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russischen Zirkularnote an die Mächte wegen angeblicher Neutralitätsverlegungen Chinas und den obigen chinesischen Gegenprotesten allmählich eine große diplomatische Staats­aktion entwickeln, bei der Amerika die führende Rolle zu übernehmen gedenkt. Staatssekretär Hay hofft, gemeinsam mit anderen Mächten, die Krieg führenden zur Festhaltung an dem Abkommen über die Beschränkung des Operations­gebietes zu veranlassen. In Washington hält man eine derartige gemeinsame Handlung angesichts der wiederholten russischen Kundgebungen und der Tatsache für notwendig, daß sich die chinesische Bevölkerung in einem Zustande der Erregung befindet, der jeden Augenblick bei der geringsten Beunruhigung Anlaß zum Kampf gegen die Fremden führen könne. China wird den Russen antworten, der chinesische Admiral habe die Wegnahme des Retschitelny" im Hafen von Tschifu durch die Japaner nicht hindern Fönnen. Ebenso könne die chinesische Regierung nicht hin. dern, daß einzelne Individuen sich den Japanern an schlössen. Die Verwendung japanischer Offiziere als In strukteure chinesischer Truppen sei keine Verlegung der Neu tralität.

Die Dolitik.

Der Landtag des Fürstentums Lippe ist einberufen, um über die durch den Tod des Fürsten Alexander notwendig gewordene Regelung der Regentschaft in Lippe Beschluß zu fassen. Eine Vorlage der Regierung ersucht die Volksvertre­ung, dem Entschlusse des Graf- Regenten zuzustimmen, die Regentschaft bis zur Fällung des Spruchs des Reichsgerichts weiterzuführen. Eine zweite Vorlage fordert die Zustim mung des Landtags zu dem zwischen dem Graf- Regenter und dem Fürsten Georg zu Schaumburg- Lippe abgeschlosse nen Schiedsvertrage.

oteje für sie eigentlich nur dann etwas Verlockendes haben würde, wenn mit ihr die Abschaffung der vierten Wagen­klasse verbunden wäre. So lange sie aber beibehalten werde, sollte wenigstens für ihre bessere Ausstattung insbesondere unter hygienischen Rücksichten gesorgt werden. Aber es meldeten sich nicht nur Gegner der vierten Klasse, auf der rechten Seite des Hauses erstanden ihr auch lebhafte Ber­teidiger. Nachdem dann noch der Etat des Rechnungshofes erledigt war, vertagte sich das Haus kurz nach 5 Uhr auf

Die Truppentransporte nach Südwestafrika haben durch den infolge der letzten Stürme eingetretenen Wasserstand im Hamburger Hafen einen Aufschub erlitten. Die beiden Transportdampfer Lulu Bohlen" und Hans Woermann" saßen auf Grund fest und konnten erst mit einsehender Flut abkommer

morgen.

Der Entwurf des neuen würtembergischen Volksschul­gesetzes sieht eine Aufbesserung der Lehrer und Lehrerinnen bor, und zwar durch Verkürzung der Vorrückungsfristen und durch Erhöhung der Säße der letzten Dienstaltersstufen. Bei den Schulstellen, mit denen noch der Meßnerdienst ver­bunden ist, soll die Trennung der beiden Dienste zum 1. April d. Is. erfolgen.

Hof und Gesellschaft.

Das Fest des hohen Ordens vom Schwarzen Adler wurde gestern im Schlosse zu Berlin feierlich begangen. Der Kaiser vollzog die Investitur von drei neuen fürstlichen Rittern des Ordens, nämlich des Erb­großherzogs von Mecklenburg- Strelit, des Herzogs Ulrich von Württemberg und des Herzogs von Anhalt, und sodann die der drei Generäle v. Langenbeck, v. Massow und v. Blessen.

Preussischer Landtay.

Haus der Abgeordneten.

RK Berlin, 18. Januar.

Schwankung der Temperatur, die uns dieser winter be­scherte. Man kann mit einigem Recht geradezu von Tem­peraturerzessen reden. Auch die stältevenung ist eine ganz anormale. Während in Sibirien ein ganz außerordentlic mildes Klima vorwaltet, wußten sich die auf strenge Tem­peratur in feiner Weise vorbereiteten Bewohner der ewigen Roma und des schönen Neapel vor Kälte nicht zit lassen.

( 120. Sigung.) Nach langen, schwierigen Verhandlungen und Kom­missionsberatungen, die sich zwei Jahre lang hingezogen haben, lag heute endlich das preußische Ausführungs­gesez zum Reichsseuchengeset dem Abgeord­netenhause zur zweiten Lesung vor. Bei den ersten Para­graphen, die von der Anzeigepflicht bei ansteckenden Krank­heiten handeln, war die Debatte rein sachlich und die Auf­merksamkeit gering. Sie wurden mit geringen Abände­rungen nach der Kommissionsfassung angenommen. Die Bedeutung und die Schwierigkeiten des Gesetzes konnte man zunächst nur aus der guten Besetzung des Hauses und aus der lebhaften Unruhe der sich im ganzen Saal verteilenden fleinen Gruppen schließen. Bald stellte sich auch heraus, wo der Stein des Anstoßes liegt. Als die Paragraphen an die Reihe kamen, die die Kostenfrage regeln, wurde bereits um 23 Uhr Vertagung beschlossen, um morgen in größerer Ausführlichkeit auf diesen Hauptpunkt zurückzukommen.

Von Flüchtlingen, die aus Südwestafrika in opstadt eingetroffen sind, werden über Henrik Witbeis Pläne Be­richte erstattet, die erkennen lassen, daß auch das englische Kolonialgebiet durch ihn bedroht ist. Danach hat Henrik allen Weißen den Krieg erklärt und verlangt, daß ihm alles Land zurückgegeben werde, das seinem Vater gehört habe. Dazu gehört auch ein Teil von Britisch- Betschuanaland. Tatsächlich fühlen sich die britischen Bewohner an der Grenze stark beunruhigt, und es sind schon Drohbriefe an die Ma­gistrate der Niederlassungen erfolgt. Schutz können die Be­hörden nicht gewähren, da ihnen die Macht fehlt. Dazu * kommt, daß an der ganzen Grenze hüben wie drüben herum­Streifende Hererobanden ein Räuberleben führen. Fortge­setzt wird von dort über Mordtaten berichtet, denen beson­ders eingeborene Viehzüchter und Boten zum Opfer fallen.

Oefterreich- Ungarn.

O Die Wahlbewegung in Ungarn hat bereits zu den her­kömmlichen Kämpfen geführt, und es wird auch schon der erste Tote registriert, der den Zusammenstößen zum Opfer gefallen ist. Als im Bezirk Nyarad Szereda der Kandidat der Regierung mit seinem Anhang zur Versammlung zog, wurde ein Gutsbesitzer, der sich im Zuge befand, niederge­schossen. In Tengelicz kam es zu einem regelrechten Feuer­gefecht zwischen einem liberalen Wähler und einem Gegner, das indessen unblutig verlief. In beide Ortschaften wurden Truppen entsendet.

frankreich.

Der böle Winter.

Die Folgen dieser Temperaturerscheinungen sind nicht ausgeblieben. Der jähe Wechsel brachte eine Influenza epidemie mit den Nachwehen, die manches Menschenleben gefordert haben.

Das Schlimmste aber ist, daß ein Ende der winterlichen Bosheit diesmal weit weniger schnell, wie sonst_in_not malen Zeiten, in Aussicht zu stehen scheint. Nach glaub­baften meteorologischen Untersuchungen steht zu erwarten, daß die Kälterückschläge nach dem Frühjahr zu an Häufig Teit und an Stärke eher wachsen, als abnehmen werden. Danach müßten wir uns darauf gefaßt machen, daß des böse Winter sich dem holden Lenz- Befreier mit besonderes Kraft diesmal zur Wehr sehen und noch mancherlei Unheil anrichten dürfte. Dr. B... n.

Aus dem Gerichtsfaal.

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Die zerstückelte auenleiaje, deren Auffindung seiner Zeit in einem Kanal auf Charlottenburger Gebiet so großes Cusschen erregte, bildete den Mittelpunkt des Prozesses, der gezen den Masseur Köhler vor dem Schwurgericht zu Berlin verhandelt wurde. Köhler ist angeklagt der fahr­ässigen Tötung der Frau Radatus und der Beiseiteschaffung Ses Leichnams. Mit ihm erscheinen drei Frauen und zwei Männer auf der Anklagebank. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit wurde für die ganze Dauer des Prozesses die Deffentlichkeit ausgeschlossen.

So arg, wie diesmal, hat der Winter der Menschheit lange nicht mitgespielt. Besonders überrascht hat er uns durch furchtbare Stürme, wie man sie lange nicht erlebte. Sie folgen sich mit einer Schnelligkeit, deren sich die viel ge­nannten ,, ältesten Leute" nicht zu erinnern vermögen. Als Wirkung dieser Stürme treten uns ganz eigenartige Unglücksfälle entgegen. So war durch die vom Winde ge= peitschten Wogen des Lornvand- Sees die das Ufer bildende Felswand unterwaschen, und an einem Sonntagabend stürzte sie plöglich mit furchtbarem Getöse in das Wasser. Als die entsetzten Uferbewohner aus den Häusern stürzten, sahen sie ein furchtbares Ungeheuer mit rasender Geschwindigkeit auf sich zueilen. Durch den riesigen Erdrutsch war eine 20 Fuß hohe Welle hervorgerufen, die einen wahren Verheerungszug über das Ufer unternahm. Ganze Höfe wurden fortgerissen. Ein halbes Hundert Menschen sind umgekommen, und ihre Leichen sind weit ins Land hinein fortgeschwemmt und liegen dort unter Schlamm und Geröll verborgen. Viele andere Personen sind mehr oder minder schwer verletzt, und der Verlust an Vieh ist kaum zu ersetzen. Dabei raste der Sturm so fürchterlich, daß die am anderen Ufer des Sees Woh­nenden ihren Landsleuten keine Hilfe bringen konnten, son­dern untätig das Unheil ansehen mußten.

Nach der Rückkehr des Präsidenten Loubet vom Be­gräbnis seiner Mutter ist die Demission des Ministeriums Combes prompt erfolgt. Die Minister führen die laufenden Geschäfte bis zur Ernennung ihrer Nachfolger weiter. In dem Schreiben, das Loubet die Demission ankündigt, legt Combes dem Präsidenten nahe, ein Kabinett von ähnlicher Färbung, wie das bisherige, zu ernennen.

Russland.

Nab und fern.

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Der Bergarbeiterstreik im Ruhrrevier hat sich weiter ausgedehnt, auch fiskalische Gruben sind in Mitleidenschaft gezogen. Ruhestörungen sind nicht vorgekommen. In der Konferenz der Zechenbesizer, die in Dortmund im Beisein der Vertreter der Regierung, Oberberghauptmann v. Velsen und Oberbergrat Baur, stattfand, wurden Vertreter zu einer gemeinsamen Sigung mit den Arbeiter- Vertretern gewählt. + Ein falscher Kronprinz Rudolf gab wieder einmal in der ungarischen Slowakei Gastrollen. Dort ist noch immer der Aberglaube verbreitet, daß Kronprinz Rudolf nicht ge storben sei, sondern als Reisender die Welt durchwandere. Dieses Märchen ist schon mehrfach von Gaunern ausgebeutet worden und erst wieder dieser Tage von einem Betrügen benutzt worden, um einem Bauernpaar 140 Gulden bar und einen kompletten Anzug herauszulocken. Zum Landwirk Georg Gregor fam ein junger Mann und ersuchte um ein Nachtlager; als er zum Abendessen eingeladen wurde, be­merkte er dann, daß er nur inkognito reise, um das Volk zu prüfen. Im Monat Mai werde er den Thron besteigen un die österreichischen Völker regieren. Dem erstaunten Paare sagte der Fremde, er werde es als Dank für die erwiesene Gastfreundschaft seinerzeit glücklich machen, nur dürfe der­zeit niemand etwas davon wissen, daß er hier weile. Nach­dem er drei Tage der Gast des Paares gewesen, loďte ec ihm das Geld und den Anzug heraus und verschwand. 318 spät erst merkten die Leute, daß sie das Opfer eines Schwind­lers geworden seien.

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Untergang eines deutschen Dampfers bei Madagaskar. Wie die Hamburg- Amerika- Linie mitteilt, ist der Dampfer Bengalia an der Küste von Madagaskar auf einen Felsen geraten und gesunken. Die Mannschaft ist gerettet. Das Schiff scheint dagegen leider verloren zu sein.

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Nach 28 Jahren zu Frau und Kindern zurückgekehrt ist ein Arbeiter aus zehoe, der infolge ehelicher Zwistig­feiten im Jahre 1876 das Weite suchte und seine Frau mib neun fleinen Kindern zurückließ. Die Frau schlug sich müh­sam aber redlich durch und erzog ihre Kinder zu recht­schaffenen Leuten. Während der ganzen 28 Jahre ließ ihr Mann, der als Knecht bei Bauern im Hannoverschen ar­beitete, nichts von sich hören. Jezt fam er als Siebzig­jähriger, der Altersrente bezieht, plöblich nach zehoe zurüc imd hat seine Frau aufgesucht. Die Frau verzieh ihrem Manne unter Tränen und nahm ihn wieder auf.

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Von zwei bisfigen Kettenhunden zerfleischt wurde ein zwölfjähriges Mädchen in der Nähe von Hohensalza. Die Tiere, die durch Unachtsamkeit des Wächters entkommen waren, packten das Kind, zerrten es aufs Feld und richteten es ganz entsetzlich zu. Das linke Ohr ist dem Kinde faft vollständig abgerissen worden, ebenso ein größerer Teil der Kopfhaut. Arme und Beine sind gräßlich zerfleischt, dazu ist noch ein Arm ausgerenkt. Zwei des Weges kommende Arbeiter entrissen das Kind den Bestien. Es liegt lebens­gefährlich verletzt danieder.

Auch an anderen Orten hat der Sturm im Verein mit der Flut seinen Kampf gegen das Land erfolgreich geführt, wenn dort auch keine so schrecklichen Begleitumstände zu ver­zeichnen waren. So stürzte bei Dover ein großes Stück der Uferwand ins Meer hinab. Diese ganz außerordentlichen Sturmfluten, mit denen der Winter die mitteleuropäischen Küsten heimsucht, haben begreiflicherweise auch eine ganze Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen veranlaßt. Die Sturmflut vom 7. Januar wurde zuerst durch die Berichte des meteorologischen Amtes in London angezeigt, aus denen hervorging, daß am 6. Januar abends über dem oberen Teil der Nordsee eine sehr tiefe Cyklone, d. h. ein wandern­der Wirbel um ein Gebiet außerordentlich niedrigen Luft­durcks gelegen war. Die Wetterwarten im äußersten Norden von Großbritannien zeigten einen jähen Sturz des Baro­meters, und der Sturm wuchs aus der Richtung von Nord­west im Lauf der Nacht zu einem Orkan an. Dieser Nord­westwind traf gerade zusammen mit der südwärts gehenden Flut in der Nordsee, und dadurch wurde die letztere in ihren Wassermengen und ihrer lebendigen Kraft außerordentlich verstärkt; ein Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Flut an der Themsemündung einige Stunden vor ihrer richtigen Zeit eintraf und mehrere Fuß über die Normalhöhe erreichte. Aber nicht der Wind allein, sondern auch die Luftdruck­berhältnisse waren für das abnorme Steigen der Flut ver­antwortlich zu machen. Zunächst veranlaßte der niedrige Barometerstand oben in der Nordsee das Anwachsen der Flut um etwa 1 Fuß, und als der Luftdruck dann innerhalb 14 Stunden wieder um den außerordentlichen Betrag von fast 30 Millimeter stieg, mußte die schnelle Vermehrung des Drucks wieder dazu beitragen, das Wasser der Gezeitenbe­wegung weiter nach Süden zu pressen und die Flut noch höher schwellen zu machen. Ein ähnliches Naturereignis, das auch unter sehr ähnlichen Witterungsverhältnissen vor sich ging, aber nicht eine so große Verbreitung annahm, hatte auch im Februar vorigen Jahres stattgefunden. An der ganzen Ostküste von Großbritannien ist der durch die Flut verursachte Schaden ein nicht geringerer gewesen, als an den deutschen Küsten. Es wird besonders hervorgehoben, daß er nicht der gewöhnlichen Gewalt des Windes allein zuzuschreiben sei, sondern der vereinten Wirkung von Sturm­und Flutwellen. Nach den Gezeitentafeln hätte diese Flut als dritte nach dem Neumond nicht einmal ganz einen bollen normalen Betrag erreichen sollen. Anstatt dessen er­reichte sie fast Meter über der erwarteten Höhe, und der Unterschied zwischen ihr und der darauffolgenden Flut be­trug sogar über zwei Meter. Nur zweimal ist im 19. Jahr­hundert diese Fluthöhe übertroffen worden, einmal im Jahr 1883 und das zweite Mal im Jahr 1810.

A Die von den Putilowschen Werken ausgehende Be­wegung unter der Arbeiterschaft gewinnt an Ausdehnung. Auch in dem Newsky- Schiffsbauwerke und in dem sog. Fran­zösisch- Russischen Werke( der früheren Bairdschen Fabrik) ist die Arbeit niedergelegt, und an die Verwaltung sind die gleichen Forderungen gestellt, wie in den Putilowschen Wer­ken. Unter den Bahn- und Arsenalarbeitern und im Hüt­tenwerken macht sich Gährung bemerklich. Die Polizei ver­hält sich abwartend; dem Priester Gapon, der die Bewegung leitet, und den Arbeitervertretern ist vom Polizeihauptmann die Zusicherung erteilt worden, daß sie nicht behelligt mer­den sollen. Die Lage gilt als ernst. Es sind auch schon schwere Ausschreitungen vorgekommen. So wurde in Kre­mentschug dem Polizeimeister von einem Arbeiter eine Flasche mit Schwefelsäure ins Gesicht geworfen, die dem Beamten das Augenlicht raubte. Es handelte sich dabei um einen Racheaft, weil bei den letzten Arbeiterunruhen die Verhaf­teten im Gefängnis durchgepeitscht waren.

Deutfcher Reichstag.

( 121. Sigung.)

CB. Berlin, 18. Január. Den Mittelpunkt der zweiten Beratung des Etats für das Reichseisenbahna mt, die heute auf der Tages­ordnung stand, bildete der Abschluß einer Betriebsmittel­gemeinschaft zwischen Preußen und anderen Bundesstaaten. Es wurde von allen Seiten dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die Verhandlungen, die zur Zeit über diese Angelegen­heit schweben, zu einem gedeihlichen Ende kommen möchten. Es waltet allgemein die Ueberzeugung ob, daß ein solcher Schritt vorwärts auf dem Wege zu größerer Einheit im Eisenbahnwesen große Vorteile im Gefolge haben würde, wenn auch der Grad des Optimismus bei den verschiedenen Rednern verschieden war. Manchem erschien eine Tarif­reform ebenso wichtig, wenn nicht gar wichtiger, als die Be­triebsmittel gemeinschaft, und andere ließen erkennen, daß

Auch ins Binnenland hinein hat der Sturm seine Wucht geltend gemacht. Ist doch der seltene Fall zu verzeichnen gewesen, daß auf einer österreichischen Eisenbahnstrecke ein ganzer Lokalzug in den Törlbach hinabgeweht tourde.

Ungewöhnlich, wie die ungeheure Windbewegung, ist die

Tages- Chronik. Marconi, der Erfinder der drahtlosen Telegraphie, hat sich mit der Prinzessin Chiarita Ruspoll berlobt. Ein schwerer Sturm, der an der französischen Mittel­meerfüste mütete, hat dort viele Schiffsunfälle verursacht.

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mn Gibt's ein nasses oder trockenes Jahr? Das ist eine Frage, die jeden Landwirt interessiert und auf die die Wissenschaft sich bemüht, Aufschlüsse zu geben, bisher aber ohne sicheren Erfolg. Das jetzt vergangene Jahr hat sich bekanntlich durch einen ungewöhnlichen Mangel an Nieder­schlägen ausgezeichnet, obgleich das Jahr 1902, zwar nicht in Deutschland, aber doch in anderen Teilen Europas, mach dieser Richtung hin noch darüber hinausgegangen ist. Aus den Wetterbeobachtungen kann man entnehmen, daß die Dürre des vorigen Jahres in Zusammenhang gestanden hat mit einer weit geringeren Häufigkeit von Zyklonen und auch bon Gewittern. Es wird mit ziemlicher Sicherheit vermutet, daß feuchte und trockene Jahre in einer bestimmten Gruppie­rung einander folgen. Auf das sehr nasse Jahr 1872 kamen zwei Jahre, in denen die Niederschläge unter dem Durch­schnitt blieben. Dann sett 1875 eine Periode von 9 Jahren ein, die alle mehr Regen hatten, als nach der Mittelzahl der langjährigen Beobachtungen anzunehmen gewesen wäre. Andererseits ist es nun eine recht auffallende Tatsache, daß Seit 1888 ganz regelmäßig auf ein feuchtes Jahr zwei trockene gefolgt sind. Die sechste dieser Gruppen würde voll werden, wenn das Jahr 1905 wieder trocken ausfallen würde. Die Ursachen dieser Gruppierung feuchter und

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