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gestellt wurde. Nach Kitcheners Absicht sollten die enormen überschüssigen Kriegsvorräte anstatt nach England zurückver­schifft an Ort und Stelle verkauft und die Bedürfnisse der Offupationsarmee eventuell durch Rückkauf ergänzt werden. Auf diese Weise sollte der allgemeinen Nahrungsmittel- Teue­rung in Südafrika abgeholfen werden. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Verkäufe stets zu sehr niedrigen Prei­sen, zumeist an eine Lieferanten- Firma Meyer u. Co., die Rückkäufe von derselben Firma dagegen zu sehr hohen Prei­sen erfolgten, wobei der Bruder des Obersten Morgan- den Vermittler spielte und ungeheure Provisionen verdiente, so daß der Staat insgesamt um die eingangs erwähnte Summe geschädigt worden wäre. Oberst Morgan weist den Bericht Der Untersuchungsfommission als Verleumdung zurück, die Ueberzeugung von seiner Schuld ist aber allgemein.

Spanien.

Die Rückkehr des Königs von seiner Reise nach Frank­reich und England gestaltete sich zu einem großartigen Hul­digungsakt, an dem die ganze Madrider Bevölkerung spon­tanen Anteil nahm. Das ritterliche mutige Verhalten des jungen Herrschers bei dem Pariser Bombenattentat hat seine Volkstümlichkeit zweifellos bedeutend vermehrt. Die Ver­haftungen von Anarchisten, die mit dem Komplott gegen den König in Verbindung gebracht werden, dauern weiter an. In einem der Verhafteten, namens Jaime San Roman, ist der Polizei der Urheber des Anschlags auf den Polizei­chef von Barcelona im Jahre 1903 in die Hände gefallen. Skandinavien.

Die friedliche Lösung des schwedisch- norwegischen Kon­flifts scheint gesichert. Das Verteidigungsamt zu Christiania teilt offiziell mit, daß alle Gerüchte über eine Mobilisierung des Heeres und der Flotte Norwegens jeder Begründung entbehrten. Das war auch ohne weiteres vorauszusehen.

Afrika.

Ein förmliches Wettrennen nm Marokko will sich ent­spinnen. Nach Frankreich, Deutschland und England tritt jetzt auch Amerika mit einer Gesandtschaft auf den Plan. Zwar ist diese inoffiziell, aber darum nicht minder wichtig für die künftige Entwickelung der Dinge. Der Amerikaner Langermann, der mit dem Sultan von Marokko schon seit langer Zeit in Verbindung steht, wird mit Vertretern einer amerikanischen Finanzgesellschaft in Fez erwartet, um mit dem Maghzen über eine Anleihe zu verhandeln. Amerika­nisches Gold zur Auffüllung seines Finanzsäckels, das hätte sich der Sultan vor kurzem sicherlich noch nicht in seinen fühnsten Träumen erhofft, als noch Frankreichs Reform­programm" wie ein Damoklesschwert über seinem Haupte schwebte. Daß das deutsche energische Eintreten für das Prinzip der offenen Tür dem Lande einen neuen wirtschaft­lichen Aufschwung verbürgt, das haben die praktischen Ame­rifaner sofort erfannt und wollen für ihr werbendes Kapital sich zur rechten Zeit ein Plätzchen an der Sonne erobern. Inzwischen gehen die Antworten der Mächte auf die Ein­ladungen zur Konferenz über die Marokkofrage ein. Deutsch­land hat angenommen, ebenso Italien. Desterreich- Ungarn macht die Entsendung eines Vertreters von der Bedingung abhängig, daß sämtliche interessierte Mächte dem Vorschlag zustimmen. Da inzwischen der englische Gesandte Lowther eine ablehnende Antwort überreicht hat, so ist auch Dester­reich- Ungarns Annahme hinfällig. Auch Frankreich soll nach wie vor trotz aller freundschaftlichen Verhandlungen mit Deutschland gegen eine internationale Konferenz pro­testieren.

Russland.

+ Daß die Stellung der Polen sich in letzter Zeit gebessert hat und die Regierung sich bemüht, ihren polnischen Unter­tanen, wo es angeht, größeres Entgegenkommen zu beweisen, ist schon bei mehreren Gelegenheiten hervorgetreten. Noch nie aber mit solcher Deutlichkeit, wie dieser Lage bei einem Konzert in Wilna. Dort durften Lieder in polnischer Sprache gesungen werden. Zum erstenmal wieder seit 1862. Man kann sich denken, mit welcher Begeisterung dieses Zugeständ­nis von den Polen aufgenommen wurde. Daß derartige fleine Freundlichkeiten, die gar nichts kosten und zu nichts verpflichten, der Russifizierung der Polen mehr vorarbeiten, als ganze Brigaden von Kosaken, hätte man sich in Peters­burg längst sagen können.

Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser nahm an der Beisetzung des verstor­benen Fürsten Leopold von Hohenzollern in Sigmaringen teil. Am Sonntag wohnt der Kaiser in Hamburg, wo er auf der Jacht Hohenzollern" Wohnung nimmt, dem Rennen auf der Horner Bahn bei. Von Hamburg aus be­gibt sich der Kaiser nach Helgoland und von dort nach Cur­haben, um an der Segelregatta des Norddeutschen Regatta­bereins teilzunehmen. Wie es heißt, wird der Reichs­fanzler Fürst Bülow den Kaiser zur Kieler Woche begleiten. Auch in diesem Jahre hat der Kaiser eine Anzahl Gelehrte und Künstler zu einer Nordlandreise einladen lassen, die mittelst des Dampfers Meteor" von der Hamburg- Amerika­Linie stattfindet und vom 17. bis 30. Juni dauern soll. Der Kaiser stellte die von ihm reservierten Plätze auf dem Dampfer den betreffenden Gelehrten und Künstlern, die vom preußischen Kultusministerium ausgewählt sind, zu freier Verfügung.

Die Vermählung des Prinzen Gustav Adolf von Schweden mit der Prinzessin Margarethe von Con­naught hat in London stattgefunden. An der Feier nahmen eine große Zahl von Fürstlichkeiten teil, aus Deutschland der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Baden.

*** König Oskar von Schweden ist vom König von England zum Ehren- Admiral der britischen Flotte ernannt worden.

Deer und flotte.

Gefechtsfarben. Das Bestreben, den Gegnern möglichst wenig sichtbare Ziele für die weittragenden modernen Feuer­waffen zu bieten, führt in allen Armeen zur Abschaffung des blanken Materials und der ins Auge fallenden Farben bei der Felduniform. Aber auch die Kriegsfahrzeuge müssen eine feldgemäße Außenseite zeigen, um nicht aufzufallen. So werden in der österreichischen Armee von nun an zur Ver­minderung der Sichtbarkeit sämtliche eiserne Fahrzeuge, die die Pioniertruppe auf ihren Brückenwagen im Feld mit­führt( Pontons und Boote), statt des bisher üblichen schwar­zen Anstriches definitiv einen solchen mit olivengrüner

Farbe erhalten. Ebenso werden Erprobungen mit grauem Anstrich bei den Wagen der Gefechtstrains durchgeführt. Aus demselben Grund ist ein Erlaß zur Ausscheidung aller Schimmelpferde im Heere bevorstehend.

Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in Italien scheint nahe bevorzustehen. Wie Kriegsminister Perlotti in der Deputiertenkammer erklärte, ist die bezügliche Vorlage bereits ausgearbeitet.

Soziales Leben.

[] Zahnte nifer- Innungen haben sich mehrfach in Preußen gebiloct. Der Handelsminister hat mun in einem Erlaß angeordnet, daß diese Innungen aufgefordert wer­den. ihre Auflösung zu beschließen. Im Tolle einer Beige­rung sei Klage auf Schließung zu erheben. Da die Zahn­technifer einen Zweig der niederen Heilkunde ausübten, so feien sie dem Handwerferstande nicht zurechnen und könn­ten infolgedessen auch nicht zu Innungen zusammentreten.

Nab und Fern.

A Drei Menschen gereitet. Mit eigener Rebensgefahr rettete der gegenwärtig sich in Berg- Divenow an der Ost­see aufhaltende Zeugbauptmann Straube aus Niesa drei Menschen aus den Fluten der See. Diese hatten eine Se­gelpartie unternommen und ihr Fahrzeug war bei starkem Sturm gefentert.

A Zwei Kinder erstickt. In dem Dorfe Wiesenthal in Bommern spielten zwei Kinder in der Gemeinde- Sandgrube. Unerwartet lösten sich größere Sandmassen und begruben die Kinder unter sich. Sie konnten nur als Leichen hervorge­zogen werden.

Lebensgefährlich verletzt. Der weitbekannte Gelehrte Geh. Rat Professor Wernicke, Vorsteher der füniglichen Irren- und Nervenklinik zu Halle a. S., durchfuhr auf einem Fahrrad das Gera- Tal und geriet in der Nähe von Dörrberg unter ein Lastfuhrwerk. Die Räder gingen ihm über den Kopf. Er wurde lebensgefährlich verletzt in einen Gasthof gebracht.

Fürchterliche Explosion. In den Geschäftsräumen der Auerlicht- Gesellschaft in Brüssel entzündete sich das Kollodium im Benzinkeller. Die gleich darauf folgende Explosion rich­tete große Verwüstungen an. Der Hauptmonteur Blinden­berg blieb auf der Stelle tot, mehrere Arbeiter wurden schwer verletzt, so daß man an ihrem Aufkommen zweifelt.

Wetterschäden. In Frankreich und Belgien haben starke Gewitter große Verheerungen angerichtet. In der Umgegend von Paris sind die Anpflanzungen und Gärten auf weite Strecken hin zerstört worden. In mehreren Ort­schaften um Antwerpen verursachte der Blizz Brände. Zwei Personen wurden erschlagen. Ein großer Teil der Ernte ist durch Hagel vernichtet.

Katastrophe auf einem Kriegsschiff. Beim Manö­vrieren in der Nähe von Gibraltar explodierte auf dem bri­tischen Linienschiff Magnificent" die Patrone eines sechs­zölligen Geschüßes. Vier Offiziere und 14 Mannschaften erlitten Verwundungen, 11 davon sind sehr schwer verletzt. Op Die Opfer des Sturmes in Konstantinopel. Die Gesamtzahl der Opfer beläuft sich auf 12 getötete Personen und ungefähr 180 verlegte. Außerdem sind 30 Häuser ein­gestürzt, während etwa 100 Häuser größere und einige hun­dert Gebäude kleinere Beschädigungen erlitten haben. Der durch das Unwetter sonst angerichtete Schaden ist ziemlich bedeutend, aber vorläufig noch nicht genau festgestellt. Der Hagelsturoi am Pfingstmontag hat nur in Gärten und Fel­dern Schaden angerichtet. Außerdem wurden Tausende von Testerscheiben zertrümmert.

** Der Wert sachgemäßer Inserate. Ein reicher ameri­kanischer Geschäftsmann äußert sich über die Notwendigkeit der Reklame folgendermaßen:" In dieser Welt gibt es nur zwei Dinge, die sich nicht verbergen lassen: die Liebe und der Keuchhusten; alles andere kann auf ewig verborgen bleiben, wenn man nicht Reklame dafür macht. Die Franzosen sagen, daß eine Ware, die gefällt, schon halb verkauft sei. Sie sind rückständig. Wir Amerikaner sagen, daß eine Ware, die gute Reklame hat, zu neun Zehntel verkauft ist. Und wenn Sie etwas suchen, ist es nicht besser, tausend Augen suchen zu lassen, um es zu finden, als mit Ihren zwei Augen allein zu suchen?" Carnegie, der Stahlfönig, empfahl den Studenten von St. Andrews: Meine Freunde, wenn Sie in der Welt vorwärts kommen wollen, dann dürfen Sie nicht zu demütig und verborgen bleiben wollen. Man soll gewiß den Leuten keinen Dunst vormachen, aber es ist auch nicht schlecht, ein wenig Spektakel zu machen. Der Wettbewerb der europäischen Nation wäre für uns beängstigend, wenn sie so viel für Anzeigen und Reklamen ausgeben wollten wie wir."

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Der Trakehner Schulprozeß. Das Kammergericht hat die Wiederaufnahme des Schulprozesses bekanntlich angeord. net. Nachdem das Reichsgericht die Revision verworfen hatte, stellte Rechtsanwalt Sonnenfeld für Nickel den An­trag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Das wurde ab­gelehnt. Die Kosten mußten mit 5888 Mark bezahlt werden und wurden von der Rechtsschutzkasse des Deutschen Lehrer­vereins getragen. Der Verteidiger legte die Beschwerde gegen die Beschlüsse des Landgerichts ein. Darauf verfügte das Kammergericht das Aussetzen der Strafvollstreckung gegen Nickel und jetzt die Wiederaufnahme des Verfahrens, da eine Mittäterschaft Nickels ausgeschlossen sei.

§ Der flüchtige Pastor. Der steckbrieflich verfolgte, fürz­lich in Wien mit seiner Begleiterin, der 21jährigen Eleonore Hoppe, verhaftete Pastor Walter Kreusler aus Celle, wurde wegen falscher Meldung zu drei Tagen strengen Arrestes verurteilt und aus Desterreich ausgewiesen. Eleonore Hoppe erhielt 24 Stunden Arrest.

Vom Wunderdoktor Labmann. ( Eig. Bericht.) Dresden, 15. Juni.

Das Charakterbild des jüngst verstorbenen Dr. Lah­mann, des Begründers und Leiters des weitbekannten Sana­toriums auf dem Weißen Hirsch" bei Dresden, schwankt heftig im Urteil der Zeitgenossen. Himmelhoch von den einen als Wohltäter der leidenden Menschheit erhoben, ver­dammen die anderen ihn als Charlatan und Kurpfuscher.

Die Wahrheit wird auch hier, wie bei den meisten lebhaf diskutierten Dingen, in der Mitte liegen. Lahmann hat el allen Weltteilen und Berufsklassen zuzuführen. Auch konnt

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jedenfalls verstanden, seiner Heilmethode Anhänger au denticloffen, nach 20 er durchaus nicht als absoluter Gegner der zünftigen Medill fie nicht mehr zin betrachtet werden, denn er zog eine Reihe einwandsfreier fionärin intereffie fachwissenschaftlich ausgebildeter Aerzte heran, die Lahmann migrantenhause für ziemlich frei schalten ließ. Interessant ist es, was ein gee ein zweites Verh Danach bewahrte er sich in seinen Aussprüchen, seinem um zweiten Male Größenteils gingen seine medizinischen Ideen darauf hin. Arnt eines Präsiden aus, daß man magerer werden, sich minder reich nähren und 50 000 Dollars, alf

nauer Svenner seiner Persönlichkeit über ihn schreibt.

Wesen und seinen Paradoren eine absichtliche Originalität,

zu einer einfachen Lebensweise zurückkehren müsse. Er stu dierte in den Publikationen des Wieners Winterniß alle Ge

war seit Jahren brustfrank. Das verriet schon seine Er

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heimnisse der Kaltwasserkur und legte großes Gewicht aufhaltung seiner und Massage und Bewegungsfur. Sich selbst vermochte er aller ferner die Ausgabe dings nicht zu helfen mit seinen therapeutischen Ideen. Er Wicht uw, bom G scheinung, die leicht vorgebeugt, einen abgemagerten, dürren tellt: 65 740 Doll Körper zeigte, während in seinem von einem dünnen Bart 1140 000 für Diene umrahmten Gesicht fieberhaft die dunklen Augen leuchteten. tung, 80 500 für Seine Krankheit hatte ihn auch zur Medizin getrieben. Diese Kosten belau Bremen geboren, war er ursprünglich Ingenieur gewesen. für seinen eigenen Lungenkrank geworden, ging er zuerst nach Arabien, dann medung ziehen.

in die Anstalt Rücklis nach Veldes in Krain. Hier wurde

Präsident feinen

er ein Anhänger der Behandlungsweise, die Rückli erfunden nachen gezwunger

hatte. Er warf sich auf das Studium der Medizin und ver pflanzte die Veldeser Methode nach Deutschland. In einem ehemaligen Sanatorium hatte er zuerst mit seinen Plänen Mißerfolg, dann streckte ihm ein Fabrikant einen Betrag

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vor, mit dem er in sehr kleinen Verhältnissen im Weißen gewähren. Wahrid Hirsch" seine Anstalt begründete. Man nahm hier Luft- rhöhung bewilliger

bäder in einem schattigen Wäldchen, man erhielt milde

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Wasserkuren, und man hungerte. Selbst die Fastenvordines alten Hauses

Florentiner und 6 Bu Tage gefördert tief unter dem

schriften der verschiedensten Religionen führte Lahmann ins Treffen, um seine Absicht, daß die Menschen viel zu viel prosperierte. Lahmann war ein vortrefflicher Organisator und verstand es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er erfand Lahmann- Wäsche, Lahmann- Kleider, Lahmann­Kakao, Lahmann- Cakes, Lahmann- Speisen. Neben allerlei Torheit war immer auch ein Quentchen Wahrheit in seinen Anpreisungen. So ist der Weiße Hirsch" immer größer geworden als Naturheilanstalt. Lahmann hatte die Genug. tuung, daß seine Idee, die physischen Leiden der Menschheit seien vielfach durch Ueberernährung entstanden, von medi­zinischen Autoritäten anerkannt wurde; das machte ihn kühn, und er wagte in letzter Zeit Publikationen, die sehr dilettan­terhaft gegen die medizinische Wissenschaft polemisierten. Die Anhänger seiner Methode wuchsen aber von Jahr zu

Nahrung zu sich nehmen, zu bekräftigen. Das Institut 80 000 Mark bet

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In Abwefer Beigeordneter G Curschmann Es wurde

suchung seitens Schule entwachse Jahr, ebenso der ilmfang seiner Anstalt. Er erwarb große Bücher in die

landwirtschaftliche Güter zur Milch-, Eier-, Butter- und Gemüseproduktion, und sein Einkommen wuchs lawinen­haft. Lahmann zahlte eine der größten Einkommensteuer­quoten in ganz Deutschland und verlangte für seine Anstalt einen Preis von 13 Millionen Mark, als einmal Verkaufs­berhandlungen schwebten.

Nun hat er in verhältnismäßig jungen Jahren der Natur den Tribut zahlen müssen- ob sein Werk den bisherigen Glanz behalten wird? Oder ob mit dem Tode ihres Schöp­fers auch die Anstalt auf dem Weißen Hirsch" den Wandel der Zeiten erfahren muß? Unmöglich ist das nicht. Man braucht nur daran zu denken, was einst der Name Wäris. hofen" bedeutete, als Pfarrer Kneipp dort noch waltete und schaltete. Und heute nichts Ewiges gibt's auf der Erde.

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Kunft und Wiffenfchaft.

HM Photographie in natürlichen Farben. In der Aka demie der Wissenschaften zu Paris teilte Professor Lippmann mit, daß er bei seinem Verfahren des Photographierens in natürlichen Farben jüngst so erfreuliche Fortschritte zu ver zeichnen hatte, daß in absehbarer Zeit Papierabzüge der farbigen Platten zu gewärtigen seien.

HM Luftschiffahrt. Das neue Zeppelinsche Luftschiff unternahm seine erste Versuchsfahrt über den Bodensee. Mit einem Offizier der Berliner Luftschifferabteilung und zwei meiteren Herren bemannt, stieg es bei Manzell unweit Friedrichshafen auf, und nach drei Stunden erreichte es glücklich Romanshorn, auf der schweizerischen Seite.

OP Die Marskanäle. Der Marsforscher Percival Lowell hat einen großen Erfolg erzielt. Es ist ihm gelungen, die rätselhaften Linien auf dem Mars, die allgemein als Ra näle" bezeichnet werden, zu photographieren. Die Lowell­schen Aufnahmen sind auf der ihm unterstellten Sternwarte bei Flagstaff in Arizona gewonnen worden, die speziell für das Studium des Marsbildes errichtet worden ist. Man erhofft wichtige Aufschlüsse von den Lowellschen Arbeiten über die Natur der vielumstrittenen Marskanäle".

Vermischtes.

=[ Die belvynte Berliner Schuhmannschaft.] Eine bare Anerkennung ist der Schutzmannschaft in Berlin für ihr Verhalten und ihre besonderen Dienstleistungen bei den Festlichkeiten zur Hochzeit des Kronprinzenpaares zuteil ge­worden. Alle uniformierten und Kriminalbeamten, während der Festtage an dem Dienste teilnahmen, erhielten eine Zuwendung von 20 Mark.

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[ Der Simplon- Tunnel.] Die Fertigstellung Haupttunnels ist vor dem Monat Mai 1906 nicht zu erwar ten. Möglicherweise muß die Eröffnung wegen der Störun

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ges Späßlein häuslich eingerichtet hatte. Das seltene Ver­trauen des Tierchens wurde nicht getäuscht, denn das Spát­lein hat bei der Besizerin des anziehenden Hutes forgjame Pflege gefunden.

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=[ Eine Erinnerung an den Königsmord im Belgrader Für Kulturen find

Konak.] Eine Frau, die behauptet, die serbische Königs­tragödie miterlebt zu haben, befindet sich augenblicklich als Ausgeschlossene in einem Detentionsraum auf Ellis Island.

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700) R. vorgefeb

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Die Frau nennt sich Katherina Wagner- Löffler und er benden. Der Au zählt, daß ihre Wiege bei der alten Kaiserburg in Prag ge- auarbeiten und die standen habe. Sie sei bei verschiedenen hohen Herrschaften orgenommen werden. als Köchin bedienstet gewesen. Schließlich sei sie an den ser wird bewilligt.- 5

bischen Hof verschlagen worden, wo sie für die Königin