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gegen das gegenwärtige System mit seinem verhängnisvollen Blutvergießen Protest zu erheben, sowie zugleich dem Gericht zu erklären, daß die Advokaten es ablehnen, vor Gericht auf­zutreten, weil unter den gegenwärtigen Umständen für die Advokaten es unmöglich sei, mit Ruhe Prozesse zu führen.

Die Befürchtung, daß sogar das Nötigste zum Leben, das tägliche Brot, ausbleiben werde, hat sich nicht bestätigt. Wohl aber sind die Lebensmittel im Preise nicht unbeträchtlich ge­stiegen. Nimmt man dazu, daß die Geschäftsleute vielfach aus Furcht vor Ueberfällen ihre Verkaufsstellen geschlossen halten müssen, so kann man die Wunden einigermaßen er­messen, die dem geschäftlichen Leben in den russischen Groß­Städten durch die Vorkommnisse der letzten Tage geschlagen find.

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Die Haltung der ruffifchen Regierung.

ner Faust niederzuhalten. Die Regierung betrachtet den gan­zen Putsch als eine willkommene Gelegenheit, dem bedenklich nach der Reformseite abgewichenen Kurs des Staatsschiffs einen kräftigen Ruck ins reaktionäre Fahrwasser zu geben. Sie troßt auf die Bajonette ihrer Soldaten und die einzigen Maßregeln, die sie trifft, sind militärischer Art. Außer den 40 000 Mann der Petersburger Garnison sind weitere be­deutende Verstärkungen herangezogen worden. Der Auf­stand wird im Blut erstickt, und auch die bereits geplanten Ansätze zu Reformen werden mit ihm von der Bildfläche ver­schwinden. Das ist das Endziel der Regierung und, da sie die Macht in Händen hat, wird sie es auch erreichen.

Petersburg, 24. Januar. Vorläufig sind die freiheitlichen Regungen der russischen Volksseele, die in den blutigen Straßenszenen ihren letzten tragischen Ausdruck fanden, im Reime erstickt worden. Die Regierung hat als ihre Aufgabe proklamiert, die öffentliche Ordnung um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Man zweifelt in den besonneneren Streifen der Petersburger Geſellſchaft auch nicht, daß es den Regierungsmaßnahmen gelingen wird, die Ruhe über kurz oder lang wieder herzustellen. Allerdings nicht die friedliche Ruhe, die in einem von gesundem Gemein. sinn getragenen Staatswesen herrschen muß, sondern die lähmende Ruhe des Grabes. Mit den Opfern der Straßen­kämpfe werden die Ideen, die sie beseelten, eingesargt und mit ihnen die Hoffnung auf eine Reorganisierung der inner. politischen Zustände des Zarenreiches und Abschaffung der himmelschreienden Mißstände, die an seinem besten Lebens­mart nagen.

Die Dolitik.

Die Lohnzahlungen, die in diesen Tagen im Streif gebiet des Ruhrkohlenreviers erfolgten, sind überall ruhig verlaufen. Zum Schutz der Arbeitswilligen sind Maßregeln ergriffen, doch ist es zu bemerkenswerten Vorfällen nicht ge­kommen. Der sozialdemokratische Abgeordnete Bernstein und der Kaiserdelegierte Schröder sind nach England abgereist, um die dortigen Bergleute zur Unterstützung der Streifen­den zu gewinnen.

frankreich.

Wahlkämpfe anknüpfte, fand wie es intmer die parter politischen Reibereien in diesem Hause zu tun pflegen- die größte Aufmerksamkeit, verlief aber verhältnismäßig frie lich. Sehr bemerkt wurde das ausdrückliche Vertrauens botum, das Herr v. Oldenburg dem Minister aussprach, dem selben Minister, den einstmals der Bund der Landwirte fa heftig befehdet hat. Das Gehalt des Ministers wurde bewil ligt und damit die allgemeine Besprechung geschlossen. Ohne mesentliche Debatte wurden dann noch einige Einzelpofitionen genehmigt, wobei der Minister Gelegenheit nahm, eine gründliche Reform des Auseinanderseßungsverfahrens an zufündigen. Morgen wird die Beratung fortgesetzt.

Die definitive Bildung des Ministeriums Rouvier ist erfolgt. Das Portefeuille des Auswärtigen bleibt in den Händen von Delcassé, so daß in dieser Richtung der alte Kurs bewahrt bleibt. Im großen Ganzen steht auch in der inneren Politif keine grundsätzliche Aenderung zu erwarten. Wenigstens deutet darauf die Ernennung Bienvenu Martins zum Leiter des Kultus- und Unterrichtsministeriums hin. Die gemäßigten und nationalistischen Blätter erklären denn auch, daß das Kabinet Rouvier den Combismus ohne Com­bes" bedeutet. Auch Combes selber hat sich auf einem Bankett in diesem Sinne ausgesprochen. Auf der anderen Seite sind auch die radikalen Gruppen nicht zufrieden, so daß das Ka­binett sich auf schwere Stürme gefaßt machen muß.

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Eine tollkühne Fahrt, die in ihren Einzelheiten an ein Stück aus Jules Vernes Reise um die Welt in 80 Tagen" erinnert, unternahm ein Lokomotivführer aus der oberita­lienischen Stadt Varese. Die neue elektrische Bahn zwischen Varese und Luino sollte Montag eröffnet werden; sie passiert auf einer Brücke den Langen See. Sonntag unternahm ein Maschinist die Probefahrt mit einer einzelnen Lokomotive. Kaum hatte er wenige Meter auf der Brücke zurückgelegt, als er merkte, daß diese einzustürzen drohte. Schnell ent­schlossen, spannte er die elektrische Kraft der Maschine aufs äußerste an und fuhr in wahnsinniger Gile über die schwan. fenden Gleise. Es gelingt ihm, das jenseitige Ufer zu er­reichen, und eine Sekunde später stürzt hinter ihm mit tosen­dem Krachen die Brücke in sich zusammen.

Nachrichten vom Kriegsschauplate in Ostasien lassen erkennen, daß an der Frent sich infolge eingetretener wär­merer Witterung wieder Truppenbewegungen vollziehen. Die Japaner haben gegen die auf dem linken Flügel der Nussen stehende Abteilung des Generals Rennenkompf den Vor­marsch unternommen. In Tschifu beginnen Flüchtlinge von Port Arthur in Dschunken einzutreffen.

Das berückende Bild einer Konstitution, das aus den bekannten Manifesten der Leiter der Arbeiterbewegung hervorleuchtete, mußte das war jedem einigermaßen nüchtern und kritisch Veranlagten flar- auf die jetzigen Berater des Zaren wie ein Medusenhaupt wirken und Schrecken und Angst in ihre Herzen säen. Sie wären die ersten gewesen, die der Sturmhauch der Freiheit hinweggeblasen hätte. Deshalb schon mußten sie ihre Türen und Fenster hermetisch verschließen. Aber auch derjenige, der der russischen Nation wünscht, daß auch sie einmal aus den starren Fes­seln des despotischen Autokratismus zu einer freien Entwick­Tung ihrer Kräfte gelangen möge, muß sich zweifelnd fragen, ob der Zeitpunkt zu einer Emanzipation für die große Masse des russischen Volkes auch schon gekommen ist. Es gibt auch unter den russischen Regierungsbeamten trotz aller sprichwört­lichen Versumpfung noch Herzen, die warm für ihr Volk schlagen und jedes Mittel, es glücklich zu machen, mit Freu­den begrüßen würden, wenn es brauchbar wäre. Aber gerade aus ihrer genauen Kenntnis der Verhältnisse heraus be­trachten sie es für unmöglich, dem Lande jetzt schon eine Kon­stitution zu geben. Sie behaupten nicht mit Unrecht, daß das Gros der Arbeiter, auf deren Fahne außer ihren ökono­mischen Ansprüchen auch die Forderungen einer konstitutio­nellen Verfassung und der Trennung von Kirche und Staat prangten, keine Ahnung hätten, was diesen Stichworten ihrer Führer für ein Begriff innewohne. Von der Gewährung einer Konstitution an das in den Ketten der Unwissenheit und des dumpfen Aberglaubens schmachtende russische Volk in diesem Augenblick erwarten sie feinen Segen, sondern ein großes nationales Unglück. Ein allgemeines Tohuwabohu würde die Folge sein und gewissenlose Demagogen würden sicherlich noch einen höheren Gipfel der Korruption zu er­Flimmen wissen, als die jetzige viel und mit Recht geschmähte russische Bureaukratie. Um eine durchgängige Reform ,, an Haupt und Gliedern" im russischen Staatswesen durchzu­führen, halten sie es für nötig, zuerst das klägliche Schulwesen zu heben und allmählich mit der steigenden Bildung größere politische Freiheiten zu gewähren, die, in geeigneten Dosen und zu richtigen Zeitpunkten verabreicht, natürlich äußerst heilsam für den Gesamtorganismus, in plötzlichem Ueberfluß genossen aber als Gift wirken müßten. Die Notwendigkeit der sofortigen Abstellung der bekannten Krebsschäden im Beamtenförrer des Reiches und der Aufbesserung der öko­nomischen Lage des Arbeiterstandes erkennen auch diese Warner vor einer übereilten großen Reform unumwunden

all.

Deutfcher Reichstag.

( 126. Sigung.)

CB Berlin, 24. Januar.

Der letzte Aft der Syvetontragödie. Der Untersuchungs. richter in der Syveton- Angelegenheit Boucard hat den Be schluß der Einstellung des Verfahrens unterzeichnet. Dem Vater Syvetons, der die Strafanzeige gegen den unbekann­ten Mörder seines Sohnes erstattet hatte, ist mitgeteilt wor­den, daß ihm eine Frist von 24 Stunden zur Erhebung eines Einspruchs gegen den Einstellungsbeschluß zuſtehe.

)!( Die spanische außerordentliche Gesandtschaft, die dem Kaiser die Abzeichen und Uniformen für die ihm vom spa­nischen König verliehenen Grade im spanischen Heere über­bringt, hat heute die Reise nach Berlin angetreten. Sie wird geführt vom Prinzen von Asturien, den der Ober­Stammerherr Herzog von Vistahermosa, der Marquis Mesa de Asta und Oberst Gloriaga begleiten.

Mit Mann und Maus untergegangen ist auf der Fahrt bon Danzig nach Drelösund der Getreidedampfer Perm". Der Dampfer hatte vierzehn Mann Besaßung.

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Turch die Trene seines Hundes ums Leben gekommen. In diesen Worten liegt ein scheinbarer Widerspruch, und doch hat sich dieser Tage in der Nähe von München ein Vorfall abgespielt, Cei dem tatsächlich ein Hund durch seine Treue mittelbar zum Mörder seines Herrn geworden ist. Ein in München ansässiger Herr A. Grimm begab sich in Beglei­tung seines Jagdhundes auf seine in der Nähe Münchens gepachtete Jagd. Beim Ueberschreiten eines kleinen Paches fam er zu Falle, sein Gewehr entlud sich, wohl infolge der Erschütterung, und die ganze Schrotladung drang dem Un­glücklichen in die Brust. Zwei Bauernjungen, die sich in der Nähe aufhielten, waren Zeugen des Vorfalles gewesen und eilten herbei. Mit letzter Kraft des schwindenden Bewußt­seins forderte der Verunglückte den einen der beiden Knaben auf, in das nahe Dorf zu eilen und Hilfe herbeizuholen, wäh rend der andere durch Zusammenpressen der Wunde Verbluten verhindern sollte. Doch man hatte nicht mit dem Jagdhund gerechnet. Jeder Versuch des Knaben, sich an dem Besinnungslosen zu schaffen zu machen, wurde von dem sich wie rasend geberdenden Hunde vereitelt. Als nach kurzer Zeit die herbeigerufene Silfe fam, war es zu spät. Jeder Versuch der Wiederbelebung war vergeblich, der Tod war infolge von Verblutung eingetreten der treue Hund hatte mittelbar den Tod seines Herrn veranlaßt.

Im Jahre 1875 faßte der Bundesrat den Beschluß, die Erwartung auszusprechen, es werde den großherzoglich meck­lenburgischen Regierungen gelingen, eine Abänderung der bestehenden Mecklenburgischen Verfassung mit dem Mecklenburgischen Landtage zu vereinbaren". Da seit beinahe einem Vierteljahrhundert die Regierungen in Schwerin und Strelik nichts mehr getan haben, brachte der nationalliberale Abg. Büsing eine Interpellation ein, ob der Reichskanzler nicht jenem Bundesratsbeschlusse im Wege bundesfreundlicher Verhandlungen eine weitere Folge geben wolle. Herr Büsing erinnerte daran, daß Anfang der siebziger Jahre der Reichstag wiederholt einen Antrag angenommen habe, auf dem Umwege einer Aende= rung der Reichsverfassung Mecklenburg eine Konstitution in modernem Sinne zu geben; ein solcher Antrag sei aber an. gesichts der gegenwärtigen Zusammensetzung des Hauses aussichtslos, deshalb habe er sich auf eine Interpellation be­schränkt. Gegen eine bundesfreundliche Einwirkung könnten Kompetenzgedanken um so weniger geltend gemacht werden, als jenem Bundesratsbeschluß der mecklenburgische Bevoll­mächtigte ausdrücklich zugestimmt habe. Herr Büsing schil­derte die Verhältnisse in den beiden Großherzogtümern in behaglich- humorvoller Weise und begründete die Anfrage so warm und wirkungsvoll, daß ihm am Schlusse nicht nur die Abgeordneten lebhaften Beifall spendeten, sondern auch auf den Tribünen Händeklatschen ertönte, eine Ungebühr, die der Präsident Graf Ballestrem mit der Drohung rügte, er werde im Widerholungsfalle die Gallerie räumen lassen. Die Beantwortung fiel dem Staatssekretär des Innern Gra­fen Posadowsky zu, der seiner Sympathie für die Ten­denz der Interpellation Ausdruck gab, aber die Aufforderung an den Reichskanzler zur bundes freundlichen Einwirkung für überflüssig erklärte, da die mecklenburgische Regierung ohne­dies das erstrebenswerte Ziel nie außer Augen gelassen habe. Wude diese Antwort mit großer Heiterkeit aufgenommen, so gingen die Aeußerungen des mecklenburgischen Bevollmäch­tigten v. Deren, der dem Reichstag den wohlmeinenden Rat gab, sich in diese Dinge, die ihn nichts angingen, nicht einzumischen, in lautem Gelächter beinahe völlig verloren. Die Besprechung der Interpellation ergab, daß die Rechte und das Zentrum im Gegensatz zu der ganzen Linken jedes Eingreifen des Reiches perhorreszieren, sie ergab aber auch, daß abgesehen von den mecklenburgischen Konservativen, deren Ansichten auseinander gehen, der Reichstag einig ist in der Meinung, daß eine Verfassung im modernen Sinne für Mecklenburg wünschenswert, ja notwendig ist.

Damit geben sie nur das wieder, was die ganze Bürger­schaft denkt, und, wenn kein Bolizeispikel in der Nähe ist, unumwunden ausspricht. Der Typus des jetzigen Tschinow­nits, des russischen Beamtentums, ist namentlich dem Volk in tiefster Seele verhaßt. Gegen ihn richteten sich vor allem die Vorstellungen, die an die Adresse des Zaren gerichtet waren. Er hatte sie nicht entgegengenommen, auf die Ueber­bringer haben seine Truppen geschossen. Jetzt hat auch er, zu dem die Arbeiter vertrauend aussahen, in ihren Augen den Nimbus verloren. Ja, es heißt, daß bereits aus dem Mit dem Zaren", das erst die Lösung der Volksmassen war, jetzt ein energisches Gegen den Zaren" geworden ist. Im rus­sischen Volkscharakter ist die Grenze zwischen Liebe und Haß viel leichter verwischbar als bei den Germanen. Das Blut, das geflossen, trennt in breitem Strom das Volk von seinem Herrscher. Wird doch behauptet, daß Marim Gorki, der be­kannte Novellist und Dramatiker, der jetzt in die vorderen Neihen der Bewegung tritt, in einer Versammlung eine geharnischte 2bsage Gapons an den Zaren verlesen habe, in der es heißt: Kameraden, russische Arbeiter! Es gibt feinen Zar mehr, zwischen ihm und dem russischen Volke sind heute Blutströme geflossen. Es ist die höchste Zeit für die russischen Arbeiter, das Ringen für die nationale Freiheit ohne ihn fortzusehen. Ihr habt bei diesem Kampfe meinen Segen. Morgen werde ich unter euch sein, heute arbeite ich rührig für die Sache."

Von den Freunden der Arbeiterschaft, die nicht in blin­dem Fanatismus über das Ziel hinausschießen, wird diese Wendung lebhaft beklagt. Sie sehen mit Sicherheit voraus, daß das neues Wasser auf die Mühle der jebigen Gewalt­haber ist, die jeden Ruf nach Reformen als eine Antastung der geheiligten Person des Baren hinzustellen wissen. Ve­schuldigt man doch in einzelnen politischen Zirfeln diese lei­tenden Persönlichkeiten sogar, den ganzen Aufstand erst be­günstigt und inszeniert zu haben, um die moralische Recht­fertigung zu heben, mit ihm die jung aufsprießende refor­matorische Saat auf lange Zeit hinaus in Grund und Boden zu stampfen. Jezt haben die Reaktionäre im Ministerium Oberwasser. Swiatopolf- Mirsky soll bereits demissioniert haben und in den nächsten Tagen gehen. An irgend eine günstige Wirkung des Aufstandes ist nicht zu den­fen. Man ist entschlossen, iede freiheitliche Regung mit eiser.

Preussischer Landtag.

Haus der Abgeordneten.

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§ Des Giftmordes am eigenen Manne angeklagt ist die Bauerngutsbesitzerin Pelagia Pawlak, die sich vor den Schwurgericht in Posen zu verantworten hat. Mitangeflagt sind der Müllergeselle Stanislaus Koslenski und die Dienst­magd Magdalena Juda, die beiden letzteren wegen Beihilfe zum Morde. Die Hauptangeklagte, die jetzt 41jährige Pe­Tagia Pawlak, ist eine noch immer recht hübsche Frau von zierlicher, schlanker Gestalt, die sie bedeutend jünger er­scheinen läßt; ihr feingeschnittenes, bleiches Gesicht, in dem zwei große, dunkle Augen funkeln, verleiht ihr einen beson deren Reiz. Auch der Angeklagte Koslenski, der Liebhaber der Frau Pawlak, ist ein Mann mit recht freundlichen Gesichtszügen. Die Angeklogte Frau Pawlak bestreitet jede Schuld, doch gibt sie zu, daß sie kurz vor dem Tode ihres Mannes im Besitz eines Pulvers zur Vertilgung von Schwa ben gewesen sei. Ob das Pulver für Menschen giftig ge wesen sei, sei ihr nicht bekannt; das Pulver habe ihr verstor bener Mann eines Tages selbst mitgebracht.

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GF. Professor Siemering. In Berlin starb an den Fol gen einer Lungenentzündung nach längerem Krantenlaga der bekannte Bildhauer Professor Rudolf Siemering. Eine ganze Reihe feiner Werke schmücken Museen und Pläße dent scher Städte. Sein Hauptwerk ist das gewaltige Siegesdent mal in Leipzig.

RK Berlin, 24. Januar. ( 124. Sigung.) Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde von dem frei­konservativen Abg. Frhr. v. Zedlig der Vorschlag gemacht, die zweite Lesung der Kanalvorlage nicht schon am nächsten Dienstag, sondern erst am 3. Februar zu beginnen, weil im Reichstage die Interpellation über die Handels. berträge noch nicht beantwortet ist. Die Parteiführer schlossen sich der Auffassung über den Zusammenhang dieser beiden Materien an. Die Teilnahme des Hauses an der nun fortgesetzten allgemeinen Besprechung des Landwirt­schaftsetat 3 war heute lebhafter als gestern. Minister b. Podbielski beteiligte sich mehrfach recht lebhaft an der De­batte und hob immer wieder die Notwendigkeit hervor, die Landwirtschaft, und zwar vor allem den Bauernstand, mit allen Mitteln zu heben. Der nationalliberale Abg. Glazel und der freisinnige Deser bemühten sich, einen Weg der Ver­ständigung zwischen Landwirtschaft und Industrie zu finden; der freikonservative Frhr. v. Bedlig stellte als Hauptforde­rung die Hebung des Schulwesens auf. Ein Rededuell zwi­schen dem Abg. b. Oldenburg vom Bund der Landwirte und dem nationalliberalen Dr. Friedberg, das an die verflossenen

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FG. Leoncavallo des Plagiats beschuldigt. Das ist die neueste Sensation in der musikalischen Welt. In einem Ber liner Blatte erschien kürzlich eine Träumerei" von R. Leon caballo. Wie nun Dr. Friedrich Spiro( Rom) in den Sig nalen für die musikalische Welt" behauptet, soll dieses Stüd bon Anfang bis zu Ende ein Plagiat oder eine Karrikatur" des wunderschönen Melodramas aus Bizets Arlésienne( Nr. 19, Mittelsatz) sein, das als Adagietto für gedämpfte Streich instrumente in die erste Suite aus Stüden jener Theater musif Eingang gefunden hat. Spiro glaubt an zwei Mög lichkeiten: Entweder habe Herr Leoncavallo, als er feine " Träumerei" schrieb, von Bizet geträumt, oder er habe sich bequem gemacht und das delikate Original in etwas flotig Form umgegossen. Daß er es nicht gekannt habe, sei un möglich. Auf Leoncavallos Antwort ist man gespannt.

Der Handelsmarkt.

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Berlin, 24. Jamuar.( Fonds börse.) Der Markt be wahrt eine abwartende Haltung, wenn auch die Lage i Petersburg als beruhigter gilt. Kohlenaktien konnten soga auf Gerüchte von einer zu erwartenden Beilegung de Streifs anziehen. Bankaftien bis zu 1 Proz. gebeffert, Pate fahrt und Lloyd 4 Proz. besser. Ebenso Bochumer re

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