In den einzelnen Reden wurde die große soziale Kraft und Arbeitsfähigkeit des Christentums, die alle natürlich not. wendigen menschlichen Gesellschaftsgruppen durchdringe und auf eine große Verbrüderung der Menschheit abziele, her. vorgehoben.
Das Recht der frau.
Der Bund der deutschen Frauenvercine hat in seiner gegenwärtigen Danziger Tagung eine Reihe von Leitsäßen aufgestellt, die die Zukunftsforderungen der Frauenrechtle tinnen auf politischem Gebiet enthalten. Es wird von In teresse sein, sich diese Leitsätze, 6 an der Zahl, etwas näher anzuschen.
Der erste verlangt die völlige gesetzliche Gleichstellung der Frau mit dem Manne im Ehe- und Familienrecht. In der Erfüllung dieser Forderung erblicken die Frauenrechtlerin nen die Voraussetzung für die Entwickelung der Frau zur Staatsbürgerin".
Kretschmar auf der Jagd. Durch Unvorsichtigkeit ging das Gewehr des Dörnhöfer los, und die ganze Schrotladung fuhr dem Jagdgenossen in das Bein. Kretschmar wurde sofort in das Krankenhaus verbracht, war aber nicht mehr zu retten. Er starb an der erlittenen Verlegung.
Lustmord an einer Schülerin. Zwischen Bärwalde und Bellin bei Küstrin fand man an der Chaussee die achtjährige Frieda Lück aus Zellin ermordet. Das Kind war auf bestialische Weise mißhandelt und dann getötet worden. Der Mörder wurde noch am selben Tage verhaftet. Es ist der als Bettler umherziehende 26jährige ehemalige Fabrikarbeiter Paul Tauber aus Crimmitschau in Sachsen. Er hat bereits ein rückhaltloses Geständnis abgelegt.
Hier wird man positive und genau formulierte Vor schläge abwarten müssen, ehe man zu beurteilen vermag, au was der Leitsatz eigentlich abzielt. Mann und Frau, die miteinander eine Ehe eingegangen sind, werden vom Staat als in ihrem Willen einheitlich gerichtet angesehen, welcher Wille natürlich nur von einer Berson in verbindlicher Weise zum Ausdruck gebracht werden kann. Sind Mann und Frau verschiedener Meinung, so müssen sie nach Verständigung streben, die ihnen unmöglich schwer fallen kann, wofern e ihrer Ehe nicht an der notwendigen sittlichen Unterlage ge bricht. Die Meinungsübereinstimmung ist die natürlich Voraussetzung; denn sie haben einander doch nicht geheiratet neil ihre Neigungen und Wünsche auseinandergehen, son dern weil sie zum mindesten verwandt, wo nicht völlig gleich förmig sind. Trifft aber die Voraussetzung nicht zu, so is fein Grund erfindlich, daß der Wille der Frau vor dem des Mannes Geltung haben sollte. In der Regel ist der Mann älter und demgemäß erfahrener, in der Regel liegt auf ihm die Last der Familienerhaltung- es ist nicht abzusehen, weshalb ihm das herkömanliche Vorrecht der Bestimmung ab. genommen und der Frau übertragen werden soll. Einen solchen Tausch werden auch die Frauenrechtlerinnen gar nich beanspruchen, denn sie setzten sich damit ins offenbare Un recht. Sie würden in ihren eigenen Reihen keine Gläubi gen finden, die ein Frauenvorrecht da für angezeigt halten, wo sie ein Männervorrecht bekämpfen. So bliebe die Einsetzung einer besonderen Berufungsinstanz, an die sich Eheleute zu wenden hätten, wenn sie über eine Frage von Be lang, etwa Kindererziehung, Berufswahl für die Kinder usw.. sich nicht einigen könnten. Es ist einstweilen wohl noch nicht nötig, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie ein solcher Berufungsgerichtshof für Ehestreitigkeiten aussehen sollte. und wie eine Ehe nach Anrufung dieses Gerichtshofes aus: schen würde. Was aber die Gleichberechtigung der Frau in sonstiger privatrechtlicher, namentlich in besizrechtlicher Beziehung anlangt, so steht nichts im Wege, dies durch den Ehevertrag festzustellen. Je häufiger dies geschieht, je land: läufiger die berufsgewerbliche Tätigkeit der Frau wird, deste schneller wird die privatrechtliche Gesetzgebung diesen geänderten Verhältnissen folgen. Daß die Reihenfolge die umgefehrte sei, ist eine unbillige Forderung, die aller Rechtsentwickelung zuwider wäre.
Der zweite Leilsat verlangt, daß die Frauen von dem Rang subalterner Gehilfinnen des Mannes zu dem Rang gleichgestellter und verantwortlicher Mitarbeiterinnen auf dem Gebiet des Gemeindebürgerrechts erhoben werden.
Wieder ein Automobilunglück. Auf einer Vergnügungsfahrt, die Baron von der Leyen aus Düsseldorf mit dem Ehepaar Engels und dem in Bonn studierenden Studenten Walter Engels aus Barmen unternahm, platte ein Reifen des Automobils, infolgedessen sämtliche Insassen aus dem Gefährt geschleudert wurden. Hierbei erlitt der Student Engels einen mehrfachen Schädelbruch, was seinen Tod zur Folge hatte. Die übrigen Teilnehmer sowie der Chauffeur kamen mit geringen Verletzungen davon.
Im Schlamm erstickt. Bei einer Uebung des Stroh burger Trainbataillons auf dem Wallgraben in der Nähe des Kehler Tors ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Soldat Keune sank in einen mit Rehricht überdeckten Morast etwa zwei Meter tief ein und erstickte. Ein Kame rad, der ihn retten wollte, sank ebenfalls in den Sumpf und wurde nur mit Mühe gerettet.
Auch hier fehlt die verdeutlichende Darlegung der allgemeinen Forderung; man müßte sie denn in dem dritten Leitsatz finden, der die Frauen einladet, in den Kommunen an der Schulverwaltung, der Wohnungsinspektion und der ehrenamtlichen Aufsicht über alle städtischen Anstalten teilzunehmen, in denen Frauen und Kinder untergebracht sind. Darüber wird sich reden lassen. Der Anfang ist längst und in recht weitem Umfang gemacht. In der Kranken- und Armenpflege sind Frauen hervorragend tätig, auch in selbstän diger, maßgebender Stellung. Niemand will sie daraus verdrängen, niemand ihnen den Weg versperren, wenn sie ihre schätzbaren Dienste in noch höherem Maße der Gemeinwohlfahrt widmen wollen.
Erdbeben auf dem Balkan. In Gettinje wurden abermals fünf Erdstöße gespürt. In Skutari stürzten neuerdings fünf Läden ein. Auch sonst wurde viel Schaden angerichtet. Der Yildizkiosk in Konstantinopel wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, mehrere machehaltende Gendarmen famen um. In ganzen sollen über hundert Menschen der Katastrophe zum Opfer gefallen sein. Die Erdbewegungen dauern noch fort.
Recht dunkel lautet der vierte Leitsatz, der die Frau auffordert, bei den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten, bei den Schöffen- und Geschworenengerichten, im Richter- und Anwaltsberuf ihren Einfluß geltend zu machen". Soll das eine schamhafte Umschreibung des Verlangens der Zulassung zu den eben genannten Aemtern und Berufen sein, so wollen wir lieber die Schamhaftigkeit respektieren, als vordringlich erraten, was man uns verschweigen will.
Eine ganze Familie ermordet. In Neckargartach bei Heilbronn fand man die ganze Familie des Bäckermeisters Bullinger ermordet. Der Tat dringend verdächtig ist der Bäckergeselle Ernst Mogler, der seitdem verschwunden ist. Man glaubt, daß der Mord ein Racheakt ist.
Im fünften Leitsaz freilich wird die vorsichtige Reserve aufgegeben, wird ohne Umschweife das Frauen- Stimmrecht in Gemeinde, Kirche, Staat und Reich verlangt. Dazu wird im letzten Leitsab ausgeführt, daß erfahrungsgemäß die Frauen ihren Einfluß zugunsten des sozialen Friedens geltend zu machen und den allgemeinen Kulturinteressen mehr als den wirtschaftlichen Interessen zu dienen suchen.
Tages- Chronik. Die 6. Jahresversammlung des Allgemeinen deutschen Vereins für Schulgesundheitspflege ist in Stuttgart zusammengetreten.
Der Bund der deutschen Frauenvereine stimmt den Leitsätzen natürlich zu. Zwischen heute und morgen aber braucht man sich auf die praktische Durchführung noch nicht vorzubereiten. Der Weg der Entwickelung auf diesem Gebiet will langsam, sehr langsam und bedächtig beschritten werden. Ru große und zu heilige Interessen stehen auf dem Spiel, als daß man Experimente wagen dürfte. Was man im größe ren versucht, das muß schon vorher erprobt sein und sichere Gelingen versprechen.
Nab und Fern.
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Bei einer Kahnfahrt ertranken in der Wernow bei dem mecklenburgischen Städtchen Schwaan ein Ziegelei- Arbeiter und zwei Mädchen.
In Rudisleben bei Erfurt wurden durch ein Feuer, da ein mit Streichhölzern spielendes Kind verursacht hatte, vier große Anwesen zerstört.
Ein frauenmörder.
Der Herr Edulinipel griffsftubig.sa, Gauptmann. Schide Sie fie meden, ich be rerin, der Dorfälteft der und jagen sie in beginnen, und bei 2 falafenen Kinder h Nebenjache. Die S borschriftsmäßig m Sei vollzogen. [ Seirat per ben Fernsprechiapp mlbanien, statt. aanderen Orte bein
wärtigen Schwurgerichtsverhandlung der Oldenburger Justiz auszuleihen. Immid ist vor einigen Tagen bereits unter der Aufsicht mehrerer holländischer Polizeibeamten an das Oldenburger Gerichtsgefängnis ausgeliefert worden. Immick war vor etwa 20 Jahren Geschäftsführer einer Menagerie. Er gab im Jahre 1887 seine Stellung auf und machte sich auf die Wanderschaft, durchstreifte Ost- Friesland, Westfalen, Hannover, Braunschweig und den Harz und hat auf diesen Reisen eine Unzahl schwerer Einbrüche in Oldenburg, Aurich Leer, Emden, Osnabrück, Hannover. Braunschweig und Thale begangen, Einbrüche, die Ende 1888 zu seiner Verhaftung in Bremerhaven führten, und zwar gerade in dem Augenblick, als er einen zur Abfahrt nach Amerika bereit liegenden Dampfer besteigen wollte, um die in mehreren Koffern, Kisten und Kasten verpackten geraubten Gold- und Silbersachen sowie bares Geld in Sicherheit zu bringen. Damals wurde Immick, der wegen Diebstahls schon wieder. holt vorbestraft war, vom Schwurgericht in Aurich zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt, welche Strafe er 1903 berbüßt hatte. Sofort nach seiner Entlassung aus dem Ruchthause betrat Immick wieder die Verbrecherlaufbahn, die ihn jetzt unter der schweren Anklage des Doppelraubmordes vor das Schwurgericht geführt hat. Da er die ihm zur Last gelegte Tat bestreitet, wird die Oldenburger Staatsanwaltschaft einen umfangreichen Indizienbeweis gegen ihn zu führen haben.
( Von unserem Gerichtsberichterstatter.) Oldenburg, 17. Juni. ( Nachdr. verb.) Ein morgen vor dem hiesigen Schmurgericht beginnender Wordprozeß gewinnt durch die begleitenden grausigen Umstände ein besonderes Interesse, das durch verschiedene Umstände noch verstärkt wird. Der Angeklagte mußte nämlich von der holländischen Regierung gleichsamt ausgeliefert werden, um die Verhandlung zu ermöglichen.
Aus dem Gerichtsfaal.
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§ Die abgebissene Nase. Von dem Gerichte zu Capri wurde der bekannte Schriftsteller Hanns Heinz Ewers zu 13 Monaten und 7 Tagen Gefängnis und 1000 Lire Geldstrafe verurteilt. Er war in einem Restaurant in Capri mit einem ungarischen Architekten in Streit geraten, der in Tät lichkeiten ausartete. Dabei hatte Ewers seinem Gegner einen Teil der Nase abgebissen.
§ Der Huddeprozeß vor dem Reichsgericht. Der wegen Ermordung des Pfarrers Thöbes zum Tode verurteilte Schlächtergeselle Hudde hat Revision beim Reichsgericht eingelegt, ebenso sein wegen Einbruchdiebstahls zu sieben Jahren verurteilter Komplize Walter.
§ Ist„ Pokern" ein Glücksspiel oder nicht? Auch in Ol denburg hat ein Gericht das Pokern zum Glücksspiel geflempelt. Der Gastwirt Böschen in Delmenhorst hatte sich vor der Strafkammer in Oldenburg zu verantworten, weil er am 17. Februar d. J. als Inhaber einer Wirtschaft das Glücksspiel Pokern" gestattet habe. Der Angeklagte gab zu, daß die Gäste in seiner Wirtschaft pokerten, wobei die Sätze der Spieler 50 Pfg., vereinzelt auch 1 Mark und 1,50 Mf. betragen hätten. Nach dem Ergebnis der Verhandlung und der Beweisaufnahme erkannte das Gericht auf zehn Mark Geldstrafe.
Der Landwirt.
gi. Fortschritte im Kartoffelbau. Aus Amerika kommt die Kunde von der Entdeckung oder vielmehr der Züchtung einer neuen Kartoffelart. Wenn die Angaben sich bestäti gen sollten, hätte man es allerdings mit einem wesentlichen Fortschritt zu tun. Das Zuchtprodukt wurde von einem Landwirt in Montane erzielt. Die neue Kartoffelsorte soll sich durch die kolossale Größe der Knollen und durch das Fehlen von Blättern und Ranken von der gewöhnlichen Kartoffel unterscheiden. Man erwartet in landwirtschaftlichen Kreisen einen Umschwung in der ganzen Kartoffelkultur von der neuen Richtung.
[ Die Ehe bor einigen Mo einem Rabalier gleich, es sei be tragende Berm zu tun gewefer Finanzmann f der alternde bingung ein, 4 Laffen. Num e nachdem er di nicht daran, au Die Gräfin ger Galan meinter Brede, die Fi tigen. Es tou geboten, aber
dg Die Zucht von Perlhühnern. Für die gedeihliche Entwickelung der Perlhühner ist ein großer Hof mit weitem Auslauf notwendig. Die Perlhühner schweifen am liebsten in Held und Wiese umher und kommen nur zum Füttern und nachts zum Stall. Die Henne legt kleine Eier von seinem Geschmack, sucht aber das Ne im Freien zu verstecken. Man darf nur einen Teil der Eier ausnehmen, sonst legt das Huhn wo anders hin. Merkt man, daß es brüten will, so legt man, wenn das Tier gerade frißt, so viel Eier ins Nest dazu, wie man zu haben wünscht, ungefähr 15-20 Stück. Für die jungen Rücken streut man Grüße, geweichtes Brot, gehacktes Ei und nach einigen Tagen kleinen Weizen. Die Jungen wachsen sehr schnell heran. Man muß sie möglichst an den Hühnerstall gewöhnen. Perlhühnerbraten schmeckt sehr gut und ist leicht zu guten Preisen verkäuflich.
Am 12. Januar 1904 in früher Morgenstunde bemerkte man in dem Hause des Stellmachers Pickei auf der RosenStraße in Oldenburg Feuer, das schnell um sich griff. Der Brand hatte seinen Herd in der im Erdgeschoß befindlichen Gastwirtschaft der Witwe Meller, die mit ihrer 19jährigen Tochter Marie seit dem Tode ihres Gatten die Wirtschaft führte. Als die Heuerwehriente bis in die brennenden Wohnräume der beiden Frauen vorgedrungen waren, bot sich ihnen ein entsetzlicher Anblick. In einem Bette lag Frau Meller erstickt und verbrannt und über ihr die Tochter, ein blühendes Mädchen, ebenfalls tot. Man nahm zuerst an, das Fener sei durch Explosion einer Lampe entstanden. Es wurde die Meinung laut, die Kleider des Mädchens seien in Brand geraten und dieses hätte sich dann in Verzweiflung über die Mutter geworfen und deren Bett dadurch gleichfalls in Flammen gesetzt. Da die Frau jedoch an beiden Händen gelähmt war, so wären schließlich alle beide erstickt und verbrannt. Bei der Sektion der beiden Leichen fiel es den Aerzten auf, daß Frau Meller an der einen Schläfe eine sehr schwere Wunde aufwies, aus der frisches Blut gequollen war. Die Wunde konnte nicht durch Feuer entstanden sein. Ebenso waren die Schädel der beiden Frauen zertrümmert. In der Kammer wurde ein Beil aufgefunden, das nicht den Mellers gehörte und an dessen Breitſeite sich Blutspuren befanden. Nach alledem war es zweifellos, daß hier kein llnglücksfall, sondern ein Raubmord vorlag. Auch zeigte sich später, daß verschiedene Behälter beraubt worden waren. Der Mörder hatte wahrscheinlich nur einen Einbruch beabsichtigt, war dann aber von den erwachenden Frauen gestört worden und tötete diese durch Beilhiebe, worauf er, um die Spuren seiner Tat zu verwischen, das Haus in Brand setzte. Wäre das Feuer nicht rechtzeitig entdeckt worden, so wäre sicher die grausige Tat nicht ans Licht gekommen. Die angestellten Ermittelungen blieben zunächst erfolglos. Erst Ende Februar vorigen Jahres lief bei der Oldenburgischen Staatsanwaltschaft eine Mitteilung der holländischen Behörden ein, die den jetzt auf der Anklagebank sitzenden erwerbslosen Philipp Immick aus Eickel schwer belastete. Immick war fast unmittelbar nach dem Doppelraubmord in Oldenburg im Hotel Eldering" in Hengelo in Holland eingebrochen, wo er 200 GID. erbeutete. Bei seiner Festnahme fand die holländische Polizei eine Postkarte bei ihm vor, die Immick am Vormittag des 12. Januar, also am Tage nach der Mordnacht, von Bremen aus an seinen Hauswirt in Holland abgeschickt hatte. Er war also zur Zeit des Mordes ganz in der Nähe Oldenburgs gewesen. Ferner hatte man unter seinen Sachen, neben mehreren geladenen Revolvern auch eine Uhr mit Sette gefunden, die als Eigentum der Familie Meller refognosziert wurde. Wenige Tage nach dieser Entdeckung wurde Immick vom Königlichen Gericht in Almelo in Holland zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und in Haft genommen, so daß er vorläufig für die Oldenburgischen Behörden unerreichbar blieb. Die lange Strafzeit hätte möglicherweise ein Verwischen des Tatbestandes zur Folge gehabt und auf Grund einer Vereinbarung der deutschen Reichsregierung mit der holländischen wurde daher beschlossen. Immick für die Dauer der gegen=
Maffenvergiftungen. In der vergangenen Woche fand in Blomberg in Lippe- Detmold die lippische landwirtschaftliche Ausstellung statt, die von vielen Personen besucht wurde und deren Eröffnung Graf- Regent Leopold beiwohnte. Nach Schluß der Ausstellung erkrankten ungefähr zweihundert Personen, die in der Ausstellung Speisen zu sich genommen hatten, unter Vergiftungserscheinungen. Ein Mann ist ge storben, während eine Reihe anderer Personen schwer erkrankt darniederliegt.
Fünf Berglente getötet. Bei Harpfe in Hannover wurden auf der Braunkohlengrube Kleines Feld" fünf Bergleute durch niedergehendes Gestein verschüttet. Als man nach mehrstündiger Tätigkeit zu der Unglücksstelle vordrang, fand man alle fünf als Leichen.
Auf der Jagd erschossen. Der bayerische Landtagsabgeordnete Dörnhöfer von Zeckenmühle war mit dem Privatier
Vermischtes.
=[ Billiger Wein.] Am Bahnhof in Hagen, Westfalen, war eine Weinsendung angekommen, von der ein Fuder auf dem Transport beschädigt worden war. 1000 Liter Uerziger ergossen sich auf die Straße, und von allen Seiten liefen Erwachsene und Kinder herbei, um den guten Tropfen in Eimern, Kesseln und Tassen, selbst in Hüten aufzufangen. Viele Jungen lagen platt auf der Erde, um den Trank zu schlürfen.
[ Zeitgemäßer Fortschritt im Schmugglerwesen.] An der belgischen Grenze bemerkte ein französischer Grenzaufseher einen Kraftwagen, der unter Umgehung des Zollamtes über die Deulebrücke bei Warneton auf französisches Gebiet zu gelangen suchte. Der Beamte suchte dem vorzubeugen, indem er eine Holzbank quer über die Brücke legte, allein das Gefährt überwand das Hindernis und eilte Deulemont zu. Durch Signalschüsse benachrichtigt, sperrten die dortigen Zollwächter nunmehr den Weg durch einen großen Futtertrog, gegen den der Wagen anrannte. Er wurde beschädigt, fuhr aber noch 500 Meter weiter. Als die beiden Insassen sich gefangen sahen, sprangen sie ab und ließen das Automobil im Stich. Es enthielt für 9000 Franken eingeschwärzten belgischen Tabak.
=[ Die Bevölkerungszahl Schwedens.] Die Einwohnerzahl des Königreichs betrug nach einem anläßlich der Wahlen zur Zweiten Kammer eingereichten Bericht des Statistischen Zentralbureaus Ende 1904 5 260 811 Personen, davon 2 693 877 weiblichen und 2 566 934 männlichen Geschlechts. Gegen das Vorjahr vermehrte sich die Bevölkerung um 39 520 Personen.
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[ Russische Beamtensitten.] Eine niedliche Geschichte wird russischen Blättern aus dem Kirchdorfe Tschernia bei Tschernigow berichtet. Es ist Mitternacht. Die Lehrerin schläft. Der Priester, der zugleich Schulinspektor ist, schläft auch. Da fährt plöblich mit vier Pferden der Landhauptmann ins Dorf und klopft bei dent Priester an:„ Kann jetzt die Schulprüfung stattfinden?"" Schulprüfung? Jezt?"
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