Großes Aufsehen erregt in politischen Kreisen die Berufung des Fürstbischofs Kopp von Breslau nach dem Reichslande zum Kaiser. Der Fürstbischof, der gerade eine Neise zur Firmung nach Oppeln antreten wollte, mußte diese infolge des kaiserlichen Rufes verschieben. Man ist geneigt, die Berufung des Fürstkischofs Kopp mit der Tatsache in Verbindung zu bringen, daß der Bischof Benzler von Met zur kaiserlichen Hoftafel geladen war, indessen eine Reise cn. getreten und der Einladung keine Folge gegeben hatte.
Oefterreich- Ungarn
Eine diplomatische Aktion wird vom Grafen Golu chowski in Bezug auf die Ausweisung polnischer Arbeiter aus Preußen in die Wege geleitet Er kommt damit dem Andrängen des Polenklubs nach der schon seit langerem ein Vorgehen in der angedeuteten Richtung verlangt.
Rufeland.
Die Stimmung in Rußland verdichtet sich wieder zu alarmierenden Berichten. In den aristokratischen Kreisen Petersburgs wird viel über einen geheimnisvollen Anschlag gegen den Zarewitsch gemunkelt Wie erzählt wird, habe die Kaiserin die Amme des kleinen Thronfolgers dabei überrascht, daß sie ihn in ein kochendes Bad legen wollte. Darauf. hin ist das gesamte Personal des Barewitsch entlassen. Diese Gerüchte haben die Besorgnisse noch verschärft, die wegen der russischen Maifeier in Petersburg und Moskau herrschten. Es ist davon die Rede, daß im Rumjanzew- Walde sich Ar. beiter im Bombenwerfen und im Schießen geübt hätten. Viele Bürger haben aus Besorgnis vor blutigen Zusammen. stößen Petersburg verlassen. In Odessa ist im Matrosenviertel eine Werkstatt zur Herstellung von Bomben entdeckt.
Afrika.
* Der Sohn des marokkanischen Prätendenten Bu- Hamama hat sich nach Udjida begeben und ist dort von Ver tretern des Sultans auf das Herzlichste empfangen worden. Man nimmt diese Tatsache als einen Beweis dafür, daß BuHamama geneigt ist, mit dem Maghzen sich ins Einverneh men zu sehen.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser ist in Schloß Urville eingetroffen, wo schon eine kombinierte Kompagnie des Königs- Infanterieregiments Nr. 145 als Wachtkompagnie eingerückt ist. Auf der Fahrt nach Urville, die im Automobil erfolgte, hatte der Kaiser noch mehrere Forts besichtigt. Vor seiner Abfahrt von Metz hörte der Kaiser den von der Gesellschaft für Lothringische Geschichte und Altertumskunde veranstalteten Vortrag von Volksliedern, die seinen größten Beifall fanden.
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Der deutsche Kronprinz ist zum Besuch seiner Braut in Schloß Rabensteinfeld eingetroffen. Aus München kommt zur Hochzeit des Kronprinzen der Prinz Rupprecht von Bayern, aus Stuttgart ist Herzog Albrecht von Württemberg angemeldet.
*** Prinz Eitel Friedrich von Preußen reiste von dem englischen Landsiz Esher, wo er als Gast des Herzogs bon Koburg weilt, nach London, wurde dort vom Könige von England empfangen, nahm am Luncheon der königlichen Familie teil und besuchte sodann mehrere Museen.
Das Land der Ehrenfabel.
( Nachdr. verb.)
Budapest, 12. Mat.
Hus den Parlamenten.
Die Bertagung des Reichstages scheint zu einer ständigen Einrichtung werden zu sollen. In parlamentarischen Kreisen erzählt man sich, daß auch diesmal wieder kein Schluß der Reichstagsieision erfolgen, sondern eine Bertagung bis zum Herbst eintreten werde. Sollte dieses Gerücht sich bewahrheiten, so würde die laufende Session einen Zeitraum von drei Jahren umfassen.
Das preußische Herrenhaus hält seine nächste Sigung am Montag, den 29. Mai, nachmittags 2 Uhr. ab
Preufsifcher Landtag.
Haus der Abgeordneten.
RK Berlin, 13. Mat. ( 180. Sigung.) Durch die beschäftigungslosen" Neichstagsmitglieder verstärkt, bot das Haus heute einen stattlichen Anblick. Das Interesse galt nich tden ersten fünf„ kleineren Vorlagen". sondern dem Gesezentwurf über die Verwaltung gemein schaftlicher Jagdbezirke. Zahlreiche Abände rungsanträge von rechts und aus dem Zentrum lagen vor und immer noch gingen neue ein. Nachdem der Minister b. Podbielski zur Einigkeit gemahnt hatte, damit end lich ein Resultat zustande käme, wurden die meisten Anträge abgelehnt oder zurückgezogen und das Gesetz im wesent lichen nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen Zum Schluß fand noch die dritte Lesung der Sekundär. bahnvorlage statt, die ohne wesentliche Debatte und bor immer leerer werdenden Bänken erledigt wurde. In der nächsten Sitzung, am Montag, kommen dritte Lesungen und ,, Kleinigkeiten" auf die Tagesordnung.
Nab und Fern,
Eine studentische Bewegung gegen das Duell ist an den Hochschulen in Wien zutage getreten. Studenten aller Fakultäten der Universität und der Technischen Hochschule haben einen Aufruf an die Kommilitonen erlassen, in dem sie das Duell als eine Einrichtung hinstellen, die schädlich sei und feine befriedigende Lösung von Ehrenhändeln biete. Sie wollen daher in dessen Stelle einen Ehrenrat setzen, dessen Anrufung jedem freistehen solle.
Verschollener Dampfer. Schwere Sorgen hegt man um den Hamburger Dampfer Marseille", Kapitän Ahlborn. Das Schiff ist bereits am 16. März von Carthagena nach Hamburg in See gegangen und hat bis heute seinen Bestimmungsort nicht erreicht, ist auch nirgends gesichtet worden. Man muß annehmen, daß der Dampfer mit der ganzen Besatzung untergegangen ist.
Die Stantskrippe. In Frankreich macht der Fall berechtigtes Aufsehen, daß ein Professor der medizinischen Fakultät zu Lille und ein höherer Offizier sich darauf eingelassen haben, gegen eine Kommission von 500 000 Franken einem Bankhause die Konzession der für ein neues Sanatorium bestimmten Lotterie im Betrage von 8 000 000 Fr. zu beschaffen. Die beiden sind natürlich gemaßregelt worden, aber doch erst, nachdem sie und andere sich an der Staatsfrippe auf Kosten der Allgemeinheit gesättigt haben.
Fahrzeuges Joven Teresa" flüchtete in einem Boot und wurde von dem Postdampfer„ Ciudad de Mahon" geborgen. Die Joven Teresa" selbst wurde von den Seeräubern weg.
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A Wüste Szenen ereigneten sich bei der Freilassung Nan Pattersons aus dem Gefängnisse zu Newyork. Die frühere Choristin, die wegen Ermordung ihres Geliebten angeklagi mar, aber freigelassen werden mußte, da sich die Geschwo. renen auch diesmal nicht über den Wahrspruch zu einigen bermochten, wurde am Tor des Gefängnisses von Tausenden empfangen, die ihr die Hand schütteln wollten. In gerichtlichen Kreisen wird diese Verherrlichung einer mutmaßlichen Verbrecherin stark getadelt. Nan Patterson aber versteht es, durch ihre Persönlichkeit alles, auch die Geschworenen, zu faszinieren.
Tages- Chronik. Durch Einbruch wurden aus einem Ma gazin in Bad Gastein 285 Dynamitpatronen und 200 Sprengkapseln gestohlen.
O Die Tat cines Blödsinnigen hätte ums Haar in Dänemark ein schweres Unheil angerichtet. Auf der nordseeländischen Eisenbahn lief ein Personenzug auf einen Güterzug. Zum Glück konnten die Lokomotivführer noch rechtzeitig soviel Gegendampf geben, daß der Zusammenstoß ohne Verlust an Menschenleben abging und nur die Maschine des Passagierzuges und einige Wagen beider Züge zertrümmert wurden. Der Zusammenstoß war durch eine falsche Weichenstellung veranlaßt. Die Untersuchung hat ergeben, daß ein Llödsinniger Knabe im Alter von 14 Jahren, der als harmlos gilt und daher unbeaufsichtigt herumlaufen darf, in einem unbewachten Augenblick die Weiche umgestellt hatte. † Der Kopf des Räubers. Aus Palermo wird berichtet: Bor einiger Zeit wurde in einem Walde bei Castronovo ein Menschenkopf gefunden, der als der Schädel des berüchtigten Räubers Varsalona erkannt wurde. Bald darauf fand man auch den dazu gehörigen Rumpf. Jetzt hat sich nun bei der Polizeibehörde von Palermo der Mörder des gefürchteten Briganten gemeldet: es ist ein Bauer namens Giuseppe Mercadante. Mercadante und sein Bruder kannten Varsalona seit längerer Zeit und hatten ihn, als er von der Polizei scharf verfolgt wurde, in ihrem Hause versteckt. Als er sie aber mit unverschämten Forderungen belästigte, schlugen sie ihn am 7. Dezember 1903, während er schlief, mit einer Sade tot. Die beiden Brüder dürften für ihre Tat nicht bestraft werden, sondern vielmehr eine hohe Belohnung er haften, da auf Varsalonas Kopf ein hoher Preis gesetzt war.
Wer einmal die ungarischen Magnaten magyarischer AbStammung bei offiziellem Anlaß beisammen gesehen hat, der vergißt das Schauspiel sein Lebtag nicht. Die hochmögenden und stolzen Herren tragen feine Uniform und überhaupt fein modernes Gewand. Sie sind in Stoffe gehüllt, wie sie noch keines Schneiders Phantasie in solcher Zusammenstellung ersonnen hat. Jeder einzige hat seine individuelle Tracht, von der er sagt und sich auch aufrichtig einbildet, daß schon die Urälterahnen sie getragen. Eine feierliche Magnatenversammlung stellt eine abgehäutete Menagerie dar. Der sanftesten Erscheinung hängt ein Pardelfell um die Schultern. Wenn wirklich der edle Vorfahr das Fell auch ur ähnlich getragen, so drängt sich die Vermutung auf, daß damals Pardelhäute ein gangbarer Handelsartikel gewesen, etwa wie heutzutage Hasenfelle, und daß der betreffende Magnaten- Stammbater die Pardelfelle in derselben Weise und zu demselben Zwecke trug, wie in unseren Zeiten der Hansierer die friedlicheren Hasenfelle. Selbstverständlich trägt jeder echte magyarische Magnat einen Säbel. Der Säbel ist von wunderlichster Gestalt: frummer als ein Halbmond. Mit den Säbeln wird Lurus getrieben und eine Art von Sport. Es gibt Säbel für die verschiedensten Zwecke, am wenigsten für den eigentlichen Gebrauch. Vor allem gibt es Ehrensäbel. · Auf einen magyarischen Ehrensäbel hat jeder Anwartschaft, der im Felde den Russen umbequem geworden. Denn der Russe ist der Magyaren„ Erbfeind", seit Zar Nikolaus I. die ungarische Revolution niederwerfen half. Als vor 29 Jahren der türkische Marschall Abdul Kherim den Russen den Uebergang über die Donau streitig machte befam er flugs einen ungarischen Ehrensäbel. Das fand man anderwärts vielleicht auffallend, denn der Türke ist doch schließlich der ältere Erbfeind der Magyaren. Hier sind heute noch seine Spuren zu finden, und auf den Pußten erst recht in einer wirklich türkischen Wirtschaft. Doch die Magyaren haben den Türkengroll längst eingesargt und vergessen. Der siegreiche japanische Feldmarschall Oyama, der den Russen so schweres Herzeleid bereitet, konnte unter folchen Umständen dem magyarischen Ehrensäbel gar nicht entgehen. Er soll ihn auch bekommen. Sarl Eötvös, der selbst ein Haudegen ist allerdings nicht auf militärischem, sondern auf politischem Gebiet hat seine Kaffeehausgenossen zu dem Beschluß veranlaßt. Ein Rakoczi- Säbel wird angefertigt oder einer Sammlung entnommen, und eine Deputation wird ihn nach der Mandschurei überbringen. An der Spitze der Deputation steht natürlich Eötvös selbst. Mit ihm geht Graf Eugen Zichy, der Weltenbummler, der freilich erst eine Art Reinigungs- Quarantäne durchmachen muß. Graf Eugen Zichy hat nämlich vor nicht langer Zeit eine asiatische Forschungs"-Reise absolviert und dabei ganz erstaunliche russische Sympathien an den Tag gelegt. Diese Erinnerung muß meggeräuchert, im Notfall weggewaschen werden, und Graf Zichy ist heldenmütig und epferwillig genug, sich solcher Operation zu unterziehen. Marschall Oyama wird übrigens außer dem Ehrensäbel noch einige Geschenfe erhalten: zunächst ein Album mit den Wavven aller ungarischen Komitate, und dann einen ungarischen Globus. Mehr kann er nicht verlangen. Die Ehrensäbel- Deputation will sich in zwei Monaten auf den Weg machen. Tritt sie in Urväterkostüm bor Oyama, so wird er einen Zweifel an der europäischen Serkunft nur aus Söflichkeit unterdrücken.
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Grubenunglück. Im Resicoer Bergwerk in Ungarn fam es bei nächtlichen Sprengungsarbeiten zu einer Ey. plosion, bei der 22 Bergleute getötet wurden.
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In der Schweiz hat ein Wettersturz Schneefall ver ursacht.
In Philadelphia wurden durch die Explosion eines Gasbehälters acht Personen getötet und elf verletzt.
Einen Einbruch in das Weiße Haus zu Washington versuchte nachts ein Italiener namens Coſtable. Der Mann, der auf frischer Tat ertappt und verhaftet wurde, soll ein Attentat auf der Präsidenten Roosevelt geplant haben. Costable ist zweifellos geisteskrank.
Heer und flotte.
Der 175. Stiftungstag des Ziethen- Husarenregiments wurde in Rathenow unter großen Feierlichkeiten begangen. Zum Ehrentage des Regiments waren zahlreiche alte Herren, ehemalige Offiziere und auswärtige Ziethen- Vereine erschienen. Unter anderen waren eingetroffen Generalfeldmarschall Graf Haeseler, General der Kavallerie Graf von Wartensleben, Generalleutnant von Bülow, Generalleutnant von der Lanken und Generalmajor von der Schulenburg. Mittags gegen 1 Uhr fand auf dem Kaiser Wilhelmsplag eine Parade statt, nach welcher Graf von Wartensleben nach kurzer Ansprache ein dreimaliges Hurra auf den Kaiser ausbrachte. Auf dem Reitplatz der Kaserne fanden Reiterspiele statt.
* Wirbelstürme und kein Ende. Schon wieder komm die Schreckenstunde von Verheerungen, die ein Tornado in Amerika angerichtet hat. Im Indianer- Territorium, dicht östlich von Snyder, sind neuerdings zwanzig Menschen dem Rune des Mirbeliturmes zum Obfer aefallen.
Eine deutsche Töpfereiausstellung wurde in Berlin er öffnet. Sie steht unter dem Protektorat des Erbprinzen von Hohenzollern, der sie auch mit einer längeren Rede eröffnete. Veranstaltet ist sie vom Verband der Arbeitgeber im Töpfer- und Ofensetgewerbe Deutschlands. Sie ist reich beschickt und zeigt in einer Fülle von Defen und Kacheln die neue künstlerische Blüte der deutschen Keramik.
Kunft und Wissenschaft.
LM. In bezug auf die Errichtung von Akademien für praktische Medizin hat der Verband der Aerztevereine im Regierungsbezirk Düsseldorf einen Beschluß gefaßt, der von der Neugründung weiterer Akademien dringend abrät, bis die Einrichtung der Akademie in Köln die Nützlichkeit dieser Institutionen für den ärztlichen Stand erwiesen hat. Ferner wünscht der Aerztetag, daß es den Praktikanten überlassen bleibe, das praktische Jahr an der Akademie oder an einem Krankenhause abzuleisten. Die Lehrer an der Akademie solIen auskömmlich besoldet und ihnen nur Konsiliar- Praris gestattet werden, auch soll die Abhaltung von Polikliniken an der Akademie verboten sein.
Kinderhilfstag in Kopenhagen. Einen großen Erfolg jaben die Veranstaltungen gebracht, die in der dänischen Hauptstadt zum Besten der pflegebedürftigen Kinder getroffen waren. Sie erbrachten 80 000 Kronen. Die ganze Bevölkerung nahm an den glänzenden Feierlichkeiten teil, auch König Christian befand sich im Volksgedränge und ver teilte Goldstücke an die Sammlerinnen.
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ML. Ein nenes Betäubungsmittel ist von Dr. Fourneau in Paris erfunden und Stovain benannt worden. Für den ge wöhnlichen Sterblichen ist die Wahl dieses furzen Namens ein wirkliches Glück für den Fall, daß von dem neuen Mittel häufiger die Rede sein sollte. Sonst würde man sich nämlich der ursprünglichen chemischen Bezeichnung bedienen müssen, bei deren Aussprache jeder Nichtchemiker befürchten muß, sich die Zunge zu zerbrechen. Dieser wissenschaftliche Name heißt nämlich Dimethylaminobenzoylpentanolchlorhydrat. Dr. Fourneau hat Versuche mit der Einspritzung dieses Mittels in die Rückenmarksflüssigkeit angestellt und im Verlauf von 5 Minuten eine vollständige Unempfindlichkeit der unterhalb der Impfstelle gelegenen Körperteile erreicht, die etwa 1½ Stunden andauert. Der Patient verliert dabei nicht das Bwußtsein. Bei mehrfachen Versuchen dieser Art in einem Boriser Krankenhaus sind keine nachteiligen Folgen der Behandlung beobachtet worden. Das Verfahren an sich ist nicht neu, sondern nur das erwähnte Mittel.
+ Best in Schottland. Aus der schottischen Hafenstadi Reith kommt eine Nachricht, die geeignet ist, schwere Besorg nisse in ganz England wie auch auf dem Kontinent zu er vecken. Wie es heißt, wurden dort wegen Ausbruchs der Best 25 Personen unter Beobachtung gestellt. Hoffentlich handelt es sich nur um einen der häufiger vorkommender loßen Quarantänefälle.
Marokkanische Piraten griffen in der Nähe von Ma aga spanische Küstenfahrzeuge an. Die Besatzung des
Aus dem Gerichtsfaal.
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Die Enthüllungen aus Plößensee, die schon am 2. März dieses Jahres die Berliner Strafkammer beschäftigten, führen diesen Montag und die folgenden Tage von neuem die Redakteure Kaliski und Büttner vom Vorwärts" und Schneidt von der Zeit am Montag" auf die Anklagebank. Mitangeklagt ist ein gewisser Ahrens, der den beiden Blät tern Material zu Artikeln geliefert hatte, in denen heftige Angriffe gegen die leitenden Beamten des Plößenseer Gefängnisses erhoben wurden. Ahrens hatte dort wegen Diebstahls eine längere Strafe zu verbüßen gehabt und war als Schreiber im Bureau beschäftigt gewesen, so daß er Einsicht in die Akten nehmen konnte. In der Hauptsache dreht es sich in den unter Anklage gestellten Artikeln um die Bes handlung eines Russen namens Sklärow, der nach der Re am Montag" bereits zur Zeit des Strafantritts irrsinnig war. Dieser Mann soll durch die zahlreichen über ihn verhängten Disziplinarstrafen geistig und körperlich schwer ge= litten haben.
Schließlich wurde er nach mehrmonatiger Saft der Frrenanstalt Eberswalde überwiesen, die ihn für völlig geistesfrank und nicht verantwortlich für seine HandImgsweise erklärte.
§ Ein Gerichtshof, der sich für befangen erklärt. Ein höchst seltener Fall ereignete sich in Detmold. Der Vizepräsident des Lippischen Landtages, Hoffmann, hatte die Lippische Landeszeitung" wegen Veröffentlichung der Depesche im Lippischen Thronfolgestreit verklagt. Vor Beginn des Prozesses erklärten sich sämtliche Mitglieder des Detmolder Gerichtes für befangen, und daraufhin wurde ihre Teilnahme an der Verhandlung abgelehnt. Der ganze Prozeß mußte infolgedessen vertagt werden.
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§ Das Wiederaufnahmegesuch der Münchener Stiftsoberin zehn Tagen a v. Hensler, die wegen versuchten Giftmordes an ihrem fidt rffen.
Dienstmädchen Minna Wagner zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, ist jetzt für zulässig erklärt worden. Die Wagner hatte, wie seinerzeit mitgeteilt, kurz vor ihrem Tode ein Geständnis abgelegt, daß sie die Heusler falsch beschuldigt habe.
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Vermischtes.
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[ Ein feuchtfröhlicher Gemeinderat] ist es, der im Schwarzwalddorf Grafenhausen das Regiment führt. Er hat nämlich den gar löblichen Brauch eingeführt, daß jedes seiner Mitglieder, das eine Sigung versäumt, pro poenal ein Faß Bier bezahlen muß. Infolgedessen soll es im hohen Rate nie an ,, Stoff" fehlen, da fast jede Sigung ein Jaß nach sich zieht. Die Einwohner der Gemeinde aber sind nichtsdesto
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