Ausgabe 
29.7.1905 Zweites Blatt
 
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= Gine Schwindel- Bank. Der soeben erfolgte Zusammen­bruch eines Bantunternehmens bat viele Bewohner des Nor­dens von Berlin, meist Handwerker und kleine Gewerbe­treibende, ihrer Ersparnisse beraubt. Dort hatten im e. bruar dieses Jahres zwei Geschäftsleute" eine Gesellschaft m. b. H. unter dem Namen Brandenburgische Spar- und Diskonto- Bant" begründet. Auf eine marktschreierische Re­flame hin fand die Bank viel Zuspruch. Schon jetzt ist der Schwindel offenbar geworden. Der Hauswirt hat keine Miete, die Beamten feine Gehälter erhalten, und die Leute, die ihre Spargroschen der Brandenburgischen" anber­tranten, verlieren ihr Geld. Der Konkurs ist eröffnet und elles unter Siegel gelegt.

Amerikanische Reisekosten. Ein Pariser Bankier, der in der Schägung der aus Amerika nach Europa herüber fließenden Geldsummen eine langjährige Erfahrung bejizzt bat kürzlich festgestellt, wieviel die Amerikaner bei ihrer Reisen in Europa jährlich ausgeben. Er berechnet diese Reisekosten auf 1600 Millionen.

Pictätvolle Amerikanerinnen. Zwei Damen der New borker Gesellschaft haben neuerdings zum Andenken an ihr verstorbenen Gatten großartige Schenkungen gemacht. Mrs Thompson stiftete dem Vasser College eine Bibliothek in Werte von 500 000 Pfd. Sterl. Das aus Granit errichtet Gebäude enthält 11 Studienräume und 125 000 Bände Mrs. Hurlbut übermittelte ebenfalls zur Errichtung einer Bücherei der Yale- Universität die Summe von 10 000 Pfd Sterling.

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Die Rache des Millionärs. Ein Millionär in Balti­more faufte vor einiger Zeit von einem Grundstück- Speku lanten eine in der vornehmsten Straße des Badeortes Long­Branch( Newyersei), der Maris- Avenue, belegene Villa. Er bezahlte mit flingendem Golde und wurde zu spät gewahr, daß er schmählich betrogen sei. Seine Rache war eine furcht. bare. Er errichtete in dem Hause, das ihm als Villa ver fauft war, ein Gratis- Restaurant für Neger. Seitdem wimmelt es in der vornehmen Straße von Niggern beider­lei Geschlechts. Infolgedessen verlassen alle Amerikaner, die in den Villen der Maris- Avenue auf Sommerfrische woh. nen, den Ort. Dadurch ist der Grundstück- Spekulant schwer geschädigt; denn ihm gehören fast alle Villen des vornehmen Biertels. Häuser, die noch bis vor kurzem 250 000 Mart wert waren, werden schon für 40 000 Mark ausgeboten. Die feinste Avenue ist zur Vorstadtgasse geworden, seit der schwarze Landsmann dort sein Restaurant hat. So rächt fich rin amerikanischer Millionär!

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Am 22. Juli. Luise Bertha Hartmann hierselbst. Johannes Reul, Schul­verwalter dahier mit Marie Bindewald in Badenrod. 25. Wilhelm Masur, Schuhmacher dahier mit Raroline Geelhaar hieselbst. 26. Hermann Jung, 8 vil- Ingenieur in Frant furt a. M. mit Emma Elisabeth Abel in Holzheim. Eheschließungen.

Louis Jrle, Installateur dahier mit

Am 22. Juli. Julius Karle, Gometer I Klass dahier mit Anna Lenz hierselbst Emil Simon, Schloffer babier mit Katharine Bollmann hirselbst. 27. Dr. Ecnft Vogt, Brivatdozent dahier mit Anna Clara Emilie Thella Höhl baum herselbst. 28. Julius Dreifuß, Kaufmann in Frank­furt a. M. mit Anna Kaan dahier. Gestorbene.

Am 25. Juli. Alois Gerdte, 66 Jahre alt, Rechnungs­

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. rat i. B. dahier. Elisabethe Roth, geb. Schröder, 62 Jahre

Geborene.

Am 17. Juli. Dem Sattler Jobann Georg Giesece eine Tochter, Eama Luise; 21 Schlosser Karl Göbel eine Tochter, Erna Martha; Kunst- und Handelsgärtner Eduard Rieger ein Sohn, Rarl Dagobert; Kutscher Wilhelm Rieb eine Tochter; 22. Rutscher Georg Sauer ein Sohn, Heinrich Geora; 23. Technifer Wilhelm Fillmann ein Sohn, Wilhelm.

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Verantwortlich: für die Politit und den Inseratenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in teken.

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