Million Frank für den Neubau des riedensmuseums in Luzern, das infolge Pachtablaufs des jetzigen Gebäudes verlegt werden muß.
frankreich.
** Der frühere Kriegsminister Cavaignac ist gestorben. Er hatte das Kriegsministerium zweimal inne und zwar in den Kabinetten Bourgeois 1895-96 und Brisson 1898. Cavaignac ist auch als Schriftsteller mit staatswirtschaftlichen Schriften hervorgetreten.
** Ein großer Kolonialskandal scheint sich zu entwickeln. Der Bericht des kürzlich auf der Heimreise verstorbenen Afrikaforschers de Brazza enthält schwere Anklagen gegen den Kongogouverneur Gentil. Es handelt sich um furcht bare Grausamkeiten gegen die als Geißeln in Konzentra tionsfeldern vereinigten Frauen und Kinder, um große Unregelmäßigkeiten bei Entlohnung der im Staatsdienst angestellten Eingeborenen, um unerlaubte Begünstigung Gentil einer Privatgesellschaft und andere Handlungen. habe die Eingeborenen durch ungesetzliche Steuern bedrückt sie in der ungeheuerlichsten Weise foltern und häufig sum marisch hinrichten lassen. Er habe angeblich 20 000 Schwarze, durch die er die Vorräte für die Truppen am Tsadfee transportieren läßt, geopfert! Das Ministerium beschäftigt sich bereits mit der Angelegenheit.
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Balkan- Staaten.
* Die Verstimmung zwischen Griechenland und Rumänien wegen der fortdauernden Grenzzwischenfälle hat sich in den letzten Tagen sehr zugespitzt. Der völlige Abbruch der diplomatischen Beziehungen steht bevor. Man erwartet die Vermittelung unbeteiligter Mächte.
Rufsland.
war im Manövergelände bei Briezen von einem Geschütz überfahren und getötet. Im Leichengefolge befand sich auch eine Abordnung des Offizierkorps, sowie eine Abteilung Unteroffiziere und Mannschaften des Feldartillerie- Regts. Nr. 57, während die Regimentskapelle die Trauermusik stellte. Kostbare Kranzspenden mit Widmungsschleifen vom Offizierkorps, den Unteroffizieren und Mannschaften bedeckten das Grab des so jäh aus dem Leben gerissenen Knaben.
** In Baku ist jetzt ein Friedensschluß zwischen Armeniern und Tataren erfolgt, der einige größere Aussicht auf Erfolg zu versprechen scheint. Zehn Muselmanen und zehn Armenier gewährleistaten mit ihrem nach Millionen zählenden Vermögen die genaue Beobachtung des Uebereinkommens, demzufolge im Falle von Mezeleien und Plünderungen der materielle Schaden den Familien der Getöteten und Verwundeten gegenseitig ersetzt werden soll. Ein Schiedsgerichtshof, bestehend aus fünf Armeniern und fünf Tataren, wird eingesetzt werden, um die Einzelheiten des Uebereinkommens auszuarbeiten und etwaige Schwierigteiten zu beheben. Das Uebereinkommen soll vom 14. Oftober ab in Kraft treten. Außerdem ist für den Oktober die Berufung eines allgemeinen Kongresses im Kaukasus geplant, wo die Fragen über die wesentlichen Gründe der feindseligen Haltung zwischen Armeniern und Tataren besprochen werden sollen. In Finnland sind zur VerStärkung der Garnisonen 4000 Mann eingetroffen. Polizeiliche Nachforschungen nach geheimen Waffenniederlagen in den Schären zwischen Kemi und Tornea sind ergebnislos berlaufen. In Mitau in Livland wurde der Pastor Schilling in seinem Hause erschossen.
** Mit dem japanisch- russischen Friedensschluß ist China nicht zufrieden. Aus Tokio wird berichtet, China habe Rußland und Japan notifiziert, daß es nicht einverstanden sein könne mit der Räumungsfrist, welche für die Mandschurei im Friedensvertrag festgesetzt worden sei. Ferner bestreitet China Japan das Recht, Militärposten längs der Eisenbahn aufzustellen. Der japanische Friedensunterhändler Komura ist von seiner Erkrankung wiederhergestellt. Er wird in den nächsten Tagen die Heimreise antreten. England errichtet mit Zustimmung Japans in Singapore eine große Flottenstation.
Hof und Gesellschaft.
† Vom Posten erschossen. In Königsberg i. Pr. wurde ein Unteroffizier des 1. Pionier- Bataillons von einem Posten seines Bataillons erschossen. Er war auf dessen Anruf nicht stehen geblieben, worauf der Posten Feuer gab. Der Unteroffizier wurde schwer verwundet und erlag seinen Verletzungen.
Der Kaiser hat der Stadt Werben anläßlich der bevorstehenden Feier ihres 900jährigen Bestehens eine Nachbildung des in der Siegesallee stehenden Denkmals Albrechts des Bären zugesagt. Den Ort der Aufstellung will der Kaiser selber bestimmen.
Soziales Leben.
† Tod durch Milzbrand. Ein Kuhschweizer auf dem Rittergut Malsfeld in Hessen hatte sich an Rindvich, bei dem Milzbrand ausgebrochen war, aus Unvorsichtigkeit infiziert. Er starb unter fürchterlichen Tobsuchts- Erscheinungen.
† Schreckliches Familien drama. Ein Schmied in Erfurt hat aus Wut auf seinen Schwiegervater seine junge Frau, mit der er erst drei Monate verheiratet war, getötet. Die Schwiegereltern weigerten sich, dem jungen Ehemann die Schmiede vor dem 1. Januar zu übergeben. Darob geriet der Mann so in Erregung, daß er seine im Bette liegende Frau durch einen Schuß ins Herz auf den Tod verwundete und dann auf sich selber einen Schuß abgab, der die Leber durchbohrte und den Tod nach fürchterlichen Schmerzen verursachte. Bis vor kurzem war der Schmied voller Liebe zu seiner jungen Frau gewesen.
Arbeitsdifferenzen im Rheinland. Nachdem die letzten Versuche, die Streitigkeiten im Solinger Industrierevier beizulegen, gescheitert sind, erfolgte die Aussperrung sämt licher Messerarbeiter, die dem Metallarbeiterverband angehören. Im ganzen sind die Arbeiter von rund dreißig Firmen betroffen.
† Hindernis im Suezkanal. Im Suezkanal ist der Dampfer Chatham" gesunken und hindert die Passage. Um diese frei zu machen, muß der Dampfen gesprengt werden.
Hilfskaffe für Rechtsanwälte. In Hannover hat die 21. Generalversammlung der Hilfskasse für deutsche Rechtsanwälte stattgefunden. Das Geschäftsjahr 1904/1905 schließt ab mit einer Mitgliederzahl von 4980 gegen 4890 im Vorjahre. Der Kapitalgrundstock hat sich von 1003 642 Mark 11 Pf. im Vorjahre auf 1 072 700 mt. 85 Pf. erhöht. Für Unterstüßungen ist ausgeschieden der Betrag bon 113 118 Mt. 5 Pf.
bon
† Großfürst und Großherzogin. Der Großfürst Khrill von Rußland, der vor Port Arthur aus einem in die Lufi gesprengten Panzerschiff gerettet wurde, und die geschie. dene Gemahlin des Großherzogs von Hessen sollen sich ohne Einwilligung des Baren geheiratet haben. Beide halten sich in Bayern auf und sind fast täglich an den Ufern des Tegernsees zusammen.
† Wieder das Automobil. An der französisch- spanischen Grenze überfuhr der Herzog von Medjuaceli mit seinem Automobil eine Frau, die ihren Verlegungen crlag. Der Herzog stellte sich selbst den Gerichten und bot den Hinter. bliebenen der Ueberfahrenen jede Entschädigung.
Statistik der Berufserkrankungen. Da die bisher geübten Methoden zur Ermittelung gesundheitlicher Schädigungen in industriellen Betrieben sachverständiger Seite als nicht genügend bezeichnet werden, um den Behörden ein klares Bild von der Ausbreitung der Berufsfrankheiten und anderer mit der Industrie mittelbar im Zusammenhange stehender Krankheiten zu geben, ordnete der Regierungspräsident von Potsdam an, daß in Zukunft auch die Vorstände der Krankenanstalten zur Verbesserung ter Statistik regelmäßig herangezogen werden sollen.
Nab und fern.
bor Mord und Einbruch nicht zurückschreckten und bei Fact berjubelten, was sie während des Tages erfochten hatten. Als anno 1683 der Türfe vor Wien seine Scharen zur Be lagerung zusammenzog, wurden an 7000 Bettler als un nüze Esser aus der Stadt gejagt. Kaum aber war die Be lagerung beendet, so war auch das„ Bettlerpack" wieder da und trieb, wie es in einer alten Schrift heißt ,,, trotz der Stadtquardia, Numorwache und Bettlerpatente" ihr Wesen zur Belästigung der Bewohner. Zu den Zeiten der Kaiserm Maria Theresia fand sogar eine Bettler- Revolution statt, zu deren Bewältigung ein Regiment Dragoner aufgeboten wer den mußte. Schlimm war es, als der Staatsbankerott von 1811 viele Eristenzen dem Bettel in die Arme trieb, und auch 1847 führten schwere industrielle Katastrophen ihm neue Scharen zu.
† Eine verwegene Fahrt. Unter dem Wagen eines Schnellzuges entdeckte man auf einer Station in der Nähe von Liverpool einen zehnjährigen Knaben, der dort auf der Achse saß und auf diesem gefährlichen Size schon eine ziem liche Strecke zurückgelegt hatte. Er wollte seine Tante in Huddersfield besuchen und war während der rasenden, Fahri nicht schwindelig geworden. Der Knabe hat schon niehrfach versucht, als blinder Passagier seinen Plan auszuführen. Einmal wurde er in einem Abteil erster Klasse entdeckt, in das er sich eingeschlichen hatte, ein anderesmal war er in einen Frachtwagen gestiegen, der aber nach einer anderen Station in Schottland geschickt wurde, von wo ihn die Polizei zurückbeförderte.
1 † Von der Gräfin Montignoso. Die frühere Kronprinzessin von Sachsen hat dem Dresdener Hof den Vorschlag unterbreitet, man solle ihr die kleine Prinzessin Monica dauernd überlassen, dafür wolle sie dann auf ein Wiederschen mit ihren anderen Kindern verzichten.
† Eisenbahn- Unfall. Bei Swinemünde entgleiste ein Personenzug. Die Maschine und der Gepäckwagen stürzten den Bahndamm hinab. Mehrere Personen wurden leicht berlegt. Von Stettin und Swinemünde famen Hilfszüge.
† Ueberfall eines Militär- Postens. Während der Naci wurde der am Gonsenheimer Tor zu Mainz stehende Posten von Soldaten überfallen und durch Messerstiche schwer verlegt. Sein Gewehr und Seitengewehr sind verschwunden, eine scharfe Patrone fehlt.
† Ein Säugling verbrannt. In Hörde gossen die Kinder einer Bergmannsfamilie, die allein zu Hause gelassen waren, den Inhalt der Petroleumfanne ins Feuer. Die Kanne explodierte, und dadurch entstand ein Brand, der den Kinderwagen ergriff, so daß der in ihm liegende Säugling jämmerlich verbrannte.
† Zusammenstöße zwischen Lokomotive und Straßenbahn. Eine vom Bahnhof Kalk bei Köln kommende Lokomotive fuhr in die von Deutz kommende Straßenbahn, die mit Erwachsenen und Schulkindern dicht besetzt war. Der Motorwagen und die Anhänger wurden demoliert. Eine Person wurde getötet, sieben wurden lebensgefährlich verletzt.
† Ein Schulknabe mit militärischen Ehren beerdigt. Der dreizehnjährige Sohn eines Schmiedemeisters in Trebnik
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Man hat in Wien von jeher bestimmte Kategorien vo Angehörigen des Bettlerhandwerks unterschieden. Im Mittelalter hatte man die sogenannten„ Audienz- Brüder". Das waren solche Bettler, die hochgestellte Herren in ihren Palästen heimsuchten. Einem von diesen Gesellen gelang es eines Tages, bis zum Kaiser Leopold I. vorzudringen, und als er mit der Gabe, die der gutmütige Monarch ihm reichte, nicht zufrieden war, nahm der freche Patron ein Goldstück von des Kaisers Schreibtisch und verschwand damit.
† Hinrichtung eines Mörders. In Mannheim wurde der Fabrikarbeiter Becker hingerichtet. Er hatte das Dienstmädchen Senger, die ihm Vorwürfe darüber machte, daß er sie hatte sißen lassen, mit einem Beil erschlagen.
Neuerdings sind diese Leute von den Bettlern abgelöst, die ihre feste Kundschaft" haben und meist in ziemlichem Wohlleben ihre Tage verbringen. So ein Bettler gehört zum Haus". Er erscheint dort ein- bis zweimal die Woche mit der Pünktlichkeit eines Bureaukraten, um seine ein für allemal bestimmt abgemessene Gabe in Empfang zu nehmen. Dann kommen die Krüppel. Sie könnten sofort in einem Armen- Institut Aufnahme finden, allein sie ziehen es vor, die Straßen unsicher zu machen. Ein stadtbekannter Krüppel, der auf den Stümpfen seiner amputierten Beine und auf den Händen sich fortbewegt, die er durch Holz, schemel vor dem Straßenschmuz schüßt, wurde von der Behörde in das Landesversorgungshaus geschafft. Nach acht Tagen war er verschwunden, weil er, wie er erklärte, ohne seine Geliebte nicht leben könne.
† Kindesmord. Auf dem Bahnhofe in Görlitz wurde ein Mittelschullehrer und seine achtzehnjährige Braut verhaftet. Der Lehrer hatte das neugeborene Kind seiner Braut in einem Gasthofe zu Weißwasser lebend in die Senfgrube geworfen, wo es starb. Das Paar wollte nach Zürich flüchten und führte Zyankali mit sich.
† Einsturz einer Kirche. In Fellegora in Italien stürzte eine im Bau begriffene Kirche ein. 25 Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Zwei waren sofort tot. Elf sind schwer verletzt.
Aus dem Gerichtsfaat.
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Recht einträglich ist das Geschäft der Bettler, die an den Kirchentüren einen Stammplaß haben. Solche Stamm gäste finden sich auch bei den Klöstern ein, wo sie Suppe und Brot erhalten. Diese dürfen sich vor dem verteilenden Frater schon etwas herausnehmen. So fann man wohl ein altes Weibl sagen hören: Hören S, i saget's halt do amal in der Kuchl, daß s' net gar so viel Kümmel in d' Suppen geben.' s is ja nei zum' nunterbringen!"- Oder:„ Allerweil Erbsensuppen!' s draht ein ja schon' n Magen um. Und g'wöhnli' is s' versalzen. Wann i in ein' Kloster wär', i tat mi schamen,' n Leuten so was 3'geben." Der Frater lächelt zu solchen Bemerkungen gewöhnlich milde. Er weiß ja, daß die Leute, wenn sie auch schimpfen, andern Tags doch wieder kommen.
Zu dem Bettler gehört der„ Gsiberlfelberer", das ist der Bettelbriefschreiber, eine Wiener Spezialität, die von der Polizei mit Eifer verfolgt wird. Der Gsiberlfelberer" tennt alle Wohltäter von Wien und weiß, wie man an jeden einzelnen schreiben muß, um ein Almosen zu bekommen. Seinen Geschäftsfreunden" gibt er solche Adressen und diktiert ihnen dazu gleich die betreffenden Gesuche. Er er hält dafür einen Anteil an dem Almosen. Auch auf diese Weise kann man ein ganz auskömmliches Dasein führen, wie der Fall eines ehemaligen Gerichtsbeamten beweist, der sich nach einer erlittenen Strafe wegen Veruntreuung auf die„ GsiberIfelberei" warf und seinem eigenen Geständ nis nach bei diesem Geschäft im Monat durchschnittlich 150 Gulden verdiente.
§ Die Mädchenmorde in Hannover. Vor dem Schwur gericht zu Hannover begann gestern der Prozeß gegen die beiden Mädchenmörder Postschaffner Büther und Schuhmacher Paul. Am 11. April d. I. ermordete Büther das im gleichen Hause mit ihm wohnende 7½jährige Mädchen Erna Schaare, zerstückelte die Leiche und verbarg sie im Keller. Der Hauswirt Schuhmacher Paul wurde als Anstifter und Mittäter festgenommen. Bei den polizeilichen Nachforschungen fand man im Keller noch eine zweite Leiche, und zwar diejenige des seit 1901 verschwundenen Mädchens Else Kassel. Büther bezichtigte zuerst Paul des Mordes der Else Kassel, nahm dann aber die Beschuldigung zurück. Paul leugnet jedwede Beteiligung. Die Gesamtverhandlung wird unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführt.
Wiener Bettler.
- Bilder aus der Kaiserstadt an der Donau. ,, Ein Armer tät schön bitten!"- Wie oft hört man mil diesen Worten sich auf einem Gange durch die Straßen Wiens angesprochen. Der Bettel in Wien rangiert bald mit dem in den südlichen Ländern, in Italien, in Spanien, auf einer Stufe.
Es ist ein merkwürdiges Gewerbe, der Wiener Bettel, und er schließt sonderbare Gestalten in sich.
Das hängt mit der geschichtlichen Entwickelung zusammen. Denn der Bettlerstand in Wien hat seine Geschichte. Diese meldet uns von förmlichen Bettler- Epidemien, die es zu Zeiten in der schönen Donau- Raiserstadt gegeben hat. Eine der schrecklichsten grassierte während der Zeit der großen Best. Damals waren, wie die Chronisten berichten, drei Vierteile aller Wiener Einwohner„ Bettelleut", die auch
Kunft und Wiffenfchaft.
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LN Ein Freskogemälde aus dem 16. Jahrhundert. Im Westchor des Domes zu Trier entdeckte inan unter einem Ralfanstrich ein wertvolles, farbenprächtiges, aus dem Jahre 1570 stammendes Freskogemälde, das den heiligen Michael darstellt.
Das Gemeindeumlagegeseh.
Von Abg. Moellinger Pfeddersheim. Wenn ich diese vielbesprochene Marterie aufgreife, so ge schieht es, weil ich als Vorsitzender des Sonderausschusses Zweiter Kammer und als langjähriger Kämpfer für die Steuerreform glaube, einige Renntnisse in dieser Frage zu besigen und durch deren Mitteilung hoffe, der Aufklärung dienen zu können. Der Bund der Landwirte hat in seine Versammlung zu Mainz eine Resolution angenommen, deret einzelne Pofitionen mir Veranlassung bieten sollen, die ent sprechenden Bemerkungen zu machen.
Bos. 1 gibt der Besteuerung, wie sie jest besteht, der Vorzug vor einer Wertbesteuerung. Der Satz kann zur Not für die Besteuerung der Grundstücke zugegeben werden, für die Gebäude absolut nicht.
Pos. 2. Die Ermittelung der Reinertragszahlen ( Steuerfapitalien) der Grundbücher für die Grundstücke in den Jahren 1824-27 war eine ungemein große und mühe volle Arbeit. Zur Feststellung dieser sogenannten Bodenrent bedurfte es der Prüfung der Bodengüte, des Klimas, der Aufstellung geeigneter Fruchtfolgen, Ermittelung der Ernter erträge, der Produktenpreise und endlich der Koften, bis man den Reinertrag in einer Zahl ausdrücken konnte. Bahlen waren also auf fortwährend wechselnde Größen ( Preise, Löhne usw.) gegründet und hatten nach wenig Jahren feinen positiven Wert mehr, fonnten nur als Berhältniszahlen unter sich gelten.
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Bos. 3. Auf die Gebäude diese Bodenrenten- Theorie anwenden zu wollen, wie es geschah, und Zahlen auf die Dauer gründen zu wollen, welche in gleicher Höhe mit den Grundstücken besteuert werden sollten, war nach Lage der Verhältnisse ein großer Fehler. Es war bei den 30jährigen Verhandlungen über die Steuerreform in der 8weiten Rammer eine ständige Forderung: die Trennung der Gebäude fteuer von der Grundsteuer.
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zurüdgefehrt und hehen fei, um Rachfolger für if den ungekrönten zu Herrnsheim. bürger ift, fcheint unruhigen. Aber
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