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Leider liegt gerade darin auch der Anlaß zu allerhand Aus­schreitungen, durch die weiterer Zündstoff aufgehäuft wird. Bulgarenbanden haben sich bereits gebildet, die wahrscheinlich mit Boris Sarafow in Verbindung stehen und von diesen geleitet werden.

Deutfcher Reichstag.

( 145. Sigung.)

CB Berlin, 22. Februar. Die dritte Beratung der Handelsverträge nahm einen sehr ruhigen Verlauf, obwohl in dem stark besetzten Saale dauernd eine sehr große Unruhe herrschte. An der Vorlage der Regierung ist nichts zu ändern, ihre An­nahme steht fest, da hatte eben kaum noch jemand ein Interesse daran, zum zehnten Male zu hören, wie sich die einzelnen Parteien dazu stellen. So hielten denn die zum Worte gemeldeten Abgeordneten der Reihe nach ihre Monologe für sich und die Stenographen, aus deren Aufnahmen man sich später wird überzeugen können, was Jesprochen wurde. Heute blieb von den mit normalen Sprechorganen ausgerüsteten Rednern der größte Teil der Ausführungen unverständlich, mühelos verstehen konnte man eigentlich nur den konservativen Grafen Limburg- Stirum, der wie immer sehr leise sprach. Die Rücksicht auf die Bartheit seiner Stimme bewog die anderen Herren, sich in ihren Privatgesprächen einige Mäßigung aufzuerlegen. Größeren Eindruck machten duch seine Auseinanderseßimgen. Lebhafteres Interesse erweckten nur, wenigstens bei einem Teile des Hauses die Abggeordneten Molkenbuhr und Go­thein. Der Sozialdemokrat heimste bei seinen Genossen leb­haften Beifall ein, der Freisinnige reizte seine Gegner zu wiederholtem lärmendem Widerspruch, namentlich als er der Rechten des längeren vorhielt, daß sie die Schuld trage, wenn wirklich das Niveau des Reichstags gesunken sei. Die Reihe der Parteiredner unterbrach der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, um unter allgemeiner Spannung Gründe darzulegen, die die Regierung veranlaßt haben, Agrar- Politik zu treiben, und um gewissermaßen als Parole der Regierung festzulegen: Agrar- Politik und Sozial- Poli­tik! Die Debatte dauerte bis in den späten Abend. Jedoch ändert sie nichts an dem Endergebnis: Definitive Annahme der Handelsverträge.

Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

die

schüttet, und jede Hoffnung, daß einer derselben geretter werden könnte, ist verschwunden. Die Verunglückten liegen 1000 Fuß tief unter der Erde. Trotzdem arbeiten 500 Mann in zwei Abteilungen unausgesetzt und unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen an der Aufdeckung. An den Gru­beneingängen spielten sich herzzerreißende Szenen ab, als die Nachricht, daß jede Hoffnung geschwunden sei, ausgegeben wurde. Als Ursache der Explosion nimmt man die falsche Legung einer Sprengmine an.

* Den Rekord als Ordens- Empfänger hat der Oberhof­marschall des Kaisers, Graf August zu Eulenburg, geleistet. Bei der Anwesenheit des Fürsten Ferdinand von Bulgarien erhielt er seine 75. Ordensdekoration. Diesem Ordenssegen gegenüber erscheint Graf Bülow mit seinen 40 Dekorationen recht arm."

§ Eine Hochstapler- Gesellschaft sieht vor der Strafkammer in Dresden ihrer Aburteilung entgegen. Der Freiherr v. Grabow, ein ehemaliger Leutnant, hat im Verein mit Helfershelfern aus dem Kaufmanns- und dem Handwerker­Stande eine Anzahl Personen, darunter der Landrat oon Plotho aus Genthin, durch Schiebungen und Betrü­gereien um beträchtliche Summen geschädigt.

§ Militärischer Aufruhr. Vor dem Kriegsgericht in Saar­burg wurde der Gefreite Konieczky und der Ulan Beier zu 5 Jahren Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere, zwei andere Ulanen zu 5 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Soldatenklasse verurteilt, und zwar wegen Auf, ruhrs, begangen durch gemeinsamen Angriff auf eine Ba­trouille am Weihnachtsabend. Die Verurteilten waren, wie das Gericht feststellte, von der Patrouille zum Angriff ge­reizi worden.

( 145. Sigung.) RKBerlin, 22. Februar. Auch der heutige zweite Tag der Kultusdebatte war fast ausschließlich mit der Erörterung von Schulfragen ausgefüllt. Trotzdem hörte das zahlreiche Publikum, das die Tribüne füllte, augenscheinlich mit großem Interesse der Debatte zu. Denn der Ton der Reden war wieder ziem­lich scharf und die Gegensätze der Auffassungen über das Schulkompromiß und die geistliche Schulaufsicht platten des öfteren hart aufeinander. So folgte der Rede des Ministers Dr. Studt, in der er die Agitation gegen das Schulkom­promiß als parteipolitisch und künstlich hervorgerufen be­zeichnet, auf der linken Seite ein lautes Zischen und Pfeifen, das immer wieder von dem demonstrativen Bravo der Rech­ten übertönt wurde. Am häufigsten kam die Linke zum Wort. Einer versöhnlichen Rede des nationalliberalen D. Hackenberg folgten heftigere und schärfere der Frei­sinnigen Funck, Wolgast und Kopsch. In einer län­geren Rede wandte sich Minister Dr. Studt voller Ent­rüstung gegen die Behauptung, daß er sich der Liebedienerei gegen das Zentrum schuldig gemacht habe; im Trierer Schul­streit sei die Verwaltung Siegerin gewesen, von den Mari­anischen Kongregationen habe er bisher noch keine einzige genehmigt; und das Verbot der konfessionellen Studenten­verbindungen wäre ein Eingriff in die akademische Freiheit. Zum Schluß verteidigte sich noch Frhr. v. 3edliz gegen den Vorwurf, daß er die Tonart des Kampfes so verschärft habe. Er habe nur ausgesprochen, daß man den Lehrern im Lande etwas vorgelogen hat, wenn man ihnen gesagt hat, ein Schulunterhaltungsgesetz sei auch ohne Schulkompromiß möglich gewesen; und diese Behauptung halte er aufrecht. Dann wurde durch Annahme eines Schlußantrages der all­gemeinen Debatte ein Ende bereitet und die Fortsetzung auf morgen vertagt, wo nach den bisherigen Dispositionen, die Erörterung über den Hochschulstreit zuerst an die Reihe kommen wird.

Nab una fern.

Das Gordon- Bennet- Rennen wird nach Beschluß der zu Paris tagenden internationalen Kommission am 15. Juni stattfinden. Von 1906 ab soll das Rennen in ein Heraus­forderungsrennen verwandelt werden, bei dem alle Nationen im Verhältnis der Wichtigkeit ihrer Industrie vertreten sein follen.

Die Affäre Montignoso ist noch immer keinen Schritt weiter zu ihrer Zöfung gedichen. Justizrat Körner hat dem jächsischen Gesandtministerium unter Vorsitz des Königs den Bericht über seine Mission nach Florenz erstattet, doch ver­lautet bisher nichts über die getroffenen Entscheidungen. Nach Körners Bericht sind die neuen sittlichen Verfehlungen der Gräfin eidlich erhärtet worden. Die ältere Schwester des Königs, Prinzessin Mathilde, ist nach Wien gereist, um sich mit Kaiser Franz Josef in der unerquicklichen Ange­legenheit zu beraten.

* Eine furchtbare Grubenexplosion hat in den Virginia­Eisengruben zu Birmingham stattgefunden. Wie es heißt, find 250 Arbeiter verschüttet. 107 Leichen sind bisher auf­gefunden. Man fürchtet, daß alle 250 ums Leben gekommen find.

bares Schlacht- und Milchvieh zu beziehen, uno Fleisch- hes, daß es be faninchen( Lapins) mit. Ein bekannter Ornithologe hatufprechen. Sei

Die märkische Kwileckigeschichte wird als eine phan­tastische Erfindung erklärt. Eine Arbeiterfrau aus Paaren hatte behauptet, daß sie ein Sproß der Familie v. Knoblauch sei. Sie sei mit dem Sohn ihrer angeblichen Mutter, einer Taglöhnerfrau, im Jahre 1845 zu dem Zweck ausgetauscht worden, daß ein Knoblauchsches Familiengut in Ermange­lung eines männlichen Erben an eine Nebenlinie übergehe. Nittmeister a. D. v. Knoblauch erklärt dies für eine Jabel. In dem fraglichen Jahr hätten, wie aftenmäßig feststehe. auf fämtlichen Snoblauchschen Gütern im Havellande männ­liche Erben eristiert. Eine weitere Behauptung der Prä­tendentin, es feien 800 Taler als Abfindung für die angeb­liche Kindesunterschiebung im Grundbuch auf das Grundstik ihrer Pflegemutier eingetragen worden, hat sich ebenfalls als erfunden herausgestellt.

Drei Matrosen verbrannt. Aus unbekannter Ursache brach an der Landungsbrücke der Housachinnel- Docks in Charlestown Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit die Dampfer Philadelphian" von der Leyland- und Dalton­hall" von der Hall- Linie ergriff. Drei Matrosen sind ver­brannt, der angerichtete Schaden wird auf eine halbe Mill. Dollars geschätzt; die Schiffe und Ladungen sind nicht voll­tommen verloren.

Opser des bekannten spanischen Schatgräberschwindels wären dieser Tage beinahe zwei wohlhabende Starlsruher Herren geworden. Sie waren eigens nach Madrid gereist, um sich mit 5000 Mark an der Ausgrabung der versteckten Schäze zu beteiligen, wurden aber von der Madrider Polizei noch rechtzeitig gewarnt und kehrten mit einem blauen Auge" in die Heimat zurück.

Tages- Chronik. In einem Wahnsinnsanfalle veriun. dete eine Frau in Wolgast ihren frank im Bett liegenden Mann lebensgefährlich mit einem Beile.

A Die fiftierte Hinrichtung. Auf die Angaben des Raub­mörders Allramseder in München hatte sich der Staatsan­walt nach Rottenburg begeben, um den Korbflechter Huber zu vernehmen, der dort im Gefängnis sißt und den Allram­feder als den eigentlichen Mörder angegeben hatte. Huber bersucht, sein Alibi nachzuweisen, er will zur Zeit des Mor­des in einer Fabrik in Höchst a. M. gearbeitet haben. Be­stätigen sich diese Angaben, dann wird Allramseder doch nicht dem Schaffot entgehen.

- Bei Herbrum ertranken drei Personen in der Ems, do das Boot vor dem Wehr kenterte.

In Barcelona geriet ein Luftballon in Brand, und der Luftschiffer fiel aus dem Korbe und wurde zerschmettert.

Hus dem Gerichtsfaal.

ihm auch Brieftauben mitgegeben.

Kunft undiffenfchaft.

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BF Reiche Funde aus der Nömerzeit sind durch die eifrigen heute ist es nich Bemühungen des Kanonifus Bourban zu St. Maurice( Wal- bebürftig. Man

lis) zutage gefördert worden. In jüngster Beit besonders eine größere Gräberanlage aus Ziegelsteinen von 55 Zenti­meter im Quadrat. Die Gräber liegen in zwei bis drei Stock­werken oder Schichten übereinander. Die unteren sind bis jetzt noch nicht erforscht. In einem der Gräber fand Herr Bourban zwei sehr schöne Vasen. Im Laufe der letzten zwei Jahre hat er bereits sechs große Sarkophage entdeckt und in seinem kleinen Museum wiederherstellen lassen. Auch die Grundmauern einer alten Basilika sind bei diesen Nachgra­bungen bloßgelegt worden.

§ Nachklänge zum Bergarbeiterausstand. Bei Beendigung des großen Bergarbeiter- Ausstandes im Ruhrkohlen- Revier war aus der Mitte der Bergleute der Siebener- Kommission der Bergarbeiter- Verbände Verrat und Bestechlichkeit vor­geworfen. Jetzt haben die Mitglieder der Siebener- Kom­mission gegen eine Anzahl Bergleute Beleidigungsklagen er­hoben.

Die Grubenexplosion in Albama stellt sich in ihren Fol­n immer schrecklicher heraus. Es sind 116 Arbeiter ver­

§ Der Trakehner Schulprozeß gegen den Lehrer Nickel foll dem Vernehmen nach im Wege des Wiederaufnahme­verfahrens doch noch einmal zur Verhandlung kommen. Auf die von Nickels Verteidiger gegen den abweisenden Beschluß des Berliner Landgerichts I eingelegte Beschwerde hat das Kammergericht die beantragte Beweiserhebung über die be­haupteten neuen Tatsachen angeordnet. Es hat sich nach­träglich ein Zeuge gefunden, der auszusagen bereit sein soll, daß Nickel den Korrekturabzug, auf Grund dessen die Be­teiligung Nickels an der Beleidigung des Landstallmeisters b. Dettingen- Trakehnen als erwiesen angesehen ist, erst nach dem Erscheinen des infriminierten Artikels erhalten hat.

Der Landwirt.

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[ Eine hübsche Szene vom Aufenthalt des deutschen Kronprinzen in Florenz] macht die Runde durch die italie­nische Presse. Eines Abends saß der Kronprinz mit seinem Adjutanten gemütlich in einem Restaurant beim Glase Bier, als er bemerkte, daß ein ihm gegenüber jibender Herr ihn stizzierte. Sofort 30g der Adjutant Papier und Bleistift aus der Tasche und skizzierte seinerseits den Unbekannten. Dann wurde der Herr, ein junger Bildhauer, an den Tisch gebeten, dem Kronprinzen vorgestellt, und es erfolgte ein Austausch der beiden Porträts. Der Bildhauer, der dann Gast des Kronprinzen blieb, erhielt von diesem schließlich den Auftrag, ihn zu modellieren.

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=[ Menzels Wasserkopf. 1 Die Eröffnung der Leiche des berühmten Malers Adolf v. Menzel hat die Tatsache erbrach daß Menzel einen richtigen Wasserkopf" besaß. Die Tat jache, daß Menzel troß dieser frankhaften Entwickelung seines Schädelbaues das hohe Alter von 90 Jahren erreichte, zeigt. daß die Natur auch Ausnahmen von der Regel kennt, nach der ein mit einem Wasserkopf behaftetes Kind nur auf ein furzes Leben rechnen darf. Noch mehr aber überrascht es, daß im vorliegenden Fall ein Wasserkopf das Hirn eines universellen Genies barg, mährend gewöhnlich Wasserkovf und geistige Blödigkeit zwei zusammenhängende Begriffe bilden.

Hessischer Landtag.

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Darmstadt, den 22. Februac. Die Sigung wird um halb 10 Uhr durch den Prasi­denten Reinhart eröffnet. Die Debatte wird mit Kapitel 89, Oberlandesgericht, forgefeßt. Abg. Uirich wird gegen die Bewilligung von zwei Oberlandesgerichtsräten stimmen, da er die Notwendigkeit derselben nicht einsieht. Die Haupt­schuldner seien die Rechtsanwälte, die in dem Herrn Justiz­minister einen Fürsprecher haben. Festgestellt sei, daß im Jahre 1905 zirka 600 Termine nicht abgehalten wurden. Das sei jedoch unerhört. Werde ihm später das Bedürfnis für einen dritten Senat nachgewiesen, so sei seine Partei bereit, die Mittel hierfür zu bewilligen. Abg. von Bren­tano will ganze Arbeit schaffen. Er hat die Ueberzeugung, daß mit der Bewillung der zwei Räte allein die bestehenden Mißstände nicht beseitigt werden. Nur durch die Schaffung eine hohen Senates sei dies zu erreichen. Abg. Mol. than wird ebenfalls gegen die Forderung von zwei Räten stimmen. Justizminister Dittmar tritt wiederholt für die Gewährung von zwei neuen Oberlandesgerichtsräten ein. Die Regierung wolle damit nur den Bersuch machen, ob eine Besserung erzielt werden könne. Eine Vermehrung der Senatssigungen von 6 auf 8 die Woche sei damit in Aussicht genommen. Wenn man der Regierung auf Grund ihrer vor­gelegten Statistik die Forderung heute ablehne, so könne man ihr doch nicht zumuten, daß sie in einem Jahre mit der Forde rung eines dritten Senates tomme. Abg. Heusel wird für die Regierungsvorlage stimmen. Abg. Bähr steht auf dem Standpunkt, daß man in Hessen viel zu viel Beamte habe. Ec stellt den Antrag auf Streichung der 38 000 Mt. für sieben neue Antsrichter. Ueber den Senatsplan feien sich die Juristen fibst nicht klar und auch dem Justizminister sei der Nachweis mißglückt. Der Justizminister habe von Dant gesprochen, derselbe habe durch seine Handlungen teinen Dant vom Bolte verdient. Abg. Heidenreich wird für die Re­gierungsvorlage ftimmen, während der Abg. Wolff fic dagegen wendet. Abg. Buff weist nach, daß das recht­suchende Bublikum durch die Ablehnung der Regierungs­vorlage schwer geschädigt werde. Abg. Erk wird der Res gierungsvorlage nur unter der Vorausseßung zustimmen, daß die Notwendigkeit der Vermehrung der Richter nachgewiesen wird. Bei der Abstimmung wird die Regierungsvorlage mit 25 118 Mt. abgelehnt. Titel 2, Landgericht und Amtsgericht, werden genehmigt und der Antrag Eähr auf Streichung von 7 Amtsrichtern wird gegen eine Stimme abgelehnt. werden dann genehmigt Kapitel 90 bis 92. Bei dem zurück­geftellten Kapitel 3, Weinbaudemäne, wird die Einstellung eines Rellermeisters genehmigt und die Stelle eines Wingert wärters abgelehnt. Abg. Adelung wünscht einen bessere Bezahlung der Arbeiter der Weinbaudomäne. Finanzminister Gnauth bemerkt, daß ihm in entgegengefeßtem Sinne Klagen zugekommen seten. Die Domänenarbeiter dürfe man nicht mit den Industriearbeitern vergleichen. Das Kapitel wird mit 151 000 Wt. in Einnahmen und 138 200 f. in Aus. gaben bewilligt. Hierauf tritt Vertagung auf Mittwoch Vormittag ein.

rh Die deutsche Ansiedlerschule, die seit Jahren zu kolo­nialen Zweden geplont ist, wird voraussichtlich schon im Laufe des kommenden Sommers eröffnet werden können, und zwar wird sie in Hohenheim bei Stuttgart, neben der dortigen landwirtschaftlichen Hochschule ihren Sit erhalten. Auf den erlassenen Aufruf hin sind bisher 5500 M. an einmaligen Zuwendungen und 500 m. als laufende Jahres. beiträge gezeichnet worden. Erforderlich sind für die Ein richtung der Anstalt, für die der sogenannte erotische Garten der Akademie als Play in Aussicht genommen ist, etiva 12 000 Mart, für die Unterhaltung jährlich etwa 10 000 Mark. Es wird damit gerechnet, daß die deutsche Kolonialgesellschaft, die für die Zwecke der Schule bereits 1000 m. bewilligt hat, einen fortlaufenden Beitrag in ähn licher Höhe gewähren wird. Vorläufig soll die Höchstzahl der Schüler auf 15 beschränkt werden, und es ist nicht daran zu zweifeln, daß diese Zahl bald erreicht sein wird.

gr Interessante Züchtungsversuche in Kamerun wird der bekannte Tropenchemiker Dr. Schulte im Hofe vornehmen, der dieser Tage die Ausreise nach den am Kampa belegenen Plantagen eines Berliner Industriellen angetreten hat. Er ist ebenso wie sein Begleiter, Oberstabsarzt Dr. Ziemann, auf das lebhafteste u. a. für die Versorgung der Plantagen mit frischem Fleisch eingetreten. Es macht sich eine solche Ernährung auf das günstigste im Gesundheitszustand der angestellten Europäer bemerkbar, während der leider sehr gebräuchliche Konservenverbrnuch, ganz abgesehen vom Kostenpunkt, vielfach nach sanitärer Richtung hin ungünstige Folgen zeitigt. Herr Dr. Schulte will daher gleich einige Zwede praktische Versuche machen und führt zu diesem Berkshire- Schweine, eine bekannte widerstandsfähige englische Schweinerasse, ostfriesische Milchschafe, um durch deren Kreuzung mit afrikanischen Schafen vielleicht ein brauch­

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Schulprüfungen in Hessen.

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Ein Freund der fortschrittlichen Boltsschule wendet sich im Rheinischen Beobachter" an die Offentlichfeit, um weitere Sereise für das in die Volkswohlfahrt tief eingreifende, hoch­wichtige Institut der Volksschule zu interessieren, die maß­gebenden Bersonen aber zur Beseitigung alter Böpfe anzu regen, sie zu veranlassen, zeitgemäße Reformen eintreten zu lassen. Ueber die Schulp cüfungen liest man heute so vieles, man hört über diesen Gegenstand in Fachkreisen so wunder­

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