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Die Politik.

A Nach dem französischen Beispiel kommt nun auch eine spanische Sondergesandtschaft zur Hochzeit des deutscher Kronprinzen nach Berlin. Der Führer ist Marquis de lo Mina, der mit einigen anderen Hervorragenden Persönlich feiten den König von Spanien bei der Feierlichkeit vertreten wird.

Kurz von Beginn der Hauptversammlung des deut schen Flottenvereins hat der Kaiser den Präsidenten des Vereins, den Fürsten Salm, empfangen und im Anschlusse daran den Vortrag des Chefs des Marine- Kabinetts, Admi ral von Senden- Bibran, entgegengenommen. Man nimmt an, daß dabei die Art der künftigen Werbetätigkeit des Ver. eins und der Rücktritt der Generale Menges und Keim von ihren Aemtern im Präsidium zur Sprache gelangt ist.

Ein französischer Journalist will ein Interview mi dem Grafen Tattenbach in Fez gehabt haben. Der deutsche Ge sandte hätte dabei erklärt, der Besuch bei dem Sultan hätte bei ihm den besten Eindruck hinterlassen. Der Herrschei hätte nur Worte des Dankes und der Anerkennung gespro chen. Graf Tattenbach findet in den Kreisen der Marokka ner gegen früher bedeutend größeres Verständnis für die europäische Kultur und schreibt dies dem friedlichen Eindrin gen der Mächte zu. Er selbst wolle zunächst eine abwartende Haltung einnehmen und die politischen Fragen später be rühren. Der Journalist meint zum Schluß seiner Aus: lassung, der Stand der Dinge sei für Frankreich weniger günstig, als man annehme.

frankreich.

Von dem Gefeßentwurf über die Trennung von Staal und Kirche wurde der Artikel 5 in der Deputiertenkammer angenommen. Nach diesem Artikel werden die kirchlichen Güter, auf denen mildtätige oder nicht zum Kultus gehörige Stiftungen ruhen, der staatlichen Verwaltung überwiesen. Russland.

sur Disziplin zu bringen, wüstes Lärmen trat anstelle de Erörterung, und die Sigung mußte unterbrochen und ver lagt werden, weil die Herbeiführung einer Verständigung unmöglich war. Der Vorgang verdient genauere Beachtung denn er deutet auf eine tiefe Erregung der Gemüter, nic bloß im Unterhaus, sondern im ganzen Land. Auch ist der Anlaß der Erregung von großer Tragweite, weit über Eng lands Grenzen hinaus.

An dem in Rede stehenden Montag hatte der englisch Minister Balfour angekündigt, daß im kommenden Jah eine Kolonialfonferenz zur Beratung der Frage einer Be porzugung der Kolonien in zollpolitischer Hinsicht stattfinder jolle. Der Führer der liberalen Opposition, Campbell Bannerman, setzte auseinander, daß er in dieser Mit teilung des Premierministers die Anfündigung eines Wech jels in der Regierungspolitik sehen müsse, und verlangt Aufklärung hierüber. Der Kolonialminister Lytteltor wollte hierauf das Wort nehmen, sei es, um im eigener Namen oder im Namen Balfours irgend welche Aufschlüss zu erteilen. Die Liberalen aber bestanden darauf, daß Bal four selbst und daß er sofort spreche. Sie erhoben solcher Lärm, daß weder der Kolonialminister, noch der Sprecher noch irgend ein konservatives Mitglied sich vernehmlich zu machen imstande war. Versuchte aber ein liberales Mit glied eine Auseinandersetzung, so übten die Konservativer Vergeltung, indem sie genau so schrieen, wie es vorher di Liberalen getan hatten. Endlich tat Minister Balfour des Opposition den Willen, indem er das Wort nahm. Doch ta er es nur, um der Opposition ihr schweres Unrecht und di Verderblichkeit ihres Verhaltens vor Augen zu führen. Ei wurde Herrn Campbell Bannerman schon geantwortet haben wenn die Zeit dazu gekommen. Zunächst wollte er die Ein wendungen auch der anderen Redner hören, um seine Er widerung nicht zu zersplittern. Unter allen Umständer komme es der Opposition die in England immer di Minderheit nicht zu die Reihenfolge der Redner zu be stimmen. Die Opposition richte den Parlamentarismus zi Grunde, wenn sie in solchem Verfahren beharre.

Aus Anlaß der Unruhen in Schitomir wird amtlich er. flärt, eine Ausweisung der israelitischen Familien aus Kien sei nicht erfolgt, wie man im Auslande behauptet habe. Im Gegenteil würden die Härten der Gesetze über den Aufent halt der Israeliten in Kiew und im Südwestgebiete bestän dig gemildert. Was von solchen amtlichen Erklärungen in Rußland zu halten ist, weiß man von früheren Gelegen­heiten zur Genüge. Die andauernde Erregung im ganzen Lande zeitigt übrigens die sonderbarsten Gerüchte. So soll in Zarskoje- Selo, der Residenz des Zaren, ein eigentüm­liches revolutionäres Komplott entdeckt worden sein. Die Verschwörer hätten die Absicht gehabt, den kleinen Thron. folger zu entführen und solange als Pfand zu behalten, bis der Kaiser wirksame Reformen durchgeführt habe. Die phantastische Geschichte klingt ziemlich unwahrscheinlich. In Warschau wurde ein neues Attentat verübt. Ein unbe fannt gebliebener Mann schleuderte gegen den Polizeiches von Siedlce eine Bombe. Der Polizeichef saß während des Attentats auf der Veranda des russischen Klubs und wurde schwer verwundet. Drei weitere Personen erlitten leichtere Verlegungen. Es gelang nicht, den Täter festzunehmen. Amerika.

Zwischen Nikaragua und England ist ein Vertrag un­terzeichnet worden, der die Souveränität Nikaraguas über die Moskitoküste anerkennt und die Benutzung von San Juan de Nikaragua als Freihafen aufhebt.

Hof und Gesellschaft.

*** Die Abreise des Kaiserpaares von Wiesbaden ist im letzten Augenblick verschoben und wird erst in mehre­ren Tagen erfolgen. Uebrigens verläuft der Heilungspro­zeß bei der Kopfwunde der Kaiserin völlig normal, und das Befinden ist andauernd ein gutes. Ein zur Kur in Wies baden weilender indischer Nabob erschien im Schlosse mit der Absicht, dem Kaiser Geschenke zu überreichen. Er wurde indessen abgewiesen und für später bestellt.

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So unwidersprechlich diese Darlegungen waren, für die erregten Gemüter hatten sie feine überzeugende Kraft. Di Linke erneute den Lärm, als Kolonialminister Lytteltor wieder sprechen wollte, und die Situng mußte, wie ober erwähnt, aufgehoben werden.

3 den Hochzeitsfeierlichkeiten des deutschen Kronprinzen wird sich vom russischen Hose Großfürst Wladimir mit seiner Gemahlin, einer geborenen mecklenbur gischen Prinzessin und Tante der Braut, sowie Großfürst Nikolaus Michailowitsch begeben. Außerdem erscheint eine Deputation hoher Garde- Offiziere und eine Abordnung des Kleinrussischen Dragoner- Regiments, dessen Chef der Kron prinz ist. Als Vertreter des Königs von Spanien ist der Oberstaumeister Marquis de la Mina angemeldet. Die Her Bogin Cäcilie ist mit ihrer Mutter, der Großherzogin Ana­stajia, von Ludwigslust nach Schwerin übergesiedelt. Die Hallenser Halloren haben beschlossen, der Kronprinzen- Braut cine gold- und silberdurchwirkte Gewürznelfen- Krone, den historischen Schmuck der Halloren- Bräute, zu überreichen.

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Das Beispiel zeigt, wie Icicht selbst gute Erziehung ver jagt, wenn politische Leidenschaften in Frage kommen. E seigt aber auch, daß wirklich die politische Leidenschaftlichkei in hohem Grade vorhanden und mit der Entscheidung der fünftigen englischen Wir schaftspolik eng verquickt sein muß.

Die Königin- Witwe Margherita von Italien, die sich nach Beendigung ihres Wiesbadener Aufenthalt: nach Frankfurt a. M. begeben hatte, ist von dort nach Mün chen abgereist

Sie cubote Ginigung über die Berggesetze gehandelt haben. Das Haus erledigte unterdessen eine Wahlprüfung. indem sie, dem Widerspruch des Zentrums entgegen, die Wah! der Abgg. Junghann und Dr. Voltz( ntl.) für gültig erflärte. Darauf lehnte es den Antrag Aronsohn, der An. siedelungsfommission zwei kaufmännische Regic ringsräte beizugeben, ab, nachdem Geheimrat Schilling vom Landwirtschaftsministerium ihn für unnötig und un­praktisch erklärt hatte. Die Haupttätigkeit sei immer von landwirtschaftlichen Sachverständigen zu leisten. Zum Schluß; wurde noch eine lange Reihe von Petitionen( acht Druckseiten voll!) in einer halben Stunde erledigt, da nur eine einzige überhaupt zu einer Diskussion führte. Ueber­morgen findet nun, wie angekündigt, die dritte Lesung der Bergarbeiterschutz- Novelle statt; zugleich ist auch die zweite Lesung der Stillegungs- Novelle auf die Tagesordnung gesetzt

Die englische Regierung hat die Absicht man sagt ih wenigstens die Absicht nach, und sie hat keinen Widersprud erhoben die altenglische Wirtschaftspolitik der offener Tür" aufzugeben, sich zum Schutzzoll zu befehren und die Herkünfte aus den englischen Kolonien zollmäßig anders als die Herkünfte aus dem Ausland zu behandeln, ebensc in den englischen Kolonien andere Zölle gelten zu lassen fin Herkünfte aus dem Mutterland und den Schwesterkolonien. und wiederum andere natürlich höhere-- für Herkünfte aus dem nichtenglischen Teil der Erde.

Soziales Leben.

[] Studenten als Straßenreiniger. Eine Anzahl Stu­denten der Hochschulen in Stockholm boten der städtischen Verwaltung ihre Unterstützung während des Ausstandes der Straßenreinigungsarbeiter an. Die Stadtbehörden nahmen die Hilfe, und so reinigten während der Nacht Studenten die Straßen.

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[] Die Streikunruhen in Frankreich beendet. Der Aus­stand der Polizisten in Lyon ist beendet. Die Beamten haben den Dienst wieder übernommen und man hofft, in einigen Tagen die letzten Spuren der eingerissenen Zuchtlosigkeit Der Ausstand der Eisenbahner verschwinden zu sehen. im Departement Corrèze ist gleichfalls beigelegt, nachdem die Forderungen der Ausständigen zum Teil bewilligt wor ben sind.

Es ist außer Frage, daß England zu solcher Wirtschafts politik berechtigt ist, wie denn überhaupt jeder souveräne Staat seine Wirtschaftspolitik nach eigenem Gefallen be stimmen mag. Es ist ebenso außer Frage, daß im englischen Volf, wenigstens in einem erheblichen Teil des englischen Volkes, die erste Abneigung besteht, an erprobten Einrich, tungen etwas zu ändern. Das gilt für die englischen Libe ralen mindestens in demselben Grad wie für die englischen Konservativen. Wer sich auf den Spruch berufen kann ,, nolumus leges Angliae mutari", mir wollen nicht. daß Englands Gesetze eine Aenderung erfahren"- der hat in England bei den Wahlen meist gewonnenes Spiel. Daß gegenwärtig die Konservativen es sind, die die Aenderung münschen, und die Liberalen, die sie bekämpfen, hat für den Kenner englischer Verhältnisse nichts Auffallendes. Dic Liberalen wollen sich in diesem Fall die konservative Neigung der Bevölkerung zunuze machen. Sie wünschen deshalb bal­dige Auflösung des Parlaments und Anberaumung von Neuwahlen, von denen sie hoffen, daß sie in der jetzigen Erregung zu ihren Gunsten und gegen die Schattzzollpolitik ausfallen werden. Das ist es, was Campbell- Bannerman so stürmisch verlangt hat, und darum hat er es so stürmisch berlangt. Den englischen Liberalen soll die konservative Volksgesinnung helfen.

Wir haben vom deutschen Standpunkt aus keine Ur­sache, den englischen Liberalen Mißerfolg zu wünschen. Ganz im Gegenteil.

Deutfcher Reichstag.

( 191. Sigung.)

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Nah und Fern.

Prinzessin Luise von Koburg für geistig gesund er­klärt... das ist das Resultat der sechsmonatigen Beob­achtung der Prinzessin durch die Pariser Sachverständigen. Ten mit der Untersuchung des Geisteszustandes der Prin­zessin beauftragten Aerzten waren zwei Fragen vorgelegt werden: 1. Ist Prinzessin Luise gesund; 2. Vermag die Prinzessin ihre Angelegenheiten selbst ordnungsmäßig zu führen? Alle beide wurden einstimmig bejaht. Das Gut­achten wird auf diplomatischem Wege nach Wien gesandt werden, und es ist anzunehmen, daß munmehr das Wiener Oberhofmeisteramt sofort die nötigen Schritte zur Auf­hebung der Kuratel ergreift, die jetzt nicht mehr aufrecht­erhalten werden kann.

CB Berlin, 24. Mai. Der Antrag Blell betreffend die Gleichstellung der Handelsagenten mit den Detailreisenden wurde heute endgültig ohne Debatte angenommen. Längere Zeit nahm hingegen die zweite Beratung des Antrages Treuenfels in Anspruch, der die im§ 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgesprochene Haftbarkeit des Tierhalters für Tier.

Englands künftige Wirtschaftspolitik. ich a den mildern will. Nach ausgiebiger Disfuffion, in

,, Der erste Klub des Landes" so nennt der Engländer halb im Ernst, halb scherzhaft das Unterhaus, dessen Mit. gliedschaft zu gewinnen deshalb in seinen Augen für eine hohe Ehre gilt. In diesem ersten Klub des Landes war der beste Ton selbstverständlich der Sprecher"- so wird der Präsident des Unterhauses genannt, nicht weil er viel spricht, sondern weil jedes Wort aus seinem Munde Gewicht und Bedeutung eines richterlichen Spruches hat ordnet nad geriebenem und ungeschriebenem Brauch, was zu ordnen ist, und seine Verfügungen haben unanfechtbare Geltung. Wer gegen den Brauch sich auflehnt, wer dem Sprecher Ge horsam versagt, der hat die Anwendung recht scharfer Dis ziplinarmittel zu gewärtigen. Das Unterhaus hat sein eigenes Gefängnis, das dem Verächter des Parlaments" fich) unter Umständen erst nach öffentlicher kniefälliger Ab bitte wieder öffnet. Freilich entschließt der Sprecher" sid nicht leicht, von seiner Macht Gebrauch zu machen. Di Selbstdisziplin der Mitglieder reicht aus, den Austrag auc der heftigsten Meinungsverschiedenheiten sich in gefälligen Formen vollziehen zu lassen.

So war es bis zum 22. Mai. An diesem Tage zum ersten Mal hat das englische Unterhaus schlechte Sitten ge Beigt, fich zügellos benommen und die eigene Ordnung miß achtet. Der Sprecher war nicht imstande, die Ungebärdigen

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+ Das Drama von Konik wird durch einen sonderbaren Vorfall wieder in Erinnerung gebracht. Der Vater des in Konit ermordeten Gymnasiasten Winter erhielt nach seiner Heimat Prechlau folgende Depesche aus Berlin: In Sachen Ihres Sohnes kommt in diesen Tagen der Detektiv Flock nach P., welchem wir einen Vorschuß von 5600 Mark ein­zuhändigen bitten. Derselbe wird innerhalb 2 Monaten die Todesursache aufklären. Wir bitten, bis dahin die Sache geheim zu halen." Darauf erschien wirklich der angebliche Flock, um sich das Geld abzuholen. Als Herr Winter ihm mit Verhaftung drohte, entfernte er sich schleunigst, wurde aber später im Zuge nach Schlochau verhaftet. Man fand bei ihm Legitimationsbriefe auf Zaremba in Jehlenz, Kreis Tuchel. Möglicherweise hat man es mit einem Geistes­franken zu tun.

der fast nur Juristen das Wort ergrissen und aus denselben Voraussetzungen die verschiedensten Schlüsse zogen, wurde dem Beschluß der Kommission gemäß der Antrag abgelehnt und eine Resolution angenommen, in der die Regierung auf. gefordert wird, einen die Haftbarkeit einschränkenden Ge­sebentwurf einzubringen. Es folgte die dritte Beratung der Novelle zur Zivilprozeßordnung, die nach kurzer Generaldebatte in der Fassung der zweiten Lesung angenom men wurde. Danach wurden die Wahlen der freisinuigen Abgeordneten Barbeck in namentlicher Abstimmung mit 109 gegen 100 Stimmen bei 17 Enthaltungen und der polni schen Abgeordneten Brecski und Korfanty in einfacher Av stimmung mit großer Mehrheit für ungültig erklärt.

Preussischer Landtag.

Haus der Abgeordneten.

Nachwinter im Harz. Wie aus Harzburg gemeldet wird, bietet infolge starken Schneetreibens die ganze Ge­gend ein winterliches Bild. Das frische Grün der Bäume fugt mur verstohlen durch die weiße Decke.

Studentenunruhen in Sofia. In der bulgarischen Hauptstadt kam es im Stadtgarten in Anwesenheit einer großen Menschenmenge zu Rempeleien zwischen Studenten, in deren Verlauf Revolverschüsse fielen. Infolgedessen wurde das Publikum von einer Panik ergriffen.

( 188. Sitzung.) RK Berlin, 24. Mai. Auch heute war wenig los". Das Interessanteste, was man beobachtete, war wohl die eifrige Tätigkeit des Chefs der Reichskanzlei, Herrn v. Loebell, der bald mit Kon servativen, bald mit Freikonservativen und Nationallibe ralen lebhaft verhandelte. Natürlich kann es sich da nur um

Von Dragonern überfallen und in die Saar geworfen, wurde angeblich ein Tapezierer in Malstatt- Burbach. Der Mann wurde aus vielen Wunden blutend und pudelnaß von Schutzleuten am Saarufer aufgefunden. Er behauptet, seine Angreifer und Peiniger erkannt zu haben.

Ein merkwürdiger Ehescheidungsfall wird aus Mai­land berichtet. Vor Jahren starb ein italienischer Kaut­schukhändler namens Gurati in Merifo und hinterließ seiner Tochter ein Vermögen von 3 200 000 Mark unter der Be­dingung, daß sie einen in Mailand lebenden Italiener rate. Aber das Mädchen hatte sich schon mit einem Gd zer namens Jossi verlobt; sie verfiel nun auf folgenden weg. Sie bot ihrem Mailänder Bewerber 800 000 menn er sich verpflichten wollte, so bald wie möglich na Trauung in eine Scheidung zu willigen. Der Mann daruf ein. Das Paar wurde getraut. An der Kirchtür ließ die junge Frau ihren Marn und machte sofort da eine Reise mit ihrem Geliebten.

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Ein frecher Spikbubenstreich wurde in Düsseldorf auf dem Hofe des Königlichen Regierungsgebäudes ausgeführt. Es erschienen dort drei Männer mit einer Handkarre und den nötigen Werkzeugen, die alsbald eine an der Mauer be­festigte Pumpe losmachten, auf den Karren luden und da­mit fortfuhren, als ob sie das größte Recht dazu hätten. Auch das Hinzukommen eines Beamten, der sich noch eine Weile mit ihnen unterhielt, vermochte die drei Spizbuben in ihrer Arbeit nicht zu stören. Die Pumpe wurde sofort zu einem Althändler gebracht und der Eriös von 11 Mark in Alkohol unigesetzt. Jetzt siken die Pumpiers" sämtlich hin­ter Schloß und Riegel.

Die diamantene Hochzeit feierte in Goldberg in Med­lenburg der Schuhmachermeister Hartleben mit seiner Ehe­frau. Der Großherzog ließ ein Geldgeschenk von 60 Mark übersenden.

Vier Kinder verbrannt. Eine furchtbare Brandkata­strophe ereignete sich in Nonnenwalde bei Rehau. Das ein sam gelegene Gehöft des Bauern Leonhard Groh brannte ab. Dabei fanden vier Kinder des Besizers im Alter von bier bis vierzehn Jahren ihren Tod in den Flammen, wäh rend Groh selbst schwere Brandwunden erlitt.

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Tages- Chronik. Die landwirtschaftliche Provinzial­Ausstellung von Schleswig- Holstein ist in Altona durch eine Ansprache des Herzogs Ernst Günther, auf die der Land wirtschaftsminister von Podbielski antwortete, eröffnet worden.

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