Belgien.
** Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Regierung und dem Parlament über die Antwerpener Hafenbefestigungen machen eine Kabinetskrisis wahrscheinlich. Die Regierung will heute die Kabinetsfrage stellen. Ihr Rücktritt st wahrscheinlich, da sich im Parlament feine Mehrheit für die vom König und den Ministern befürwortete Ausdehnung der Befestigungen findet.
England.
** In Marincfreisen wird eine Vermehrung der Kanalflotte geplant. Sie soll sechs neue Schlachtschiffe erhalten, sodaß sich der Bestand auf siebzehn erhöht. Dover soll neue Torpedobootsstation werden, ferner ein Schwimmdock für Unterseeboote erhalten.
Spanien.
** Die Regierung beabsichtigt wegen der separistischen Bestrebungen in Katalonien außergewöhnliche Maßnahmen zu treffen Die Verhängung des Belagerungszustandes über Barcelona wurde in den Cortes gutgeheißen. König Alfons hat ferner den Ministerpräsidenten Montero Rios ermächtigt, den Cortes einen Gefeßentwurf vorzulegen, nach welchem die berfassungsmäßigen Garantien in Katolonien aufgehoben
werden.
Cürkel.
** Mit der Flotten- Demonstration der Mächte wird es ernsthaft. Auf Mytilene sind 400 Mann ausgeschifft, sie haben das Zollamt, das Telegraphenamt und einige Buntte Der Stadt besetzt. Die türkischen Truppen räumten die Kaserne, die von einem österreichischen Detachement bewacht wird. Der Sultan hat bereits neue Anerbietungen machen lassen, die aber von den Botschaftern abgelehnt wurden.
Norwegen.
dem Pluralsystem aufbaue, und daß sich auch eine Vorlage auf Grund des allgemeinen, direkten gleichen Wahlrechts nicht machen lasse. Das Pluralsystem fönne als ein gangbarer Weg zur Aenderung des Wahlrechts nicht anerkannt werden. schon deshalb, weil es feine Kautelen gegen das Eindringe staatsfeindlicher Elemente biete; das Proportionalsystem sc: zu fompliziert, und mit einem Zurückommen auf das Wahlgesetz von 1868 bei einer Erhöhung des Zensus dürfte den mit dem jetzigen Wahlrecht Unzufriedenen auch nicht gedient sein. Nach der gegenwärtigen Gestaltung der Verhältnisse könne die Regierung ein anderes Wahlrecht als das zurzeit bestehende nicht vorschlagen.
Deutfcher Reichstag.
( 1. Sizung). OB. Berlin, 28. November. Das Haus machte heute, da sich zahlreiche Abgeordnete darunter viele, die an der Eröffnung im Königlichen Schloß teilgenommen hatten, im Fruck pünktlich einfanden, von vornherein einen guten Eiudrun. Den Vorsitz führte geschäftsordnungsgemäß als Präsident der letzten Session Graf Ballestrem, der nach Verlesung geschäftliches Mitteilungen, alsbald den Namensaufruf vornehmen ließ. Es ergab fich die Anwesenheit von 290 Mitgliedern, also die Beschlußfähigkeit des Hauses. Damit war die Tagesordnung erledigt. Die nächste Sizung, in der das Präsidium und die Schriftführer gewählt werden sollen, wurde nuf morgen um 2 Uhr anberaumt.
** Im Storthing hat König Haakon den Eid auf die Verfassung in feierlicher Weise abgelegt. Der Eid hatte Folgenden Wortlaut:" Ich gelobe und schwöre, der Regierung in Uebereinstimmung mit der Konstitution und dem Gesez vorstehen zu wollen, so wahr mir Gott und sein heiliges Wort helfe." Nach einer Ansprache des Präsidenten des Storthing sagte der König, er begrüße die Mitglieder des Storthing als die Repräsentanten für Norwegens freies Volt. Es werde seine größte Freude sein, im Zusammenwirken mit dem Storthing und in Uebereinstimmung mit dem Gesetz dem Vaterlande zu dienen. In der Diplomatenloge hatten Prinz Heinrich von Preußen und die fremden Admirale Plaz genommen; auf den Galerien wohnte der Feier eine Anzahl festlich gefleideter Herren und Damen bei. Prinz Heinrich von Preußen ist andauernd der Gegenstand lebhafter Aufmerksamkeit der Bevölkerung, wo er sich blicken läßt, werden ihm Ovationen dargebracht. Heute gibt er an Bord des Schlachtschiffes Braunschweig ein Frühstück, an dem auch das Königspaar teilnimmt. Von Kaiser Wilhelm ist in Christiania ein Glückwunschtelegramm eingetroffen, in dem es heißt: Ich spreche Ihnen meine herzlichen Wünsche für das glückliche Gelingen der neuen hohen Aufgabe aus. Bei dem Bestreben, Ihr Land glücklich zu machen und die Beziehungen zwischen Euer Majestät und mir sowie zwischen unseren beiden Bölfern stets herzlicher zu gestalten, werden Euer Majestät mich stets an Ihrer Seite finden." König Oskar von Schweden sandte folgendes Telegramm an König Haakon: Indem ich Eurer Majestät für Ihr Telegramm danke, bitte ich Sie, überzeugt zu sein, daß jedes aufrichtige Bestreben nach einem guten Einvernehmen zwischen den beiden Ländern von meiner Das Seite stets eine sympatische Aufnahme finden wird." Ministerium Michels bot nach der Eidesleistung seine Demission an. Der König bat aber das Kabinet, im Dienste zu bleiben, womit die bisherigen Minister sich einverstanden erflärten.
Russland.
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Heer und flotte.
Garnisonwechsel im Reichslande. Der Kaiser hat befohlen, daß das 4. Lothringische Infanterie- Regiment Nr. 136 von Dieuze nach Straßburg, das 3. unterelsässische Infanterie. Regiment Nr. 138 von Straßburg nach Dieuze, das 2 lothringische Infanterie- Regiment Nr. 131 von Metz nach Mörchingen und das 5. Lothringische Infanterie- Regiment Nr. 144 von Mörchingen nach Meh verlegt werden sollen. Diese Veränderungen haben am 1. April 1906 einzutreten.
Soziales Leben.
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Amerikanische Gemütlichkeit. Außer dem bekannten ,, Arizona Kicker", in dessen Redaktion neben jedem Tintenfas ein geladener Revolver liegt und die Redakteure Panzerhemden tragen, gibt es in Amerika auch Zeitungen, die sich durch recht gemütlichen Inhalt auszeichnen. Ein solches in Arkansas erscheinendes, deutsches Blatt brachte bei der letzten Reise des Präsidenten Roosevelt folgende inhaltsschwere Notiz: Die lezte Nummer der Germania" erschien einen Tag früher, weil unser Personal, uns ausgenommen, nach Little Rock ging, um den Präsidenten Roosevelt zu sehen und zu hören. Wir selbst wagten uns mit unserem offenen, franken Fuß nicht in solches Gedränge, dafür aber ging unsere Ehehälfte, um gleichzeitig unsere dort verheiratete Tochter Auguste Hill zu besuchen, deren Mann uns als frant gemeldet wunde
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× Friede im sächsischen Textilgewerbe. Die Arbeiterschaft in den einzelnen Orten ist dem Beispiel von Greiz und Glauchau allenthalben gefolgt. Daraufhin hat auch der Verband sächsisch- thüringischer Webereien Stellung genommen und veröffentlicht einen Beschluß, daß die Betriebe der Webereien und Färbereien heute Mittwoch, den 29. No. vember, früh 8 Uhr wieder eröffnet werden, nachdem die Arbeiterschaft des sächsisch- thüringischen Webereiverbandes und der Färbereikonvension sich zur Wiederaufnahme der Arbeit bedingungslos und zu den vom Verbande festgesetzten Tarifen und allgemeinen Bedingungen in allen Verbands betrieben bereit erklärt habe. Der Friede ist somit tatsäch lich hergestellt.
** Die Soldaten- Meuterei am Schwarzen Meere hat dahin geführt, daß Sebastopol im Besiß der Revolutionäre sich befindet. Die meuternden Matrosen sorgen aber für Ordnung und halten sogar Paraden ab, während sie die Kameraden, die den Aufstand nicht mitmachen wollen, in die Arreſtlofale sperren, die überfüllt sind. Das Kommando des Kreuzers Otschakow" übernahm der verabschiedete, revolutionär gesinnte Leutnannt Schmidt. Die Stadtduma hat sich mit der dringenden Bitte nach Petersburg gewandt, Maßregeln zur Rettung der Stadt zu treffen. Uebrigens sollen unter den Meuterern bereits Bwiftigkeiten ausgebrochen sein. In der Mandschurei, wo der Aufruhr im Heere wächst, hat General Lenewitsch 100 aus Rußland eingetroffene Agitatoren aus der Armee entfernen lassen. In Petersburg haben Tausende von bewaffneten Arbeitslosen eine sogenannte Arbeiterwehr gebildet und durchziehen die Straßen. Einige große Fabriken haben den Betrieb geschlossen und die Arbeiter gekündigt. Ihre Kameraden wollen die Wiederaufnahme der Arbeit durch einen neuen Streif in ganz Rußland erzwingen. Graf Witte wünscht, daß einer der Semstwo- Vertreter das Ministerium des Innern übernehme.
Alien.
** Zur Regelung der Verhältnisse in der Mandschure hat China der japanischen Regierung verschiedene rhläge gemacht. Darnach soll die Halbinsel von Liaotung
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Nab und fern.
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Marburg, 28. Nov fifigen Sturm brach gefter englermeifter Geibt nebft gten zwei Stockwerte herd ungen zu, daß fie in bie Friedberg, 28. Rove unferer Stadt die Gene Februar und 23./24. Ofto Pferde und Fohlenmä ferden, Fohlen und Gebrau elbingung iff, daß bei feber 1 M. das Stüd, ausgeg e im Herbft 1906 zur Ber ei tanti, aus Büchterhand fen im ganzen Großherzog ew. Alsfeld, 28. Noben annte und beliebte Bächter fannfiel, ift geftern infolge rh die hierdurch erlittener ftorben. Der Berftorbene Landwirt, fondern trat auch andwirtschaftlichen Fortschritt Seiner Läligteit war es Mainzer Austellung b angjähriger Direktor er wa ter Biehzuchtausstellung be withhaft verliert daher in energischften und treueften Worms, 27. Novem Worms. Boltsztg." meldet Mainz, fowie Redakteur Tageblatt" den verantwor Beitung" wegen Beleidig ** Worms, 28. No Fichtsrat des Wormser Br Lam 16. Dezember einb bas abgelaufene Geschäfts Dorzuschlagen.
Fröhlich Pfalz, Gott erhalts! Der Pfälzer Wem bes Jahres 1905 verspricht ein recht brauchbarer Mittelwein zu werden, der dem 1904 er ungefähr gleichzustellen ist. Auch In diesem Jahre wurden an den Geburtsstätten der Pfälzer Edelweine, in Forst, Ruppertsberg, Deidesheim, Wachenheim usw. hohe Mostgewichte festgestellt. In der ganzen Pfalz ist in erfreuliches Fortschreiten in der Pflege des Weines und ber ervorbringung von Qualitätsweinen auch in mittleren und kleinen Lagen zu konstatieren. Der reelle Weinhandel und der Weinbau werden sich gerade in der Pfalz mit Energie gegen die Weinfälscher, deren Treiben allgemein verurteilt wird. Entfeffelte Elemente.
† Raub in der Eisenbahn. Ihrer Barschaft von etwa 3000 Mart wurde eine ungarische Auswanderin während der Fahrt nach Hamburg beraubt. Der Spißbube hatte sich im Eisenbahnkoupee als Landsmann vorgestellt und die Frau auf den Stationen mit Bier und Schnaps bewirtet, bis sie auf der Fahrt einschlief. Da ihm die ahnungslose Frau vorher erzählt hatte, daß sie ihr Geld im Pelzfragen ein genäht mit sich trage, war es dem Räuber leicht, sich den Betrag von der Schlafenden anzueignen. Dann sprang er aus dem fahrenden Zuge und entkam.
Port Artur an Japan verpachtet werden und zwar auf dieselbe Dauer wie seinerzeit an Rußland. Diejenigen Teile der Mandschurei, welche noch von ausländischen, d. H. japanischen und russischen Truppen besezt sind, sollen unverzüglich dem chinesischen Reich zurückgegeben werden. Sämtliche russischen und japanischen Truppen sollen innerhalb sechs Monaten die Mandschurei verlassen. Die japanischen Eisenbahnschutztroen sollen durch chinesische Truppen ersetzt werden. Die Regelung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Mandschurei somie die Maßregeln zur Erhaltung der offenen Tür sollen zwischen China und sämtlichen Mächten vereinbart werden. Ct, na soll einen größeren Anteil an den mandschurischen Eisenbahnen erhalten. Ob China mit seinen Forderungen Glück haben wird? Die japanischen Kriegserfolge würden dadurch ziemlich illusorisch.
( Eig. Bericht.) Hamburg, 28. November 1905. Der außerordentlich schwere Sturm, der sich in den letzten Tagen über der Ost- und Nordsee austobte und gestern in eine Gewitterboe überging, hat unserer deutschen Schiffahrt einen Schaden zugefügt, dessen Umfang sich noch nicht übersehen läßt. Schon die bis jest vorliegenden Nachrichten lassen erkennen, daß der Verlust an Fahrzeugen ein ganz erheblicher ist und auch Menschenleben zu beklagen sind. Bereits gestern mittag zeigten Warnungsschüsse aus Cuxhaven das außergewöhnliche Steigen der Flut an, die sogar die Höhe einer starken Sturmflut überstieg; heute scheint die Gefahr vorüber zu sein, doch sind die Fischer noch nicht ausgelaufen. Wie feststeht, sind während des Sturmies die Segler Coulant und Marie Louise mit Mann und Maus in der Nordsee untergegangen. Mehrere von der Nordsee nach Hamburg aufkommende Fahrzeuge haben schwere Schäden erlitten, so der Dampfer ,, Unity", dem der Steuerapparai branj. Große Elbkähne liefen leck und verloren die Anfer, andere wurden losgerissen und gegen fahrende Dampfer und Kähne geworfen, auch hier Schaden an Steven, Planken und Trossen verursachend. Die Flutwellen schlugen bis in den Innenhafen und rissen auch hier festliegende Schiffe los, doch ist größerer Schaden nicht entstanden.
† An der Grenze erschossen. Drei Personen, die aus Rußland bei Myslowig über die preußische Grenze flüchteten, wurden von Kosaken verfolgt. Einer der Flüchtlinge erhiel noch auf russischem Gebiet eine Kugel, die ihn tötete, andern beiden entfamen auf preußischen Boden.
Hus den Parlamenten. Sächsischer Landtag. Die zweite sächsische Kammer behandelte die Interpellation der Nationalliberalen und Freisinnigen über die Beseitigung des Dreiklassen- Wahl. recht 3. Staatsminister v. Mezzsch erklärte, daß die Reaieruna keine Vorlage habe machen können, welche sich auf
† Auf der Landstraße ermordet. In Debening b Lübeck wurde die Dienstmagd Lorenzen auf der Landstraß nach Arendorf ermordet aufgefunden. Der Toten sind 240 M. Ersparnisse, die sie bei sich trug, da sie ihre Eltern besuchen wollte, geraubt worden. Der Täter ist entkommen.
† Der rote Hahn. Große Brände haben wieder an mehreren Orten Deutschlands gewütet. In Dechelbronn wurden zehn Wohnhäuser und elf gefüllte Scheunen eingeäschert. Der Schaden ist sehr erheblich; ein Feuerwehrmann wurde bei den Löschversuchen schwer verletzt. Ein zwei Tage dauerndes Schadenfeuer zerstörte eine große Anzahl Wohnhäuser, Scheunen und eine Mühle in der Ortschaft Beedenbötel bei Celle. Auch hier sind viele der Einwohner empfindlich betroffen.
† Kampf mit Kirchenräubern. Eine Räuberbande wurde in der spanischen Stadt Zamora beim Ausplündern einer Kirche von der Polizei überrascht. Es entspann sich ein blutiger Kampf, bei dem mehrere Banditen schwer verletzt wurden; schließlich gelang es, die ganze Gesellschaft zu überwältigen und abzuführen.
Von der Küste lauten die Nachrichten fortgesezt sehr beunruhigend. Namentlich sind an der englischen Seite schwere Unfälle vorgekommen. Der englische Dampfer Peridot ist auf See untergegangen, mit ihm der Kapitän und die zehn Mann der Besatzung. Eine Anzahl Fischerboote sind bom Unwetter überrascht worden und man fürchtet auch hierbei große Verluste. Wie es in der Ostsee aussieht, zeigen die Nachrichten aus Kiel und Lübeck. Zwar ist der bei Kiel gestrandete Hamburger Dampfer Solingen" wieder flottgeworden, indessen hegt man in Lübeck bange Sorge um das Schicksal einer Seglerflotille, der das plötzlich hereinbrechende Wetter schweren Schaden zugefügt haben dürfte, da sie den Lübecker Hafen noch nicht erreicht hat. Hier in Hamburg hat der Ortun auch an Lachern und Häusern riesigen Schaden angerichtet und besonders in der Umgegend auf dem Lande ganze Strecken verwüstet, gleichzeitig alles mit Regen und Hagel überschüttend. Glücklicherweise scheint das Wetter jetzt umzuschlagen, sodaß man bold die Größe des angerichteten Verlustes wird abschätzen tönnen. Ein Schutz gegen dieses Wüten der Elemente ist natürlich so gut wie immöglich.
† Verwüstungen durch einen Taifun. Die zur Gruppe der ,,, Mariannen" gehörige Insel Saipan, die am 27. August unter einem schweren Unwetter zu leiden hatte, ist wiederum von einem Taifun heimgesucht worden, der noch größere Verwüstungen als der erste angerichtet hat. Der Materialschaden ist bedeutend, Verluste an Menschenleben sind indessen nicht zu beklagen.
† Spielroheiten in Amerifa. Die amerikanischen Be hörden sehen sich endlich veranlaßt, gegen die Roheiten beim Spiel der amerikanischen Jugend einzuschreiten. Dieser Tage ist die Leiche eines Seekadetten ausgegraben worden, der an den Folgen einer Borerei gestorben ist. Der Körper wies furchtbare Verlegungen auf. Solche Vorfälle, auch beim Fußball. spiel, sind drüben nichts seltenes.
Vermischtes.
Cokales.
** Der Großherzog und die Großherzogin sind gestern nach dem Neuen Palais übergesiedelt.
Von Rußland nach Berlin im Hundekoupee. Ein Maschinenarbeiter aus Rußland schlich sich in Alegandrowo als blinder Passagier in das Hundekoupee des Schnell zuges nach Berlin ein und legte die ganze Reise in diesem engen Raume zurück, weil zufällig unterwegs keine Hunde eingeladen wurden. In Charlottenburg wurde der billige Fahrgast aber erwischt und festgehalten. Wahrscheinlich wird er den Preis für die bequeme Fahrt nunmehr in Numero Sicher absitzen müssen. Uebrigens hatte der Pfiffikus genug Geld bei sich, um die Reise zu bezahlen, er wollte aber sparen.
** Ernannt wurden: Pfarramtskandidat Schlosser zu Gießen zum Pfarrvitar in Wallenrod, Pfarrvitar Hofmann zu Büdingen unter Belassung, in seiner eitherigen Eigenschaft zum kommissarischta Bertreter des Pfarrverwalters zu Neunkirchen.
-er Außerordentlich starke Sternschnuppenfälle wurden geflern und auch schon vorgestern Abend gesehen. Es waren die alljährlich, regelmäßig gegen Ende November, sichtbaren Leoniden. Besonders im Osten und Nordosten waren die Fälle heftig. Auch heute Abend werden bei hellem Himmel vereinzelte Sternschnuppen sichtbar sein.
* Großen Linden, 28. November. Unsere Pfarrstelle ist zur Wiederbejegung ausgeschrieben worden.
Der Rühl will der für Beneralversammlung eine
Theater
Drama in 3 Aufzü Nach jahrelanger padenbes Drama gefte gefährt. Dbwohl das Bajammenhang manchma effen zeitweise die Büge Durch die knappe Szenen oramatische Bucht fort. Mbaren Rampf ihrer natür bie Liebe fiegt.
Die Aufführung br Rollenbelegung war eine g anter der umfichtigen Re tajife ineinander. Die Debwig Langes vom Fr ellerin verfügt über um ie Höhe zu treiben, mi ben Szenen der höch
hiriche, sodaß man von
Spiel war sie aber mitun famtspiel nicht wesentlic Beib, das furchtbar Einen trefflichen Partn ber den Grajen Louis Gattierung durchführte. arhammer ihre fen hr gut traf sie den ha Sirier charatterisierte Biznis. Sehr glüdlich elmännischer Sicherheit. nete bagegen mit fur Bittjohann in der Darsteller fand der Bol Rendel, der ihn mit jebener fleiner Büge aus
Bieber b. Rodheim, 28. November. Das Unglüd im Steinbruch vor Gericht. In einem der hiesigen Kalksteinbrüche war am 30. September v. Js. der Arbeiter 2. Kraustopf aus Crumbach von einem herabstürzenden Stein derart am Kopfe verletzt, daß in der Selinit zu Gießen bald darauf sein Tod erfolgte. Da dieser Unfall infolge Unterlassung der gesetzlichen Borschriften entstanden sein sollte, so stand er in der jüngsten Straffammerfißung zu Marburg zur Verhandlung. Nach Aussage des Angeklagten war in dem von ihm gepachteten Bruche der Abbau von oben eingeführt worden, auch war ihm von der Gewerbeinspektion der Berufsgenossenschaft gestattet worden, denselben etagenweise vorzunehmen. Der Betrieb des Bruches fonnte nun aus dem Grunde nicht eingestellt werden, weil die Weiterarbeit oben zur Herbeiführung eines ordnungsmäßigen Abbaues notwendig war. So kam der Staatsanwalt selbst zu dem Antrag der Freisprechung, die denn auch erfolgte.
*** Nidda, 28. November. Die Berningsen Kriegs felspiele haben in unserer Bevölterung so großen Antlang gefunden, daß man über die ursprünglich vorgesehene Anzahl von Vorstellungen hinausgehen mußte. Die Besucher fommen von der weitesten Umgegend herbei. Der Kriegerverein hat einen Ueberschuß von 900 Mt. erzielt.
§ Winnered, 28. November. Waldankanf. Rammerrat Klemm aus Lich, der vor 2 Jahren das hier liegende Bimmersche Hofgut übernahm, hat jetzt auch die Gutswaldungen fäuflich an sich gebracht.
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