Einzelbild herunterladen

Zahlreichen Männern wurden Wegen ausgeftodjen, der jüdischen Frauen Finger und Zehen abgeschnitten. Mehrere Juden wurden lebendig verbrannt, weil sie es vorzogen int brennenden Hause zu bleiben, anstatt sich den Beinigern aus zuliefern. Es finden noch fortwährend Brandstiftungen und Blünderungen statt; alle Ordnung ist aufgelöst. Das Teles graphenamt arbeitet nicht mehr und der ganze Ort scheint dem Untergange geweiht, denn die Behörden hindern das Treiben nicht, sondern fördern es. Aus andern Orten kommen allerdings ebenfalls Meldungen, die beweisen, daß die Regie: rung gegen die Anarchie so gut wie machtlos i..

Der Schrecken regiert.

Polen steht in vollem Aufruhr und die anderen Gomber­nements triefen von Blut. In Zyrvadow bei Warschau wurden von Unbekannten gleichzeitig zwei Bomben geschleudert. Durch die eine wurden zwei Schuhleute tödlich, sehs leichter verlegt. Die zweite Bombe verwundete einen Portier wid einen weiteren Schuhmann. Sofort waren Infanterie und Rojaten zur Stelle, die zahlreiche Salven nach verschiedenen Seiten abfeuerten und vierzig unbeteiligte Einwohner töteter. Viele der Verlegten wurden noch nachträglich durch das Militär erschossen. Wie es sonst im Lande aussieht, zeigeis folgende Nachrichten:

Warschau, 10. September. Heute abend erfolgte in der Elektoralnastraße ein Zusammenstoß zwischen Zivil personen und einer Militärpatrouille, wobei über 20 Ber­sonen verwundet wurden. Jm Judenviertel mißhandelten Soldaten Passanten, von denen sechs Personen schwer ver­Llegt wurden.

Grodno, 10. September. Heute nachmittag worde der Oberst der Gendarmerie Gribojedoff auf dem Berrade= platz von einem Manne durch einen Revolverschuß getötet. anf dem Blaze anwesende Polizeibeamte gaben auf den Täter mehrere Schüsse ab, doch gelang es diesem, zu ent­tommen.

ew, 11. September. Ja Bjelajaherton überfielen bewaffnete Männer die Filiale der Diskontobant, raubten trotz der Anwesenheit mehrerer Personen 80 000 Rubel und töteten einen der Beamten. Einer der Täter beging Selbstmord.

Setersburg, 11. September. Aus der Offigiers­Schießschule in Oranienbaum wurde ein Maschinengewehr sowie michrere tausend Patronen von unbefannten Tätern gestohlen.

Zu diesen Schreckensnachrichten kommen noch Meldungen aus den Ostjeeprovinzen und dem Kaukasus, die jür dieje Gegenden das Schlimmste befürchten lassen.

Rußlands Unglück

-

ist die Herrschaft der Banden, die in den baltischen Ländern eine Gewalt auf die Bewohner ausüben und gegen die feine Geseze und Strafbestimmungen schützen. Diese Terroristen drangsalieren die Leute in der furchtbarsten Weise. Sie legen den Bauern Steuern auf und erschießen jeden, der sich zu zahlen weigert, oft auch aus reiner Mordlust die, welche zahlen. Die Panit unter dem Volfe ist grenzenlos, aber niemand hilft den unglücklichen Bewohnern. Jm Kaukasus ist der Zustand um nichts besser. Ein großer Aufstand ist in Nikolajewfa ausgebrochen. Die revolutionäre Volksmenge griff das Gefängnis an und befreite sämtliche Gefangene. Die Polizei wurde in die Flucht gejagt. Die Volksmenge errichtete Barrikaden und leistete den Kosaken heftigen Wider­stand. Ein allgemeiner Straßenkampf verlief sehr blutig. Mehrere hundert Personen wurden getötet und verwundet. Jezt herrscht die Vollsmenge, nachdem die Truppen verjagt wurden. Also überall Mord, Revolution, Anarchie. Ein Schlachten ohne Ende, ein Zustand, der jeder Zivilisation spottet. Und dabei keine Aussicht auf bessere Zeiten!

Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Riga, 11. September. In den baltischen Provinzen wurden bisher wegen Teilnahme an der revolutionären Be­wegung 23 Lehrer erschossen, 5 gehängt. Körperstrafen er: hielten reist in Anwesenheit der Schulkinder 72, ent: flohen sind 118, ihres Amtes entsetzt 15, verschickt 13, zum Tode durch Erschießen verurteilt, aber dann begnadigt 6.

-

Warschau, 11. September. Jm Gouvernement Wilna ist die Unterschlagung von 7 Millionen Rubel, welche zum Bau bon Chausseen und Wasserstraßen ausgeworfen waren, ent: deckt worden. Verkehrsminister war zur Zeit dieser Vorgänge Fürst Chilfow.

Baku, 10. September. Der hiesige englische Vizekonsul Durkward ist gestern auf der Straße angeschossen und am Arme leicht verwundet worden. Der Täter ist entkommen.

Deer und flotte.

Unfall in der Wilhelmshavener Werft. Bei dem Er­weiterungsbau von Hellige 2, bestimmt für die Aufnahme des neuen, 18 000 Tons fassenden Linienschiffes Ersatz Bayern, wurde der Fangdamm durchbrochen. Die Baugrube ist ganz unter Wasser gesetzt. Die Kiellegung zu dem Linienschiff wird dadurch wahrscheinlich eine Verzögerung erfahren.

Russischer Spion. In der Nähe der Befestigung Schimonken wurde dieser Tage ein russischer Spion namens Schelmann verhaftet. Man will bei ihm Papiere belastenden Inhalts gefunden haben.

Ein deutscher Offizier in Algier verhaftet. Während der Anwesenheit des deutschen Schulschiffes Charlotte" in Algier ereignete sich ein peinlicher Zwischenfall. Einer der deutschen Offiziere, der sich auf einem Ausfluge zu nahe an ein Fort gewagt hatte, wurde als der Spionage verdächtig verhaftet, boch rasch wieder freigegeben, da fich die Affäre als belanglos erwies. Der deutsche Konsul in Algier wurde von der französischen Behörden über den Zwischenfall unterrichtet. Bariser Blätter melden ferner aus Belfort, daß dort zwei beutsche Offiziere namens Müller und Ingold unter dem Berdachte der Spionage von der Polizei verhaftet wurden. Bahrscheinlich wird sich die Angelegenheit als ebenso belang. los herausstellen, wie der Vorgang in Algier.

Kaifermanöver 1906. ( Sonderbericht unseres militärischen Mitarbeiters.) Parchwitz, 11. September.

Wie in der Natur der Sache liegend, war gestern die Kavallerie die Trägerin der gegenseitigen Operationen. Die bei Polkwitz- Raudten unter dem Schutz von Aufklärungs­eskadrons stehende blaue Kavallerie- Division A beabsichtigte über Lüben auf Parchwitz vorzugehen, um zunächst die Kazz­bachübergänge zu gewinnen und sich dann den Oderübergang bei Maltich zu sichern. Die vom linken Flüael der roten

Armee auf Neumarkt vorgetriebene Kavallerie Division B überschritt den Leisebach und drang über Koiz, Parchwit, gegen Lüben vor. Um 7 Uhr hatte sie den Väuseberg er­reicht und nahm hier eine Bereitschaftsstellung ein mit vor­gezogener reitender Artillerie, je eine Brigade hinter der Mitte und hinter den Flügeln, die Maschinengewehrabteilung in naher Walddeckung links hinter sich.

Nach Eingang der Meldung, daß blau A eine Kavallerie­Brigade von Lüben über Petschfendorf vortreibe, verließ B die Aufnahmestellung, legte wieder die Kazbach zwischen sich und Rot, verflocht aber die Brücke bei Parchwiz mit Draht und ließ eine schwache Besetzung dabei. Die vorgeschobene Brigade von Blau A gelangte nach Durchschneidung des Hindernisses und Vertreibung der Besetzung über die Brücke und anscheinend schlecht von der Aufklärung bedacht durch Parchwiz durch. Schlecht bedacht, denn wie aus einer Versentung erschien die Kavallerie- Division B zur Attacke und trieb die feindliche Brigade zu Baaren. Auf dem Rückzuge der blauen Brigade fonnte noch das Feuer einer reitenden Batterie von B und der Maschinengewehr- Abteilung Nr. 8 auf die feindliche Kavallerie gerichtet werden. So unzuläng lich die Aufklärung bei A gewesen sein muß, so angebracht war die Attacke und daher so erfolgreich. Brigade A ver­schwand für diesen Tag auf Nimmerwiedersehen. Um die Mittagsstunde ging die ganze rote Brigade B daran, sich für den Rest des Tages und der ganzen Nacht einzurichten.

Das 6. Korps rückte mit seinen Teilen, im Verfolg der Tendenz, den Uebergang über die Oder zu verhindern, ebenfalls in Richtung Neumarkt- Liegnitz vor, fam aber gestern noch nicht mit dem feindlichen 5. Armeekorps in Berührung. Ebenso blieb das Vorrücken des 5. Armeekorps vorläufig noch ohne nennenswerte Begegnung mit Not.

Um 7 Uhr stieg der Signalballon hoch, sodaß man Kenntnis von der Anwesenheit des Kaisers nehmen konnte. Der Kaiser ritt die für das nächste Vorgehen maßgebenden Gelände ab und besuchte sogar am Nachmittag das V. Korps, um sich von den gewählten Lagerplätzen zu überzeugen.

Hierbei folgte dem Kaiser immer der Signalballon, den ein zufällig mit der Bewegung gleichlaufender Wind so stark antrieb, daß die Bespannung eine lebhafte Gangart annehmen mußte. Interessant war dabei die Beobachtung des Ver­fahrens, die quer über die Marschstraße laufenden Telegraphen= drähte zu umgehen.

Postel, Hauptmann a. D.

Liegnitz, 11. September. Die rote Armee begann heute früh um 1 Uhr schon den Anmarsch. Von 5 Uhr ab wai das Gefecht im Gange. Die 11. Division umfaßte den rechten Flügel der blauen Armee, und Blau war gegen Mittag allenthalben auf dem Rückzuge begriffen. Der Kaiser wohnte den Operationen schon von der vierten Morgenstunde an bei, später auch die Kaiserin und die anderen Fürstlichkeiten. Der Kaiser hatte die Nacht dicht bei Wahlstatt in seinem Asbest­hause verbracht. Der Hauptzusammenstoß erfolgte auf dem Gelände bei Wahlstatt. Alle Waffengattungen traten in Tätigkeit. Die Zurückdrängung des V. Korps( Blau) wurde dadurch möglich, weil das zur Unterstützung heranmarschierende III. Korps vormittags nicht eintraf. Der Kaiser griff wieder­holt in die Regelung des Abmarsches der Truppen ein und verblieb im Manövergelände.

Nab und fern.

Vergiftung durch Schabesleisch. Unter Vergiftungs­erscheinungen erkrankt sind eine Anzahl Personen, die aus der Seumeschen Schlächterei in der Samariterſtraße in Berlin Schabefleisch gekauft und genossen hatten. Die Personen, darunter ein Magistratsbeamter und mehrere Arbeiterfamilien, sind alle nicht unbedenklich erkrankt. Die Untersuchung ist im Gange.

Die Preisverteilung auf der Nürnberger Ausstellung fand gestern in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Frh. von Podewils und zahlreicher Ehrengäste statt. 385 Aussteller erhielten goldene, 516 silberne und 497 bronzene Medaillen, 321 Aussteller sind außer Preisbewerb getreten. Der Prinzregent von Bayern hat eine Reihe von Ordens­auszeichnungen verliehen.

Mord und Selbstmord. In Lenzdorf in Niederbayern hat der Bauer Thomas seinen 18 jährigen Sohn, der einen Streit seiner Eltern schlichten wollte, erstochen und hierauf einen Selbstmordversuch begangen.

Dem irdischen Richter entzogen hat sich der in der bayerischen Spieleraffäre vielgenannte Freiherr Stephan von Grießenbach. Der bedeutend kompromittierte Freiherr hat in einem Bade in Südfrankreich seinem Leben ein Ende gemacht.

Vom Eisenbahnzug überfahren wurde bei Szegadrekus bei Szegedin ein Wagen. Zwei der Insassen wurden getötet, vier andere Bauern tödlich verlegt.

Schweres Bahnunglück. Zwanzig Meilen nördlich von Santa Barbera entgleiste ein nach dem Süden gehender Zug. Drei Wagen stürzten den Bahndamm hinunter; 26 Reisende erlitten Verlegungen, die meisten jedoch nur leichte.

Furchtbares Familiendrama. In einem Vorort Londons hat der Tapezierer Rogers seine Frau versucht mit einem Rasiermesser zu ermorden, nachdem er das gleiche Verbrechen schon an seinen drei Kindern verübt hatte. Den Bruder, der zu Hilfe eilte, ereilte das gleiche Los. Der Lärm lockte Nachbarn herbei und der verzweifelte Mann wurde über­wältigt, ehe es ihm gelang, sich selbst zu entleiben. Zwei seiner Töchter sind tot, die dritte, die Frau und der Bruder liegen auf den Tod darnieder. Die Verlegungen, die er sich selbst beigebracht hat, sind nicht tödlich.

=

Im Zuluhimmel. In Südafrika werden bekanntlich die Kaffern als Hausdiener und namentlich in der Küche ver­wendet. Ein zum Christentum befehrter Zulu wurde kürzlich belauscht, wie er einem anderen Kaffer die Herrlichkeiten des Himinels auseinandersetzte, wie er sie in einem Traume ge­sehen hatte. Hast Du auch Kaffern im Himmel gesehen?" fragte sein andächtig lauschender Zuhörer. Der Erzähler dachte einen Augenblick nach und sagte dann: Nein, in die Küche bin ich nicht gekommen.

Brand euer Zigarrenfabrit. Die bekannte Bigarrens fabrik von Karl Greff in Kreuznach brannte nachts bis auf bie Umfassungsmauern ab. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer an mehreren Stellen zu gleicher Zeit ausbrach. Der Schaden beläuft sich auf zirka 600 000 m. Ein Teil der Arbeiter, etwa 250, sind brotlos geworden.

Raubanfall: Im Duisburger Wald wurde der Bau­unternehmer Hartmann von drei ihm unbekannten Männern überfallen und niedergestochen. Etwa 1300 M. in Seinen

und Goldstücken und eine goldene Uhr mit Kette wurden thr geraubt. Erst abends wurde der Schwerverletzte von Spazier. gängern aufgefunden.

Schreckliche Folgen eines Scherzes. Auf den Krupp'schen Werken in Rheinhausen rangen zwei Arbeiter scherzweise miteinander, wobei sich einer aus einer Kanne, die er in der Hand hieit, mit Benzin bespritzte. In dem Handgemenge fam er dann schließlich einer herabgelassenen und geöffneten elektrischen Bogenlampe zu nahe und stand sofort in hellen Flammen. An den schrecklichen Berlezungen ist der Un glückliche nach kurzer Zeit gestorben.

Neber Bord gefpru

1 Bord des Dampfers

de namens Gridjen, FSüdafrika in die Sei Fren in den erften Tage beteiligten fidh an allen von St. Helena abg beiß und Gridjen flagte

Tages fämtliche Paffa melt waren, drängt ng fich über das Gelän Are Shar von Haifische 6 wurde ihm fofor he Schiff wurde so sch Ein Boot wurde i nglidten zu suchen, w langfam umfreifte. A nichts in dem Wasser, He neue Opfer zu suchen f

Berhaftete Engeimacherin. In Berlach bei München murde die Vorsteherin eines Kindergenesungsheims", die 50jährige angebliche Krankenpflegerin Barbara Seiler, wegen fahrlässiger Tötung verhaftet, nachdem sie seit Juli ohne be hördliche Erlaubnis zehn Säuglinge aus München und Perlach heimlich in Pflege genommen hatie, von denen fieben, die beiden letzten am vergangenen Sonnabend, gestorben find. Die Anstalt wurde polizeilich geschlossen.

Der weiße Tod. Ein französischer Offizier, ein Zeichner und zwei Italiener unternahmen die Besteigung der Aiguille d'Arves. Infolge Reißens des Seiles stürzten die vier Touristen in die Tiefe. Einer der Italiener wurde getötet, die übrigen drei Touristen wurden schwer verletzt. Bunte Cages- Chronik.

Grünberg i. Schles., 11. September. Eine Feuersbrunst bernichtete heute fünf aus Fachwerk erbaute Wohnhäuser. Elf Familien find obdachlos.

Kunst un

EC. Die internationale tig im Saag tagt, wa Sfidenten Brouawel den Präsidenten der Vere Sahl durch ein Glüdwunid Serbandlungen, denen Pro rachen Professor Calmett Breslau über den Schutz Vaiettion, Stabsarzt Fifcher Berlin über die Befämpfu Gram zu dem Schluje, da Findig fernzuhalten jei.

Zabrze, 11. September. Infolge des Genusses von Stech äpfeln sind hier drei Kinder erkrankt, von denen eines bereits gestorben ist. Am Wildgall in den Riesen.

Wien, 11. September. fernern ist gestern Dr. Karl v. Moosengeil aus Berlin ab gestürzt und tot am Plaze geblieben. Er war der Sohn des bekannten Bonner Universitätsprofessors v. Moosengeil.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Eingestelltes Verfahren. Die Magdeburger Staats. anwaltschaft hat das Verfahren gegen die sozialdemokratische ,, Volksstimme" eingestellt. Das Blatt hatte bekanntlich die Aeußerung getan, Stolypin sei reif für die rächende Bombe.

"

§ Wegen Beleidigung des Dresdener Bürgermeisters und des Dresdener Stadtrats wurde der Verleger der Dresdener Rundschau", Buchdruckereibesizer Herzog und seine beiden früheren Redakteure, die Schriftsteller Rudolf Quanter und Hermann Schlichting, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

§ Ein Aufsehen erregendes Urteil wurde vom Land­gericht Weimar gefällt. Mehrere Einwohner Trentlebens und der Bürgermeister selbst hatten vor längerer Zeit einen mittel­losen franken Wanderer in einer Scheune untergebracht und ihn dort seinem Schicksal überlassen. Der Aermste ist bald darauf an Entkräftung infolge Krankheit und Hungers ge storben. Desvegen hatten sich der Bürgermeister und die anderen Beteiligten vor dem Weimarer Landgericht zu ver antworten. Sieben Angeklagte, darunter der Bürgermeister Gunstheimer, wurden zu je fünf Monaten Gefängnis ver urteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.

§ Uebermäßig hohe Hotelpreise hatten einen Direktor aus Köln, der in einem erstklassigen Hotel in Leipzig übernachtete, dermaßen in die Wolle gebracht, daß er einen von Beleidi gungen stroßenden Brief an die Hotelleitung schrieb. Dem Direktor hatte man das Zimmer mit 5,50 M., das Bad mit 2,50 M. und das Frühstück mit 3,50 M. berechnet. Durch Form und Inhalt dieses Briefes fand sich der Leiter des Leipziger Hotels beleidigt, und erhob Klage wegen verleum derischer Beleidigung. Sowohl das Schöffengericht, wie auch die Straffammer des Landgerichts zu Köln sprachen den An geklagten frei. Die Straffammer gelangte zwar zu der Ueberzeugung, daß der Brief eine objektive Beleidigung ent halte, aber auch, daß der Angeklagte geglaubt hat, daß er von der Leitung des Hotels durch übermäßige Preise über vorteilt gewesen sei. Dem Briefschreiber müsse aber der Schutz des§ 193( Wahrnehmung berechtigter Interessen) zu gebilligt werden. Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde durch Entscheidung des Strafsenats des Kölner Ober landesgerichts vom 29. August d. J. verworfen.

==

Vermischtes.

Eine Weinernte für ein Glas Bier. Zu den guten Weinjahren wird 1906 sicherlich nicht gehören. Wie aus Württemberg und dem Elsaß, so kommen auch aus der Pfalz schlechte Nachrichten. Als ein Beweis, wie überaus schlecht es mit der Weinernte vielerorts in der Pfalz bestellt ist, wird glaubhaft erzählt, daß in Waisenheim ein Winzer seine ganze Ernte für ein Liter Bier verkaufte. In einem andern Weinorte ließ ein Bauersmann das Ergebnis mehrerer Tagewerk Weinreben für eine Mark ab. Noch billiger ver taufte ein Bauer in Hohenweg den Ertrag seines Wein berges er forderte nur zehn Pfennige".

=

-

Ein sparsamer Feinschmecker. Billigen, aber guten Kaffee wollte sich vor einigen Tagen ein Schauermann ir Hamburg verschaffen. Er stahl deshalb ein nettes Quantum Kaffeebohnen auf dem Dampfer ,, Petropolis", auf dem er arbeitete und versteckte ihn unter seiner Kleidung. Er hielt fich für sehr schlau. Ihn sollte man nicht erwischen. Doch er jubelte zu früh. Als er durch den Zoll wollte, fiel einem der Zollbeamten der Leibesumfang des Kaffeefreundes auf. Er hielt den Mann an und fragte ihn, was er unter seiner Kleidung auf dem Leibe trage. Der Schauermann erwiderte: ,, Gar nichts!" und schlug zur Bekräftigung seiner Worte auf seinen Leib und aus seinen Beinkleidern rieselten, erst einzeln und langsam, dann aber beängstigend schnell seine gestohlenen Kaffeebohnen. Nun wurde der Kaffeedieb, der ganz sprachlos geworden war, festgenommen.

"

=

RM. Technische Sochidul einer technischen Hochschule sner Gleiwiz bestimmt wa gelegt werden soll, äußerte fid et von Breslau in folge Was die Tehnische S mach Breslau, weil die Pr falen die größte Judu

bechschule der Stadt und greichen möge und daß fie fir das Land und die Ra. Wilhelm Raabes 75 Staffchen Schriftsteller, Wilhe 74. Geburtstag. Die Werte ad weit darüber hinaus fi frut ahmen einen frischen, for undeutsch geschrieben, daß Croften würdig an die Seite Liftlichen Bücher Die Leute barito, Unfres Herrgotts S sein Fisch" usw. ist niemal arten. Er ist nie ein Sch Shelb wird er bei denen, aleine Unterhaltung aus d ald aus der Mode komme

Cok

Der bie Fort fmann- Bußbach in den Der Verband der hessi Herbstverbands- Sizung

Bad Nauheim ab. R. Um 3. Oftober wir Wedebantftelle in Starlsruhe britnebenstelle mit Ra Safehr eröffnet werden.

Ansights Boftfarte der Borderseite sind jet andern zur Beförderung geg Gefährlicher S

den wir eine Notiz über anderen Städten durd Bedfelgeld sich zu Saduftrieritter nun aud Operationsbafis hatte e er- bornehm, wie er

mer fich mietete. Dan htten Rezept. Er trat Alluren eines Millionär

edit fich eine Auswahl b

man möge dem Bo en mitgeben. Die St ertreter entschied fi e dem Mädchen, daß e analen werde, e folle i SRL aushändigen. Das der Bauner berschwand Bantnote zu holen. einem Abgange verft te, wurde das Mat rund fand das Bimmer Agen, aber hoffentlich ge bern muß man fich jed Ben on etwas abgeg Brf boa Randver des f egeben hat. Bir warnen

Das gestohlene Transportschiff. Rußland macht z. 8- dem ,, Lande der unbegrenzten Möglichkeiten" scharfe Konfurrenz. Dort ereignen sich Dinge, die man für unmöglich halten möchte, wären sie nicht Tatsachen. Als der unglückliche Krieg zu Ende war, machte sich Rußland daran, die schäbigen Reſte seiner Flotte, die in Wladiwostok lagen, zu verkaufen. Elf Regierungsschiffe waren übrig geblieben, drei Passagierdampfer und acht Transporter. Doch wer beschreibt den Schrecken der Verkäufer, als sie entdeckten, daß das wertvolle Transports schiff, Mathilde" fehlte. Und was ergab die Untersuchung? " Jemand" hatte eines Tages die Mathilde" unter Damp gebracht, und war ungehindert mit ihr durchgebrannt. Dann schmückte er seine Mathilde" aus und taufte fie um und macht nun mit ihr, als einem Privatfrachtdampfer, regel mäßige Fahrten. Das Wo?" herauszubekommen ist nun Sache der russischen Regierung.

"

"

e- Rürnberger preißermaigung für di ang ift mit dem 1. G

Chefen Lemin an beredt bayerijeredarbinije nberg gelöften einfachen

den Tag, an dem fi zur freien Rückfahrt Busstellung abgeftempe

Bender der beyerischen L her, ein Retourbillet nur nehmen und dort einen