Einzelbild herunterladen

eine größere Anzahl gefallener Hilfsleute. Der dritte Etappen­posten auf der Linie Kilwa- Liwale schlug am 11. November einen Angriff von 300 Aufständischen ab.

Oefterreich- Ungarn.

** Die in allen Teilen Desterreichs veranstalteten Wahl­rechts- Demonstrationen sind nicht überall unblutig ver­laufen, wenn auch Wien selbst von größeren Zusammenstößen verschont blieb. In Brünn wurde die Polizei mit Steinen beworfen und zog blank. Bei den Ruhestörungen in Auster­lig wurde eine Person getötet, von den 27 Verletzten starb einer auf dem Transport mehrere andere später. Auch in Olmüz tam es zu Unruhen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. In Laun wurden, mehrere gewerbliche Etablisse­ments zerstört. Bei der Eröffnung des Reichsrates in Wien entwickelte der Ministerpräsident Gautsch die Grund­züge der von ihm geplanten Wahlreform auf Grund des all gemeinen und direkten Wahlrechts. Es sei eine neue Ein­teilung der Wahlkreise geplant, und die Vorlage werde spätestens im Februar eingebracht werden. Die Regierung sei entschlossen, die Wahlreform bis an Ende zu führen. Kaiser Franz Josef erklärte in einer Unterredung, die Einführung des allgemeinen Wahlrechts sei nicht mehr aus­zuhalten.

Spanien.

** Jm ganzen Lande ruft die katalonische Bewegung große Erregung hervor. Die Offiziere der Garnisonen von Saragossa, Valencia, Valladolid, Burgos und anderen Städten schlossen sich dem Protest der Offiziere von Barcelona gegen die Katalonisten an. Man glaubt, die Regierung werde ab­danken und einem Militärkabinet Plaz machen. General Weyler bezeichnete einer Abordnung von Offizieren, die ihn besuchte, die Lage als äußerst ernst. Es werde ungeheure Anstrengung tosten, den Konflikt zu bewältigen. Die Universität Barcelona wurde geschlossen. Die fatalonische Bewegung richtet sich nicht auf die Trennung von Spanien, sondern auf eine Autonomie für die Provinz nach dem Muster der von Finnland im russischen Reich früher und neuerdings wieder eingenommenen Sonderstellung.

Balkan- Staaten.

** In Montenegro wurden zum erstenmale auf Grund des vom Fürsten Nifita freiwillig gewährten allgemeinen Wahlrechts die Wahlen für die Stupschtina vorgenommen. Es wurden insgesamt 61 Deputierte gewählt, und zwar 4 in den Städten und 57 in den Kapitanaten.

** Rußland und Desterreich- Ungarn richteten eine ernste Mahnung an Bulgarien. Die gemeinsame Note wurde gestern überreicht. Beide Mächte erklären darin, daß sie Seitens der Ballanstaaten teine Bestrebungen dulden könnten, welche die Erschütterung des status quo am Balkan zum Zwecke hätten. Sie hoffen auch, daß die Balkanregierungen nach ihren Kräften die Reformtätigkeit der Mächte in Maze­donien unterstützen und alle Revolutionsbestrebungen ver­hindern werden.

Türkei.

** Die von den Mächten in Szene gesezte Flotten­demonstration vor Mytilene nimmt den programmäßigen Verlauf. Der Herstellung einer Chiffre- Depeschenverbindung zwischen den Kommandanten der Demonstrationsflotte wird von seiten der Türkei kein Hindernis in den Weg gelegt. Der Gouverneur von Mytilene hat gegen die Landung und gegen die Besetzung der Insel mündlich und schriftlich pro­testiert. Die Verbindung der Flotte mit dem Lande ist in­folge des starken Nordostwindes schwierig. Die Einnahme von der internationalen Besetzung des Mytilener Zollamtes betrug bisher nur einige hundert Piaster; das Zollamt ist infolge des Bairamfestes auf mehrere Tage geschlossen. Der türkische Minister des Auswärtigen hat seine letzten Vor­schläge als Maximum der türkischen Konzessionen bezeichnet.

Aus den Parlamenten.

Hof und Sesellschaft.

*** Der Kaiser nimmt an Jagden in Schlesien teil. Er hat sich zunächst zu dem Zwecke nach Schloß Pleß be= geben. Das Linienschiff ,, Braunschweig" mit dem Prinzen Heinrich von Preußen an Bord hat nach der Beendigung der Thronbesteigungsfeierlichkeiten Christiania verlassen und ist nach der Heimat in See gegangen.

Reichstag. Folgende Regierungsvorlagen sind ein­gegangen: die Rechnung über das Schutzgebiet Kiautschou, die Uebersicht über die Ausgaben und Einnahmen des Reiches in 1904, die Denkschrift über den Aufstand in Südwest- Afrika, die Denkschrift über das Kartellwesen sowie der Gesetzentwurf über die Abänderung der Reichstagswahlkreise. Eine Inter­pellation über die Fleischteuerung ist von der sozial­demokratischen Fraktion eingebracht worden. Die Interpellation fragt nach den Maßregeln, welche die Regierung gegen die Herrschende Kalamität zu ergreifen gedente, ferner ob Auf­hebung der Fleisch- und Viehzölle und Erleichterung der Ein­fuhr ausländischen Schlachtviehs geplant sei.

Heer und flotte.

* **

( 2. Sizung).

Deutfcher Reichstag.

CB. Berlin, 29. November. Das Ergebnis der heutigen Sigung ist die Wiederwahl des alten Präsidiums. Die Verhandlungen begannen mit der Vorlesung einer längeren Reihe von geschäftlichen Mitteilungen, an die Graf Ballestrem ein paar launige Be­merkungen knüpfte. Er stellte fest, daß der Bundesrat dem Hause schon vor dessen Konstituierung 35 Vorlagen habe zugehen lassen; das sei noch nicht dagewesen. Unter all­gemeiner Heiterkeit fügte der Redner hinzu, er hoffe, daß Dieser Fleiß der verbündeten Regierungen für die Abgeordneten vorbildlich sein werde. Danach wurde zur Wahl des Präsi­denten geschritten, an der sich 298 Mitglieder beteiligten. Von den abgegebenen Zetteln waren 72 unbeschrieben und deshalb ungiltig, von den giltigen lauteten 224 auf den Grafen Ballestrem. Dieser nahm die Wahl an und dankte, daß das Haus ihn wieder auf den hohen, aber auch hoch verantwortlichen Plaz gestellt habe. Er werde den Dank durch Festhalten an den alten Grundsägen abstatten: Feste Wahrnehmung der Würde und Ordnung des Hauses nach jeder Richtung hin, Unparteilichkeit, Förderung der Ge­schäfte zum Wohle des Vaterlandes. Erreichen könne er das alles aber nur, wenn er allseitig die nötige Unterstützung finde. Diese würde ihm am besten gewährt werden, wenn die Abgeordneten stets zahlreich erscheinen. Die Zeiten seien ernst, nach innen und chaußen, recht ernst; das sollte für die Mitglieder i auses wohl ein Grund sein, das freiwillig übernommene Amt auch auszuüben. Mit dieser beherzigenswerten Mahnung schloß der Präsident seine von lebhafter Zustimmung begleitete Ansprache. Da= nach wurde zum ersten Vizepräsidenten mit 233 von 297 Stimmen Graf Stolberg- Wernigerode gewählt, während auf den Abg. Singer 66 fielen.

Weitere Truppen- Verlegungen. Zum 1. April 1906 wechseln folgende Regimenter die Garnison: Das 171. Jn­fanterie- Regiment in Kolmar zieht nach Goslar, die 165er in Goslar nach Kolmar; das 60. Infanterie- Regiment in Weißen­burg kommt nach Brandenburg, die 66er aus Magdeburg nach Weißenburg. Die 15. Ulanen in Saarburg kommen nach Kassel, während die 8. Kürrassiere in Deuß nach Saar­burg gehen. Am 1. Oftober 1906 bekommt Mülhausen die 51 Feldartillerie und die 4. Jäger zu Pferde in Garnison.

Soziales Leben.

X Städtische Wohlfahrtspflege. Als erste deutsche Stadt hat Schöneberg bei Berlin die Einrichtung eines ftädtischen Wohlfahrtsamtes beschlossen, von dessen zwölf Mit­gliedern einer Arzt und einer Schulmann sein muß. Das Wohlfahrtsamt soll auf allen Gebieten sozialer Fürsorge Prüfungen anstellen und entsprechende Vorschläge der Stadt unterbreiten. Insbesondere unterstehen dieser Behörde die Verwaltung und Beaufsichtigung der Volksbadeanstalten, Ferienkolonien, Ferienhalbkolonien, Kinderspielplätze, Ver­wendung der zu diesen und ähnlichen Zwecken eingehenden Gelder, die Beschlußfassung über die nach dem Etat der allgemeinen Verwaltung an Vereine, die der Wohlfahrtspflege dienen, zu zahlenden Beihilfen und die Beschlußfassung über die nach dem Armenetat an Wohltätigkeitsanstalten zu zahlen­den Beiträge. Eine Erweiterung des Arbeitsfeldes wird sich von selbst ergeben.

Nab und fern.

Opfer des Unwetters. Drei Segler sind auf der Ausfahrt von Lübeck in den schweren Stürmen der letzten Tage gesunken, darunter der mit Chemikalien nach Schweden bestimmte Segler Herrmann". Die Mannschaften sind ge= rettet. Auf der Elbe sind ebenfalls infolge des Unwetters sechs beladene Kähne untergegangen, deren Besatzung mit dem Leben davonfam, aber ihre ganze Habe verlor. Auch aus Newyork fommen schlimme Nachrichten über ein Sturm­wetter, wie es dort seit 30 Jahren nicht erlebt worden ist. In Hamburg und an der Nordseeküste herrscht Hochwasser und Sturmflut; fortgesetzt treffen Meldungen über Schiffs= unfälle und Wetterschäden ein.

Dramatischer Abschluß einer 30 jährigen Ehe. In Berlin hat sich der Porzellanmaler Carl Ringhandt vergiftet. R. lebte seit 30 Jahren mit seiner Frau in glücklicher Ehe, bis es vor einigen Tagen zu einem Streit fam, infolgedessen die Ehefrau ihn verließ, um zu dem Sohn beider zu ziehen. aus Gram hierüber nahm R. Gift, nachdem er seinem Sohn geschrieben hatte, er möchte seine Leiche abholen. Als der Sohn in der Wohnung des Vaters eintraf, war dieser bereits tot.

Ein herzloser Automobilfahrer. Auf der Chaussee bei Mariendorf wurde ein junger Mann, der brave Sohn hochbetagter Eltern, ein paar Tage vor seiner Hochzeit bei dem Heimwege von einem Automobil zu Tode gefahren. Als Insassen des Unglücksfuhrwerkes wurden einige Damen und ein Amtmann aus einem benachbarten Orte ermittelt. Letzterer soll, ohne sich um den Schwerverletzten, der noch röchelte, zu fümmern mit den Worten davongefahren sein, es fann ja nur Geld kosten!

-

Feuersnot. Das Städtchen Seßlach, das erst vor ein paar Monaten von einem Schadenfeuer heimgesucht worden war, hat schon wieder ein solches Unglück erlitten. Durch ein in einer Scheune entstandenes Feuer wurde ein großer Teil der Stadt, darunter das Amtsgericht und Ge­fängnis, vernichtet und viele Bewohner obdachlos gemacht. Regelmäßige Brände beunruhigen das Dorf Schartau bei Burg, sodaß man dort das Unwesen einer ganzen Brand­stifterbande vermutet. Troß angestrengter Aufmerksamkeit ist es noch nicht gelungen, die Uebeltäter zu erwischen, auf deren Ermittelung eine Belohnung von 3000 Mark aus­gesetzt ist.

Billige Oceanreise. Unter dem Vorgeben, dentiche Deserteur zu sein, stellte sich in Newcastle in England cir Elektrotechniker dem deutschen Konsul. Nachdem er auf Staats fosten nach Hamburg gebracht worden war, stellte sich be seiner Vernehmung heraus, daß er niemals Soldat gewesen also nicht desertiert sei, sondern nur freie Ueberfahrt nac Deutschland herausschwindeln wollte. Die billige Reise wird dem findigen Kopf einige Wochen Gefängnis einbringen.

Verbrecherleben.

( Nach den Papieren eines alten Polizeibeamten). Eine Geschichte, die jetzt die Runde durch die Blätter macht, erzählt von Einbrechern, die in Polizeiuniform in ein Haus eindringen und unter dem Vorwande einer Haus­suchung alle wertvollen Gegenstände mitgehen heißen. Das lentt wieder einmal die Aufmerksamkeit auf die Verbrecher­welt der Gegenwart, und die nachfolgenden Mitteilungen mögen verschiedene interessante Züge dazu beitragen.

Ve

Was die Bölfer Ausficht genommenen Tal Tabalverbrauch der eingel führen. Nach einer G erbrauch an zweiter Stelle 312 Millionen Pfund, b.

mr von Amerita( Vereini Berbrauch 440 Millionen Ropf beträgt. Rußland ver Frankreich 84 393 000, Grof 78 755 000, Ungarn 47 905 34549000, Ranada 15 400 10 158 000 Pfund. Dana monopole bestehen, wie a ein verhältnismäßig weit

it freier Industrie Die Leiftungen ich von den Kraftleiftung

=

dampfer, welche den Berle bermitteln, ein anschaulich Ständnis der Kräfte, die bi gende Erklärungen beitragen wagen, der mit Gütern i beladen ist, auf einer g Steigung aufiveift, bei ei Stunden etwa 32 Ailome Snelldampfer des Nord beffen Gewicht mit allem Bord befindet, 26 500 T auf Wagen verladen, fo Wagen mit 15 142 Pferde baven nach New York Eagen durchlaufene Str unsere Laftwagen würde Strede zurüdzulegen. würde man zur Zurü Bremerhaven- New Yort brauchen. Würde der elf Stunden in Softwag fo wäre er eva zwei feit des Reifens heutzute gerüdt.

Es ist eine viel verbreitete Ansicht, der man nament­lich in kleinen Orten inbezug auf die Großstadt begegnet, daß es in Deutschland Räuberbanden à la Rinaldo Rinaldini gäbe, die einen ständigen Kanipf gegen das Eigen­tum der Bürger und gegen die Polizei führten. Von solchen Gesellschaften, denen man wohl in den Gebirgen Spaniens und Italiens begegnet, ist aber Deutschland völlig frei. Es kommt wohl vor, daß sich vier oder fünf Einbrecher zusammentun, um ein großes Ding zu drehen", d. h. einen großen Einbruch zu verüben, indessen sind solche Ver­einigungen nur vorübergehend und in den meisten Fällen ,, arbeiten" zwei, höchstens drei Mann zusammen, von denen einer ,, Schmiere steht"( vor der Tür aufpaßt), während die andern ,, tnaden"( einbrechen). Ebenso falsch ist die Ansicht, daß die Verbrecher wilde, zerlumpte Gesellen sind, denen man ihr dunkles Gewerbe schon von außen ansieht. Im Gegen= teil kleidet sich der moderne Einbrecher, Taschendieb oder Hochstapler stets nach dem neuesten Schnitt und bewegt sich in der Art der besten Gesellschaft, schon um nicht den Polizei­beamten aufzufallen. Die Baldowerer", die den Auftrag haben, die Gelegenheit zum Diebstahl auszukundschaften, die Lage der Wohnungen festzustellen usw., sind stets feine Herren, die in den ersten Häusern anflingeln, um irgend eine gleichgültige Frage zu stellen, lediglich zu dem Zwecke, sich die Wohnräume anzusehen. Es gibt unter den Verbrechern biele, die mehrere Sprachen beherrschen und in ihrem Aeußern den Eindrud eleganter Modeherren machen; ja mancher ehrsamer Bürger mog schon im Gast­Haus neben einem solchen Herrn gesessen haben, ohne zu ahnen, daß sein Nachbar vielleicht ein alter Kunde der Polizei war. Die Taschendiebe, die sich größtenteils aus aus­ländischen Gebieten in die großen Städte oder dahin, wo eine Menschenansammlung bei Festlichkeiten usw. stattfindet, be­geben, machen eine Schule durch, in der sie für ihren ,, Beruf" ausgebildet werden. Sie müssen dort zuerst an Puppen, dann an lebenden Modellen lernen, ihre Finger so zu Spreizen, daß sie in eine enge Tasche fahren und Porte­monnaies oder dergl. ergreifen können( der Griff heißt die Schere"), ohne daß sich das Modell bewegt. Auch das Ab­knipsen von Uhrketten am Hafen, das rasche Aufschlitzen von Taschen lernen sie und wenden es im Gedränge zum Schaden ber Opfer an. Der Taschendieb arbeitet stets mit einem Helfer, der ihm unauffädig folgt und dem er das Gestohlene fofort zusteck, worauf dieser mit der Beute verschwindet. Gewöhnlich ist es daher sehr schwer, den Dieb zu überführen, wenn man ihn nicht mit der Hand in der fremden Tasche erwischt. Der Taschendieb hat eine besondere Bewandtheit darin, durch Befühlen der Außentaschen in Paletots zum Beispiel die Stelle, wo Brieftaschen fizen, zu entdecken und mit dem raschen Schnitt eines einzigen, ehr scharfen Messers aufzuschneiden. Der Bestohlene erinnert fich vielleicht nachher, daß ihn auf der Straße im lebhaften Verkehr ein feiner Herr angestoßen oder gestreift hat, um sich unter Entschuldigungen zu entfernen, aber er hat nicht ge­merkt, daß der feine Herr ein Dieb war, der ihm die Brief­tasche oder Uhr funstgerecht entwendet hat.

Erdrutsch am Gardasee. Durch einen Erdrutsch ist in Salo am Gardasee die prachtvolle Strandpromenade, die erst vor drei Jahren errichtet worden ist, in den See ge­rissen worden. Die Erdstürze dauern noch an, sodaß eine Verschiebung der ganzen Küste befürchtet wird. Der Schaden beträgt schon über 150 000 Mart.

Seit fünf Monaten unbeerdigt. Fünfundzwanzig Opfer des Grubenbrandes in der Borussiagrube liegen seit dem 10. Juli noch im Schacht, da die Bergung der Leichen bisher nicht möglich war. Um an den Schacht heranzu­fommen, mußte man einen neuen Schacht anlegen, von dem aus man, nach der demnächst zu erwartenden Fertigstellung, die Aufsuchung der, inzwischen wahrscheinlich vertrockneten Leichen unternehmen wird.

Tötlicher Ausgang eines Familienstreites. In dem Dorfe Bleußen in Oberfranken mißhandelte der Steinhauer Schlegel, ein als Trunkenbold bekannter Patron, seine Frau und wollte sie mit einer Hacke niederschlagen. Der 19 jährige Sohn Schlegels suchte den Schlag mit einem Messer abzu­wehren. Infolge des Ausholens verlor der Steinhauer aber das Gleichgewicht und stürzte so unglücklich in das Messer, daß er, in die Schläfe getroffen, tot umsant. Der Sohn ist gen Vorfall unschuldig.

an der

Millionärin im Automobil verunglückt. Die New- Yorker Gesellschaft betrauert den Tod einer der ge­feiertsten Schönheiten, der jungen Gattin des Millionärs Harrison. Die erst 27 jährige Dame hatte einen Automobil­ausflug unternommen. Bei der Fahrt von einem Hügel versagte die Steuerung, sodaß das Gefährt in ein unaufhalt­sames Tempo geriet und schließlich gegen eine Telegraphen­stange schlug. Alle Insassen wurden herausgeschleudert, Frau Harrison aber fiel unter den Wagen und beach das Genick. Sie war auf der Stelle tot.

-

Die Polizei hat dem Verbrechertum gegenüber einen sehr schwierigen Stand, indessen weiß auch sie alle Hilfsmittel der Neuzeit, Elektrizität, Photographie usw. für ihren Zwed zu gebrauchen. Vor allem dient die Photographie zur Er­mittelung und Ueberführung von Verbrechern. Der Polizei. Photograph hält nicht nur die Bilder aller Verbrecher für das Verbrecheralbum fest, sondern ermittelt auch mit Hilfe der Photographie Fälschungen von Urkunden, Blutflecken in den Kleidern des Mordes Verdächtiger, Uebereinstimmung bon Haaren bei Mordfällen, wenn z. B. in der Hand eines Toten Haare gefunden werden, die auf einen Kampf mit dem Mörder schließen lassen und so fort. Ein sehr wichtiges Hilfs­mittel bieten neuerdings die Schädelmessungen nach dem französischen System Bertillon und die Fingerabdrücke. Es ist bekannt, daß die feinen Linien an der inneren Finger­Spize, besonders am Daumen, bei jedem Menschen anders ausfallen, und die Aufzeichnung dieser Linien bei a Per­sonen, die mit der Polizei wegen Einbruch, Raub, Diebstahl oder dergleichen Verbrechen zu tun bekommen, hat schon oft zur Ueberführung von Verbrechern geführt, namentlich wenn diese sich falsche Namen beilegen. Das Berliner Verbrecher­album ist nach den verschiedensten Berufsklassen" eingeteilt. Jedes Bild hat eine Nummer die mit der gleichen Nummer auf einer Karte übereinstimmt. Auf dieser Karte steht der Name des betr. Spizbuben oder Hochstaplers, sein Vers brechername, Geburtsort, Vorstrafen, seine Spezialität, Be schreibung des Aussehens, besondere Kennzeichen der Schädel maße und der Fingerabdrud. Außerdem wird noch ein Ver zeichnis der besonderen Kennzeichen nach Körperteilen geführt. Ist z. B. von einem flüchtigen Verbrecher bekannt, daß er Täto wierungen am Armgelenk oder eine auffallende Nase hat, so wird unter Nase" oder Tätowierungen" nachgesehen, wo die bes treffenden Kunden" verzeichnet, stehen und dies führt meistens auf die richtige Spur. Daß der Telegraph bei den Erkundigungen und Ermittelungen eine Hauptrolle spielt, ist selbstverständlich. Die Polizeibehörden der Städte stehen untereinander und mit dem Auslande in steter Verbindung und tauschen Personalbeschreibungen, Steckbriefe, Photos graphien gesuchter oder verhafteter Verbrecher aus, um sich in der Ermittelung zu unterstützen. Wenn trotzdem naments lich Mörder vielfach unentdeckt bleiben, so liegt dies an den Wohnverhältnissen der großen Städte, in denen es eben zu leicht möglich ist, einen Unterschlupf zu finden, ungeachtet der polizeilichen Meldepflicht. Im großen und ganzen steht unsere deutsche Polizei aber auf einer hohen Stufe der Ent widelung und macht es den lichtscheuen Mitgliedern der Verbrecherzunft immer schwerer, sich ihrer Taten zu freuen 2. I. van Zarenberg.

Die Mitarbeite unferes Blattes Ergebnis der benachbarten werden durch find folgende A Haushaltunge beften Dant.

" Der Großherz Hauptmann v. Ramede Wilhelm( 2. Großh. Dr. Eisenhuth, den Lar Bortrag den Staatsmini Sarlamentaris tags wird voraussichtlich Silglieb erhält Radrid

Der Großherzog ernennt Aammer für die Dauer glieder der Ersten Kan Dom Großherzog ernannt meldet haben, versamme fonftituieren. Im vorlieg erten Bräsidenten angefra

Präfidium wieder zu übe

nicht erfolgt. Unter eventuell unter dem Borf werden sodann der zweite

des Landtags gewählt. Di fig mindestens 27 Mitgl

gemeldet haben, durch S weisungstommiffion fonfli

präsidenten findet die Wo Bräsidenten statt. Die i Donate, später dann wahlt. Nach der Bildu berfammlung gewöhnli ffaet, die neu eintr Treucid. Die Row tonftituiert, damit bi

ihre Tätigkeit beginn ** Übertrag Luise Göz aus Gemeideschule zu l ** Erledigt i befeßende Lehrerftelle Erlenbach.

*

Seffen 100 114. Auguft nächsten Bandgraf Ludwig X. ouveräner Fürft die

Mannte sich Ludwig I.

die Entwickelung ßere Festlichkeiten g Die Stiftung einer Erin

It Stadttheater Dorftellung geht mo beliebte Boltsfiüd Die einer erften diesjährigen

Breffe lebhaften Beifall e Beauftenererhöhung Bur Stellungnal 6.9. in das Bittoria S