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und der Ermunterung zurufend. In Petersburg kursiert daß Gerücht, daß Kuropatkin nach dieser letzten Revue seinen Säbel abgeschnallt und ihn seinem Ordonnanzoffizier mit Worten übergeben habe, die dieser nicht wiederholen wollte. Daß seine Abberufung den General verstimmt hat, ist wohl erklärlich. Daß er sich aber zu einer Handlung habe hin­reißen lassen, die man nur als Achtungsverlegung gegen seinen obersten Kriegsherrn auslegen könnte, ist bei Kuro­patkins streng militärischem Sinne faum anzunehmen. Seine letzte Aktion als Armeechef war nach seinen eigenen Worten die Verteilung seines ganzen Vorrates von Ge­orgskreuzen an die Bravsten der Braven in den Verwundeten­zügen."

Das Glend unter den russische:: Verwundeten soll nach Beschreibungen, die Seuropatkins Begleiter russischen Journalisten in Charbin gaben, herzzerreißend sein. Die überfüllten Ambulanzen in Tielin mußten viclen Hunderten von Verwundeten die Unterkunft verweigern. In zerfetzten, blutbesudelten Kleidern lagen die Aermsten längs des Bahn­gleises, um jeden leeren Kohlensack, der als Unterlage oder Decke dienen konnte, entbrannten erbitterte Fauſtkämpfe.

Troß der letzten schrecklichen Katastrophen soll man aber in Petersburg fest entschlossen sein, den Krieg bis zum letzten Ende durchzuführen. Man hofft schließlich doch noch aus Erfolg, da die japanischen Kräfte allmählich versiegen müßten.

Die Dolitik.

A Wie verlautet, will der Chef des Geheimen Zivilkabi. netts des Kaisers, Herr von Lucanus, den Abschied nehmen, Herr von Lucanus vollendet in diesem Frühjahr das 75. Le bensjahr, so daß er zur Amtsmüdigkeit vollauf berechtigt er scheint. Herr von Lucanus war, bevor er sein jetziges Ami übernahm, Unterstaatssekretär im Kultusministerium, an dessen Spitze damals Herr v. Goßler stand, der mittlerweile als Oberpräsident von Westpreußen gestorben ist. Als Chef des Zivilkabinetts war Herr von Lucanus nicht all zu selten in der Lage, Ministern die Botschaft von dem Ende ihrer Aktivität zu bringen. Er wurde deshalb in Erinnerung an die Todkündende Weiße Frau" im Hohenzollernschloß der Schwarze Mann" genannt. Herr von Lucanus hatte Ministerrang.

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Die am 1. Dezember d. J. im Deutschen Reich statt­findende Volkszählung beginnt bereits die amtlichen Stellen zu beschäftigen. Der Bundesrat hat in seiner lezten Sizung den Bestimmungen zugestimmt, nach denen die Zählung dies­mal erfolgen soll.

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Dem Reichstag wird in allernächster Zeit eine Vorlage wegen der Kamerunbahn zugehen. Das Reich soll eine Teil­garantie für die Verzinsung des 16 Millionen Mark be­tragenden Kapitals übernehmen, das die Firma Rang u. Co. aufbringen will. Die projektierte Bahn ist 160 Kilometer lang.

Der Bischof von Speyer Dr. Josef Ehrler ist gestorben. Dr. Ehrler hat fast 27 Jahre an der Spitze der Diözese ge­sonden und ein Alter von nicht ganz 72 Jahren erreicht. Als er sein 25jähriges Bischofsjubiläum feierte, nahm das ganze Rheinland freudigsten Anteil. Die Universität Würz­burg verlieh ihm im Jahre 1889 den Titel eines Doktors der Theologie honoris can­

England.

Die ganze Welt ist eine Stadt. Wie vor einem Jahr die Polen in den Ostmarken sich den Scherz machten, in Massen bei Adressierung ihrer Korrespondenz polnische Aus­drücke und Ortsbezeichnungen zu gebrauchen, so bringen jetzt die Fren in Irland die Post durch ein analoges Mittel in Verlegenheit. Sie schreiben die Adresse gälisch Ratür­lich verlangsamt sich die Briefbestellung, wird oft auch un­möglich. Ein irischer Abgeordneter will im Parlament unter Vorlegung der Adressen den Generalpostmeister fragen, was er an diesen auszusetzen habe. Wahrscheinlich wird die Ant­wort lauten, daß er sie nicht lesen könne.

Eine englische Berggeseknovelle, die im Unterhaus mit 190 gegen 132 Stimmen angenommen worden ist, bestimmt für die in Kohlenbergwerken beschäftigien Personen unter 18 Jahren eine Marimalarbeitszeit von 8 Stunden täglich.

Russland.

In den Gouvernements Tambow, Kursk, Orel, Wi­tabit, so wird uns aus Petersburg vom 18. März geschrieben, nehmen die Bauernunruden in erschreckender Weise zut. Die Ursache liegt in der sich ausbreitenden Hungers­not. In Bessarabien rückte eine Menge Bauern vor das Schloß des Gouverneurs und schrie nach Brot. Der Gou­berneur gab gute Worte, drohte im Fall von Ausschreitungen mit Niederschießen und schickt die Bauern fort. Wie ver­lautet, ist das bekannte Manifest des Priesters Gapon in der Bauern Hände gelangt. Die Bauern hätten in Versamm­lungen sich einmütig zu diesem Manifest bekannt, das sie auch ausführen wollten. In Moskau ist die Gründung einer Miliz zum Schutz von Leben und Eigentum im Werke. Die Stadtverwaltung begünstigt den Plan und befürwortet ihn. Aus Petersburg wird berichtet, daß die Auf­lösung des Ministerkomitees durch dessen Präsidenten Witte und andere liberale Mitglieder in Anregung gebracht worden sei. Witte und die anderen möchten gern in aller Stille zu-, rücktreten, um für die Politik der Reaktion die Verantwor­tung nicht mit zu tragen. Die Meldung, daß 900 wegen Religionsvergehen gefangen gehaltene Personen aus Kloster=" gefängnissen entlassen worden seien, wird amtlich demen­tiert. Nur 7 Personen seien entlassen, und mehr befänden sich in den Klostergefängnissen nicht. In Libau haben auf belebtester Straße 6 Personen 2 Schußleute überfallen, entwaffnet und schwer verwundet. In Warschau hat die Direktion der Weichselbahn militärischen Schutz für ihre Brücken erbeten, weil sie Drohbriefe hinsichtlich dieser Brücken erhalten hat.

Türkei.

Die Pforte beabsichtigt, in Mazedonien eine erstaun­liche Reform einzuführen: Sie will von dem jezt beginnenden Finanzjahr an allen Zivil- und Militärfunktionären ihre Bezüge regelmäßig und baar auszahlen lassen. Zahlstelle soll die Ottomanbank mit ihren Filialen sein.

Afrika.

Frankreich richtet sich allmählich auf ein Protektorat über Marokko ein. Der französische Gesandte in Fez hat dem Sultan Vorschläge für die Umgestaltung des Heerwesens, die Münzverhältnisse, die Hafen- und Zollverwaltung usw. vorgelegt. Wahrscheinlich sind die Vorschläge gut, und die Marokkaner werden sich ihnen fügen.

Amerika.

Die Regierung der Vereinigten Staaten ist von der französischen Regierung angefragt worden, welche Politik Präsident Roosevelt Venezuela gegenüber einschlagen wolle, da Frankreich sich dieser Politik anzuschließen gedenke. Die Willkürakte des Präsidenten von Venezuela erforderten ener­aisches Einschreiten.

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Hof und Gesellschaft.

Der bevorstehende Aufenthalt unseres Kaisers in Portugal beschäftigt bereits lebhaft die dortigen Zeitun­gen, die lange Artikel über Wilhelm II. bringen. Der Kai­ser wird am 26. in Lissabon eintreffen, im Palast in Belem absteigen und am Abend der Festvorstellung im Opernhause von S. Carlos beiwohnen. Am nächsten Tage, den 27. ds., wird er das 5. Jäger- und 4. Reiterregiment besichtigen, im Schlosse Necessidades mit der königlichen Familie frühstücken, der geographischen Gesellschaft einen Besuch abstatten und sich ein wenig in Lissabon umsehen; am Abend ist Festessen und Musikvortrag im Schlosse von Ajuda. Am 28. ds. wird der Kaiser nach Cintra fahren, das berühmte Schloß Pena be­sehen und auf Einladung der Königin- Mutter D. Maria Pia im Rathaussaale zu Cintra frühstücken. Für den Nach­mittag und Abend ist Empfang der deutschen Kolonie und Festessen in der deutschen Gesandtschaft vorgesehen. Der deutsche Konsul in Oporto hat die Kolonie in der Zeitung zu gemeinschaftlicher Jahrt nach Lissabon aufgefordert. Am 29. ds., vor der Abfahrt, ist noch ein Besuch im Rathaus in Lissabon vorgesehen mit Ansprachen, und wenn möglich, soll noch eine Jagd in den Wäldern von Mafra oder Villa Vi­cosa stattfinden.

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Bei der Vermählung des deutschen Kron­prinzen wird die Braut- Mutter fehlen. Die verwit­wete Großherzogin Anastasia von Mecklenburg- Schwerin sieht sich ihres angegriffenen Gesundheitszustandes wegen genö­

ist mit dem Teufel im Bunde, daran

tigt, ihren Aufenthalt in Cannes bis in den Sommer hinein auszudehnen und kann deshalb am 6. Jimi nicht an den Hochzeitsfeierlichkeiten ihrer Tochter mit dem deutschen Kronprinzen teilnehmen.

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such am Lissaboner Hofe eingetroffen. Die Königin wurde giftet. Nach ** Die Königin von England ist zu einem Be- tot in ihrem portugiesischen Königsfamilie empfangen. In Begleitung Gelbstmord gewe der englischen Königin befinden sich Prinzessin Maud, Prin- eme Liebesgeschich

an Bord ihrer Jacht Victoria and Albert" von der gesamter

zessin Viktoria und Prinz Karl von Dänemark. Im Opern­hause von S. Carlos fand große Festvorstellung statt. Deutfcher Reichstag.

( 167. Sigung.)

CB Berlin, 18. März.

Die zweite Beratung des Kolonialetats voll­zog sich heute unter großer Teilnahmlosigkeit des Hauses, obwohl die Debatten manche bemerkenswerten Gesichtspunkte zutage förderten. Die Regelung des Münz- und Bankwesens in Ostafrika, über die der Reichstag durch Denkschriften

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die Volksvertretung bei der Kolonialgesetzgebung nicht mit­zuwirken habe; der Reichstag sei für die Kolonieen eigentlich nur eine Geldbewilligungsmaschine. Ferner bemängelto der Redner, daß die Frachten der subventionierten Deutsch­Ostafrika- Linie nach deutschen Häfen teurer seien als nach portugiesischen. Kolonialdirektor Dr. Stübel verteidigt die Haltung der Kolonialverwaltung im allgemeinen, wäh rend die Geheimen Legationsräte Helfferich und Dr. Seit die Vorwürfe des Abg. Erzberger im einzelnen zurüc wiesen, ohne diesen freilich für ihre Anschauung gewinnen zu können. Aus der weiteren Diskussion ist hervorzuheben, daß der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Südek um der Befürchtung Ausdruck gab, es könnte auch in Ostafrika ein Eingeborenenaufstand ausbrechen. Der freifonservative Ab­geordnete Dr. Arendt bestritt die Berechtigung dieser Be­sorgnis, die Regierung aber äußerte sich bemerkenswerter­weise dazu nicht. Hingegen kündigte Dr. Stübe I einen Nachtragsetat für Kamerun an mit Forderungen für die Vermehrung der Schußtruppe um zwei Kompagnien. Zwar sei in dieser Kolonie alles ruhig, der Gouverneur sei aber der Meinung, daß es in Zukunft in einzelnen Gegenden zu Unruhen kommen könnte, zu deren Unterdrückung man recht­zeitig gerüstet sein müsse. Beim Etat für To go nahm der Zentrumsabgeordnete Roeren die Missionare gegen die Breßangriffe in Schutz und fällte ein ungünstiges Urteil über die Moral einiger Beamten. Der Kolonialdirektor an­erkannte den Wert der Missionare für die Kolonieen, gab zu, daß in einzelnen Fällen Verfehlungen vorgekommen seien, versicherte aber, daß die Beamten für die Schutzgebiete mit großer Sorgfalt ausgewählt würden.

Nab und fern.

Die Internationale Kochkunst- und Gastwirtsgewerbe. ausstellung zu Leipzig wurde im dortigen Krystallpalast feier­lich eröffnet. König Friedrich August von Sachsen war in Begleitung der Staatsminister v. Metzsch und v. Seydewiz zur Teilnahme an der Festlichkeit in Leipzig eingetroffen.

Zur Affäre Montignoso. Die von den Anhängern der Gräfin Montignoso in Umlauf gesezte Liste für Zeichnungen zugunsten der Gräfin hat eine nicht unbeträchtliche Summe ergeben. Indessen ist dieses Eintreten für die Gräfin doch wohl mindestens sehr verfrüht. Wie der italienische Anwalt des sächsischen Hofes, Graf Mattaroli, einem Interviewer erklärt hat, lassen die nunmehr begonnenen Verhandlungen einen günstigen Ausgang erwarten, so daß es kaum nötig werde dürfte, die Gerichte anzurufen. Der König Friedrich August möchte um jeden Preis weitere Verwicklungen, der heiflen Angelegenheit vermieden sehen. Die Sperrung der Rente soll nicht etwa eine Strafmaßregel bedeuten, son­dern die lediglich deshalb geschehen wäre, weil die schwebenden Verhandlungen es bedingten. Inzwischen ist einer der wärmsten Anhäger der Gräfin Montignoso durch den Tod abberufen. Der Polizeichefarzt Garnier in Paris, der sich für die geistige Zurechnungsfähigkeit der Gräfin auf Grund seiner Untersuchungen ausgesprochen hatte, ſtarb plötzlich an Schlaganfall, nachdem er kurz vorher das letzte Aftenstück dieser Angelegenheit unterzeidmet hatte.

Der Eselsmüller und die Falschmünzerveifle ich alter Bursche nicht, wenn auch mein Ernst den Eſelsmüller aufforderte, und zwar zum letzten

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Von Gustav Rohleder, Grünberg i. H.

Alle Rechte vorbehalten.

( Nachdruck verboten.) Hohnlachend rief, als endlich die Winterberger Bauern zu Ruhe kamen, der Neumeyer dem alten Heiner zu: Kollege, Sie müssen überhaupt nicht wissen, wer ich bin und wo ich gedient habe".

The Neumeyer seinen Redeschwall beendet hatte, fiel ihm der Gſelsmüller ins Wort und sprach:" Wir sind hier in Küftelberg, und ein ehemaliger Gänse­junge, nachmaliger Kuhjunge und jetziger Unteroffizier im X. Bataillon, ist für uns wenig genug." Diese, mit eisiger Ruhe gesprochenen Worte des Esels­müllers wirften so verblüffend, daß alle sprachlos ihn anstarrten. Dann auf einmal brach ein tosender Beifallssturm los. Neumeyer sah aus wie eine Leiche.

Endlich raffte sich derselbe auf, schritt auf den jetzt ruhig dasigenden Eselsmüller zu und frug mit mut­berzerrtem Gesicht: Mensch, wer sind Sie, wissen Sie, wer ich bin?"

Gewiß", entgegnete in Ruhe der Eselsmüller, Ste wollen der neue Grenzjäger sein, Sie haben ja soeben es selber gesagt. Ich aber bin der Eselsmüller".

Jezt erst sah Heiner, den in anderer als ihm be­tannten Kleidung vor ihm sitzenden Eselsmüller an. Gewiß und wahrhaftig, es war der Teufelsferl, der Eselsmüller.

Gute Reise, neuer Kollege". Dieses sagend, stand Heiner auf und sprach zu Knackwurst: Herr Kollege, nur einen Augenblick, bitte". Draußen aber fonnte Heiner vor Lachen kaum reden. Endlich sprach er: Kollege, der Hochmuts- und Einfaltspinsel von Neu­meyer erhält eben eine gründliche Abkühlung, ächt Küftelberger Art. Wir werden jetzt einen Spaß er­leben, der nur wenigen im Leben passiert. Dieser

mia auslacht. Uns Kollegen soll dieser Kerl vom Halse bleiben. Aber diesen neugebackenen hochmütigen Grenzjäger Neumeyer mag er mal ordentlich anteufeln." Dann gingen sie zurück in das Wirtszimmer, um noch ein wenig den Dingen zuzusehen.

Neumeyer hatte schon seine Fragen an den Esels­müller gestellt, derselbe aber gab recht dumme Ant­worten. Gerade als die beiden wieder eintraten, frug Neumeyer den Eselsmüller:" Noch einmal frage ich Sie, wie Sie heißen?"

" Habs schon gesagt, obgleich ich es nicht nötig hatte: Hans von der Dachshöhle", so erwiderte der Eselsmüller.

,, Kerl, glauben Sie mich uzen zu können, dann zeige ich Ihnen wer ich bin."

" Das sehe ich ja mit diesen meinen Augen, Sie sird ein Mensch, wie wir, haben einen gewichsten" Schnurrbart und grüne Uniform."

Sterl, jetzt ist es aber genug", schrie Neumeyer, ,, ich bin föniglicher Grenzbeamter, wiffen Sie es nun." hinaus und zum Marktplaze. Währenddessen ging Heiner und Knackwurst wieder

Nun", erwiderte der Eselsmüller, wäre dieses wahr, dann hätte es schon im Amtsblatt bekannt ge­macht werden müssen. Sie scheinen weiter nichts als ein ächter Windbeutel zu sein, wie der Kappen­schneider".

Neumeyer hatte sich endlich so weit gefaßt, daß er Male, seinen Namen zu nennen, sonst würde er ihn verhaften.

" Nun, grüner Junge", sprach der Eselsmüller, ,, meinen Namen nenne ich dir nicht und zum Verhaften gehören zwei. Dann aber auch ein Haftbefehl." Wer den nicht hat, der verhaftet mich nicht."

Sterl", schrie jetzt Neumayer, wollen Sie Ihr freches Satansmaul jezt halten, oder ich lasse Sie ge­schlossen nach Medebach abführen."

Elender Linsenmüller", spottete der Eselsmüller, wer hat dich Gänsejungen denn zum Grenzjäger ge­macht? Hast Du nicht gesehen, daß Heiner und sein Kollege verschwunden sind. Grüner Bursche", wärest Du ihresgleichen, dann ließen sie Dich nicht in der Batsche sitzen. Ich rate Dir, halte jezt Dein unge­waschenes Maul, sonst gebe ich Dir ein paar Esels­trümpfe, welche Dir fizen sollen."

,, Herr Wirt," schrie in wahnsinniger Wut jetzt Neumeyer, Ihr Hausbursche soll sofort die beiden Herren Grenzjäger herbeiholen, ich befehle es".

" Mein Herr", erwiderte der Wirt ganz gemütlich, ,, ich bin der Gastwirt Fingerling," Zum falten Harth" bursche bin ich hier selber, aber nicht einem jeden Gaste und befehle in demselben Gasthause nur allein. Haus­sein Hanswurst. Wollen Sie die Herren haben, holen Sie sich gefälligst dieselben selbst herbei".

" Ich als Beamter," widersprach Neumeyer ,,, habe hier von Amtswegen zu befehlen, verstehen Sie mich Wütend, vor Zorn konnte Neumeyer kein Wort Herr Gastwirt". herausbringen. Heiner und sein Kollege hatten, vor ,,, nur zu gut, gab derselbe zur Antwort, zeigen dem Fenster stehend, die Worte des Eselsmüllers noch gehört. Beide sahen sich über diesen Mut des Esels­müllers starr in die Augen. Dann sprach Heiner: Fort" Kollege, Sie sehen, der Kerl fennt feine Furcht", fort, auf den Markt". Mit schnellen schritten eilten sie demselben zu.

Sie doch erst mal ihre Papiere, ob sie tatsächlich ein königlicher Beamter sind. Das genügt schon, obgleich The angebliche Ernennung noch nicht veröffentlicht worden ist."

Fortsetzung folgt.

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