommen zcr= set mettert. 6 Passagiere wurden sofort getötet. 45 ver­wundet, davon mehrere tödlich.

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+ In den See abgestürzt. Auf einer Spazierfahrt von St. Moritz nach Sils stürzte ein Zweispänner mit deutschen Fatrgästen über die Straßenfante, wobei die 26jährige lice Wolf aus Eisenstadt in Ungarn sofort getötet wurde. wei andere Damen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Der Wagen fiel in den See, der an jener Stelle nicht tief ist, sodaß die Verunglückten rasch geborgen werden konnten. Ein verunglückter Automobil- Omnibns. Bei Handeroß in England stürzte ein Automobil- Omnibus, an dem bie Biems Vorrichtung versagte, einen Abhang hinunter. Dabei wurden sechs Personen getötet und zwanzig verletzt.

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Die Rache eines Schülers. In Budapest überschüttete ein bei der Klassenprüfung durchgefallener Gymnafiaft seinen Professor auf offener Straße mit Vitriol. Der Professor schlug dem Knaben das Fläschchen aus der Hand und fuhr mit einem Fiater auf die 2. Chirurgische Klinit, wo man ihm einen Notverband anlegte. Glüdlicherweise sind seine Verlegungen nicht gefährlich. Der Schüler wollte einen Selbstmord berüben; er trant eine Laugensteinlösung und mußte ins Rochusspiial gebracht werden.

Der Millionär- Mörder. Der Newyorker Millionär Tham, der vor einiger Zeit den Bankier White in einem öffentlichen Vergnügungslotal erschoß, wehrt sich sehr energisch gegen den Verdacht, in einem Anfall von Wahnsinn gehandelt zu haben, wie es seine Verteidiger behaupten. Er hat verschiedenen Zeitungsreportern, die ihn im Gefängnis besuchten, erklärt, daß er durchaus nicht geistesgestört ist, und daß er hofft und sogar davon überzeugt ist, daß er frei­gesprochen werde.

Tages- Chronik. In Neiße schlug beim Exerzieren des 57. Feld Artillerie- Regiments ein Geschütz um. Drei Kanoniere verunglückten, zwei liegen hoffnungslos darnieder.

Bei einem Gewitter wurde in Großbartloff auf dem Eichsfelde eine Person vom Bliz erschlagen.

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Der Wiener Fabrikant Franz Breunig stürzte vom Bwölfapostelberg bei Innsbruck ab. Er war sofort tot. Eus dem Gerichtssaal.

8 Betrugsprozeß Bander. Am 21. Verhandlungslage aben die medizinischen Sachverständigen ihr Urteil über den Geisteszustand des Angeklagten von Zander und seiner Ehe­rau ab. Alle drei Psychiater erflären übereinstimmend, daß fein Grund vorliege, daran zu zweifeln, daß von Zander zur Zeit der Begehung der Tat im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen sei, es fann wohl eine eibliche Belastung festgestellt werden, nicht aber ein Zustand, der ihn für seine Handlungen unverantwortlich erscheinen lägt. Bei Frau von Zander fommt mindestens eine sehr abnorme Veranlagung in Betracht, die vielfach die freie Selbstbestimmung aus­schließt. Die Angefagte ist schon nach ihrer Abstammung in hohem Grade psychisch belastet und es besteht die Möglich= feit, daß Frau von Rander zu gewissen Zeiten völlig unzu­rechnungsfähig, jedenfalls stets aber minder zurechnungsfähin Mit der Abgabe der Sachverständigen- Gutachten ist die Beweisaufnahme nunmehr geid: lossen. Den Geschmorenen werden nicht weniger als 332 Schuldfragen vorgelegt, die ersten 276 Fragen erstrecken fich auf die Kreditschwindeleien, die anderen Fragen betreffen den betrügerischen Bankerott und die Meineidsfälle. Bei den Fällen der Kreduschwinde leien ist die Frage nach mildernden Umständen gestelt, bei den Fragen, die sich auf betrügerischen Banferett beziehen, ist nur für Frau von Zander nach dem Vorhandensein mildernder Umstände gefragt.

war.

§ Pfarrer Gaifert's Revision vor dem Reichsgericht. Das Urteil des Landgerichts zu Waldshut, durch das der fatholische Pfarrer Michael Gaisert wegen Verleitung zum Meineid in einer Wahlangelegenheit freigesprochen war, wurde vom Reichsgericht aufgehoben. Die Sache wurde an das Landgericht Freiburg t. B. verwiesen.

8 Ein Hennigspiel" und seine Folgen. Die 1. Stra= fammer des Berliner Landgerichts I verurteilte den dreizehn­jährigen Schüler Telge wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat Gefängnis, den vierzehnjährigen Schütter Mar Schwarz wegen Schießens in der Nähe von bewohnten Gebäuden zu 5 Mart Geldstrafe und den Waffenhändler Klawonn wegen unbefugten Waffenverfaufs zu 30 Mart Geldstrafe Die Jungens hatten Hennig und Polizei" gespielt, hierbei hat Telge den elfjährigen Mitschüler Spann aus Bersehen mit einem Teschin tödlich verlegt, sodaß der Bedauernswerte nach wenigen Minuten verstarb. Nach geschehener Tat ließen die erschreckten Knaben den im Blut schwimmenden Spiel­fameraden liegen und eilten davon. Der Gerichtshof drüdte in seinem Urteil aus, daß der leichtfertige Verkäufer, der einem noch unmündigen Knaben eine Schußwaffe verfaust, eine härtere Strafe verdient bätte.

§ Wegen Diebstahls vor dem Kriegsgericht. In Koblenz verurteilte das Kriegsgericht den bereits zwölf Jahre dienenden Sanitäts- Feldwebel Schirmer wegen Diebstahls und Unterschlagung zu vier Wochen gelinden Arrest, sowie zur Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldaten­standes. Schirmer hatte eine Reihe von Diebstählen verübt, durch die eine Anzahl Soldaten schwer geschädigt wurden.

8 Bestrafter Leichenräuber. Die Straflammer in Schrimm verurteilte den Landwirt Ogrodowski and Roheim

zu Fieben Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Der Verurteilte hatte einigen Leichen die Köpfe und andere Körperteile abgeschnitten und sie in einem Stall vergraben, um in der Viehhaltung Glück zu haben.

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Eine schwimmende Insel. Der bei dem Badeort Frauensee liegende Hautsee mit seiner schwimmenden Insel macht wieder von sich reden. Denn das sagenumwobene, eigenartige Stückchen Erde bat nach langem Stillstand seinen Standort dieser Tage mehrfach verändert. Es ist dies wohl dadurch zu erklären, daß infolge der langen Regenperiode der letzten Wochen die Insel gehoben wurde und das Wurzel­werf, das sie feithielt, zerrissen ist. So fonnten die im Waldkessel treibenden Stürme fie leicht an einen andern Ort bewegen. Ihr wunderbares Wandern hat seit den ältesten Zeiten abergläubischen Leuten Stoff zu sonderbaren Deutungen gegeben. Man glaubte, daß die Fortbewegung von geheimen Mächten und Kriegsgeistern besorgt werde, und so galt die Insel seit Jahrhunderten als Kriegs- und Friedensprophetin. Die Insel, die von Birken und Kiefern bewachsen ist und deren Boden aus dem Wurzelgeflecht der Bäume und Sträucher und unzähligen abgestorbenen Moorpflanzen be steht, ist in der Lage, schwere Lasten zu tragen.

Cokales.

13. Juli.

** Der Großherzog hat am 11. Juli dem ordentlichen Professor und Direktor der medizinischen Klinik an der Landes- Universität Dr. med. Friedrich Mori in Gießen den Charakter als Geheimer Medizinalrat erteilt.

** In den Ruhestand versetzt wurde am 7. Juli ds. Js. der Gefangenaufsehet am Landeszuchthaus Marienschloß Georg Menger auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.

R. Am 1. August wird in Bühl( Baden) eine bon der Reichsbankstelle in Karlsruhe abhängige Reids­banfnebenstelle mit Kaffeneinrichtung und be schränktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Das Schulgebet. Das hessische Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiteiten, hat eine Verfügung erlassen, wonach die schulpflichtigen Dissidentenkinder nicht verpflichtet sind, am gemeinsamen Schulgebet teilzunehmen. In Simultanschulen sollen rein konfessionelle Schulgebete vermieden und durch solche ersetzt werden, die von den Kindern aller christ­lichen Konfessionen verrichtet werden können.

5 mit gut, Kandidaten bor beiden Vorprüfu febr gut", 16 beftanden" ert nicht. Die Kom anerkennend übe ben aussprecher ftellung der g Zur Zeit laffer fteigenden Frequ einrichten bezw.

* Lehrer und Lehrerinnen. Ginen größeren Artikel der Hess. Schulbl.", der üb.r den vorhandenen Lehrermangel sich des längeren ergeht, und schließlich die Lehrer ermahnt, für Nachwuchs im Lehrerstand be­sorgt zu sein usw., entnehmen wir den Schlußpassus über Lehrerinnen. Er lautet: Endlich wird unsere Schulbehörde, wenn es an Lehrern fehlt, aber Lehrerinnen in genügender Zahl vorhanden sind, immer mehr Lehrerstellen mit Lehrerinnen besetzen, so daß infolge dessen die Lehrer immer mehr gerade von den besseren Stellen zurückgedrängt werden. Welche Ver schiebung der Lehrermangel innerhalb der letzten zehn Jahre in dieser Beziehung gezeitig hat, dürften folgende Zahlen beweisen: Im Jahce 1896 haten wir unter den an den Volksschulen wirkenden Lehrkräften 7,47 Prozent Lehrerinnen, heute sind es bereits 12,40 Prozent. Im letzten Schuljahr befanden sich unter den 3218 Lehr­fräften bereits 399 Lehrerinnen, von denen 196, also fast die Hälfte, in den Städten Bingen, Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms angestellt waren. Von den 115 neuerricht ten Stellen des vorigen Schuljahres wurden 56 mit Behrern und 58 mit Lehrerinnen besetzt, sodaß also erstere um 2,09 Prozent, letztere aber mit 18,29 Prozent zunahmen. Das ist auch eine Folge des Lehrermangels, die doch keinesfalls von den Vehrern gewünscht und gefördert werden fann.

** Einen schönen Ecfolg hat die Gießener Architekten. firma Seuling& Nikolaus zu verzeichnen, indem in dem öffentlichen Wettbewerb für ein Dienstgebäude des Vorschuß und Kredit Vereins Friedberg ihr Konkurrenzentwurf an erster Stelle preisgekrönt wurde. H. Hunde Ausstellung in Frankfurt a. M. am 15. und 16. Juli. Als vor 25 Jahren die erste Hundeausstellung hiec stattfand, wurde sie gewisser­maßen als ein Ereignis betrachtet, und hätten die damaligen Veranstalter sich nie träumen lassen, welchen Aufschwung die Kynologi im Laufe der folgenden Jahre nehmen würde. Die am 15. und 16. Juli, Sonntag und Montag, in der Landwirtschaftlichen Halle stattfindende Hunde- Ausstellung ist eine der größten und bedeutensten, die abgehalten wurde. Sie ist als Jubiläums Ausstellung des veranstaltenden Vereins der Hundefreunde ganz besonders reichhaltig. Das Gesamt­resultat der Meldungen mit 1175 Hunden ist geradezu berblüffend zu nennen. Das Ueberwiegen der Luxus­hunde ist in die Augen springend. 774 Lurushunde ftehen nur 391 Jagdhunde gegenüber. Der Beginn der Prämiierung ist auf Sonntag, morgens 9 Uhr, festgesetzt.

Bieber, 13. Juli. Unser Dörfchen rüstet sich zum frohen Feste, zur Fahnenweihe des Turn= bereins. Um die befreundeten Vereine des Gaues Hessen würdig zu empfangen, sind bereits die ganze Woche hindurch viele fleißige Hände tätig gewesen. Als Festplag wurde der schon früher bei ähnlichen Veran ftaltungen oberhalb des Dorfes direkt am Waldesrande mit herrlicher Fernsicht gelegene Plaz gewählt.

Wezlar. Der der 3. Klasse angehörige Seminarist Banke aus Elberfeld nahm an einem großen Wett­schwimmen teil, welches dieser Tage in M.- Gladbach stattgefunden hat. Hierbei ist es dem jungen Manne gelungen, den Kaiserpreis, einen ersten und einen zweiten Preis zu erringen.

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