Seite erhebliche Zweifel an der zurechnungsfähigkeit bes Angeklagten geäußert worden waren, lag die Vermutung nahe, daß Tessnow schon bei Begehung der Tat geistesgestört gewesen sei. Von der Verteidigung wurde die Wiederaufnahme des Prozesses betrieben, die auch vom Stettiner Oberlandesgericht angeordnet wurde. Tessnow wurde in einer Frrenanstalt interniert und beobachtet.
Die Mordtaten.
Die Verurteilung Tessnows erfolgte seiner Zeit auf Grund eines Indizienbeweises, der allerdings eine geschlossene Kette bildete. Die Mordtaten Tessnows zerfallen in zwei zeitlich und räumlich getrennte Gruppen: Die Ermordung zweier Schulmädchen im Jahre 1898 in der Nähe von Osnabrüd und die Ermordung von zwei fleinen Knaben bei Göhren auf Rügen im Jahre 1901. Am 9. September 1898 waren die beiden Schulmädchen Elise Heidemann und Elise Lungemeyer aus Wallhorst bei Dsnabrück von der Schule nicht heimgekommen. Man fand die Leichen beider Kinder im Walde etwas abseits vom Wege, in entsetzlichster Weise verstümmelt, die Körper fast ganz zerstückelt.
Der Jndizienbeweis.
Damals lenkte sich gleich der Verdacht auf Tessnow. Er mußte aber nach einer Woche Untersuchungshaft wieder freigelassen werden, weil sich ihm nichts Positives nachweisen ließ. Tessnow verließ bald darauf seine bisherige Arbeitsstätte und wanderte nach Mecklenburg. Während seines Aufenthaltes in Mecklenburg wurde ein junges Mädchen von einem Mann auf der Landstraße im Walde bei Stavenhagen angefallen. Damals blieb der Täter aber unentdeckt, erst später fam man auf die Spur Tessnows, nachdem ein weiterer Mord unweit des Seebades Göhren sich ereignet hatte. Der Fuhrhalter Grabbert aus Baabe war am 1. Juli 1901 in den Wald nach Holz gefahren. Seine beiden Knaben im Alter von fünf und sieben Jahren tummelten sich inzwischen im Walde. Als der Vater heimfahren wollte, fonnte er fie nirgends finden, die Kinder blieben verschwunden. Als man begann an ein Verbrechen zu denken, fiel der Verdacht sofort auf Tessnow, der dann auch schon am nächsten Tage auf dem Wege nach Binz festgenommen wurde. Seine Kleider, sowie Gesicht und Hände zeigten Blutspuren, er leugnete aber, etwas getan zu haben. Inzwischen hatte man auch die Kinder gefunden, sie lagen im Gebüsch als grausig berstümmelte Leichen. Ganz wie bei dem Morde an den beiden Schulmädchen waren sie zunächst mit Steinschlägen betäubt, dann entkleidet, verstümmelt und zerschnitten worden. Bei der ersten Verhandlung im Juli 1902 gestand Tessnow die vier Morde und den Mordversuch ein. Die damals ge= ladenen Psychiater gaben ihr Gutachten dahin ab, daß Tessnow die Mordtaten in einem epileptischen Dämmerzustand begangen hat.
Der Angeklagte.
Der noch jugendliche Angeklagte sitzt völlig teilnahmslos in einer für ihn hergerichteten Art von Koje auf ber Anklagebant. Sein apathisches Benehmen verändert sich auch nicht, als in die Verhandlung eingetreten wird. Die Angaben Tessnows über seine Familienverhältnisse sind ungenau und berworren. Er wurde am 15. Februar 1872 in Stolzenhagen bei Stettin geboren, erlernte später das Tischlerhandwerk und zog, da er teine seßhafte Natur, von Ort zu Drt. In Hameln verübte er mit einem anderen einen Einbruch in einen Uhrenladen und stahl viele silberne Uhren. Er erhielt dafür ein Jahr Gefängnis; wie er angibt, hat er die Tat nachher selbst zur Anzeige gebracht. Die Vernehmung des Angeklagten über die Mordtat selbst gestaltet sich sehr umfangreich. Der Angeklagte erklärt größtenteils, daß er sich der Vorgänge nicht mehr deutlich erinnere, sodaß dieser Teil der Verhandlung völlig interesselos verläuft.
König Behanzín+.
In Algier ist der ehemalige König von Dahome, Behanzin, gestorben. Er ist in den 90er Jahren des vorigen Jahr. hunderts durch seine Kämpfe mit den Franzosen betannt ge worden. Sonst wußte man von dem kleinen Negerländchen in Afrika, über das König Behanzin herrschte, kaum mehr, als daß es eine Amazonengarde besaß, die seinerzeit in derschiedenen Städten Deutschlands unter dem Namen der Wilden Weiber von Dahome" aufgetreten ist.
Wie alle kleinen afrikanischen Herrscher war auch Behanzin eine Art Operettenkönig. Sein Staat umfaßte nur etwa 150 000 qkm mit 1 Million Einwohner, war also an Flächen. Inhalt faum halb so groß als Preußen. Die Einwohner
find Neger, von einer den Sudanesen verwandten Rasse, ein, aber ganz intelligent. Sie huldigen einem Sonnenkultus, indem Fie in der Sonne die höchste Gottheit verehren, und dem Fetischis. mus, d. h. fie beten alle möglichen lebenden oder unbelebten Wesen und Gegenstände an, darunter Schlangen, Affen und andere Tiere, Gewehre und Kanonen usw. In religiösem Fanatismus verübten fie aber auch Menschenopfer und diese Grausamkeiten wurden von den Franzosen gegen Behanzin ausgespielt, als sie Appetit nach dem Besiz von Dahome be tamen. Seit 1875 ungefähr arbeitete Frankreich daran, Dahome zu unterwerfen. Durch Verträge ficherte es sich nach und nach den Besitz der Küstenstädte und veranlaßte auch den König von Dahome zur Anerkennung der Herrschaft. Aber Behanzin glaubte fich übervorteilt. Im Vertrauen auf seine schlauen Neger und die Amazonenleibgarde, die aus 2000 Jung: frauen des schwärzesten Negeradels, mit der Verpflichtung ewiger Chelosigkeit, bestand, erklärte er 1892 Frankreich den Krieg. Die Sache dauerte natürlich nicht lange.
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Die Dahomer bekamen von den Franzosen in mehreren Gefechten furchtbare Wichse" und 1894 ergab sich Behan. zin den Franzosen, die ihn nach Martinique abführten und aus Dahome ein Generalgouvernat machten. Dem armen entthronten Herrscher ging es nicht gut in der Berbannung. Seine Leibgarde, die er nicht mehr bezahlen fonnte, wanderte an der Hand findiger Impresarios in der Welt umber, ein Schatten einstigen Glanzes. Behanzin aber tränkelte mehr und mehr. Ein schreckliches Leiden, die Elephantiasis, machte ihm das Gehen und fast jede Bewegung unmöglich. Die Franzosen gestatteten ihm schließlich die Ueberfiedelung nach Algier und hier ist der letzte König von Dahome um, einsam und verarmt, gestorben. Sic transit gloria radi!
Nab und Fern.
† Seemanns Los. Zahlreiche Unfälle haben in den letzten Tagen auf See stattgefunden und den Tod vieler braver Seeleute zur Folge gehabt. Wir verzeichnen folgende Meldungen:
Swinemünde, 10. Dezember. Heute morgen traf hier der Stettiner Dampfer ,, Curonia" ein mit 14 Schiffbrüchigen und der Leiche des Stewards des geſuntenen Rostocker Dampfers Heinrich Gehrke an Bord. Die Schiff brüchigen waren etwa 30 Meilen vom Lande entfernt, unter den größten Schwierigkeiten aufgenommen worden. Der 19jährige Steward verstarb bei der Uebernahme.
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Livorno, 9. Dezember. Zwischen dem ausfahrenden Dampfer Segesta", mit Auswanderern an Bord, und dem griechischen Dampfer Lula", der von Tanganrog eintraf, hat in der Hafeneinfahrt ein Zusammenstoß stattgefunden, durch den der erstere zum Sinfen gebracht und letzterer be schädigt wurde. Mannschaft und Passagiere sind gerettet worden.
Kristiansund, 9. Dezember. Der hier beheimatete Fischdampfer Tremad strandete heute infolge Sturmes bei der Insel Smölen. Von der aus elf Mann bestehenden Besazung ertranfen sieben. Von den übrigen vier, die bom Lande aus gerettet wurden, starb einer nach der Rettung.
Tokio, 9. Dezember. Bei einem plößlich auf getretenen Unwetter sind mehrere von Schinagawa abgegangene Fahrzeuge, die mit Personen überladen waren, gesunken. Von 95 Personen sollen nur 35 gerettet
worden sein.
† Treue über das Grab hinans. Der Hauseigentümer F. aus Reinickendorf war vor einigen Jahren nach Amerika ausgewandert, nachdem seine Eltern ihn gewalsam von einem Mädchen, das er heiraten wollte, getrennt hatten. Vor furzem sind seine Eltern gestorben, und F. fehrte, um die Erbschaft anzutreten, in die Heimat zurüd. Hier erfuhr er, daß seine ehemalige Braut fich bald nach seiner Abreise aus Gram darüber, daß sie ihn verloren, das Leben genommen hatte. Diese Mitteilung drückte F. furchtbar nieder, und er gelangte zu dem Entschlusse, seiner Geliebten in den Tod zu folgen. Eine Revolverfugel machte seinem Leben ein Ende.
† Selbst gerichtet hat sich der Gutsbefizer August Tannhäuser aus Leutmannsdorf, der seinen Nachbar, den dortigen Gemeindevorsteher, Gutsbesitzer Knutsch, auf bestialische Weise durch Arthiebe ermordet hatte. T. hat sich in dem zur Ludwigsdorfer Ziegelei gehörigen großen Teiche ertränkt. Die schreckliche Bluttat geschah aus Rache für einen verlorenen Prozeß.
† Durchs Fenster erschossen. In Wolfersdorf bei Böhmisch Leipa wurde der Maurer Kunte durch einen von außen durch die Fenster seiner Wohnung abgegebenen Schuß getötet. Tags darauf wurde die Gattin des Getöteten als der Mitschuld an der Mordtat dringend verdächtig verhaftet. Es wird gedungener Mord vermutet.
† Ein Banknotenfälscher verhaftet. Die Polizei in Barts berhaftete einen Italiener, welcher seit längerer Zeit falsche Banknoten herstellte. Sie beschlagnahmte in der Wohnung des Verhafteten eine Menge Falsifikate. Der Verhaftete scheint einer internationalen Fälscherbande anzugehören.
† Panik in der Kirche. Durch eine umfallende Kerze wurde während der Frühmesse in der Kirche Faubourg SaintJosé in Brüssel der Altar in Flammen gesezt. Mit ihm verbrannte ein Gemälde von Gaspard Decrayer, Mariä Himinel. fahrt", im Werte von 600 000 Frants. Priester und Publikum Stür ten in milder Ranik davon.
Bunte Tages- Chronik.
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Trier, 10. Dezember. Ein scheues Pferd eines voll. besetzten Wagens sprang im Eifeldorf Niederehe in den hochangeschwollenen Ahrbach. Zwei Bauern und das Pferd
ertranfen.
Posen, 10. Dezember. In der vergangenen Nacht wurde auf dem Wege von Jaratschewo nach Wojciechowo der Landwirt Jokowiak durch Messerstiche auf seinem Fuhrwert ermordet. Der Täter ist unbekannt.
Asch, 10. Dezember. Die vor kurzem aus der Jrrenanstalt entlassene Frau des Stadtverordneten Gerhard Uenthert hat in einem Anfall von Wahnsinn ihren neunjährigen Sohn aufgehängt. Sie selbst durchschnitt sich die Bulsadern und sprang ins Wasser, wurde aber gerettet.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Das Urteil gegen Hauptmaun" Voigt rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hat in dem Prozeß gegen Wilhelm Voigt, den Hauptmann" von Köpenick, auf Rechtsmittel verzichtet. Das Urteil ist somit rechtskräftig geworden.
§ Prinz Akwa abermals angeklagt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat gegen den Prinzen Afwa von Bonam bela ein Strafverfahren wegen schwerer Erpressung und Bedrohung mit Totschlag eingeleitet. Afwa soll von einer als reich bekannten Frau 1000 Mark verlangt und sie, falls fie ihm das Geld nicht gebe, mit Toschlag bedroht haben.
etwa
§ Die Leiche im Koffer. Nach eintägiger Pause wurde die Verhandlung in dem Mordprozesse gegen den Möbelhändler Meyer in Kassel gestern wieder aufgenommen. Die Durchsuchung der Abortgrube im Vogelschen Hause hat von den Schmucksachen der Verstorbenen, die dort vermutet wurden, nichts zutage gefördert. Recht belastend sind für Meyer die Aeußerungen mehrerer neuer Zeugen. Ein Katastergehilfe Siegfried bekundete, Meyer habe ihm, als er mit ihm Ende vorigen Jahres in einer Wirtschaft in Wildungen zusammen war, einen ungefaßten Diamanten im Werte von 1500 Marf gezeigt und dabei bemerkt, er habe eine ganze Anzahl solcher Steine. Die Bettstelle der Frau Vogel ist auch an Gerichtsstelle gebracht worden. Auf Ersuchen des Vorsitzenden muß der Angeklagte an dem Bett genau demonstrieren, wie die Lage der Bogel war. Von Interesse ist die Aussage des Zeugen Steward Wiegreve, derzufolge Meyer während seines Rücktransportes nach Deutschland, sich mit Fluchtgedanken getragen hat. Meyer soll dem Zeugen erst 10 000 dann 20 000 Mart geboten haben, wenn er ihm bei der Flucht behilflich wäre. In einem Schweinestall neben der Meyerschen Wohnung in Wildungen seien 38 000 Dollar versteckt, die sollte er für seine Hilfeleistung belommen. Meyer erklärt, er habe sich mit diesen Aeußerungen mir einen Scherz erlaubt. Bei dem Verteidiger Meyers hat sich eine Beugin gemeldet, welche bekunden will, die Frau Vogel noch am Tage der Abreise Meyers nach Kassel lebend gesehen zu haben.
Die Verurteilung kann nur wegen Mordes oder Raubes erfolgen, da Meyer nur dieser Verbrechen wegen von den Vereinigten Staaten ausgeliefert worden ist. Bejahen z. B. die Geschworenen nur die Schuldfrage auf Totschlag, so ist eine Bestrafung Meyers unmöglich.
§ Rochefort verurteilt. Das Schwurgericht zu Rouen verurteilte den bekannten Journalisten Rochefort, den
" Laternemann", wegen Beleidigung der Witwe Sybetons 20 000 Frants Geldbuße und Veröffentlichung des Urteils zehn Zeitungen.
§ Madame Niehl in Freiheit. Die zu 3/2 Jahrez schweren Kerters verurteilte Frau Riehl, die Inhaberin tes durch den letzten Sensationsprozeß bekannt gewordenen Maison Riehl in Wien ist gegen eine Raution von 50 000 Krone auf freien Fuß gesezt worden. Die Strafvollstreckung ist ein wellen bis zur Entscheidung über die Berufung und Nichtig teitsbeschwerde der Angeflagter ngeboben.
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§ Noch ein Prozeß wegen Beleidigung des Preußischen Abgeordnetenhauses. Ein brittes Verfahren wegen Beleidigung des Preußischen Abgeordnetenhauses wird aus Düsseldor angekündigt. Gegen die dortige sozialdemokratische Boltz. zeitung, deren verantwortlicher Redakteur Hirzlich wegen einer anderen Beleidigung zwei Monate Gefängnis erhielt, ift ein Hauses eingeleitei worden.
erneutes Strafverfahren wegen Beleidigung des Abgeordneten lan nicht zu
§ Das Erkenntnis im Mordprozek Röwer lautet gegen den Angeklagten auf fünf Jahre Zuchthaus wegen Totschlages, begangen an seiner Nichte, Elisabeth Bulay. Die Schuld frage auf Mord wurde von den Geschworenen verneint. Der Staatsanwalt hatte sieben Jahre beantragi.
§ Trinkgelder gehören nicht zum Lohn. Ein Penfions inhaber in Gremsmühlen hatte einem Hausmädchen die emp fangenen Trinkgelder auf den Lohn angerechnet. Auf Heraus
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gabe der Trinkgelder berklagt, wandte er vor dem Amts. Defens" spre
gericht Eutin ein, daß die Berechnung in der Holsteinischen Schweiz" allgemein üblich sei. Trogdem erkannte das Gericht die Forderung des Mädchens für berechtigt an und verurteilte die Herrschaft. 8wet weitere derartige Klagen von Diens mädchen gegen den Besitzer eines bedeutenden Hotels in Gremsmühlen schweben noch bei demselben Amtsgericht.
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Ses ftanden,
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zu hören. Pferded
§ Der Münchener Hennig". Vom Schmurgericht habends bei d
München wurde der Bädergeselle Biebl, der Münchener " Hennig" wegen Totschlags zu lebenslänglichem Buchthaus verurteilt. Sein Spießgeselle und Hehlergenoß, ein gleichfalls wiederholt, schwer vorbestrafter Bäder und Unterhändla namens Kießler, erhielt vier Jahre Zuchthaus.
und bot z die Herkunft benachrich fi des Burse
auch ein, daß
jeinem Dien
Liebl harte im Januar dieses Jahres die Photographensen sei, daß e Witwe Lidauer in ihrer Wohnung umgebracht, beraubt, und fich dann vier Monate lang in München umhergetrieben, da zwischen Einbruchsreisen nach einer Reihe deutscher Städte unternehmend. Ende Mai wurde er auf offener Straße erkannt, durch mehrere Straßen verfolgt und trotz seine
Gegenwehr mit dem Revolver festgenommen. Biebl gestand, die Frau, weil sie ihm nicht borgen wollte, gewürgt und nicht mit Vorfah, getötet zu haben. Die Leiche der Ermordeten hat er an den Kleiderhalen hinter die Türe gehängt, um Selbstmord vorzutauschen. Mit diesem Geständnis rettete Liebl seinen Kopf; denn die Geschworenen bejahten nur die Frage auf Totschlag.
§ Mordprozek Meyer. Der weitere Verlauf der Be handlung brachte nichts zu Tage was sonderlich belastend oder entlastend für den Angeklagten Meyer wäre. M. ber sucht jetzt die Unstimmigkeit in seinen früheren Aussagen und feinen jebigen, soweit sie sich auf die Auffindung der Leiche der Frau Bogel beziehen, damit zu erklären, baß er dem Kriminalkommissar Bloez gegenüber, als dieser ihm das erste Mal vernahm, abfichtlich die unwahrheit sagte. Meyer en Härt: Mir wurde vom amerikanischen Bundesmarschall Bernhardt gesagt, es sei eine Depesche eingetroffen, wona Frau Vogel eines natürlichen Todes gestorben sei. Ich solle nicht so dumm sein, mich durch weitere Aeußerungen hinein zulegen und nicht etwas von einem Selbstmord behaupten, der garnicht wahr sei. Daraufhin habe ich dann dem Zeugen die unwahren Angaben gemacht."
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Vermischtes.
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Die größten Wortfabrikanten find, wie nunmehr feb gestellt ist, die Aerzte. Die Worte, die sie sozusagen aus dem Nichts schaffen, haben meist einen vollen Klang und flößen dem Laien einen gewaltigen Respekt ein. Leute, die bein Sißen die Beine Breuzweis übereinanderzulegen pflegen, heiß Kratopodomanen. ünter Otodaktylomanen versteht man Menschenkinder, die mit den Finger: in ihren Ohren herun bohren. Wir fönnten noch eine ganze Anzahl derartigr Wortbilsungen anführen, beschränken uns aber darauf, be jungen Herrchen zu tennzeichnen, die mit den Fingern da werdenden Schnurrbart hin und her drehen, um ihn in Fort, daß die An zu bringen: man nennt fie in gebildeter Gesellschaft Kirsti bater erfuhr
fostoepromanen.
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Große Kesseltreiben auf Wölfe veranstaltet in diese Tagen die Canada- Pacificbahn, um den in Nord Onturi und Omebec massenhaft auftretenden Wölfen den Garaus machen. Die Gesellschaft trägt die gesamten Kosten de Expedition, an der sich mehr als 100 Jäger beteiligen, un stellt Führer, Belte und Lebensmittel den Jägern zur Ve fügung. Die Teilnehmer an der Expedition werden a Schneeschuhen die täglichen Etappen zurüdlegen und in g cäunigen Belten kampieren, die stets vorausgeschickt werde um des Abends zur Aufnahme der Jäger bereit zu feit Man plant, die Wölfe völlig einzufreisen und sie dann nat bem nördlichen Teile des großen Sees zu treiben, wo di endgültige Vernichtung der frechen Räuber stattfinden soll.
=
Ein Riesenkind. Der Gesellschaft für innere Medizi
in Wien hat Primarius Dr. med. B. Knöpfelmacher eine sechsjährigen Knaben vorgestellt, der alle Anwartschaft b einmal ein Riese zu werden. Der Knabe mißt bei bol tommen proportioniertem Körperbau 134 Zentimeter, seinem ganzen Körper findet sich dichte Behaarung vor, u damit der„ Männlichkeit" gar nichts fehle, ist auch schon e Bart vorhanden.
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weiter für d geit, die ano
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genannt, er
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Ceren Geilfuß mi , daß er un ng geftanden.
Wichen Bade,
fen wolle, teht aus Hol
Lutmann spredjen
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Die unterm
Probediebstähle. Schon lange flagt man in Bar, bird hiermit auf
daß im Louvre die dort ausgestellten Kunstgegenstände so genügend bewacht werden. Ein Journalist hat unlängst ent Erempel auf die Probe gemacht, um auf diese Weise festz stellen, ob die vom Minister versprochene bessere Bewachung des Louvre auch wirklich vorhanden ist. Er mischte sich unte die Besucher und entwendete dabei vor den Augen br Museumsdiener eine große Bronzestatuette. Am nächste Tage begab er fich mit seinem Raube zum Minister und machte diesen mit der Tatsache seines auf so leichte und ei fache Art und Weise ausgeführten Diebstahle bekannt. Der Her Minister aber soll bei dieser Enthüllung gerade kein freun liches Gesicht gemacht haben.
Riegelpfade Bießen,
Die unter
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Gießen,


