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** Die Nachricht von einer Reise des Kaisers von Japan nach Europa wird von amtlicher Stelle aus dementiert. Eine solche Reise sei nicht beabsichtigt gewesen und werde vorläufig nicht stattfinden. Der Papst soll beabsichtigen, eine Spe­zialmission zwecks Einrichtung einer Nuntiatur in Tokio an den Mikado zu entsenden.

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Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser und die Kaiserin sind mit der Prin­zessin Victoria Luise und dem Prinzen August Wilhelm wieder in Potsdam eingetroffen. Die Reise nach Wilhelms­höhe dorthin wurde in Eisenach unterbrochen. Dort wurde das Kaiserpaar von dem Großherzog von Sachsen- Weimar auf dem Bahnhofe empfangen und auf die Wartburg gelei­tet, wo die auf Kosten des Kaisers mit Mosaiten geschmückte Semenate der heiligen Elisabeth besichtigt und sodann ein Festmahl im großen Bankettsaal eingenommen wurde.

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Die Meldung von der Verlobung des Prinzen Fer­dinand Maria von Bayern mit der Infantin Maria Theresia von Spanien wird von München aus offiziell für falsch erklärt. Der Aufenthalt des Prinzen in Spanien erklärt sich durch eine Einladung des Königs Alfons zu den Herbstiagden.

Ruffifche Finanzen.

( Von unserem Berliner CB- Mitarbeiter.)

Ein Herr Rudolf Martin hat dieser Tage eine Schrift beröffentlicht, in der er sich mit den russischen Finanzen be­schäftigt, den russischen Staatsbanferott voraussagt und aus diesem Bankerott für Deutschland schwere materielle Schädi­gungen prophezeit, wofern die russischen Werte in Deutsch­land blieben oder sich gar mehrten. Herr Martin begründet seine Auffassung mit der Berechnung, daß Rußland gegen­wärtig bereits jährlich 710 Millionen an Staatsschulden­Zinsen zu bezahlen habe, daß diese Zinsenlast in 5 Jahren 1250 Millionen Mark betragen und in 15 Jahren die Summe von 2 Milliarden erreicht haben werde. Das sei eine unerträgliche Last, die Rußland unbedingt abwerfen müsse, und die es wahrscheinlich abwerfen werde, ehe die Last die eben angegebene Grenze erreicht habe. Frankreich sei ähnlich belastet, aber ungleich tragfähiger, da seine Land­wirtschaft intensiv betrieben werde und Rußland gegenüber unvergleichlich höheren Ertrag abwerfe. Die russische Land­wirtschaft dagegen sei durchaus rückständig und bis zu einem gewissen Grade auch gar nicht der Förderung fähig. End­lich, meint der Verfasser, würden die russischen Staats- und Staatsfinanzmänner dem Gedanken nicht aus dem Wege gehen, daß Rußland selbst einen großen Nutzen habe und anderen Staaten schweren Nachteil zufüge, wenn es sich für bankerott erkläre und die Staatsschulden- Zinszahlung ein­stelle.

Das ist eine volkswirtschaftliche Ausführung und ein finanzielles Phantasiebild, wie andere mehr. Der Name des Verfassers der in Rede stehenden Schrift würde der Phantasie keine Beachtung zuführen; aber sein Titel könnte es tun und sein Amt, denn er ist Regierungsrat am kaiser­lichen statistischen Amt. Es wäre immerhin möglich, daß man wenigstens im Ausland hieraus die Folgerung zöge, die Ansichten des Herrn Martin seien die Ansichten unserer leitenden Kreise und von diesen, wenn auch nicht im ganzen Umfange geteilt, so doch im wesentlichen gebilligt. Dem gegenüber muß ausdrücklich betont werden, daß der Herr Re gierungsrat mit seiner Schrift nur eine Privatarbeit geliefert hat, für die er ganz allein die Verantwortung trägt. Seine Anschauungen werden in keiner Weise von unseren leitenden Kreisen geteilt, das Erscheinen der Schrift wird von diesen bedauert und gemißbilligt. Es ist ja selbstverständlich, daß man theoretisch die Möglichkeit eines Staatsbankerotts in Rußland wie beinahe überall ins Auge fassen kann. Unsere zuständigen Kreise aber sind weit davon entfernt, die russi­schen Staatsfinanzen unter solchem Gesichtspunkt zu betrach ten.

Mit aller Entschiedenheit weisen sie den Gedanken zurück, als ob Rußland mit dem Staatsbankerott als mit einem Faktor seiner Politik dem Ausland gegenüber rech nen würde. Man ist im Gegenteil fest überzeugt, daß das Kaiserliche Rußland das nie tun wird.

Nan und Fern.

Sturm auf der Nordsee. Ein gewaltiger Sturm herrschte auf der Nordsee. Der Verkehr mit Helgoland war unter­brochen. Zaylreiche Fischerbarken werden vermißt.

Tod am Hochzeitstage. In dem Industrieorte Riegers­dorf bei Bodenbach erschoß ein Schlosser an dem Tage, an dem er mit seiner Braut getraut war, erst diese und dann sich selber. Bei dem Hochzeitsessen war es zu einem Wort­mechsel unter den Gästen gekommen, durch den der junge Ehemann sehr aufgeregt wurde. Gleich nachdem er mit seiner Frau in seine Wohnung gegangen war, hörte man dort Schüsse, und die blutige Tat war vollzogen.

Theddy im Untersee- Boot. Der allgewaltige Präsident der Vereinigten Staaten bleibt doch auch nach seinem Ein­zuge in das Weiße Haus zu Washington der wilde Wage­hals, der ihn einst mit den Rauhen Reitern" bei seinen Landsleuten bekannt gemacht hat. So hat er sich neuer­dings an Bord eines Unterseebootes begeben und ist dort während mehrerer Tauchernianöver verblieben, von denen eines 50 Minuten dauerte.

Die Bente des Defraudanten. In Bahia hat die Polizei an Bord der Jacht Catarina", auf der der flüchtige Pariser Bankbeamte Galley dort eingetroffen ist, die Summe von 600 000 Francs beschlagnahmt. Zur Auslieferung des flüchtigen Defraudanten find die nötigen Schritte getan.

Von zwei Automobilen überfahren. Die Gattin eines angesehenen Apothekers in Paris wurde auf einer in Be­gleitung ihres Sohnes unternommenen Radtour von dem Automobil eines Tenoristen der Großen Oper überfahren. Gleich darauf ging noch ein anderes Automobil über die an Boden liegende Dame hinweg, da es nicht in der Fahrt Die Unglückliche starb gleich aufgehalten werden konnte.

darauf in den Armen ihres Sohnes.

Im Geldschrank eingeschlossen. In einer englischen Stadt spielte sich fürzlich ein aufregender Vorfall ab. Ein Schlosser hatte an dem Sicherheitsschlosse eines Geldschranks etwas zu ändern. Der Sohn des Schlossers trat in den Schrank und ließ diesen von dem Vater schließen, um die Mechanik von innen zu untersuchen. Zum Entseßen der

beiden vermochte der Vater den Schrank nicht wieder zu öff­

nen.

Schon war der Eingeschlossene dem Erstickungstode nahe, als er durch einen Lichtstrahl ein winziges Loch in der Wand des Schrankes entdeďte. Er preßte den Mund aus diese Stelle und sog damit Luft ein. Schließlich gelang es, die Tür aufzubrechen und den halb Bewußtlosen aus seinem schrecklichen Gefängnisse zu befreien.

Ein Streit um eine Statue. Der bekannte anterifa nische Milliardär Pierpont Morgan hatte dem städtischen Kunstmuseum in Newyork eine antike Bronzestatue geschenkt. Der Direktor des Museums, Eldwell, erklärte das angebliche Kunstwerk für wertlos und verwies es in die Kellerräume. Darauf bewirkte der allmächtige Morgan die Entlassung des Direktors und ließ ihn durch Polizisten aus dem Museum befördern. Die Statue aber, für die Morgan 5000 Dol lars bezahlt hat, erhielt einen hervorragenden Play. Eld. well gilt als wirklicher Kenner der Antike, und er hat die allgemeine Stimmung für sich.

Meuterei unter Sträflingen. An Bord eines Trans­portdampfers brach im Hafen von Marseille unter den ani das Fahrzeug eingeschifften Deportierten eine Meuterci ans. Erst nach viclen Mühen gelang es, die Ordnung wieder Her­zustellen.

Vergiftung durch Milch. In Madrid erkrankten eine große Anzahl Personen infolge Genusses verdorbener Milch. Mehrere Händler, die derartige Milch verkauft hatten, wur­den verhaftet.

Kirchenräuber. In Luneville wurde die Kirche des Heiligen Jacob in der Nacht von Dieben heimgesucht. Be­deutende Geldsummen, die in den Opferstöden sich befanden. wurden eine Beute der Einbrecher. Auch kostbare Kirchen­geräte fielen ihnen in die Hände.

Der genedte Elefant. Eine Menagerie aus Hamburg. die sich in Staßfurt produziert, hatte ihren großen Elefanten in dem Pferdestall eines Gasthofes untergebracht. Ein Pferdewärter beging die Unvorsichtigkeit, das Riesentier an den Rüssel zu fassen. Der Mann erhielt dafür mit dem Rüssel einen derartigen Nasenstüber, daß er in die Ecke des Stolles flog und erhebliche Verlegungen an Rücken und Atm erhielt. Nur das Hinzukommen eines Menagerie­wärters, der den Elefanten beruhigte, rettete den Tollkühnen vor der Gefahr, von dem wütenden Tier zertreten zu werden.

Schreckliches Brandunglück. Als ein alter, blinder Dreh­orgelspieler in Berlin am Abend mit seiner Frau nach Hause zurückgekehrt war und nun diese das Abendessen be­reiten wollte, tam sie dem Spirituskocher zu nahe, und im Nu stand ihre Kleidung in Flammen. Der blinde Mann rerfte erst gar nicht, was im Zimmer vorging, und erst auf die Hilferuje seiner Lebensgefährtin tappte er sich zu ibr hin und erstickte die Flammen. Die Greisin war inzivischen chrecklich verbrannt.

Neuer Schnelldampfer. Der Norddeutsche Lloyd hat jeim Stettiner Vulkan einen neuen großen Schnelldampfer on den Abmessungen des Kaiser Wilhelm 11." bestellt. Jugendlicher Messerstecher. Bei einem Ausflug, den die Schulen in Thaley machten, gerieten die Knaben in Streit. Dabei zog ein elfjähriger Schuljunge ein Messer und ver­jette einem gleichaltrigen Kamerhden einen gefährlichen Stich.

Nenn Menschen im brennenden Hause. In Schwochl im Fürstentum Lübeck wurden durch Einstürzen eines vom Feuer ergriffenen Hauses neun Personen unter den brennenden Trümmern begraben. Zwei davon sind getötet, sieben lebensgefährlich verletzt worden.

Großes Brandunglück. In Flensburg ist ein ganzer Häuserkompler am Sudermarkt, auf dem früher das Hote: Stadt Hamburg stand, durch einen Brand eingeäschert verden.

Tages- Chronik. In der Gemeinde Berghofen in West­alen tritt infolge Wasserverseuchung der Typhus epidemisch iuf.

-Im schlesischen Riesengebirge am Großen Teich wurde Die Leiche eines Mannes gefunden, der durch Absturz ums Reben gekommen ist.

Kunft und Wissenschaft.

CR Eine Bereicherung der Berliner Nationalgalerie Eines der genialſten Werke des verstorbenen Meisters Adolf von Menzel ist aus Leipziger Privatbesitz in das Eigentum der Nationalgalerie übergegangen. Es handelt sich um das Gemälde Ballsouper", das für 160 000 Mark von Herrn Emil Meiner in Leipzig an die Museumsverwaltung ver fauft wurde." Ballsouper" stellt eine Szene aus einer Abendgesellschaft bei Kaiser Wilhelm 1. dar.

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Ein gestürzter Millionen- König. Spekulantenglück und Größenwahn.

In London gehört es zu den nicht so ganz seltenen Vor­fommnissen, daß Leute, die aus den ärmeren Schichten des Volkes sich zu großem Reichtum emporgeschwungen haben, diese Stellung nicht ertragen fönnen. Sie überspannen ihre Kräfte, wollen immer höher hinaus und sinken plötzlich in das Nichts zurück, aus dem sie ihr Glück erhoben hatte. Soll ein Opfer dieser Krankheit, die man wohl als den Gigan­tismus des Reichtums" bezeichnet hat, in der Londoner Well besonderes Aussehen erregen, so gehört schon etwas dazu. Eine Persönlichkeit, die das fertig gebracht, ist ein gewisser Rucker, dessen Fall- im wahren Sinne des Wortes- jeti vor dem Londoner Bankerott- Gerichtshof verhandelt wird.

Noch im Jahre 1882 war Rucker Besitzer eines unbedeu tenden Fahrrad- Geschäfts, das gar nicht prosperieren wollte. Drei Jahre später fonnte er sich mit seinen Gläubigern ab­finden, denn er war inzwischen in die Firma Humbers Limited" als Generaldirektor mit einem großen Gehalt ein­getreten, das im Jahre 1893 sich bis auf 180 000 Mark ge­steigert hatte. Mit diesem Einkommen hätte Rucker brillan: leben können. Er hatte jedoch inzwischen die Bekanntschaft jenes Ernest Terah Hooley gemacht, den man einst den Napoleon der Finanz zu nennen pflegte. Dieser waghalsigste aller Spekulanten verband sich mit Rucker zum Zweck der Gründung der bekannten Dunlop Tyre Company. Das Ka pital, mit dem die Gesellschaft gegründet wurde, war kolosso!, und die ganze Geschäftswelt stand wegen dieser Ueberkapitali sierung Kopf. Der Gewinn, der aus dieser Unternehmung heraussprang, betrug 60 Mill. Mark. Hiervon entfielen auf Hooley und Rucker 20 Mill. Mark, wovon Rucker 8 Mill

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Mark in Barem erhielt, während er für 100 000 Mark die Jacht Vineta" und die sieggewohnte Jacht Britannia", die einst dem Prinzen von Wales, dem jetzigen König Eduard, gehört hatte, für 12 000 Mark an­nehmen mußte. Ruder war nunmehr ein reicher Mann, und das konnte er nicht vertragen. Anstatt in aller Be­hc glichkeit seinen Neichtum zu genießen, ergriff auch ihn der Wahn, eine Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Zu dem Zwecke kaufte er einen Landsitz in Surrey, der ihm, nachdem er allerhand Verbesserungen darauf angebracht hatte, zwei Millionen Mark kostete. Dort empfing er Finanzleute, Bar­lamentarier und Mitglieder der Hofgesellschaft. Das ge. nügte aber nicht. Er mußte auch eine Jagd und ein Jagd­schlößchen in Susser erwerben. Der lezie Gedanke des Em­porkömmlings ist aber immer der Besitz eines Rennſtalles. Auch diesen Gedanken verwirklichte der ehemalige Fahrrad­händler Rucker. Für alle diese Opfer erhielt er dann aber auch eine gesellschaftliche Befriedigung, er übernahm ein Ehrenamt, das ihm die Oberleitung der Hirschjagden mit der Meute der Grafschaft und damit eine immerhin an­sehnliche gesellschaftliche Stellung sicherte.

Der Anlauf, in die Gesellschaft zu gelangen, war also gemacht; aber gerade, als er abspringen wollte, versagte dem Abenteurer der Atem. Seine Kapitalanlagen bezahl­ten sich nicht, die Erfindungen, die er finanziert hatte, reus­fierten nicht, seine Schuldner gaben ihm sein Geld nicht wieder, und das Finale war eine Auflösung seines Besitz­standes. An seinen unsinnigen Landkäufen, an seinem Renn­stall, seiner Jacht, alles Dinge, von denen er bei dem An­fauf nichts verstanden hatte, verlor er über die Hälfte des Anlagefapitals, und nachdem er sich notdürftig seit dem Jahre 1899 als Börsenagent durchgeschlagen hat, steht er heute nicht nur vor dem Ruin, sondern hat eine Schulden­last von 240 000 Mart, denen feine Aktiva gegenüberstehen, auf dem Rücken. Der Traum ist verronnen, und es bleibt bei dem öden Erwachen der häßliche Nachgeschmack. Der biel beneidete Finanzmagnat, der einen Schweif von Syba­riten und Pumpgenies aus der guten Gesellschaft um sich hatte, sitt heute vereinsamt auf der Anklagebank.

Jetzt kommt es darauf an, ob und wie lange es der ge­stürzten Finanzgröße gelingt, dem Wandel der Dinge stand­zuhalten. Dann könnte ihm das Glück vielleicht noch einmal lächeln, und auf den tiefen Sturz folgte ein neues Empor= klimmen. Allein leicht ist es nicht, und die gesellschaftliche Höhe steht dem viel weniger erreichbar, der schon einmal oben gewesen ist.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Die freigegebenen Montignofobilder. Die Dresdener Polizeidirektion hatte im November v. J., bei Androhung von Strafe, verboten, Bildnisse der Gräfin Montignoso in Schaufenstern und Schauen öffentlich auszustellen. Diese Verfügung ist auf Anfechtungsflage mehrerer Ansichtskarten­händler von dem sächsischen Oberverwaltungsgericht als ungültig erklärt worden. Dem Vernehmen nach wollen die Händler Schadenersatz beanspruchen.

§ Schulpflicht bis zur Konfirmation. Ein Monteur im Holsteinschen hatte seine Tochter, die nicht getauft war und nicht fonfirmiert werden sollte, vom Tage ihres vollendeten 15. Lebensjahres von der Schule ferngehalten und erhielt einen Strafbefchl. Er erhob Einspruch und das Schöffen­gericht sprach ihn frei, da die schleswig- Holsteinsche Schul­ordnung vom Jahre 1814 das Ende der Schulzeit für Mäd­chen auf das vollendete 15. Lebensjahr festsetzt. Auf die Be­rufung der Staatsanwaltschaft hob die Straffammer den Freispruch auf und entschied, daß die Schulpflicht aus schul­technischen Gründen bis zur Konfirmation dauere. Selbst wenn der Beschuldigte seine Tochter nicht konfirmieren Tassen wollte, hätte er sie bis zum Konfirmationstage die Schule besuchen lassen müssen.

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Vermischtes.

= Der Säbel des Polizisten. In einer Gemeinde de Odenwaldes bemerkte er Ortspolizist, wie eine Anzahl lufti­ger Gesellen die Stille des Ortes gröblich zu stören unter­nahmen. Da sie sich dem Gebot des Vertreters der öffent lichen Gewalt nicht fügen wollten, erklärte er mit beson derem Nachdruck: Wenn's keine Ruhe gibt, werde ich meinen Säbel holen!" Bald kam er wieder, umgürtet von seinem Schwert, dem Symbol seines Amtes. Aber die zügellofen Gesellen respektierten auch dieses Zeichen nicht und randa­lierten nur noch lauter. Da zog der im Dienst ergraute Hüter der Ordnung seinen blanken Säbel, schwang ihn, drohend um den Kopf und warf ihn mit den fürchterlich Worten zur Erde: Da ist mein Säbel, regiert ihr die Ge­meinde!"

= Fisch- Schuppen als Exportartikel. Aus Ungarn wer­den neuerdings Fischschuppen nach Japan exportiert und dort zu Perlen, Fächereinlagen und ähnlichen Erzeugnissen der Kleinkunst benußt. Es handelt sich um die Schuppen eines Fisches, der im Plattensee in Ungarn vorkommt. Er heißt Garda, ein grätiger Geselle, dessen Fleisch indessen nicht übe schmeckt. Jährlich werden für 30 000 Gulden Schuppen rom Plattensee nach dem Reich des Mikado ausgeführt.

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Das afrikanische Gummiland. Als eine sehr ergiebige Suelle für den Gewinn von Gummi hat sich der Sudc c.wiesen. Der Gummihandel hat dort eine ungeheure Stei­gerung erfahren, die Ausfuhr beträgt jährlich über 20 Mil­lionen Pfund. Der Gummi wird in den Wäldern gesam­melt und dann nach Omdurman gebracht, wo er verpackt und nach den Seehäfen geschafft wird. Man unterscheidet int Handel mehrere Sorten. Die erste Qualität ist weich und von weißer Farbe, die zweite hart und rötlich. Erstere wird um 10-12 Proz. teurer bezahlt und namentlich von Chemikern und Apothekern gekauft. Die Verpackung ge­schieht in hölzernen Kisten im Wert zu je 100 Wark.

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Die Herkunft der Sänger. Ein Pariser Blatt hat eine Untersuchung darüber angestellt, welchem Metier die großa französischen Sänger gehuldigt haben, ehe sie das Gold in ihrer Kehle entdeckten. Danach entstammt der Sänge Loulacroix einer armen Arbeiterfamilie. Villaret, der Tenor, der in der Afrikanerin" so große Erfolge erzielte, war ursprünglich Arbeiter und später Braumeister. Bos quin, dem Massenet die Jesus- Nolle in seiner Marie Magde Teine" anvertraute, war Schuster gewesen. Vergnet war Violinspieler in fleinen Pariser Vorstadtorchestern, bevor er sich als Romanzensänger in Tingeltangeln einen Namen machte. Salomon, der wunderbare Alim aus dem Köni von Lahore", war Kaufmann. Durch den Krieg( 1870) ruiniert, fam er nach Marseille, wo Halanzier seine Stimme

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