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berrechnung bei dem sprunghaften Ausbrechen des Streiks eine für den einzelnen Mann verrechenbare Arbeitsleistung nicht mehr möglich ist. Dazu kommt dann noch das den Bechenverwaltungen nach§ 6 des Arbeitsvertrages zustehende Recht, den Kontraktbrüchigen 6 Arbeitstage abzuziehen. Das ist die Höchstsumme der Schichten, die überhaupt im Januar noch gefahren ist. Wenn bei der Lohnzahlung am 20. Ja­nuar auch keine Abzüge von den Verwaltungen gemacht sind, so haben sie damit den Ausbruch der Leidenschaft hintan­gehalten und die Wahrnehmung ihres Rechtes doch noch für den nächsten Termin in der Hand.

Nach der geschilderten Sachlage werden schon jetzt die meisten Streifenden sich haben überzeugen müssen, daß sie auf die Unterstützung der Arbeiterverbände angewiesen sind, und diese Erkenntnis wird zweifelsohne auf den weiteren Verlauf nicht ohne Einfluß bleiben. Jetzt schon tritt die Mahnung der Führer in Kraft, die vor dem Streik gerade mit Hinweis auf die fehlenden Mittel warnten. Bei einer Unterstützung von 10 Mark pro Mann und Woche wären mindestens 1,5 Millionen Mark wöchentlich erforderlich. Nimmt man auch die eingehenden Spenden aus anderen Kreisen hinzu, so ist doch auf hinreichende Geldmittel für eine langdauernde Führung des Streiks kaum zu rechnen. Der gestrige Tag, an dem zum letztenmale der Lohn für die Arbeit gezahlt ist, wird in so mancher Familie im Streif­gebiet einen bedeutsamen Eindruck hinterlassen haben.

Weiter wird noch berichtet: Die Polizei im Streik. gebiet ist durch Heranziehung von Sicherheitsorganen aus anderen Gegenden beträchtlich verstärkt worden. So find aus Berlin vier Polizeileutnants, neun Wachtmeister und 121 Schußleute in das Ruhrkohlengebiet abgegangen, aus Hannover 50 Schußleute.

Ichaft zu empfangen und vielleicht auch eine Abang der Arbeitgeber und Arbeiter von Petersburg, vorausgesetzt, daß es gelänge, die Fabrikanten und die Ausständigen zur Wahl einer solchen gemeinsamen Delegation zu bewegen. Nur stehe er zu sehr unter dem Einfluß der Gegner aller Refor­men, namentlich des Ministerpräsidenten Witte, der sich liberal gebärde, aber heimlich gegen jede Reform arbeite.

Von allen Seiten kommen Meldungen über den stetig in zunehmendem Maße sich bemerklich machenden Kohlen­mangel. Immer mehr Werke müssen die Arbeit einschränken oder ganz mit ihr aufhören. Im schlesischen und im eng­lischen Kohlengebiet ist die Nachfrage nach Kohlenlieferung sehr rege, und es werden schon Preise angeboten, die weit über den normalen liegen.

Russland vor der Revolution.

St. Petersburg, 21. Januar.

Die revolutionäre Bewegung im Zarenreiche wächst, bielleicht hat sie, noch ehe diese Zeilen in die Hände unserer Leser gelangen, schon die ersten Opfer gefordert...

Deutfcher Reichstag.

CB Berlin, 21. Januar.

Nab und fern.

Expräsident Stejin verließ, wie gemeldet wird, am 21. d. Mts. Paris und begab sich nach Antwerpen. Steijn schifft sich am 25. d. Mts. nach Kapstadt ein und gedenkt sich in Bloemfontein niederzulassen.

Im Tode vereint. Die zweitälteste Person des Kreises Liebenwerda war das vor einigen Tagen verstorbene Fräu­lein Luise Schüler; sie war 86 Jahre 7 Monate alt. Ihre nur wenige Jahre jüngere Schwester, die mit ihr zusammen lebte, war über den Tod der Schwester so betrübt, daß sie zwei Tage später ebenfalls starb. Sie wurden gemeinsam beerdigt.

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Ein graufiger Mord ist in Bettenhausen bei Kassel ver­übt worden. Der Bahnhofswirt Weisel durchschnitt seiner Frau mit einem Rasiermesser die Kehle. Nach der Tat machte er dann einen Selbstmordversuch, indem er sich die Puls­adern aufschnitt. Frau Weisel ist tot, der Mann leicht ver­legt.

Tages- Chronik. In Cetina( Spanien) wurde eine ganze aus sechs Köpfen bestehende Familie aus Rache ermordet. In dem Kohlenbergwerk Elbe bei Gewerton( England) fand eine Explosion statt, bei der sieben Menschen getötet und 15 verwundet wurden.

Der heimgegangenen Fürftin.

Weimar, 21. Januar.

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Die Beisetzung der jugendlichen Großherzogin ist soeben erfolgt. Die ganze Stadt hat Trouergewand angelegt; man sieht kein Haus, das nicht wenigstens schwarze Flaggen ausgehängt hätte. Besonders die öffentlichen Gebäude und Pläze zeichnen sich durch würdigen Schmuck aus. Auf dem Wege zum Friedhof brennen Fanale auf schwarzdrapierten Postamenten. Die Hauptstraßen sind von vielen Menschen belebt, die alle äußere Abzeichen der Trauer tragen. Gestern nachmittag fand vor der Hofkirche, wo die Leiche der Groß­herzogin aufgebahrt liegt, die Auffahrt der Vereine des ganzen Landes statt. Den Höhepunkt bildete die Ankunft der Studentenkorporationen der Universität Jena; sie waren vollständig durch ihre Chargierten in vollem Wichs mit acht Fahnen vertreten und legten Kränze an der Bahre der Groß­herzogin nieder. Die Blumenspenden häuften sich in so großem Maße, daß im Verlaufe des Nachmittags von der Hofkirche von Zeit zu Zeit Möbelwagen abgingen, die alle die Kränze und Buketts nach der Fürstengruft beförderten. Der Fremdenzuzug war bereits gestern sehr stark und nahm Heute große Dimensionen an durch die Landbevölkerung, die bei dem klaren Januarwetter herbeiströmte.

( 124. Sitzung.) Wieder einmal ist der Reichstag um einen großen Tag gekommen, auf den er sich vorbereitet hatte. Auf der Tages­ordnung stand die konservative Interpellation wegen der Handelsverträge, man erwartete eine feierliche Er­klärung des Reichskanzlers. Allein Graf Bülow erschien überhaupt nicht im Hause, sondern in seinem Namen er­flärte Graf Posadowsky, der Staatssekretär des In­nern, daß die Anfrage erst im Laufe der nächsten Woche be­antwortet werden könne, da die Verhandlungen mit Dester­reich- Ungarn noch nicht zu einem endgültigen Abschluß ge= kommen seien. Infolgedessen wurde der Gegenstand alsbald verlassen, und das Haus fuhr in der Besprechung der sozia­demokratischen Interpellation wegen des Bergarbeiter­streiks fort, die gestern begonnen hatte. Der erste Redner war der nationalliberale Abg. Dr. Beumer, der seine Partei gegen den Vorwurf verteidigte, eine Unternehmer­partei zu sein. Er gefiel sich überhaupt in der Rolle des Verteidigers, er nahm sich gegenüber den vielfach laut ge­wordenen Anklagen der Arbeitgeber im allgemeinen und des Kohlenfyndifats im besonderen an. Allein er beschränkte sich nicht auf die Abwehr, er ging, später sogar zum Angriff über und zwar zum Angriff gegen die Sozialdemokratie, die, so meint er, am letzten Ende doch an dem Ausstand schuld sei. Die Arbeiterführer hätten erst zur Besonnenheit gemahnt, nachdem sie zuvor das Feuer so lange geschürt hätten, daß die Warnungen zu spät gekommen seien. Die Regierung solle über den Parteien stehen, ihre erste Aufgabe im Streif aber sei es, die Arbeitswilligen gegen den Terrorismus der Ausständigen zu schützen. In der fünfviertelstündigen Rede war das reichhaltige Material zu wenig unter zusam­menfassende Gesichtspunkte gebracht, als daß sie eine tiefere Wirkung hätte hervorrufen können. Besser verstand es der sozialdemokratische Abgeordnete Molkenbuhr, zu ver­hüten, daß die tatsächlichen Einzelangaben den allgemeinen Gedanken der Ausführungen überwucherien. Sein Stand­punkt war natürlich dem des Vorredners diametral entgegen. gesetzt, er fand alle Schuld auf seiten der Unternehmer und suchte seine Ansicht unter mancherlei Angriffen auch auf den Reichskanzler zu begründen. Der freisinnige Abg. Pohl gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß in den wirt­schaftlichen Streit politische Gesichtspunkte hineingetragen. würden, und erklärte, die freisinnige Partei könne zur Schuldfrage erst Stellung nehmen, wenn authentisches Ma­terial vorliege. Jedenfalls sei es nicht zu entschuldigen, daß die Arbeitgeber die Verhandlung mit der Organisation der Arbeitnehmer abgelehnt haben. Nach ihm sprach der alte freikonservative Abg. v. Kar dorff, der die Arbeiter auf­forderte, die Arbeit wieder aufzunehmen, weil es dann leichter wäre, ihnen zur Erfüllung ihrer Forderungen zu verhelfen. Einer der Hauptgründe der Erbitterung sei die vom Kohlensyndikat beliebte Stilllegung von Zechen, der für die Zukunft durch die Gesetzgebung, sei es in Preußen, sei es im Reiche, vorgebeugt werden müsse. Nach ihm be­trat der christlich- soziale Abg. Stöcker die Rednertribüne, der, von Anfang an mit größter Spannung angehört, durch großzügige Auslassungen die Debatte auf ein höheres Niveau hob. Unter Berufung auf seine oft bewährte Gegner­schaft gegen die Sozialdemokratie bestritt er, daß der Streit durch sozialdemokratische Agitation hervorgerufen sei. Der Grund des Konflikts sei das Unvermögen der Arbeitgeber, den Anforderungen unseres sozialen Zeitalters gerecht zu werden. Es gehe nicht an, daß die Zechenbesitzer souverän blieben; sie müßten sich eine Konstitution gefallen lassen, wie es auch die Könige hätten tun müssen. Nach kurzen Aus­führungen des freis. Abg. Gothein faßte Minister Möller das Ergebnis der Debatte dahin zusammen, daß die Ar­beitgeber, die eine Verhandlung mit den Arbeitnehmern ab. gelehnt, sich einer fast geschlossenen öffentlichen Meinung gegenüber sähen und daß sie daraus die Mahnung ziehen möchten, den schweren politischen Fehler, den sie begangen, wieder gut zu machen.

In politischen Kreisen gibt man sich keiner Täuschung über die Tatsache hin, daß Rußland vor der Revolution stehe. Zumindest in den Großstädten, namentlich aber in den Städten, die jetzt von der Streifbewegung heimgesucht sind. Hatte er auch ursprünglich einen rein wirtschaftlichen Cha­rakter, so ist der Streik schon heute eine politische revolutio­näre Bewegung geworden.

Noch mehr als aus dem ganzen Verhalten der Arbeiter­massen spricht der Ton einer Petition an den Zaren dafür, daß die Arbeiter nicht weichen wollen, ehe sie von dem Zaren gehört wurden. Die Petition lautet:

Wir Arbeiter, Bewohner Petersburgs, kommen zu Dir. Wir sind elende, beschimpfte Sklaven und erstickt von Despotismus und Willkür. Als die Grenze der Ge­duld erreicht war, stellten wir die Arbeit ein und baten unsere Herren, uns nur das zu geben, ohne das das Leben eine Qual ist. Aber alles wurde abgelehnt. Alles ist nach Meinung der Fabrikanten ungesetzlich. Wir hier, viele Tausende, sowie das ganze russische Volk, haben feine Menschenrechte. Durch Deine Beamten sind wir Sklaven geworden. Jeder, welcher wagte, von dem Schutze der Interessen des Arbeiterstandes zu sprechen, wurde ins Gefängnis geworfen. Der gesamte Arbeiter- und Bauern­stand wurde der Willkür überlassen. Das Beamtentum besteht aus Räubern und Dieben an Staatsgeldern. Das Beamtentum brachte das Land in gänzliche Berrüttung, bürdete ihm einen schimpflichen Krieg auf und führt Ruß­land immer mehr an den Rand des Untergangs. Das Wolf ist jeglicher Möglichkeit beraubt, seine Wünsche und Forderungen auszudrücken und an der Festsetzung der Besteuerung und der Staatsausgaben teilzunehmen. Alles dies widerspricht menschlichem und göttlichem Recht. Wir wollen lieber sterben, als unter solchen Gesetzen weiter leben. Mögen unter solchen Verhältnissen die Kapita­listen und Beamten leben. Kaiser, hilf Deinem Volke! Vernichte die Scheidewand zwischen Dir und dem Volke. Möge das Volk vereint mit Dir regieren. Aus uns spricht nicht Dreistigkeit, sondern der Wunsch, aus einer uns allen unerträglichen Lage herauszukommen. Eine Volks. vertretung ist unentbehrlich; es ist notwendig, daß das Wolf selbst mitregiert; befiehl, daß die Vertreter aller Stände und Klassen, auch der Arbeiter, berufen werden. Dies ist unsere Hauptbitte; wir haben aber noch andere. Die Petition zählt dann diese Wünsche auf, die sich haupt. sächlich auf die verzweiflungsvolle Lage der Arbeiter be­ziehen, und schließt: Befiehl die Erfüllung unserer Bitten, und Du machst Rußland glücklich, wenn nicht, so sterben wir hier. Wir haben nur zwei Wege: Freiheit und Glüc oder das Grab; wir bringen gern unser Leben Rußland zum Opfer dar.

An der Spitze von 100 000 Streifenden will der Führer der Arbeiterbewegung, der Pope Gapon, morgen vor den Winterpalast ziehen und nicht weichen, bis er die Petition dem Zaren überreicht habe.

Den Revolutionären kommt indirekt Hilfe von einer Seite, von der sie sie am wenigsten erwartet haben dürften. Die Kursker Landesversammlung reichte dem Zaren eine Ergebenheitsadresse ein und sprach hierbei die Hoffnung aus, der Monarch werde die Volksvertreter aller Stände zu den Stufen des Thrones zulassen, damit das Volk, einig mit seinem Monarchen, Meinungsfreiheit erhielte und der Kaiser huldreich hierauf hörend seinen selbstherrlichen Willen zeige. Und eine Abordnung des Adels des Gouvernements Minsk überreichte dem Minister des Innern im Namen des ganzen nordwestlichen Distrikts eine Petition, in welcher Gleichheit der Rechte für alle Nationalitäten und Klassen im Reiche gefordert wird. Der Minister antwortete, die Frage sei nicht nur in Angriff genommen, sondern bereits entschieden.

Diese Antwort ist zwar nicht verständlich, aber sicherlich gut gemeint.

Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.

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Gestern abend hielt Superintendent Gerhold aus Greiz, der die verstorbene Großherzogin Confirmiert hat, einen Trauergottesdienst ab. Und heute 12% Uhr versammelten sich die Fürstlichkeiten und die geladenen Gäste in der Hof­und Garnisonkirche, in der der Sarg inmitten einer Gruppe ven Blattpflanzen, bedeckt mit zahlreichen herrlichen Kranz­spenden aufgestellt war. Der Großherzog und die übrigen Fürstlichkeiten nahmen zu Füßen des Sarges Aufstellung. Hofprediger Dilthey hielt eine furze Traueransprache. Nach Schluß der Andacht wurde der Sarg vom Katafalk auf den Leichenwagen gehoben, dann setzte sich der Trauerzug nach der Fürstengruft in Bewegung. Voran vier Ordonnanz­gendarmen; dann folgte der militärische Kondukt, bestehend aus einem Bataillon des 5. Thüringischen Infanterieregi­ments Nr. 94. Die Musik spielte Jesus meine Zuversicht" und dann den Beethovenschen und Chopinschen Trauer­marsch. Vor dem Sarge schritt die Dienerschaft, das Sofien­stift, die Geistlichkeit beider Konfessionen und der Oberhof­marschall, hinter dem Sarge folgte der Großherzog. Ihm zur Rechten schritt als Vertreter des Kaisers Prinz Friedrich Leopold von Preußen; zur Linken des Großherzogs König Friedrich August von Sachsen. Hierauf folgten die Fürst­lichkeiten, die Abgesandten der auswärtigen Höfe, die Hof­staaten, das diplomatische Korps, die Generalität, die Zivil­behörden, Deputationen und Vereine. Eine Kompagnie des 5. Thüringischen Infanterieregiments Nr. 94 und Gen­darmen beschlossen den Zug. Nach 1 Uhr langte die Spike des Trauerzuges an der Fürstengruft an. Unter Voran­tritt der Geistlichkeit wurde der Sarg in die Gruft getragen. Sodann betrat der Großherzog die Gruft und stellte sich zu Füßen des Sarges, ihm zur Seite schlossen sich der König bon Sachsen, Prinz Friedrich Leopold, die übrigen Fürst­lichkeiten und Abgesandten an. Nach dem Gesange des Kirchenchors hielt Oberhofprediger Dr. Dilthey eine kurze Ansprache, der er den gemeinsamen Konfirmationsspruch des Großherzoglichen Paares, der zugleich ihr Trautert war: Sei getreu bis in den Tod" zu Grunde legte. Dann wurde der Sarg unter Gesang in die Gruft hinabgelassen. Der Großherzog begab sich allein in die Gruft und verrichtete am Sarge ein kurzes Gebet.

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23. Januar 1905. ** Der Großherzog hat am 21. Januar wie die Darm städter Beitung" heute meldet, den ordentlichen Professor der Medizin Dr. Friedrich Moris aus Mainz, derzeit Direktor der medizinischen Universitätsflinit zu Greifswald, zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät, insbesondere für das Fach der inneren Medizin und zum Direttor der medizinischen Klinik an der Landesuniversität zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1905 ernannt.( Vor ca. 8 Wochen berichteten wir bereits, daß Professor Moriz als Nachfolger Riegels auser­sehen sei.)

( 122. Sigung.) RK Berlin, 21. Januar. Sehr friedlich ging heute die zweite Lesung der Hibernia- Vorlage vor sich. Der Handelsminister selbst wohnte nur dem Beginn der Sigung bei, legte einige Briefe, die sich auf die Angelegenheit beziehen, auf den Tisch des Hauses nieder und überließ, da er im Reichstag dringen­der gebraucht wurde, die Vertretung der Vorlage seinem Kollegen von der Finanz. Doch dem wurde seine Aufgabe nicht schwer gemacht. Zwar verharrten die beiden frei­sinnigen Parteien auf ihrem ablehnenden Standpunkt, aber die ganze Rechte, das Zentrum und auch der größte Teil der einst so feindlichen Nationalliberalen stellten sich der Vor­lage günstig gegenüber, wenn sie auch Einzelheiten an dem Vorgehen der Regierung beim Ankauf der Aktien nicht billigten. Die ziemlich eingeschlafene Aufmerksamkeit des Hauses wurde wieder geweckt durch eine Rede des Hospi­tanten der Volkspartei eser, der sich als Gegner der Kar­telle für die Vorlage aussprach und den Beifall der Rechten erntete. Nachdem der Finanzminister noch das Versprechen abgegeben hatte, daß vor etwaigem Verkauf der Aktien das Haus unter der Hand benachrichtigt werden solle, wurde die Vorlage mit großer Mehrheit angenommen. Es folgte Besprechung eine kurze denn die Uhr zeigte bereits 24 des Antrages Rewoldt- v. Niepenhausen, der die Regierung ersucht, dem durch die Sturmflut vom 31. Dezember an der Ostseeküste verursachten Notstand durch finanzielle Beihilfe abzuhelfen. Der Minister des Innern, Frhr. b.. Hammerstein, sagte die Hilfe des Staates zu für den Fall, daß die Mittel der Provinzen nicht ausreichen sollten. Am Montag wird die Beratung des landwirtschaftlichen Etats beginnen.

Hier verlautet, daß der Zar geneigt wäre, erhebliche Zu­geständnisse zu machen; er zeigt sich gewillt, die aus zehn Mitgliedern bestehende Delegation der Moskauer mann

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** Als Vertreter des Großherzogs nimmt General­adjutant Generalmajor v. Wachter an den Beiseßungs­feierlichkeiten in Weimar teil.

** Wie der Herr Staatssekretär Krätte bei der Beratung des Postetats im Reichstage mitteilte, sollen vom 1. April ab versuchsweise Postkarten ausgegeben werden, deren Vorder­seite auch zu Mitteilungen benutzt werden darf. Diese Neu­einrichtung ist mit Freuden zu begrüßen.

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Der Landesverband der hessischen Bürgermeister hält unter dem Vorsize des Bürger­meisters Metzger in Langen am 26. Januar, vormittags 10% Uhr, in Frankfurt a. M. im Rechneisaal" seine diesjährige Generalversammlung ab.

Die nächste Vor­

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