In dem Kesseltreiben in Deutschsüdwestafrika ist es jetzt zu neuen Zusammenstößen mit den Hottentotten gekommen. Truppen von der Abteilung Meister gelang es, südlich von Gorab und westlich von Zaris Banden der Hottentotten zu stellen und zu schlagen. Indessen konnte der Feind in die Gebirgsschluchten zurückweichen, wo er sich mit den übrigen vor unseren Truppen zurückgewichenen Hottentotten- und Herero- Banden vereinigte, deren Stärke auf 300 Gewehre geschätzt wird. Che ein weiterer Angriff erfolgt, müssen größere Wasserkolonnen herangezogen werden, da die Gegend sehr masserarm ist. Die Wasserstellen am Westrande des nördlichen Zaris- Gebirges sind von unseren Truppen besetzt, ebenso die Eingänge zur Nau- Kluft. Die bisherige Abteilung Estorff steht unter Hauptmann Moraht bereit, nach Osten zurückströmende Banden abzufangen. Die A teilung Koppy hat das Tiras- Gebirge und die Aruab- Berçe vom Feinde gesäubert. Major von Estorff ist mit Säuberung des östlichen Namalandes, in dem sich mehrfach klei. nere Banden der Witbois gezeigt haben, beauftragt
Oesterreich- Ungarn
** In Budapest ist es der Polizei gelungen, den Verfasser der Broschüre„ Die ungarische Krise und die Hohenzollern" in der Person des Journalisten Zyany zu verhaften. Die Flugschrift sagte dem Hohenzollernhause. Absichten auf den ungarischen Königsthron nach. Znany wird wegen Hochverrats vor Gericht gestellt. Er behauptet, ein mit der Regierung befreundeter Herr habe die Schrift bei ihm beſtellt.
Spanien.
** Bei den Wahlen zur Deputiertenkammer hat die Regierung eine erhebliche Mehrheit erlangt. An vielen Orten ist es zu Ruheſtörungen gekommen. In Valance murde ein junges Mädchen getötet. und mehrere Personen wurden verTezt.
Rufsland.
** Die Lage im Naphtha- Gebiet soll sich wesentlich gebessert haben, und es soll sogar eine Art Friede zwischen der Regierung und den Arbeiterführern geschlossen sein. Hoffentlich bestätigt sich die Meldung, denn die Gefährdung der Naphtha- Industrie beginnt sich weithin bei anderen Industrien geltend zu machen. Namentlich ist die Dampfschi f- fahrt sehr bedroht, und es ist von der Einstellung der FlußSchiffahrt die Rede, wodurch tausende von Matrosen 1 d Arbeitern brotlos würden. Das Gleiche gilt von der Sa..z= industrie und dem Fischerei- Gewerbe. An der Insel KaLoscher, 25 Kilometer von Jacobstadt, stieß ein unbekannter Dampfer, dessen Namen mit Farbe überstrichen war, im Finnischen Meerbusen im starken Nebel auf eine Sandbank. Dabei ereignete sich eine Explosion, bei der der Dampfer samt der Bemannung in die Luft flog. Das Schiff war mit Gewehren und Munition beladen. Die Wasseroberfläche ist mit schwimmenden Gewehrkolben bedeckt. Am Ufer wurden 1300 Magazingewehre geborgen, außerdem 3 Kisten, die mit Revolvern angefüllt waren. Auch von einem Bombenattentat im Park von Peterhof ist die Rede. Zwei Personen sollen getötet, vierzehn verwundet sein, darunter der frühere Kriegsminister Sachorow, der durch einen Bombe: splitter schwer verletzt sein soll.
Alien.
Dem herrschenden Gebrauche entsprechend, ist nach den letzten Ereignissen die Demission des japanischen Kabinetts dem Mikado angeboten worden. Dieser hat die Entlassung der Minister abgelehnt und auch den Minister des Innern im Amte belassen. Anläßlich einer in Osaka abgehaltenen Massenversammlung, die den Bruch des Friedensvertrages forderte, kam es zu Ruhestörungen, bei denen vierzig Pr sonen leicht..nd eine schwer verletzt wurden.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser war gestern im Manövergelände und stattete auf der Rückkehr nach Coblenz der Marksburg bei Braubach einen Besuch ab, freudig begrüßt von den Bewohnern der schön geschmückten Stadt. Die Kaiserin empfing derweilen im Coblenzer Schlosse die Damen des Adels, der Spigen der Behörden und des Offizierkorps des 8. Armeeforps.
Deer und flotte.
Deutsche Flotten- Manöver. Die Herbstmanöver der aftiven Schlachtflotte sind beendet. Die gesamte Manöverflotte anferte vor dem Nordostseekanal bei Brunsbüttelfoog.
Coziales Leben.
Ende des Lübecker Bauarbeiter- Ausstandes. Nach drei monatiger Dauer des Ausstandes beschlossen die Bauarbeiter in Lübeck, die Arbeit bedingungslos wieder aufzunehmen. Bei dem Erscheinen der Arbeiter auf den Bauplägen vermeigerten die Arbeitgeber, die Arbeit wieder aufnehmen zu lassen, bevor nicht mindestens ein zweijähriger Lohntarif abgeschlossen sei.
Erhöhung der Preise für Glacéleder. Eine in Leipzig tagende Versammlung der Glacé- und Weißleder- IndustrielTen beschloß, die Preise für Glacéleder zu erhöhen und die Handschuhfabrikanten aufzufordern, gleichfalls einen Preisaufschlag eintreten zu lassen.
Die Postunterbeamten in Frankreich fordern Erhöhung der Bezüge und Vermehrung des Personals und sind entschlossen, zur Verwirklichung dieser Forderungen trotz der ablehnenden Haltung des Ministers eine Fachgenossenschaft zu gründen. Ende dieses Monats soll in Paris ein Kongreß der Postbediensteten Frankreichs abgehalten werden, auf welcheni insbesondere die Frage der Fachgenossenschaften be= schlossen werden soll.
Lohnbewegung der amerikanischen Güterlade- Arbeiter. In Chicago haben die Güterverladungs- Arbeiter den Leitern von 22 Eisenbahnen Forderungen auf Rohnerhöhungen im Umfang von etwa 10 Prozent unterbreitet. Im Falle der Ablehnung wollen sie eine Abstimmung über die Frage des Generalausstandes der ihrer Union angehörigen Arbeiter veranstalten.
Serbiens Sorgen.
( Eigener Bericht.)
Wien, 11. September.
ein gewaltig böses Renommé; und zwar, wie zugegeben werden muß, durchaus nicht unverdient. Es ist kein Hofflatsch, wie er wohl auf dem zerwühlten Boden Belgrads gedeihen mag. Was Prinz Georg dort tut und treibt, das liegt vor aller Augen. Er legt sich durchaus keine Zurückhaltung auf. Das Noblesse oblige, das für einen fünftigen Thronerben und gerade in Serbien! in besonderer Geltung stehen sollte, kennt er nicht. Wenn es sich um lustige, ja tolle Streiche handeln würde, da sähe man wohl der Jugend manches nach. Denn die Serben sind keine Duckmäuser. Allein es ist nicht der Uebermut der Jugend, nicht das heiße Blut des Jünglings, das sich austoben will, es ist eine unFändige Natur, die sich in der Lust an rohem Skandal und unsauberem Wandel nicht genug tun fann.
In Serbiens Hauptstadt zieht ein Jüngling die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, der bestimmt ist, dereinst einer hohen Aufgabe zu walten. Das ist der Kronprinz Georg, König Peters ältester Sohn. Doch nichts Gutes ist es, mas man von dem innoen Königssohne redet. Er hat
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Schon als ganz junger Mensch trieb Prinz Georg sich mit Vorliebe in verrufenen Rokalen herum und fing um verrufener Frauenzimmer willen mit den übel beleumdeten Besuchern solcher Lokale Händel an. Daß diese in ihm dann nicht den Königssohn ehrten, sondern ihn wie ihresgleichen behandelten, konnte nicht Wunder nehmen. Die„ SektGeschichten" des Prinzen Georg waren berüchtigt: erst wurden die Flaschen leer getrunken, und dann benutzte JungGeorg sie als Waffe, mit der er seine Spießgesellen auf die Köpfe schlug. Er schonte weder die moralischen Gefühle, die wahrhaftig in Belgrad nicht anzu hoch entwickelt sind, noch die religiösen Empfindungen des Volkes. Mit vornehmen Rowdies machte er nach einem Gelage einen Angrifs auf ein Nonnenkloster, und es bedurfte der ganzen Heberlegenheit der greisen Aebtissin, die wenigstens die Begleiter des fünftigen Königs so weit zur Vernunft brachte, daß eine direkte Heiligtums- Schändung verhindert wurde. Prinz Georg wäre es auch darauf nicht angekommen!
Man hat alles Mögliche versucht, um Wandel zu schaffen. König Peter gab seinem Aeltesten einen untadeligen französischen Kavalier als Erzieher, der aus ihm einen Mann, einen Soldaten, einen König machen sollte. Prinz Georg lachte darüber. Er spielte sich dem französischen Major gegenüber auf den Kraftmenschen hinaus und ruhte nicht, bis der Erzieher, der seinem Zögling durch Teilnahme an den tollsten Ritten durch Sumpf und Wald, über Stock und Stein imponieren wollte, schwer verletzt hinter einer im Fluge genommenen hohen Steinmauer lag.
Besorgt fragen sich alle Kreise in Serbiens Hauptstadt, wohin das führen, wie es einmal werden soll, wenn ein Mann Prinz Georg ist ja jetzt mündig erklärt worden einst den Thron der Karageorgiewitsch besteigen wird, dem jede persönliche Selbstbeherrschung, von Achtung vor Gesetz und Recht gar nicht zu reden, vollständig abgeht..
Der Schatten Milans steigt herauf. Auch er hatte einst die Liebe des Serbenvolkes, und daß er sie verlor, hat er neben der eigenen Schuld zum guten Teil dem Treiben feines Sohnes Alexander zu danken. König Peter ist nicht unbeliebt in seinem Lande. Man ist froh, daß man nach all den Wirren in verhältnismäßiger Ruhe den Geschäften nach. gehen kann. Soll auch Peter an seinem Sohne zugrunde gehen?... Serbiens Sorgen nehmen kein Ende. größte Sorge aber heißt jetzt Kronprinz Georg!
Nab und Fern.
Die
† Von der Cholera. Der Stand der Krankheit beginnt sich im infizierten Gebiet zu verringern; so lagen gestern aus dem Regierungsbezirk Marienwerder Meldungen über neue verdächtige Erkrankungen nicht vor. In anderen Gegenden wurden einige wenige Erkrankungen und Todesfälle verzeichnet. Der Ulan Manbrech vom 4. Ulanen- Regiment in Thorn, der mit anderen Ulanen in der Artillerie- Kaserne in Graudenz einquartiert war, ist an Cholera gestorben.
† Friedenssehnsucht im Hause Koburg. In Brüsseler Hof. freisen verlautet, daß Verhandlungen im Zuge sind, um die Fortführung des Ehescheidungsprozesses der Prinzessin Luise von Koburg zu verhindern und eine außergerichtliche Einigung zustande zu bringen, da man den bevorstehenden Skandal vermeiden will. Das wäre das Vernünftigste, was geschehen könnte.
† Wer ist schuld? In Liegnitz ist der Schießunteroffizier Mahn vom 7. Grenadier- Regiment in Untersuchungshaft genommen worden. Dem Verhafteten wird die Hauptschule an dem Schießunglück, bei dem zwei Grenadiere ihr Leben verloren, zur Last gelegt, weil er die Gewehre nicht ordent lich nachgesehen hatte, nachdem das Schießen beendet war.
† Ueberschwemmung in Petersburg. Bei starkem Weststurm ist in der Zarenresidenz Ueberschwemmung eingetreten. Der Sturm trieb das Wasser bergauf. In anderthalb Stun den stiegen die Fluten um zwei Juß. Wassili- Ostrow ist gänzlich überschwemmt.
† Die Hochbahnkatastrophe in Newyork. Aus Newyork wird unterm 11. d. Mts. gemeldet: Der erste große Unfall seit dem Bestehen der Hochbahn fand heute statt, indem ein Weichensteller eine falsche Weichenſtellung zu reparieren suchte, als der Zug bereits auf einem verstellbaren Gleise angefahren fam. Der Hochbahnzug wurde dadurch in zwei Teile geschnitten. Ein besetter Waggon, 80 Fuß fassend, stürzte, im Fallen sich mehrmals überschlagend, ins Wasser. Zehn Menschen blieben tot, während 40 schwer verlegt wurden.
Die Hplazada.
Ein Notschrei aus Cuba.
Tatsache und ihrer Sanktion durch die Gesellschaft besiegt die Waffen strecken müssen.
afolgt bei der Infan Ravalleriften noch ben machen müffen. ** Fenerwehr Sollten die Gießener F ber Pflichtfeuerwehr e * Das fozial für Seffen ift jezt er gordnete Dr. David dem Beschluß der om dem Sig des La Tollwut. abteilung des Königl einem in Gießen am fgeftellt worden i Cheßen die verfügte gedehnt worden.
Eine
Das Bedenklichste sind die logischen Folgen dieser modernen Ehen. Es werden ganz offen und unter allgemeiner Billigung Liebesverhältnisse zwischen verheirateten Männern und sogenannten gfrauen angeknüpft; das Liebespaar erklärt einfach, daß es eine Ehe nach dem neuer System schließer will, und das genügt vouständig; man betrachtet eben in den Familienkreisen und in der Gesellschaft eir: solches Liebespaar als Zukunftsverlobte". Wir besuchten jüngst eine Gegend der Insel, wo die neue Ordnung der Dinge so gang und gäbe ist, daß man in der Gesellschaft für die mit verheirateten Männern verlobten Jungfrauen ein besonderes Wort erfunden hat: man nennt sie„ Aplazada, d. h. etwa" Aufgeschobene". Und man fann tagtäglich; Gespräche folgender Art hören: Ist denn Clemencitu mit Ton Alfredo verheiratet?"" Nein."-„ Dann Icbt sie wohl als seine Geliebte mit ihm zusarraren?" Auch nicht." Also ist sie seine Zukunftsfrau!" Aplazada" ist Clemencia, menn sie an Don Alfredo schon durch ein sehr enges Band gefesselt ist, und wenn Don Al. fredo nur auf eine günstige Gelegenheit wartet, seine legi tinte Gattin hinauszuwerfen, um sein Verhältnis zu Tlc mencita durch die moderne Forni der„ Eheschließung" was man so nennt zu.legalisieren". Wir selbst wurden in den Salons der besten Kreise Tamen dieser Art mit der größtmöglichsten Unbefangenheit vorgestellt:„ Gestatten Eie, daß ich Sie der Gemahlin des Herrn Fulano vorstede " Ich habe die Ehre, Sie der Braut des Herrn Zutano bor ustellen." ,, Diese junge Dame ist die„ Aplazada" dee Herrn Fulano"( desselben Mannes, dessen rechtmäßige Gottin ich soeben fennen gelernt habe!). Und das alles mit der größten Gemütlichkeit, als wenn es sich um die natürlichste Sache von der Welt handelte! Man lächelt den„ Aplazadas" freundlich zu, feiert ihre Schönheit und wünscht ihnen Glüd für die Zukunft: ja, man findet es lächerlich, wenn Fulanos Gattin mit der Dame, die bestimmt ist, sie an Fulanos Seite zu ersetzen, nicht freundschaftlich verkehren will!
In dem in Habana erscheinenden Blatte„ La Discusión" war jüngst folgendes zu lesen: Auf Cuba nehmen jetzt auch die Sitten und Ideen einen neuen Kurs, einen Kurs, der vor 20 Jahren noch allgemeine Entrüstung hervorgerufen hätte. Eine der Neuheiten des neuen Lebens, das wir jetzt führen, ist die nach Lust und Laune defretierte außergeseßliche Ehe scheidung und die mehr oder minder meist minder legalisierte, von unserer vornehmen" Gesellschaft aber durchaus akzeptierte Eheschließung, die darauf folgt. In Cuba trennt sich heutzutage ein Mann oder eine Frau eigen mächtig von der noch lebenden anderen Ehehälfte und ver heiratet sich ebenso eigenmächtig mit einem anderen oder einer anderen. Diese neue Art der Eheschließung, über deren gesetzliche Gültigkeit sich mancherlei sagen ließe, ist uns bereits so vertraut geworden, daß sie als landesübliche Ein richtung betrachtet werden kann, und wenn einst der Tag kommen wird, an welchem das öffentliche Recht, wie es ja zweifellos wird geschehen müssen, sich mit dieser, die Grund. lagen des Familienlebens erschütternden Angelegenheit zu beschäftigen haben wird, dürfte es angesichts der vollendeten
Hus dem Gerichtsfaal.
§ In Sachen der Spremberger Eisenbahnkatastrophe hat die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen den verhafteten Stationsassistenten Stulljus wegen fahrlässiger Tötung unter Außerachtlassung der Berufspflichten erhoben.
RB. Am 20. D eime von der Reid Reichebantnebenftelle Bisoberlehr eröffnet welche nach dem 19. db angelauft werden. ** Die Sozia Worbenen Mainzer Die„ Mainzer Boltesig" geordneten Dr. David ghaltenen Nachruf mi Maing hat in Heinrich vollgültig zu erf en w Die ganze Stadt gleidh treuer Ratgeber der tolferung, ein objektive freund, ein wahrhaft gegangen. Aufrichtig blichenen die Stadt H.T. V. Ster Schwanen" bie bie then Techniker Sreisstraßenbau Gitwa 100 Mitglieder Seffenlandes eingefun Sagesordnung des S fahtigung der neuen bersammlung befchließ Herrn eröffnete der die Berfammlung. famden meist ziemlich betr. Referenten vor wurde die in München al Berbandsorgan 5 Mt. feftges pt. Des einem Ansuchen der zugeben, um Anfluß bonn bayerischen Verb dertschen Landesverbän fendet werden. Die a Vorstandes war feine Borfigende, Braun- Ale er infolge Ueberlaftung fi nunmehr noch die Aommiffionsberichte 2c. barfchiedene große Neu fangreich find, eine uvigen auch noh grßeren Verbande fid getragen haben. Nad Bahl geschritten, nach Liebegott. Benshe fowie weiter als Vor berger Worme, Kreis
§ Wegen Mißhandlung Untergebener stand der Unteroffizier Thau von der 9. Komp. des Königin Augusta- GardeGrenadier- Regiments vor dem Kriegsgericht der 2. GardeDivision. Nicht weniger als 345 Fälle von Mißhandlungen Untergebener und 106 Fälle des Mißbrauchs der Dienstgewalt legte die Anklage dem Unteroffizier zur Last. Als Zeuge waren die Mitglieder der gesamten Korporalschaft des Unteroffiziers erschienen. Der Angeklagte gab die Mißhandlungen zu. Er will diese jedoch niemals ohne Veran lassung begangen haben. Ferner hatten fleinere dienstliche Verfehlungen bei den Geschlagenen vorgelegen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 1½ Jahren sowie auf Degradation.
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Vermischtes.
Hervorragende Fischzüge werden von der Offfüste gemeldet, wo der Heringsfang zurzeit ungewöhnlich gedeiht. Zwei Boote aus Lowesdoft lieferten an einem Tage 230 000 Fische ab, die sie zu 30 Mark das Tausend verkauften. Das Boot Golden Cleam" aus Hull wollte Seezungen an der Küste Spaniens holen, brachte aber dafür 53 prächtige Störe heim, von denen der größte mit 1000 Mark bezahlt wurde. Simulant oder Phänomen? Das Gefängnis in Camarthen beherbergt einen sonderbaren Gast in der Person eines deutschen Dieners. Der Gefangene steht oder liegt bewegungslos in seiner Selle, sein Körper ist vollkommen steif und verbleibt genau in der Stellung, in welche die Wärter ihn legen oder stellen. Die Gefängnisärzte sind vorläufig noch vollkommen im Zweifel darüber, ob sie es mit einer geheimnisvollen Krankheit zu tun haben, oder ob der Mann nur simuliert. Man hat schon die verschiedentlichsten Proben gemacht, aber ohne das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Der Mann hungert für lange Zeit, um dann plötzlich alle ihm dargereichten Speisen mit einer furchtbaren Gier zu verschlingen. Sowie er gegessen hat, verfällt er wieder in seinen kataleptischen Zustand zurück.
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Eine Hundertjährige. Die Witwe Rudeau zu Nitting im Regierungsbezirk Trier feierte ihren hundertsten Geburtstag bei guter Gesundheit und voller geistiger Frische. Der Kaiser ließ der Jubilarin ein Geschenk überreichen.
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Sein letzter Wunsch. Aus Newyork wird gemeldet: Einen Aufschub seiner Hinrichtung erbat aus sonderbaren Gründen der Neger Holmes, als er, wegen Ueberfalles auf eine weiße Frau zum Tode verurteilt, in Norfolk( Virgi nien) bereits mit dem Strick um den Hals unter dem Galgen stand. Er sagte, er sei hungrig und möchte noch ein paar weichgekochte Eier essen, die in seiner Zelle liegen. Die Eier wurden auch tatsächlich geholt, Holmes aß sie, und dann erfolgte die Hinrichtung.
Lokales.
13. September 1905.
** Der Großherzog hat den Oberlehrer an dem Oftergymnasium zu Mainz, Professor Dr. Kari Noad, auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt.
** Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 4. Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Schlig. *** Der Plan des Kaisermanövers ist in großen Bügen ungefähr folgender: a) Das 18. Korps übersteigt Montag und Dienstag vom Main aus die Höhen des Taunus und seßt sich fest in der Linie Jostein- Wehen- HahnLangenschwalbach. b) das 8. Korps rückt Dienstag vom Rhein bei Roblenz und Umgegend aus und überschreitet den Rhein bis aufwärts St. Goar und die Lahn bis LimburgWeilburg. Der Haupteffekt wird sich Mittwoch und DonnersDas 18. Korps, das tag bei Raßenelnbogen entwickeln. weit stärter ist als das 8, wird das letztere in der Richtung auf Limburg zurückwerfen. Schluß der Kritik Mensfelder Kopf bei Limburg. Der Plan zum Kaisermanöver wird den Korpskommandanten jedesmal erst kurz vor Beginn bekannt gegeben. Die Entlassung der alten Mannschaften
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Rene Bollber marinierte
Essiggurke
Salzgurken
Neuer Grünk
empfiehlt
Robert S
Gießen, Renft
C
Gless
Möb
Allerbilli
Eig


