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* In Leipzig wurden am Sonntag große Demonstrati­onen für die Reform des sächsischen Wahlrechts ver­anstaltet. Nach fünf großen Protestversammlungen zogen über 10000 Arbeiter durch Sie Straßen der Stadt. Demonstration dauerte verschiedene Stunden und verlief ohne irgendwelche Zusammenstöße mit der stark aufgebotenen Polizei.

* Der wegen Beleidigung angeflagte ehemalige Pastor und antisemitische ReichstagsabgeordneteKrösel Byrizz hat sich der Strafverfolgung dadurch entzogen, daß er in dem Der schwedischen Orte Malmö Aufenthalt genommen hat. Oberstaaatsanwalt hat jetzt gegen den Flüchtigen einen Steck­brief erlassen.

* Der Wechsel im preußischen Justizministerium ift jest erfolgt. Das Abschiedsgesuch des Ministers Schön­stedt ist genehmigt, und zu seinem Nachfolger ist der Präsi­dent des Oberlandesgerichts in Breslau, Dr. Beseler ernannt worden. Dieser wurde vom Kaiser im Kieler Hafen an Bord des Linienschiffes ,, Kaiser Wilhelm II." empfangen.

* Der sozialdemokratische Reichstagabgeordnete Mar Schippel, Wahlkreis Chemnitz, hat aus Gesundheitsrücksichten fein Mandat niedergelegt.

Norwegen.

** Der neue König Haakon VII. wird am Donnerstag unter der Begleitung einer Anzahl von Kriegsschiffen in Christiania eintreffen. Bei dem Ehrengeschwader wird sich auch das deutsche Linienschiff, Braunschweig" befinden, das zu diesem Zwecke vom Kaiser entsandt ist. Man begrüßt in dieser Bestimmung eine freundliche Anerkennung des neuen Königreichs durch die deutsche Regierung.

England.

** Ein ganz beschämendes Zeugnis für die Disziplin in der englischen Marine legen die Vorgänge bei dem Be­such des britischen Geschwaders in New- York ab. Die Massen­desertion der Mannschaften zwingt das britische Geschwader, seine Abreise aufzuschieben. Beim Appell fehlten nicht weniger als 1057 Mann. Der Admiral hofft, daß die Ausreißer zu­rüdfchren werden, weil sonst die Ozeanfahrt in Frage gestellt ist. Die Bundesregierung gedenkt die Deserteure der britischen Flotte weder zu verfolgen noch auszuliefern. Cürkei.

** Es wird Ernst mit der Flotten demonstration wegen Mazedonien. Das französische Linienschiff Charlemagne" und zwei Torpedojäger sind nach Mytilene in See gegangen, um mit dem Panzerkreuzer ,, Kleber" an der Flottenfund­gebang gegen die Türkei teilzunehmen. Die österreichisch­ungarischen Kriegsschiffe sind von Pola in See gegangen. Die Kunde von der Flottenkundgebung hat übrigens auf die muselmännische Welt sehr beunruhigend gewirkt. An vielen Drten wird der heilige Krieg gepredigt, und man hegt Be­sorgnisse wegen der Möglichkeit eines Christengemezels. Eine Note des russischen Auswärtigen Amtes an die Pforte protestiert gegen die Aufführung von Befestigungen am Ein­gang des Bosporus und an einigen Punkten der Küste des Schwarzen Meeres. Die Note erklärt es als unfreundlichen Aft gegen Rußland, wenn diesen Rüstungen nicht Einhalt getan wird. Vor Rußland wird der Sultan augenblicklich feine allzugroße Furcht empfinden.

** Auf Kreta schreitet die Beruhigung der aufständischen Bewegung fort. Ein Trupp Aufständischer unter Führung von Johann Fumis traf in Kanea ein, um die Waffen abzu­liefern. Er wurde dort von einer Abteilung Engländer und Russen in Empfang genommen. Es wurden 338 Gewehre und 19 Kasten mit Patronen abgeliefert.

Ralkan- Staaten.

** Die Lösung der Verschwärerfrage in Serbien ist jezt anscheinend gefunden worden. Alle Königsmörder werden pensioniert und vom Hofe entfernt, um gut dotierte Zivilposten einzunehmen. Oberst Mischitsch, der bekanntlich bei der Er­mordung des Königspaares die ersten Säbelhiebe führte, wird Direktor der serbischen Monopolverwaltung. Nach dem Rück­tritt der an der Verschwörung beteiligten Offiziere erfolgt die Ernennung der serbischen Militärattachés in Desterreich­Ungarn, Rußland und Deutschland.

Alien.

** Im Palaste zu Söul ist ein Vertrag unterzeichnet worden, der die Beziehungen Japans und Koreas regelt. Japan übernimmt die Vergung der auswärtigen Angelegen­heiten Koreas, bis Korea start genug ist, seine Unabhängigkeit zu wahren. Die Verwaltung der inneren Angelegenheiten wird unter die Ueberwachung eines japanischen General­gouverneurs gestellt, welcher gemäß den Anordnungen des Kaisers von Korea handelt. Ueberhaupt ist die japanische Diplomatie eifrig damit beschäftigt, die Konsequenzen aus dem Siege gegen Rußland zu ziehen. Die chinesischen Bevoll mächtigten für die chinesisch- japanischen Verhandelungen sind zusammengetreten, um über die japanischen Vorschläge zu be­raten. Der englisch- tibetanische Vertrag ist unterzeichnet und gesiegelt worden. Wie es heißt, sind die Bedingungen furz die folgenden. England erkennt die Sou­veranitat Chinas über Tibet an; dagegen zahlt China eine

Entidadiome

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Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser begab sich von Kiel an Bord der Stationsjacht Carmen" nach Bülk, um dort den Taucher­arbeiten beizuwohnen. Anläßlich des Ablebens des Coß­herzogs Adolf von Luxemburg sandte der Kaiser ein he lich gehaltenes Beileids- Telegramm an den Großherzog elm.

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* Wieder einmal ist von der Vrlo ing König Alfons von Spanien die Rede. Jetzt soll wieder eine englische Prinzessin die Eorane sein, und zwar die Prin­zessin von Battenberg. Als Termin der lovung wird der Mai nächsten Jahres genannt. Regons ist inzwischen in Paris eingetroffen.

Deer und flotte.

Zum Untergang des Torpedo- Bootes S. 126." Der bei der Katastrophe in der Kieler Bucht schwer verbrühte Obermaschinist Damman ist seinen Wunden erlegen. Bei dem Untergange des Torpedobootes spielten sich schreckliche Szenen ab. Die Mannschaften, die nicht wie die Heizer in dem Boote eingeschlossen waren und mit ihm in die Tiefe fanten, kämpften in den eisigen Wellen einen Verzweiflungs­kampf um das Leben. Als das Boot unterging, rannte es noch das Torpedoboot S. 127" an, wobei der Matrose Kranz, der gerade den Turm verließ, zerquetscht wurde.

Nab und fern.

Verhafteter Heiratsschwindler. Die Berliner Polizei verhaftete den Anstreicher Bernhard Türpe aus Chemniz wegen mehrfacher Heiratsschwindeleien. Türpe, der in Chemnitz eine Frau und Kinder hat, trat in Berlin in der Uniform eines Gefängnisinspektors auf und verstand es, sich gleich mit zwei Mädchen zu verloben, denen er nach und nach ihre Ersparnisse abschwindelte, worauf er verduftete. Eine Karte, in der er sich selbst als erschossen" meldete, führte auf die Spur des Schwindlers.

Zugentgleisung. Infolge Achsenbruches entgleiste bei der Station Oppenweiler der Schnellzug von Nürnberg nach Stuttgart. Personen wurden nicht verletzt. Die Unglücks­stelle wurde durch Hilfsmannschaften aus Stuttgart auf­geräumt.

Zwei Bergleute abgestürzt. Im Schacht 1 der Zeche Kaiserstuhl bei Dortmund stürzten zwei Bergleute beim Auflegen eines neuen Förderseiles in den Schacht ab und blieben auf der Stelle tot.

Der Nürnberger Ausschlißer verhaftet. Der Un­hod, der in Nürnberg alleingehende Frauen überfiel und mit Messerstichen verletzte, ist endlich ergiffen worden. Es ist ein irrsinniger Brauergehilfe Adam Schmidt aus Fürth.

Drei Kinder ertrunken. Beim Spielen fielen in Weißwasser drei Kinder von acht, zehn und elf Jahren, dar­unter zwei Geschwister, in einen Teich und ertranten, ehe Hilfe zur Stelle war.

Mit Mann und Maus Untergegangen. In der Nähe von Helsingör ist der deutsche Dampfer ,, Uhlenhorst" auf der Fahrt von Schweden nach Stettin gesunken. Die gesamte Besatzung und sämtliche Passagiere sind ertrunken.

Das Dampferunglück an der französischen Küste. Bei dem Untergang des englischen Dampfers Hilda, der im Nebel abends gegen 10 Uhr bei St. Malo in der Bretagne unterging, find 86 Personen, darunter 59 Passagiere er­trunken. Die Passagiere und der größte Teil der Besatzung befanden sich in den Schlaffabinen, sodaß es nur gelang, zwei Bote herabzulassen. Eins davon langte mit 11 Bassa­gieren und einem Matrosen in St. Malo an, das zweite schlug um. Obwohl andere Dampfer an die Unglücksstelle eilten, war es nicht möglich, mehr Personen zu retten, da der Dampfer in wenigen Minuten in den Wellen verschwand und die Dunkelheit das Unglück vergrößerte. Etwa 20 Leichen wurden bereits geborgen. Unter den Passagieren befanden sich viele Zwiebelhändler aus der Bretagne sowie englische Familien die sich in Winterkurorte begeben wollten.

Vierzig Menschen verbrannt. Eine entsetzliche Brandkatastrophe brach in Glasgow in einem von vornehmen Gästen und Arbeitern bewohnten Logierhause nachts aus, als die Schlafgäste bereits in den Betten lagen. Das Haus be= herbergte über 450 Gäste, von denen 40 erstickten und ver= brannten, ehe sich die Feuerwehr einen Weg in die von Qualm und Glut erfüllten Räume bahnen konnte. 35 Per­sonen wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Der Brandschaden an Material ist nicht erheblich. Unter den Toten befinden sich die Gattin eines Lords und eines englischen Obersten.

+ Cholera und Pest in Rußland. Die letzten Epi­demien haben in Rußland über 300 Erkrankungen hervor­gerufen. 136 Menschen starben im Weichselgebiet an der Cholera, während die Pest in Astrachan zwei Opfer forderte. Bei Einsetzen kälterer Witterung pflegen diese Seuchen schnell zu erlöschen.

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Lokales.

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18. November 1905.

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Donnerstag, 23. November, nachmittags 4 Uhr, hält die Stadtverordneten Versammlung eine Sigung mit nachstehender Tagesordnung ab: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen des Anlehens von 1901.- 2. Bau­gesuch von W. Euler für den Afterweg. 3. Baugesuch von Georg Haubach für den Asterweg. 4. Baugesuch von A. Schepp: lmann für die Roonstraße. 5. Baugesuch von Jean Eckert für die Bismarckstraße. 6. Baugesuch von W. Deibel für den Neuenweg. 7. Baugesuch von E. Block für die Marburger Straße. 8. Beseitigung der 8. Beseitigung der Bäume in der Blockstraße. 9. Fluchtlinienplan für den Nuenweg. 10. Erlaubnis zur Anlage einer Fernsprech leitung über den Weglarerweg. 11. Herstellung von Bürgersteigen und Entwässerung der Straßenunterführung am Neustädtertor. 12. Anlage eines Geländers bei der Treppe neben der katholischen Kirche. 13. Gesuche um Herstellung gepflasterter Uebergänge: a in der Marburger Straße; b. in der Stephanstraße; c. in der Hammstraße. 14. Beiträge der Arbeiter an der Kläranlage zur Drts­frankenkasse. 15. Verkauf von zwei Bauplägen an der Licherstraße. 16. Beschaffung von Vorfenstern für das Forsthaus an der Licherstraße. 17. Desgleichen für die Wohnung des Schlachthofdirektors. 18. Beschaffung von Dachböcken für den Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule. 19. Beschaffung von Beitwert für die Bolizeiwache. 20. Beschaffung von Meßgeräten für das Vermessungsamt. 21. Gesuch des Zweigvereins vom roten Kreuz um Ueberlassung der Turnhalle bei der Stadt­mädchenschule. 22. Eingabe des Detaillistenvereins wegen des städtischen Fischmarkts. 23. Vergebung der Kultur­und Wegbauarbeiten im Stadtwald für 1906. 24. e- such der Witwe K. Euler 4. um Eclaubnis zum Birt­schaftsbetriebe im Hause Schüßenstraße 15.

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*** Zu der bekannten Affäre Beamtenbeftechung" geht uns von der Bürgermeisterei Gießen folgender Ar­titel zu:

In der Sigung der Stadtverordneten Bersammlung am 19. Oftober berichtete der Oberbürgermeister über die Zahlungsunfähigkeit der Firma Jäger& Rumpf in Hanau, die für die Stadt größere Ranalarbeiten auszuführen hatte, und über die von ihm im Interesse eines ungehinderten Fortgangs der Arbeiten getroffenen Maßregeln. Bei dieser Gelegenheit wurde aus der Mitte der Versammlung ange­deutet, es feien Dinge vorgekommen, die darauf schließen ließen, daß die Firma städtische Beamte, die mit der Ueber wachung der Arbeiten betraut waren, zu ihren Gunsten zu

labon entfallen auf bie R 149, Friedberg 1009, Gi Ferner 1103 Tiere Bogels Biegen 430, Kreis Schotter Jobre 1904 wurden im Her 1100 im Vorjahr und 40 Borjahr. Von Jungbieh genommen 212 Stüd Bogel Den in der Brovinz befte justvereinen find 71 Drter 14 Ditsvereine für die Für Herbbuchführung, Jan betrugen im abgelaufenen S reine 3678 Mt Für 15 Bullenstationen wurden Fir Orts- und Stallhaue einzelnen Areise der Provin aufgewendet.

beeinflussen versucht habe. Die vom Dberbürgermeister so­fort eingeleitete Untersuchung ergab, daß 3 von der Stadt zu vorübergehenden Dienstleistungen angenommene Bauführer von der Firma im Verlauf von 3 Jahren im ganzen 320 Mt. erhalten haben; von diesen 3 Bediensteten ist in der Zwischenzeit einer als städtisger Beamter angestellt worden, hat aber nach seiner Anstellung von der Unternehmerfirma nights mehr erhalten. Bon obigem Betrage wurden 100 Mt. als Provision für die Vermittelung eines Geschäfts gezahlt, das vollständig außerhalb der Interess n der städtischen Verwaltung liegt. Ein ngestellter der Stadt hat von einem Angestellten der Firma 80 t. geliehen, nachdem ihm zugesagt war, das Darlehen werde aus persönlichen Mitteln gewährt; dasselbe wurde jedoch in den Geschäfts­büchern der Firma verbucht und ist am 24. Oftober zurück­gezahlt worden. Die restlichen 140 t. sind eine Vergütung für Anfertigung von Nivellements, 8eichnungen usw, die bertragsmäßig vom Unternehmer zu leisten waren, aber hinter dem Rücken der Stadtverwaltung von städtischen An­gestellten für den Unternehmer und in dessen Auftrag ge­fertigt wurden.

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Die Untersuchung ergab, daß die Stadt nicht geschädigt ist, die Arbeiten vielmehr Soweit sich bis jetzt beurteilen läßt vertragsmäßig ausgeführt sind; insbesondere fand sich fein Anhalt dafkr, daß die Unternehmerfirma sich zum Schaden der Stadt in unzulässiger Weise zu bereichern suchte. Immerhin find nach dem Ergebnis der Untersuchung Unregelmäßigkeiten vorgekommen, die nicht gebulbet werden dürfen. Gegen die betreffenden Angestellten ist das nötige beranlaßt.

* Eine Vergünstigung ist den Soldaten durch nachstehenden Erlaß zugeteilt worden: Bei schwerer Er­tranfung oder bei Todesfall in der Familie ist den Soldaten die Benutzung der dritten Klasse aller Schnellzüge zu Reisen vom Standorte nach dem Urlaubsorte ohne Rücksicht auf die Urlaubsdauer zu gewähren. Unter Familie ist zu ver­stehen: Ehefrauen, Rinder, Eltern, Pflegeeltern, Großeltern und Geschwister. In solchen Fällen muß die Dringlichkeit der Reise durch eine besondere Bescheinigung des Truppen­teils, aus der der Grund ber beantragten Schnellzugbe­nuzung ersichtlich ist, wachgewiesen werden.

GH. Fri Neuter- Abend. Der gestern Abend von dem Kaufmännischen Berein und dem Drtsgewerbe- Verein Gießen veranstaltete britte öffentliche Bortrag galt dem größten deutschen Dialektdichter, Friz Reuter, den sein be­rufener Jnterpret, der Kgl. Bürttembergische Hofichauspieler August Junkermann vorführte. War Frizz Reuter schon von je einer der meistgelesensten Autoren, so wird er dies in Zukunft, wo jezt seine Werke in wohlfeilen Aus­gaben aufgelegt werden, noch mehr werden. Jeder Gebildete hat ihn gelesen, nicht nur der Norddeutsche, der sein Idiom beherrscht, sondern auch der Mittel- und Süddeutsche, der sich erst mühselig mit Hülfe eines Wörterbuchs das Ver­ständnis erschließen muß. Es geht etwas Gewaltiges, Backendes von Fritz Reuter aus, das nicht mehr losläßt. Seinen vollen Reiz entfaltet der Dichter aber erst, wenn er mit den Menschen, die auf demselben Boden mit ihm heran­wuchsen, mit seinen leiwen Bandslüd", an die auch sein Hauptwert Ut mine Stromtid" addressiert ist, Zwiesprache hält. Dann lebt und webt es plöglich überall herum, dann steigt vom Boden der würzige Brodem auf und die Gestalten schreiten martig und voll Blut dahin, dann weckt der leiseste Ton einer faum berührten Saite verwandte Klänge und jeder mutwillige Augenaufschlag findet verständnis volles 8wintern. Schmunzelnd lieft der bäuerliche Leser weiter, ja hier ist seine Belt, diese Geftalten fennt er alle von Rindesbeisen auf: den Rathenmann, den Tagelöhner, den Inspektor, den Bächter, ben Rittergutsbefizer, den Pastor, den jüdischen Produktenhändler. Und plöglich stockt er und fährt mit der Hand über die Augen. Er muß noch einmal hinsehen und dann brummt er ganz bergnügt: Dit bin id jo fülwft". Dem Original muß man schon glauben, Friz Reuter hat seine Gestalten gut getroffen und darin liegt auch das Geheimnis seines Erfolgs. Dies ist der alte Bauber, ber schon auf Homers Gedichten lag und noch auf allen Dichtungen gelegen hat, die das Bublikum für das sie ge­fungen oder geschrieben wurden, padte: der Bauber des Spiegels. nämlich, die unwiderstehliche Anziehungskraft, die das eigene Bild auf den Menschen ausübt. Und Friz Reuter ist ein solcher Epiegel, aus ihm strahlen Menschen, Himmel und Erbe, mit einem Borte bie ganze mecklenburgische Landschaft wider. Warm und seelenvoll sprechen die Reuterschen Ge­stalten zu uns, wenn ein Bandestind uns die Bekanntschaft mit ihnen vermittelt und gestern Abend waren wir sogar in der glücklichen Bage, uns sie von einem der besten Inte preten, von August Junkermann vorstellen zu lassen. Der Vortrag Janfermanus ist ungemein lebhaft und nuancen­reich und wird von einem modulationsfähigen Organe, das spielend die Tonstala auf- und abläuft, auf das glücklichfte getragen. Die einzelnen Figuren zeugen von dem eisernen Fleiße und der hingebenden Liebe, mit denen Junkermann an ihnen gearbeitet, lebend and plaflisch treten sie vor uns hin, in Ton und Gebärde sprechend. Im ersten Teile rezitierte Juntermann Du drögft de Pann' weg" aus Läuschen un Riemels" und die Rapitel 44 and 45 Ut mine Stromtid". Im zweiten Teile trug er die Szenen zwischen Arel von Rambow uad Unkel Bräfig, sowie einige der kleineren Arbeiten vor, die Friz Reuter unter Läuschen und Niemels zusammengefaßt hat. Das Bublifum, das schon eine halbe Stunde vor Beginn der Rezitation den großen Saal des Gesellschaftsvereins dicht befeste, brach nach jedem Vortrag in stürmischen Beifall aus. Hoffentlich haben wir August Junkermann nicht zum letzten Male in Gießen gesehen.

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* Rindvichzucht in Oberhessen. U ber den Stand der Rindvichzucht in der Provinz Oberhessen berichtet der Landwirtschhftliche Brovinzialverein. Die Gesamtzahl der seit Einrichtung der Herdbücher aufgenommenen Tiere stellt sich auf etwa 9000 ber Simmentaler und 3240 der Vogelsberger Staffe. Die Zahl der Herdbuchtiere am 1. Januar d. J. betrug 4458 Tiere Simmentaler- Rasse,

L. Oberbeffifde Br inn Commer 1905. 2 Innbwirtschaftlichen Berein f gerichteten und unterhaltenen fir den legten Sommer wie f Die Weiben waren befe

Bernings mit Tiergarten mit Bell mit Lauterbach mit

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Das Ergebnis des Betri

erf.dtlich:

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Bernings 27 Mai 3. Dit 30. 3. Hell Sauterbach 20.2. Durchschnittliche Zunah Nach dem Jahresberic Broving Oberheffen beträgt mahme von 543 Rindern u den 3 letzten Jahren tiichtszunahme mit 68,87 brigen Jahre hinter dem tiird diese geringe Zunahme tredenen Vorsommer und Simmerhin ist die Entwid

recht befriedigende zu bez haben dabei ihre Rechnung Lebendgewichtszunahme von Beidegeld. Die Erhöhung Galben die betr. Landwirte Beiben mit Fohlen hat, wi hervorgeht, eine sehr beträc

bird besonders Tiergarten reichen, um alle Tiere unter

* Bienenwirti haft men Erftarrungsschlaf ver inter Nahrung, Luft un ugen, ballen fi die Tier dieser auf, so erstarre frer( Spißmäuse, Meisen erden. Der Jmler hat fhlägigen Litteratur zu entem Berein anschließen. $ Krofdorf, 20. Robe Sofdorf werden im Gefch 8 Januar, 5. Februar, 5. Suni, 2. Juli, 17. Septem 3. Dezember.

Laubach, 20. Novb Direktor, Dr. Bauer, 6th. Oberschulret Dr. No stfüht. Dr. Bauer wur harrers Bauer zu Fried Grießen und war dann an Gießen und Darmfladt Dorlar, 20. Novr Betrieb genommene beaugt und rentiert fi * Ober- Dileiden, Wana die hiesige Hebamm

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