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Norwegen.

Im Storthing haben zehn Abgeordnete einen Antrag auf Gründung einer Republik als zukünftige Staatsform eingebracht. Die große Mehrzahl des Volkes wünsche un­zweifelhaft die Republik. Jedenfalls müsse das Volk über die Frage abstimmen, denn das gegenwärtige Storthing habe kein Mandat, eine Regierungsform festzusetzen.

Russland.

*** Auch aus bäuerlichen Kreisen werden Proteste gegen die Greueltaten der Kosaken laut. So beschloß im Kirch­derf Iwanowka im Gouvernement Saratow die Dorfver­sammlung, den Gouverneur um die Entfernung der Kosaken und die gerichtliche Verfolgung der von ihnen verübten Ge­walttaten zu bitten. In dem erstatteten Bericht werden haarsträubende Tatsachen erwähnt. Die Kosaken peitschten ein 16jähriges Mädchen, ein Bauer erhielt 50 Knutenbjebe, 20 Bauern wurden von den Kosaken bestohlen, ein gegen die Handlungsweise der Kosaken protestierender Bauer wurde getötet, zwei Bauern wieder wurden haibtot geprügelt. An den Regimentskommandeur gerichtete Beschwerden blieben erfolglos. Der in Moskau tagende Semstwo- Kongreß fordert konstitutionelle Freiheiten für das ganze Reich und Ausscheidung des Zartums Polen als besondere autonome Einheit mit eigenem Landtag unter Wahrung der Staats­einheit. In Warschau wurde der polnische Publizist Ludwig von Krzywsci verhaftet und in die Zitadelle ab­geführt.

Hof und Gesellschaft.

Der deutsche Kronprinz, der jetzt nach Beendi gung des Manövers vom ersten Garderegiment, wo er bis­lang als Hauptmann eine Kompagnie führte, zur Dienst­leistung beim Regiment Gardes du Corps kommandiert ist, haf in Homburg v. d. H. zum Besuch seiner dort weilenden Gemahlin ein. Die Kronprinzessin empfing ihn auf dem Bahnhofe.

Der russische Minister v. Witte ist in Petersburg eingetroffen. Trotz der frühen Morgenstunde hatte sich ein zahlreiches Publikum auf dem Bahnhofe eingefunden, das den Minister auf dem Wege vom Waggon zur Equipage mit Hurrarufen begrüßte.

Hus den Parlamenten.

Eröffnung des bayerischen Landtages. Durch den Prinzregenten wurde gestern in München der bayerische Landtag mit einer Thronrede eröffnet. Diese weist auf die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die es mög­lich gemacht hatten, eine Erhöhung der direkten Steuern zu vermeiden. Die Thronrede kündigt die Verbesserung der Einkommensverhältnisse zahlreicher Kategorien von Be­amten, sowie im Staatsdienst beschäftigten Arbeitern an. Ferner werden Denkschriften über die Reform der Steuer­gesetzgebung, über die Errichtung einer Zentralstelle für Han­del und Gewerbe, sowie die wiederholte Einbringung des Wassergeseges angekündigt. Weiter werden eine Denkschrift über die Erwerbung der Pfälzischen Eisenbahnen und andere Entwürfe auf dem Gebiete der Verkehrsverwaltung an­gekündigt.

Nab und fern.

Husar und Automobil. Als die Leobschützer Husaren bom Lamsdorfer Schießplatz abrückten, wurde ein Pferd vor dem in rasender Gile daherbrausenden Automobil des Grafen Pückler- Friedland scheu und warf seinen Reiter ab. Der Husar brach das Genick und war auf der Stelle tot.

Kohlenfunde in der Altmark. Auf den Feldmarken Klinke und Lindstädt sind große Braunkohlenlager entdeckt worden. Um die beiden Fundstellen herum sind bereits acht Bohrtürme errichtet, die ebenfalls nach Braunkohlen bohren.

Tod durch Pilzvergiftung. Eine auf dem Riedhof bei Frankfurt a. M. bedienstete Magd erkrankte nach dem Ge­nuß von Pilzen. Alle Mittel blieben erfolglos. Das Mädchen verstarb an dem Pilzgift.

Beim Mittagsschlaf verbrannt. In Raschau in Sachsen berübten zwei Arbeiter einen sehr schlechten Scherz dadurch, daß sie das Stroh anzündeten, auf dem einer ihrer Kamera­den seinen Mittagsschlaf hielt. Das Feuer griff so schnell um sich, daß der Unglückliche vollständig verbrannte. Al die beiden Täter sahen, was sie angerichtet hatten, flüchteten fie, wurden aber bald erariffen

+ Saubere Speisen auf Bahnhöfen. Butterbrote in Bahnhofswirtschaften werden von zahlreichen Bahnhofs. wirten säuberlich in durchsichtiges Papier eingeschlagen ber kauft. Ein Aufdruck auf dem Papier besagt, welcher Art der Belag ist. Hierdurch soll verhütet werden, daß sich diese Eßwaren mit Staub bedecken, daß sie Besuch von Fliegen und Wespen erhalten und daß sie vor allen Dingen von un berufenen, oft unsauberen Händen betastet werden. Diese borerst noch rein private Maßnahme verdiente wegen ihrer Nützlichkeit zur allgemeinen Pflicht der Bahnhofswirte ge macht zu werden. Für Obst ist das gleiche Verfahren zu empfehlen.

Belohnte Tat. Der Eisenbahnbremser Lenz, der unter eigener Lebensgefahr in Station Remagen zwei Mädchen bor dem Schnellzuge von den Schienen riß, hat von der Behörde eine Belobigung und 100 Mark Belohnung er­halten. Dem Braven, der sich nach Rettung der Kinder an das Eisenbahngitter flammerte, wurde vom Zuge der Rod zerrissen, ein Beweis der Gefahr, in die sich Lenz begeben hatte.

asiatischen Handels einige vierzig seinerzeit von Japan für Transportzwecke erworbene Dampfer übernehmen und außerdem mehrere große Lastdampfer erwerben, die direkt zwischen Ostasien und Liverpool, London, Antwerpen und En französischen Häfen verkehren werden.

Ueberfallene Seeleute. Auf dem Heimwege aus dem Restaurant wurden zwei Heizer der ersten Torpedo- Abtei­lung in Kiel von drei Personen überfallen. Der eine Heizer wurde durch zehn Messerstiche lebensgefährlich verlegt, auc sein Kamerad ist durch Stiche in Hände und Kopf schwer ver mundet.

Wirbelstrrm in Italien. Ueber die Provinz Caserta ging ein Wirbelsturm nieder, der viel Unheil anrichtete. Im Dorfe Brezza sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Ein englisch- japanischer Schiffstrust. Mit einem Ka pital von fünf Millionen Pfund hat sich eine englisch- japa nische Schiffs- Vereinigung gebildet. Sie wird in London und Liverpool Bureaus unterhalten, von denen das letztere zum Teil mit japanischen Beamten ausgestattet werden soll. Die Vereinigung wird hauptsächlich zu Zwecken des lokalen

Ein Schiffskessel explodiert. Vor der Blauen Grotte von Capri explodierte auf dem dort haltenden Dampfer ,, Mafalda" der Dampffessel. Ein Heizer ist tot, ein anderer schwer verletzt. Unter den Passagieren brach eine große Panik aus. Sie wurden von dem telegraphisch herbei­gerufenen Dampfer Lampo" an Bord genommen.

Einsturz am Vesuv. In Neapel wird der Einsturz des Vesuv- Kegels befürchtet. Es wird ein großartiges Natur­schauspiel werden, das aber den umliegenden Dörfern be­deutende Gefahr droht.

Ein Tobsüchtiger auf dem Bahnhof. Auf dem Zentral­bahnhof in Mailand wurde ein Reisender aus Nußland von Tobsucht befallen. Er stach blindlings mit dem Messer um sich und verwundete sechs Personen. Dann rannte er dem Sohne des früheren Deputierten Zavattari das Messer mitten in die Brust, so daß er tot niederstürzte. Schließlich gelang es, den Tobsüchtigen zu überwältigen.

Der Nachlaß des Millionärs. Der Nachlaß des in Paris verstorbenen Barons Alfons von Rothschild beträgt nach amtlicher Feststellung 940 Millionen, Francs. Die Erbschaftssteuer beträgt 21 Millionen Francs.

Ein Kampf mit Wilddieben. In Zeelhen in Belgien wurden Wilddiebe von Wildhütern auf frischer Tat ertappt. Sie verschanzten sich an einer für sie günstigen Stelle und gaben auf 10 Meter gegen ihre Verfolger Feuer. Zwei Jagdaufseher und ein Bauer wurden getötet. Es gelang, die Wilddiebe in einem reichen Landwirt und seinen beiden Arbeitern zu ermitteln.

on der Cholera. In Berlin sind weitere verdächtige Fälle vorgekommen. Zwei Arbeiter, die an Brechdurchf T, berbunden mit Krämpfen resp. Fieber, erfrankt waren, ind in das Krankenhaus geschafft worden. Aus dem infizierton Gebiet sind neue Fälle nicht gemeldet.

Ein netter Bräutigam. Seiner Braut den Hals ab­zuschneiden versuchte der 29 Jahre alte Klempner Karl Trißler in Berlin. Er verlegte sie auf offener Straße mit einem Rasiermesser lebensgefährlich und ergriff dann die Flucht. Das Mädchen mußte im Krankenhause sofort ope­riert werden und lebt noch. Trißler konnte vorläufig nicht ergriffen werden.

Blitzschlag in den Fuchsturm. Der unter dem Name Suchsturm bekannte, auf dem Hausberg bei Jena stehende alte Bergfried wurde vom Blitz getroffen. Ein dort befin liches Holz- und Kohlenlager geriet in Brand. Der Turm brannte vollständig aus. Die Treppe und die Turmkammer wurden zerstört, das Dach brannte ebenfalls ab.

Eisenbahn- Unglück. In Wingen im Elsaß stieß ein von Saargemünd kommender Güterzug mit einer Rangier­Abteilung zusammen. Ein Lokomotivführer wurde ge= tötet, ein Zugführer wurde verlegt.

Sprengung eines Dampfers. Im Suez- Kanal wurde der englische Dampfer Chatham" in die Luft gesprengt. Der Dampfer war im Kanal gesunken und bildete dort ein Hindernis für die Schiffahrt.

Kindesmord. In einer Ortschaft in der Nähe von Posen ermordete die Frau eines Arbeiters ihre kleinen Kinder dadurch, daß sie ihnen Brennspiritus einflößte. Die Frau ist dem Trunke ergeben. Der Mann ist im Gefängnis.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Zuerst zum Tode verurteilt und dann freigesprochen. Der Bergmann Hermann Alt aus Gelsenkirchen, der wegen Ermordung einer Frau im September vorigen Jahres zum Tode verurteilt worden war, ist vom Schwurgericht wegen Unzurechnungsfähigkeit im Wiederaufnahmeverfahren frei­gesprochen worden.

§ Pokern ein Glücksspiel. Ein Kaffeehausbefizer in Mün­then war wegen Vergehens des strafbaren Eigennutes an­geklagt, weil in seinem Lokal gepofert war. Er stellte sich bor Gericht auf den Standpunkt, daß Pokern kein Glücks­spiel und deshalb nicht verboten sei. Mis er auf den Ministr Rubstrat hinwies, wurde ihm das Wort abgeschnitten, wa diese Affäre nicht zur Debatte stehe. Drei Gäste des Cases führten im Gerichtssaal das Spiel praktisch vor. Das Ge­richt gewann daraufhin die Ueberzeugung, daß Pokern ein Glücksspiel sei, und verurteilte den Angeklagten zu 20 Mars Geldstrafe.

Kunft und Wissenschaft.

MC Andreas Achenbach. Der Altmeister der deutschen Maler feiert heute in Düsseldorf seinen 90. Geburtstag. Zu Ehren des Künstlers wurden von den Behörden und der Bewohnerschaft der rheinischen Malerstadt würdige Veran­staltungen getroffen. Achenbach ist als Landschafter be= rühmt, als Marinemaler vielleicht unerreicht.

Der Landwirt.

bestcult als Dank für die freundliche Aufnahme, die seane Tochter, Prinzessin Alice", am Hofe des Mikado bei ihrer

ponfionsdrange ung

htige Lehre ziehen

Seise durch Japan gefunden hat. Die Maschine soll das faun enswerter Energie amerikanische und das japanische Wappen tragen und in dieser und anderen Ressing im Urteil seiner Aufwärterin. In den dreißi- ergeben uns nichts ger Jahren des vorigen Jahrhunderts lebte in Wolfenbüttel wir die guten Reju

na Der Wert des Guanes als Dünger. Der Guano ist ein sehr guter Dünger, so lange er rein und unverfälscht zu uns kommt. Leider ist dies wenig mehr der Fall, und oft werden Stoffe als Guano gekauft, die man sonst als wertlos und ekelhaft durch Seen und Flüsse ableitet. Auf trockenem Beden fann Guano nur Wert haben, wenn viel Hummus darin enthalten ist und wenn er bei seuchter Witterung an­gewendet werden kann. In anderen Falle wird er eher nachteilig wirken. Für zurückgebliebene Saaten aus schwerem Boden als Kopfdünger gegeben hat er hohen Wert, scbald man wirklichen Guano hat. Die frühere Ansicht, daß er den Stalldünger vollständig ersetzen würde, hat Fiasko gemacht. Wird dem Boden mit dem wahren Guano auch fast alles zugeführt, was die Pflanzen zur vollen Entwickelung bedürfen, die Lockerung, also die Gäre, bleibt aus, und ohne diese ist eine gute Begetation nicht denkbar.

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Vermischtes.

Die Naymaschine der Kaiserin. Präsident Roosevelt hat für die Kaiserin von Japan eine kostbare Nähmaschine

einem Mahagonifasten ruhen.

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noch die steinalte Auswärterin Lessings, die auf ihren Herrn gar nicht gut zu sprechen war. Als ein Verehrer Lessings, der eigens, um die Alte zu sprechen, nach Wolfenbüttel ge­reist war, sie ausfragte, erwies sie sich sehr wortkarg. Nur als sie gefragt wurde, ob Lessing geraucht habe, erwiderte sie ärgerlich in plattdeutschem Dialekt: Hei harre nir, hei funne ni; und dogte ok nir, aber schmöken dau hei' n canzen Dag."( Er hatte nichts, er konnte nichts und taugte nichts, aber rauchen tat er den ganzen Tag.)

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fändnisvoll umwerte

Aber wir brauchen

Mus felbrechung, die mam gegenwärtig in int, nicht, denn und die deutschen V baf die friegerischen Berjüngung und Ste horft ausgesprochen. liegt für uns in de Soule und dem deut die große Kluft in

Im Luftballon zum Nordpol. Den Versuch, bei dem der kühne Luftschiffer Andree das Leben verloren hat, will sein Londoner Kollege Wilson wiederholen. Er baut zur­zeit ein Luftschiff, mit dem er nach dem Nordpol fahren will. Wilson glaubt, mit seiner Flugmaschine eine Geschwindig­feit von 50 englische Meilen in der Stunde erreichen zit können. An der Seite der Hülle des Luftschiffes werden automatische Fallschirme befestigt, die sich sofort entfalten, um im Falle des Versagens der Motore einen plötzlichen Absturz zu verhindern. Ueber dem Deck werden sich acht Aeroplans erheben. Wilson hat die englische Admiralität gebeten, im Fall des Zustandekommens seiner Fahrt dem Luftschiff, soweit dies möglich ist, einen mit drahtloser Tele graphie eingerichteten Kreuzer folgen zu lassen.

Geldsendungen nach Bolivien. Vom 1. Oktober d. J. ab kann man Geld mittelst Postanweisung bis zur Höhe von 400 Mark nach dem südamerikanischen Freistaat Bofi­bien senden. Bei der Einzahlung in Deutschland sind die Beträge auf den Postanweisungen in Markwährung anzu­geben. Die Auszahlung in Bolivien erfolgt in der dortigen Landeswährung nach dem Tageskurse. Die Tare wird bei Beträgen bis 80 Mark mit 20 Pfennig für je 20 Mart und bei überschießenden Beträgen mit 20 Pfennig für je 40 Mark berechnet. Telegraphische Postanweisungen sind im Verkehr mit Bolivien nicht zulässig.

Wehrkraft durch Erziehung. Von Direktor Herrich- Leipzig.

( Schluß)

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fchen Schule und Helmers, Graf Haefele Aufgabe aller gelflig uneres Bolles Deshalb follen el Bande fidh mit der D and fie nach Möglichkei ble Sache von den be und Einmütigkeit ange erreichen sein, daß nicht Shaft- es werden du Männer jedes Jahr gemustert, sondern Borbildung in den önnten. Dadurch w und die Mädchenbild Boltsbildungs Darden, die Kräfte wechseln. Die Tur A march fröhliche belehrende populärwi fein würden, würde wehrer Volksbildung Führwahr ein he manches zum Beffer miffen eines ebent Wehrhaftigkeit forts feimen anderen Aust wide, im Schillersd betrachten. Sodann Börperliche nnd fitti für unsere sonstigen dem neutralen Bode önnten sich die An zusammenfinden und

Die Freunde der Volksbildung und die Deutsche Turnerschaft gehören zusammen; dabei soll keines seine Sebständigkeit preisgeben, sie sollen sich nur gegenseitig ergänzen und die vorhandene bewährte Basis bilden, auf der sich verwandte neue Bestrebungen angliedern lassen; den es ist nicht nötig, daß für jeden Spezialzwed, der der allgemeinen Volkswohlfahrt dient, immer wieder neue Vereine gegründet werden, die alles, nuc keine Wurzeln im wirklichen Volke haben und nur die Kräfte zersplittern.

Die Deutsche Turnerschaft pflegt neben der edlen Turnsache schon seit langem die Jugendspiele auf ihren Plätzen und das Wandern gelegentlich ihrer Turn­fahrten. Wenn die Jugendspielvereinigungen innerhalb der Turnvereine sich nicht in der gewünschten Weise ent­wickelt haben, so ist das auf die Interesselossigkeit weiter Volksfreise und die Konkurrenz spezieller Sport­bereinigungen zurückzuführen, die in Ausartungen sich manches Bedenkliche leisten. Wie erheblich aber trotz­dem die Deutsche Turnerschaft schon an der Erziehung zur Wehrkraft beteiligt ist, geht daraus hervor, daß sie 1903 dem deutschen Heere und der Marine über 30000 turnerisch vorgebildete Rekruten zugeführt hat und in thren 7000 Vereinen etwa 110000 3öglinge unter 17 Jahren turnertsch erzog. Solche Arbeit verdient Anerkennung und kräftigste Unterstüßung, um so mehr, da die übermäßige Pflege der Festlichkeiten und des Bierkomments, über die früher manchmal geklagt wurde, eingeschränkt wird und die wick ich solide, abwechsel­ungsreiche Leibesübung nach lebendigen methodischen Grundsätzen in den Vordergrund titt.

Das muß gesagt werden angesichts der Tatsachen, daß die Turnerschaft bisher alles aus eigener Kraft ge­tan hat und anderwärts im deutschen Lande leider vieles verflacht ist, die hohle Phrase und äußeres Ge­pränge wuchernd emporsprießen. Wir brauchen kräftige Persönlichkeiten, eine moralisch und körperlich gesunde Jugend; und wenn wir sehen, wie einerseits die ver feinerte Lebensführung und die Genußsucht die Menschen berweichlicht, andererseits die aus der Volksschule und Fortbildungsschule entlassene Jugend infolge der zu­nehmenden Arbeitsteilung abstumpft, sowie mangels der nötigen Anleitung und leberwachung die Lust zu höherem Streben und systematischer Körperpflege ber­ltert oder gar berroht, dürfte eine allgemeine und doch individuelle Erziehung zu größerer Wehrhaftigkeit unbedingt zu verlangen sein. Obwohl der Staat das größte Interesse daran hat, daß der wehrhafte Nach­wuchs entsprechend erzogen wird, soll doch nicht nach Staatshilfe gerufen werden, sondern die frete Vater landsliebe und die Selbsthilfe der gutgesinnten Bürger­schaft sollen Wandel schaffen.

Das Deutsche Reich hat das herrliche Mahnwort in Treue gehalten, das einst die Kaiserproklamation in Versailles aussprach:" Allezeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an friegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gefittung".- Wir haben so lange Zeit Frieden gehabt, weil unsere Re­gierung in erster Linte auf ein starkes, friegsbereites Wenn wir die Geschichte im all­Heer gehalten hat. gemeinen und die Geschichte der letzten beiden großen Artege: des amerikanisch- spanischen und des japanisch­russischen im besonderen studieren, müssen wir erkennen, daß die Zusammenstöße kommen und in der bekannten Weise verlaufen mußten, weil auf der einen Seite der friegerische Geist und die fittlichen Kräfte stagnierten und verfielen, auf der anderen Seite jedoch, namentlich bei Japan, in Verbindung mit einem gewaltigen

pifliche Boltsangeh würden doch weit m urteilsfähige Männer

die, bon gutem Bürg in dem realen wirtid an die Zunfunft un urid nach dem leucht de fittlichen Energie des Volkes Wohl de

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Bittor Beigel in u errichtende landwi bem Oberlehrer und Dr. Karl Bernius

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