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Hof und Gefellf: baft.

Die Meldung, Prinz Heinrich von Preußen beab. sichtige, eine neue Reise nach Amerika zu unternehmen, wird vom Hofmarschallamt des Prinzen für völlig unbegründet erklärt.

Heer und flotte.

Unterseeboote in der deutschen Marine. Nach einem Fach­blatte sind der Firma Körting in Linden bei Hannover 16 große Petroleummotore für Unterseeboote in Auftrag ge­geben worden. Es wird angenommen, daß eine Anzahl dieser neuen Motore für die deutsche Marineverwaltung an gefertigt wird. Nach angeblich zuverlässigen Informationen wird versichert, daß in Regierungskreisen die Absicht besteht, im nächsten Etat größere Mittel zu diesem Zweck an­zufordern.

Schwimmende Docks für die englische Flotte. Die Leistungsfähigkeit der britischen Kriegsflotte soll durch den Bau schwimmender großer Docks vermehrt werden. Man rechnet mit 4 000 000 Mark pro Dock. Eines davon soll in Rosyt, ein zweites in Portland, ein drittes in Fairneß und ein viertes in Devenport stationiert werden. Zu Kriegs­zeiten sollen diese Docks nach irgend einem gewünschten Punkt dirigiert werden.

Soziales Leben.

Die Bewegung im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. Auf Antrag der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Organisa tionen beginnen heute in Essen neue Verhandlungen, von denen man eine Einigung erhofft. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe tagte Montag in Mülheim a. R. und betonte, er müsse bei dem Wittener Beschluß bleiben, nad dem für 1905 feine Lohnerhöhung erfolgen soll.

Kohlenarbeiterstreik in Ungarn. Allgemeiner Ansstand herrscht in den Kohlenbergwerken zu Fünffirdyen. Die Stimmung ist sehr erregt. Eine Anzahl Arbeiter versuchte, die Wettermaschinen zum Stillstand zu bringen. Vier Ar­beiter wurden von der Polizei verhaftet.

Nah und fern.

+ Brand eines Kohlenlagers. Auf der Braunkohlenzeche Frielendorf" bei Trensa an der Main- Weser- Bahn gerieten die gesamten Brikett- Vorräte in Brand. Das glimmende Feuer des gewaltigen Lagers spottete allen Löschversuchen und entwickelte derartige Rauchmassen, daß die ganze Gegend in Nebel gehüllt war und alles Lebendige, sowie Feld und Wald unter dem Qualm arg zu leiden hatten.

Eine verhängnisvolle Explosion. In dem Hause des Kaufmanns Kaufer in Breslau führte der Ingenieur Schom­burg einen von ihm erfundenen Vergasungs- Apparat für Brennstoffe einer Anzahl Ingenieure zwecks Finanzierung der Erfindung vor. Dabei erfolgte eine furchtbare Explo­sion, die eine schreckliche Wirkung hatte. Schomburg und Kaufer wurden auf der Stelle getötet. Zwei Ingenieure aus Berlin, Altmann und Dr. Becher, erlitten so schwere Verlegungen, daß sie bald darauf im Krankenhause den Geist aufgaben. Ein fünfter, Ingenieur Balzowerk aus Berlin liegt noch schwer darnieder.

Eine Verzweiflungstat. In Charlottenburg war ein Portier längere Zeit arbeitslos, und alle Bemühungen nach Verdienst blieben erfolglos. Als seine Frau von einem Kinde entbunden wurde und es am Nötigsten im Hause fehlte, nahm der Mann in der Verzweiflung Lysol, er liegt an den Folgen schwer darnieder.

Sicbzehnfacher Kindesmörder. In Babenried in Bayern wurden siebzehn Kinderleichen erhumiert. Es handelt sich um die Kinder eines Bauern namens Pöltl, der in den Ver­dacht geraten war, seine siebzehn Kinder sämtlich alsbald nach der Geburt beiseite geschafft zu haben. Es ergab sich, daß tatsächlich die Kinder von dem entmenschten Vater durch Eindrücken des Brustkorbes und des Kehlkopfes auf scheuß­liche Weise ermordet sind. Der Verbrecher gestand denn auch seine Untaten in zynischer Weise ein.

Eisenbahn- Unfall. Auf der sächsischen Station Schluckenau fuhr ein Personenzug auf einen Güterzug. Fünf Personen wurden verletzt. Der diensttuende Stationsbeamte schoß sich eine Kugel in den Kopf und war sofort tot.

Unheimlicher Fund. Eine Näherin in Karlsruhe hatte einer Familie, bei der sie öfters beschäftigt war, ein Käſt­chen zur Aufbewahrung gegeben mit dem Bemerken, daß zu Hause ihr Bruder stets ihre Sachen durchstöbere. Als die Näherin sich nicht wieder um das Kästchen fümmerte, wurde es eines Tages geöffnet, und da fand man die angefühlten Reste einer Kindesleiche. Die Besizerin des Kästchens ge= stand, daß sie ihr Kind bald nach der Geburt erwürgt und im Herde zu verbrennen versucht, der nicht verbrannten Reste aber sich auf die angegebene Weise entäußert habe.

Folgen eines Rattenbisses. In Bozen wurde ein Nacht­mächter von einer Ratte in die rechte Hand gebissen. Das Tier hatte sich in einer Schublade verkrochen, und als der Mann diese öffnete, fuhr ihm die erschreckte Ratte entgegen. Die Hand schwoll sofort an, und der Arm mußte wegen ein. getretener Blutvergiftung abgenommen werden.

Eine Hochstaplerin. In Chemnitz gelang es, cine 23jährige Gaunerin abzufassen, die sich mit Erfolg auf den Diebstahl von Uhrketten verlegt hatte. Sie ließ sich in einem Goldwarengeschäft eine Anzahl Herren- Uhrketten vorlegen. um, wie die elegant gekleidete Tame erklärte, ihrem Gemail ein Geschenk zu machen. Der Geschäftsführer bemerkte seinem Erstaunen, daß die Dame eine Kette im Wert von 125 Mark in ihre Tasche verschwinden ließ. Nach ihrer Ver­hastung stellte sich heraus, daß sie für 700 Mark Uhrfetten in Juweliergeschäften gestohlen und weiter verkauft hatte.

Den Bruder erschossen. In Aschenort bei Argenau hantierte der zwanzigjährige Hermann in Ancienheit seines jüngeren Bruders mit einem geladenen Revolver. Plötzlich entlud sich die Waffe. Der Schniß traf den jüngeren Bruder ins Herz und tötete ihn sofort. Der ältere Bruder wurde vor Schreck ohnmächtig. Er ist verhaftet worden.

Selbstmord aus Morphium- Sucht. In Herrenhausen machte eine Kartenlegerin vor kurzem durch Erhängen ihrem Leben ein Ende. Sie war hochgradig morphiumsüchtig. Als sie das ihr vom Arzt gestattete Quantum vor der Zeit aus­gebraucht hatte und feine Gelegenheit fand, sich frischen Stofi zu verschaffen, konnte sie das Leben nicht mehr ertragen. Selbstmord eines Beamten. In Posen warf sich der Sekretär bei der Ansiedelungskommissionpohl vor einen in Der Körper des boller Fahrt begriffenei. Eisenbahnzug. Selbstmörders wurde von den Rädern des Zuges buchstäb. lich in zwei Teile zerschnitten. Der Beamte erfreute sich all­gemeiner Achtung, lebte in geordneten Verhältnissen und war Vater mehrerer Kinder. Die schreckliche Tat hat er augenscheinlich in einem Anfall von Geistesstörung berübt.

+ Straßenbahn- Zusammenstoß. Auf dem Bahnhof des Pariser Vororts Nogenat sur Mer stießzen zwei Züge der Dampfstraßenbahn zusammen. Ein Kondukteur fan ums Leben, fünfzehn Passagiere wurden verwundet.

Eine Seidenfabrik abgebrannt. In Privos in Frank­reich wurde eine große Seidenfabrik durch Feuer gänzlich zerstört. Das gesamte Material, sowie große Mengen Roh­seide wurden vernichtet. Der Schaden beziffert sich auf 400 000 Francs.

Automobil- Unfall der Königin- Mutter von Italien. Die verwitwete Königin Margherita von Italien erlitt einen ernsthaften Unfall, als sie im Automobil vom Großen St. Bernhard zurückkehrte. Das Fahrzeug stieß gegen große Steine, die auf der Straße lagen. Zum Glück wurde nie­mand verletzt. Die Untersuchung ergab, daß Kinder der Bergbewohner aus Aerçer darüber, daß die Automobile ihre Herden erschrecken, die Steine auf die Straße gewälzt hatten; sie wußten nicht, daß die Königin, die bei den Bergbewohnern sehr beliebt ist, in dem Automobil saß. Die Eltern der Kin der kamen zur Königin und baten um Verzeihung.

Ueberfall auf einen Kurgast. In St. Blasien im Schwarzwalde wurde am hellen Tage in nächster Nähe des Kurhauses auf einen Bankier aus Mannheim, der lesend auf einer Bank saß, ein Raubansall verübt. Aus dem Gebüsch trat ein Mann herzu und verlangte Geld. Als der Sturgait ihn abwies, 30g der Mensch einen Revolver und geb vier Schüsse auf den Ueberfallenen ab, von denen der leste dem Kurgast eine schwere Wunde am Arm beibrachte. Als Täter wurde ein Matrose aus Konstanz verhaftei.

Entgleisung russischer Militärzüge. Auf der sibirischen Eisenbahn entgleisten zwei Militärzüge, die Soldaten und Material nach dem Kriegsschauplatz beförderten. Bei dem einen Zuge hatte sich die Kuppelung zweier Wagen gelöst. Zwölf Soldaten und mehrere Offiziere wurden so­fort getötet, 80 Soldaten wurden verwundet. diefen starben noch 28 Mann, da jede ärztliche Hilfe fehlte. Der andere Zug stieß mit einer Draisine zusamnicu. Dort wurde ein Rondufteur getötet, und mehrere Soldaten trugen Verletzungen davon

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Ungetreuer Kassierer. Der Kassierer der Kreiskaise in Meiningen, Kirsch, wurde in Herrenberg erschossen aufge­funden. Eine sofort vorgenommene Revision ergab eine durch Kirsch verübte Unterschlagung in Höhe von 24.000 Mart.

Attentat aus Eifersucht. Ein Wiener Geschäftsmann, der während der Saison auch in Karlsbad eine Verkaufs­stelle hat, erhielt von dort anonyme Suschriften, denen zu­folge seine Frau, die die Karlsbader Filiale verwaltet, dort ein Liebesverhältnis zu einem Agenten unterhalte. Auss höchste gereizt, kaufte der Ehemann einen Revolver und reiste nach Karlsbad. Als der Nebenbuhler die Wohnung betrat, gab der Mann fünf Schüsse auf ihn ab, ohne jedoch zu treffen. Er fuhr nach Wien zurück, stellte sich dort der Polizei und erklärte, daß er das Attentat nur in der Ab­sicht begangen habe, um das Paar einzuschüchtern.

Große Defraudation. Der aus Paris entflohene De­fraudant Galley hat mindestens 400 000 Francs mit­genommen. Er war früher eine Zeitlang Beamter der Sicherheitsvolizei und hat dann mehrere große Bankhäuser um namhafte Summen zu betrügen verstanden.

Ein Ringkampf mit Bären. Ein deutscher Millionär in Tiflis namens Kugler pflegte sich das eigenartige Ver­gnügen zu machen, Bären, die er in einem Zwinger sich hielt, betrunken zu machen und dann mit ihnen Ningkämpfe zu veranstalten. Die Sache ging längere Zeit gut, und den betrunkenen Bären gegenüber blieb der starke Mann stets Sieger. Da geriet er an einen Bären, der mehr vertrogen konnte, als die anderen, und dieser drückte seinen Gegner einfach tot.

Das gelbe Fieber. Auch in der Umgegend von New­orleans breitet sich das gelbe Fieber immer mehr aus. In dem am Flußlaufe belegenen Kirchspiel Saint Marie sind 100 Erkrankungsfälle vorgekommen. Auch wird von 33 neuen Fällen aus der weiteren Umgebung berichtet.

Alice Roosevelt und der Sultan von Sulu. Die Tochter des amerikanischen Präsidenten, die jest mit dem Staats­sekretär für Krieg in Ostasien herumfährt, war auch auf Manila, wo der Sultan von Sulu der feschen Amerikanerin einen Heiratsantrag machte. Miß Alice hat das Bedenken, daß der Sultan wohl schon zu viel Frauen habe. Man will Schritte tun, den Sultan von seinem Antrage abzubringen, ohne daß ihm Miß Alice einen Korb zu erteilen braucht.

Tages- Chronik. In Metz ertranf beim Baden ein Kano­nier und zog einen Kameraden, der ihn zu retten versuchte, mit in die Tiefe.

geisterte Verkünder einer neuen Heilslehre gegenüberzu­treten und ihnen auf diese Weise die Früchte harter Arbe: 1 und eisernen Fleißes abzujagen.

Ein besonders markantes Beispiel ist der durch seine Reisen auch in Europa bekannt gewordene Prophet Dowie, auch Elias III. genannt, der Begründer der Zionsgemeinde bei Chicago. Das ist eine Persönlichkeit, ebenso geschickt als Spekulant wie als Prophet. Sein Versuch, durch Zu sammenlegung der Grundstücke seiner Jünger neue Boden­werte zu schaffen und eine Stadt zu gründen, ist in einer Weise gelungen, daß er eine Zweigniederlassung in Meriko plant. Als armer Teufel fing er mit einem Boardinghaus, Heim der göttlichen Heilung", an; einige Jahre später konnte er Grundstücke am Michigansee für sechs Millionen Kronen kaufen. Heute steht Zion, die Stadt seiner Jünger dort, und der Boden ist 130 Millionen Kronen wert. Dowie hat sich als Finanzgenie ersten Ranges bewährt, indem er sich ungeheure Einfünfte sicherte.

In Ostfriesland sind Nachtfröste bemerkt worden. Auf dem Truppenübungsplay Elsenborn sind viele Soldaten an der Ruhr erkrankt.

Aus dem Gerichtssaal.

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Deputation für bad apothete, Desinfektions riam; Beifig in der e miffion für Schladitu tommiffion, Tridinen polizei auf den Märt Rommiffion für Stati fudung von Beamten bei der Annahme, be fegung in den Ruhe

Auch das weibliche Element fehlt unter den religiösen Spekulanten nicht. Mrs. Mary Baker Eddy, eine hübsche junge Witwe von dreißig Jahren, fam auf den Gedanken, ihren Lebensunterhalt dadurch herbeizuschaffen, daß sie ein Boardinghaus" für Gesundbeten errichtete, das sie Meta physische Anstalt" nannte. Nachdem ihr die Ausbeutung der Gläubigen in vierzehn Jahren goldene Früchte in den Schoß gelegt hatte, jährlich etwa 200 000 kronen Ein kommen, eröffnete sie mit 26 Mitgliedern ihre erste Ge meinde von Anhängern der Christlichen Wissenschaft". Heute zählt sie in Boston allein 15 000 Anhänger, und im gefähr 1500 Vereinigungen im ganzen Lande mit Tempeln von außerordentlicher architektonischer Bracht. Wie ein träglich Frau Eddys neue Gründung" sich gestaltete, geht daraus hervor, daß sie jährlich 100 000 Stronen für wohl tätige Zwecke ausgibt.

§ Konto K. In der Pommernbank- Affäre spielte das ,, Konto K" eine bedeutende Roue. Es handelte sich dabei um den Verbleib einer Summe von 325 000 Mark. Die Erörterungen über die Angelegenheit hatten eine Belcidi­gungsklage des Herzogs Ernst Günther von Schleswig­Holstein gegen den verantwortlichen Redakteur der jetzt eingegangenen Berliner Zeitung" im Gefolge. Der Straf. antrag bezieht sich auf eine Notiz des Blattes, in denen die Person des Herzogs mit dem Konto K" in Verbindung gebracht wird. Anläßlich der Beweisaufnahme wurde nun der Herzog eidlich vernommen. Er bekundete, daß er mit dem Konto K" in feiner Weise etwas zu tun habe.

Amerikanische Propheten.

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Eine andere Person, eine Nachfolger der Theosophin Blavatsky, lebt in Kalifornien herrlich und in Freuden von dem Glauben ihrer Jünger. Sie hat eine Kolonie für die Wiederbelebung der verlorenen Mysterien des Alter­tums gegründet und residiert in einem griechischen Tempel als Hohepriesterin, und zwar mit einem so herausfordern den Ritual, daß viele Theosophen sich denn doch schließlich von ihr abgewendet haben.

In Pennsylvanien gründete cin gewisser Rapp eine Ge meinde, die an seine göttlichen Eigenschaften glaubte uni sich einreden ließ, bei seinem Tode mit ihm in den Himmel zu fahren. In dieser Erwartung lebten sie im ehelosen Zustand, bis Rapps Tod ihren Glauben erschütterte. Dic: Gemeinde, die den Namen Ekonomiten" trägt, ist dur Fleiß und Sparsamkeit in den Besitz eines großen Grunt besitzes gelangt, der 500 Arbeiter beschäftigt.

Dollar Jagd unter religiösem Deck mantel. Ein besonderer Industriezweig ist in Amerika das Stiften neuer Religionen und Sekten zu spekulativem Zwecke. Mai glaubt es gar nicht, wie oft es smarten Leuten dort gelingt, ibren Mitmenschen als Propheten und anscheinend be­

In denselben Rahmen gehören auch die Mormonen, deren Gemeinschaft sich als ergiebige Geldquelle bewährt hat. Briegham Young und seine Gehilfen haben in Utah Millio nen aus den Abgaben der Gläubigen zusammengerafft.

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** Rablele Menfchenblut vergiebt ein Wort, bas fid und Rulturleben bis a bas durch Gelegestraft offenbart und auch entspricht. Aber for fet, ber Zweifel nagt Notwendigkeit; eine ift bereits aufgeftande Wiedervergeltung in Und man ist bei man hat auch schon gemacht, die Sinr welt auszuschalten.

Die Operationen der Spiritisten beruhen ebenfalls aus der geschickten Ausbeutung der leichtgläubigen Menschheit Ungefähr 10 000 Personen leben in Amerika davon, daß sie behaupten, mit den Geistern der Abgeschiedenen in Verbin dung zu stehen, und selbst Fälle von offenkundigem Schwin del vermögen den Glauben der Spiritisten nicht zu erschüt tern. Selbst das Eingeständnis der Miß For, daß ihr Treiben nur auf Schwindel und Habsucht beruhe, entfrem dete ihr ihre Anhänger nicht. Sie behaupteten, das Geständ nis sei ihr im trunkenen Zustand abgepreßt worden.

Das sind genug Beispiele für die Ausnutzung des Dranges, der in der Menschheit nach dem über das alltäg liche Leben Hinausgehenden wohnt.

Vermischtes.

= Die neuesten Modewörter. Ein Sprachfundiger hat be obachtet, daß von Zeit zu Zeit neue Wörter ganz allgemein gebraucht werden und dann wieder spurlos verschwinden. So war es vor einigen Jahren mit dem Worte gediegen". Dann folgte ,, boll und ganz" und neuerdings großzügig". Auch erstklassig", das in dem Roman Erstklassige Men schen" geprägt" wurde, und realpolitisch" werden dahin zu rechnen sein. Wir möchten dazu noch auf das Zeitwort ,, auslösen" und das soeben von uns selber angewandte ,, prägen" hinweisen. Während früher ein Komiker Heiter feit hervorrief" und der Tragöde Rührung ernedte", pflegen neuerdings alle Gefühle samt und sonders aus. gelöst" zu werden.

= Ein farbiger Prozeß. Bei der Hamburger Behörde für das Versicherungswesen hatte ein Apotheker eine Er zicherin, die aus seinem Hause geschieden war, rechtzeitig abgemeldet; trotzdem wurden aber die Beiträge bei ihm weiter erhoben. Dazu bekam er eine Strafverfügung über drei Mark, weil er dadurch gegen die behördlichen Vor schriften verstoßen habe, daß er anstatt eines orangefarbigen Formulars ein zitronengelbes zu der Abmeldung benuti habe. Der Bestrafte beantragte richterliche Entscheidung und wurde freigesprochen.

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Blitzüge in Amerika. Der Expreßzug der Penn: sylvania- Compagnie zwischen Chicago und Newyork hai einen neuen Rekord aufgestellt, indem er eine Strecke von 190 Kilometer in einer Stunde zurücklegte. Daraufhin be schloß eine Konkurrenzlinie, die Newyork Central- Linie, zwei neue Flieger" nach Chicago einzulegen, die die Strecke dorthin, die bislang eine Fahrt von 23 Stunden erforderte, in 18 Stunden zurücklegen sollen. Die Passagiere, die sic solchen Zügen arvertrauen, wissen freilich, was sie dabei ristieren.

Aerzte als Mitglieder der kommunalen Verwaltung. In Köln ist ein bisheriger Kreisarzt als Beigeordneter in ben Magistrat der Stadt berufen worden. Diese Wahl be­fundet eine Konzession an den in der Oeffentlichkeit schon oft bertretenen Gedanken, ein wichtiger Teil der kommunalen Fürsorge müsse sich den hygienischen Aufgaben zuwenden. Das Kölner Beispiel wird zweifellos Nachahmung finden, und es ist deshalb nicht uninteressant, zu sehen, welche Arbeit bem ärztlichen Beigeordneten in der rheinischen Metropole Übertragen werden soll. Seinem Dezernat sollen folgende Bunfte unterliegen: Hygienische Anregungen auf allen Ge bieten der städtischen Verwaltung, Wohnungs- und Gesund heitspolizei, ärztliche Gutachten, Vorsiz in der Gesundheits tommission und stellvertretender Vorsitz in der Kommission für Polizei- und Wohnungsaufsicht, Impfsachen, Schul gesundheitspflege, Begutachtung der Haftfähigkeit, Nah rungsmittel- Untersuchungsanstalt, Begutachtung von Schul Krankenhaus- und sonstigen Bauten in hygienischer Be

und es sollte nicht hinaut reichen, ale ift, daß die Menf wuchert wird, wenn mehr abfalägt, ben

fittlichen Bahnen ge fchiffige Ebene binab Dem Blutgerüft bo höchfte But, das Le zu vernichten, zurüd ift deshalb die borne bas Terrain durch Berhältniffe mehr durch innige gemein dem Leben moralisch fehr weite, doch lei wie die Anfänge zei die Aehren reifen,

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