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dieser Saison nicht eingebracht würde, würde es Revolten und Nuheſtörungen geben, und er hoffe, daß es dazu kommen möge. Diese Bemerkung rief bei den Ministeriellen Protest­rufe hervor, worauf Hardie ausrief: Gut gefütterte Tiere können schreien, aber was ich sage, ist wahr.

Russland.

** Die unsicheren Zustände im Zarenreiche finden ihren Niederschlag in der Entstehung und Verbreitung wilder Ge­rüchte. So ist davon die Rede, daß im kaiserlichen Schloß Illiesfoje, wohin der Zar sich begeben wollte, ein mit Tyna­mit gefüllter unterirdischer Gang entdeckt sei. In der Nähe von Moskau soll in einem Walde eine von Tausenden be­suchte revolutionäre Versammlung von Kosaken aufgehoben sein, wobei es auf beiden Seiten Tote und Verwundete ge­geben habe. Alle diese und ähnliche Gerüchte sind nur Symp­tome für das Gefühl der Unsicherheit, das alle Kreise in Rußland befallen hat.

Türkei,

** Neue Kämpfe werden aus Kreta gemeldet. Britische Truppen hatten in Stylons und Ayvassilis einen Kampi mit Aufständischen zu bestehen, bei dem zwei Soldaten ver­wundet wurden. Die Truppen waren nach diesen Plätzen zur Unterſtügung der Gendarmen gesandt, welche von den Aufständischen aufgefordert worden waren, den Bezirk zu verlassen.

Afrika.

** Die Truppen des Sultans von Marokko haben einen bedeutenden Sieg über die Anhänger des Kronprätend.nten Buhamara errungen. Der Prätendent entkain, doch ließ er viele Tote und Verwundete auf dem Schlachtfeld zurück. Bubamara soll übrigens unter der Bergbevölkerung lebhaft weiter agitieren.

Hof und Gefellschaft.

tterfata

Erkrankungen mit weren Vergiftungserscheinungen auf. An 50 Personen, Männer und Frauen, mußen ins Krankenhaus geschafft wer­den, ungefähr 20 andere konnten in der Fabrik selbst ärzt­lich behandelt werden. Man führt die Erkrankungen auf den Genuß von Kartoffelsalat zurück.

Ein Mädchenhändler verhaftet. In Altona wurde vor kurzem ein Mann namens Engländer dingfest gemacht. Er gehört einer jener internationalen Vanden an, die in Deutsch­land den Mädchenhandel nach entfernten, besonders auch überseeischen Gegenden betreiben. Engländer exportieric seine lebendige Ware besonders nach Amerifa, er wurde da­bei von seiner in Berlin lebenden Frau un'erstützt.

Der Kaiser ist auf der Jacht Hohenzollern" vor der schwedischen Hafenstadt Gefle eingetroffen. Dort sand gestern die Zusammenkunft mit dem König Oskar und dem Kronprinzen von Schweden statt, die auf der Königsjacht ,, Drott" auf die Reede zur Hohenzollern" fuhren.- Der Kaiser hat an den Graf- Regenten Leopold von Lippe ein in herzlichen Worten abgefaßtes Beileidstelegramm aus Anlaß des Ablebens der Mutter des Graf- Regenten gesandt und ihn darin zum ersten Male mit dem Titel Erlaucht" an­geredet.

Aus dem Verliner Spielklub. Der durch Beschluß der Mitglieder des Klubs 1900 in Berlin vom Amte sušven­dierte Klubdirektor Mollheim hat jezt eine Anzahl Vor­stands- und Klubmitglieder wegen Peleidigung verklagt. Es wird voraussichtlich einen neuen Sensationsprozeß geben. Die Hälfte der Klubmitglieder wird in Moabit als Zeuge erscheinen.

Die Kaiserin ist mit den Prinzen Oskar und Joachim, sowie der Prinzessin Victoria Luise gestern in Ca­dinen eingetroffen, wo Prinz Adalbert seine Mutter und seine Geschwister bereits empfing. Die Kaiserin hatte mi ihren Kindern in Kiel die Jacht duna" verlassen und war bon dort nach Cadinen abgereist. Am 20. Juli wird die Kaiserin der Enthüllung des Kaiser Wilhelm- Tenkmals in Elbing anwohnen.

Der deutsche Kronprinz ist mit seiner Ge­mahlin an Berd der Jacht Meteor" in der Gegend von Flensburg eingetroffen und unternahm eine Automobil­fahrt nach Tondern.

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Das Unglücksfahrzeug. In der Nähe von Kiel stürzte das Automobil des dortigen Stadtverordneten Hagedorn vorgestern abend in einen Graben. Dieser und drei andere Insassen erlitten Verlegungen. Ein anderer Teilnehmer an der Fahrt, der Hotelier Siegelmann, brach das Genick und war sofort tot.

König Christian von Dänemark hat seinen Aufenthalt in Gmunden bei der Cumberlandschen Familie plötzlich abgebrochen. Man bringt seine Abreise mit dem Gerücht von der Kandidatur des Prinzen Karl von Däne­mark für den norwegischen Thron in Verbindung.

Soziales Leben.

Absturz eines Postwagens. Auf der Alpenstraße des Cadore bei Bellune scheuten vor einigen Tagen die Pferde des Posticagen vor einem den Weg daherfahrenden Auto­mobil. Dr Postwagen stürzte in die Tiefe. Fünf Reisende wurden schwer verwundet.

Eine Million unterschlagen. In Rom wurde vorgestern der flüchtige Kassierer der Edison- Gesellschaft in Mailand, Enrico Colti, vei hastet. Er hatte eine Million in Attien unterschlagen.

Kunft und Wissenschaft.

PK Die Ausmalung des deutschen Reichstagssaales. Die Ausschmückung des Saales im Reichstag ist dem Münchener Maler Angela Jank übertragen worden. Es sind drei Bilder auszuführen. Im Mittelfeld soll dargestellt werden die Rückkehr des Kaisers Wilhelm I. nach dem Siege von Sedan. Auf dem linken Felde ist die Reichstagssigung Karls des Großen in Paderborn im Jahre 777 veranschaulicht: die arabischen Gesandten bitten den großen Kaiser um Hilfe gegen den Kalifen von Cordova. Auf dem rechten Seitenfelde sieht man Friedrich Barbarossa im Jahre 1158 die Huldigung der Lombardenstädte entgegenenhmen.

Beim Fener verunglückt. In Niedergrund in Böhmen wurde dieser Tage das Haus einer Pusmacherin ein Opfer der Flammen. Das verheerende Element griff so schnell um sich, daß die Insassen des Hauses in schwere Gefahr ge­rieten. Acht Personen wurden durch die Feuerwehr gerettet. Dagegen erstickte ein Lehrmädchen im Qualm, und eine alte Frau sprang in der Angst aus dem ersten Stockwerk und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot auf dem Pflaster liegen.

Der Hitzschlag als Betriebsunfall. Auf dem Nachhause­wege von seiner Arbeit war ein Arbeiter bei sehr hoher Tem­peratur zusammengebrochen und am Hißschlag verschieden. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Entschädigung an die Hinterbliebenen ab, das Schiedgericht dagegen: sprach sie die­sen zu und auch das Reichsversicherungsamt stellte sich auf den gleichen Standpunkt. Die Herzlähmung des Verstor­bene: sei offenbar durch die Ueberhitung des Körpers wäh­rend der Arbeit mit verursacht worden.

Nab und Fern.

Blikschlag im Militärlager. In Mailly bei Troyes be­findet sich ein Uebungslager für die französischen Truppen. Bei dem Unwetter der letzten Tage fuhr der Blizz in das Lager und tötete einen Offizier, während drei Unteroffiziere schwer verlegt wurden.

Unglücksfälle auf der Flotte. An Bord des deutschen Linienschiffes Weißenburg" wurde durch Fahrlässigkeit eines Geschütführers dieser Tage ein beklagenswerter Unglücks­fall herbeigeführt. Bei einer Schießübung vergaß der Ge­schützführer, das Verschlußstück einfegen zu lassen. Infolge dessen flog die Ladung nach hinten heraus, und die Ba= tronenhülse brang dem Matrosen Stoiber in den Unterleib. Die Verlegung war eine so schwere, daß der Getroffene ihr erlag. Auch die englische Flotte hat einen Unglücksfall mit tödlichem Ausgang zu beklagen. Auf dem Kriegsschiff Smplaceble" zersprang bei der Ausfahrt aus dem Hafen bon Gibraltar ein Hauptdampfrohr, wobei zwei Heizer ge­tötet und sieben verlegt wurden.

ON Noch ein nenes lenkbares Luftschiff. In Amerika und zwar zu Toledo im Staate Ohio hat der Erfinder A. R. Knabeshue mit seinem neuesten Luftschiffe eine bemerkens­werte Leistung vollführt, indem er eine Strecke von drei Meilen durchführ und auf der Höhe eines zehnstöckigen Ge­bäudes landete, worauf er die Rückfahrt antrat und wieder zu dem Abfahrtsplay zurückkehrte. Als Knabenshue abjur, wchte ihm ein starker Wind gerade entgegen. Der Wind führte das Luftschiff, 3000 Fuß in die Höhe; nichtsdesto­weniger verlor der Aeronaut die Herrschaft über sein Gefährt feinen Augenblick, sondern fuhr unentwegt seinem Ziele zu. Knabenshue erklärt, daß sein jetziges Luftschiff den früher von ihm benutten bedeutend überlegen sei und daß er seiner Meinung nach die Frage des lenkbaren Luftschiffes gelöst hobe. Das haben schon andere vor ihm gesagt.

Tages- Chronik. Für die Hinterbliebenen der bei dem Brande auf Zeche Borussia" in Dortmund verunglückten Bergleute sind von den Grubenbesigern 800 000 Mark be­willigt.

Frau von Hervay begnadigt. Die vom Kreisgericht in Leoben wegen Digamie zu vier Monaten Kerter verurteilte Frau von Herbay ist dieser Tage vom Kaiser von Desterreich begnadigt worden. Frau von Hervay war nach ihrer Ver. urteilung gegen Raution auf freien Fuß gestellt. Sie war mit dem Bezirkshauptmann von Hervay eine neue Che ein gegangen, obwohl der Scheidungsprozeß mit ihrem letzten Gatten schwebte. Ihr erster Mann war der aus dem Tausch­Prozesse bekannte Herr von Lüzom. Der Bezirkshauptmann bon Hervay hatte sich angesichts des Standals erschossen.

In der Militärschwimmanstalt in Arolsen ertrank ein Musketier, der ein geübter Schwimmer war, voraussichtlich an Herzschlag.

-Auf Zeche Ludwig" in Steele wurde ein Maschinist durch ausströmende Dämpfe getötet und ein anderer tödlich berlegt.

Das Modegift. Wegen unglücklicher Familienverhält­nisse versuchte dieser Tage die Frau eines Bäckermeisters in Köpenick, sich und ihr fünf Monate altes Kindchen zu ver­giften. Sie gab diesem Lysol und trank dann selbst die Flasche aus. Zum Glück kam in diesem Augenblick der Mann nach Hause, der ärztliche Hilfe requirierte. Mutter und Kind liegen schwer darnieder.

Aus dem Gerichtsfaal.

Der Landwirt.

Sitzung der

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dg Die Kultur der Brachrübe. Von dieser Rübenart wer­den hauptsächlich angebaut und zwar in verschiedenen Ab­arten die Schweizerrübe mit violettrotem Kopf und die weiße Norfolker Kugelrübe. Von letzteren ist die Pfälzerrübe als die für Viehfütterung ertragreichste. Diese Rüben werden jedoch ihres geringen Ertrages und ihres geringen Futter­wertes wegen den Runkeln nachgestellt und meist nur als Stoppelfrüchte gebaut oder sie dienen bei Hagelschlag als willkommenes Ersakmittel. In vauheren Gegenden mit feuchtem Klima verdient die Brachrübe mehr Beachtung, da sie dort auf leichtem, tiefgründigem Sand- oder Lehmboden gut gedeiht und schöne Früchte trägt. Die Brachrübe kann nach frühem Grünfutter, später auch nach Raps gesät wer­den. Die Aussaat geschieht breitwürfig mit 4 bis 8 Pfund oder in Reihen mit 2 bis 3 Bfund per Hektar. Die Saat­reihen werden 50 Zentimeter weit gemacht und die Rüben später mit der Handhacke auf 30 Zentimeter vereinzelt.

§ Für einen Totschlag nur fünf Monate Gefängnis. Der 19jährige Fabrikarbeiter Gerhard Hugo aus Münsterbusch war von etwa sechs gleichaltrigen Burschen gehänselt und angerempelt worden; als er sich dies verbat, kam es zu Tät­lichkeiten, wobei Hugo seine Angreifer abwehrte und entfloh. Er holte sich zu Hause einen Knüttel und ging den Burschen damit entgegen. Hugo sah sich bedroht und schlug einen der Burschen mit dem Knüttel mit einem Schlage tot. Der Er­schlagene war der Fabrikarbeiter Peter Aegidius Willms aus Stolberg. Das Schwurgericht zu Aachen verurteilte den Hugo unter Zubilligung mildernder Umstände zu nur fünf Monaten Gefängnis. Das Gericht gelangte zu der Ueber­zeugung, daß Hugo in hohem Grade gereizt worden sei.

Verunglückte Erdarbeiter. Bei den Ausschachtungen zu einem Neubau in der heiligen Grabstraße in Görlig stürzte borgestern eine angrenzende alte Mauer ein, wobei drei Ar­beiter versa üttet wurden. Einer ist tot, einer ist schwer berlegt.

Raubmord an einer Witwe. In Bühldorf bei Donau­eschingen überfielen vor einigen Tagen vier italienische Ar­beiter eine alte Frau, die Witwe Braun, ermordeten sie und raubten die Wohnung aus, worauf sie die Flucht ergriffen haben.

Maffenvergiftung durch Kartoffelsalat. Unter dem Per­fonal ciner großen Firma in Leipzig, das zum Teil das Mittagessen der weiten Entfernungen halber von der Por­

§ Ein unterschlagenes" Gebiß. Ein seltsamer Fall be­schäftigte das Schöffengericht in Erfurt. Eine Frau hatte sich von einem Zahntechniker ein falsches Gebiß anfertigen lassen. Nach kurzer Zeit geriet sie mit ihren Zahlungen ins Stocken, so daß der Zahntechniker sich veranlaßt sah, die Frau zu verklagen. Das Gericht erkannte auf Herausgabe des Gebisses. Als der Gerichtsvollzieher in der Wohnung der Frau erschien, um das Urteil zu vollstrecken, verweigerte sie die Herausgabe des Gebisses, das sie selbstverständlich im Munde trug. Da Anwendung irgend welcher Gewaltmittel in diesem Falle nicht wehl anging, zog der Beamte unver­richteter Dinge wieder ab. Auf Anzeige wurde die Frau wegen Unterschlagung zu 20 Mark Geldstrafe ev. 4 Tagen Gefängnis verurteilt.

Vermischtes.

= Die Danziger Katharinenkirche. Der jüngst vom Blik getroffene und durch Heuer zerstörte alte Turm der Katya­rinenkirche in Danzig soll genau in der ursprünglichen Form wiederhergestellt werden. Das vernichtete Glockenspiel ist mit 52 000 Mark versichert. Zur Aufbringung der sonstigen Mittel soll eine Hilisaflion in die Wege geleitet werden. = Eine Achtzigjährige als Braut. Aufsehen erregt die Verlobung der Schauspielerin Frau Cornelia Prielle, früher Mitglied des Nationaltheaters in Budapest. Die Dante ist 81 Jahre alt und seit 50 Jahren Witwe und hat sich dieser Tage mit einem 35jährics Journalisten verlobt. Die Hochzeit konnte noch nicht stattfinden, da die ehrwürdige Braut einen leichten Schlaganfall erlitt.

§ Bei dem Meineidsprozeß gegen den Kellner Meyer j der Ruhstratangelegenheit bekundeten gestern die vernom­menen Zeugen insgesamt, daß keiner von ihnen den Minister Nubstrat beim Spiel der Lustigen Sieben" gesehen hat. Bei der Vernehmung des Staatsanwalts Fimmen, der in den verschiedenen Ruhstratprozessen als Ankläger fungierte, er­eignete sich ein peinlicher Zwischenfall. Fimmen hat nie­mals gesehen, daß der Minister im Kasino gespielt hat. Der Berteidiger Dr. Sprenger richtete an den Staatsanwalt die Frage, ob er noch als Beamter der Staatsanwaltschaft ge= spielt hobe. Der Zeuge Fiminen verweigerte darauf die Auskunft. Sprenger betonte, er lege Wert auf diese Frage, da sie zur Illustration der ganzen Verhältnisse beim Olden­burger Gericht diene. Die Herren gälten sämtlich als Spieler pro domo und fühlten sich solidarisch, als die Anklagen regen der Spielvorgänge erhoben wurden. Als Fimmen sagt, er beantworte die Frage nicht, weil sie nicht zur Sache gehöre und er von dem Vorsitzenden in dieser Auffassung be­stärkt wird, bemerkt Sprenger, derartige Prinzipien seien so billig wie Brombeeren. Der Gerichtshof besteht nicht auf der Frage.

= Milchdiebstahl im Großen. Einem sonderbaren Die­bestrick ist man nach langem Aufpassen dieser Tage in Paris auf die Spur gekommen. Dort haben die Milchhändler die Gewohnheit, ihren Lieferanten die Zahl der gewünschten Kannen mittelst Kreide auf die Laden zu schreiben. Diese Cepflogenheit machte sich ein geriebener Spizbube zunube. Er erhöhte täglich in der Morgenfrühe die aufgeschriebenen Zahlen; wenn dann die Milch abgeliefert war, schickte er cinen Spießgesellen hin, um den Ueberschuß wegzunehmen. Die Gaunerei konnte natürlich nur bis zu dem Moment Be­stand haben, an dem die Monatsrechnung bei den Betroge­nen einlief. Aber es war dem Diebe doch gelungen, an 1550 Kannen mit einem Inhalt von 31 000 Liter Milch an sich zu bringen. Man richtete nun einen Ueberwachungsdienst ein, und richtig hatten die Gauner die Dreistigkeit, nach kurzer Bause ihr Spiel von neuem zu versuchen, das sie nun in Nummer Sicher brachte.

§ Die Lemgoer Briefaffäre. Vor dem Reichsgericht in Leipzig wird am 27. d. M. die Revision der Frau Kracht berhandelt werden, die in der anonymen Briefaffäre zu einer Buchthausstrafe verurteilt worden ist.

§ Ein Vatermörder mit drei Jahren Gefängnis bestraft. Der 19jährige Buchhalter Nikolaus Jäßler, der seinen Vater erschossen und dessen Geliebte Hammer erschlagen hatte, wurde vom Schwurgericht in Offenburg zu drei Jahren Ge­fängnis verurteilt. Das Gericht erkannte die in dem Falle vorliegenden Umstände als besonders strafmildernd an.

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Die Schönen aus Amerika. In London ist vor einigen Tagen ein Besuch besonderer Art eingetroffen. Hundert der schönsten Amerifanerinnen weilen zurzeit in der englischen Metropole und werden von dort eine Tour durch Europa an treten. Die Geschichte beruht auf der Niesen- Neklame einer amerikanischen Zeitung. Ein Blatt in Cincinnati hatte eine Abstimmung über die schönsten Leserinnen in Ohio, Ken­tucky und Indiana vornehmen lassen, aus denen für jede Stadt und jeden ländlichen Distrift eine unverheiratete und eine verheiratete Dame zu der Reklame- Reise nach Europa auf Kosten der Zeitung ausgewählt wurden. Die Sache fostel Geld, aber so etwas pflegt drüben sich reichlich zu verzinsen. - Die Hitze in Newyork. Schwere Opfer hat die Hit­melle gefordert, die vor einigen Tagen auch Newyork heim­suchte. Ueber 200 Personen liegen an den Folgen von Hitschlag noch darnieder, und 15 Menschen haben das Leben verloren. Der ganze Geschäftsverkehr droh'e zu stocken, und die Tiere fielen auf den Straßen wie die Fliegen. Das Ge­mitter, das endlich einige Abkühlung brachte, wurde allge­mein als eine Erlösung empfunden.

= Die Kriegskasse der Armada. An der Küste von Schott­land liegt seit Jahrhunderten die franische Fregatte Flo­rencia" cuf dem Meeresgrunde. Sie gehörte zu den Schiffen der großen Armada und suchte nach der Zerstreuung des Ge­schwaders im schottischen Hafen von Tobermorry Schuß, wo sie den Sohn des Häuptlings des Clans der Maclean als Geisel auf ihr Schiff schleppten. Der junge Schotte legte Feuer an die Pulverkammer und sprengte sich mit der ganzen Besagung in die Luft. Es geht die Sage, daß auf der Fre­gatte sich die Kriegskasse der Armada befunden habe. Man ist daher jetzt daran gegangen, diesen Schatz zu suchen und zu heben. Durch die Taucher sind bereits viele interessante alte Waffen und Geräte ans Tageslicht befördert. Es handelt sich jetzt darum, die Sand- und Schlamm- Massen, die das Schiff bedecken, zu entfernen, um den Zugang zu der Schatz­fammer zu suchen.

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