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erfolgt bei der Infanterie am 16. d. M., während die| Becker- Wörrstadt und Ravalleristen noch den Rückmarsch in die Garnisonsorte mit machen müssen.

** Feuerwehr- Uebung. Morgen Abend 8 Uhr

*

Deltau- Dieburg, Gradiermeister Sturmfels- Bad Nauheim, Brandversicherungsassistent Grünig­Darmstadt und die Bauaufseheraspiranten Rothermel- Darmstadt und Knöpp- Mainz. Mit einem Hoch auf den Hessischen Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Mainz bestimmt.

en Man halten die Gießener Freiw. Feuerwehr und sämtliche Rotten Technifer- Verband wurde die Versammlung beschlosser. Als

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der Pflichtfeuerwehr eine Hauptübung ab.

*** Das sozialdemokratische Parteisekretariat für Hessen ist jetzt errichtet. Als Sekretär wurde der Ab­gordnete Dr. David- Mainz bestellt, der vom 1. Oktober ab dem Beschluß der Landeskonferenz gemäß seine Wohnung an dem Sitz des Landeskomitees in Offenbech nimmt.

Armbruch.

?? Grünberg, 12. September. Abgestürzt. Der hiesige junge Tagelöhner Theiß stürzte beim Strohunter bringen vom Gerüst ab und erlitt einen komplizierten *** Tollwut. Da nach Mitteilungen der Wutschutz­X Laubach, 12. September. Das Projekt, Villingen Apla abteilung des Königl. Instituts für Infektionsfrankheiten bei mit einer Wasserleitung zu versehen, die aus der fürz­einem in Gießen am 30. Juli verendeten Hund die Tollwut lich im Garten des Briefträgers Kramer Laubach gefundenen Clemen ffgestellt worden ist, so ist für Stadt und Gemarfung Quelle gespeist wird, ist insofern einen Schritt vorgerückt, als Dann Gießen die verfügte Hundesperre auf unbestimmte Zeit aus­der Ingenieur Heil- Frankfurt die Vorarbeiten in Angciff genommen hat.

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RB Am 20. Oftober d. Je. wird in Nake!( Neze) eine von der Reichsbankstelle in Bromberg abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Gil overkehr eröffnet werden. Wechsel auf Nakel( Ne), welche nach dem 19. Oftober fällig werden, fönnen von jeßt ab angekauft werden.

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** Die Sozialdemokratie über den ver­storbenen Mainzer Ober- Bürgermeister Gaßner. Die Mainzer Boltsztg", das Organ des sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. David, schließt seinen spaltenfangen, warm gehaltenen Nachruf mit folgenden Worten: Die Stadt Mainz hat in Heinrich Gaßner ein Oberhaupt verloren, das bollgültig zu ersten wohl nicht so leicht möglich sein wird. Die ganze Stadt gleicht einer großen Trauergemeinde. Ein treuer Ratgeber der Bedrückten aller Schichten der Be­bölferung, ein objektiver Schiedsrichter, ein feinsinniger Kunst­freund, ein wahrhaft liebender Vater der Stadt ist dahin­gegangen. Aufrichtig trauernd steht an der Bahre des Ver­blichenen die Stadt Mainz.

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H. T. V. Leßten Samstag fand in Offenbach im Schwanen" die diesjährige Hauptversammlung des Heffi­schen Techniker- Verbandes unter dem Vorsize des Kreisstraßenbaumeisters Braun- 18 felb statt. Etwa 100 Mitglieder hatten sich aus allen Gauen des Seffenlandes eingefunden; versprach doch die reichhaltige

Tagesordnung des Interessanten sehr viel, und eine Be­sichtigung der neuen Schlachthausanlagen sollte die Haupt­versammlung beschließen. Mit einem Hoch auf den Landes

herrn eröffnete der Vorsigende furz nach 11 Uhr morgens die Versammlung. Die einzelnen Bunkte der Tagesordnung fanden meist ziemlich rasche Erledigung in dem von den betr. Referenten vorgeschlagenen Sinne. Unter anderm wurde die in München erscheinende Süddeutsche Bauzeitung" als Verbandsorgan gewählt und der Jahresbeitrag auf 5 Mt. festges Bt. Des Weiteren wurde einstimmig beschlossen, einem Ansuchen der süddeuschen Techniker- Verbände statt zugeben, um Anschluß an dieselben zu gewinnen. Zu einer bom bayerischen Verband angeregten Besprechung der süd. deutschen Landesverbände in Stuttgart sollen Vertreter ent sendet werden. Die am Schlusse stattfindende Neuwahl des Vorstandes war feine leichte. Der langjährige verdiente Vorsitzende, Braun- Alsfeld, hatte schon vorher erklärt, daß er infolge Ueberlastung von Dienstobliegenheiten, zu denen sich nunmehr noch die ihm als Stadtverordneten obliegenden Rommissionsberichte 2c. gesellen, die gerade zur Zeit durch verschiedene große Neubauten in Alsfeld veranlaßt, s hr um­fangreich sind, eine Wiederwahl ablehnen müsse. Vielleicht mögen auch noch Mißhelligkeiten, wie sie ja in jedem größeren Verbande sich nicht vermeiden lassen, mit dazu bei­getragen haben. Nach zum Teil heftiger Debatte wurde zur Wahl geschritten, nach deren Ergebnis Hochbauaufseher Liebegott. Bensheim zum Vorsißenden gewählt wurde, sowie weiter als Vorstandsmitglieder: Dammeister Hütten­berger- Worms, Kreisstraßenmeister Rabey- Rimbach i. D.,

* Lüzellinden, 12. September. Roheit. Ein Ein­wohner unseres Dorfes wurde dieser Tage von Allendorfer Burschen derart mißhandelt, daß er sich in ärztliche Be­handlung begeben mußte.

* Münchholzhausen, 12. September. Hier waren zur Gemeindejagdverpachtung eine ftattliche Anzahl Bacht­Iuftiger erschienen. Kaufmann Karl Luy- Beglar erhielt den Buschlag als Höchstbietender für die jährl. Bachtsumme von 1030 Mt. Der seitherige Pachtzins betrug 750 Mt. nik

** Ulrichstein, 12. September. Der Wiederaufbau des Schloßbergturms, der total verfallen war, ist jetzt bis zur Spitze gediehen. Der Schloßbergturm ist ein Ueber­bleifel der alten hessischen Ritterburg auf dem nach ihr be­nannten Schloßberg. Die Ritterburg, von der nur noch die Grundmauern, stehen ist Eigentum Derer von Riedesel.

?? Nierstein, 12. September. Neuer Bürgermeister. Da unser bisheriger Bürgermeister Wernher bei der nächsten Bürgermeisterwahl nicht mehr kandidieren wird, wird wohl die hiesige Bürgermeisterftelle öffentlich aus­geschrieben und mit einem besoldeten Bürgermeister besetzt werden. Das ständige Anwachsen unseres Ortes, der gegen wärtig 4200 Einwohner zählt, bringt auch für den Bürger­meister eine vermehrte Arbeit.

Aus dem Gerichtssaal. Straffammer.

Gießen, den 12. September 1905. Drei Schlosserlehrlinge und 2 Schlossergesellen hatten zu Bad Nauheim ihrem Meister eine Anzahl Gegen stände aus dem Laden entwendet und in anderen Läden verschiedene Einbruchediebstähle verübt. Die Waren wurden zum Teil in die Wohnung des Kutschers Müller zu Bad­Nauheim und nach Ober- Mörlen zu einer Frau Rühl ge­bracht, weshalb sich diese wegen Hehlerei zu verantworten hatten. Schlofferlehrling Georg Müller aus Hanau, 17 Jahre alt, welcher der Haupträdelsführer war, wurde zu 2 Jahren und 4 Tagen Gefängnis verurteilt, worauf 2 Monate und 4 Tage Untersuchungshaft aufgerechnet werden. Der 15jährige Lehrling Heinrich Weygand aus Berstadt erhielt 7 Monate 14 Tage Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten und 14 Tagen Untersuchungshaft. Lehrling Richard Kauß aus Berstadt, 14 Jahr alt, erhielt 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis, abzüglich 2 Monate 14 Tage Untersuchungshaft, auch wurde er auf freien Fuß gesetzt. Geselle Karl Bender von Ober- Mörlen mit Zuchthaus vorbestraft, wurde zu 4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, abzüglich 2 Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Kuscher Müller erhielt 1 Jahr 3 Monate und seine Frau 4 Monate Ge fängnis. Frau Kühl wurde in eine durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachtende Gefängnisstrafe erhielt ein Jahr Gefängnis, während der Maurer Philipp von 2 Monaten genommen und Schlossergeselle Karl Stede Möbs von Ober- Mörlen freigesprochen wurde.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen.

Es tönnen eingestellt werden:

3 landw. Knechte, 1 Fuhrknecht, 8 Schlosser, 1 Spengler, 2 Schmiede, 1 Sattler und Tapezier( für dauernde Arbeit), 8 Schreiner, Schneider, 2 Friseure, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 1 Buchbinder, 1 Arbeiter, 5 Hausburschen, Lauffrauen, Laufmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen.

Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Schuh­macher, 1 Friseur, 1 Schreiber. Es suchen Arbeit:

§ Ober- Eschbach, 13. September. Seh'n Sie, das ist ein Geschäft! Ein hübscher Einfall eines biederen 2 Schmiede, 2 Spengler, 1 Maschinist, 1 Strickerin, Landwirts ist noch vom Tage des Kaisermanövers nach­zutragen. Als ein hiesiger Anlieger ſah, daß viele Besucher

über seinen Hof einen fürzeren Weg zur Tribüne einschlugen, brachte er flugs am Eingange ein Schild an:" Durchgang 10 Pfg." Wie man hört, soll der Landwirt eine gute Einnahme erzielt haben, zumal besonders die Nachzügler teinen Umweg machen fonnten.

+ Büdingen, 12. September. Meuchelmord. Eine heimtückische Bluttat erregt gegenwärtig die Gemüter unserer Stadt. Montag Abend tötete der Mitte der 20er stehende Kanalarbeiter Gottlieb Bauer den 50jährigen Landwirt Wilhelm Bieber durch zwei Revolverschüsse, die er hinterrücks auf ihn abfeuerte. Bauer und Bieber saßen in einer Gaft­wirtschaft an der Schloßgasse und unterhielten sich in ruhiger Weise. Als Bieber das Lokal verließ, folgte ihm Bauer und gab vor der Tür aus unmittelbarster Nähe zwei Schüsse auf ihn ab. Bieber stürzte augenblicklich zu Boden und wurde als Leiche in seine Wohnung getragen. Der eine Schuß war in die Lunge, der andere in den Hals gedrungen. Der Mörder wurde von der Polizei in der Bahnhofstraße gestellt und nach heftiger Gegenwehr, bei der er wiederholt mit dem Revolver anschlug, verhaftet. Auf dem Transport nach dem Gefängnisse mußte er mit blankgezogener Waffe vor der aufgeregten Menge geschüßt werden, die drohend auf ihn eindrang. Ueber die Motive zu der grausigen Tat verlaut.t nichts bestimmtes, vielfach wird das Gerücht tolportiert, daß der Mörder vor einiger Zeit mit dem Er­schossenen einen Streit gehabt haben soll.

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