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verwundet wurden. In Warschau sind eine Anzahl Edelleute in ihren Wohnungen interniert, weil sie den Pro­test gegen den Beschluß des Ministerrates, betreffend die Reformen in Polen, unterschrieben haben. In Kre= mentschug in Süd- Rußland wütet eine mächtige Feuers­brunst, die von streifenden Arbeitern verursacht ist. Ein ganzes Stadtviertel ist bereits abgebrannt. Auf den Straßen spielten sich furchtbare Szenen ab. In Mo 3= fa u tagte ein von bäuerlichen Vertretern aus 22 Gouver nements beschickter Kongreß des Bauernverbandes, der eine konstituierende Versammlung, allgemeines Stimmrecht, Er­weiterung des bäuerlichen Landbesitzes und unentgeltlichen, obligatorischen Elementarunterricht forderte.- In den Ostsee provinzen herrschen anarchische Zustände. In Kurland sind 22 Gemeindeverwaltungen von den Bauern geplündert, die Reservisten Listen vernichtet und die Staats­gelder geraubt. In Livland wurden Güter überfallen, meh­rere Gutsbesitzer sind ermordet. Türkei.

** Durch die Geständnisse des verhafteten Belgiers Joris ist jetzt ziemliche Klarheit über das Attentat auf den Sultan verbreitet worden. Joris sagte, daß die in einzelne Teile zerlegte Maschine an die Filiale der Singer- Kompagnie in Konstantinopel eingeschmuggelt wurde, während das Dyna mit in kleinen Paketen mit bulgarischen Dampfern aus Varna kam. Nur dem Umstande, daß der Sultan auf der Rampe durch den Scheit ul Islam, der ihm eine Bitte vor trug, aufgehalten wurde, verdankte er seine Errettung. Das Uhrwerk wurde von einer bulgarischen Armenierin, Roso Vayn, in Bewegung gesetzt. Dem Joris ist als Kronzeuger völlige Straffreiheit und eine Belohnung von 20 000 Pfd zugesichert.

Amerika.

** Die Abtretung der dänisch- westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten wird nerdings wieder mit größerer Initiative betrieben. Man beabsichtigt, eine Abordnung aus der Bürgerschaft der Inseln nach Kopenhagen zu entsenden, um die dänische Regierung zur Abtretung der Inseln zu be­stimmen. Als Hauptgrund soll die wirtschaftliche Verschlech­terung der Lebensbedingungen angeführt werden.

Hof und Gesellschaft.

*** Das Kaiserpaar unternimmt von Wilhelmshöhe häufig Ausflüge zu den umliegenden schönen Punkten, bei denen die kleine Prinzessin die Eltern meistens begleitet. So wurde dem Essigberg ein Besuch abgestattet und dort das Souper im Freien eingenommen. Zur Tafel werden oftmals Herrschaften aus Cassel und der Umgegend geladen.

** Der Kaiser von Oesterreich, der ursprüng­lich den König Eduard von England auf dem Bahnhof in Ischl erwarten wollte, hat sich, um die Intimität beider Monarchen zu dokumentieren, entschlossen, seinem Gaste bis Gmunden entgegenzufahren.

Kunft und Wissenschaft.

Felssturz am St. Bernhard. Infolge eines großen Felssturzes wurde die Straße über den Großen St. Bern­hard an fünf Stellen zerstört. Auch eine Brücke stürzte ein, so daß der Verkehr unterbrochen wurde.

Eisenbahnunfall. In Holzkirchen wurden beim Um­stellen von Personenwagen durch ein Versehen drei nach Schliersee bestimmte Wagen auf einen gebremsten Waggon aufgestoßen. Dabei wurden sieben Reisende verwundet, zwei trugen anscheinend schwere Verlegungen davon.

Explosion eines Automobils. Zwischen Helmstedt und Süpplingen im Braunschweigischen explodierte der Benzin­Behälter eines einem Molkereipächter gehörigen Automobils. Die drei Insassen des Wagens wurden schwer verletzt.

Ueberfall durch) Tunnel- Arbeiter. Vier kroatische Ar­beiter, die am Tunnelbau Teterchen- Hargarten im Elsaß be­schäftigt waren, überfielen in räuberischer Absicht den Zahl­meister und den Ingenieur des Vaues. Die Ueberfallenen wurden durch Messerstiche und Revolverschüsse tödlich verlegt, und der Zahlmeister starb bald darauf an den erhaltenen Wunden. Den Räubern fiel die Summe von 15 000 Mark in die Hände, mit der sie entkamen.

Das gelbe Fieber. In New- Orleans greift allen be hördlichen Maßnahmen zum Troße das gelbe Fieber fort­gesetzt um sich. Es werden immer neue Erkrankungen fest­gestellt, und die Todsefälle mehren sich.

Blitzschlag in einen Straßenbahnwagen. Bei einem schweren Gewittersturm in Newyork wurde ein von hundert Personen besetter Straßenbahnwagen vom Blitz getroffen. Es entstand eine Panik, und bei dem Hinausdrängen aus dem Wagen wurden neun Personen schwer verletzt. Auch an anderen Stellen hatte das Unwetter Todesfälle und Ver­legungen von Menschen im Gefolge.

MO Vorsicht bei Haarfärbemitteln. Eine Anzahl von chemischen Produkten aus dem Pflanzenreich sind geeignet, auf der menschlichen Haut Krankheiten hervorzurufen. Zu den organischen Verbindungen dieser Klasse gehört auch ein von den Chemikern mit dem etwas unbequemen Namen falzsaures Paraphenylendiamin bezeichnete und neuerdings viel als Haarfärbemittel benutte, da sie zusammen mit sauerstoffgebenden Stoffen die vorher entfetteten Haare dunkel mit einem Stich ins Violette färbt. Mehrfach sind danach langwierige Hautenzündungen entstanden. Dr. Bo­hac berichtet jetzt in der Prager medizinischen Wochenschrift" über Beobachtungen, die er auf behördliche Anordnung mit einem solchen neuen Haarfärbemittel, Nucin, angestellt hat. Nach der chemischen Untersuchung enthielt es 1 Proz. jenes Paraphenylendiamin, dann 5 Proz. Wasserstoffsuperoxyd und ebensoviel Kalilauge. Es wurde ein Mann in die Klinik gebracht, der sich mit jenem Nucin den Bart und die Augenbrauen hatte dunkel färben wollen. Der erwartete Erfolg war zwar ausgeblieben, dafür aber war ein immer heftiger werdendes Jucken und Brennen an den behandelten Gesichtsstellen aufgetreten. Schon einen Tag darauf zeigte sich ein Ausschlag, ähnlich dem, wie er von Brennesseln her­vorgerufen wird. Dieser ging wieder zurück; jedoch blieben die Stellen bedeutend geschvollen. Ohne daß das Mittel nochmals versucht wurde, wiederholte sich der Nesselausschlag noch einmal, steigerte sich dann aber derart, daß das Opfer seiner Eitelkeit den Arzt befragen mußte. Erst nach vier­wöchentlicher Behandlung konnte er als geheilt entlassen werden. Noch ein anderer ähnlicher Fall stellte sich in der Klinik ein. Es muß demnach vor dem Gebrauch des Nucin dringend gewarnt werden, wie auch vor den meisten anderen Haarfärbemitteln.

Der Landwirt.

Verhängnisvoller Erdrutsch. Bei Spences Bridge an der Canadischen Pacific- Bahn ereignete sich ein umfäng licher Abrutsch von Erdmassen. Gegen dreißig Personen, meistenteils Judianer, kamen ums Leben. Durch die abge stürzten Erdmassen wurde der Thompson- Fluß vollständig gesperrt, so daß die Wasser sich stauten und die Eisenbahn überschwemmten.

Folgen des Spremberger Eisenbahnunglücks. Die Han. elskammer für die preußische Oberlausitz zu Görlitz hat eine Eingabe an den preußischen Eisenbahnminister beschlossen, in der beantragt wird, die Bahnstrecke Berlin- Görlig­Rauban m ihrem ganzen Umfang doppelgleisig auszubauen und ferner den Bezirk der Eisenbahndirektion Halle zu teilen und für den östlichen Teil eine eigene Direktion mit dem Sitz in Görlitz einzurichten.

Zwei Kinder bei der Automobilwoche totgefahren. Wäh­rend des zweiten Tages des Herkomer- Rennens, das die Strecke von Baden- Baden bis Nürnberg betraf, wurden in Herrenalb im Schwarzwalde zwei Kinder von einem an der Tourenfahrt teilnehmenden Automobil totgefahren. Die Schuld daran trägt die Sucht der Automobile, sich einander zu überholen, obwohl es bei dieser Fahrt gar nicht auf Schnelligkeit, sondern nur auf die Leistungsfähigkeit der Wagen ankommt.

dg Die Wintersaat. Mit den Vorbereitungen für die Wintersaat ist bei unserem Klima schon im August zu be­ginnen. Die Saat hat dann schon in der ersten Hälfte des Septembers zu erfolgen. Es können natürlich nur solche Felder im August vorbereitet werden, die frühzeitig genug abgeerntet werden, um schon eine genügende Bearbeitung zu ermöglichen. In erster Linie sind das Kleefelder, die nach dem ersten Schnitt eine Brachbearbeitung erhalten haben, Wicken und Erbsen, für die zwei bis dreimaliges Pflügen genügt, Raps, der nach dem Stürzen noch eine Saatfrucht erhält, Hanf und Lein, denen man bloß die Saat: furche gibt, dagegen ist es verwerflich, noch nach Kartoffeln, Runfeln u. s. w. Wintersaat zu säen, da eine kräftige Be stockung der Pflanzen vor Winter nicht mehr möglich ist In wärmeren Gegenden kann man die Saat bis in den November hinein ausdehnen und sie kann dort auch nock nach Kartoffeln, Runkeln, Zuckerrüben, Tabak ausgeführ werden.

Nah und fern.

Die Gräfin Montignoso in Florenz. In ihrem jezigen Wohnsize hat die frühere Kronprinzessin von Sachsen es ver­standen, sich eine große Volkstümlichkeit zu erwerben. Die städtische Vertretung von Florenz hatte ihr das Patronat über die städtische Klinik angetragen. Die Gräfin nahm das Amt mit Dant on, erklärte aber, daß sie den Wunsch habe, sich tätig um die Klinik zu bekümmern. Infolgedessen wurde sie zur wirklichen Präsidentin des Instituts ernannt.

Im Bade ertrunken. In Langeoog ertrank beim Baden der Pastor Neumann aus Essen. Es handelt sich dem An­schein nach um einen Schlaganfall.

Typhus in Rheinhessen. In mehreren rheinhessischen Gemeinden ist der Typhus ausgebrochen. Eine Anzahl öffent. licher Brunnen wurden geschlossen.

Konkurs eines Unterstützungsvereins. In Schweinfurt mußte der Bürgerliche Unterſtüßungsverein seinen Konkurs anmelden. Bei dem Ableben des Kassierers, Magistratsrats Gumbert, wurde ein Defizit von 64 000 Mark festgestellt. Der Kasse gehören meist kleinere Geschäftsleute an, die in traurige Lage geraten.

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der aufs Schild erhoben, denn man schreibt ihr neuerdings eine sehr bedeutsame Wirkung zu. Unsere Frauen sind un­ruhiger geworden, und die Handarbeit zwingt sie wieder zur Ruhe. Augenblicklich beschäftigen sich die Damen in ihren Mußestunden mit der Anfertigung englischer Loch­stickerei. Kragen, Krawatten, Jacken, ganze Kleider, selbst aus Taffet, werden mit dem Bindlochstecher bearbeitet. Selbstverständlich auch Taschentücher und Decken. Die Hand­arbeit hat auch einen neuen Reiz dadurch gewonnen, daß man wieder vielfach die Kleider mit selbstgefertigten Stickereien verziert. Die Lochstickerei oder auch Madeirastickerei, wie sie genannt wird, bietet dazu die beste Gelegenheit. Sie ist be sonders empfehlenswert, weil man sie mit ziemlich grobem Garn jetzt fertigt und weil sie die Phantasie Gelegenheit bietet, neue Muster zu entwerfen. Durch diese Eigenschaft zeichnet sich besonders eine Art Handarbeit aus, welcher die jungen Damen in England obliegen. Sie beschäftigen sich damit, Klapper- oder Eisdeckchen zu fertigen. Zu diesem Zwecke benußen sie die verschiedenen Blätter der Bäume ihres Gartens oder Parkes zum Modell. Auf weißem, der­bem Batist zeichnen sie ein Blatt auf. Meistens muß es ver größert werden. Den einfachen Stoff besticken die Damen mit farbiger Seide in Spizenstich so dicht und kunstvoll, daß man glaubt, das Deckchen bestehe aus besticktem Seiden­stoff. Languettenstich gibt ihm einen festen Abschluß. Die Zahl der verwandten Stiche ist ihrer Art nach Legion. Da sieht man Stopf- und Netzstich, die beliebten Spinnen-, Heren-, Gräterstiche und alle anderen, die eine lebhafte Phantasie ersinnen fann. Eine neuartige Arbeit hat ihren Ursprung in Frankreich. Dort appliziert man Blumen aus Cretonne auf ecrufarbene Leinwand oder auf andere Stoffe. Dazu wählt man einen hübschen Cretonne. dessen Zeich­nung weder zu blaß noch zu grell ist. Lilienmuster, Horten­sien oder Mohnblumen wirken sehr dekorativ. Man schneidet diese Blüten sehr sorgfältig mit ihren Blätter aus dem Stoff heraus und heftet sie auf die Leinwand. Alsdann stickt man die Konturen in denselben Farben mit starker Cordonnetseide aus. Aus den auf diese Weise getoonnenen Stoffen stellt man allerlei hübsche Kissen her. Die Arbeit hat den Vorzug, daß sie sehr schnell ausgeführt werden fann und den Augen wenig Anstrengung verursacht.- Große Damen besticken Seide oder dichte Gewebe in diesem Sinne und lassen sich Kleider daraus fertigen Für kleine Erschei­nungen sind die Musier zu groß- Die Kissen werden neuer­dings ohne Volant gearbeitet.

+ Um einen Wagen in den Tod. In Kornbach im Fichtel. gebirge brannten drei Häuser nieder. Der Besitzer des einen Anwesens wollte einen neuen Wagen retten und kam in den Flammen um. Sein Sohn liegt infolge des Schreckens lebensgefährlich darnieder.

Vandalismus auf dem Kirchhofe. In Brezenheim bei Kreuznach wurde durch rohe Bubenhände der Kirchhof bei nächtlicher Weile arg verwüstet. 67 Grabdenkmäler sind in brutalster Weise zerstört. Auf die Entdeckung der Urheber des Vandalismus ist von den Behörden eine Belohnung ausgesetzt.

Selbstmord aus Examensfurcht. In einem Walde bei Marburg wurde ein Student erhängt aufgefunden. Furcht vor dem Examen hat den jungen Mann in den Tod getrieben. Vom Zuge überfahren. In Galizien überfuhr ein Lokal­zug einen Bauernwagen. Der Bauer wurde getötet, und die Leiche blieb längere Zeit auf der Straße liegen. Dadurch gerieten die Bauern der Umgegend in Erbitterung. Sie stellten sich an der Strecke auf, bewarfen die Maschinisten des Zuges mit Steinen und hielten den Zug auf. Es dauerte lange, bis es gelang, die Bauern zu beruhigen.

Tages- Chronik. In Marienburg brachte sich der Semi­nar- Oberlehrer Dr. Mull mit einem Revolver tödliche Ver­letzungen bei, weil er bei Besetzung einer Direktorstelle über­gangen war.

In Braunschweig wurden von Einbrechern aus dem Kontor einer Lederfirma 4000 Mark gestohlen.

--In Neusalz a. D. wurde der praktische Arzt Dr. Bork wegen Vergehens gegen§ 218 des Strafgesetzbuchs ver­haftet.

Moderne Handarbeiten.

( Von unserer ständigen Korrespondentin.)

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In den Sommertagen auf dem Balkon, im Garten, im Wald, am Strand lär es sich so gut handarbeiten. So manche Ueberraschung für Weihnachten kann man hervor­zaubern, ohne sich im letzten Augenblick zu übereilen, wie es die Damen so gern tun. Emma Reichen.

Vermischtes.

= Ein Borgänger des Automobils. Schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts hat ein Zirkelschmied in Nürnberg, Hans Hautsch mit Namen, einen Wagen konstruiert, mit dem man ,, auf der Straße von selbst bergauf und bergab fahren konnte". Die Vorderachse war beweglich und durch ein Stangenwert lenkbar. Die hinteren Räder wurden durch ein verborgenes Räderwerk in Bewegung gesetzt. Auch der Signalapparat fehlte nicht; aber statt der Huppe" waren zu beiden Seiten Engelsfiguren angebracht, die Posaunen erschallen ließen. Der Wagen wurde so angestaunt, daß eine Abwehrvorrichtung sich als nötig erwies. Am Vorderteil hatte der Wagen einen Drachenkopf, der durch einen Druck des Fahrers Wasser spie! In diesem Wunderwagen fuhr Hautsch 2000 Schritt die Stunde. Der schwedische Gene­ralissimus Prinz Karl Gustav kaufte das Wunderwerk sür 500 Reichstaler und führte ihn bei seinem Einzuge in Stock­holm mit sich.

Es gab eine Zeit, da die Handarbeiten bei uns sehr in Ungnade gefallen waren. Unsere Mütter hatten ihr halbes Leben mit Sticheln und Sticken zugebracht. Die Aerzte lehnten sich dagegen auf, sie machten Front gegen die ge­bückte Haltung beim Sigen. Sie schrieben die zunehmende Kurzsichtigkeit der Frauen der übertriebenen Beschäftigung mit der feinen Handarbeit zu. Und die Töchter freuten sich dieser Abkehr, sie singen an zu radeln, Tennis zu spielen und ihr halbes Leben außerhalb des Hauses verbringen. Wollten früher die Töchter gebildeter an sich einen Nebenverdienst verschaffen, so fertigten e ganz heimlich Stickereien für Geschäfte an. Die neue Generation abe: mar praktischer geartet. Sie wollte nicht mit einem so färg­lichen Lohn zufrieden sein, sie ergriff mutig einen Beruf, der ihre geistigen Kräfte in Anspruch nahm, weil geistige Arbeit besser bezahlt wird. Nun aber plötzlich kommt eine Neat­tion. In allen groken Städten wird die Handarbeit wie.

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Ein Sträfling als Staatsbeamter. Ein Angestellter beim Gouvernement in Petrifau wurde als ein von der Insel Sachalin entflohener Sträfling erkannt und in Haft genommen. Er heißt eigentlich Michailow. In Petrikau wurde er auf Legitimationspapiere hin angestellt, die auf den Namen Kastelew lauteten. Er verwaltete sein Amt so tüchtig, daß er bald aufrückte. Als er kürzlich in dienstlichen Angelegenheiten nach Warschau geschickt war, wurde er dort erkannt und festgenommen. Die Papiere hat Michailow wahrscheinlich durch ein Verbrechen erlangt. Der richtige Kastelew, ein Beamter in Ljublin, war seit zwei Jahren spurlos verschwunden. Vermutlich hat Michailom ihn er­mordet und sich seiner Papiere bemächtigt.

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= Der Nobelpreis und der skandinavische Konflikt. Nobel, der Begründer des nach ihm genannten Preises, war Schwede, er bestimmte aber, daß die Verleihung des Frie­denspreises vom norwegischen Storthing geschehen solle, da­mit sich die feindlichen Brüder" näher kämen. Durch die Auflösung der skandinavischen Union macht sich jetzt die Frage geltend, wie es in Zukunft gehalten werden soll, ob der schwedische Storthing die Verleihung des von seinem Landsmann gestifteten Preises nicht von nun ab für sich beanspruchen wird.

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Eine Hochstaplerin. In Salzburg ist eine sehr vor­nehm auftretende Dame als Betrügerin entlarvt worden. Sie nannte sich Berta Freifrau von Schenk und erbat und erhielt in aristokratischen Kreisen Unterstützung, da sie sich auf Empfehlungsschreiben von Aristokraten und hohen geist­lichen Würdenträgern stützte, die sie auf betrügerische Weise erlangt hatte. Die Durchsuchung ihres Gepäcks ergab, daß sie auch Diebstähle in Juwelierläden ausgeführt hat. Auch fanden sich Mobilisierungspläne der schweizerischen Kan­tonsarmee Luzern, sowie Situationspläne von adeligen Landsißen aus der Umgebung von Salzburg. Die Hoch­staplerin ist als eine Frau Fahn aus Bunzlau in Böhmen rekognosziert.

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Eine unterirdische Schnellpost. In Chicago hat eine erfinderische Gesellschaft unter den Hauptstraßen eine Ga­lerie gebaut, in der die Postsachen befördert werden. Die großen Handelshäuser haben in ihren Souterrains Statio nen eingerichtet, und der Transport der Pakete von einem zum anderen geht sehr schnell vor sich, da die Hindernisse des Straßenverkehrs fortfallen. Auch Briefe und Postkarten werden befördert, und zwar mit Hilfe eines großen Rohr­postnetzes, das in direkter Verbindung mit Briefkästen steht, die ihren Inhalt regelmäßig in die Rohre der unterirdischen Galerie ausleeren. Die Generaldirektion der Post in den Vereinigten Staaten hat einen Vertrag mit der Chicagoer Gesellschaft geschlossen, um überall dieses unterirdische Post­system zur Anwendung zu bringen, das durch seine Einfach­heit und Schnelligkeit gute Dienste zu leisten verspricht.

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