§ Das Urteil im Pückler- Prozeß lautete wegen WiderStandes gegen die Staatsgewalt und Vergehens gegen die öffentliche Ordnung auf Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Am Schlusse der Verhandlung gab es noch eine dramatische Szene. Als der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Kanzow das Urteil verkündet hatte und die Begründung gab, in der die Roheit in der Ausdrucksweise Pücklers um so schärfer getadelt wird, als es sich um einen gebildeten Mann, einen Edelmann handelte, sprang Graf Püdler erregt auf und rief dem Vorsitzenden in drohendem Tone zu:„ Sie werden die Folgen dieses Urteils tragen, wir werden uns mit der Waffe weiter sprechen!" Wegen dieser Handlungsweise, die der Vorsigende als„ unerhörte Ungebühr und Ünverschämtheit" bezeichnet, wurde Graf Pückler vom Gericht in eine sofort zu bollstreckende Ungebührstrafe von 3 Tagen Haft verurteilt und sofort vom Gerichtsdiener abgeführt. Schon im Laufe der Verhandlung war es zu einem Zusammenstoß Pücklers mit dem Staatsanwalt gekommen, den er wegen einiger Ausdrücke ebenfalls mit einer Forderung bedroht hatte; es war indessen gelungen, den Grafen zu beruhigen. Ausdrücklich hatte der Gerichtshof festgestellt, daß nach seiner Ansicht Unzurechnungsfähigkeit des Grafen Pückler durchaus nicht
borliege.
Trunk fuchtsheilung durch Hypnofe.
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[ Ein greises Brautpaar] wurde fürzlich in Howard City ehelich verbunden. Der junge Gatte zählt 92 Jahre, die Gattin nur" 83. Der Feier wohnten 43 Enkel und Us enfel des Brautpaares bei.
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=[ Die Dreifönigsfrau.] In Offenburg wurde eine Frau beerdigt, in deren Leben das Wort„ Dreifönig" eine große Nolle gespielt hat. Sie wurde im Jahre 1845 am Dreifönigstag geboren und zwar als Tochter des Besizers des Gasthauses zu den drei Königen. Im Jahre 1866 verbeiratete sie sich an einen Gastwirt, dessen Besitzkum ebenfalls nach den drei Königen benannt war. Schließlich starb fie auch am Dreifönigstag des Jahres 1905. Ihre Söhne führen das Gasthaus zu den drei Königen weiter.
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[ Was der deutsche Gott nicht versteht.] Eine sonder bare Ansicht entwickelte ein Staliener, der in Bonndorf bei einem Bau als Handlanger beschäftigt ist. Antonio sollte einen großen Stein nach dem Bau wälzen. Bei der schwe ren Arbeit fluchte er aber natürlich in der Sprache fei ner Heimat so lästerlich, daß ihm die dabeistehende Tochter des Bauherrn lächelnd mit den Worten drohte: ,, Aber Antonio, wenn das Gott hört." Aber Antonis grinste nur und sagte:„ Mackt nir, Signora, Gott in Deutschland versteht nir italiano!"
aurem Kupfer zum Färben gesagt werde ,. Darum wird es iber nicht nötig sein, daß, wie es hier verlangt würde, niemand mehr Gelee, Marmelade, Milch, Butter, Margarine, Käse, Würstchen, Erbsen, Pökelfleisch, Büchsenfleisch, Fische, Schinken, Speck und Konserven überhaupt essen dürfe, ehe nicht die Einführung solcher Gifte in unser Blut durch diese Nahrungsmittel gesetzlich durchaus unmöglich gemacht sei. Selbstverständlich wurden ferner Tee, Kaffee, Kakao, Alkohol und auch Fleischertrakt durchaus verworfen, die nicht Nahrungsmittel, sondern schädliche Reizmittel und wahre Mörder unserer Nerven seien. Weiterhin seien alle Mineralwasser Im allgemeinen ungesund, weil sie Weinstein und Kohlensäure, Saccharin, künstliche oder mineralische Färbemittel inthalten. Die einzige für den Menschen notwendige Flüssig= leit jei Wasser. Das ist nun besonders fatal, weil der Mensch Jerade durch das Wasser, wenn es nicht sehr rein ist, am sichersten zu ansteckenden Krankheiten kommt. Auch Zucker und alle Nahrungsmittel, die solchen enthalten, seien unzuträglich, desgleichen natürlich Honig, während getrocknete, ehr süße Früchte, wie Datteln und Feigen, wenigstens etwas besser seien. Eine andere volkstümliche, aber krankheitbrütende, todbringende Gruppe von Nährstoffen seien die Fette. Sie bringen dem Menschen Fieber, Kopfschmerz, Erfältungen und allgemeine Körperschwäche, und es sei fast ummöglich, eine Ohnmacht, einen Schlaganfall oder einen Herzfehler zu erleiden, wenn man diese Nahrungsstoffe verneide. Etwas Fett sei ja wohl nötig, aber nicht mehr als schon im Brot, in Haferschleim, Mais, Milch, Nüssen und im Fleisch von natürlich auf der Weide und nicht künstlich ernähriem Vieh zu letzterem werden Schweine und Preisochsen gerechnet enthalten sei. Es würde wohl aber doch etwas schwierig sein, nach den Lehren dieses Fanatikers diese zugestandenermaßen notwendige Menge Fett zu bekommen. Ja, wenn man dann das Essen wohl lieber ganz aufgeben würde. Weiterhin werden nämlich auch noch auf die Profriptionsliste gesezt Pasteten, Puddings, Kuchen, alle ein. fachen und besonderen Brotsorten, Biscuits, Eingemachtes und andere stärkehaltigen Nahrungsmittel, die irgendwelche tierische oder pflanzliche Fette, Dele oder Butter entjalten.
( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.)
Der Hypnotismus hat wohl die Zeit seiner höchsten Blüte überschritten. Man hat sich an seine tatsächlich festgestellten Eigenschaften gewöhnt, und was ihm sonst noch angedichtet wird, hat start an Interesse oder doch an aufregendem Einfluß berloren. Immerhin wird es auch heute immer noch Brute geben, die teils aus Aberglauben, teils aus Eigennut behaupten, daß der Hypnotiseur fast jede Krankheit zu heilen vermöge, die uns sterblichen Menschen begegnen kann. Auch die geistigen und moralischen Unzulänglichkeiten werden davon nicht ausgeommen, und man muß allerdings zugeben, daß gerade auf diesem Gebiet eine hypnotische oder suggestive Beeinflussung am ehesten Erfolg verspricht. Daß der Hypnetismus auch bei der Bekämpfung der Trunksucht eine heilfame Rolle zu übernehmen wermag, wird sogar von einzelnen Aerzten behauptet. Man wird aber gut daran tun, auch dieser Aussage mit großer Vorsicht zu begegnen. Es mag Fälle von zeitweiliger Trunksucht aus unglücklicher körperlicher Veranlagung oder aus Vererbung geben, bei denen die hypnotische Willensbeeinflussung, wenn sie geschickt gerade zu rechter Zeit angewendet wird, gleich einer andern therapeutischen Maßnahme einen Anfall des Leidens abwenden oder mildern kann.
Lokales.
14. Januar 1905.
[ Der Nachdrud unserer mit besonderen Zeichen versehenen Original- Artikel if*** mit der genauen Quellen- Angabe gestattet.)
einem Glasfenft wetter, Hagelfd
P. In vergangener Nacht wurde am Gießener Bahnhofe ein lüderliches Frauenzimmer betroffen und zur Haft gebracht. Gleichfalls wurde ein junger Mensch in einem in der Rodheimerstraße befindlichen Gartenhaus obdachlos betroffen und verhaftet.
Am Schluß fragte ein Zuhörer ängstlich, ob der Vorragende ihm wohl sagen möchte, was er essen solle. Er er. hielt die Antwort, daß nur Gemüse, Reis und Salat zu empfehlen seien, und nur, nachdem man das fünfundbreißigste Lebensjahr überschritten hätte, dürfte man auch noch einige andere Dinge essen, ohne Leben und Gesundheit zu gefährden. Uebrigens kann man diesem heiteren Bericht uch noch eine ernste Seite abgewinnen. Das Tohuwabohu, bas im Gehirn dieses Mannes bezüglich der richtigen Ernährung des Menschen herrscht, ist ein bedenklicher Beweis dafür, was eine Halbbildung für schädliche Folgen haben ann. Es braucht sich damit nur noch ein gewisses äußeres Beschick zu verbinden, und eine neue Sette ist fertig, die so and soviel Menschen geistig und gefundheitlich schädiat.
Bei dieser Art von Trunksucht handelt es sich um eine Art von körperlicher Krankheit, nicht um ein erworbenes Laster. Die Willenskraft, die den Kranken zur Zeit des Anfalls verläßt, ist doch in der Zwischenzeit vermutlich vorhanden. Auch dann aber vertritt die ärztliche Wissenschaft den Standpunkt daß es eine weit vernünftigere und wirkfamere Art der Behandlung wäre, den Kranken bei den ersten Anzeichen eines Anfalls zu isolieren und ihm den Alkohol gewaltsam vorzuenthalten. Damit kann dann noch eine besondere medizinische Behandlung Hand in Hand gehen, die auf eine Unterstützung und Anregung des Allgemeinbefindens während der Krisis hinwirkt. Bei der überwiegenden Mehrzahl von Trunksüchtigen ist ein erworbenes Bedürfnis vorhanden gleichzeitig mit einer Schwächung der Wider. standskraft, gegen die der Hypnotismus oder eine Suggestion in weiterem Sinne meist nicht ausreicht, um eine Heilung herborzubringen, wenn auch unter besonders günstigen Um ständen eine solche vielleicht einmal auf diesem Wege erzielt werden kann.
Was Not tut, ist die Behandlung von Trunksüchtigen in wirklich wissenschaftlich geleiteten Anstalten, wo von me dizinischer und moralischer Seite alles geschieht, um die cr lahmte Willenskraft zur Auflehnung gegen den übermäßigen Alkoholgenuß zu wecken. Insoweit der Hypnotismus einer olchen vernünftigen Behandlung den Boden abgräbt oder bas Vertrauen des Kranken an die Möglichkeit ein Sei ung erschüttert, ist er unbedingt zu verwerfen,
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Vermischtes.
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K Zur Beratung über die Gründung einer Polizeischule fand am Samstag in Darmstadt eine Konferenz statt, an der Vertreter des Ministerinms Provinzialdirektor v. Grancy, der Oberbürgermeister der größeren Stadt und die Polizeiamtmänner des Großherzogtums teilnahmen.
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** Direktor Martin Stein's Original japanische Schauspiel- Gesellschaft, welche hier am 16. Januar im Stadttheater gaftiert, führt, um ein möglichst getreues Bild der dortigen Theater verhältnisse zu geben, ihre gesamten Driginal- Dekorationen und Kostüme mit, welche fich insbesondere durch die reichste Farbenpracht auszeichnen. Der Souffleur ift in Japan ein absolut Ungewöhntes, da speziell im hiftorischen Drama der Schauspieler seine Rolle durch Ueberlieferung erlernt. So oft auch schon in Sagen eine Annäherung an europäische Bühnenverhältnisse versucht wurde und die europäische Musik eingeführt werden sollte, hat man schließlich doch davon absehen müssen, da daß Bolf der modernen Musik der westlichen Kulturvölker feinen Geschmack abgewinnen fonate. So führen den auch unsere dramatischew Gäste ihre original- japanischen Musikinstrumente mit sich, die, wenn auch unser Ohr eigentümlich berührend, wesentlich daza beitragen, der Vorstellung das echte Gepräge asiatischer Kunst zu verleihen. Einführungen in die Handlung sind zum Preise von 20 Pf. bei Herrn Ernst Challier im Vorverkauf erhältlich.
=[ Eine sonderbare Berichtigung] leistet sich das Dresdener Amtsgericht. Es veröffentlicht im Dresdener Anzeiger" folgende Bekanntmachung: In der am 4. Januar 1905 veröffentlichten Bekanntmachung des unterzeichneten Gerichts vom 2. d. M. ist unter Nr. 8 irrtümlich abgedruckt worden: Allgemeine Orientierungssäulen- Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Allgemeine Orientierungs- SäulenGesellschaft mit beschränkter Haftung in Dresden. Anstatt dessen hat es richtig zu lauten: Allgemeine Orientierungssäulen- Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Allgemeine Orientierungs- Säulen- Gesellschaft mit beschränkter Haf tung in Dresden." Ein normal veranlagter Mensch wird sich vergeblich den Kopf darüber zerbrechen, was das Dresdener Amtsgericht mit dieser Berichtigung sagen will.
[ Brief. eines Polen aus Deutsch- Südwestafrifa.] Bei einem deutschen Bäckermeister in Hohensalza war ein Geselle in Arbeit, der ein Pole war, sich aber dennoch für die Schußtruppe in Südwestafrika anwerben ließ. Mit rührender Anhänglichkeit sendet er seinem früheren Meister Berichte über seine Erlebnisse, aus denen stets deutlich die Zufriedenheit mit dem Dienste dort unten und der Stolz über die Erfolge der deutschen Truppen und der Zugehörigkeit zu diesen spricht. Der„ Kuj. Bote" veröffentlicht einen dieser Briefe( vom 7. Dezember) aus Windhuk, in dem es heißt: Ich habe noch nich kein Hunger gelitten, denn ich spiehle Becker. Lüber Meister, ieß geht in Süden Los mit Witbois, die Krigen wihr auch klein, eben soh wie die Hererohs. Ich ben bei eine grose Profandt Kolon, ich habe Schohn 100 Mal Büwackihrdt in Felde, aber die Colonen übervalen die nich, weil die zu Große Angst haben, so vihl ich weiß, wird Bahldt Schluß mit Hereros. Hin mahl und wider sendt noch Kleine Gefecht Mit Herero Aber so vihl wie ich weis haben die genuch Stof gefricht und krigen noch immer zuch Pulver Jeder Schus ist nich umsonst bei deutscher Macht." Schließlich äußert sich in dem Briefschreiber doch die Sehnsucht nach der Rückkehr nach Deutschland und nach seinem deutschen Meister, wo es ihn so gut gegangen. In einer Ansichtskarte aus Windhut vom 11. Dezember sagt der Absender:„ Unsere Deutsche Trupen ferlihren nich den Mut und Rostet es noch so vihl Blut."
Ein fonderbarer Lebenskünstler. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Kaum in einem Punkt des täglichen Lebens weichen die Menschen mehr von einander ab, als in ihren Gewohnheiten, Liebhabereien, Abneigungen und Sonderlichkeiten Essen und Trinken. Die verschiedenen Richtungen des Vege. tarianismus mit seinen Uebertreibungen deuten schon an, wie weit die Verschrobenheit in dieser Hinsicht zuweilen geht. Ein besonders schönes Beispiel aber für die Art von geistiger Verirrung gegenüber dem Essen und Trinken lieferte ein Vortrag, der fürzlich vor der Gesellschaft zur Kultur der förperlichen Gesundheit" in Manchester gehalten worden ist. Der Mann faßte seine Ansicht dahin zusammen, daß er so temlich alle gewöhnlichen Nahrungsmittel verdammte, und bie für die Hauptursache der Krankheiten erklärte. Natürlich trat er auch dafür ein, daß die Hygiene, das heißt wohl: jeine Lehre, in allen Schulen verfündet werden müßte, und jält die Unterrichtsbehörden für moralisch verantwortlich für den jetzigen Zustand. Gegen das Salz schleuderte er zuerst seinen Bannfluch, das er als nicht weniger schlimm erklärte als Arsenik. Nur das natürliche pflanzliche Salz, das gewöhnlich ausgefocht und fortgeworfen werde, sei dem Menschen zuträglich, während das mineralische Salz garnicht in en Körper aufgenommen, sondern nur im Blut gelöst werde. Wenn solche Mineralien des Erdbodens, wie Salz, Soda, Ralt, Eisen, Phosphor, Schwefel, Sohle gegessen würden, so verstopften sie den menschlichen Körper in derselben Weise, Die Staub und Schmutz eine Maschine verstopfen. Auf den Benuß von Salz, namentlich wenn es mit eingesalzenen Fischen, Fleisch, Speck und Schinken genommen wird, führt Der Apostel der neuen Ernährungsweise auch den Ursprung Der Krebsfrankheit zurück.
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A Der Bürgerverein Gießen hat in seiner vorgestrigen Versammlung des die vorbereitenden Arbeiten erledigenden Comités seine Konstituirung erfahren. Unter den 230 Mitglieder, die der Verein als gewiß ansehnliche Zahl schon zu seiner Begründung hat, finden wir Namen aus allen Kreisen und Ständen unserer Vaterstadt und nach dem bisherigen regen Interesse in Gewerbetreibenden, Professoren=, Industriellen-, höheren und niederen Beamten- Kreisen zu schließen, wird die Beteiligung noch eine weit größere Ausdehnung annehmen. Die Auflegung von Einzeich nungslisten, die auch die Namen der bereits beige= tretenen Mitglieder enthält, wird nächster Tage in verschiedenen Buchhandlungen und Cigarrengeschäften erfolgen, so daß Jedermaun, der Interesse für städtische Angelegenheiten hat, seine Mitgliedschaft betätigen fann. Die für Ende dieses Monats vorgesehene erste Generalversammlung, die die Aufgabe haben wird den Vorstand zu wählen, die Statuten zu prüfen, etc., wird ferner, u. a. beschließen welche ganz besonderen städtische Interessen berühende Vorträge und daran anknüpfende Discussion in allgemeiner Versammlung zunächst gehalten werden sollen. Die Bestrebungen des jungen Vereins sollten deshalb bet Jedermann gewürdigt werden und volle Unterstützung finden, zum Wohle unserer aufstrebenden Vaterstadt. Roch einmal die Bahn Lich- Grünberg. Vom Lande schreibt man uns. Wir erfahren, daß gegen die Bahn unter anderem auch angeführt worden ist, die Landleute( Bauern soll gesagt sein) würden sich nach der Großstadt Gießen ziehen, oder Bußbach. Nun erstlich ist Gießen noch lange feine Großstadt, kann es aber werden, ebenso wenig Bußbach. Dann aber täuscht sich der betr. Herr im Landvolke ganz besonders. Gerade das Landvolk ist in der Beziehung des Einkaufens seiner Waaren oder Bedürfnisse durchaus Conservativ. Seit hunderten von Jahren haben die Landbewohner in Grünberg getauft. Soweit nicht im eigenen Orte Geschäfte entstanden sind, tun sie es auch jetzt noch und werden es auch in Zukunft tun. Wodurch sind denn die jetzt so großen Geschäfte jeglicher Branche in Grünberg zu der Blüte gebracht, in welcher sich dieselben befinden? Waren diese Geschäftshäuser et ma schon vor dem Bahnbau Gießen- Alsfeld vorhanden oder sind sie erst später, zum großen Teile durch die rascheren und viel bequemeren Berbin ungen durch Bahn und Post empor gekommen? Es ist wirklich etwas naiv, bei den guten ja mitunter glänzenden Grünberger Geschäften, eine solche Jereminade Aber noch viel naiver unserer Landanstellen zu wollen. bevölkerung ein solches Armutszeugniß auszustellen, daß dieselbe durch eine solche furze Bahnstrecke sich sollte aus ihrer alten Gewohnheit herausbringen lassen. Die Grünberger Herren glauben so etwas doch wohl s.lbst nicht.
Zunahme von Invalidenrenten. Die durch das neue Invalidenversicherungsgesetz geschaffene Krankenrente wird denjenigen Versicherten, die während 26 Wochen ununterbrochen erwerbsunfähig gewesen sind, für die zeitweise weitere Dauer ihrer Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit gewährt. Im Jahre 1903 war die Zahl der Versicherten, die diese Rente erhielten, schon auf 8977 angewachsen. Da die Zahl der im gleichen Jahre bewilligten Altersrenten 12 374 betrug, so dürfte die Zeit nicht mehr allzufern sein, in welcher der Zugang von Krankenrenten den von Altersrenten übertreffen wird. Der durchschnittliche Jahresbetrag der Krankenrenten ist jetzt der bedeutendste unter den drei Rentenarten. Bei den Invalidenrenten beläuft er sich auf 152,27 Marf, während er bei den Altersrenten 155,38 Mark und bei den Krantenrenten 155,94 Mark beträgt. In diesem Verhältnis wird sich jedoch mit der Zeit zu gunsten der subalidenrenten eine Aenderung vollziehen. Je länger die Versicherung auf Grund des Invalidenversicherungsgesetzes dauert, um so größere Beitragssummen sind von den einzelnen Versicherten gezahlt und um so höher berechnen sich die dann festzustellenden Invalidenrenten. Es darf deshalb angenommen werden, daß schließlich der durchschnittliche Jahresbetrag der Invalidenrenten der bedeutendste unter den drei Rentenarten werden wird.
Uebrigens ist diese Ansicht keineswegs neu und wird von pielen ebenso fest geglaubt, wie man bor 50 oder 60 Jahren Jarauf schwor, daß Salz und Spirituosen alle Krankheiten jeilen könnten. Dann wurde ein Kollektivbannfluch auf die jöllischen Gewürze geschleudert, auf Senf, Pfeffer, Ingwer, Bewürznelfen, Muskatnuß, Rettig, die englischen Saucen, Essig, die verschiedenen Sorten der Pickles. Soweit mag es 10ch gehen, ebenso ist ein kleiner Teil davon zu billigen, was jegen die Benutzung von Borar, Borsäure, Soda, Backpulber, Cremor tartari sowie von Anilinfarben und schwefel
mte.
mote Lintel Babinge
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Su
In den Submission
93 St. G
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298 St. Fi
184 St. Fid
35 St. Fid
bergeben. F
gloffen, mit
an die Forft
Gröffnun nachmittags 2 Norded Stel
Nabere Berzeichniffe
Steitz zu W


