int Reichstag beantracten hundert Millionen zur Landesverteidigung anheim. 25 Millionen sollen sofort, der Rest gemäß dem Beschluß des Reichstags der Regierung zur Verfügung gestellt werden. Es werden folgende Forderungen bei einer Auflösung der Union vorgeschlagen: 1. auf jeder Seite der Grenze zwischen den beiden Reichen wird ein Gebiet festgesetzt, innerhalb dessen die Befestigungen geschleift werden sollen und neue Befestigungen nicht errichtet werden dürfen; 2. die Weidegerechtigkeit für Renntiere, der schwedischen Lappländer im nördlichen Norwegen wird festgelegt; 3. der Transithandel durch beide Länder wird gegen Behinderungen oder unbillige Erschwerungen gesichert; 4. die vertragsmäßige Rechsstellung Schivedens gegenüber den fremden Mächten muß Klargestellt werden, so daß namentlich die vollständige Freiheit Schwedens von einer Verantwortlichkeit für Norwegen gegenüber anderen Staaten unzweifelhaft wird. Der Ausschuß hält ein Schiedsgerichtsabkommen mit Norwegen für wünschenswert, aber hinsichtlich der Frage der Auflösung der Union nicht für notwendig. Das Ministerium hat seine Entlassung eingereicht.
Die anhaltende Fleischteuerung hatte mehrere Korporationen veranlaßt, mit Petitionen an den preußischen Landwirtschaftsminister heranzutreten. Von einer Erhöhung des Einfuhrkontingents an ruslichen Schweinen hat aber der Landwirtschaftsminister vorläufig abgseehen.
frankreich.
Das gestern im Haag zusammengetretene Schiedsgericht befaßt sich mit dem französisch- englischen Streit um das Sultanat Maskat und dessen Schiffahrt im Indischen Ozean. Die französische Denkschrift führt aus, Frankreich besize durchaus das Recht, den maskatischen Segelschiffen, die zumeist die Gewässer der französischem Kolonien befahren, die französische Flagge zu verleihen, ohne hierdurch die Unabhängigkeit des Sultans von Maskat zu beeinträch tigen. Besonders ungerechtfertigt sei eine derartige Beschwerde von seiten Englands, das seit Jahren unaufhörlich in jeder Weise die Autorität des Sultans verleze.
Belgien.
** Anläßlich des Unabhängigkeitsfestes hat der König eine Amnestie erlassen für Militärs, die zu Strafen bis zu 500 Franken oder drei Monaten Gefängnis verurteilt sind. Für bisher Unbescholtene erstreckt sich die Amnestie auf Strafen bis zu 1000 Fr. oder sechs Monaten Gefängnis. Der König soll auch mehrere Millionen zu Wohltätigkeitszwecken, namentlich zur Errichtung von Anstalten für Lungenschwindsüchtige, Kinder und die Arbeitsunfallfasse stiften wollen.
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Rufsland.
ca. 1500 im Streik, so daß der Förderungsbetrieb vollständig ruht. Die Deisterbergleute bilden in der Mehrzahl eine durchaus loyale Volksschicht. Es besteht weder eine Organi sation, noch wird von außen auf die Bergarbeiter eingewirkt. Der Streit ist selbständig aus sich heraus entstanden. Ein Teil der Streifenden hat sich an den Bergarbeiterverband gewandt und um Rat gebeten. Infolge dessen ist denn auch der Verbandssekretär Huseman- Bochum seit Freitag in Barsinghausen anwesend. Am Sonntag fanden in Barsinghausen drei Versammlungen statt, die von je 4-500 Personen besucht waren. In allen Versammlungen wurde die Fortsetzung des Streiks beschlossen. Die gewählte Vertrauenskommission soll mit der Bergbehörde in Unterhandlung treten. Es erfolgen zahlreiche Beitrittserklärungen zum Bergarbeiterverkande. Für die Häuer wird die Garantie eines durchschnittlichen Tagelohns von 4 Mark gefordert, sie geben jetzt ihren Verdienst auf 2,40 bis 2,60 Mr. pro Tag an.
Wieder wird von einem Bombenattentat in Tiflis berichtet. Es galt dem Polizeiminister Kowalem, der auf der Straße durch die gegen ihn geschleuderte Bombe schwer verlegt wurde. Zwei an dem Attentat beteiligte Indien mun den verhaftet. In Warschau wurde ein Geheimagent erdolcht. Auch in anderen polnischen Ortschaften fielen Bolizisten Attentaten zum Opfer. In Lodz wurde eine Bombenfabrik entdeckt, und in derselben fiel eine Liste mit zwanzig Führern der revolutionären Partei in die Hände der Polizei, die die verzeichneten Personen verhaftete. Eine Anzahl Donscher Kosakenregimenter weigert sich, ferner im Innern Polizeidienst zu tun, sie verlangen, auf den Kriegsschauplatz geschickt zu werden.
Alien.
** Die Reformbestrebungen in China haben einen bemerkenswerten Fortschritt in militärischer Beziehung zu verzeichnen. Ein kaiserliches Edikt vom 21. Juli hebt das Bogenschießen, sowie den Gebrauch veralteter Waffen und Uniformen für alle acht Banner auf. Alle Truppen werden in moderner Weise neu ausgerüstet. Die Reform soll durch Javan angeregt worden sein. Die Anpassung der chinefischen Armee an moderne Verhältnisse und damit ihre Wertung als beachtenswerter Faktor rücken mit dieser Anordnung in greifbare Nähe.
Afrika.
** Von der Erbitterung der Marokkaner gegen Frankreich gibt ein Vorfall in der Bucht von Mogador Zeugnis. Eine französische Jacht, die in Tanger und anderen marokkanischen Häfen Vermessungen vorgenommen hatte, um vom Magüzen einen Auftrag zur Verbesserung der Häfen zu erhalten, ist in Mogador angekommen und hat Lotungen und Vermessungen in der Bucht vorgenommen. Dies hat unter den Eingeborenen große Erregung hervorgerufen. Die Eingeborenen warjen mit Steinen nach den Vermessungsingenieuren, als diese sich ausschifften, und drohten, sie zu erschießen, falls sie landen sollten.
Feer und flotte.
Wladiwoftok.
- Die Beherrscherin des Osten 3.- Einen stolzen Namen hat die größte unter den östlichen Hafenstädten Rußlands erhalten, doch ihrem Namen hat sie bisher nicht gerade Ehre gemacht. Ein zweites Konstantin. opel sollte Wladivostok, die Beherrscherin des Ostens", werden, und wenn Straßenschilder und Ortsbenennungen Aehnlichkeiten schaffen können, so ist manches geschehen, um die bedeutendste Stadt des fernen Ostens zu einem Ebenbild der bedeutendsten Stadt des nahen Drients zu machen. Die türkische Hauptstadt Konstantinopel hat seinen Bosporus- Wladivostok nicht minder; Konstantinopel hat sein Goldenes Horn"- ein„ Goldenes Horn" ist auch in Wladiwostok zu finden; in Konstantinopel hat das bunte Völfergewimmel der Levante aus dem Innern Asiens und Afrikas sich bunte Beimischungen geholt- in Wladivostok haben alle Schattierungen der gelben Rasse sich mit allen erdenklichen Typen der weißen Nasse ein Stelldichein gegeben. Damit sind die Aehnlichkeiten aber auch schon crschöpft. In Konstantinopel wird ein ewiger Frühling nur von seltenen Schneefällen unterbrochen, muß man den Blick bis zu dem Gipfel des nicht allzunahen anatolischen Olymp schweifen lassen, um eine Vorstellung von dauerndem Eise zu bekommen in Wladiwostok legt sich vor dem De zember bereits ein Eispanzer sperrend um Hafen und Bucht, nur der gewaltigsten Maschinen eine schmale und unzuverlässige Gasse öffnend, und bis zum April bleibt er fest. In Konstantinopel hat die Natur den schönsten, vor jeder Sturmgefahr gesicherten Hafen geschaffen in Wladiwosiol zertrümmert sie alljährlich mit elementarer Gewalt ihre eigene Schöpfung, den Menschen narrend, indem sie ihn erst zur meerebeherrschenden Schiffahrt einladet und dann ihm den Weg verlegt, durch unüberwindliche Barre ihn von wirtlichen Ufer ausschließt.
Die große Herbstmanöverflotte tritt, wie soeben befanni wird, am 1. September zusammen und wird sich am 20. bez. 21. September wieder auflösen. Die Manöver werden in Curhaben in der Elbmündung unter Mitwirkung der Minensuch- Division ihren Höhepunkt erreichen. Auch der Kaiser wird bei der Manöverflotte weilen.
Der Deutsche Kriegerbund wird am 13. August in Kiel den 31. Abgeordnetentag abhalten. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildet die vom Vorstand vorgeschlagene Finanz- und Verwaltungsreform. Danach sollen die Verwaltungsbeiträge für den Deutschen Kriegerbund von 2 auf 4 Pfennige jährlich auf den Kopf erhöht werden. Ferner soll, um die Unterstügungstätigkeit des Bundes zu verallgemeinern und sicherzustellen, ein Bundesbeitrag von 21 Pfennigen erhoben werden.
Soziales Leben.
Ein Reichsverband deutscher Gastwirte", in dem sich sämtliche Gastwirteverbände Deutschlands, unbeschadet ihrer Selbständigkeit und sonstigen organischen Zusammensetzung, zusammenfinden müssen, soll demnächst gegründet werden. Ein Aufruf, in dem die Grundzüge des Bestrebens des Verbandes eingehend dargelegt sind, hat in beteiligten Kreisen Beifall gefunden.
Ein zweites Erholungsheim für Gemeinde- Beamte soll bom Zentralverband der Gemeindebeamten Preußens in 3oppot bei Danzig errichtet werden. Der am 19. August tagende preußisch Gemeindebeamtentag wird über diese Frage endgültig Beschluß fassen. Das bestehende Erholungsheim„ Theodorshalle" bei Kreuznach soll außerdem erheblich erweitert werden, da es dem Andrange von Erholungsbe dürftigen nicht genügt.
Streit auf den staatlichen Kohlengruben in Hannover. Von den ca. 1900 Vergarbeitern in Barsinghausen stehen
Wladivostok, die Zentrale des russischen Ostens, ist eine Chinesenstadt. Sieht man von der Besatzung ab, die im Frieden auf 10 000 Mann angegeben wurde-- jest schwanken die Angaben zwischen 12 000 und 35 000 Mann, eine besonders phantastische versteigt sich bis 85 000 Mann,
so sind die Chinesen in der Mehrzahl. Vor dem Krieg waren 4000 Japaner ansässig. Auch Koreaner waren in Mengen ansässig. Die Russen bildeten eine kleine Minder. heit, selbst unter den Europäern. Ein Russe, der nicht Be amter ist, kommt überhaupt nicht freiwillig nach dem fernen Often; vielleicht damit man ihn nicht für einen Deportierten halte. Unter den Kaufleuten stehen die Deutschen voran Die Stadt selbst hat an Sauberkeit sehr gewonnen, seitdem man den Chinesen und Koreanern, die damit ganz zufrieden waren, gesonderte Wohnstätten angewiesen hat.
großes och gerissen hat, zurückzuführen. Die nachdringen. den Schuttmassen haben darauf den Tunnel verschütte. Vermutlich war über dem Gewölbe ein hohles Terrain vor handen, in dem sich Steinmassen gelöst hatten. Mit us. nahme eines Falles sind sämtliche Verlegungen von Personen nur leichter Natur. Die Aufräumungsarbeiten dür. ten noch etwa 3-4 Wochen in Anspruch nehmen.
† Blitzschlag in die Straße: bahn. In Leipzig fuhr fürzlich bei einem starken Gewitter der Blizz in einen elektrisch betriebenen Wagen der Straßenbahn. Das Unterteil des Wagens geriet in Brand, und die zwanzig Fahrgäste hatten gerade noch Zeit, ihn zu verlassen. Als man glaubte, das Feuer bewältigt zu haben, wurde der Wagen weitergefahren, bald aber schlugen die Flannnen wieder empor. Man mußte die Feuerwehr holen, die den Wagenboden ausschlug und so den Brandherd beseitigte.
Gegenwärtig bereitet sich Wladivostok darauf vor, eine Belagerung von der Landseite wie von der Seeseite aus. zuhalten. Den Resten der russischen Flotte, die sich in den Hafen gerettet haben, wird dabei keine Haupt- und Helden. rolle zufallen. Die Befestigungswerke sollen alles tun. Die ,, russische Insel", die der Festung seewärts vorgelagert ist, trägt drei Fortifikationslinien, im Norden der Stadt sind deren vier errichtet. Jene drei bestehen aus sieben großen Forts mit 38 Küsten- und 200 Landbatterien, diese vier, die bis 15 Werst von der Stadt entfernt sind, haben füns mächtige Forts. Wenn man den Russen glauben darf, haben sie in Wladiwostot 2000 Kanonen und Mitrailleusen, 400 Millionen Patronen und Mundvorrat für zwei Jahre. Wenn das wahr ist, wird die Eroberung von Wladiwostol feine leichte Arbeit sein, werden die Japaner ein sehr starkes militärisches Aufgebot nötig haben, um den Angriff mil Aussicht auf Erfolg auch nur beginnen zu können. Noch sind sie von Wladimostok ziemlich weit entfernt. Sie rücken von zwei Seiten zugleich an. Eine Abteilung, deren Stärke man nicht kennt und die in St. Olga- Bai gelandet ist, trifft mit einem Landungskorps in Amerika- Bai zusammen und zieht vom Osten heran, eine andere Abteilung soll von Korea aus auf die Festung vorgehen. Selbstverständlich wird sich Admiral Togo rechtzeitig einstellen, um von der Südseite aus die Stadt und die Festungswerfe unter Feuer zu nehmen.
† Gruben- Explosion und Erdsturz. In der Nähe von Palermo stürzte dieser Lage infolge einer Explosion schlagender Wetter in einer Grube eine Erdwand ein. Zwölf Arbeiter fanden dabei ihren Tod, vier wurden schwer und zahlreiche andere leicht verletzt.
Eine belagerte Festung ist eine genommene Festung, pflegt man zu sagen. Aber die Belagerer müssen die nötige Zeit haben. Hoffentlich werden sie im vorliegenden Fall die nötige Zeit nicht haben, wird ein baldiger Friedensschluß dem Blutvergießen ein...
Nab und Fern.
† Die Mörderin des Gatten. In Uznach am Züricher See überfiel in der vorletzten Nacht eine Frau in Gemeinschaft mit ihrem Liebhaber den schlafenden Gatten, hackten ihm mit einer Art den Kopf entzwei und stießen ihm ein Messer ins Herz und schleppten die Leiche ins Freie, wo sie sie hinter eine Hecke warfen. Das entmenschte Verbrecher paar wurde verfolgt und gestand die Greueltat. Die Ehe. frau hatte den Plan zu diefer entworfen.
+ Ein Ehepaar vom Blitz getroffen. In der Nähe von Rust im Desterreichischen wurden an einem Nachmittag der vorigen Woche ein Bauer mit seiner Chefrau auf dem Felde von einem Gewitter überrascht. Die beiden EheIeute wurden vom Blitz getroffen. Der Mann blieb sofort tot, und die Frau erlitt schwere Brandwunden.
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† Die Entialkohol- Bewegung in Jena. Selbst in die alte Studentenstadt Jena haben sich jetzt die Gegner des Bieres und der anderen geistigen Getränke hineingewagt. Nach schweizerischem Muster hat sich dort ein Verein zur Errichtung al cholfreier Gasthäuser"( e. W.) gebildet.
† Beim Wirtshausstreit erschlagen. In einer Schankwirtschaft in Möckern fehrte kürzlich ein Eisenbahnschaffner ein. Als er sich in der Trunkenheit weigerte, seine Zeche zu bezahlen, fielen andere Gäste über ihn her, und in der Prügelei, die sich nun entwickelte, wurde der Schaffner von vier Männern derartig mit Fäusten bearbeitet und mit Füßen getreten, daß er seinen Geist aufgab. Der Erschlagene hinterläßt Frau und sechs unmündige Kinder.
Von der Lokomotive überfahren. An dem Uebergange der Chaussee Landeshut- Freiburg über die Gebirgsbahnstrecke in Hartmann wurde in der letzten Sonntagnacht ein mit 10 Personen besetter Ommibus, der zu einer Wagenpartie des Gesangvereins„ Gemütlichkeit" aus Fellhammer gehörte, von einer von Wittgendorf nach Ruhbank fahrender Lokomotive erfaßt. Bei dem Zusammenstoß wurden die Pferde getötet und der Wagen zertrümmert. Alle zehn Injassen wurden verletzt, drei schwer, darunter der Gastwirt Springer, dem bereits ein Bein amputiert werden mußte. Nach amtlicher Meldung trifft die Schuld an dem Unfall den Schrantenwärter, der die Schranken beim Uebergang nicht geschlossen hatte. Wie erzählt wird, hatte er an einem Feste in Giesmannsdorf teilgenommen und war nach der Rückkehr von dort, etwas angetrunden, in seiner Bude eingeschlafen, so daß er das die Lokomotive meldende Signal überhörte.
† Das Tunnel- singlück von Altenbecken. Der vorgestrige Unfall im Alter: beefer Cisenbahntunnel ist nach amtlicher Melbung rmut ich auf das Durchschlagen eines Steincs dura d. s Lunnelgewie, der ein etwa 1,5 Quadratmeic:
† Erdbeben in Asien. In verschiedenen Gegenden Asiens ist in den letzten Tagen Erdbeben wahrgenommen, so in Riachta, wo es drei Minuten dauerte und von unterirdischem Rollen begleitet war, ferner in Tschila und in Mariinsk im Gouvernement Tomsk.
† Blitzschlag in Deltanks. Wie aus Houston in Teras gemeldet wird, schlug der Blitz vor kurzem in 11 große Deltanks, die völlig ausbrannten. Zwölf Personen kamen dabei ums Leben und hunderte wurden obdachlos, da die Hütten zerstört sine.
† Das Unglücks- Fahrzeug. Eine ganze Reihe schwerer Automobil- Unfälle haben die letzten Tage gebracht. Im Grunewald wurde eine Verkäuferin von einem in wildester Fahrt dahersausenden Automobil überfahren und ihr beide Oberschenkel gebrochen; der wilde Fahrer fuhr davon, das Nummerschild war so befestigt, daß es vom Wagenkasten verdeckt wurde. Ein ganz ähnlicher Unfall ereignete sich in Alst in Belgien. Dort rannte ein Automobil in eine Gruppe junger Pensionärinnen. Einer der Damen wurden beide Beine abgefahren, sie starb bald darauf, vier andere Damen wurden schwer verletzt. Ebenfalls tödlich verlief ein Unfall im Osten Berlins. Dort gingen einem Schuhmacher die Räder des Kraftwagens über den Leib, und der Unglückliche starb an den inneren Verlegungen.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Darf man unter Einkaufspreis verkaufen? Mehrere Kolonialwarenhändler in Altona hatten gegen den Inhaber eines Warenhauses einen Prozeß angestrengt, weil er Margarine unter dem von ihm selbst gezahlten Preise abgegeben hatte. Die Kläger beantragten, daß dem Beklagten dies ge. richtlich verboten werde, sind jedoch in allen Instanzen abgewiesen worden.
§ Preiskegeln ist kein Glücksspiel. So hat das Reichsgericht in einem bestimmten Falle entschieden. Die Vorinstanzen hatten sich auf den Standpunkt gestellt, das Kegeln, zu dem jeder gegen festen Einsatz Zutritt hatte, sei ein Zufallsidiel. Dieser Meinung schloß sich das Reichsgericht nicht an. Es verkannte nicht. daß, wenn die Spieler die erforderliche Geschicklichkeit überhaupt nicht besäßen, ein Preisfegelschieben unter Umständen ein Glücks- oder Zufallsspiel sein könne. In dem vorliegenden Falle konnte das Reichsgericht jedoch ein Zufallsspiel nicht erblicken. Es war der Ansicht, daß das Preiskegelspiel nicht schon deshalb ein Glucksspiel sei, weil jedermann zur Teilnahme berechtigt gewesen war, und vertrat die Ansicht, daß der Sieg des geschickten Spielers doch die Regel bilde.
** Ein Hotelp diefer Spigmarte ift, jüngst eine Notiz durc Buverläffig erfahren u Stehende fich wohl do del Großherzogs Witteilungen jener R betreffen, unrichtig.
§ Wer tödlich verunglückt, hat keinen Schaden! Ein Mann, dessen Frau bei einer Eisenbahnfahrt getötet wurde, erhob Anspruch gegen den Eisenbahnfiskus, die er durch alle Instanzen verfocht. Schließlich wurde vom Reichsgericht die Revision des Klägers zurückgewiesen. Der Schlußsatz dieses Urteils lautet wörtlich:„ Einen Schaden hat aber die Frau, da sie getötet worden, nicht erlitten; nur das Jahrgeld könnten ihre Erben oder der Kläger auf Grund des ehelichen Güterrechts zurückfordern; einen solchen Anspruch haben aber die Kläger nicht erhoben." Ob die Auffassung, daß der Verlust des Lebens für den Betroffenen oder die Angehörigen feine Wertbeeinträchtigung darstellt, auf die Dauer haltbar ist, muß dahingestellt bleiben.
=
Vermischtes.
- Ein Zigeuner- Begräbnis. Im ostpreußischen Städtchen Seeburg fand Ende voriger Woche das Begräbnis eines Zigeunerfindes statt. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich wieder einmal, wie diese Leute vorkommenden Falles viel Gelo draufgehenlassen. Die herumziehende Bande hatte zu der Trauerfeier telegraphisch alle erreichbaren Verwandten geladen, und sie waren fast sämtlich erschienen. Das dreijährige Kind wurde auf dem katholischen Friedhofe in einem Zinksarge bestattet, und der kleinen Leiche waren vierzig Mark in Gold beigefügt, weil die Kleine am lie's en mit Goldgeld gespielt hatte. Dem Trauerkondukt schritt eine Musikkapelle voran.
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in Gießen das erste Quartett in Nation guter Ruf voraus. Blatt" Mit dem G Brange- Quartett batt Griff getan, denn das fraft aus. Die Leiftu eiden Ronzertbejude
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