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Nab und fern.

Zusammengebrogenes Schwimmdock. Bei Ver= suchen mit einem Manometa fürzte in Bremen das große Schwimmdock der Schiffsbaugesellschaft Weser" ein, wodurch ein Schaden von 10 000 M. entsteht. Es gelang zwar, das Dock schwimmend zu erhalten, doch ist der Betrieb vor­läufig gestört.

+ Entflehener Sträfling erschossen. Bet dem Ver­fuche, aus der Strafanstalt Stuben auszubrechen. wurde der Sträfling Sebastian Domartin von der Patrouille über­rascht und erschossen. D. stürz e von der Gefängnismauer in den vorüberfließenden Inn; seine Leiche ist noch nicht ge­funden worden.

Schneefall im Erzgebirge. Starke Schnecfälle, die im oberen Teile des Erzgebirges und im Vogtlande nieder­gingen, haben den Verkehr erheblich gestört. Telegraphen­und Telephonleitungen sind durch starken Frost beschädigt und teilweise außer Betrieb gesetzt worden.

Der Abschluß einer Ghe. In Göttingen erschlug der Postillon Hillemann seine Ehefrau mit einer Art und tötete sich dann selbst durch Erschießen. Der Beweggrund zu der grausigen Tat ist noch in Dunkel gehüllt.

Das Ende des Defraudanten. Nach Unterschla­gung von 6000 m. war der Buchhalter Früngel von der ostholsteinischen Metereigenossenschaft flüchtig geworden. Fr. hat sich nun in Hamburg im Kupee eines Eisenbahnzuges erschossen.

In der Schlaftrunker heit verunglückt. Ein Nei­sender war im Eisenbahnzuge in der Nähe von Stendal während der Fahrt eingeschlafen. Wahrscheinlich infolge von Traumvorstellungen sprang er plötzlich von seinem Plage auf, riß die Tür des dahinsausenden Zuges auf und stürzte auf dem Bahndamm. Er wurde von Bahnbeaminten auf­gefunden und nach der nächsten Station geschafft, schien aber nur leicht verlegt zu sein.

Tötlicher Unsall im Eisenwerk. Auf dem Eisen­werk Union in Dortmund zersprang ein großes Schwung­rad des Walzwerks. Umherfliegende Stücke schlugen durch das Dach eines Nebengebäudes und töteten zwei dort beschäftigte Arbeiter, während vier andere schwer ver­legt wurden.

Raubanfall auf eine Frau. Die Stickereihändlerin N. in Leipzig wurde von einem, bisher unbekannten Mann überfallen und am Halse gewürgt, bis sie bewußtlos umfiel. Der Täter, der mit der Ladentasse entfloh, wird von der Polizei verfolgt. Er hatte sich in dem zurzeit leeren Laden als Käufer vorgestellt und sich von der Besitzerin Muster vorlegen lassen. Die Ueberfallene ist infolge der Verlegungen schwer erkrankt.

Ueberfallener Militärposten. Zwei Männer über­fielen nachts den bei den Schießständen in Fraulautern auf­gestellten Militärposten und verlegen denselben durch Messer­stiche. Wahrscheinlich war ein Einbruch in die Kantine beabsichtigt. Der Posten feuerte auf die Angreifer, traf sie aber nicht. Bisher gelang es nicht die beiden Patrone zu ergreifen.

Folgen einer Explosion. Ein Schaden von über 15 000 m. ist durch die Explosion einer Klärbeckenanlage in Niederrad bei Frankfurt a. Main angerichtet worden. Die Explosion war anscheinend durch aufgesammelte Reste von Benzin und Terpentin im Kanal verursacht. Das Ma­schinenhaus geriet in Brand, wobei ein Arbeiter stark ver­lezi wurde. Der Feuerwehr gelang es, die Gefahr in furzer Zeit zu beseitigen.

Berfolgter Juwelendieb. Der Dieb, der im Sommer d. J. einer Dame in Ostende Juivelen im Werte von 80 000. gestohlen hat, ist nunmehr als Hotelkellner Alfons Medico ermittelt worden. Leider ist es bisher nicht gelungen, des flüchtigen Diebes habhaft zu werden, obwohl 8000 M. Belohnung ausgesetzt sind.

Beim Rettungswerk verbrannt. Durch leicht­finniges Umgehen mit Streichhölzern entstand in dem böh ischen Dorse Lüschitz ein Prand, der sich außerordentlich schnell ausbreitete und über 30 Gebäude vernichtete. Bei dem Versuche, aus seinem brennenden Hause Sachen zu retten, verbrannte ein Tagelöhner, dessen Leiche entsetzlich zugerichtet unter den Trummern gefunden wurde. Da die gesamte Ernte vernichtet ist und viele Familien Obdach und Besiz verloren haben, herrscht große Not unter den Abgebrannten.

Vermilchtes.

Neue Rheinbrücke für 2 Millionen Mark. In Basel ist soeben die neue Rheinbrücke, an deren Bau 3 Jahre gearbeitet worden war, dem Verkehr übergeben worden. Das auf sieben Pfeilern aus Granit errichtete gewaltige Bauwerk hat eine Länge von beinahe 200 Metern bei 18 Meter Breite. Um in etwaigen Kriegsfällen eine Sprengung der Brücke zu erleichtern, wurden Minenkammern in die Pfeiler eingebaut. Der gesamte Bau der Brücke einschließlich Vorarbeiten, Not­brücke usw. hat 2 Millionen Mark erfordert.

Die Droschke als Mittagsgaft. Die Teilnehmer der Mittagstafel einer Pariser Pension erhielten dieser Tage einen ebenso unerwarteten, wie merkwürdigen Gast in Gestalt einer Droschte mit 2 Pferden, die durch das Fenster in den Speisesaal geschleudert wurde. Das Fuhrwerk war auf der Straße an einem Straßenbahnwagen geprallt und so stark zur Seite geworfen worden, daß es über den Bürgersteig weg in den zu ebener Erde belegenen Saal flog. Der Kutscher erlitt bei dem Sturz erhebliche Verlegungen. Sonst wurde das Diner weiter nicht gestört.

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Fischschuppen für Schmucksachen. Aus den Schuppen eines fleinen Fisches werden weiße Perlen zu Schmucksachen gearbeitet. Diese Schuppen sind start glänzend und stammen hauptsächlich von Fischen, die im Mecklenburgischen an einer bestimmten Stelle, dem Dossower Wied, gefangen werden. Für zahlreichen Fischer jener Gegend bedeutet die neue Industrie einen erfreulichen Nebenerwerb, da auswärtige Händler ihnen den Fang sehr gern abkaufen.

Schillers Volkstümlichkeit.

( Schluß.)

Das Leben im Ganzen, welches bleibt, wenn wir längst dahin sind, das ist der höchste Sinn, den jeder Den gwed seinem Dasein geben fann, wenn er will. seiner eigenen Stellung für die Menschheit bedenken, wie es der Meister im Lied von den Glocke so schön tut. Das ist der Gesichtspunkt, der jeden Beruf und jede Tätigkeit, so winzig unb ameisenklein sie auch scheinen mag, mit einem Tropfen Ewigkeit erfüllt.

So endigt auch das Gedicht Die Ideale", in dem Schiller gewissermaßen seine eigne geistige Entwicklung und deren Resultat in größter Kürze überblickt, mit dem Hinweis auf das Tröstliche, auf den ewigen Wert jeder Arbeit:

Die langsam schafft, doch nie zerstört, Die zu dem Bau der Ewigkeiten Zwar Sandforn nur um Sandforn reicht, Doch von der großen Schuld der Zeiten Minuten, Tage, Jahre streicht.

So sehen wir schon in den Philos. Briefen", die wie ein Art Programm am Anfang der geistigen Entwickelung des Dichters stehen, die beiden Hauptwurzeln seiner Volts­tümlichkeit, einmal das vielseitige Verständnis, das in jeder ehrlich gemeinten Anschauung den berechtigten Kern heraus. findet, sodann die unermüdliche Arbeitsfreudigkeit, die in immer reuen Werken die große Schuld der Beiten" abtragen hilft, die den frohen Glauben an die Menschheit sich nicht rauben läßt.

Dieser Glauben ist wohl das Entscheidende. Ohne ihn ist ja überhaupt nichts großes in der Welt zu vollbringen. Ihn hebt auch Göthe in seinem Nachruf an Schiller so ganz besonders hervor:

Es glühte seine Wange rot und röter Von jener Jugend, die uns nie entfliegt, Von jenem Mut, der früher oder später Den Widerstand der dumpfen Welt besiegt, Von jenem Glauben, der sich stets erhöhter Bald fühn hervorgedrängt, bald geduldig schmiegt, Damit das Gute wachse, wirte, fromme, Damit der Tag dem Edlen endlich komme.

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Dieser Glaube gab dem Dichter die Kraft, immer von neuem den Versuch zu machen, die stumpfe Welt" zu sich emporzureißen, er hat ihn vor dem andern Wege bewahrt, den billigeren Lorbeer zu erstreben, den man findet, wenn man immer nur der großen Mehrzahl nach dem Munde redet und nur die allgemein herrschenden Ansichten aus­spricht. Schiller selbst sagt, er wolle seinen Zeitgenossen nicht leisten, was sie lobten, sondern was sie bedürften, nicht was sie gern, sondern was sie nötig hätten. Wie er im ehrlichen Rampf mit sich selbst und seinen menschlichen Schwächen sich stets zu bessern suhte, wie er so die strengen sittlichen Anforderungen des alten Kant ernst und eifrig auf sich anwandte, so hat er auch in anderen Menschen stets das bessere Selbst gesucht und gefunden und hat es gestärkt in seinem Gegensatz zu dem gewöhnlichen Egoismus.

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Wir brauchen uns vor seinem Jdealismus, vor seinem Glauben an die Menschheit auch keineswegs zu fürchten, denn er hat nichts Leichtgläubiges, nichts Ueberspanntes an sich, reich genug ist Schiller auch an Menschenkenntris ge­wesen, um sich feiner Täuschung hinzugeben. Denken wir doch nur an die Zeit, in der er gelebt hat, an die Beit der großen Revolution mit ihren fühnen, schönen Hoffnungen und ihrer blutigen Enttäuschung! Denken wir ferner an die feinen Charakterzeichnungen, auch der Alltagsmenschen, auch der fleinen Geister, auch der Spizbuben, wie sie der Dichter in seinen reichgestaltigen"( Goethe) Schauspielen ur vor Augen stellt! Wie viel trübe Erfahrungen flingen doch auch in den bitteren Worten wieder: Laßt nicht zu viel uns an die Menschen glauben!" Der in dem anderen: Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen." Aber mag man über die jzige Beschaffenheit der Menschheit, mochte der Dichter über das fleine spießbürgerliche Geschlecht seiner großen Zeit noch so gering denten, das hat er doch nie verkannt, davor hat ihn schon sein intimes Verständnis geschichtlicher Ent­widelung bewahrt, daß die Menschheit im Ganzen etwas Werdendes etwas Aufwärtsstrebendes ist, und daß wir an diesem Aufwärtsstreben mitarbeiten sollten, soviel wir eben fönnen. Es gilt, wie er sagt, aus dem Bunde des Mög­lichen mit dem Notwendigen bas Ideal zu erzeugen. Das ganze Geheimnis ist, sich auch mit den kleinsten Erfolgen zu trösten, wenn es nur überhaupt vorwärts geht. So heißt es in dem Aufsatz: Ueber die Schaubühne als moralische Anstalt", daß vielleicht Molières Harpagon noch feinen Bucherer besserte, daß Karl Moors unglückliche Räuber­geschichten die Landstraße noch nicht viel sicherer machen werden. Man könne ja aber auch schon zufrieden sein, wenn nur wenigstens der eine oder andere etwas Menschenfennt­nis aus dem Theater mitheim nähme. In der psychologischen Richtigkeit der meisten Charakterzeichnungen beruht aber auch der gewaltige Fortschritt den gerade Schillers Stücke gegen­über den Lieblingsweiten seiner Beit( Iffiand, Rozebue) gebracht haben. Schillers Idealismus besteht niemals, wie wie man vielfach zu glauben syeint, in einer Ueberschäßung der menschlichen Natur, sondern nur in dem hohen Eifer, mit aller Kraft an der Hebung ihrer schmerzlich durchschauten Mangelhaftigkeit zu arbeiten. So stellt er seine Ideal­gestalten in das Getriebe der übrigen Personen mitten hinein, wie als Maßstab, an dem wir die legten nicht nur, sondern oft genug auch uns selbst messen sollen, wie als Beispiele des Kampfes um eine höhere Sittlichkeit, den wir( recht im Sinne des Kants) alle zu führen haben. Und wie hat nun das deutsche Volt, das edle Vertrauen des Dichters, aber auch seine hohen Anforderungen aufgenommen? Ich denke, die nach seinem Tode verflossenen hundert Jahre geben uns allen Grund, Mut zu fassen. Sie haben Goethes schönes Wort:

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Und so verbreitet sich's in ganzen Scharen, Das Eigenste, was ihm allein gehört"

durchaus bestätigt. Möge auch das andere seine Geltung behalten: o bleibt er uns!"

Daran laßt uns alle unser Teil mithelfen!

Der Schiller- Gedenkstein auf dem

Lutherberge.

Gestern Nachmittag 3 Uhr enthüllte die Gießener Bürgerschaft in einfach schlichter Weise vor der Schiller­

Eiche den Schiller- Gedenkstein. Troß des unfreundlichen Wetters hatte sich eine dichte Menschenmenge auf dem Lutherberge eingefunden, um Beuge des feierlichen Attes zu sein. Eingeleitet wurde die Feier durch eine Mufifpiece und dann sangen die vereinigten Gießener Männerchöre unter Leitung des Großh. Univ.- Mufifdirettors Trautmann das herrliche weihevolle Lied: Dies ist der Tag des Herrn". Mächtig hallten die Klänge zu dem grauen Novemberhimmel empor und durch die Fahnen, die in den deutschen und hessischen Farben herabwallten, ging eine leise Bewegung. Turner­jünglinge sprangen hinzu und langsam fiel die Hülle von dem Steine, auf den sich sofort alle Blicke hefteten. Doch gleich darauf wandten sie sich der Rednertribüne zu, die Ober­Bibliothekar Dr. Ebel betreten hatte, um das Wort zur Feftrede zu ergreifen, die folgenden Inhalt hat:

Hochansehnliche Festversammlung!

Als im Frühling dieses Jahres die Glocken durch das Land flangen und uns erinnerten, daß ein Jahr­hundert verflossen, seit das deutsche Bolt seinen größten Dramendichter ins Grab sentte, da verbot das ernste Bewußtsein dessen, was uns sein allzu früher Tod ge­raubt, noch ehe wir es besessen, geräuschvolle Feste. Dennoch waren es nicht düstere Trauerfeiern, die wir veranstalteten. Durch alle Versammlungen ging vielmehr als gedämpfter Ausdruck unserer Begeisterung im Hauch freudigen Stolzes, daß wir mit Goethe sagen durften: ,, Er war unser!"

Nicht von heute und nicht von gestern ist diese Be­geisterung, längst hat sie in deutschen Herzen geglüht. Seit seine Werte gelesen werden, ist Friedrich Schiller unseres Voltes Lehrer und Führer geworden, dem es zu­jubelte, wie ihm einst die Jenenser Studenten nach jener denkwürdigen Aufführung der Braut von Messina zuge­jubelt hatten. Was er uns Deutschen bedeutete, das zeigte sich mit elementarer Gewalt am 10. November 1859.

Damals beging man die hundertste Wiederkehr seines Geburtstages. Bon den Bergen loderten die Freudenfeuer, donnerten die Böller, und in den Städten wogten festlich gekleidete Menschen. Es flatterten die Fahnen um die Denkmäler des Dichters und in das Geläute der Glocken mischten sich Fanfaren und tausendstimmiger Lobgesang. Auch Gießen hat damals eine Schillerfeier gehabt. Schier überschwenglich war, was festesfrohe Röpfe ersonnen. Tage und Nächte dauerte das frohe Treiben. Aber ist es auch verrauscht, ein dauerndes Zeichen der Erinnerung ist uns geblieben: hier diese Eiche pflanzten in jenen Tagen die Bürger unserer Stadt in dankbarem Gedenken an ihren Dichter, sich selbst aber zur Ehre. In festlichem Zuge wurde der junge Stamm hierher geführt, geleitet von der Turnerschaft und ge­halten von 12 jungen Turnern im dünnen leinenen Turner gewand. Von den Fahnen, die damals im Zuge wehten, sehen wir heute noch die des Turnvereins und des Gesangvereins Harmonie. Von den jungen Turnern aber begrüßen wir heute als Ehrengäste die Herren Chr. Frutig, Bilh. Hosh, G. E. Möhl, R. Moll, 2. Petri II. und F. Senner. Ihnen als Vertretern der älteren Generation sei der Dant der Jüngeren entgegengebracht.

Und warum, so fragen wir, feiert das deutsche Volt gerade Friedrich Schiller mit solch hingebender Begeisterung; gibt es doch so viele, viele Dichter, die uns Herrliches und Unsterbliches beschert?! Wohlan, wie Bismard als der Urtypus deutschen Charakters, so erscheint uns Fried. rich Schiller als der Urtypus deutschen Geistes. Nicht eiwa, weil er nur deutsche vaterländische Stoffe behandelt hätte, nein, weil er deutschem Fühlen und Denten am reinsten und eindringlichsten Ausdruck verliehen hat. Eine der ersten Forderungen, die er aufstellt, ist bie der Freiheit der Völker von fremder Knechtschaft. Darum kämpft die Jungfrau von Orleans für die Frei heit Frankreich und darum befreit Wilhelm Tell sein Schweizervolt. Und weiter fordert er die Freiheit der Person.

Aber nicht jene zügellose Freiheit, die alle Bande frommer Scheu" zerreißt, sondern jene Freiheit, die sich burch freiwillige Unterordnung unter selbstgeschaffene Ge seze zu einer höheren Sittlichkeit erhebt:

"

Heil'ge Ordnung, segensreiche

Himmelstochter, die das Gleiche

Frei und leicht und freudig bindet..."

Und endlich das Höchfte: die Freiheit des Dentens. Dort drüben steht ein zweiter Eichbaum, von den Bürgern Gießens, dem Andenken eines anderen deutschen Freiheitskämpfers gepflanzt, dessen Geburtstag - ein wunderbarer Zufall auf denselben 10. Novbr. fällt: Martin Luthers. Wie der vom deutschen Bolte den Zwang des Glaubens und des Gewissens nahm, so verlangt Schiller die Freiheit des Geistes, wenn in der großen Szene des 3. Attes des Don Carlos der Marquis Bosa dem völkerbeherrschenden Philipp dte denkwürdigen Worte entgegenruft:

Ein Federzug von dieser Hand, und neu Eschaffen wird die Ecde. Geben Sie Gedankenfreiheit!"

Wie immer man dies Wort auch auslegen mag, ob

als politische, religiöse oder wissenschaftliche Forderung; es spricht es aus, was in der Menschenbrust lebt; ber urewige Drang nach freier ungehemmter Entfaltung aller edleren Kräfte ter Menschen. Und Hand in Hand mit diesem Verlangen geht ein anderes das die Borbedingung ist seiner Erfüllung.

Н

Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei

Und würd' er in Retten geboren!"

Jebem Stand Jucht Gefühl, dem Golbat dem Bürger.

Ehrt ben Ehret uns b fo fingt er in feinem Lie baren Hohenliebe bes Bür

Der Golbat in Ball Der bem Tob in Der Golbat allein Und im trupigen

der Bauer Arnold Meld Der Arm, Herr Sich unterwitft, Rann auch bes Solche Menschen f Unterthanen erziehen un ber Joealfloat B.fa Wenn nicht ein heimatl Alle& äfte will er b Baterlandes Was ist unschul Wenn es der Die

Und weiter:

Rtswürdig Thr alles freud Und endlich das Herrlich Ans Baterland,

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Aus diesen Borte Kraft, Mut und Begei Kampf zur Befreiun Worte hat das beut traurige Beit nach 18

gehalten die Sehnsuch

der Freihe feiner B die Erfüllung der bei hatte, als dann die S fuchte das Benige, d da blieb Schiller d Stütze seiner Hoffaus feines hundertften Ausdruck, daß alle dentens und seines Trennung hinweg fie großen Volte. Den Fahne, damals nod fie erschienen, wurde

Seitdem ist es sehnt, die Väter geba neue muß der Befi unser Eigentum fein genug dunkle Mächte

wollen unfer Recht au tünstlerisch. Breit mac Etrebertum, Egoismus Gegen diefe Mächte d Rampfe follen wir une der unser Führer sei, gewesen ist. Freiheit Menschenglück und Lieb Sie Schiller uns Deut wir sein Andenken he wie ehedem. Daß es e fei, pflanzten unfere Jbeale unserer Väter ü

Herzen bewahren, zum

Stein. Und heute wie das dieses Wahrzeichen

Bleich nach der öffentlichte Herr Geh. S Artifel, in dem er zum denksteines vor dieser Eid

fos gab zu dieser Feier.

B gerin nationaler Tug

zu eigen. Wie fie lebhaf fo veranstaltete sie auch tehrsverein, der in Stadt feine Aufgabe erb die Mittel zur Ausführu Gießens, allen voran die

on Meifterhand, haben höher zu weihen. Shne bracht, dem Urheber des

geführt.

Und so übergebe Bürgerschaft Gießens

waltung. Möge er un schauen als ein Denkma Sodann betrat Oberb im Namen der Stadt bachtenswerten Wort

Hochgeehrte F Es gehörte der Mut plitischen Ueberzeugung daj

3 Beit der Realtion gegen bi Bießener Bürger hinausg tage Schillers diese Eiche zu Se wollten damit fagen, dußerlich unterbrüdt, fie Banten haben vielmehr Bu en und grünen wie bie

Das ist die innere Freiheit, die ihm niemand rauben fann und die sich gründet auf ein im innersten Herzen erwachsenes unveräußerliches Gut, auf das Bewußtsein eigener Würde und eigenen Wertes.

In

ihren jungen Jahrer 1870, die dem deutscher b ein gut Teil der früh Weiten und Rechte brachten

ahnten Aufschwung deutscher Wedderbaues und der Indu