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beschäftigt hat. Nach etwa zweistündiger Debatte tam es zur namentlichen Abstimmung über die Erhöhung der Revisions­summe. Es stinimten 76 Abgeordnete mit ja, 71 mit nein und 7 enthielten sich; somit waren statt der zur Beschluß­fähigkeit notwendigen 199 Mitglieder nur 154 anwesend, und die Verhandlungen mußten abgebrochen werden. Prä­jident Graf Ballestrem beraumte eine halbe Stunde später eine neue Sigung an, in der das Haus einige kleinere Vor­lagen ohne wesentliche Diskussion erledigte und das Tota­lisatorgese y debattelos in dritter Lesung annahm.

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Aus den Parlamenten.

Aller Voraussetzung nach wird das preußische Abgeord neteuhaus seine Tagung über Pfingsten hinaus ausdehnen. Das Haus wird wahrscheinlich vom 30. Juni bis 15. Juli jingstferien machen. Später soll das Parlament nach einer dreimonatigen Sommerpause im Oktober wieder einberufen werden.

Preussifcher Landtag.

( 185. Sigung.)

Haus der Abgeordneten.

RK Berlin, 20. Mai. Im Gegensatz zu gestern wies das Haus recht leere Bänke auf, und die Situng verlief ganz furz. Desto erfreulicher waren die Ergebnisse. Gegen einen nur schüchternen Wider. spruch wurden 15 Millionen Mark für Arbeiterwoh. nungen bewilligt. Bei dieser Gelegenheit trat der Abg. von Bodelschwingh mit seinem Ideal hervor, daß Jedermann sein eigenes Häuschen haben müsse. So ganz mebenbei bemerkte der originelle alte Herr, daß fast alle Ber. liner Postbeamten Sozialdemokraten seien. Das erweckte Erregung und Widerspruch, und Herr von Bodelschwingh sah sich genötigt, außerhalb der Tagesordnung" zu er. flären, daß er eines besseren belehrt sei. Der Antrag Gamp auf Besserstellung der Geistlichen wurde einstimmig an genommen, dagegen der Antrag Arendt über die Beschäf tigung der Gastwirtsgehilfen abgelehnt und sodann wurde eine große Reihe von Petitionen erledigt. Um 1 Uhr Bereits war die Sizung erledigt, und die Herren verließen den Sitzungssaal, um sich Delegrertentagen ochoren Vergnügungen zu widmen.

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Hof und Gesellschaft.

körpern, sind die Wahrzeichen des sozialen Werdeganges, der hier seit 200 Jahren auf der Stätte des ehemaligen Wenden­serfes Platz gegriffen hat. Wenn die Charlottenburger Bür­ner heute mit Stolz zu ihnen emporschauen, so haben sie das vollste Recht dazu. Daß aber die reichste Stadt in Seiche das ist Charlottenburg jetzt nicht der Tugenden vergessen wird, die sie zu ihrer Höhe gebracht haben, dafür bürgen die Worte des Oberbürgermeisters Schustehrus bei der heutigen Rathausweihe: Mögen wir nie veracssen, das wir nur ein Glied des Ganzen sind, daß wir nicht für uns Art, sondern für das Vaterland.

Der Raiser fuhr mit der Kaiserin und der Köni­gin Margherita im Automobil nach der Saalburg, von der verschiedene Teile besichtigt wurden. Im Prätorium er­folgte auch die Vorstellung des neu gewählten ersten Bürger­meisters von Homburg, Maaß. Die Rückfahrt nach Wies­baden erfolgte über Oberursel und Hofheim. Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen waren ebenfalls zum Be­such am kaiserlichen Hoflager in Wiesbaden eingetroffen.

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Geiftige Ansteckung.

( Vot unserem medizinischen Mitarbeiter.) Daß es Massenerkrankungen gibt, die sich durch An­steckung verbreiten, ist bekannt. Das Wasser, die Luft oder leinste Lebewesen sind die Träger der Ansteckung. Mit Hilfe des Mikroskops, das uns die Welt des unendlich Kleinen" erschlossen hat, haben Männer der Wissenschaft und der Heil­kunde ergründet, daß bestimmte Krankheiten auch ganz be­stimmte Erreger" haben, und tausendfache Versuche sind ge­macht worden, aus den Krankheitserregern selbst das Heil­mittel zu gewinnen. Die Versuche dauern fort und werden voraussichtlich noch manches Aerztegeschlecht beschäftigen. Hoffnung auf Erfolg ist zwar nicht nahe, aber gestattet, da es hier und da doch schon gelungen ist, einer gefährlichen Krankheit einen Teil ihres Schreckens zu nehmen. Die Diph­terie, um nur ein Beispiel zu nennen, ist durch das nach ihr benannte Heilserum in ihrer verwüstenden Kraft gebrochen worden, die Verhältniszahl der Heilungen ist in erfreulichem Maß gestiegen. Hat man ergründet, welches der Krank­heitserreger ist, so weiß man doch noch lange nicht, woher der Erreger kommt, wie er entsteht, noch weniger, wie er ver­schwindet.

Zur Hochzeit des deutschen Kronprinzen wird als Vertreter des englischen Hofes der Prinz Arthur von Connaught nach Berlin sich begeben. Da wegen des anfangs Juni angeseßten Besuches des Königs von Spanien König Eduard, der Prinz von Wales und der Herzog von Connaught London um jene Zeit nicht verlassen können, wird der älteste Sohn des letzteren als Vertreter zur Hochzeit reifen. Der österreichische Hof wird durch den Throufolger, Erzherzog Franz Ferdinand, vertreten sein.

Vom Luftfchlofs zur Grossstadt.

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Charlottenburg, 20. Mai.

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Taßt durch Temperaturschwankungen, denen elektrische Span­nungen sekundieren. Die peinliche Auseinanderlegung des ,, Wie" und Warum" ist aber für uns nicht die Hauptsache. die Tatsache selbst. Viel wichtiger erscheint mache nur einmal den Versuch, gehe früh ins Bett und stehe mi der Sonne oder noch etwas früher auf, um alsbald hinaus ins Freie zu wandern. Wie befreit vom schweren Alb wird die Brust aufatmen, die Lungen dehnen sich wohlgefällig und Wohlbehagen durchströmt den ganzen Körper. Daß ein derartiges Einströmen des Lebens­elixiers die günstigsten Folgen für das Allgemeinbefinden haben muß, ist selbstverständlich. Und auch noch andere hübsche Dinge warten des Frühaufstehers. Ein Sonnen­aufgang ist für denjenigen, der ihn noch nicht gesehen hat, in mehr wert, als die gediegenste Abendunterhaltung Theater und Konzertsaal. Allmutter Natur führt hier all­täglich ohne Eintrittsgeld ein Schauspiel auf, an dessen Er­habenheit und Größe menschliche Darstellungskraft nicht im Entferntesten heranreichen kann. Für Musik ist ebenfalls reichlich gesorgt, die Hofmusici des Königs Lenz draußen am Waldhang geben gerade in den Morgenstunden ihre lieb­lichsten Melodien zum Besten, als wenn sie nur auf die Spaziergänger gewartet hätten. Wollen wir wetten, daß nach solch einem Morgenausflug das Frühstück zehnmal besser mundet, als wenn wir mit halvoffenen Augen und dumpfer Ed,: vere in den Gliedern uns vom Schlafzimmer mißgestimmt an den Tisch schleppen, auf dem der braune Trank der Labe dampft? Zur Frühlingszeit wird das Aufstehen sich lohnen, deshalb hinaus aus Kammer und Bett ,, frühmorgens, wenn die Hähne kräh'n".

Das ist für den Wissenschaftsstolz nicht gerade erhebend. Denn es fehlt nicht an Untersuchungsmaterial und nicht an Untersuchungsmitteln; und das, was ergründet werden soll, ist gegenständlicher, greifbarer oder wenigstens sinnlich wahr­nehmbarer Natur. Das Experiment am lebenden Tier ge­stattet überdies Beobachtungen, die vielfach von denen am Menschen sich nicht unterscheiden.

Zur 200 Jahr- Feier Charlottenburgs. ( Eig. Bericht.) Eine schlichte, aber würdevolle Feier eröffnete heute den Reigen der Festlichkeiten, mit denen die Bürgerschaft Char­lettenburgs die zweihundertste Wiederkehr des Tages beg.it, von dem die Stadt ihre Existenz datiert. Es galt der Ein weihung des neuen prächtigen Rathauses, das in seinem stolzen Bau ein Symbol ist des gewaltigen Aufschwunges den Charlottenburg genommen. Nicht nur in den letzten sechs Jahren, seitdem der Grundstein zu dem Neubau gelegi wurde, dessen 89 Meter hoher Turm weithin das Häuser. meer überragt. Auch nicht im letzten Vierteljahrhundert allein, von dem die eigentliche Blüte der Stadt sich herschreibt. Die ganze Lebenszeit Charlottenburgs hat im Zeichen einer ständigen kräftigen Weiterentwickelung gestanden. Man denke, daß es sich in der kurzen Spanne von 200 Jahren aus einem Stätlein" von kaum 200 Einwohnern zu einer Großstadt von 200 000 Köpfen entwickelt hat.

Kein Wunder, daß die Wissenschaft da noch mehr versagt, wo es sich nicht um sinnlich wahrnehmbare Dinge handelt, wo ungleich feinere, införperliche Erscheinungen in Frage stehen, wo seelische Vorgänge den Gegenstand der Beobach­tung bilden. Zwar ist es gelungen, mit photographischer Treue und Genauigkeit die Einwirkungen festzuhalten und wiederzugeben, die als Folgen ganz bestimmter frankhafter Hirnveränderungen in dem geistigen und Seelenleben her­vortreten. Ebenso ist es gelungen, aus diesen Folgen sichere Rückschlüsse auf jene frankhaften Veränderungen zu machen. Dech die eigentliche Hei I funst versagt auf diesem Gebiet fast vollständig. Der ganze bisher erzielte Fortschritt der Irrenheilkunde beschränkt sich im wesentlichen darauf, daß man die Frren nicht mehr durch Mißhandlung heilen 31: können wähnt, daß man beruhigend auf sie einzuwirken sucht. Auch erkennt man die Geisteskrankheit jetzt schon in ihren An­fangsstadien, in ihren ersten Entwickelungsstufen.

Die Geringfügigkeit des Fortschritts berechtigt nicht da­zu, einen größeren Fortschritt in Zukunft für ausgeschlossen zu halten. Dem Fleiß der Aerzte ist die Erhaltung auch sehr dunkler Partien feineswegs unmöglich. Nicht Kunst und Wissenschaft allein- Geduld will bei dem Werke sein." Haben die gelehrten Forscher die Geduld, so ist es nur billia. daß wir als Zuschauer sie in nicht geringerem Maße haben

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Vom Blit erschlagen. Schwere Gewitter haben in den verschiedensten Gegenden viel Unheil ange­Besonders richtet und auch Menschenleben gefordert.

in Schlesien hat das Unwetter arg gehauft Hagel­schlag hat bedeutenden Schaden angerichtet, und mehrere Menschen sind vom Bliz erschlagen. Bei Markers­dorf in der Oberlausit wurde ein Mädchen auf dem Felde durch einen Blisstrahl getötet, und zwei Personen wurden betäubt. Noch schlimmer hauste das Gewitter bei Aschers­leben; dort wurde eine Sachsengänger- Solonne betroffen, aus der zwei Mädchen erschlagen und acht verlegt sind. Auch in Frankreich wurden in der Nähe von St. Germain sieben Landleute vom Blitz getötet.

Wie es förperliche Massenerkrankungen gibt, so gibt.s auch geistige- glücklicherweise weniger häufig, und An­stdung ist in diesen Fällen wie in jenen als Ursache der Berbreitung erkennbar. Man fennt aus der Geschichte geistige Massenepidemien. Als Beispiel sei auf die Flagellanten" bingewiesen, die Geißler, die sich selbst mißhandelten und allem Anschein nach in ihrer Raserei den Schmerz nicht em­pfanden, den sie sicher gefühlt hätten, wenn die Geißelhiebe ihnen von anderen beigebracht worden wären. Berzückungen auf religiöser Grundlage, die zu bestimmten Stunden und gleichsam auf Bestellung wiederkehren, sind gleichfalls geistig frankhaften Charakters. Wir erinnern an die tan­zenden" und an die heulenden Derwische", denen man Un­recht tun würde, wollte man ihnen bewußten Betrug zu­schreiben. Die Gelehrten sprechen in solchen Fällen von Autosuggestion", von einer Selbstversetzung in den Bann­freis gewisser Wahnvorstellungen. Das ist ein hübsches Wort, das man wohl brauchen mag, aber es erklärt nichts, es läßt die Sache selbst so dunkel wie zuvor.

Charlottenburg verdankt seinen Namen der zweiten Ge mahlin des Kurfürsten, späteren Königs Friedrich I. Für sie wurde in der Nähe des Dorfes Lietzen( Lützow) ein Lust schloß in den Jahren 1695 bis 1698, zum Teil unter Lei­tung des berühmten Schlüter, erbaut, das anfänglich den Namen Lüßenburg erhielt. Erst nach Sophiens Tode wurde es in Charlottenburg umgetauft, und im Jahre 1705 be gann der König die Erbauung der Stadt", die damals aber, wie oben erwähnt, nur ein kümmerliches Dorf mit 200 Seelen war. Eine wesentliche Vergrößerung erhielt das kleine Gemeinwesen erst, als Friedrich Wilhelm I. 1720 furzerhand das angrenzende alte Dorf Lützow in die Stadi Charlottenburg einverleibte. Sehr zum Leidwesen der da maligen Dörfler, die mit den Nachbarn in Charlottenburg auf recht gespanntem Fuß lebten. Ein Teil der Lützower Einwohnerschaft hatte sich schon 1708 auf fönigliche Order auf der neuen Gemarkung ansiedeln müssen. In diesem ,, alten Lützow", wie noch heut einer der 22 Stadtbezirke der modernen Großstadt Charlottenburg heißt, kann man ihren eigentlichen Vorfahren sehen. Es war ein richtiges wen disches Fischerdorf, in dessen Nähe sich dereinst die truẞige Feste Casowo erhob. An sie erinnert das Dorf Casow, das, als Albrecht der Bär in die Mark kant, 31­sammen mit Lützow, dem Wendenfürsten Pribis­Iaw gehörte. 1134 mußte sich der Wende dem Kreuze beugen, und seine Dörfer wurden dem Dominikaner- Jung­frauenkloster in Spandau zugeteilt, ebenso wie eine Reihe anderer noch jetzt existierender Orte, wie Tegel, Lankwiz, Dalldorf, Staaten usw. An das alte Kloster erinnern noch jetzt die jedem Berliner Kinde vertrauten Bezeichnungen Jungfernheide, Nonnenbusch, Nonnendamm und Nonnen­wiesen.

Das Dörfchen Lützow bestand aus ganzen 14 Häusern die sich um ein kleines Kirchlein reihten. Aus diesen win zigen Uranfängen ist das mächtige Charlottenburg entstan den, das heute als eine Musterstadt gilt. Die überlebe großen Sandsteinfiguren zwischen den Fensteröffng des neuen Rathauses, die Handwerk, Kunst, Wissenschaft, Ver­waltung, Religion, Handel, Ackerbau und Industrie ver­

Große Verbrechen, die in ihrer Ausführung seltsam sind. die viel von sich reden machen, haben gleichfalls ansteckende Kraft. Es hat förmliche Attentats- Epidemien schon ge­geben, ebenso Majestätsbeleidigungs- Epidemien.

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A Das Unglücks- Fahrzeug. Auf der Chaussee zwischen Hoherlehme und Königswusterhausen hielten Arbeiter mit ihren Familien Mittagspause. In die nichts Böses ahnende Gruppe sauste plötzlich mit voller Fahrt ein Automobil hinein und traf eine Frau, die in einem Kinderwagen das Essen heranfuhr. Die Frau wurde über den Chausse graben auf das Feld geschleudert und erlitt Verlegungen, die herum­fliegenden Scherben des Geschirrs verwundeten sechs Ar­beiter. Der Autler kümmerte sich nicht um das Unheil, das er angerichtet hatte, sondern rajte weiter.

Sogar Unfälle, die nicht absichtlich herbeigeführt werden, können auf dem Wege geistiger Ansteckung sich wiederholen. Hat ein Eisenbahnzugführer das Unglück, nicht rechtzeitig zu bremsen, über den Prellblock hinauszufahren- so wird die Hand aller Zugführer unsicher, die davon hören. Sie fühlen es selbst, sie nehmen sich doppelt zusammen, und es geschieht ihnen, was ihnen nie zuvor geschehen: im ent­scheidenden Augenblick versagt gegen ihren Willen die Hand.

Welche feinen und feinsten Fäden hier hinüber und her­über spielen, das wissen wir zurzeit noch nicht, werden es viel­Isicht nie genau wissen. Aber die Beobachtung auch uner­forschten und undurchforschten Gebiets kann Gewinn und Licht bringen,"

Vom frühaufftehen.

Eine verhängnisvolle Explosion ereignete sich in einer Fabrik von chemischen Produkten und Zündkapseln in Ober­laa bei Wien. Durch die Entzündung von Explosivstoffen wurden das Jabrikgebäude demoliert und die Maschinen zertrümmert. Auch Menschenleben sind zu beklagen. Ein Werkführer und eine Arbeiterin sind getötet.

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Feuer in der Wärterbude. In der Nähe von Marien­terder entstand in einer Wärterbude Feuer, als der Wärter, auf der Eisenbahnstrecke seinen Dienst versah. Das Feuer griff in dem leichten Gebäude derartig schnell um sich, daß zwei Kinder des Wärters verbrannten und die Frau samt dem dritten Kinde schwer verletzt wurden.

Ein großes Feuer entstand mitten in der Stadt Min­den in Westfalen. Es brach in einer Seifenfabrik aus und verbreitete sich von dort auf zahlreiche Nebenhäuser. Beson­dere Hilfe bei den Rettungsarbeiten wurde von den Pio­nieren geleistet.

Eine Verbrecherbande wurde in Steiermark verhaftet. Kurz bevor sie dingfest gemacht wurde, hatte die Gesellschaft noch einen Naubmord an zwei Frauen verübt und diese mit ihrer Behausung verbrannt. Das Haupt der Bande, die aus 21 Personen besteht, ist eine alte, an Strüden sich fort­bewegende Frau.

Der Frühling ist mit fliegenden Standarten in die deutschen Lande gezogen. Im frischen grünen Blätterkleide prangen Baum und Strauch, in den Gärten duften Syringen und Goldlack, aus dem Gebüsch ertönt der lockende Ruf der Drossel. Wer wollte zu solcher Zeit bis in den Tag hinein schlafen? Entfaltet doch die Natur gerade in den Morgen­stunden ihre intimsten Reize. Man mag sonst über das Früh­aufstehen denken, wie man will, wer aber jetzt im Frühling nicht die Kraft findet, sich zeitig aus den Federn zu er­heben, beraubt sich eines Genusses, der in vorgerückter Stunde nicht mehr zu erreichen ist. Der Langschläfer muß auf die erfrischende Morgen Iuft unweigerlich Verzicht leisten. Tatsächlich erscheint die Atmosphäre in den ersten Stunden des anbrechenden Tages viel frischer und reiner als später. Es gibt verschiedene Erklärungen für diese Er­scheinung, obwohl die chemische Wissenschaft uns fast gänzlich dabei im Stich läßt. Auf alle Fälle findet in der Nacht eine Sättigung der Luft mit Sauerstoff, mit Dzon statt, veran­

Nach Deutschland geflüchtet ist aus San Francisco der amerikanische Steuerbeamte Edward Smith. Er hat 160 000 Dollars unterschlagen. Aus seine Ergreifung sind 1000 Tollars Belohnung ausgesetzt. Smith ist auffallend groß, und steht im Alter von 45 Jahren.

+ Von einem Stier aufgespießt wäre, so hieß es, eine junge englische Künstlerin beim Skizzieren auf freiem Helee Jezt hat sich herausgestellt, daß die junge Dame in Wirk lichkeit einem Mörder zum Opfer gefallen ist und man den Bullen, der in der Nähe weidete, in grundlosem Verdacht gehabt hat. Der Mörder, ein Arbeiter, wurde verhaftet und hat in seiner Belle Selbstmord verübt. Wie schrecklich der Unmensch sein armes Opfer zugerichtet hat, kann man daran ermessen, daß die Leichenschauer die Wunden der Toten an­fangs für durch die Hörner des Stieres hervoraerufene Ver­letzungen hielten.

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[ Die Spritzfahrt des zahmen Storches.] Bei heftigem Schneesturm am Neujahrstage fand sich in Gr.- Brausen in Ostpreußen auf einer Gutsscheune ein Storch ein, der an­scheinend entkräftet und flügellahm war. Der Brausener Lehrer machte den Versuch, das Tier einzufangen, was je­doch nicht gelang. Noch an demselben Tage verschwand der Storch. Durch die Zeitungen kam die Nachricht auch nach dem Elsaß, und es konnte festgestellt werden, daß es sich um einen zahmen Storch handelt, der sich den Sommer hindurch auf dem Hofe eines Herrn Loos in Gundershofen im Elsaß aufgehalten hat. Er war sehr zutraulich, und niemand dachte daran, daß er gleich den anderen Störchen den Süden aussuchen werde, besonders da seine sämtlichen Genossen schon längst die Gegend verlassen hatten. Anfangs Dezember verschwand Schafopple", wie er genannt wurde. Zweifel hat er sich verirrt und wurde bis nach Westpreußen verschlagen. Schafopple" ist nun vor einigen Tagen wieder in Gundershofen eingetroffen und hat seine alten Bekannten wieder aufgesucht. =[ Der Hut in der Hauptstadt der Türkei.] Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung in Konstantinopel den Fes trägt. ist doch der Verbrauch von Hüten nicht unbedeutend. Am meisten wird der steife Hut getragen, außerdem noch weiche Filzhüte und Wollhüte, Strohhüte, Müßen, kleine National­kappen der Kroaten und Montenegriner, der Brempenlose hobe Sut der ariechischen Priester, der niedrige, krempen

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